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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die anderen Erzählungen
Über die Haupterzählung dieses Bandes, "Der Tod in Venedig", ist von meinen Vorrezensenten schon viel geschrieben worden; ausreichend, um sich ein gutes Bild dieses Meisterwerks der Jahrhundertwende zu machen.
Allerdings beinhaltet dieses Buch auch andere Erzählungen, auf die ich kurz eingehen möchte, da sie in den vorigen Rezensionen zu kurz...
Veröffentlicht am 30. April 2005 von Thomas Muehlfellner

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend
Der große Name des Schauspielers verführt zum Kauf. Aber wie enttäuschend ist seine Lesung! Man müsste sie, wäre nicht die vortragsgeschulte Stimme, indiskutabel nennen. Gert Westphal würde sich im Grabe rumdrehen. An ihm Quadflieg zu messen wäre ungerecht, aber Quadflieg liest so lustlos, als hätte er den Text kurz vor der...
Veröffentlicht am 8. November 2009 von Rontrus


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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die anderen Erzählungen, 30. April 2005
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Über die Haupterzählung dieses Bandes, "Der Tod in Venedig", ist von meinen Vorrezensenten schon viel geschrieben worden; ausreichend, um sich ein gutes Bild dieses Meisterwerks der Jahrhundertwende zu machen.
Allerdings beinhaltet dieses Buch auch andere Erzählungen, auf die ich kurz eingehen möchte, da sie in den vorigen Rezensionen zu kurz gekommen sind.
"Tristan" ist ein Frühwerk von Thomas Mann. Seine Leser werden den Schauplatz wiedererkennen, ein Sanatorium in den Schweizer Alpen. Der Protagonist: Ein Möchtegern-Schriftsteller, ein Einzelgänger und schwieriger Mensch. Die Frau eines Großkaufmanns taucht auf und die Szene für ein sehr problematisches, platonisches Liebesverhältnis ist gesetzt. Sehr gut zu lesen und mit der für Mann typische klare Psychologie ausgestattet.
Danach kommt meine Lieblingsgeschichte, "Die vertauschten Köpfe". Diese Erzählung ist in der indischen Märchenwelt angesiedelt, voller Wunder und farbenprächtig erzählt. Man könnte meinen, dass ein Inder diese Geschichte erzählt hätte. Eine ergreifende Handlung, wunderschön geschrieben und sehr weise. Eines der Spätwerke von Mann.
Dann geht es weiter mit einer sehr kurzen Erzählung, "Gladius Dei", in der es um die Unantastbarkeit der Heiligen Jungfrau Maria geht und um die Entfremdung von Religion und Heiligtum in der modernen Welt. Das Thema ist auch heute noch (mehr denn je) aktuell, allerdings habe ich mich mit dieser kleinen Geschichte nicht so richtig anfreunden können, da Mann hier zu sehr moralisierend den Finger hebt.
Anders sieht es wieder mit der kurzen Erzählung "Schwere Stunde" aus, eigentlich nichts mehr als eine Momentaufnahme im Schaffensprozess von Schiller. Eine kleine, aber feine Studie über Schiller, seine Ängste und Zweifel in einer schweren Stunde des Schaffens (oder eher Nicht-Schaffens).
"Das Gesetz" ist dann der Abschluss dieser Sammlung und wieder spielt Mann, wie zuvor schon in der indischen Erzählung "Die vertauschten Köpfe" mit der Sprache, lässt sie altertümlich und bibelhaft erscheinen. Allein durch dieses Sprachexperiment ist die Geschichte es wert, gelesen zu werden. Auch wird Moses entzaubert, seine Weltlichkeit und Menschlichkeit mit all seinen Fehlern in den Vordergrund gerückt - ein sehr interessanter Zugang zu dem Thema. Allerdings zieht sich die Lektüre ein wenig, sie hätte durchaus kürzer gefasst werden können.
Mein Fazit: Ein weiterer Beweis, welch ein großer Erzähler Thomas Mann war, allerdings schuf auch er nicht uneingeschränkt große Meisterwerke (wenngleich diese bei ihm in der Überzahl sind). Manchmal (wie in "Gladius Dei") brachte er auch nur Mittelmäßiges bis halbwegs Gutes zu Stande, deshalb die 4 Sterne. Dennoch eine echte Empfehlung - nicht nur wegen der berühmten Erzählung "Der Tod in Venedig" - denn dieses Buch hat noch viel mehr als diese zu bieten.
