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am 19. Dezember 2002
"Der gesamte Kosmos der modernen wie der klassischen Erzählkunst wird von Jorge Luis Borge ausgebreitet". So lautet der Klappentext von Borges "Das Aleph". Diesen Satz, der keinerlei Rückschlüsse auf den eigentlichen Inhalt des Buches zuläßt, verstand ich erst nach beendeter Lektüre der 16 Erzählungen. Jede dieser Erzählungen führt den Leser auf einen Weg durch die Geschichte des Erzählens, der verschiedensten literarischen Gattungen und Textsorten. Borges schafft durch seine Vermengung der unterschiedlichen Erzähltechniken und ständig wechselnden Erzählperspektiven eine eigene literarische Gattung, die als eine literarische Revolution galt. Gleichzeitig geben die Geschichten Borges enormes Wissen über historische und aktuelle Gestalten, Orte und Zusammenhänge in Literatur, Politik, Philosphie und Religion wieder. Die Wirklichkeit dieses Wissens wird in den Erzählungen durch Fiktion ergänzt und durchdrugen. Ebenso umgekehrt, fiktive Erzählungen werden durch tatsächliches Wissen auf eine andere, höhere Ebene gehoben. Phantastischer Realismus auf seinem Höhepunkt. Borges ist ein absolutes Muß für jeden der Literatur schätzt.
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TOP 500 REZENSENTam 29. November 2007
"Jedes Schicksal, wie weitläufig und verschlungen es auch sein mag, besteht in Wirklichkeit aus einem einzigen Augenblick, dem Augenblick, in dem der Mensch für immer weiß, wer er ist," heißt es in der Geschichte "Biographie von Tadeo Isidoro Cruz 1829-1874". Die menschliche Würde bemisst sich allerdings dann danach, fährt Borges fort, inwieweit der Einzelne in diesem entscheidenden Augenblick auch bereit ist, sein Schicksal anzunehmen, das heißt, zu dem zu stehen, was er in sich trägt.
Das ist in aller Kürze der moralische Anker, um den die Psychologie der Hauptfiguren in den achtzehn Kurzgeschichten des vorliegenden Buches kreisen. Inhaltlich dagegen sind sie in ihrer Themenweite unvergleichlich: sie erzählen von den mythischen Zeiten Homers, von spätantiken Theologen, aztekischen Priestern, muslimischen Gelehrten, deutschen KZ-Kommandanten und über die Gauchos der argentinischen Pampas - immer aber von Momenten der Entscheidung, in der der Mensch mehr oder weniger plötzlich die Grundmuster seiner faktischen und moralischen Existenz erkennt.
Das alleine ist schon ein anspruchsvolles Programm, dessen literarische Einlösung jeden Autor befriedigen müsste. Aber natürlich nicht Borges. Fast alle Geschichten des Alephs verfügen über eine formal raffiniert komponierte zirkuläre Struktur, die den Leser unausweichlich mit in das Geschehen einbezieht und verblüfft. Mehr als einmal muss er die Fronten wechseln, was gut schien, ist schlecht und was schlecht schien, wird gut, bis beides sich als Variation der gleichen Wesenheit erweist. Die formale Raffinesse, die der Aufbau der Geschichten verrät, und die geradezu furchterregende Gelehrsamkeit, die sie fast wie nebenbei transportieren, erheben jede der Aleph Geschichten in den Rang klassischer Miniaturen, die man wieder und wieder lesen kann, ohne sie jemals ganz zu begreifen.
Aber auch das ist noch nicht alles. Die moralische Entschiedenheit, die formalen Raffinessen und die unglaubliche Bildung des Autors blieben achtbar, aber belanglos, würde es Borges nicht gelingen, seine Leser mit wenigen Worten mitten in seine Geschichte hineinzuziehen, um ihn bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Borges ist also nicht nur ein Ethiker, ein Poethologe und Gelehrter von höchsten Graden sondern auch ein Erzähler von unglaublicher Intensität, ein Magier, der seine Geschichte wie Fangnetze über die Leser auswirft. Deswegen Achtung: Wer "Die Theologen" "Der Unsterbliche", "Deutsches Requiem", "Der Zahir" oder andere Geschichten gelesen hat, gerät in die Gefahr, von ihnen nicht mehr loszukommen und sie immer aufs Neue lesen zu müssen - ihre Gedanken, Rätsel und Symbole verfolgen einen leicht bis in den Schlaf.
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TOP 500 REZENSENTam 14. Oktober 2011
um ihn zu verstehen.

