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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitloses, literarisches Schwergewicht!
"Mrs. Dalloway" von Virginia Woolf gehört zu den wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts und es ist das Herzstück im Werk der englischen Autorin, die am Leben wie am Schreiben gleichermaßen litt und ihrem Leben allzu früh selbst ein Ende setzte.
Meisterhaft beschreibt sie einen Tag im Leben der 52-jährigen Clarissa Dalloway, einer...
Veröffentlicht am 7. April 2006 von zeilensprung

versus
3.0 von 5 Sternen Partytime 1923 in London und drumrum
Von 1922 bis zur Veröffentlichung 1925 verarbeitet Woolf intensiv Kurzgeschichten zu ihrem "Ideenroman", wie ich ihn nenne; denn Handlung gibt es fast nicht: Wir erfahren die Gedanken und Gefühle als berühmten "stream of consciousness" der Mrs. Clarissa Dalloway am 23.6.1923, ihre kleinen Erlebnisse dieses Tages einschließlich ihrer abendlichen...
Vor 16 Monaten von Christian Gloggengiesser veröffentlicht


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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitloses, literarisches Schwergewicht!, 7. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway: Roman (Taschenbuch)
"Mrs. Dalloway" von Virginia Woolf gehört zu den wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts und es ist das Herzstück im Werk der englischen Autorin, die am Leben wie am Schreiben gleichermaßen litt und ihrem Leben allzu früh selbst ein Ende setzte.
Meisterhaft beschreibt sie einen Tag im Leben der 52-jährigen Clarissa Dalloway, einer Frau der englischen Upper-Class, die eine gesellschaftliche Abendeinladung vorbereitet.
Während ihrer Verrichtungen sinniert sie über das Leben und wir erleben sie als typisches Kind ihrer Zeit, dabei verunsichert und melancholisch, traurig über verpasste Chancen, gleichwohl wissend, dass sie nie den Mut aufgebracht hätte, gegen die Konventionen zu verstoßen.
Und gleichzeitig ist es die Geschichte eines Freundes, der am Leben verzweifelt und sich am Ende dieses Tages umbringen wird...
Virginia Woolf gelingt gleichzeitig eine sehr stimmungsvolle Momentaufnahme Londons zwischen den Weltkriegen, das auf heutige Leser noch immer zeitlos wirkt.
"Mrs. Dalloway" ist ein Buch von ungeheurer literarischer Kraft, dabei jedoch nicht leicht zu durchschauen. Es ist streckenweise doch recht mühsam, sich auf dieses Buch einzulassen. Es belohnt den Leser aber mit tiefgründigen Einblicken in die Gefühlswelt der Protagonistin.
Ein Buch, für das man Zeit und Muße braucht!
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46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht sperrig, aber allemal lohnend, 24. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway: Roman (Taschenbuch)
Mein Weg zu Virginia Woolf und zu Mrs. Dalloway war ein wenig verwinkelt. Es begann mit einem Film. Der Film hieß „The Hours" und war eine Verfilmung von Michael Cunninghams gleichnamigem Buch. Hierbei wurde das Leben dreier Frauen auf eine sehr interessante Weise erzählt und miteinander verwoben. Doch dazu ein andermal mehr.... Eine dieser Frauen war Virginia Woolf, die zu Depressionen neigte und schon einige erfolglose Selbstmordversuche hinter sich hatte. Der Film beschrieb eine wichtige Periode ihres Schaffens: Die Entstehung des Romans Mrs. Dalloway, der mit ihr zusammen den roten Faden der Geschichte bildet. Sie selbst hat diesen vierten Roman als einen ihrer gelungensten bezeichnet.