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53 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nein, dieses Buch ist hochaktuell, 14. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Gebundene Ausgabe)
Die armen Schüler, die sich an diesem Ort über die ihrer Meinung nach nicht mehr vorhandene Aktualität des Buches beklagen haben entweder zweifelhafte Lehrer oder schlichtweg eine unterentwickelte Fähigkeit zur Selbstreflektion. Es geht nicht um die Vergangenheit, es geht viel mehr um die Mechanismen und Automatismen in der Formung des Charakters eines Menschen unter immer wieder aktuellen Machtkonstellationen. Und es glaube bitte keiner, dass die dargestellten Verformungen eines Charakters nur in dieser Zeit geschehen sind, man schaue sich aufmerksam um und siehe da, die Heßlings von heute sehen anders aus, sind häufig seminargeschliffene Schönredner. Hinter der Fassade aber steckt leider oft genug der nahezu skrupellose Machtmensch. Das wird aktuell bleiben solange es Menschen gibt und schon deswegen ist es gut und wichtig, zu wissen was diese Menschen treibt und wie sie sich selbst gegenüber ihr Handeln, ihr Tun und Lassen zu rechtfertigen versuchen.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Herbarium eines gefolgsamen Menschentyps, 3. Dezember 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan: Roman (Taschenbuch)
Der Roman von Heinrich Mann beschreibt die gesellschaftlichen Verhältnisse während der Jahrhundertwende des 19. Jahrhundert. Mann verdeutlicht diese Zustände anhand der Lebensgeschichte des Bürgers Heßlings, einem zweigeteilten Menschen, der zugleich Mächtiger und Untertan ist. Dieses Buch wurde 1918 veröffentlicht, hätte aber, abgesehen von einigen inhaltlich, typisch zeitgemäßen Gebundenheiten, zu jeder Zeit erscheinen können, denn es offenbart größtenteils die Biederkeit, die gesellschaftlichen Zwänge, die Obrigkeitstreue und die Befolgung moralischer ungerechter Strenge vieler Menschen unserer Tage. Kurt Tucholsky bezeichnete dieses Werk einmal als "Herbarium des deutschen Mannes", obwohl dergleichen Menschentypen m.A. nach allerorts zu finden sind. Ein erschreckendes Bild eines gehorsamen Menschentyps, der seine eigene, wertvolle Identität unbewusst für eine höhere, nicht fassbare, völlig fremde Idee (Kaisertreue) preisgibt und darüberhinaus glaubt für das Gute im Leben einzutreten. Ein Roman, der aufzeigt, wie die Individualität an ein abstraktes politische Ideologie, zu dem der Mensch niemals direkten Bezug aufbauen kann (wie z.B. zu einem Mitmenschen), verloren geht.
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42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Habemus papam, 8. April 2005
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Der Erwählte: Roman (Gebundene Ausgabe)
Einfach nur wunderbar! Die Kirche lief Sturm gegen dieses 1951 erschienene Spätwerk Thomas Manns. Wie könne man sich nur so an der Schöpfung vergehen. Wie auch immer, für alle Nichtdogmatiker ist dieser Roman ein köstlicher Spaß.
Erzähler ist der Mönch Clemens, der uns diese Geschichte "zur Unterhaltung" berichtet. Protagonist ist Gregorius, das Kind von Wiligis und Sibylla, einem Geschwisterpaar. Als diese das unerhörte Ausmaß ihres Aktes begreifen, legen sie das Baby in ein kleines Schiffchen und setzen dieses auf dem Meer aus, beigelegt ein Bericht über die schändliche Herkunft des Kindes. Ein Abt auf einer kleinen Insel findet das Schiffchen, nimmt den kleinen Gregorius auf, verheimlicht aber vor aller Welt die Geschichte seiner Herkunft und lässt dem Jungen eine theologische Erziehung angedeihen. Als junger Mann erfährt Gregorius jedoch von seinem Makel und beschließt auf Ritterfahrt zu gehen, um seine Sünden zu büßen. Dabei befreit er eine Stadt und heiratet dessen Herrin. Diese Herrin ist, man hält es nicht für möglich, seine Mutter. Nach mehreren Jahren erfahren die beiden durch Zufall von dieser Misslichleit und der gute Gregorius beschließt, den Rest seines erbärmlichen Lebens auf einem kahlen Felsen in Meer zu verbringen. 17 Jahre später, die Kirche ist durch ein Schisma gespalten, haben zwei Kirchenmänner eine Vision, dass der neue Papst seit 17 Jahren sein Dasein auf einem Felsen fristen soll. Sie begeben sich sofort auf die Suche und finden auch tatsächlich Gregorius, der auf wundersame Weise überlebt hat und zum neuen Papst ernannt wird. Als Sibylla von diesem neuen, wundersamen Papst erfährt, begibt sie sich zu ihm, um Absolution von ihren Sünden zu erlangen. Sie erkennen sich gegenseitig, fallen sich in die Arme und dem Happy End steht nichts mehr im Wege.
