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am 13. Januar 2003
De Botton stellt genau die Frage, die sich wohl jeder stellt, wenn er vor dem Mammutwerk Prousts steht und nicht weiß, was auf ihn zukommt: Was hat man davon, Proust zu lesen?
Auf unkonventionelle Art und Weise nähert sich der Autor dem Leben und dem Werk von Marcel Proust, indem er einen "Ratgeber" verfaßt mit provozierend-plakativen Kapitelüberschriften wie z.B. "Wie man seinen Gefühlen Ausdruck verleiht" und "Wie man in der Liebe glücklich wird". Im Geiste Marcel Prousts, durch seine Wahrnehmungssschärfe, seine Sensibilität und auch sein Hypochondrie, entstehen amüsante und aufschlußreiche Blicke auf die drei großen L: das Leben, die Liebe und das Leiden.
Man muß Proust nicht gelesen haben, um an diesem Büchlein Gefallen zu finden, im Gegenteil: die geistreichen Anekdoten und die Einblicke in Prousts zum Teil kuriose Lebensgewohnheiten machen erst richtig Appetit, sich doch einmal an den Riesenschinken heranzutrauen, die "Suche nach der verlorenen Zeit" aufzunehmen.
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am 1. August 1999
Daß ein lungenkranker, seit über siebzig Jahren toter französischer Dichter unser Leben verändern kann, wie der Titel behauptet, mag zunächst überraschen. Aber Alain de Botton kann den Anspruch für Marcel Proust wirklich erheben. Er nähert sich dem Klassiker und seinem Meisterwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" so unbefangen, als ginge es dabei nicht um Weltliteratur, sondern um die positiven Effekte einer neuen Diät, fernöstlicher Meditation oder eines Intensiv-Sprachkurses. Ganz pragmatisch handelt er die großen Fragen des Lebens kapitelweise ab, sei es Freundschaft, Liebe, oder die Frage, wie man aus seinen Fehlern lernen kann. Die Anweisungen bleiben nicht theoretisch und unverbindlich, sie werden konkret bis hin zur Kleiderfrage bei einem ersten Date (hier ist de Bottons und Prousts Ratschlag allerdings, man solle die Verabredung am besten ganz absagen, wenn man Erfolg sucht). Die Anweisungen und die Fallbeispiele, an denen er sie illustriert, zieht der Autor aus den unzähligen Schicksalen und Reflexionen, die in dem zehnbändigen Hauptwerk von Marcel Proust abgehandelt werden. Nebenbei erfährt der Leser auch noch interessantes über das Leben des Klassikers selbst, zum Beispiel, daß er gerne telefonisch Eis bestellte (seine eigene Pariser Nummer war übrigens 29205) und zur Schonung seiner empfindlichen Haut bei einer einzigen Körperwäsche ca. 20 Handtücher verbrauchte. „Wie Proust ihr Leben verändern kann" ist eine leichte, heitere Annäherung an ein Meisterwerk der Literatur. Man legt es nicht mehr weg, wenn man einmal angefangen hat, und eh man sich versieht, hat man es durchgelesen. Aber dann ist der Spaß ja noch nicht vorbei, denn man hat ja nur das Buch zum Buch gelesen: Es gibt noch das Meisterwerk selbst: Die tausende Seiten von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Der Mann, der unser Leben verändern soll, war ein Mensch, der keinerlei Geräusche ertrug, unter Banalitäten unsagbar litt, in den wärmsten Räumen immer nur mit Pelz am Tisch saß, seinen Freunden aus Angst anzuecken Tag und nach "proustifizierte" ( d. h. belobhudelte), lebenslang an Verstopfung litt und der im Alter von nur 51 Jahren unnötigerweise an einer Grippe starb. Allerdings war er begabt mit einem unvergleichlichen Scharfblick für die Marotten, die Nuancen und Feinheiten aller nur denkbaren sozialen und psychologischen Konstellationen, die er mit einer beispiellosen Sprachmächtigkeit in seinem Hauptwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" aufs literarische Tapet brachte. Um dem Leser aber die Mühe zu ersparen, die 1,3 Millionen Wörter der "Recherche" auch wirklich selbst zu lesen, hat Alain de Botton aus dem Proustschen Werk eine Art Hausapotheke zusammengestellt, aus der sich allerlei Mittelchen zur Lösung der Probleme herausdestillieren lassen, die uns tagtäglich quälen - etwa : "Wie man in der Liebe glücklich wird", "Wie man seinen Gefühlen Ausdruck verleiht", "Wie man sehen lernt", "Wie man erfolgreich leidet", "Wie man Freundschaften pflegt", aber auch "Wie man richtig liest" und "Wie man ein Buch aus der Hand legt".
