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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen18
4,3 von 5 Sternen
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am 24. November 2000
Es kommt selten genug vor, daß eine historische Personenbetrachtung literarisch die gleiche Qualität erreicht wie geschichtswissenschaftlich - Golo Manns Erzählung über Wallensteins Leben aber gelingt dieses Kunststück.
Der Titel ist zutreffend gewählt - in teilweise fast plauderndem Tonfall, der den Leser oft auch sprachlich in die Zeit des dreißigjährigen Krieges zurückversetzt, und mit vielen Zitaten aus Primärquellen, die mit leichter und geschickter Hand wunderbar unkompliziert in den Erzählfluß integriert werden, wird hier das Leben Wallensteins in all seiner Vielschichtigkeit wirklich erzählt, ja geradezu erlebbar gemacht.
1100 Seiten lassen viel Raum für zahlreiche Nebenbetrachtungen und Ausflüge in benachbarte Themen - aber langatmig oder gar langweilig wird das Buch nie. Großartig der Detailreichtum, die grandiose Leichtigkeit, die Lebendigkeit und Unmittelbarkeit der Darstellung. Mann schildert in wahrhaft epischer Form nicht nur ein bewegtes und ungewöhnliches Leben, das die zeitgenössischen Beobachter ähnlich überrascht und ratlos zurückgelassen hat wie heute den modernen Leser, sondern beschreibt eine ganze Epoche mit all ihren Hoffnungen und Ängsten. In keinem Buch habe ich mehr darüber erfahren, was die Zeitgenossen Wallensteins dachten, was sie bewegt hat.
Ob der Autor zu sehr für Wallenstein Partei ergreift möge jeder Leser für sich entscheiden; mir erscheint die Darstellung ausgewogen, auch wenn eine gewisse unvermeidliche Identifizierung des Autors mit seinem Gegenstand feststellbar sein mag.
Ein - wenn man so will - Nachteil des Buches soll aber nicht verschwiegen werden. Es ist relativ ungeeignet für den interessegeleiteten studentischen Leser, der mit einer konkreten Zielsetzung (d.h. mit einer einzelnen Fragestellung für Referat oder Hausarbeit) an das Thema und damit das Buch herangeht. Das Register ist zwar umfassend und nützlich, aber wer hofft, ein oder zwei Kapitel, oder gar nur einige Seiten zur Bearbeitung einer Einzelfrage herausziehen zu können, der wird wohl von diesem Buch ziemlich enttäuscht werden und andere, zu diesem Zweck besser geeignete Darstellungen bevorzugen. Manns Wallenstein verlangt den geduldigen Leser, der das Buch wirklich von der ersten bis zur letzten Seite liest. Doch man bereut keine Stunde, die man in dieses Buch investiert.
Für jeden historisch Interessierten ein Muß - aber nicht nur für Historiker lesenswert.
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am 28. Dezember 2009
Ein dicker Schinken, zugegeben. Trotzdem nicht nur für Rentner und andere Leserschichten mit unbegrenztem Zeitbudget. Was nämlich sehr beeindruckt an diesem Werk, neben allen sattsam bekannten inhaltlichen und sprachlichen Vorzügen, ist die Nutzerfreundlichkeit. Golo Mann liebt seine Leser. Die schier unübersehbare Vielzahl von Akteuren und Orten macht er durch klare Charakterisierungen, kurze klärende Wiederholungen und nicht zuletzt mehrere Register (Personen, Orte, Ereignisse) beherrschbar. Dank vorbildlicher Leserführung und Leichtigkeit der Rekapitulation kommt man auch nach mehreren Wochen Unterbrechung problemlos wieder auf den Stand und kann genussvoll weiterlesen. Gerade jetzt bietet sich die Gelegenheit, dieses Werk kennenzulernen, steht doch Anfang 2010 die lang ersehnte DVD-Edition des legendären ZDF-Vierteilers von 1978 ins Haus (Pidax Film).
P.S.: Diese Rezension bezieht sich auf die gebundene Originalausgabe von 1971, die ich antiquarisch erworben habe und jeder Taschenbuchausgabe vorziehe.
