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61 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bedrückender Streifzug durch die Zerstörung
W.G. Sebalds im Hochsommer durch den Nordosten Englands streifender Erzähler hebt am Wegesrand gefundene Geschichten von Menschen, Bauwerken und Landstrichen auf und betrachtet sie mit einer fast krankhaften Detailgenauigkeit und Schonungslosigkeit. Fast alle handeln sie von enttäuschten Hoffnungen, von Zerstörung, von monumentalem Irsinn. In Sebalds...
Veröffentlicht am 29. März 2005 von Laszlo Carreidas

versus
3 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kam ins Altpapier
Auf Grund der bisherigen sehr guten Rezensionen zu dem Buch "Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt" habe ich es mir bestellt. Allerdings wurde ich schon nach wenigen Seiten ernüchtert und nachdem ich es nach ca. 100 Seiten ins Altpapier geworfen habe, möchte ich andere potentielle Leser vom Kauf dieses Buches abraten.

Der Schreibstil von W.G...
Vor 19 Monaten von hg veröffentlicht


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61 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bedrückender Streifzug durch die Zerstörung, 29. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt (Taschenbuch)
W.G. Sebalds im Hochsommer durch den Nordosten Englands streifender Erzähler hebt am Wegesrand gefundene Geschichten von Menschen, Bauwerken und Landstrichen auf und betrachtet sie mit einer fast krankhaften Detailgenauigkeit und Schonungslosigkeit. Fast alle handeln sie von enttäuschten Hoffnungen, von Zerstörung, von monumentalem Irsinn. In Sebalds bedächtiger Sprache, die sich mit beeindruckender Unbeirrbarkeit jeglicher Laxheit, Verkürzung und Schnoddrigkeit enthält, durchwirkt er geschichtlich Verbürgtes mit Erdachtem oder nachfühlender Spekulation, streut Abbildungen und alte Photographien in den Text, knüpft Assoziationen an Fundstücke, so als spiegelte sich alles in allem. Die Wirkung ist unbeschreiblich. Die auch dem Leser in Bruchstücken bekannten geschichtlichen Fakten werden so magisch verwandelt und erhalten bekommen eine irreal-mythische Tiefe, die Fiktion hingegen bekommt den Anschein von Geschichte.
Hinter dieser Methode, den Leser durch das Changieren zwischen den Ebenen zu verunsichern, verbirgt sich natürlich Humor, aber er tritt eben nur auf diese sehr textferne Weise, in der Wechselbeziehung zwischen Autor und Leser auf. Aus dem Text selbst spricht ein tiefes Pathos. Das vehemente Erinnern, das Aufheben und Behalten von Geschichten, ist hier eine wütende Rebellion gegen das menschliche Vergessen und gegen die Zerstörung, ist auch Trauer über die Flüchtigkeit menschlicher Illusionen und Träume, ist der Schmerz über so viel sinnlosen Schmerz. Dieses Buch ist also schwere Kost, und die ganze Stimmung findet sich im Bild des verlassenen Küstenortes, auf dessen Amüsiermeile sich niemand mehr amüsiert, der in der flirrenden, schwülen Hitze steht und schweigt.
W.G. Sebald war für mich für mich einer der aufregendesten und eigenwilligsten deutschsprachigen Erzähler überhaupt, sein Vermächtnis wartet noch auf weitere Entdecker. Ich halte dieses Buch aufgrund seiner atmosphärischen Dichte, seiner thematischen Geschlossenheit und der Einfachheit des Plots für besonders gelungen. (Anders als "Austerlitz" oder "Schwindel. Gefühle"). Ich habe es mit einem Klumpen im Bauch und oft angehaltetenem Atem in einem Rutsch durchgelesen.
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62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sog der Erinnerung, 17. Dezember 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt (Taschenbuch)
W. G. Sebald wandert durch Ostengland und berichtet von seinen Begegnungen und Gedanken. Er betreibt intensive Spurensuche: alte Ortschaften, Landsitze, literarische Spuren, lebende und verstorbene Menschen. Sein Blick verengt sich oft auf wichtige Momente und das sprechende Detail. Ebensooft weitet sich sein Blick auf weite Zeiträume und großräumige Zusammenhänge. Durch diesen extremen Zoomeffekt und Sebalds unnachahmliche Sprache, die oft mehr andeutet als direkt ausspricht, entsteht ein Sog, der den Leser tief in seine Welt hineinzieht.
Sebalds Liebe gehört der Tapferkeit und Beharrlichkeit, mit der Menschen ihr Leben leben, auch wenn sie nach oberflächlichen Kriterien gescheitert sind. Auf lange Sicht scheitert ohnehin alles, was dem Vergessen anheimfällt. Für Sebald ist es aber entscheidend wichtig, den Spuren des Vergangenen nachzugehen und das Leben von vergessenen und verkannten Menschen für einen Moment in seinen Büchern aufleuchten zu lassen.
Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass W. G. Sebald bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Jetzt liegt es an uns, die Erinnerung an ihn wachzuhalten, seine Bücher zu lesen und dabei zu lernen, was es heißt, Mensch zu sein.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wanderung durch Innenwelten, 22. Mai 2012
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt (Taschenbuch)
Es zieht den Sprecher/Autor nach Suffolk in England, nach seiner Beschreibung einem gottverlassenen, einsamen Stück Erde, das er durchwandert. Hier findet er offenbar die landschaftlichen Entsprechungen für sein Lebensgefühl und seine Auffassung von der Geschichte der Menschen. Die besteht nämlich für ihn in erster Linie aus "Kalamitäten" (350), die rastlose Tätigkeit der Menschen sieht er regelmäßig enden in Katastrophen, unvorstellbarer Grausamkeit und Zerstörung. So wird das Wandern in der Heide von Dunwich zu einem Herumirren, das "beängstigend und grauenvoll" (205) ist. Er trifft andere einsame Einzelne, Sonderlinge. Die Schilderungen geraten immer wieder ins Surrealistische, Unheimliche. Sebalds Menschen sitzen seit Ewigkeiten als Fischer in primitiven Schutzzelten am Strand, wortlos, kommunikationslos und starren aufs Meer oder ebenso als alte Seefahrer regungslos im "Reading Room" von Southwold mit Blick aufs Meer oder als die letzten Überlebenden des unglücklichen Adelsgeschlechts der FitzGeralds, die sich wie Schlafwandler in ihren dick verstaubten Interieurs bewegen. Die Orte und die Zeiten verwirbeln sich, die Gegend bei Dunwich kommt dem Wanderer so leer und einsam vor, dass "er kaum zu sagen vermöchte, ob er an der Küste der Nordsee sich befindet oder nicht vielleicht am Ufer des Kaspischen Meers oder am Golf von Lian-tung." (187). Die Vergangenheit existiert "bloß als Erinnerung", die Zukunft nur als "Furcht und Hoffnung" (186). Und während er sich mehr im Vergangenen als im Gegenwärtigen bewegt, ergeben sich für ihn immer wieder die rätselhaftesten Zusammenhänge, Korrespondenzen, die ihn faszinieren, aber auch verwirren.

