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Kundenrezensionen

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am 28. Dezember 2004
Keri Hulme macht es ihren Lesern nicht leicht, in die Welt ihres Romans einzutauchen.
Unkonventionell, ja exzentrisch ihre Erzählweise; eigenwillig, von herb-poetischen Satz- und Wortschöpfungen geprägt ihr Stil. Das Ende am Anfang erschließt sich nur dem, der sich einlässt auf die faszinierende Reise durch die raue Schönheit der neuseeländischen Landschaft ins Innere der Charaktere und in die Mythen der Maoris.
Die drei Protagonisten - eine Malerin, ein Maori, ein stummes Kind - sind traumatisierte Seelen, die vom Zufall zusammengeführt werden. Es sind Menschen von unbändiger Eigenständigkeit, die einander brauchen. Und doch, so sehr sie sich bemühen, einander zu lieben, zu helfen und zu heilen, entkommen sie nicht der Hölle ihrer eigenen Verletzungen. So entsteht ein explosives Gemisch, das sich in verstörender Gewalt entlädt. Erst als alles verloren scheint und jeder für sich alleine seinen eigenen Heilungsprozess durchlaufen hat, finden sie zusammen zu einer neuen, starken Einheit.
Keri Hulme macht nicht den Fehler, alle Fragen zu beantworten und alle Geheimnisse zu lüften - und auch deshalb lässt einen dieses Buch nicht mehr los!
Leider geht in der deutschen Übersetzung viel von der linguistischen Kreativität und dem Wortwitz verloren. Wer kann, sollte das Buch im Original lesen.
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am 18. August 1999
Freude, Schmerz, Gewalt, Liebe, Hoffnung und Verzweiflung liegen eng beieinander in diesem Roman. Die Beziehung zwischen einer Frau, einem Mann und einem Kind, Kerewin, Joe und Simon, stehen im Mittelpunkt. Die innere Zerissenheit der drei Hauptpersonen, ihr Kampf mit den an sie gestellten Erwartungen werden in unkonventionellem Stil gezeigt, ein Stil welcher die beiden Kulturen - Maori und Pakeha (westliche Kultur) - vereint. Wir folgen in die Tiefen ihrer Seelen, versuchen zu verstehen, was den stummen Simon vom Sprechen fernhält, was geschehen ist in seiner dunklen, mysteriösen Vergangenheit, und was Kerewin in die Einsamkeit ihres Turmes treibt. Joes alptraumhafter innerer Reise zu folgen wird manch LeserIn an Grenzen stoßen: die Darstellung von Kindesmißbrauch ist ein schockierender und provokanter Teil des Buches. Keri Hulme's Stellungnahme dazu wäre interessant. Mythologie und Symbolik sind eingewebt in die verschiedenen Handlungsstränge und erschließen sich oft erst beim erneuten Lesen des Buches, welches sich selbst dann kaum aus der Hand legen läßt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 5. Juli 2007
Gehe sonst lieber in fremde Welten, lese philosophisches oder märchenhaftes. Doch ich habe diese Buch von meinem Lieblingsbuchverkäufer empfohlen bekommen.Ich hätte es selbst nie gekauft, weil der Klappentext völlig unspektakulär ist.Aber dieses Buch ist bis heute eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe. Das Buch verstört, geht unter die Haut und trotz aller Grausamkeit hat man Verständnis für jeden dieser einsamen, isolierten Charaktere, die so verletzlich und verletzend sind. Eine Wahnsinnscharakterstudie eines Dreigestirns, das sich zerstört, aber ohne einander verloren wäre.Herausragender Erzählstil, eine , in der heutigen Zeit schon fast "gewöhnliche"Beziehungsgeschichte, ungewöhnlich erzählt.Beschreibt verstörend , die immer größer werdende Isolation des Einzelnen in der Gesellschaft.Ich liebe es.Aber genug:Muss man haben
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am 23. Januar 2000
"Unter dem Tagmond" von Keri Hulme erzählt die Geschichte dreier Menschen, die alle an ihrer Vergangenheit leiden und alle aufgrund ihrer Vergangenheit ihre Gefühle nicht mehr mitteilen können. Eine Malerin, die nicht mehr malen kann, ein Maori-Mann, der den Zugang zu seiner Kultur verloren hat und ein stummer Junge unbekannter Herkunft: Ihre Lebenswege kreuzen sich, sie finden zusammen, ahnen ihr gegenseitiges Leid und können es dennoch nicht aushalten. Es kommt zur Eskalation: Gewalt, Schmerz, Krankheit wirft die drei in Einsamkeit auf sich selbst zurück. Nur indem sie das wiederfinden, was ihnen hilft, sich und ihre Gefühle auszudrücken, gelangen sie zur Heilung.