Welchen Wert hat diese Hausapotheke? Keinen für diejenigen, die Proust im Original gelesen haben. Aber doch einen erbaulichen Mehrwert für die Proust Novizen, die immer schon von dem monumentalen Umfang der Recherche" zurückschreckten. Sie sind nun eingeladen, allerlei Erbauliches über Liebe, Freundschaft und Literatur, über Sexualität, Kunst, Eitelkeit und Einsamkeit zu lesen und auf ihr Leben anzuwenden. Dafür zwei Beispiele: "Die etwas schwierigen Frauen, die man nicht sofort besitzt, von denen man zunächst nicht einmal weiß, ob man sie je besitzen wird, sind die einzig Interessanten", heißt es etwa auf S. 198. Oder: Das Geheimnis einer dauerhaften Beziehung, so liest man auf S.203, ist die Untreue. "Und zwar nicht als körperlicher Akt sondern als ständige Bedrohung". Diese Beispiele ließen sich seitenweise fortsetzen, allenthalben quillt aus der Bottonschen Kompilation ein regelrechter Extrakt an Lebensklugheit, der zunächst frappiert, begeistert, um aber dann doch irgendwann den Leser in die Position eines Trinkenden zu bringen, der nach dem geballten Genuss von zu viel Orangensaftkonzentrat plötzlich an Sodbrennen leidet.
Aber das macht nichts. Am Ende relativiert der Autor in echt Proustscher Distanzierung sowohl seinen eigenen Ansatz wie auch das Werk des Meisters, wenn er über das Lesen schreibt: "Es hieße dem, was nur Anreiz ist, eine zu große Bedeutung geben, wenn man daraus eine Disziplin machte. Das Lesen liegt an der Schwelle des geistigen Lebens, es kann uns darin einführen, aber es ist nicht dieses Leben."(S.235)
Das vorliegende Buch wird ihr Leben also ganz sicher nicht verändern, aber als eine Einleitung in die Gedanken und Lebenswelt von Marcel Proust ist es ganz gut zu lesen.
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am 30. Januar 2004
Allain de Botton tritt in diesem Buch auf, wie ein Fürsprecher des Proustschen Geistes, er ist ein richtiger Advocatus Dei. In einem Streifzug durch verschiedene Aspekte des Lebens vermittelt er dem Leser die Proustsche Perspektive, erzählt, wie dieser und jener Situation auf Proustsche Art begegnet werden könne. Hier geht es um Themen, wie: "Wie man richtig liest", "Wie man erfolgreich leidet", "Wie man seinen Gefühlen Ausdruck verleiht", "Wie man Freundschaften pflegt" oder "Wie man in der Liebe glücklich wird" um nur einige zu nennen. De Botton zitiert aus dem Hauptwerk Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", aus Briefwechseln zwischen Proust und seinen Freunden und aus anderen journalistischen Texten, erläutert und garniert die Zitate mit eigenen Worten und zieht Schlußfolgerungen. In dem Kapitel "Wie man erfolgreich leidet" schreibt er z.B.: "Proust zufolge lernen wir überhaupt nur dann etwas, wenn wir auf ein Problem stoßen, wenn wir Schmerz empfinden, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns erhofft hatten [...] So sagt er [Proust] uns, daß es zwei Methoden gibt, Wissen und Weisheit zu erlangen - die schmerzlose, über einen Lehrer, und die schmerzhafte, über das Leben - und unterstellt, daß die schmerzhafte Variante der anderen weit überlegen sei;". De Botton zitiert anschließend die Proustsche Romanfigur, den Maler Elstir: "Ich weiß, daß manche junge Leute ... durch ihre Erzieher vom ersten Schultage an zum Adel des Geistes und zu moralischer Haltung angehalten werden. Sie haben vielleicht im Leben später nichts zu bereuen, sie können alles, was sie gesagt und getan, nachträglich unterschreiben, doch werden sie arm an Geist sein, kraftlose Ableger von Doktrinären, deren Weisheit negativ und unfruchtbar bleibt. Man kann die Wahrheit nicht fertig übernehmen, man muß sie selbst entdecken auf einem Weg, den keiner für uns gehen und niemand uns ersparen kann."
