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75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen bewiesenermaßen vielversprechend
"So eine lange Reise", bzw. im englischen Original "Such a long Journey", ist der erste Roman des in Kanada lebenden indischen Autors Rohinton Mistry. Es geht um die Familie Noble, Parsen (eine Religionsgruppe), die in der Metropole Bombay/Mumbai lebt. Politische/historische Ereignisse sind in die Handlung eingeflochten. Die Charaktere werden mit...
Am 9. September 1999 veröffentlicht

versus
7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen na ja
Das Buch hat mir nicht so gut gefallen. Stellenweise eher zäh - kein Vergleich mit 'Das Gleichgewicht der Welt'
Veröffentlicht am 9. Februar 2010 von Potthoff


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75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen bewiesenermaßen vielversprechend, 9. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
"So eine lange Reise", bzw. im englischen Original "Such a long Journey", ist der erste Roman des in Kanada lebenden indischen Autors Rohinton Mistry. Es geht um die Familie Noble, Parsen (eine Religionsgruppe), die in der Metropole Bombay/Mumbai lebt. Politische/historische Ereignisse sind in die Handlung eingeflochten. Die Charaktere werden mit viel Empathie dargestellt und die Umgebung detailliert beschrieben. Wir erleben die Träume und Hoffnungen einer kleinen Mittelklasse-Familie und können uns ihr Domizil, das Kholadad Gebäude, mit Leichtigkeit vorstellen. Durch sein schriftstellerisches Talent läßt uns Mistry viel über die Kultur der Parsen und die politischen Geschehnisse Anfang der 70er Jahre erfahren. "So eine lange Reise" ist ein exzellentes Erstlingswerk. Es ist allerdings ratsam, um Enttäuschungen vorzubeugen, diesen Roman vor Rohinton Mistrys "Das Gleichgewicht der Welt" ("A Fine Balance") zu lesen, denn jener ist nicht zu übertreffen. Dort sind die Charaktere ausgereifter, soziale (Un)Gerechtigkeit wird thematisiert, und viele der Facetten Indiens sind dargestellt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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52 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebevolle Beschreibung des indischen Alltags, 12. September 2003
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Manche Bücher gleichen Wohnzimmern, in denen nicht viel geschieht, in denen man sich aber durchaus heimisch fühlt - vor allem, wenn es sich um ein exotisches Wohnzimmer mit liebenswerten Bewohnern handelt. Keine Frage, dass die Familie Noble, eine indische Durchschnittsfamilie aus einem Hochhausblock in Bombay, in diese Kategorie gehört - allen voran der wackere Gustad Noble, der hinkt, seitdem er sich für seinen Sohn Sohrab vor ein fahrendes Auto geworfen hat, um ihn zu retten, und seine nicht minder wackere Frau Dilnavaz, die als Hüterin des Hauses und der Kinder Sohrab, Darius und Roshad das Herz der Familie ist. Die Nobles sind eine indische Durchschnittsfamilie, die im Sommer vor lauter Mücken nur mit Mühe durch die Nacht kommt, die die Ankunft des Monsuns wie eine Erlösung begrüßt, sich mit den Nachbarn streitet und versöhnt und ihre ganze Energie in die Zukunft der Kinder steckt. Viel geschieht in dem Roman eigentlich nicht - die nur ganz vage entfaltete Rahmenhandlung des indisch-pakistanischen Krieges von 1971 und die Vernichtung des befreundeten Majors Johnny Bilmoria dienen nur dazu, Indien-Kolorit zu entfalten, und das gelingt dem Autor auf unnachahmliche Weise. Der Milchpanscher, der große Bonsetter, der die gebrochenen Knochen nach Gefühl wieder einrenkt, der kindische Themul, Mr. Rabadi und sein Kampfpinscher, die schrullige Miss Kutpitia und viele andere mehr ergeben in ihrer Gesamtheit ein farbenfrohes Panorama des indischen Alltags, wobei es der Autor meisterhaft versteht , mit wenigen Strichen, eine Figur oder eine Situation einprägsam und humorvoll in sein Bombay-Panoptikum einzufügen, sei es der Bankangestellte Dinshawij, dessen Gemütszustand seine Umgebung an der Intensität seines Mundgeruches erkennen kann oder die Zubereitung einer Fußnägelsuppe, mit der die wackere Dilnavaz Noble ihre kranke Tochter kurieren will - unvergesslich die Beschreibung der Käfigprostituierten von Bombay oder die makabren Begräbnisriten der Parsen, die ihre Verstorebnen in den Türmen des Schweigens den Geiern zum Fraß vorwerfen, wobei es durchaus passieren kann, dass Leichenteile, von den Vögeln fallengelassen, auf benachbarten Balkonen landen. Je weiter der Leser bei der Lektüre des vorliegenden Buches voranschreitet, je mehr wird er zum Mitbewohner einer teilweise vollkommen fremden, aber auch merkwürdig vertrauten Welt, in der eigentlich nur ein Bereich wirklich schlecht weg kommt, ein Bereich, der als Plage des indischen Lebens schlechthin erscheint: die korrupte Politik und Staatlichkeit, wobei es ganz gleichgültig ist, ob es sich um die verkommene Stadtverwaltung von Bombay oder die ndische Ministerpräsidentin Indira Gandhi handelt.