Das Unterhaltsame an diesem Roman ist die durchweg vorhandene Ironie in der Erzählung Clemens. Er erwähnt zwar ständig, wie schlimm das doch alles sei und wie schwer es ihm doch falle, alles wahrheitsgemäß zu berichten, doch tut er es doch mit einer unverhohlenen Freude am Detail. Zusätzlich dazu macht Manns einmaliges Sprachniveau die Lektüre dieses Romans zu einem großen Vergnügen.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legendenstoff in moderner Bearbeitung, 2. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Erwählte: Roman (Taschenbuch)
Thomas Manns Erzählung gründet sich in Hauptzügen auf den mittelalterlichen Epos „Gregorius der gute Sünder" geschrieben von Hartmann von der Aue. Beide sind sich sehr ähnlich, was für eine Adaptation eines Legendenstoffs, wie es „Gregorius der gute Sünder" ist durchaus im Bereich des Erlaubten ist. Nichts dagegen zu sagen. Ist das Original aber noch in Reimform und Mittelhochdeutscher Sprache geschrieben, so bezieht sich Thomas Mann doch auf das, was er am besten kann - Prosa. Und die ist im gelungen. Der Text liest sich ungemein gut und, er ist, trotz des heiklen Themas, Inzest nämlich, nicht unkomisch. Genaugenommen finden sich einige für den Leser im ersten Moment groteske Formulierungen und Situationen, die sich im Nachhinein aber doch selbst erklären. Zum ersten Mal kam Thomas Mann mit der Gregorius Legende im Wintersemester des Jahres 1894 / 95 in Kontakt und diese Geschichte um den „christlichen Ödipus" mit der „Kraft der Reue zur Vergebung jeglicher Sünde" lies ihn nicht mehr los. Gregorius ist das Kind einer freiwillig unfreiwilligen Liaison eines Bruders mit dessen Schwester. Da das Kind nicht bekannt werden darf, wird es auf das Meer ausgesetzt, wo es von Fischern geborgen wird, in einem Kloster aufwächst, um im Erwachsenenalter in seine Heimatstadt zurückzukehren, ohne es zu wissen seine Mutter ehelicht. Das Vergehen wird entdeckt und Gregorius beschließt seine Sünde zu büßen, indem er auf einem Stein im Meer leben will. Schlußendlich wird er aber doch zum Papst gekrönt, warum, das lese möglichst jeder selbst, es lohnt sich tatsächlich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über den Erwählten von Thomas Mann, 26. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Erwählte: Roman (Taschenbuch)
Als ich die mittelalterliche Legende von Gregorius, dem guten Sünder von H. von Aue zum ersten Mal las, war ich nicht sehr angetan von dem Stoff, von der Erzählsweise und den Charakteren überdies auch nicht. Das änderte sich aber als ich Manns Bearbeitung dessen las und total überrascht war. Mann schildert die Personen, Orte und Begebenheiten, Zusammenhänge, Verbindungen, Motive und Themen der Legende so geschickt, so spielerisch-künstlerisch, so sprachästhetisch und überzeugend, so dass ich abschließend nur sagen kann, dass dieses "Spätwerk", dieser "Stil-Roman" mich persönlich und bestimmt auch jeden anderen überzeugt und fasziniert hat und wird. Ein wahrlich letztes, großes Werkchen des herausragendsten deutschen Romanciers und Essayisten!!!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das macht nachdenklich, 23. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Gebundene Ausgabe)
Hier handelt es sich um ein Buch ,das trotz seines Alters immer noch sehr aktuell ist. Die Geschichte des Diederich Heßling führt den Leser in die Tiefen der menschlichen Schwächen. Diser Diederich ist ein zweigeteilter Mensch, auf der einen Seite weich wie Butter gegenüber Vorgesetzten und Mächtigeren, auf der anderen Seite hart wie Stahl all denen gegenüber, denen er sich überlegen fühlt. Man ist angewidert von seinem Auftreten nach beiden Seiten und hofft, nie auf dieses Handeln abzugleiten. Die leichten bis schweren Übertreibungen in dem Auftreten des Helden, die Gemeinheitet seiner Handlungen sensibilisiert den Leser für die gezeigten menschlichen Schwächen. Gleichzeitig erfährt man viel über die Zwänge und die strengen moralischen Regeln dieser Zeit, der man aufgrund der Beschreibungen kaum nachtrauern wird. Hier wird eine gern glorifizierter Zeitraum so entzaubert, daß man einen wahrscheinlich realistischeren Eindruck bekommt als aus diversen anderen Heldenromanen. Dieses Buch kann man auf jeden Fall als Standardliteratur weiterempfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre, 1. August 2007