Wahrscheinlich schaffen professionelle Rezensenten viel eher einen interessanten Abriss der Geschichte darzustellen und häufig bedienen sich gerade im Bereich ernster Literatur die Menschen gerne einer sagenhaft eloquenten Ausdrucksform. Leider liegt mir das nicht und so beschränke ich mich auf die Einfachheit, mit der ich Mrs. Dalloway wahrgenommen habe:

Der Roman beschreibt einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway, Gattin eines Parlamentsabgeordneten. Der Leser wird mit Clarissas geplanter Abendgesellschaft in die Geschichte eingeführt. Clarissa ist krampfhaft bemüht die nahende Gesellschaft gebührend zu empfangen und verköstigen. Anfangs gewann ich den Eindruck, sie opfere ihr alles und es wirkte, als hing sie mit ihrem Leben daran. Sie scheint alles dafür zu geben, glücklich auszusehen, nur damit niemand merkt, dass sie unglücklich ist. Die Geschichte tut sich in einigen Nebensträngen auf, die letztlich aber in der Gesellschaft von Clarissa münden.

Da taucht ein Mann aus anderen Zeiten auf... Peter Walsh, dessen Umtriebigkeit sie letztlich doch gegen das „Glück" mit Richard Dalloway eintauschte. In dem Buch kehren Peter und Clarissa unabhängig voneinander gedanklich zu ihrer gemeinsamen Zeit zurück, ehe Peter nach Indien ging. Clarissa betrachtet die Zeit etwas verklärt, rechtfertigt vor sich aber die Entscheidung. Und auch Peter scheint sich mit den Gedanken an seine Verlobung in Indien nicht so erfreuen zu können, wie an dem Gedenken alter Zeiten. Nur ist Clarissas Ehe mit Dalloway nicht glücklich ist und auch die gemeinsame Tochter Evelyn entfernt sich im schwierigen Alter der Pubertät von Ihrer Mutter, steht im Einfluss der schwermütigen Mrs. Kilman. Mrs Kilman hält sich an Ihrem Glauben fest und an der Askese und ergeht sich darin, sich von der reichen Glitzerwelt aus der Evelyn kommt abzugrenzen. Doch Glück und Freude scheint sie darin nicht zu finden. Und Peter, der in der Gesellschaft eher belächelt wird, weil er eine Karriere gegen einen impulsive Handlung eingetauscht hat ist auch nicht glücklich, auch wenn einige das wohl annehmen, Ihn als Bonvivant betrachten.

Es gibt noch ein paar interessante Nebenschauplätze an diesem Tag, aber der aufregendste war in meinen Augen hierbei das Leben von Lucrezia und Septimus Warren Smith. Septimus, der unter dem leidet, was er im ersten Weltkrieg mit ansehen musste, der stets pflichtbewusst und erfolgreich irgendwann einfach unter der Last erdrückt wird und nun langsam den Depressionen verfällt. Eine Krankheit die man als solche nicht behandelt und der auch Lucrezias Liebe nicht beikommen kann. Es scheint wohl nicht von der Hand zu weisen, dass sich Virginia Woolf in der Figur des Septimus etwas spiegelt, zumindest erscheint es mir so.

Mrs. Dalloway war für mich ein sehr interessanter Abstecher in das Reich der Klassiker. Ohne einen Spannungsbogen und einzig auf die Gesellschaft im Hause der Dalloways zulaufend, hat der Roman eine eigenartige Anziehungskraft. Für mich liegt sie nach wie vor in der Figur seiner Autorin und deswegen habe ich mich auch dazu entschlossen, die Biografie ihres Mannes zu lesen, der darin das Leben mit seiner schwer kranken Frau beschreibt. Zwei Dinge habe ich immer zur Beschreibung meines Lesegefühls bei Mrs. Dalloway erwähnt: Einerseits habe ich immer etwas gebraucht, ehe ich in diesem Roman drin war. Ich verglich es mit den 3D-Bildern, bei denen man diesen starren Blick bekommen musste und irgendwie durch das Bild durch oder an dem Bild vorbei sehen musste. Ähnlich musste ich meinen Verstand verschieben, ehe ich Zugang zu Clarissas Welt erhielt. Andererseits war der Sog dann auch sehr stark. Ich fühlte mich auch lange nach dem Schließen des Buches schwermütig und traurig.