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am 27. Juli 2015
Natuerlich sind der gelegentlich plappernde Erzaehlstil und die vielen Redundanzen gewoehnungsbedueftig. Es ist einer jener fettleibigen Baende, die man zu Weihnachten geschenkt bekommt, und die man sich fuer die Zeit nach der Pensionierung aufhebt. Dennoch habe ich die fruehere Lektuer nicht bereut. Es entsteht ein faszinierendes Portrait dieses grossen zwiespaeltigen Feldherrn und seiner Zeit, der ersten Haelfte des 30 jaehrigen Krieges. Wie er sich an der Rekatholisierung Boehmens schamlos bereicherte und doch dort im Herzogtum Friedland ein kleines Paradies nach seinem Geschmack schuf. Wie er mit ungeheuerem Aufwand und groessten Opfern fuer die betroffene Bevoelkerungen das grosste stehende kaiserliche Heer schuf, mit dem er dann recht lustlos pluendernd durch die Lande zog. Aber er war nicht der schlimmste. Das zusaetzlich kurzfristig erworbenene Mecklenburg wollte er auch schuetzen und zu einer Musterwirtschaft machen. Am Ende suchte er den Frieden mit den Protestanten, den Schweden und den Franzoesen, und fiel, schwerkrank, von fast allen seiner Generalen verlassen, dem Mordanschlag britischer Soeldner, den Kaiser Ferdinand, nach etlichen Intrigen des spanischen, bayrischen und Wiener Hofes, angestiftet hatte, zum Opfer. Eine enorm spannende und aufreibende Geschichte also, bei denen man bei vielen der erzaehlten Einzelheiten ueber die Quellenlage sich nicht sicher sein kann. Denn trotz des grossen Literaturapparats ist die Befussnotung duenn. Ein klassisches geschichtliches Bildungsbuch also, nicht fuer den Fachhistoriker, der wahrscheinlich verzweifeln wird.
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am 25. November 2002
Golo Mann schafft es, mit wunderschöner Sprache den Menschen Wallenstein in allen Facetten seiner Existenz zu beleuchten, den soziokulturellen Hintergrund auszuleuchten, der seinen Protagonisten und dessen Zeitgenossen so handeln ließ wie geschehen und dabei dem Leser jederzeit das Gefühl eines Spannungsbogen zu geben. Die Frage, ob die Personen oder die Umstände die Geschichte machen, beantwortet Golo Mann nicht explizit, sein Werk jedoch zeigt die Verwobenheit beider Elemente auf. Nicht viele Geschichtswerke können es mit diesem aufnehmen.
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am 4. Dezember 1998
Eigentlich ist ja das Leben eines einzelnen gerade noch egal. Wenn es aber ein außergewöhnliches war, dann ist es doch zumindest spannend, darüber zu lesen. Wenn darüber hinaus dieser einzelne noch im Zentrum eines Orkans stand - hier die Glaubensspaltung - dann kriegt man auch davon einen Eindruck. Und wenn dann das ganze noch großartig geschrieben ist, dann bedauert man, daß in der Geschichtsschreibung solche Bücher nicht wie Leitpfosten regelmäßig beabstandet an der Straße stehen.
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am 27. August 2007
Golo Mann's "Wallenstein" ist ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung. Mann bekennt sich allerdings zu einer Historikertradition, die akzeptiert, das "Geschichte" auch immer "Geschichte erzählen" bedeutet. Und ein grosser Erzähler war Golo Mann ohne Frage. So wird vor dem Leser ein ganzes Panorama des frühen 17. Jhdts entfaltet in dem die Hauptperson Wallenstein mit allen ihren Widersprüchlichkeiten geschildert wird. Ebenso detailverliebt und aufschlussreich sind die Beschreibungen all der anderen Personen, die sich in diesem Kosmos bewegen. Ein grandioses Buch.
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am 4. Dezember 2011
Ein Lesegenuss. Mann zelebriert virtuosen Umgang mit der deutschen Spache. Offenbar ist so etwas vererbbar. Wallenstein wird beim Lesen zu einer lebenden Figur, dessen Handlungsweisen gut nachvollziehbar sind. Hier liegt aber zugleich auch die Schwaeche der Biografie. Oftmals fabuliert Mann nur ueber die Beweggruende seiner Figuren. Er erraet Motive, gibt aber nur selten zu, es nicht genau zu wissen. Die Biografie bekommt dadurch fuer meinen Geschmack ein wenig zuviel subjektives Meinungsbild. Daher doch eher 4 Punkte statt 5.
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am 29. September 2013
Golo Mann hat eindeutig das Talent seines Vaters geerbt. Er schreibt so, dass eine Größe der Geschichte wie Wallenstein wie eine Roman Figur und tragischer Held inszeniert wird und das lässt sich dann nicht nur spannend bis zum Ende lesen sondern es entspricht genau dem was das Leben in der harten Realität diesem Genie entgegen brachte. Nicht umsonst heißt es das Leben schreibt die besten Geschichten.

Albrecht von Wallenstein, fast keine Person wurde so oft missverstanden und falsch dargestellt, Golo Mann stellt diese Person jedoch genau so dar wie sie war, dass wird jeder Leser erkennen. Albrecht von Wallenstein war ein Macher, Logistikgenie und seiner Zeit um Generation Voraus. Sein Motto: Mit Geschenken und Henken, jedoch kam das Letztere, wenn man diesen Mann genau betrachtet so gut wie nie aus seinem Willen heraus zu Stande. Er organisierte, besser wie jeder moderne Manger heute, seine Ländereien zu einem Musterbeispiel von Wirtschaft bis in den letzten Winkel, hatte ein Gefühl für wahres Talent in den Menschen und setzte diese auf die richtigen Posten. Die Tragik an diesem Jahrhundertmenschen war jedoch, dass er die Propaganda oder Public Relation wie man heute sagen würde, völlig unterschätze oder missachtete, daraus wob sich am Ende ein Netzt aus all den falschen Beschuldigungen, die der Neid und die Gier der sein Reichtum und seine Macht umgab. Dieses Netz riss ihn am Ende in die Tiefe, als schwerkranken Mann der an unerträglichen Schmerzen litt und doch noch bis zuletzt die Fäden in der Hand zu halten glaubte. Und am Ende war er wehrlos, der ehemalige furchtlose Reiterführer und Generalissimus, als ihn die Partisane eines Niemands, der zurecht auf reiche Belohnung hoffte, durchbohrte.