Von 
Moses (Land in dem Milch und Honig fließen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer behauptet, dass dieser Roman langweilig und schrecklich ist, hat ihn nicht gelesen sonder angeschaut. Auf den ersten Blick, bzw. während des Lesens kann dieses Stück sehrwohl an den Nerven zehren. Es ist keine leichte Unterhaltungslektüre, aber wer erwartet das von Heinrich Mann? Erst wenn man das bis zur letzten Seite durchgehalten hat und die Teile zusammenfügt eröffnet sich einem das Genie, des Autors. Dieses Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen. Wer sich mit dem Buch genauer befassen möchte werd an Freud nicht vorbeikommen.

Grandios! Aber man muss einfach durchhalten und sich zum lesen zwingen, man wird dafür belohnt. Nur schon alleine die unendlichen Parallelen zwischen der willhelminischen und der heutigen Gesellschaft sind erschreckend. Der Untertan, ist der Mensch wie er leibt und lebt.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr spannender Roman über einen typischen "Untertan", 7. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Gebundene Ausgabe)
„Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt." So fängt die Lebensgeschichte des Diederich Heßling an und man ahnt schon beim ersten Satz, dass dieses kein gutes Ende haben wird. Sein Leben wird von Anfang bis Ende beschrieben und man sieht, wie sich die Hauptperson entwickelt, wie sie sich zu einem Untertan entwickelt, dessen höchstes Erlebnis es sein wird, den Kaiser aus der Nähe gesehen zu haben. Andere Werte, wie jedoch Liebe und menschliche Gerechtigkeit bzw. menschliches Mitgefühl sind ihm leider jedoch eher fremd. Das Buch schreib einerseits eine spannende Geschichte, andererseits beschreibt es aber sehr gut das deutsche Gedankengut von damals (und sicher auch teilweise von heute), ausgedrückt durch die soziale Unterdrückung, deutsche Burschenschaften, das Militär, die Autoritätenverehrung usw. Eins meiner Lieblingsbücher. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarisches Opium, 10. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Tod in Venedig. Novelle. (Taschenbuch)
In vorwärts, rückwärts, seitwärts, auf und ab und hin und her laufenden Wortkaskaden winden sich die verschachtelten Sätze gurgelnd über die Seiten. Ein Genuss! Dieser Rhythmus! Diese Melodie! Die Atmosphäre ist schwül-warm, genauso wie der Handlungschauplatz Venedig. Ein Brutplatz für Bazillen ebenso wie für unzüchtige Gedanken. Interessant, dass viele Leser nicht über den homoerotischen Ansatz hinauskommen. Das erscheint ein bischen arg banal. Andere interpretieren den schönen Tadzio als Symbol des Todes. Schon besser. Aber in dem Text wird immer wieder auf seine Schönheit hingewiesen. Er wird häufiger mit einer griechischen Statue verglichen. Dieser Schönheit verfällt Aschenbach. Wie ein Süchtiger kann er sich nicht von ihr lösen. Selbst als er erfährt, dass die Cholera ausgebrochen ist, reist er nicht ab. Ausserdem - besonders reizvoll - ist es gerade der Bann dieser Schönheit, der ihn jene eiserne Selbstdisziplin vergessen lässt, der er sein künstlerisches Werk verdankt. Bestimmt steckt noch viel mehr Symbolik in diesem kleinen Werk. Aber das Vorstehende sollte reichen, denjenigen, die mit einem Hauptsatz, der von mehr als einem Nebensatz unterbrochen wird, Lust auf die Lektüre zu machen.
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Der Tod in Venedig. Novelle.
Der Tod in Venedig. Novelle. von Thomas Mann (Taschenbuch - 1. Juli 1992)
EUR 6,95
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