Sicher keine leichte Kost, aber ich kann es nur empfehlen. Ein Stück Literaturgeschichte.

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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow!, 29. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway: Roman (Taschenbuch)
Am Anfang sind die Schachtelsätze etwas gewöhnungsbedürftig, deshalb war ich froh, daß ich das Buch nicht auf englisch gelesen habe wie ich es anfangs vorhatte. Mit einem Satz: das Buch ist eine Wucht! Der Erzählstil ist einfach klasse! Oft habe ich innegehalten und einen Abschnitt noch einmal gelesen, weil ich von der Schreibweise fasziniert war.

Im wesentlichen geht es um vier Personen, von denen zwei im Vordergrund stehen und miteinander verbunden sind: Clarissa Dalloway und Septimus Warren Smith. Hinter diesen beiden Personen stehen zwei weitere (Peter Walsh und Reiza Warren Smith), die dem Leser ein Bild von Clarissa und Septimus aus ihrer Perspektive vermitteln. Faszinierend! Man muß sich allerdings ziemlich konzentrieren beim Lesen, wegen der bereits erwähnten Schachtelsätze, aber wenn man das Buch ausgelesen hat, möchte man am liebsten gleich wieder von vorne anfangen. Fünf Sterne!

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vergangenheitsbewältigung, 6. August 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway: Roman (Taschenbuch)
Es passiert nicht viel in diesem Buch. Eine Gesellschaft wird vorbereitet und abgehalten und es kommt zu einem Selbstmord. Und dennoch oder gerade deshalb ist das Buch ein grosser Genuss. Wir begegnen Menschen, die mit ihrer eigenen Vergangenheit kämpfen. Mrs Dalloway, die den soliden Mr Dalloway einst ihrer Liebe Peter Walsh vorzog und sich ständig einredet, dass dies richtig gewesen ist. Peter Walsh, der diese Zurückweisung nie richtig akzeptiert hat und im Leben nicht mehr klar kommt. Septimus Smith, der den Tod seines Vorgesetzten Evans im 1. Weltkrieg nicht verkraftet und wahnsinnig geworden ist. Es ist ein geradezu poetisches, schwebendes Buch. Vieles steht nur zwischen den Zeilen. Virgina Woolf lässt uns in gekonnter Weise an der Gefühlswelt der Protagonisten teilhaben. Letztlich geht es um nichts geringeres als die Frage, wie wir Menschen mit unserer eigenen Geschichte, die wir nicht mehr ändern können und die in die Gegenwart ausstrahlt, fertig werden.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konzentriertes Lesen kann etwas verändern, 3. Juni 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mrs. Dalloway (Gebundene Ausgabe)
Menschen gehen aneinander vorbei, Zufall! Viele kleine Dinge strömen ím Unterbewußtsein auf, verschwinden wieder. Sie fängt diese Sequenzen auf, die wir bereits nach einem Wimpernschlag wieder vergaßen. Es wird eine Wiederbegegnung. Eine alternde Frau gibt eine Party, ein Kriegsheimkehrer kämpft mit dem Wahnsinn, alte Liebe rostet nicht, sie wird nur alt und die Erinnerung wird zur Begegnung eines Tages, von denen es viele geben wird und gab.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeder Augenblick ist Leben, 30. Mai 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway: Roman (Taschenbuch)
"Sie zog jetzt den Vorhang vor. Die Uhr begann zu schlagen. Der junge Mann hatte sich umgebracht, aber sie bedauerte ihn nicht, wo die Uhr die Stunde schlug, eins, zwei drei, sie bedauerte ihn nicht; wo alles weiterging. ... und ihr kamen die Worte in den Sinn, "Fear no more the heat of the sun". Sie musste zurück zu den andern. Aber was für eine außerordentliche Nacht! Sie fühlte sich ihm irgendwie sehr ähnlich - diesem jungen Mann, der sich umgebracht hatte. Sie fühlte sich froh, dass er es getan hatte; es weggeworfen, während sie weiterlebten. Die Uhr schlug. Die bleiernen Ringe lösten sich in der Luft auf. Aber sie musste zurück. Sie musste mit den andern zusammen sein. Sie musste Sally und Peter finden. Und aus dem kleinen Zimmer kam sie herein."
(Zitat Mrs. Dalloway, Seite 181).