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am 16. April 2005
Das Kind möchte eine Krebsschere als Andenken vom Strand mit nach Hause nehmen. Die Frau kichert und sagt, das Ding sei ein wunderbarer "roach holder" (so im englischen Text). Der Vater wirft bestürzt ein, dass es schon reiche, dass sein Kind Alkohol trinke und Zigaretten rauche. Der Übersetzer kommt auf die Idee, "roach holder" mit "Schabenhalter" zu übersetzen. Das macht nicht nur keinen Sinn, sondern ist schlicht falsch: "roach" heißt nicht nur "Schabe", sondern auch "Joint-Stummel". - Man könnte dem Übersetzer zugute halten, das er sich mit den Drogen nicht so gut auskennt, was ja auch löblich ist. Leider wimmelt es in der deutschen Ausgabe aber nur so von ähnlich abenteuerlichen Übersetzungen; weiteres Beispiel: "He was an only child" - "Er war ein enziges Kind" (Hinweis: das Deutsche kennt den griffigen Ausdruck "Einzelkind"...). Auch werden dem deutschen Leser Informationen vorenthalten, wie zum Beispiel, dass Kerewin "Hobbits mochte" - unverständlich, wenn man bedenkt, dass "Der Hobbit" einer der zentralen Intertexte des Romans darstellt... Also: Die Übersetzungzu lesen ist zwar besser als gar nichts, aber wenn irgend möglich, doch lieber zum englischen Original greifen!!! (Die Sterne beziehen sich daher auf die Originalausgabe)
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am 19. Februar 2007
"Was für ein grausames Buch lese ich da eigentlich?" fragte ich mich nach ca. 400 Seiten... Und tatsächlich: Ein kleiner Junge, der mehrmals von seinem Ziehvater zusammengeschlagen wird, die beiden Erwachsenen, die nicht geringe Mengen an Alkohol konsumieren und auch sonst keinen großen Sinn mehr in ihrem Leben sehen,... das alles könnte einen das Buch nicht freiwillig zur Hand nehmen lassen. Und doch: Man wird von der Sprache verzaubert und vollends entschädigt und darf hinter die Fassade der scheinbar hoffnungslosen Hauptcharaktere blicken, man leidet mit und klammert sich wie sie an den kleinsten Strohhalm der Hoffnung, daß das Leben vielleicht doch noch etwas besseres für sie bereithält.

Nach dem unvermeidbaren Crash der Situation trennen die drei sich - mehr oder weniger freiwillig- um allein mit sich selbst Bilanz zu ziehen und wieder mit dem Leben ins Reine zu kommen. Ein Happy End zum Schluß nach viel Seelenqualen!

Ein faszinierender Sprachstil mit assoziationshaften und metaphorischen Beschreibungen, der einen ganz in die Story hineinzieht.
