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4.0 von 5 Sternen 'Man kann im Leben nichts versäumen als die Liebe'
Verblichenes Leben: Animal Triste von Monika Maron
Sich erinnern an etwas, das vorbei ist, sich ergehen in Erinnerungen über eine früher einmal echte Liebe, die sie so nah anführt, seine Berührung fühlen, ihn riechen, wenn man die Augen schließt. Das Erbe nach dem Ende einer Liebschaft. „Man kann im Leben nichts versäumen als...
Am 21. Mai 2001 veröffentlicht

versus
0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nein, sicher nie wieder
Das Buch ist vom ersten Moment an einfach nur für den Mülleimer. Die Sätze sind kompliziert, in sich verschachtelt, geschrieben. Ich musste etliche Male Passage wiederholt durchlesen. Ein Graus, wenn man ein "gutes" Buch lesen möchte.
Habe das Buch während meines Studiums lesen müssen. Schade um die Zeit. Hätte lieber was...
Vor 16 Monaten von ck veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 'Man kann im Leben nichts versäumen als die Liebe', 21. Mai 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
Verblichenes Leben: Animal Triste von Monika Maron
Sich erinnern an etwas, das vorbei ist, sich ergehen in Erinnerungen über eine früher einmal echte Liebe, die sie so nah anführt, seine Berührung fühlen, ihn riechen, wenn man die Augen schließt. Das Erbe nach dem Ende einer Liebschaft. „Man kann im Leben nichts versäumen als die Liebe."
Die Heldin in Animal Triste erzählt eine vergangene, fast vergessene Liebschaft, die nach dem Fall der Mauer unter dem Skelett des Brachiosaurus im Berliner Naturkundemuseum begann. Nachdem sie seinen Namen vergessen hat, teilt sie ihm den Namen Franz zu, weil sie nie einen „Franz" gekannt hat und besonders wegen des Klanges. Franz versteht ihr Leben nicht. Für ihn brachte die Wende keine Veränderungen aber für die Erzählerin veränderte sich vieles bedeutend.
Die Liebschaft wird erotisch wachgerufen. Ein intensiver Blick, das Treffen der Blicke, ein sanftes Streicheln. Solche visuellen, sorgfällig erinnerten Bilder werden elegant hervorgerufen. Im Gegensatz dazu, steht das Bettzeug, in dem sie zum letzten Mal miteinander gelegen hatten und das sie ungewaschen im Schrank verwahrte, ist ein perverses Andenken, das als Beweis des großen Eindrucks dieses Verhältnisses auf ihr Leben ist.
Die Erzählerin konzentriert sich nicht nur auf ihre Liebschaft. Dieser Text ist mit den Geschichten andere Liebespaare verflochten, die vom Berliner Denkmal, der Berliner Mauer, getrennt worden waren und andere Liebenden, die von der Mauer zusammengeführt worden sind. Sie hat diese Absurde, das die DDR und die Wende war, das Trauma und die Gleichgültigkeit miterlebt.
Die Erzählerin ist eine ältere Frau, vielleicht 90 oder 100 Jahre alt, und sie erzählt diese Ereignisse vom Standpunkt der Zukunft, der Außenseiterin, deren versagene Augen sie an den Rand der Gesellschaft bringen. Einige ihrer verblichenen Erinnerungen der Liebschaft, die sie sich hätte vorstellen können, enthüllen den Verlauf der Liebschaft bis zu der Stelle, an der sie an seinem Tod beteiligt war oder wäre. Diese verblichene Leben ist alles, was sie noch hat.
Maron erklärt ihre Symbolik. Der Brachiosaurus kam aus einer Epoche, die Gott und die Welt vergessen hatten. Er wird ein Symbol für die DDR und die verpasste Liebschaft.
Maron erklärt aber den Titel nicht. Animal Triste ist ein Teil des lateinischen Mottos: post coitum omne animal triste. (Jedes Tier ist traurig nach dem Koitus) Die Liebschaft wird ein Symbol für die Wende. Die Erwartung ist besser als die Tat. Die Anfangseurophorie der Einheit wird vom nachfolgenden Abfall zerstört.
Die liebenswerte Realität zeigt, dass das Leben subjektiv ist. Als ein Roman und als die Memoiren behindern die Unsicherheit im Verlauf der Jahre und die Möglichkeit der Träumereien diesen Roman nicht, aber sie verwickeln den Leser in die Möglichkeiten diese nicht so weit zurückliegenden Zeitalters unserer Vergangenheit.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Monika Maron�s 'Animal triste', 20. Mai 2005
Von 
Miss H Stevenson ('Großbritannien (Universität Exeter)') - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
In the summer after the fall of the Wall, beneath the magnificent skeleton of the brachiosaurus in Berlin's Natural History Museum, Maron's nameless, East German protagonist and narrator meets and falls in love with West German Franz. Several years into the future, writing now as an elderly woman alone and withdrawn from society, she relives her relationship with Franz through a series of memories, and tells the story of passionate love, obsession and personal destruction.
Although there are times in the novel when readers may find the narrator's recollection of events confusing to understand, as many of her memories are disjointed, incomplete, and often figments of her own imagination, this cleverly emphasises even more her obsessive love for Franz. Deeply possessed by this love affair, it is the memories of her lover that she can recall in an extremely clear and detailed way, as if they only happened yesterday. On the other hand, she willingly forgets or distorts memories that remind her of unhappy or troubled times to make room for those where she felt absolute happiness. Maron evokes great sympathy in the reader towards her narrator, who is unable to let go of her lost love and as a result spends the majority of her life suffering alone, secluded from the world.
Yet Animal triste is more than just a love story, as Maron expertly explores the emotional and cultural problems facing East and West Germans at the time of reunification. Through the vivid narrative, the reader becomes aware of the narrator's constant struggle to adapt to post-Wende life, and the ongoing search for her identity in a country that she no longer feels familiar with. The failed love affair of the narrator and Franz undoubtedly echoes the conflict between both East and West Germany, as they try and overcome forty years of separation.
An excellent example of post-Wende literature, Animal triste will certainly appeal to those interested in Germany's historical and political situation at the time of reunification. Combined also with its compelling love story, tainted with intense suffering, the novel will surely capture the interests of a widespread audience.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entlang am Ariadne-Faden des Lebens., 10. April 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
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"Gegenwart kann nur naiv betrachtet werden, deren Inhalt wird gewürdigt, wenn sie zur Vergangenheit geworden ist." (Sigmund Freud, Die Zukunft einer Illusion)