Doch niemals ist De Botton pessimistisch, wie es auf den ersten Blick scheinen mag: "Eine Frau, von der wir nicht lassen können, die uns Leiden verursacht, zieht aus uns ganze Folgen weit tiefer und stärker an unser Lebensmark rührende Gefühle als ein Mann von überlegenem Geist, der uns interessiert. [...] In dem Augenblick, da Leiden sich in Ideen verwandeln, verlieren sie einen Teil ihrer schädlichen Wirkung auf unser Herz". De Botton bemerkt: "In Prousts Roman gibt es zahlreiche Figuren, die man als Leidensdilettanten bezeichnen könnte, arme Seelen, die in der Liebe enttäuscht oder nicht zu einer Soirée geladen wurden, die von einem Gefühl intellektueller Unzulänglichkeit oder sozialer Minderwertigkeit geplagt werden, aus ihrem Schmerz jedoch nichts lernen, sondern statt dessen eine Reihe ruinöser Abwehrmechanismen entwickeln, die zu Arroganz und Selbsttäuschung, Grausamkeit und Härte, Bosheit und Zorn führen". Und so schlägt de Botton unterschiedliche therapeutische und amüsante Lösungsansätze, wie sich diese Proustschen "Leidensdilettanten" hätten selbst helfen können. Sehr interessant!
Selbst für das Thema "Liebe" gibt de Botton uns einen Proustschen Rat: "Frage: Was ist das Geheimnis einer dauerhaften Beziehung? Antwort: Untreue. Und zwar nicht als körperlicher Akt, sondern als ständige Bedrohung".
Lauter bunte, aber doch ins Staunen und Entzücken versetzende Gerichte, die der Autor wie ein Meisterkoch serviert! Köstlich!
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am 1. Mai 2010
Die Gesamtbewertung des Buches ist ein Kompromiss zwischen zwei Einschätzungen, die ich verschiedenen Seiten des Buches beimesse.

Als praktischer Ratgeber, das Leben mit anderen Augen zu sehen und dadurch vielleicht etwas glücklicher zu werden, erfüllt es zweifellos seinen Zweck, ohne dabei allerdings besonders brillant zu sein oder allzu weit über nützliche Gemeinplätze hinauszugehen. Diesem Aspekt des Buches würde ich vier Sterne verleihen.

Als Heranführung an das Werk Prousts hingegen scheitert das Buch, da es sich zu sehr an der Oberfläche hält. Wer hofft, durch die Lektüre de Bottons Proust leichter zugänglich zu finden, wird nur wenig Gewinn aus diesen Seiten ziehen; diesem Aspekt des Buches würde ich daher nur zwei Sterne verleihen.

Es fragt sich letztlich, warum und für welches Zielpublikum de Botton ausgerechnet Prousts Werk als Exempel für seine an sich genommen keineswegs wertlosen Ratschläge und Erkenntnisse benutzt. Leser, die bereits Gefallen an Proust finden, haben die im vorliegenden Buch vorgestellten Erkenntnisse zweifellos bereits selbst gewonnen, da sie sonst schwerlich Proust überhaupt wertschätzen könnten, und Leser, die Proust trotz vielleicht grundsätzlichen Interesses bisher unzugänglich fanden, werden aus de Botton keinen Schlüssel zu ihm gewinnen, sondern bloß eine Ahnung der von ihm behandelten Themen, die zwar möglicherweise ausreichen mag, beiläufige Lust zu wecken, sich mit Proust auseinander zu setzen, aber doch keinesfalls Rüstzeug zur Verfügung stellt, das zur erfolgreichen Durchführung dieser alles andere denn beiläufigen Unternehmung notwendig ist.