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TOP 500 REZENSENTam 5. Januar 2015
Mit Büchern verhält es sich manchmal wie mit neuen Schuhen. Zuerst kommen sie einem merkwürdig und unpassend vor, und man fragt sich, ob man je in ihnen heimisch werden wird. Ein solches Buch ist auch das vielgerühmte „Unter dem Tagmond“ von Keri Hulme. Schon der ambitionierte poetische Einstieg, in dem ein ganz hoher, ungewohnter Tin angeschlagen wird, erfordert vom Leser ein gerütteltes Maß an Leidensfähigkeit, und auch auf den nächsten einhundert Seiten wird es nicht besser. Aber ich wollte mich nicht entmutigen lassen. Schließlich handelt es sich um einen „exemplarischen Roman Neuseelands“ und außerdem noch um einen Booker Price Winner. Da muss man sich einfach auch als Leser mehr ins Zeug legen, sagte ich mir. Immerhin spielt die Handlung auf einer mitreißenden Bühne: im regendurchtobten Westen Neuseelands (das ist allerdings wieder keine gute Nachricht für Neuseeland-Urlauber), wo die Brandung der Tasmansee mit ozeanischer Wucht gegen die Felsen schlägt und die Strandfliegen herrschen.

Kerewin ist der Name der weiblichen Hauptfigur, sie lebt als wohlhabende Frau in einem turmartigen Haus zurückgezogen von der Welt und frönt ihren Passionen. „Ich bin nicht vergewaltigt oder sitzengelassen oder missbraucht worden“, sinniert Kerewin auf S. 392 über sich selbst. „Ich bin die Außenseiterin, die Sonderbare in meiner Familie, denn sie sind alle normal und voller Gefühl. Soweit ich zurückdenken kann, mochte ich keine enge Berührung. Ich scheue davor zurück, weil ich immer das Gefühl habe, dass der andere Mensch etwas aus mir herauszieht.“
Ausgerechnet dieser seelischen und sozialen Monade läuft eines Tages ein rätselhaftes Kind zu, eine Art Gollum, stumm und dreist, das sie in ihrer Hilflosigkeit rührt und ihre Einsamkeit durchbricht. Die Bekanntschaft des rätselhaften Sims und der einsamen Frau führt zum Kontakt mit John, dem Pflegevater des merkwürdigen Wesens. Gleichsam im Zeitlupentempo, von Abendessen zu Abendessen, wird nun das Kennenlernen der drei minuziös entfaltet, ihre Marotten, ihre Vorgeschichte und ihre Ziele. So stellt sich heraus, dass Sim wahrscheinlich der Spross einer irischen Earlgeschlechts ist (oder doch der Sohn eines drogenabhängigen Hippies, wie s am Ende des Buches heißt?), dass John ein Maori ist und Kerewin im Streit mit ihrer Familie lebt. Erst nach und nach kommt aber auch ans Licht, das so gütig daher kommende John seinen merkwürdigen Sohn bei jeder Unbotmäßigkeit wie einen Christus verprügelt. Das irritiert Kerewin, und als sie Zeuge eines solchen Übergriffes wird, stellt sie sich vor Sam und schlägt den Maori zu seiner Überraschung (und zu der des Lesers) nieder. Macht aber nichts, denn bald vertragen sie sich wieder und hocken einträchtig vereint im Ferienhaus von Kerewins Familie und lauschen dem endlosen Regen an der winterlichen Westküste Neuseelands. Während solcher trister Tage berichtet John von seiner ebenso tristen Jugend, von seiner wahnsinnigen Mutter, der desolaten Familie, dem Tod seiner Frau und den Gewaltverhältnissen, in denen sich sein Leben bisher abspielte. Nach und nach treten auch die Personen aus Kerewins, Johns und Sims Umgebung stärker ins Licht, einfache Leute, die an der stürmischen Westküste Neuseelands ihr hartes Leben verbringen und deren bevorzugte Freizeitbeschäftigung das Saufen ist. Und es wird wahrlich viel gebechert in dem vorliegenden Buch. Nicht allein, dass der kleine Sim an Alkohol gewöhnt wird, Kerewin säuft sich in den Stunden ihres Kummers fast zu Tode, und John hält es nicht anders. Langsam wie die neuseeländische Kontinentaldrift, die die Berge der Südinsel jedes Jahr um zwei Millimeter steigen lässt, schreitet auch die Romanhandlung voran – und endet im Desaster. Als Sim wegen seines notorischen Klauens wieder eine Tracht Prügel von Joe erhält, sticht er seinem Pflegevater einen Glasdolch in den Bauch. Kerewin, immer lebensangeekelter, entdeckt eine Geschwulst in ihrem Unterleib, und Joe muss wegen Kindesmisshandlung ins Gefängnis. Am Ende stürzt sich nimmt der Roman irrlichternde Züge an. Joe, der sich nach seinem Gefängnisaufenthalt, das Leben nehmen will, wir von einem alten Maorihäuptling gerettet und mit einem rätselhaften Mythos konfrontiert, den weder er noch der Leser versteht. Sim, von den Misshandlungen des Vaters genesen, wird in eine Heim eingewiesen, bricht aus und schlägt sich als keiner Vagant durch die Lande, während Kerewin ihren Turm verlässt um sich zum Krebstod niederzulegen. Doch sie übersteht ihren Krebs (keiner weiß, wieso), nimmt wieder zu und engagiert sich beim Bau eines Maori-Hauses. Am Ende, in einer Art Maorihimmel (die an die Strandszene von „The Tree of Life“ erinnert), kommen alle wieder zusammen - Kerewin, John und Sim, die Nachbarn, die Familie, und wenn sie nicht gestorben sind, dann lesen sie noch heute.

