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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amerikanischer Albtraum
Was an Amerika so imponiert, ist die Kraft, aus dem Nichts eine neue Welt zu schaffen, die schier unerschöpfliche Energie, mit der Boden urbar gemacht, Städte und Industrien aus dem Boden gestampft und Eisenbahnen von einem Ozean zum nächsten gebaut wurden, bis im Laufe von nur einhundert Jahren der der mächtigste Staat der Welt entstanden war...
Vor 6 Monaten von euripides50 veröffentlicht

versus
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen wo ist das lektorat?
wie liebe ich dieses Buch -
wie lieblos ist die kindleedition?

fast keine Seite ohne druck- oder Rechtschreibfehler
es gib kein "ck" immer nur "kk" - also Brücke wird Brükke geschrieben....

gibt es bei kindleeditionen eigentlich kein Lektorat?
- nur noch einen Algorithmus?

bin schwer enttäuscht!
die...
Vor 18 Monaten von Karl Malden veröffentlicht


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amerikanischer Albtraum, 13. Mai 2014
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Postkarten: Roman (Taschenbuch)
Was an Amerika so imponiert, ist die Kraft, aus dem Nichts eine neue Welt zu schaffen, die schier unerschöpfliche Energie, mit der Boden urbar gemacht, Städte und Industrien aus dem Boden gestampft und Eisenbahnen von einem Ozean zum nächsten gebaut wurden, bis im Laufe von nur einhundert Jahren der der mächtigste Staat der Welt entstanden war.
So weit, so einseitig. Denn dieses Niveau wurde auf den Knochen der Millionen erreicht, die wie die Ameisen in allen Winkeln dieses ungeheuren Landes um ihren Lebensunterhalt kämpfen mussten und oft genug scheiterten. „Es war (…) nur eine Frage der Zeit, bis man auf die eine oder andere Weise verkrüppelt wurde. Eine Menge Leute traf es schon in der Kindheit. Zum Beispiel Mink, Heugabelzacken durch den Oberschenkel, als er fünf war, zwei Autounfälle, einmal vom Traktor überrollt, von der Zuchtsau umgeworfen, die ihm das halbe Ohr abbiss, aber er war immer noch da, humpelte herum, stark wie eine Eisenkette.“(42) Die Rede ist von einer Farmerfamilie kurz vor dem wirtschaftlichen und körperlichen Zusammenbruch, die Rede ist von einem Buch von Annie Proulx.
Annie Proulx, die literarische Chronistin des amerikanischen Westens, beschreibt in „Postkarten“ die düstere Geschichte der Farmerfamilie Blood - von Vater Mink, von dem oben die Rede war, von seiner Frau, seiner halbwüchsigen Tochter und seinen beiden Söhnen, dem verstümmelten Dub und dem jähzornigen Loyal, der eines Tages einfach aufbricht, um im Westen sein Glück zu suchen. Es ist ein radikaler Aufbruch, vor dem Loyal Mink seine Freundin Billy ermordet, deren Fluch ihn sein Leben lang begleiten wird. „Der Preis fürs Davonkommen. Keine Frau, keine Familie, keine Kinder, keine menschliche Wärme im tagtäglichen Fortschreiten seines Lebens, sondern ruheloses Wandern von einer Stadt zur nächsten, die engen Zäune einsamer Gedanken, die erbärmliche Erleichterung der Selbstbefriedigung, schräge Ideen und Selbstgespräche, die sich so leicht in Wahnsinnsgefasel verkehrten.“ (78)
Immer auf dem Weg nach Westen imitiert Loyal Blood in seiner Fluchtbewegung den Lauf der amerikanischen Geschichte – und erlebt das volle Ausmaß ihrer Gnadenlosigkeit. Er wird von Anhaltern ausgeraubt, von Frauen aus dem Haus gejagt, verschüttet, verstümmelt und seine wunden Zähne werden ihm in der Prärie mit der Kneifzange gezogen. Als Bergmann, Gelegenheitsarbeiter, Uransucher, Saurierknochenexperte und Saufkumpan verschlägt es ihn immer weiter nach Westen, während sich der Vater nach einem aufgedeckten Versicherungsbetrug daheim das Leben nimmt. Da sich auch sein Bruder Dub aus dem Staub macht, um ein halbkriminelles Leben zu führen, und da seine Schwester heiratet, bleibt die Mutter Jewell Blood allein zurück – und ist zu ihrer Überraschung keineswegs unglücklich: “ Männer konnten sich das Leben von Frauen nicht vorstellen, “ sinniert sie. „Als handele es sich um ein Religion, schienen sie zu glauben, Frauen seinen von einem instinktiven Drang besessen, die feuchten Münder von Säuglingen zu stopfen, dazu vorherbestimmt, stets den Kleinlichkeiten des Lebens ihre Aufmerksamkeit zu widmen, bis schließlich alles bei den Körperöffnungen endete und anfing. Das hatte sie selbst auch geglaubt. Und sie fragte sich in den schwermütigen Nächten, ob das, was sie in Wahrheit fühlte, nicht weniger die Freude am Fahren war, als die Tatsache, war, von Minks unbändigem Zorn befreit zu sein." (S. 177) Sie verkauft Haus und Grundstück und erlebt die Umwandlung der Farm in einen großen Wohnwagenpark, während ihr Sohn Dub in der Ferne eine erfolgreiche Karriere als Immobilienmakler beginnt. Loyal Mink erwirbt derweil weit im Westen eine Farm und verliert sie wieder, als ein Feuersturm über die Berge rast. Dann wird er Fallensteller, gerät in Kontakt mit verbrecherischen Bärenjägern und muss wieder von Neuem beginnen, als die Fellpreise ins Unermessliche fallen. Schließlich zieht er als halber Hobo übers Land, ist Vorarbeiter auf der Farm eines Kartoffelfarmers, der seine mexikanischen Hilfsarbeiter nach der Saison einfach umbringt, anstatt sie zu bezahlen und wird am Ende zu einem lungenkranken Kauz, der jungen Leuten seine Geschichten erzählt, ohne dass sie ihm glauben.
Am Ende der 58 Postkartengeschichten sind über vierzig Jahre vergangen. Alle Mühen waren vergeblich – die Krankheit, die Steuer, das Verbrechen, ein Unfall, der Wahnsinn, ein Sturm oder die Einsamkeit haben die Menschen zur Strecke gebracht – alle sind tot, und aus der Farm der Minks ist ein lärmender Wohnwagenpark geworden. Und wenn sie nicht gestorben wären, würden sie noch immer leiden.