Es ist ein wunderschöner Junitag im Jahre 1923. Mrs. Dalloway, ein angesehenes Mitglied der feinen englischen Gesellschaft, wird am Abend eine Party geben und bereitet sich auf dieses wichtige gesellschaftliche Ereignis vor. Der Leser darf sie dabei begleiten und bemerkenswerte Stunden mit ihr verbringen. Virginia Woolfs Roman enthält aber viel mehr als die Beschreibung vom Ablauf eines Tages. Die Autorin nannte ihre Erzählweise das Tunnelverfahren, bei dem sie portionsweise Dinge aus der Vergangenheit ihrer Protagonistin einfließen lässt, und dem Werk Tiefe gibt. Parallel zu Mrs. Dolloways Tag wird das Schicksal des Kriegheimkehrers Septimus Warren Smith beleuchtet, der an einer Kriegsneurose leidet. Leben und Tod liegen in diesem Roman so nah beieinander; Sinn und Wahnsinn scheinen sich zu umschlingen. Trotz seiner komplizierten Struktur und der Tiefe der besprochenen Gedanken, liest sich das Werk wunderbar leicht, was an dem Rhythmus liegen mag, mit dem die Geschichte erzählt wird. Sie folgt dem Takt der Zeit, passt sich dem vertrauten Lauf der Stunden an, stoppt nur ab und an leicht, um dann wieder fließend weiter zu gehen und den Leser weiter zu tragen.