Die Ich-Erzählerin dieses bestechenden Romans im Jahr 1 nach der Vereinigung beider bis dahin getrennter deutscher Staaten berichtet aus ihren Erinnerungen, ihren Erinnerungen aus den Zeiten der Mauer, aus den Zeiten der Diktatur und aus der Zeit einer großen Liebe. So wie diese Liebe heute zum Zeitpunkt der Erzählung ebenso eine nicht mehr präsente im Sinne des Zusammenseins ist, so dient sie der Stabilisierung ihres Lebens durch die Imagination. So wie ihre Tätigkeit im Berliner Museum einen dauernden Wunsch gebar, die Fußstapfen großer Vögel aus der Frühzeit im freien Amerika besichtigen zu können, so bleibt nach ihrer großen Liebe, die sie nun in der Erinnerung mit Franz benennt, der eines Tages nicht mehr kam, die Verklärung dieser Liebe zur Illusion eines weiteren, aber von nun an zeitlosen Lebens, gewidmet dieser absoluten Liebe.

Ihre Erzählung berichtet von der Mauerzeit, von Freunden, Geliebten, Bekannten, deren Änderung und Veränderung von Ansichten, Absichten in der Neuzeit, als ihr Volk durch die Wand ging. Sie erzählt, wie die Erinnerung strömt, getrieben, ohne Zusammenhang und damit authentisch, gleichzeitig in Fragmenten. Der Verlust ihrer Liebe ist das zentrale Thema, es ist überall, egal wovon sie gerade spricht. Sie ist ehrlich ihren Gefühlen gegenüber, damit ehrlich und direkt gegenüber dem Leser.

Was ihr bleibt, ist die Erinnerung an eine Ordnung, eine fatale Staatsordnung, die in der Enge des Systems Sicherheit gab, die in eine Unordnung der Vereinigung auch privater Art mutierte und sie, wie alle anderen, eine eigene neue Ordnung ihres Lebens finden musste. Diese neue Ordnung muss eine unumstößliche sein, eine, die Bestand haben soll, eine, die archaisch oder nach Kleist modernem Rat, digital ist. Entweder oder: Tod oder Liebe, die Alternativen, "Dich zu gewinnen oder umzukommen", die Penthesilea als ihre ausschließliche Zukunft betrachtet, als gäbe es ohne Liebe kein Leben.

