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Metapher der Wirklichkeit, 29. Oktober 2004
Ist es ein Krimi? Mord ohne Motiv? Oder etwas viel Düsteres? Der Protagonist, C., weiß es selber nicht genau, er leidet an Erinnerungslücken, sowohl während seiner Haftszeit als auch nachher. Seine Fantasmagorien kreisen um eine langhaarige Schwarze, um ihren eventuellen Mord, um das unmögliche Leben in einem repressiven System und den in sich unterdrückten Ausbruchswunsch eines Vereinzelten. Die Fäden führen zu Menschenschmuggler, die Republikflucht vorbereiten und durchführen, was zu einer Sache des Geheimdienstes wird. Ein Krimi also aus den Akten der Stasi geschrieben. Am Ende kommt nicht einmal der bedauernswerte C. so ganz unschuldig vor. Der Autor schmilzt auf einzigartige Weise griechische Mythologie, Expressionismus und autobiografische Motive zusammen und zeigt die ehemalige DDR-Wirklichkeit, "wie sie sei: eine Methaper". Das griechische Wort Metapher bedeutet nämlich Übertragung, wie der Autor den Titel seines ersten Romans auslegt. Wer sich nach leichter Lektüre sehnt, soll Eine Übertragung nicht in die Hand nehmen, das Buch ist für literarische Feinschmecker, die die sprachliche Virtuosität des Autodidaktenschriftstellers bewundern können.
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