Es gibt an diesem Tag immer wieder gewisse Momente, in denen Mrs. Dalloway in Gedanken spontan an Ereignisse in ihrem Leben erinnert wird. Die Blumen, die sie an ihre Jugendzeit in Bourton erinnern und an Sally Seton, die draußen Blumen pflückte, ihnen die Köpfe abschnitt und sie in Schalen auf dem Wasser schwimmen ließ. Der köstlichste Augenblick in ihrem ganzen Leben, als Sally ihr eine Blume pflückte und sie auf die Lippen küsste. Doch dann stehen der alte Joseph und Peter vor ihr und holen sie in eine andere Wirklichkeit. Der gute Peter Walsh, der sie zu kultivieren versuchte und so einen nervösen Tick mit seinem Taschenmesser hatte und nun genau an diesem Junitag plötzlich in ihrem Wohnzimmer steht, eben aus Indien zurück gekehrt (natürlich hatte er ihr davon geschrie-ben, aber sie hatte die Zeit seiner genauen Ankunft vergessen), immer noch blendend aussehend und sie so furchtbar blass. Damals in Bourton hätte Peter der anmutigen, aber etwas oberflächlichen Clarissa die Sterne vom Himmel geholt, immer etwas hitzig und ungehobelt hatte er dabei gewirkt. Dann kam dieser Abend, als Clarissa neben einem bis dahin unbekannten, jungen Mann saß, den sie allen mit Wickham vorstellte, bis dieser sagte: Mein Name ist Dalloway! Ein Satz, der bald zum geflügelten Wort für Sally und Peter werden sollte, um ihren Unmut und Spott zu verkünden, aber Peter hatte noch an die-sem Abend des Dinners gedacht: Sie wird diesen Mann heiraten. Clarissa, geboren um die perfekte Gastgeberin zu sein, würde sich für diesen konservativen, strebsamen Mann entscheiden und Peter Walsh Herz brechen. Und jetzt steht er bei Clarissa am Fenster und erzählt, dass er in eine Inderin verliebt und nach London sei, um die Scheidung seiner Liebsten zu regeln. Verliebtheit in seinem Alter, was für ein Luxus und Clarissa fühlt sich mit fünfzig Jahren schon beinahe alt, aber sie ist es eigentlich nicht, aber was hat das Leben ihr noch zu bieten?
Als Peter Walsh gedankenverloren durch den Park geht, hält sich das Ehepaar Warren Smith ebenfalls dort auf. Am Morgen war Septimus sehr erschrocken, als vor dem Blumengeschäft, wo Mrs. Dalloway eben die Blumen für ihre Party kaufte, ein Auto eine Fehlzündung hatte. Tausend Gedanken gehen dem jungen Mann durch den Kopf, er ist verzweifelt, bewegungsunfähig, verwirrt. Rezia, seine italienische Frau, macht sich große Sorgen und hadert gleichzeitig mit ihrem Schicksal, denn als junge Ehefrau hätte sie eigentlich etwas Glück verdient. Und Septimus erscheint immer wieder sein toter Freund Evans, auch jetzt im Park, doch es ist nur Peter Walsh, der irritiert näher kommt und in Septimus Gehirn tobt ein Sturm: "Die ganze Welt erhob ein Geschrei: Bring dich um, bring dich um, um unsretwillen. Aber warum sollte er sich derentwillen umbringen?"
Am Abend findet Clarissa Dalloways Party statt. Hier wird ein Ehepaar von dem tragischen Selbstmord eines jungen Mannes berichten, den der Ehemann, Mr. Bradshaw, an diesem Tag als Patient übernommen hatte. Die Gastgeberin ist entsetzt und empört. Auf ihrer lebendigen Party wird über den Tod gesprochen! Während Sally und Peter in der Bibliothek über ihr Leben und das im Allgemeinen philosophieren, wird Clarissa allein am Fenster stehen und den Schlägen einer Uhr lauschen und den Leser an Gedanken teilhaben lassen, die Freunde und Bekannte wohl nie bei der perfekten Gastgeberin Mrs. Dalloway vermutet hätten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das ganze leben einer frau an einem einzigen tag/ und in diesem tag ihr ganzes leben..., 17. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway (Gebundene Ausgabe)
so klingt sinngemäß eine tagebuchaufzeichnung, die virginia woolf - verkörpert von nicole kidman im film "the hours: von ewigkeit zu ewigkeit" - vorliest, als sie über dem entwurf zu "mrs. dalloway" brütet.
ob dieser tagebucheintrag echt ist oder nicht, muss den biografen überlassen bleiben. wieso ich diesen eintrag erwähne, möchte ich kurz erläutern. "das ganze leben einer frau an einem einzigen tag [..]" bezeichnet das vorhaben virginia woolfs, das sie in "mrs. dalloway" abbilden möchte und ist, vielleicht poetisch etwas überhöht, auch schon die treffende, die perfekte inhaltsangabe des werks, das im jahre 1923 an einem einzigen junitag in london spielt.

dass die handlung an einem einzigen tag spielt, ist aus konzeptioneller sicht neben der anwendung der "bewusstseinsströme/ inneren monologe" als literarisches mittel, die zweite starke parallele zu james joyces "ulysses". beide bücher, so bescheiden kritiker, sind meilensteine des modernen romans.

welches i n t e r e s s e kann man nun aber haben, dieses buch zu lesen?

das eine ist, gerade schon erwähnt, man interessiert sich für "große literatur" und möchte seinem gemüt und freilich auch dem regalschrank einen weiteren schweren brocken hinzufügen. dann ist man hier sicher richtig.

ein anderes interesse kann sein, man interessiert sich für frauenleben, frauenbewußtsein, frauenbewegung. dann kommt man an virginia woolf und speziell an mrs. dalloway ohnehin nicht vorbei.