Und dieser Art ist trotz allem ihre Liebe zu Franz. Ihre Illusion geht soweit, dass sie glaubt, die Mauer habe fallen müssen, damit sich zwei zueinander bestimmte Herzen finden, dass das von Zeus getrennte Kugelwesen des Aristophanes seine zweite Hälfte findet, sie und er sich so vervollkommnen. Und doch erinnert sie seine streichelnden Fingerrücken auf ihrer Wange als "flüchtig, wie ein zurückgenommenes Versprechen." So wie der Fall der Mauer diese Beziehung ermöglichte, so wird die Beziehung an einer neuen Mauer scheitern, ihre vorgestellten Bilder einer Reise zur Hadrians-Wall. "Macht es einen Unterschied, ob einen die Flüchtigkeit eines Traumes enttäuscht oder die Wirklichkeit des Lebens?", so fragt sie sich selbst. Und so lässt sie sich lieber in New York festhalten, als in den in der politischen Gefangenschaft illusionsgeschwängerten Pliny Moodys Garden zu reisen. Die Illusion stirbt mit der Möglichkeit.

Als er nicht wiederkommt, verschwindet nicht ihre Liebe, sie wechselt auf eine höhere Stufe, auf die der Liebe an sich, einer Liebe, die objektfrei ist und damit absolut. Diese Liebe in ihrer höchsten Form ist Bestandteil jedes Menschen, von Geburt an. Damit wird nie Liebe herangetragen, sondern Liebe ist und bricht heraus, gleich einer vulkanischen Eruption. Sie ist ohne Wunsch, frei jeder Abhängigkeit, sie bleibt, wenn das Objekt entschwindet, sie ist, weil sie ist. Und die "Gründe der Liebe" sind genau die, die Harry Frankfurt im gleichnamigen Buch zusammenfasst: Nichts anderes als Liebe ist möglich, der Sinn des Möglichen ist kanalisiert und definiert den Kurs zur festen Selbstbestimmung. Die Illusion stirbt mit der tragischen Wirklichkeit. Die Erinnerung wird zum stabilen Anker.

