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5.0 von 5 Sternen Der große Schatten des Erdöls, 28. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Preis: Die Jagd nach Öl, Geld und Macht (Taschenbuch)
Daniel Yergin erzählt in 'Der Preis' eine Chronik des Erdöls und zeigt, dass Geschichte viel fesselnder sein kann als ein Krimi.

'Wir wollen nicht länger die Geiseln einer Energieart wie Benzin bleiben', erklärte ein Admiral der US-Streitkräfte im März des Jahres 2012 und im Mai verkündete der deutsche Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, dass er der Bildung eine Behörde mit dem Namen Markttranzparenzstelle zugestimmt hat, sie soll die Ölkonzerne kontrollieren, damit diese keine Preisabsprachen treffen können, und somit den Geldbeutel der Autofahrer unnötigen belasten.
Diese Schlagzeilen stehen nur stellvertretend für die mannigfaltige Berichterstattung, wenn es um das Thema Benzin und Öl geht und sie zeigen auch die enge Verbindung von Politik und Öl.
Daniel Yergin ist Präsident der Cambridge Energy Associates und lehrte an der Harvard University und erhielt 1992 den Pulitzer-Preis für 'Der Preis.' Dass die Auszeichnung mehr als verdient ist, zeigt schon der Prolog, der im Jahre 1911 mit dem damaligen englische Innenminister Winston Churchill beginnt, der sich entschied, die Marine von Kohle auf Öl umzustellen, da dieses viel effizienter war. Dies Eintauchen in die Weltgeschichte gestaltet Yergin sehr geschickt und zudem hält er die Spannung über die gesamten fast eintausend kleingeschriebenen Seiten.
Angefangen hatte alles vor mehr als einhundert Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika im Bundesstaat Pennsylvania. Zwar war Erdöl, das damals noch Steinöl genannt wurde, um es von pflanzlichen und tierischen Fetten zu unterscheiden, schon seit längerer Zeit bekannt, Ureinwohner nutzten das Öl um ihre Kanus zu versiegeln und es wurde auch als Medizin genutzt. Das Öl sprudelte aus dem Boden und wurde mit Tüchern abgeschöpft. Doch dann kam der erste Investor der Öl, als Leuchtstoff verwenden wollte und im Jahre 1860 brach der erste Ölboom der Welt aus.
Die Geschichte des Erdöls ist geprägt von wechselnder Ölschwemme und Ölknappheit, die im Laufe der Zeit immer größere Bedeutung für die Weltwirtschaft bekam. Seit 1950 gab es fünf große Krisen, die geprägt waren von Embargos, Kriegen, Preisstürzen und dramatischen Preiserhöhungen.
Das Buch enthält eine Fülle von Informationen, politischen Szenarien und bekannten Persönlichkeiten, die die unglaubliche Bedeutung von Öl noch mehr hervorstreichen, z. B. Alfred Nobel, Baron Rothschild, J. Paul Getty, T. E. Lawrence - Lawrence von Arabien -, Baron Julis de Reuter, Gründer der Reuters Agentur, Saddam Hussein und natürlich dem Mann, der zu seiner Zeit der mächtigste Mann im Ölgeschäft war: John D. Rockefeller. Er baute ein Ölimperium auf mit seiner Firma Standard Oil. Aus diesem großen Unternehmen und Monopolisten gingen später die heute bekannten Firmen Exxon, Mobil, Conoco. Sun, Chevron und Amoco hervorgingen, denn im Jahre 1890 wurde das Unternehmen nach den Antitrust-Gesetzen der Vereinigten Staaten zerschlagenden Monopolisten nach dem Antitrust Act.
Erdöl hat die Welt verändert und tut es auch heute noch und manch einer fürchtet sich bereits jetzt schon, wenn die Erdölvorkommen dereinst zu Ende gehen werden. '...war es das Öl, das nun den Menschen ihre Energie verlieh...in der vielfältigen Verbreitung neuer petrochemischer Produkte.'
Die beiden größten Öllagerstätten der Welt befinden sich im Iran und in Saudi-Arabien. Einem Gebiet, das seit dem Untergang des Osmanischen Reiches, ständig für politische Spannungen und Kriege sorgt.
Das Buch enthält auch einige schwarz-weiß Fotografien, die die Geschichte anschaulich illustrieren, sei es mit Bildern aus den Anfangstagen des Ölbooms oder Fotos der einflussreichsten Persönlichkeiten im Ölsektor..
Die Ölindustrie hat seit dem Beginn vor mehr als einhundert Jahren große Fortschritte durchlebt, wie das chemische Cracken mit dem aus einem Barrel Rohöl mehr verwertbares Benzin gewonnen werden konnte, dem Bau von Pipelines, Supertankern, Offshore-Explorationen, Bohrtürmen und das Öl hat die Gesellschaft tiefgreifend verändert. Die USA wurden in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts zur Drive-In-Gesellschaft, Vorstädte, Malls, McDonalds und Motels entstanden, da das Erdöl billig war. Doch nach der Krise im Jahre 1973, als die OPEC, die Gesellschaft, die von erdölexportierenden Ländern gegründet wurde, um sich von dem Diktat der Mineralölkonzerne zu befreien, ihre Fördermengen senkte, um auf die Politik der westlichen Länder Einfluss zu nehmen und der folgende Krise im Jahre 1979 stieg der Ölpreis auf ein Rekordniveau. Die Erdölkonzerne und erdölexportierenden Nationen hatten die Befürchtung, dass die ein zu hoher Benzinpreis, sich fatal auf ihr Geschäft auswirken könnte. 'Der Preis könnte ein wirkungsvolles Mittel darstellen, um die Entwicklung von alternativen Energien zu verlangsamen und unter Kontrolle zu halten.' Es war die Zeit, als die Fernsehserie Dallas, die im Ölmilieu spielt, große Erfolge im Fernsehen feierte. Erdöl war, '...längst zum Lebensblut der Industrienationen der Welt geworden.'
Das Buch begann mit einem Krieg und endet mit dem Krieg im Jahre 1990 als der Irak in Kuwait einmarschierte. Der damalige Präsident der USA war George Bush sen., der durch Öl zu Geld gekommen war.
Daniel Yergin beendete sein Buch im Jahre 1991 und er wagt noch eine Aussicht in die Zukunft, er erwähnt den aufkommenden Umweltschutz, die Havarie der Exxon Valdez im Prince William Sound in Alaska, die die Umweltbewegung stärkte und die Angst der Menschen vor der Zerstörung des Planten durch den Treibhauseffekt, der durch die Verbrennung fossiler Energieträger verschlimmert wird. Der Autor glaubt nicht, dass das Thema Öl in nächster Zeit aus den Köpfen der Menschen verschwinden wird und das tut es auch nicht.
'In unserem Jahrhundert ist jede Facette der Zivilisation durch die moderne Alchemie des Petroleoums verwandelt worden.'
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Der Preis: Die Jagd nach Öl, Geld und Macht
Der Preis: Die Jagd nach Öl, Geld und Macht von Daniel Yergin (Taschenbuch - 1993)
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