Ein Beispiel: Noch schwach sichtbare Drachenembleme auf einer alten Eisenbahn und ihren Waggons veranlassen ihn zu Recherchen über die Ursache. Die liegt in China, ein technikinteressierter kaiserlicher Thronanwärter sollte sie verehrt bekommen. Es folgt die Geschichte des Niedergangs des chinesischen Kaisertums im 19. Jahrhundert, wobei die Kaiserinwitwe eine zentrale Rolle spielt, ebenso ihre Fixiertheit am Ende ihrer Herrschaft auf die Zucht von Seidenraupen. Neurotisch und in ihrem Palast isoliert lauscht sie nur noch täglich den unheimlichen Fressgeräuschen der Raupen, ein Symbol für die Wendung des geschichtlichen Prozesses ins Schreckliche. Am Aufenthaltsort des englischen Dichters Swinburnes wiederum stellt Sebald später fest, dass dieser die gleichen Geburts- und Todesdaten hat wie die Kaiserinwitwe, dass Swinburnes Familie sich von Kublai Khan her datiert, der seinen mythischen Wohnsitz zuerst in Peking, dem späteren Ort des Kaiserpalastes hatte, dass der spinnendürre Swinburne mit seinem überproportional großen Kopf und wildem roten Haarschopf mechanisch wie eine Seidenraupe seine Mahlzeiten zu verzehren pflegte. Vielleicht erklärt diese Bedeutung der Seidenraupen zum Schluss den Exkurs über die Seidenraupenzucht unter besonderer Betrachtung der Trauerseide in England und dem übrigen Europa.