Zur Findung der eigenen Identität ist der gesamte Mensch von Bedeutung, sein Denken wie sein Empfinden, diese Welt des Hingezogenseins ist erwacht in jungen Jahren, wie Musils Törleß berichtet, durch Konvention in den Kerker der brennenden Herzens verbannt und da wo wir das letzte Kratzen an den rauen Wänden dieses Kerkers hören, da findet die Protagonisten dieses Romans Zustimmung: "Denn man kann im Leben nichts versäumen als die Liebe."
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe ist schwierig in Deutschland, 10. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch hat sich tief in meine Weltwahrnehmung eingeprägt. Es findet Worte für Empfindungen, die oft sprachlos bleiben. Man kann es allen Menschen empfehlen, die sich für die Seele der Menschen in Ost und West nach der deutschen Wiedervereinigung interessieren. Und es ist auch ein ansprechendes und sinnliches Buch über das Gefühl der Liebe, von der die Autorin durchaus etwas versteht. Die Beschreibung einer schwierigen Liebe zwischen einer Berlinerin und einem Ulmer, die beide wissenschaftlich tätig sind, erfolgt in genauer, klarer und einfühlsamer Sprache und wäre für sich schon genug. Der Ernst und das emotionale Engagement der Berlinerin retten die Liebe zu dem verheirateten Westdeutschen nicht, notwendigerweise scheitert die Affäre. Das Buch verleitet aber auch dazu, in der Aufgabe der Berlinerin, die im Museum das Skelett eines Sauriers bewacht, so etwas wie ein letztes Relikt ihrer ehemaligen Zuneigung zum DDR-Sozialismus zu sehen. Meineserachtens symbolisiert dieser Saurier, die in ihren politischen und sozialen Strukturen zuletzt völlig verknöcherte und schließlich abgestorbene DDR, von der die Protagonistin gleichwohl nicht loskommt. Als ihr Ulmer Geliebter aus Westdeutschland mal Kirchenlieder singt und summt, möchte sie es ihm gleich tun und trägt die Stalinhymne vor. Es überrascht nicht, dass der Ulmer das nicht versteht. Einmal mehr stellt sich heraus, dass die sozialistisch gepägte Identität der Berlinerin stark beschädigt und verletzt ist, während Ulmer Kirchenlieder vielleicht unmodern wirken, aber ihren Wert nicht von heute auf morgen verlieren. Nun hat ja auch die Protagonistin ihre Liebe zum Saurier, den sie nur noch bewacht, schon lange durch die Liebe zu dem Ulmer Mann ersetzt, der diese Liebe genießt, aber eigentlich nicht braucht. Schließlich wirkt er identitätsmäßig gefestigt und bleibt trotz der leidenschaftlichen Affäre auch seiner Ulmer Ehefrau zuverlässig verbunden. Wird hier nicht die Affinität der ostdeutschen Bevölkerung an die Bundesrepublik paraphrasiert, die im Moment der Wiedervereinigung auch mitgefeiert hat? Gleichwohl gaben die Westdeutschen bald vielfach zu erkennen, dass sie die Wiedervereinigung angeblich nicht nötig hatten. In vierzig Jahren hatten sie ihren Staat wohlgeordnet und befestigt. Soll man es ihnen verdenken, dass im Westen die Wiedervereinigung oftmals als eine emotionale Affäre erscheint, die auf mittlere und Sicht mit unbeabsichtigter Verpflichtung und Last verbunden ist? Und die Lust ist lange vergessen.Aber das wäre eine andere Geschichte! Für die Berlinerin bleibt die Affäre mit ihrem Ulmer ebenso ernsthaft wie notwendigerweise episodisch. Treu bewacht sie den Saurier und auch ihrer längst vergangenen Liebe versucht sie die Erinnerung zu bewahren. Durch Beschreibung und Erinnerung möchte sie etwas von Ihrer Identität retten; gegen das anfangs sehr ausgeprägte Vergessen. Die seelische Verschiedenheit und die Unterschiedlichkeit der sozialen Millieus werden von Monika Maron sehr gut herausgearbeitet. Das Buch ist faszinierend zu lesen und wird auch als literarische Spiegelung der deutschen Wiedervereinigung und herausragendes Buch der 90er Jahre im Gebrauch und in Erinnerung bleiben. Animal Triste liest man mehr als einmal. Übrigens eignet es sich auch - wenn man es selbst gelesen hat - als Geschenk für sensible Zeitgenossen auf beiden Seiten der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Man muß Animal Triste einfach gelesen haben!, 16. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
In Animal Triste erleben wir eine Liebschaft, die zwischen der Erählerin aus Ost-Berlin und "Franz" aus Ulm entwickelt. Die Erzählerin erzählt uns ihre Geschichte von einer unbekannten Stelle in der Zukunft an. Zuerst erscheint es für den Leser frustrierend, weil die Erzählerin unsicher über Einzelheiten ist, wie Z.B. wie alt sie war als sie "Franz" zum ersten Mal traf. Es passiert erst später, daß wir erkennen, daß sie ihre Geschichte so lange verdrängt hat, daß sie ihre Sehnsucht bewußt ruhen ließ. Die ganze Zeit hindurch wird in diesem Roman die Erinnerungfähigkeit der Erzählerin immer stärker, während die Erinnerungsbeständigkeit vermindert wird. Sprachlich ist diesem Roman ziemlich leicht zu folgen und die ganze Handlung geht stetig voran.
Die Erzähltechnik, die benutzt wird, gibt uns ein interessantes Bild vom Inneren; es untersucht Begriffe wie "Verfall" und "Besitzergreifend". Das ermöglicht auch dem Leser ein tieferes Verständnis der Gedanken und Gefühle der Erzählerin zu erhalten. Der einzige Nachteil dieser Technik ist, daß wir uns nicht mit den anderen Figuren in dem Roman vertraut machen können.
Die Handlung ist ziemlich ereignislos, sie konzentriert sich mehr auf die psychologische Seite eines Verhältnisses. Diese Einsicht ist etwas, das die meisten Leute verbinden können. Sowohl der Titel als auch tatsächlich der ganze Roman scheinen vorzuschlagen, daß Deutschland im Gefolge der Einigung, wie die vorkommende Liebhaberin, viel zu betrauren hat. Man könnte deshalb die vorgestellte weibliche und männliche Beziehung mit den Beziehung zwischen Ost und West nach der Einigung vergleichen.
Die Handlung zwingt den Leser, die Frage nach Tadel und Schuld zu überlegen und es hängt von dem Leser ab, eine Entscheidung zu treffen. Meiner Meinung nach ist das Beste an diesem Roman: Maron wirft Fragen nach Verantwortung und Tadel auf, nach Erinnerung und Vergeßlichkeit, und meist werden die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschwommen gemacht. Diesen Roman könnte man auf vielen verschiedenen Niveaus lesen und deshalb ist er für alle geeignet. Ein kluger Roman und man muß ihn einfach gelesen haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zeitlosigkeit, 13. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
Monika Maron beschreibt in "Animal triste" vielleicht eines der letzten Tabus: die Einsamkeit im Alter.
Vielleicht ist die alte Frau schon hundert Jahre alt, vielleicht aber auch neunzig oder auch jünger, sie weiß es nicht genau,
nur einmal im Monat geht sie zur Bank, sonst weiß niemand mehr, dass sie noch lebt und was auf ihrem Konto noch steht,
weiß sie auch nicht, und auch nicht, wo dieses Geld herkommt. Sie lebt in der Erinnerung an ihrer letzten Liebe: der Liebhaber,
den sie unter dem Brachiosaurus im Berliner Naturkundemuseum bei ihrer Arbeit kennengelernt hatte. Ihr Ehemann muss sich nach der Wende
allmählich aus ihrer Wohnung entfernt haben, sie weiß es nicht mehr genau, obwohl sie eine längere Ehe mit einem friedlichen Mann hatte
und eine Tochter, die jetzt wahrscheinlich siebzig wäre und glücklich in Kanada leben würde.Genau erfährt man nicht, was ihr mal passiert ist:
eine Art Ohnmacht,die ein epileptischer Anfall sein könnte. Danach begegnete sie den Liebhaber,verheiratet wie sie, aber nach einem Versprechen
bei ihr einzuziehen verschwand aus ihrem Leben. Die alte Frau lebt in einer Art totaler Freiheit, die eine Metapher sein könnte für die
Freiheit nach der Wende, vielversprechend aber uferlos.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Animal Triste by Monika Maron, 15. Mai 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Animal Triste: Roman (Gebundene Ausgabe)
`Dich zu gewinnen oder umzukommen'. This recurring phrase sets the desperate tone of Animal Triste as we are guided through a passionate love affair, set around the time of the Wende and the fall of the Berlin Wall.