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43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ganz normale tägliche indische Wahnsinn!, 8. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Das von Rohinton Mistry 1991 im Original verfasste Buch spielt im Bombay des Jahres 1971, zu Zeiten von Indira Ghandis korrupter Regierung und im Vorfeld bzw. zur Zeit des indisch-pakistanischen Krieges.
Der Protagonist des Romanes, Gustad Noble, lebt im Kholadad Genäude, ist seit über 20 Jahren mit Dilnavaz verheiratet und stolzer Vater von 3 Kindern. Sein ältester Sohn Sohrab hat sehr gut bei den Universitätseintrittsprüfungen abgeschnitten, weigert sich aber ans India Institute of Technology zu gehen, weil er lieber einen Bacherlor of Arts machen möchte.
Gustad und Sohrab geraten in Streit und von dem Zeitpunkt an nimmt das "Unglück" seinen Lauf: der jüngere Sohn macht der "fetten" Tochter des "Dogwalla" schöne Augen und das jüngste Kind, Tochter Roshan, leidet unter einer mysteriösen Infektion. Gustads ehemaliger Freund Major Jimmy Bilimoria setzt sich nach Jahren ohne Kontakt mit Gustad in Verbindung und bittet ihn um einen Gefallen, der ihn den Job als Bankangestellter kosten könnte.
Der geneigte Leser/die geneigte Leserin machtnicht nur Bekannstchaft mit der Familie Noble oder den Bewohnern des Kholadad-Gebäudes, sondern auch mit Kollegen, Freunden und anderen Personen aus dem Umfeld der Nobles:
Z.B.Miss Kutipitia, einer älteren Dame, an die Dilnavaz sich wendet, wenn sie weiße Magie einsetzen möchte (sowohl für Roshans Genesung als auch dafür dass Sohrab sich doch für das IIT entscheidet). Miss Kutpitia hat noch nie jemanden ihre Wohnung weiter betreten lassen als bis zu dem sich auf dem Flur befindlichen Telefon und man munkelt, dass sie in den für die anderen Bewohner verschlossenen Zimmern die Leichen ihres Bruders und dessen Sohnes verwahrt. Miss Kutpitia hat für jedes Problem eine Lösung aus , sagen wir einmal "interessanten" Zutaten.
Auch Tehmul wird den Lesern ans Herz gelegt. Durch einen Unfall geistig behindert, mit den Bedürfnissen eines ausgewachsenen Mannes und wahnsinnig schnell redend. Er ist Botenjunge für alle, verdient sich Geld mit dem Töten von Ratten und verliebt sich in eine Puppe, die Sohrab in der Schule bei einer Verlosung gewonnen hat.
Ausserdem gibt es noch Mr. Dinshawji, Gustads Kollege in mittleren Jahren, schwerkrank, der Spaßvogel vom Dienst mit seinem "häuslichen Geier". Er erzählt geschmacklose Witze, flirtet mit der Rezeptionistin und bewährt sich als Helfer des RAW.
Und dann gibt es noch den Bonesetter, der Gustads Hüfte nach einem Unfall vor neun Jahren wieder eingerenkt hat. Oder Gustads College-Buddy, den er nach über dreißig Jahren durch Zufall auf einem Markt wiedertrifft. Oder den Pflastermaler, der sich vor dem Bankgebäude Geld mit dem Malen von Heiligenbildern aller Religionen verdient und und und.....
Wer eine geradlinige Handlung erwartet, der dürfte von diesem Buch enttäuscht sein.
Wer jedoch Genuß findet an der detailgetreuen, farbenfrohen und manchmal für Europäer auch abstoßenden Beschreibung des indischen Alltags wird dieses Buch lieben.
Mistry versteht es, der Leserschaft die Gerüche des Marktgebäudes um die Nase wehen zu lassen. Er versteht es ebenfalls meisterhaft das Chaos einer Millionenstadt des Subkontinents zu schildern. Er weiht die Leserschaft in die indische Gesellschaft und deren Riten ein.
Die Charaktere sind plastisch und dem wahren Leben entsprungen, mitfühlend und mit einem Augenzwinkern beschrieben.
Man braucht Zeit und Ruhe für dieses Buch, um es wirklich genießen und im Alltag der Millionenstadt Bombay als (nahezu)Unbeteiligter schwelgen zu können.
Fazit: Sie lieben Details? Lesen sie dieses Buch, verlieren Sie sich darin und planen sie etvl. eine Reise in den Hexenkessel Bombay,in den ganz normalen täglichen indischen Wahnsinn, um auf Gustads Pfaden zu wandeln (so Sie denn nicht ohnehin schon dort waren). Fünf Sterne sind für dieses Erstlingswerk durchaus gerechtfertigt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bewegend, 17. September 2009
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Ich habe "So eine lange Reise" von einem Freund geschenkt bekommen, weil ich mich seit langem für Indien interessiere. Aber auch "Neulingen", die sich bisher noch gar nicht mit der Kultur und Geschichte Indiens befasst haben, dürfte dieses Buch großartige Unterhaltung bieten.