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am 10. Mai 2001
"Ich zögere, mich hineinzustürzen, aus Furcht, hinabgesogen zu werden. in der bangen Erwartung, immer und immer tiefer darin zu versinken und womöglich nie mehr an die Oberfläche zu gelangen." Diese eindrucksvolle Schilderung tiefer Berührungsängste mit Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit stammt von Virginia Woolf und beschreibt vielleicht am besten jene Hemmschwellen, die de Botton mit seinem Ratgeber einreißen will. Mit wohltuender Leichtigkeit nimmt er sich die Zeit, uns begreiflich zu machen, warum es sich lohnt, einen vermutlich so schwer verdaulichen Schinken aus dem Regal zu nehmen. Schon die Überschriften der einzelnen Kapitel (Wie man richtig liest, Wie man erfolgreich leidet, Wie man in der Liebe glücklich wird) erregen - in zugegeben etwas plakativer Art und Weise - unsere Aufmerksamkeit für ein Büchlein, das besagten Unterton des Aufdringlichen alsbald ablegt, um auf unterhaltsame, durchaus witzige Art Weisheiten zu verkünden, die wir eh alle schon einmal gedacht haben, die uns aber genau aus diesem Grunde ein herzhaft verträumtes Schmunzeln entlocken. Dabei vermischt der Autor liebevoll detaillierte Notizen zum Leben Proust mit Passagen dessen berühmten Romans, dem wir nach Lektüre dieser Einführung entschlossen entgegen treten können, "... denn nur das kann schön sein, was das Zeichen unserer Wahl, unserer Neigung, unserer Unsicherheit, unseres Verlangens und unserer Schwäche tragen kann."
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am 23. Juni 2004
Das flüssig geschriebene, leicht lesbare Werk stellt eher einen Ratgeber für Lebensfragen dar, den man je nach persönlicher Präferenz anregend finden mag oder nicht. Wer sich indes dem nicht leicht zugänglichen Original nähern will, sollte es nach meiner Einschätzung auf anderem Wege versuchen. Er sollte bei der Autobiographie von Céleste Albaret, M. Proust, beginnen. Dieser stark persönlich gefärbte Erlebnisbericht ist als solcher äußerst spannend zu lesen und erklärt das Charisma der Persönlichkeit Prousts selbst und die Art und Weise, wie er Menschen, Situationen und Erlebnisse für sein Werk benutzt und geradezu ausbeutet. Danach empfehle ich die ausgezeichnete Biographie von Hayman, die die etwas subjektive Schilderung Albarets korrigiert und erklärt, wie Proust Sinneseindrücke in sich aufgenommen hat, wirken lies und im rechten Augenblick vielleicht nur in den Halbsatz einer seiner langen Hypotaxen kulminieren lies. Spätestens nach dieser Lektüre wird deutlich, dass de Botton letztlich die Erkenntnisse der Literaturwissenschaft nur second hand verwertet. Daran ist nichts Ehrenrühriges. Nur, wer es mit der Recherche aufnehmen will, sollte nicht auf die Kurzversion einer Einführung zurück greifen. Mit dieser Einstellung wird er auch beim Original nicht weit kommen.
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am 29. Mai 2012
Der Title des Buches hat nichts mit dessen Inhalt zu tun. Hier hat der Layouter und Werbefachmann den Titel bestimmt und nicht der Autor. Das Buch beginnt zugegebenermaßen recht unterhaltsam, jedoch gibt der Autor zu, dass er nicht versteht, warum Prousts "Recherche" so viele begeisterte Liebhaber hat.