This captivating offering from Monika Maron may sound like an ordinary love affair but readers should be forewarned that this tale of the heart is complex and without a predictable happy ending, offering instead a haunting twist!

The title which refers to a Latin phrase meaning `after sex, every animal is sad', is a good indicator of the level of eroticism and intensity one can expect to find the novel.

Some confusion is created by the failing memory of first-person narrator of this slim Wenderoman. Her shaky recollections of the specifics of her own story, including the real name of her ex-lover, are in stark contrast to Maron's definitive and autobiographical observations about life in the GDR, in which: "das Leben unter die Willkür des Absurden grausam zugerichtet wurde".

The now elderly narrator writes from the 2020s and this futuristic perspective has the necessary effect of distancing the reader from the action. This technique allows the reader to assess the narrator's failing memory, as she obsessively invents and reinvents the affair, and to ponder whether one really can reshape oneself by reinventing one's past.

The story includes many provoking thoughts on memory, such as `das Vergessen ist die Ohnmacht der Seele' as well as on love: `sie bricht ein wie ein Virus', which can be related to by anyone who has known or experienced love.

Whilst reading, look out for the impact which the fall of the wall has on other relationships, notably that of the narrator's friends, Sybille and Emile, whose life courses are transformed by the Wende. This provides some sound metaphorical comparisons to the politics of the time and creates an interesting, and perhaps deeper read.