Am Ende habe ich mich nur noch gewundert – gewundert unter anderem auch darüber, warum ich 640 Seiten lang bei der Stange geblieben bin. Auch wenn das Buch poetische Stellen von großer Kraft enthält und in einer ausgefeilten Sprache verfasst ist, war die Lektüre inhaltlich eine Qual - eine derartige Diskrepanz von sprachlicher Ausgefeiltheit und inhaltlicher Langeweile habe ich noch nie erlebt. Möglich, dass es an mir liegt, aber ich habe mich redlich bemüht, ohne sonderlich viel Neues über Neuseeland zu erfahren. Meine Bewunderung für meine 14 Vorrezensenten, die dem Buch 5 Punkte gaben: sie verfügen ganz offensichtlich über ein literarisches Sensorium, das mir versagt blieb. Schade! Um das Beispiel mit den Schuhen vom Beginn dieser Rezension wieder aufzugreifen: für mich drückte der Schuh, respektive die Lektüre, auch am Ende des Buches noch ganz gewaltig, und ich war froh, diese Lektüreschuhe wieder ausziehen zu können.
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am 24. April 2007
Inhaltsangaben werden dem Inhalt dieses Buches nicht gerecht. Es ist fremd, es ist fesselnd, gleichzeitig verstörend, dann wieder liebevoll und vielschichtig wie das wirkliche Leben. Widersprüchliche, durchaus mit Fehlern behaftete Helden wachsen einem beim Lesen immer mehr ans Herz. Zurück bleibt viel Sympathie für diese neuseeländische Autorin.
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am 8. November 2002
Ein Buch das man einfach lesen muss! Ich hab es schon 4 x getan, und immer wieder neue Ebenen der Charakteren entdeckt. Es fesselt auf düstere Weise, aber auch durch den etwas anderen Stil!!! Nicht abschrecken lassen von den ersten Seiten, es lohnt sich. Dieser Roman gehört in jedes Bücherregal.
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am 26. November 2013
Immer wieder ist es eine Freude, unkonventionelle Bücher von erstaunlicher Intensität wie „Unter dem Tagmond“ zu entdecken. Obwohl hier so gut wie alle Gepflogenheiten und Konventionen eines herkömmlichen Romans ignoriert oder gebrochen werden, funktioniert die Geschichte um drei merkwürdige Charaktere und deren seltsame Beziehungen untereinander auf einer erstaunlichen Ebene, hat man sich erst einmal hineingelesen. Und dann eröffnet sich eine oft sehr lyrische, trotzdem stets auf den Punkt zielende Sprache, die nie zur Obsession wird. Trotz fast siebenhundert Seiten und sperriger Andersartigkeit ein großes Lesevergnügen, ein Buch aus fremden Leben, dass wieder einmal beweist, dass die Welt nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien einzuordnen ist. Großartig und bewegend!
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