Ich hätte diesem großen Manne ein besseres Ende gegönnt, aber wie gesagt das Leben schreibt die Geschichte und dieses Werk trägt dazu bei Albrecht von Wallenstein in das wahre Licht zu rücken.
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am 19. Oktober 2011
Von dem Faszinosum Wallenstein waren nicht nur Generationen von Schriftstellern und Lesern beeindruckt, sondern schon die Zeitgenossen Wallensteins selbst. So nähert sich Golo Mann als schon in jungen Lebensahren Faszinierter seinem Gegenstand und schafft selbst ein Faszinosum, von dem man sich wie von Wallenstein selbst kein abschließendes Urteil bilden kann.
Es ist ungeheuerlich. Sprachlich brilliant und angesichts moderner Stilblüten zur Melancholie verführend entwirft Golo Mann ein Geschichtsgemälde des frühneuzeitlichen Europas in der Epoche des Dreißigjährigen Krieges ohne gleichen. Wer bisher glaubte, dass wir heutigen Individuen angesichts zu komplexer Weltverhältnisse vor überfordernte Entscheidungssituationen gestellt sind, wie sie noch nie dagewesen sind, wird durch Golo Mann Darstellung eines besseren belehrt. Sie sind schon dagewesen und sie haben in individuelle und gesellschaftliche Not sowie unvorstellbare Grausamkeit geführt.
Wallenstein fasziniert deshalb, weil dort einer ist, der sich alle Widersprüche seiner Epoche (in freiem Willen ?) oder doch als Getriebener auf die Schultern lädt und so tragödienreif scheitert,
dass man, obwohl man die unerbittliche Geschichte kennt, bis zum Schluss hofft, er möge sich doch noch anders entscheiden und der Geschichte einen anderen Lauf geben. Dass er letztendlich doch nicht so autonom war, um sich durchsetzen zu können, lässt einen mehr als nachdenklich zurück. Andere, die weit rückständiger waren als er, hatten doch die Macht. So wie er in seinen Territorien ein modernes und florierendes Wirtschaftswesen durchsetzte, war er den Generalstaaten und freien Reichsstädten verbunden und ging in seiner Bildungsplitik sogar noch über diese hinaus, politisch blieb er von den auf rücksichtslose Ausbeutung der Leibeigenen setzenden katholischen Stände und dem Kaiser abhängig. Dass er nicht daran glaubte, dass dieser Krieg ein Glaubenskrieg ist, das wissen wir. Problematisch wird Golo Manns Darstellung immer dann, wenn er über gesichertes Wissen hinaus geht und allzu sehr psychologisierend wird. Besonders deutlich wird das m. E., wenn er das Motiv der Selbstverwirklichung einführt. Hat sich Wallenstein sein Imperium aufgebaut, um sich selbst zu verwirlichen ? Warum hat er sich dann nicht in Selbstgenügsamkeit in sein gschaffenes Imperium zurückgezogen und nur noch dieses verteidigt, anstatt sich zum europäischen Friedensbringer aufschwingen zu wollen? Das Motiv der Selbstverwirklichung ist ein moderner Fetisch, an dem wir zunehmend selbst verwzweifeln, ich halte es für problematisch, mit unseren modernen Psychologisierungen auf die Menschen der frühen Neuzeit zurückzublicken, die von diesen noch gar keine Begriff hatten. Was die Menschen in dieser Zeit leztendlich gefühlt und gedacht haben, wissen wir dann doch nicht so genau. Letztendlich ist auch das Leben Wallensteins der Kontingenz unterworfen wie das jedes anderen Menschen auch. Trotzdem ist die Geschlossenheit von Manns Darstellung, die jeden Geschichtsoptimismus oder gar geschichtliche Gesetzmäßigkeiten ablehnt, so überzeugend, dass es zur kritischen Überprüfung eigener Standpunkte einlädt. Eigentlich schade, dass es nicht noch ein bißchen dicker geraten ist.
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am 4. Juli 2009
Golo Manns "Wallenstein" enthält eine fast unübersehbare Menge von Informationen und ist deshalb nicht immer ganz einfach zu lesen.Der Autor muß Jahrzehnte lang recherschiert haben. Die Sprache ist brilliant. Manchmal führt sie uns zurück in die Welt des dreißigjährigen Krieges. Geschichte wird uns in dieser Biographie unterhaltsam vermittelt. Warscheinlich wird Historisches doch auch mit Romanhaftem gelegentich verwoben. Sehr lesenswert.Wallenstein: Sein Leben erzählt von Golo Mann
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