ein weiteres interesse könnte die erwartung von spannung beim lesen sein, die hoffnung auf gute unterhaltung. diese erwartung wird nun allerdings kaum bedient. "mrs. dalloway" zu lesen, ist arbeit. man nimmt am besten direkt einen stift dazu und unterstreicht zuerst schonmal die namen der protagonisten. sonst verliert man schnell den überblick. man muss sich einlassen wollen auf den roman, der einen nicht über spannung, sondern über die schöne, poetische sprache packt.

zur erschließung des romans, zur erfassung seiner tragweite oder einfach zur eigenen belohnung, empfehle ich ein kleines
"v i r g i n i a - w o o l f - p r o j e k t" zu starten, und komme damit auf den eingangs erwähnten film "the hours- von ewigkeit zu ewigkeit" von stephen daldry zurück. dieser grandiose film (nicht nur für frauen), handelt von eben jener "mrs. dalloway", spiegelt diese figur in verschiedene zeiten hinein (in die fünfziger jahre, in die gegenwart), ist rührend, aufwühlend und spannend zugleich. dies könnte die "belohnung" für das lesen des romans "mrs. dalloway" sein, der seinerseits wiederum zum besseren verständnis des films beiträgt. wenn man dann noch immer nicht genug hat, ist eine weitere option den roman, der als filmvorlage für "the hours" hergehalten hat, zu lesen: "die stunden" von michael cunningham, der dafür 2002 den pulitzerpreis erhielt, und der wiederum auf "mrs. dalloway" basiert.
ein weiteres kapitel ließe sich aufschlagen, indem man sich dem drama "wer hat angst vor virginia woolf?" von edward albee zuwendet..

nicht nur - aber besonders - in dem gerade beschriebenem paket wird "mrs. dalloway" zu einem echten ereignis.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 27. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway: Roman (Taschenbuch)
Mrs Dalloway beschreibt einen Tag im Leben von Clarissa Dalloway. Sie bereitet eine große Gesellschaft vor, die am Abend stattfinden wird. An diesem Tag kehrt auch ihr früherer Verehrer Peter Walsh nach Jahren aus Indien zurück.

Gleichzeitig wird der Tag von Septimus Warren Smith und seiner Frau Lucrezia erzählt. Septimus ist vom 1. Weltkrieg traumatisiert und findet nur einen Ausweg ...

Nicht viel "äußere Handlung" für einen 200-Seiten-Roman? Richtig.
Das Wichtige und Spannende ist, was in den Personen vorgeht - sie erinnern sich, denken wie Clarissa und Peter an die gemeinsame Vergangenheit und die getrennten Lebenswege (Clarissa hat Peter seinerzeit abgewiesen und einen anderen geheiratet), sie lassen ihre Gedanken scheinbar ziellos von diesem zu jenem schweifen ... und wir als Leser folgen diesem Umherschweifen und erfahren auf diese Weise viel über die Lebensgeschichten der einzelnen Personen und ihr Befinden.

"Mrs Dalloway" erfordert langsames, konzentriertes Lesen, was einem vor allem auf den ersten Seiten einiges abverlangt. Doch wenn man sich darauf einlässt und sich eingelesen hat, kann man sich dem Text nicht mehr entziehen. Ein Leseerlebnis!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Prototyp des Bewusstseinsromans/Stream of Consciousness - Woolf lässt ein Blumenmeer an Bildern entstehen, 27. Mai 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mrs Dalloway: Roman (Taschenbuch)
An einem schönen Sommertag im Juni 1923 möchte die 52-jährige Clarissa Dalloway eine Abendgesellschaft geben. Hierfür macht sie Besorgungen und trifft Vorbereitungen gemeinsam mit ihrem Mann Richard und ihrer Tochter Elizabeth. Ihr Jugendfreund und ehemaliger Heiratskandidat Peter Walsh besucht sie, gemeinsam geben sie sich den Erinnerungen der Vergangenheit hin...