Böse und dumm erscheinen dann die Schlußsätze, die ziemlich heuchlerisch und ungebildet daherkommen. Man findet im Buch einige nette Proust-Zitate, die manchmal ganz glaubhaft erläutert werden, aber leider können diese vermeintlichen Höhepunkte nicht über ein eher fades, schaales Buch, dass nicht unbedingt Lust verschaft, Proust zu lesen, hinwegtäuschen. Zwar wird gegen jedem Kapitelende versucht, das Buch in Einklang mit dem Titel zu bringen, aber dies wirkt eher gestelzt, gewürgt und geschraubt, frei nach dem Prinzip: "Ach, ja, damit muss es ja auch etwas zu tun haben."
Als Sekundärliteratur ist es zu leicht, seicht und ohne jegliche geistige Haftung, es nimmt Teile des Proust-Kultes meines Erachtens nicht genügend Ernst. Wer schon mal verzweifelt versucht hat, das Geburtshaus eines heute in Deutschland nicht mehr allzu bekannten Schriftstellers zu suchen und nur noch auf ein Hochhaus einer Unternehmensberatung stieß, kann mir in etwa nachfühlen, wenn man froh ist, noch auf reale Gebäude zu treffen, die zumindest noch existieren, in denen Proust einst lebte. Dann stört der touristische Kult drumherum sicher nicht so sehr, wie uns der Autor glauben machen will.
Durch meine Begeisterung für die "Recherche" habe ich etwa eine handvoll Bücher an Sekundärliteratur über Proust gelesen. Das hier besprochene war das oberflächlichste, unkonzentrierteste, bei weitem schlechteste Buch. Außer der Angabe von fünf Primärliteraturquellen zu Proust gibt es KEINE weiteren Literaturhinweise, dies spricht sicher schon Bände. Es gibt auch keine Anmerkungen. Das Buch ist ein Marketing-Gag und muss von Proust-Interessierten nicht gelesen werden. Es gibt wesentlich Besseres, Gescheiteres und Niveauvolleres zu Proust.
Auch Anfängern rate ich von diesem Buch ab, da es nichts Weiterführendes enthält und wirklich jedes andere Buch, das ich über Proust gelesen habe, besser war.
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am 15. Juni 2016
Als praktischer Ratgeber, das Leben mit anderen Augen zu sehen und dadurch vielleicht etwas glücklicher zu werden, erfüllt es zweifellos seinen Zweck, ohne dabei allerdings besonders brillant zu sein oder allzu weit über nützliche Gemeinplätze hinauszugehen. Diesem Aspekt des Buches würde ich vier Sterne verleihen.
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am 8. Januar 2012
Was erwartet man, wenn man diesen Titel hört? Alain de Botton hat sich an das monumentalste Werk der Moderne gewagt und daraus einen witzigen, kurzweiligen und charmanten Ratgeber gemacht. In Kapiteln wie "Wie man sich Zeit nimmt", "Wie man in der Liebe glücklich wird" oder "Wie man richtig liest" fabuliert de Botton über große und kleine Fragen des Lebens und bindet gekonnt und passend Passagen aus der Recherche ein oder erzählt Anekdoten aus dem Leben von Proust, wodurch man eine Menge über diesen kauzigen Schriftsteller erfährt - ein Mensch, der auch im Sommer fror und nie seinen Pelzmantel auszog, der täglich 20 Handtücher für seine Hygiene verschwendete und seinen Freunden mit kostspieligen und aufdringlichen Aufmerksamkeiten auf den Geist ging.

De Botton schafft die schwierige Gratwanderung, sich mit einem großen Werk der Literatur auseinanderzusetzen, ohne dabei zu trocken analytisch oder aber zu banal und oberflächlich zu sein. Wer meint, er habe durch dieses Büchlein schon alles erfahren, was man über Proust oder die Recherche wissen muss, der irrt. Alain de Botton macht einem durch seine humorvollen und sinnlichen Ausführungen erst recht den Mund wässrig. Übrigens braucht man keine detaillierten Vorkenntnisse, um dieses Buch voll genießen zu können. Und ich finde, dafür kann man vor Alain de Botton schon einmal den Hut ziehen.

Ein sehr informatives und intelligent gemachtes Buch. Mein Leben wird es nicht ändern, aber es macht Lust auf mehr Proust.
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