Was die Moral von der Geschicht' sein soll, bleibt jedem selbst überlassen. Nur eines ist klar: Das Leben im Westen ist ein gnadenloses Schlachtfeld, auf dem am Ende jeder scheitert. Der amerikanische Traum, das schient mir die Hauptbotschaft des Buches zu sein, ist in Wahrheit ein Albtraum, der von den Menschen das Beste fordert, ohne ihnen etwas zurückzugeben. Die Schauplätze der Handlung, die Weite des Westens, die Stimmungen der Natur, die unbändigen Härten des Lebens und die handelnden Figuren werden in geradezu schmerzhafter Intensität dargestellt, und die Sprache, in der dies geschieht, ist so anschauungsgesättigt und prägnant, wie ich es schon lange nicht mehr gelesen habe. Alles in allem ein ergreifendes Buch, das Annie Proulx' literarischem Ruhm mit Recht begründete. Allererste Sahne. Ideal als Vorbereitung für eine Reise in den Westen der USA.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amerika in Ausschnitten, 15. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Postkarten (Gebundene Ausgabe)
Was in vielen Büchern den Höhepunkt der Handlung ausmacht, ist in Annie Proulx' Postcards bereits vorbei, bevor der Leser das Buch aufschlägt. Loyal Blood, Farmersohn im New England der vierziger Jahre, hat gerade seine Freundin umgebracht und seinem Leben eine unerwartete Wendung gegeben, die ihn eine lebenslängliche Flucht durch die USA antreten läßt. Loyals Postkarten sind seine einzige one-way Verbindung an das Zuhause. Vielleicht bereits Strafe genug für ein Verbrechen, das er möglicherweise aus eben jener Angebundenheit an die Heimat beging, die sich auch in seinem Namen symbolisiert findet.
Gegenstand des Romans ist das Schicksal der Familie Blood, die Opfer der kulturellen und geschichtlichen Problemen der vierziger Jahre bis heute wird. So spiegeln sich die Veränderungen, die Loyal als Zeitzeuge auf seinem Weg erlebt, in einer Art Mikrokosmos in der Vermonter Farm wieder. Annie Proulx' Interesse gilt den sozialen Veränderungen, dem Verschwinden alter Denk- und Lebensmodelle und dessen Effekt auf Sprache und Anschauungen. Das Besondere an ihrem Roman ist das Zusammenspiel von Erzählform und Inhalt. Proulx wechselnde Erzählstrategien, die endlosen Aneinanderreihungen von Überlegungen und Beobachtungen und die auffallenden Metaphern geben der Handlung erst eine besondere Würze und führen den Leser in die Vielschichtigkeit Amerikas ein. Ihre eindringlichen Naturbeschreibungen illustrieren die beinahe schon mythologische Verwurzelung der Protagonisten mit ihrem Land. Proulx, die sich selbst als „Naturist" bezeichnet, verankert ihren Glauben an die Naturgesetze in einer Geschichte, die von den einfachen, natürlichen Realitäten handelt.
Loyals Odyssee ist spannend, gleichzeitig wirkt sie moralinsauer: Sein Verbrechen wird gesühnt, wenn auch nicht durch menschliche Gesetze. Der Entwicklung der übrigen Familienmitglieder wirkt zuweilen stereotyp; auch wurde die Schilderung sicherlich nicht allen Aspekten des Nachkriegsamerikas gerecht. Aber ob der Roman diesen Anspruch hat, sei dahingestellt. Political Correctness ist sicher keine Sorge des Romans, so wie auch eine chronikalische Abhandlung nicht seine Absicht sein kann. Dennoch bietet Postcards eine anschauliche Zusammenstellung der Entwicklung Amerikas nach dem Zweiten Weltkrieg -- in Ausschnitten, so wie auch Postkarten immer nur Ausschnitte einer Realität darstellen können. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glaubhaft, 24. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Postkarten: Roman (Taschenbuch)
Wie verändert sich eine Landschaft, eine Familie und eine Person über den Zeitraum von vierzig Jahren?
Annie Proulx beschreibt uns Menschen, die um ihre Existenz kämpfen, töten,
flüchten, fluchen und weiter machen oder sich aufgeben.Die Sprache ist glaubhaft, die Story spannend.
Keine Zeile Langeweile.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleines Amerika, 17. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Postkarten: Roman (Taschenbuch)
Man muß sich in das Buch erst einlesen, dann läßt es nicht mehr los. Anfangs wirken Proulx' Vergleiche ziemlich angestrengt. Später verliert sich dies in einer flüssigen und kurzweiligen Erzählweise. Aus dem großen amerikanischen Traum wird eine kleine, überschaubare Welt, in der sich die Zufälle zu einer Kette reihen. In farbigen Bildern wird trauriger Alltag zur Tragödie. Der älteste Sohn einer Farmerfamilie verschuldet den Tod seiner Freundin, ob im Jähzorn oder aus Versehen bleibt offen. Schon im Bewußtwerden der Tat erfüllt sich sein Schicksal sowie das seiner Familie auf ungewöhnlich eindringliche Weise, obwohl eigentlich keine besonders außergewöhnlichen Ereignisse eintreten. Die Familie der Bloods ist zum Aussterben verurteilt, ohne daß man das Gefühl bekommt, sie hätte je gelebt. Es bleibt ein schaler Geschmack, und am Schluß des Buches muß etwas kommen - Gedanken, Gedanken, Gedanken ... Wirklich lesenswert.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen geht an die Substanz, 31. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Postkarten (Gebundene Ausgabe)
5 Sterne, die an die Substanz gehen. Annie Proulx geht zur Sache, zur Grenze, und darüber hinaus. Sie seziert und liebt gleichzeitig. Sie ist eigensinnig und erfüllt keine Erwartungen, also ist man stets überrascht. Realität wird einfach nur dargestellt (und nicht suggeriert), so scheint es. Jede/r andere Schriftsteller/in langweilt mich mit Landschaftsbeschreibungen und Beschreibungen von Dingen, Häusern, Menschen. Aber die trocken, präzise erscheinenden Beschreibungen von Annie Proulx bergen eine solche emotionale Sprengkraft, als würde man sich im Traum an einen bestimmten Vogel, eine bestimmte Hütte, einen bestimmten Onkel seiner Kindheit erinnern. Es ist die perfekte Verbindung von Realismus und Magie, aber trotzdem das Gegenteil eines magischen Realismus ala Marquez oder Allende. Dafür ist sie zu wach, zu brutal, zu clever.