"Mrs. Dalloway" ist der wohl typischste Roman des Stream of Consciousness bzw. Bewusstseinsromans, der anstatt eine allwissende, eine multiperspektivische Erzählhaltung einnimmt und zum Besten gibt, um das menschliche Bewusstsein in allen möglichen Einzelheiten zu vermitteln. Der Roman ist sicher keine leichte Kost, wenn man sich nicht aufs Äußerste konzentriert, um den Faden nicht zu verlieren, doch wenn man erst einmal Woolfs Worten folgt, ist man so fasziniert, dass man beim Lesen sogar den Atem anhält, um die Atmosphäre einzusaugen, die Woolf schafft. Sie schreibt die gedanklichen Verschachtelungen der Figuren nieder und reichert diese mit Metaphern aus dem Leben an, gerade dies macht Woolfs Stil und dieses Buch so besonders: "...und wurde überwältigt von seinem Schmerz, der heraufkam wie ein Mond, auf den man von einer Terrasse blickt, schaurig schön im Licht des versunkenen Tages."

Man muss Virginia Woolfs Stil schon mögen, um eine gewisse Sympathie hierfür zu entwickeln, doch gibt man sich ihren Intentionen hin, so verliebt man sich unweigerlich in ihre einzigartig schön dargestellte Szenerie, die, während hier die Handlung voranschreitet im Ablauf eines Tages, den Leser immer weiter in die Vergangenheit und Komplexität der Figur Clarissa Dalloway eindringen lässt.

~Bücher-Liebhaberin~
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Tag mit Mrs Dalloway, 3. November 2007
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, wobei ich mich zu anfangs etwas schwer mit Mrs. Woolfs Schreibstil getan habe. Nach 20/30 Seiten jedoch, war ich ganz in Londons 20er Jahre versunken.

Virginia Woolf hat etwas Außergewöhnliches in ihrem vierten Roman gewagt, was kein zeitgenössischer Schriftsteller sich getraut hat. Sie ist in die Seelen ihrer Charaktere eingetaucht, hat die 24 Std. Handlung mit Fetzen aus der Vergangenheit gespickt, die jede der vorkommenden Personen durchlebt. Das, und ihr unvergleichliche Schreibstil - manchmal nur Wortfetzen, manchmal verlierend - machen das Buch zu einem unvergleichlichen, literarischen Erlebnis. Dieser Roman ist so aktuell wie eh und je, da auch in unserer Zeit strenge gesellschaftliche Normen und Verhaltensregeln gelten. Wer dagegen verstößt, oder daran zerbricht, gehört nicht dazu. Hier wird sowohl die eine, angepasste Seite, in Mrs. Dalloway sowie die scheiternde Seite in Septimus Warren Smith gezeigt.

Mrs. Dalloway, bereitet sich auf eine abendliche, geliebt-gehasste Gesellschaft vor. Nach außen hin, immer streng nach den 20er Jahre geltenden Konventionen lebend, sich nur mit reichen, einflussreichen Menschen umgebend, sinniert sie, in den 24 Std. die der Leser sie begleiten darf, über die Vergangenheit nach. Sie ermöglicht Einblick in ihr Herz, täuscht nicht, durch äußerlich aufgesetzte Gefasstheit und Blasiertheit. Eine verschmähte Liebe geistert ihr im Kopf herum, von Melancholie geprägte Fragen wie: Hab ich alles richtig gemacht im Leben? und das Bedauern der vergangenen Jugend ziehen sich von Stunde zu Stunde durch den Tag.
Septimus Warren Smith, unglücklich, vor kurzem aus dem 1. Weltkrieg heimgekehrt und frisch verheiratet, wird geplagt von Schizophrenie u. Depression. Er kann sich nicht an dem Tag und der Gesellschaft erfreuen und verbringt in Gedanken die Zeit, ganz ohne Verbindung zu Mrs. Dalloway.

Am Abend weht über Mrs. Dalloways Gesellschaft ein Hauch von Vergänglichkeit und Tod und die Stimmung verändert sich.
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Mrs Dalloway: Roman
Mrs Dalloway: Roman von Virginia Woolf (Taschenbuch - 1. September 1997)
EUR 8,95
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