Erzählt wird die Geschichte von Gustad Noble und seiner Familie, die am Stadtrand Bombays im sogenannten "Khodadad-Gebäude" lebt. Gustad führt ein weitgehend einfaches Leben als Angstellter bei der Bank, doch als sich sein Sohn von ihm abwendet, weil er nicht die angesehene Universität besuchen will, für die er sich qualifiziert hat, sondern lieber Kunst studieren will, und sich sein lang vermisster Freund bei ihm meldet, der inzwischen für den indischen Geheimdienst arbeitet, stellt sich seine Welt vollkommen auf den Kopf.

Mistry verwebt die alltäglichen Konflikte der Bewohner des Khodadad-Gebäudes mit der eindringlichen Atmosphäre Bombays in den Siebzigerjahren vor der Hintergrund des Indisch-Pakistanischen Krieges. Mitreißend sind da vor allem die Schicksale der hervorrangend portraitierten Bewohner des Khodadad-Gebäudes, in dem die Familie Noble wohnt - sei es die in die Jahre gekommene und Magie-kundige Miss Kutpitia, die, seit sie ihren Mann und ihren Sohn verloren hat, nicht mehr ihre Wohnung verlassen hat oder der durch einen Sturz vom Baum geistig behinderte Themul, der über den Hof des Gebäudes wacht und Ratten fängt, um mit den paar Paisas, die er von der Stadtverwaltung dafür bekommt, zum "Haus der Käfige" zu gehen, zu den Frauen, von denen er sich endlich Zuwendung erhofft ...
Oder aber der einsame Pflastermaler, der von Gustad engagiert wird, um die als Freilufttoilette missbrauchte Hausmauer am Gebäude durch seine Götter-Gemälde in eine öffentliche Gebetsstätte zu verwandeln ...
Gerade die Beschreibungen dieser einzelnen Schicksale, die aber gleichzeitig ein ganzes großes soziales und zeitgeschichtliches Bild der indischen Stadtbevölkerung entwirft, machen "So eine lange Reise" zu eindrücklich und plastisch.

Abzüge muss ich machen, da man obgleich der interessanten Handlung etwas Geduld beim Lesen aufbringen muss, da sich alles sehr gemächlich entwickelt und die Geschichte ganz ohne vordergründige "Action" auskommt.
Ärgerlich ist lediglich, dass es keinen Anhang oder ein Glossar gibt, in dem die unzähligen indischen Begriffe in der Geschichte übersetzt werden oder eine kurze Erläuterung zu besonderen indischen Ritualen und geschichtlichen Ereignissen - denn ganz ohne Vorwissen fällt es schwer, den politischen Entwicklungen im Buch zu folgen, ohne den Überblick zu verlieren.

Fazit: Wer etwas Geduld aufbringt, gern über realistische Personen und ihre Schicksale liest und das Bombay der Siebziger vor seinem inneren Augen auferstehen lassen will - zugreifen, lesen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine indische Familie, 21. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Das Buch versetzt uns ins Jahr 1970/71, als Indira Ghandi regierte und der indisch/pakistanische Krieg begann. Politische Korruption, Unruhen in der Bevölkerung und der (bevorstehende) Krieg ist der eine Teil des Alltags, der seine Auswirkungen in Gustads Leben hat und ihn ziemlich durcheinander bringt, der andere Teil des Alltags ist die Sorge um seine Kinder, seine Familie, seinen Arbeitskollegen und seinen alten Freund. So ist seine kleine Tochter sehr kränklich und sein Sohn hat die Familie im Streit verlassen. Dazu kommen die Streitigkeiten mit seinen teils schrulligen oder nervenden Nachbarn.