Maron evokes sympathy for the lonely narrator, exposing her fading memories and revealing a pitiful side to this autumnal love story, which draws the reader in and fascinates until the very last word.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Monika Maron, 'Animal Triste', 20. Mai 2005
Von 
Jamie Lee Searle (Großbritannien (Universität Exeter)) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
'Man kann im Leben nichts versäumen als die Liebe'. This realisation and a chance meeting beneath a brachiosaurus skeleton act as the catalysts for an obsessive love affair set in post-reunification Berlin. The narrator, an elderly woman from the former East - who remains nameless and of vaguely defined age - looks back from the distant future to chronicle her relationship with a West German man in the summer of 1990. An element of suspense regarding the denouement is consistently maintained, as the reader is at the mercy of a narrator who openly admits that her words are a merge of reality and imagination.
One of the novel's intriguing features is this approach to the concept of memory: moments of clarity regarding times spent with her lover are juxtaposed with her inability - or indeed unwillingness - to recall his real name (calling him Franz for the sake of the story) or even the reason why their affair came to an end. Her obsessive relationship with the past is striking, as she has removed herself from society, living the life of a recluse in her apartment and repeatedly re-enacting nights from that summer in her mind.
The obvious frustrations which arise for the reader through the incomplete - and possibly inaccurate - depiction of events are overcome by the sensitive portrayal of the need for physical and emotional love in later life. Alongside the story of their affair a number of other couples brought together or divided by the fall of the Berlin Wall provide further depth to the narrative.
Readers aware of the complexities and trials of post-Wende Germany will appreciate the obvious parallels which can be drawn between the narrator's doomed love affair and the somewhat unhappy union of East and West. The narrator's rejection of the present and future, considered in its post-reunification context, can be likened to the desire of many former East Germans to preserve memories of their lives in the GDR.
However, the novel's considerable appeal to a larger readership lies in its heartfelt portrayal of the sufferings of a broken heart and sense of dislocation in a world of cultural and political shifts.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DDR-Geschichte, 14. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Animal triste: Roman (Taschenbuch)
Eine ca.100 jährige Frau erinnert sich an ihr Leben. An ein Leben hinter dem eisernen Vorhang, an eine Jugendliebe, die sie erst mit ca. 50 Jahren erleben durfte und das Ende dieser großen Liebe.....
Monika Maron lässt ihre Protagonisten in der Ich-Form von ihrem Leben erzählen.
Wir erfahren von der großen Liebe, die nach der Öffnung der Mauer in Berlin spielt.
Die Sprache des Romans ist sehr sehr gut, ich denke es ist feinste Prosa, dabei zum Glück leicht zu lesen.
Neben der Geschichte selbst, erzählt uns die Autorin vom Leben nach dem Krieg und vom Leben in der nicht freien Stadt Berlin. Sie nimmt uns mit in die jüngste Vergangenheit, die viele von uns miterlebt haben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erinnerungsarbeit mit überraschendem Resultat, 28. Mai 2010
Von 
B. Gutleben (Oberhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Animal Triste: Roman (Gebundene Ausgabe)
»Animal triste« von Monika Maron ist ein vielschichtiges Buch.
Man kann es als ein Stück Wendeliteratur sehen, weil die wichtigsten Handlungselemente kurz nach dem Fall der Mauer zu datieren sind, ja ohne ihn gar nicht hätten stattfinden können.
Es kann auch als ein (allerdings zwiespältiges) Hoheslied auf die Liebe gelesen werden, die wie eine Urgewalt in ein Leben einbricht, das bereits unnütz vertan erscheint, nun aber noch einmal eine Blüte treibt.
Über beides ist schon genug geschrieben worden.
Daher möchte ich einen anderen Aspekt hervorheben, der hier auch thematisiert wird: die Problematik der Erinnerung. Das wird durch die Schreibweise der Autorin unterstützt, die die Romanhandlung ja nicht chronologisch-linear erzählt, sondern in vielen Anläufen mittels der Erinnerungsarbeit der Protagonistin rekonstruiert, wobei manches sehr deutlich im Gedächtnis zu sein scheint, anderes dagegen verschwimmt oder zweideutig bleibt. Dafür lässt sich m.E. nicht das vermeintlich hohe Alter oder der große zeitliche Abstand verantwortlich machen, wie es am Anfang suggeriert wird. Das reale Buch wurde ja höchstens fünf Jahre nach den darin als Höhepunkt geschilderten Ereignissen geschrieben. Das lässt mich denken, dass die Hauptperson eher ihr Zeitgefühl verloren hat und nach dem abrupten Ende der Liebesgeschichte ähnlich vor sich hindämmert wie in der langen "seltsamen Zeit" davor. Die Klarheit der Erinnerung wird dann weniger durch hohes Alter oder großen Zeitabstand behindert als durch Vergessen und Verdrängung, zwei Mechanismen, die manchmal auch Schonung bewirken sollen. Auf die die Heldin aber zunehmend verzichtet, weil sie die Geschichte endlich ganz aufarbeiten will in der Hoffnung von ihr loszukommen. Um den Preis, dass es am Ende eine (zumindest für mich als Leser) unerwartete Wendung gibt, die die Hauptpersonen in einem neuen Licht erscheinen lässt - allerdings ohne die Gewissheit, nun wirklich klar zu sehen und alles zu wissen.
Aber gerade dieser Verzicht auf Eindeutigkeit, ebenso wie die eingangs erwähnte Mehrschichtigkeit, gehört für mich zu den Dingen, die große Literatur ausmachen...
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Animal triste: Roman
Animal triste: Roman von Monika Maron (Taschenbuch - 1. November 1997)
EUR 8,95
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