Weiß man genauso wenig wie der Sprecher, wozu dies alles dient, so überlässt man sich doch der Faszination solcher Visionen, den geheimnisvollen Korrespondenzen und düsteren Stimmungen, alles geschrieben in einem konventionell korrekten Stil, der mit seinen häufigen Partizipialkonstruktionen in relativ langen Sätzen an Thomas Bernhard oder Peter Handke erinnert. Zu bewundern ist, wie hier gewissermaßen aus dem Nichts heraus Kunst entsteht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Wanderbuch, 14. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt (Taschenbuch)
Eher ein Wunderbuch. Man muss staunen, welche Themen sich zwanglos und durchaus sinnträchtig verknüpfen lassen. Auf mehr als 350 Seiten schreitet Sebald durch das englische Suffolk und lässt anlässlich der Begegnung mit Stränden, Kaianlagen, Fischernetzen, Herrenhäusern und Parks unzählige Geschichten vor uns auferstehen. Aber auch Personen tauchen auf, die Anlass zum Abschweifen bieten in Lebens- und Familienerzählungen voller Zeitgeschichte, oft verbunden mit tragischen Niedergängen, Todesfällen und Unglücken, nicht nur in Suffolk, England, sondern überall. Vielleicht ist zum Beispiel die Geschichte des Heringsfangs in der Nordsee unnützer Wissensballast, aber interessant fand ich das dennoch. Nur selten gönnt Sebald dem Leser Heiterkeit. Ein Ton der Melancholie liegt über allem. Trotzdem hat mir die Lektüre Spaß gemacht. Stilistisch ist Sebald fast perfekt. Es liest sich wie geschnitten Brot, wenn man sich darauf einlassen mag.
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5.0 von 5 Sternen Mien besonderes Fall, 2. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt (Taschenbuch)
Ich habe nur die spanische übersetzung gelesen. Ein auseordlinches Buch, ein großartiges Schrifsteller. Auswiechlich in gegenwärtiges Literatur und in Sebalds literarische Arbeit.
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5.0 von 5 Sternen Eine Wanderschaft zum eigenen Ich, 3. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt (Taschenbuch)
.... was für eine magische Reisebeschreibung ... ins innere der Dinge, in die Zeit und zum Selbst - einfach meisterhaft!
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3 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kam ins Altpapier, 6. Mai 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt (Taschenbuch)
Auf Grund der bisherigen sehr guten Rezensionen zu dem Buch "Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt" habe ich es mir bestellt. Allerdings wurde ich schon nach wenigen Seiten ernüchtert und nachdem ich es nach ca. 100 Seiten ins Altpapier geworfen habe, möchte ich andere potentielle Leser vom Kauf dieses Buches abraten.

Der Schreibstil von W.G. Sebald ist schon mehr als gewöhnungsbedürftig. Zum einen schreibt er sehr lange und verschachtelte Sätze und zum anderen gibt es im Text keine Absätze. Ich hatte während des Lesens immer das Gefühl, dass es dem Autor immer nur darum ging den Verfall der heutigen Zeit gegenüber der "guten alten Zeit" aufzuzeigen. Meiner Meinung nach lebte er während seiner Reise irgendwie in einer anderen, ganz eigenen Welt. Die aber für Außenstehende wie mich, nicht nachzuvollziehen ist und dadurch eher verwirrt wirkt.

Für mich war es auch unglaublich schwer seinen Gedankengängen zu folgen, da er ständig abschweift. Während er noch von der Geschichte eines englischen Landguts erzählt, ist er plötzlich irgendwie bei einem seiner Besuche in Amsterdam. Allerdings ohne dass es sich mir als Leser erschließt warum der Autor Sebald jetzt etwas über Amsterdam schreibt.

Ich kann nur empfehlen die Finger von diesem, meiner Meinung nach, wirren Buch zu lassen.
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Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt
Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt von W.G. Sebald (Taschenbuch - 1. Dezember 1997)
EUR 9,95
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