Man erlebt Gustads Kämpfe im Alltag mit und fühlt sich durch die detailreichen Beschreibungen und liebevoll gezeichneten, teils skurrilen Figuren in sein indisches Leben hineinversetzt, ahnt den Geruch auf dem Markt und die Hektik in den Straßen und bekommt einen Einblick in die Lebensweise und Bräuche. Dabei staunt man über manch skurrile Aktion von Gustads Frau, die mithilfe einer schrulligen Nachbarin und deren 'Wissen' über Magie manches Problem der Familie lösen will, amüsiert sich über wiederkehrende Streitereien und lustige Begebenheiten, ist traurig über das Schicksal des ein oder anderen und entsetzt über manch Ritual, wie z. B. ein Begräbnis.

Gustad meint es immer gut mit allen, erlebt manche Enttäuschung und Traurigkeit, aber auch kleine persönliche Triumphe, die einen schmunzeln lassen. Spitzt sich auch am Ende einiges zu , so ist dieses doch versöhnlich und zeigt, dass sich Gustad am Ende der Reise zu sich selbst verändert hat und dafür eine bedeutende Veränderung in seinem Leben vornimmt.

Es fällt mir schwer , genau zu beschreiben, wie das Buch ist. Es sind so viele kleine Dinge, die durch die Beschreibung von Tätigkeiten, Äußerlichkeiten, Gedanken oder Dialogen, eine Atmosphäre erzeugen, die teilweise fremd, abstoßend aber auch lustig, erstaunlich, interessant und traurig ist. Ein regelrechtes Wechselbad.

