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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der "Zauberer" privat, 31. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Über mich selbst: Autobiographische Schriften (Taschenbuch)
Auf den reichlich fünfhundert Seiten dieses Buches versammelt sich eine bunte Mischung autobiographischer Äußerungen Thomas Manns. Es sind dies Vorträge, Reden, Essays, Zeitungsartikel und Interviewsequenzen aus nahezu allen Zeiten seines Schriftstellerlebens. Die Themen reichen von „Kinderspielen" und „[Das Bild der Mutter]" über so bekannte Vorträge wie „[On Myself]" und „Lübeck als geistige Lebensform" zu kurzen Ausführungen über die „[>Bürgerlichkeit<]" oder „Über den Alkohol". Der Meister zeichnet hier in seiner vertrauten plastischen Sprache, oft mit ironisch gespitzter Feder und voller Lust am Fabulieren ein sehr privates, vielfach psychologisch gefärbtes Bild seiner selbst. Doch nicht nur das: immer - hier mehr, dort weniger - scheint auch der Geist der Zeiten durch, die er durchlebt hat. Besonders interessant sind die zahlreichen Äußerungen zu den autobiographischen Anspielungen seiner Werke, aber ebenso die über seinen Lebens- und Arbeitsstil - hier läßt sich der große Schriftsteller einmal ins Arbeitszimmer und über die Schulter schauen. Mindestens jedem Thomas-Mann-Liebhaber oder -Interessierten sei diese äußerst anregende, erhellende, genußvoll vergnügliche Lektüre wärmstens empfohlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Das Einfachste wird das Richtigste dafür sein." (S. 428), 26. Juni 2010
Von 
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Über mich selbst: Autobiographische Schriften (Taschenbuch)
"Vielleicht liebe ich mein Leben nicht genug, um zum Autobiographen zu taugen", so schreibt er in dem Aufsatz MEINE ZEIT, der gleich zu Beginn dieser Sammlung abgedruckt ist. SEINE ZEIT, die Zeit Thomas Manns, der als Kind dereinst noch den alten Kaiser Wilhelm I. sah, der die Spätzeit der bürgerlichen Welt im ausgehenden 19. Jahrhundert erlebte, ebenso wie die beiden Weltkriege.

Die Texte in dieser Sammlung beinhalten Informationen zur Entstehungsgeschichte der Werke Thomas Manns, verschiedene Lebensläufe, Reisebetrachtungen, vor allem aus Frankreich und der Schweiz, Vorträge, Ansprachen, die Rede zur Verleihung des Nobel-Preises, aber auch Berichte über okkulte Sitzungen und Erlebnisse, Erinnerungen an die Kindheit, Erläuterungen zu seiner Arbeitsweise, Gedanken über den Alkohol und vieles, vieles mehr. Manches ist durchaus amüsant geschrieben, zum Beispiel die Taschentuch-Elevation, das Eröffnungsphänomen jener okkulten Sitzung. Anderes wiederum ist sehr theoretisch.

Einen einzigen großen Nachteil hat diese Sammlung: das Stichwortverzeichnis fehlt. Das ist gerade deswegen bedauerlich, weil viele Themen durchaus mehrfach angesprochen werden, sei es nun die Entstehungsgeschichte von einzelnen Werken Manns oder Details aus seinem Leben. Ohne Stichwortverzeichnis bleibt dem Leser aber nichts anders übrig als alles, wirklich alles akribisch durchzulesen.

Das Inhaltsverzeichnis findet sich übrigens am Schluss. Davor ist ein bibliografischer Nachweis zu den einzelnen Texten abgedruckt, in welchem der jeweilige Hintergrund erklärt wird.

Mein Fazit: Es lohnt sich, den Gedankengängen dieses schöpferischen Geistes zu folgen. Nicht immer ist die Lektüre einfach, aber die einzelnen Fragmente helfen bei der Formung eines Bildes. Und doch:

Nie kann der Mensch, wieviel er auch vollende,
Wie kühn er sei, sich zeigen als ein Ganzes,
Und was er ausführt, gleicht es nicht am Ende
Zerstreuten Blumen eines großen Kranzes?

(Platen, zitiert auf S. 489)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Zauberer stellt sich vor, 11. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Über mich selbst: Autobiographische Schriften (Taschenbuch)
"Vielleicht liebe ich mein Leben nicht genug, um zum Autobiographen zu taugen."

Diese Worte stammen von dem Mann, der eigentlich nichts anderes tat, als über sein Schaffen und sein Leben zu schreiben, wenn auch meist in einem literarischen Werk oder Essay verpackt. Das vorliegende Buch enthält Reden, Lebensläufe und Aufsätze Thomas Manns, welche einen unverhüllten Blick auf sein Wirken zulassen. Sie zeigen einen Menschen, der sein Leben ganz dem Schreiben unterordnet. Sie zeigen aber auch einen Menschen, der trotz seines Erfolgs an sich zweifelt, getrieben ist vom Wunsch und der Sehnsucht nach Achtung und Anerkennung.

"Denn selten wohl ist die Hervorbringung eines Lebens – auch wenn sie spielerisch, skeptisch, artistisch und humoristisch schien – so ganz und gar vom Anfang bis zum sich nähernden Ende, eben diesem bangen Bedürfnis nach Gutmaching, Reinigung und Rechtfertigung entsprungen, wie mein persönlicher und so wenig vorbildlicher Versuch, die Kunst zu üben."

Thomas Mann zeigt seinen Zuhörern und Lesern seine Zeit, seinen Werdegang, seinen Tagesablauf und sein Schreiben. Dabei ist immer zu bedenken, dass er ein Bild von sich darlegt, welches er darlegen will, dass er dieses mit dem Werkzeug zeichnet, welches er meisterhaft beherrscht: der Sprache. Und es ist ein Bild, das all die stilistischen Mittel auch trägt, die sein Werk ausmachen: Ironie, Humor, Prägnanz, Detailtreue – alles auf die Wirkung ausgerichtet, die beim Empfänger gewünscht ist. So mag das Bild vielleicht nicht immer ganz realistisch sein, es fehlen die Seiten, die verschwiegen werden wollen und glänzen die, welche präsentiert werden sollen, trotzdem spricht gerade das für die Authentizität des Berichts, denn genau so war er: ein Zauberer mit der Sprache, welcher immer die Worte aus dem Hut zaubert, die das Gegenüber erstaunen lassen.

Thomas Mann lebte zum grossen Teil für sein Schreiben und er sah dieses Schreiben als eine Form von Dankbarkeit:

"Wir werden daran gewahr, dass Produktivität aktiv gewordene Empfänglichkeit ist, Dankbarkeit für das Leben, für das Glück und das Leiden, das es dem schöpferischen Menschen reichlicher spendet als anderen."

Fazit:
Thomas Mann beleuchtet sein Leben, sein Schaffen, einzelne Werke und gibt dem Leser somit Einblicke in sein Schaffen und die Motivationen, die hinter diesem stehen. Absolut lesenswert.
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4.0 von 5 Sternen Als Thomas Mann Fan ein Muss!, 14. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Über mich selbst: Autobiographische Schriften (Taschenbuch)
Da ich mich durch alle Schriften von Thomas Mann gerne "quäle" - ich liebe seine Art zu schreiben, auch wenn man sich in der Länge siener Sätze verirren kann.....
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Über mich selbst: Autobiographische Schriften
Über mich selbst: Autobiographische Schriften von Thomas Mann (Taschenbuch - 24. Februar 2010)
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