"Postkarten" ist für mich das beste Buch von ihr, das erste auch, das ich gelesen habe. "Schiffsmeldungen" und "Das Grüne Akkordeon" sind ebenfalls gut, sowie alles andere. Aber darin hat sie sich nicht mehr so weit in diese herzzerreißenden Abgründe vorgewagt.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwermütig und eindringlich, 3. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Postkarten: Roman (Taschenbuch)
Auf ungefähr Seite 80 dachte ich daran, das Buch wegzulegen und mir ein weniger komplexes Buch zu holen, aber dann bin ich doch dabei geblieben und wurde auch belohnt - mit einigen sehr eindrucksvollen Schilderungen, die mir trotz der vielen Bücher, die ich lese, sicher im Gedächtnis haften werden. Zum Beispiel die Beschreibung eines Bergwerkunfalls war sehr aufwühlend. Insgesamt ist das Buch sehr schwermütig und lässt tief in die amerikanische Gesellschaft der Jahre 1940-1990 blicken. Noch mehr hat es mir aber die wechselvolle und oft unbarmherzige Natur der USA vor Augen geführt, die vielen Menschen das Leben kostet.
Die Autorin bringt viele Metaphern, schon der Name des Hauptprotagonisten, Loyal Blood, spricht doch Bände.
Insgesamt gesehen war das Buch mir fast zu trostlos.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen wo ist das lektorat?, 17. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Postkarten: Roman (Kindle Edition)
wie liebe ich dieses Buch -
wie lieblos ist die kindleedition?

fast keine Seite ohne druck- oder Rechtschreibfehler
es gib kein "ck" immer nur "kk" - also Brücke wird Brükke geschrieben....

gibt es bei kindleeditionen eigentlich kein Lektorat?
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bin schwer enttäuscht!
die kindleedition ist nicht zu empfehlen!
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, 1. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Postkarten (Gebundene Ausgabe)
Inhaltsangaben findet man ja zur genüge im Internet. Abgesehen davon ist das ein gutes Buch, gut zu lesen und ein Muss für Annie Prouxl Fans.
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Postkarten: Roman
Postkarten: Roman von Annie Proulx (Taschenbuch - März 2003)
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