Eine Sache hat mich allerdings gestört, nämliche die vielen indischen Begriffe. Aus dem Zusammenhang war zwar oft erkenntlich, um was für einen Gegenstand etc. es sich gehandelt hat, aber nicht immer so deutlich. Ich hätte da gerne die deutsche Bedeutung als Fußnote oder als Auflistung im Buch gehabt. Leider war dies nicht der Fall und die Begriffe störten dann manchmal doch den Lesefluss und ich konnte mir nicht immer vorstellen, was das denn nun genau sein war. Es gab auch mal die ein oder andere kleine Länge, aber das war nicht weiter störend. Alles in allem fand ich das Buch sehr interessant, zeigte es doch sehr anschaulich und trotz aller Widrigkeiten humorvoll das Leben einer einfachen indischen Familie in einer nicht einfachen Zeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaleidoskop des indischen Lebens, 1. September 2003
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Manche Bücher gleichen Wohnzimmern, in denen nicht viel geschieht, in denen man sich aber durchaus heimisch fühlt - vor allem, wenn es sich um ein exotisches Wohnzimmer mit liebenswerten Bewohnern handelt. Keine Frage, dass die Familie Noble, eine indische Durchschnittsfamilie aus einem Hochhausblock in Bombay, in diese Kategorie gehört - allen voran der wackere Gustad Noble, der hinkt, seitdem er sich für seinen Sohn Sohrab vor ein fahrendes Auto geworfen hat, um ihn zu retten, und seine nicht minder wackere Frau Dilnavaz, die als Hüterin des Hauses und der Kinder Sohrab, Darius und Roshad das Herz der Familie ist. Die Nobles sind eine indische Durchschnittsfamilie, die im Sommer vor lauter Mücken nur mit Mühe durch die Nacht kommt, die die Ankunft des Monsuns wie eine Erlösung begrüßt, sich mit den Nachbarn streitet und versöhnt und ihre ganze Energie in die Zukunft der Kind steckt. Viel geschieht in dem Roman eigentlich nicht - die nur ganz vage entfaltete Rahmenhandlung des indisch-pakistanischen Krieges von 1971 und die Vernichtung des befreundeten Majors Johnny Bilmoria dienen nur dazu, Indien-Kolorit zu entfalten, und das gelingt dem Autor auf unnachahmliche Weise. Der Milchpanscher, der große Bonsetter, der die gebrochenen Knochen nach Gefühl wieder einrenkt, der kindische Themul, Mr. Rabadi und sein Kampfpinscher, die schrullige Miss Kutpitia und viele andere mehr ergeben in ihrer Gesamtheit ein farbenfrohes Panorama des indischen Alltags, wobei es der Autor meisterhaft versteht , mit wenigen Strichen, eine Figur oder eine Situation einprägsam und humorvoll in sein Bombay-Panoptikum einzufügen, sei es der Bankangestellte Dinshawij, dessen Gemütszustand seine Umgebung an der Intensität seines Mundgeruches erkennen kann oder die Zubereitung einer Fußnägelsuppe, mit der die wackere Dilnavaz Noble ihre kranke Tochter kurieren will - unvergesslich die Beschreibung der Käfigprostituierten von Bombay oder die makabren Begräbnisriten der Parsen, die ihre Verstorebnen in den Türmen des Schweigens den Geiern zum Fraß vorwerfen, wobei es durchaus passieren kann, dass Leichenteile, von den Vögeln fallengelassen, auf benachbarten Balkonen landen. Je weiter der Leser bei der Lektüre des vorliegenden Buches voranschreitet, je mehr wird er zum Mitbewohner einer teilweise vollkommen fremden, aber auch merkwürdig vertrauten Welt, in der eigentlich nur ein Bereich wirklich schlecht weg kommt, ein Bereich, der als Plage des indischen Lebens schlechthin erscheint: die korrupte Politik und Staatlichkeit, wobei es ganz gleichgültig ist, ob es sich um die verkommene Stadtverwaltung von Bombay oder die gewissenlose indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi handelt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Indische Gesellschaftsbeschreibung, 28. April 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Wir wissen so wenig vom Subkontinent Indien und seine Gesellschaft. Dieses Buch trägt in wunderbarer Weise dazu bei, mehr zu begreifen und sich inhaltlich damit auseinander zu setzen. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben.
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5.0 von 5 Sternen Eine ganz normale Familie, 4. Juni 2009
Von 
Joerg Dittmann "joedittmann" (Sylt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Erzählt wird von einer ganz normalen Familie in Bombay: Der Vater Bankangestellter, die Mutter Hausfrau, drei Kinder. Die Familie lebt in einfachen Verhältnissen in einem Wohnblock. Der älteste Sohn will nicht auf die Akademie gehen, wie der Vater es sich wünscht, die Tochter kränkelt. Die Mutter holt sich Rat bei einer Nachbarin, die sich mit allerlei mystischen Techniken zur Vertreibung des Bösen befasst. Der Vater gerät unbeabsichtigt in Verbindung mit dem Geheimdienst. Überall herrscht Korruption. Alte Traditionen treffen auf moderne Technologie. Das ist die lange Reise von Gustad, dem Vater. Das Buch ist sehr spannend und unterhaltsam geschrieben. Irgendjemand hat gesagt, dass Bücher wie Reisen sind, nur braucht man sich in kein Flugzeug zu setzen. Genau das trifft für diesen Roman zu. Es gibt - abgesehen von einer tatsächlichen Reise nach Indien - wohl kaum eine Möglichkeit, einen besseren Eindruck in diese Kultur zu bekommen als dieses Buch.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Indien - Tiefer Einblick in die Parsen, 16. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Das erste Buch von Mistry - dieses ist wie alle seine Bücher fesselnd. Er beschreibt auch hier alles wie es ist. Es sind keine schönen Bilder - als Stichwort sei hier der Geierturm erwähnt - aber ist das wahre Leben. Und dies alles vermischt mit den großen Gefühlen - die auch die Männer zeigen. Dies erinnert schon an manchen Bollywood-Film, bloß sind die Farben eher grau. Das Buch vermittelt immer wieder Hoffnung und fesselt den Leser bis zum unerwarteten Schluss. Rohinton Misry versteht es, dem Leser Einblicke in das indische Leben wie es wirklich ist zu geben. Ein sehr empfehlenswertes Buch - sicherlich auch als Vorbereitung auf einen Indien-Aufenthalt.
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5.0 von 5 Sternen Schräg, exotisch, liebenswert..., 16. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: So eine lange Reise: Ein Indien-Roman (Taschenbuch)
Beeindruckender, gut geschriebener Roman,der Einblicke in das indische Leben gibt! Anhand kleiner Episoden gibt es tolle Eindrücke von Religion, Familienstrukturen, Politik, sozialer Entwicklung - ideales Begleitbuch für eine Südindienreise!
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So eine lange Reise: Ein Indien-Roman
So eine lange Reise: Ein Indien-Roman von Rohinton Mistry (Taschenbuch - 1. Juni 1998)
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