"Coleridge bemerkte, dass alle Menschen entweder als Aristoteliker oder als Platoniker geboren werden. Letztere empfinden Ideen als Realitäten; erstere betrachten sie als Verallgemeinerung; für sie ist die Sprache nichts als ein System willkürlicher Symbole, für jene ist sie die Karte des Universums."

Von diesem, häufig von Borges genutzten, Zitat aus gesehen, ist es eine zweischneidige Angelegenheit seine Erzählungen zu lesen. Zwischen Glosse, Essay, mythologischer Abstraktion und phantastisch-faszinierender Kunst Hin und Her gerissen, ist jedes dieser farbenreichen Prosastücke nicht nur symbolisch geradezu überlastet, sondern meist hat auch nur eine winzige kleine Idee Borges (wie er selbst im Epilog angibt) dazu angeregt, sie zu schreiben - um diese Idee herum hat er dann sein Wissen und seine Freude am Darstellen und Verrätseln gruppiert. Jeder Text ist komponiert, oft auf mehreren Ebenen, und jeder ist mit seinem Autor aufs Persönlichste verbunden. Alle handeln sie von Historie, menschlichen und philosophischen Physiken und Ideen, von Metaphern, von parabelschen Symbolen und doch sind sie alle vor allem Ausblicke auf das ganz und gar Außergewöhnliche, jenseits von Namen und Daten. Man könnte sagen: das lebendige Abstrakte.

"Vielleicht ist die Universalgeschichte die Geschichte einiger weniger Metaphern. Vielleicht ist die Universalgeschichte die Geschichte der unterschiedlichsten Betonung einiger weniger Metaphern."

Wer fürchtet, sich in den komplexen und beim ersten Lesen schon fast willkürlich erscheinenden Geschichten zu verlieren, den kann man auf zweierlei Art beruhigen; zuerst einmal ganz praktisch mit dem Hinweis auf den Anhang, in dem die meisten Namen und Anmerkungen erklärt und ins rechte Licht gerückt werden und zweitens auch mit dem einfachen und freundlichen Rat, mehr mit den Augen des Aristotelikers, als mit denen des Platonikers zu schauen und zu lesen. Das ist nicht leicht, gewiss, verlangt es doch nicht nur Konzentration, sondern auch Einfühlungsvermögen. Das einfache Wort "Gedanken" mag noch platonisch gesichert sein, aber schon die Kombination verschiedener Ein- und Ausführungen, einiger Beiworte, kann genügen, um sich unter Gedanken etwas ganz anderes, als den Allgemeinbegriff, vorzustellen. Nur eine Empfehlung; aber ich glaube, dass Borges so noch sehr gewinnt. Denn er war ohne Zweifel ein Mensch der sich auf die Phänomenologie mehr verstand, als viele große Geister der Welt.

Im Übrigen würde ich jedem raten, mit seinen Essays (Inquisitionen oder dem Band Fiktionen zu beginnen (auch gerne meine Rezensionen dort lesen); letztendlich sind sie auch ein bisschen besser als dieser Band. Denn im Vergleich mit diesen beiden Bänden, ist "Das Aleph" doch etwas my(s)thischer und abstrakt-symbolischer gehalten, als diese. Aber das kann ja für manchen eher Anreiz als Abschreckung sein.
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Da werden Lobesreden ueber nichtssagende, angeblich den Zeitgeist ganzer Generationen einfangende Eintagsfliegen abgehalten und das Funkeln zeitloser Einsicht droht unterzugehen in der Flut blendender Scheinwerfer. In magischem Realismus werden hier ewig wiederkehrende Fragen des menschlichen Seins in geheimnisvoll leuchtenden Metaphern fokussiert. Eine einzelne dieser aeusserst dichten Erzaehlungen enthaelt mehr als manch anderer auf vielen hundert Seiten auszudruecken vermag. Religion und Philosophie sind hier, wie es Borges selbst ausdrueckte, Teile der phantastischen Literatur...
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