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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Eindruck zum Druck
Auf beinahe 200 Seiten schreibt Stephan Grünewald ausgesprochen ansprechend und anregend zu den derzeitigen Aufregern der Gesellschaft in Deutschland: das Erleben von Grenzen, Depressionen und Erschöpfungen.
Er geht auf Spurensuche nach dem eigentlichen Druck, der dem erdrückenden Erleben zugrunde liegt.
Seine Analysen und Ansichten sind ebenso...
Vor 24 Monaten von Neuschäfer veröffentlicht

versus
33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gegen die Maximierungskultur
Unser Leben dreht sich immer schneller, wir hetzen von einem Termin zum anderen, sind getrieben von einer inneren Unruhe. So stellt es der Autor in seinem neuen Buch fest, und die meisten werden ihm beipflichten. Stephan Grünewald geht dann im Buch der Frage nach: woher kommt diese Unruhe, und vor allem, wie kann man sie bekämpfen?

Das...
Veröffentlicht am 19. Februar 2013 von Falk Müller


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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gegen die Maximierungskultur, 19. Februar 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Unser Leben dreht sich immer schneller, wir hetzen von einem Termin zum anderen, sind getrieben von einer inneren Unruhe. So stellt es der Autor in seinem neuen Buch fest, und die meisten werden ihm beipflichten. Stephan Grünewald geht dann im Buch der Frage nach: woher kommt diese Unruhe, und vor allem, wie kann man sie bekämpfen?

Das Gefährliche an der inneren Unruhe ist, dass der Grund bei vielen Menschen gar nicht recht greifbar scheint. Obwohl ständig von Krisen geredet wird, sind diese im konkreten Alltag für die meisten noch gar nicht recht angekommen. Der eigene Arbeitsplatz scheint noch halbwegs sicher. Der Euro ist noch da. Im Supermarkt gibt es noch alles zu kaufen. Deutschland steht im internationalen Vergleich noch relativ gut da.

Und denoch macht sich Krisenstimmung breit, das Gefühl, noch sicheren Boden unter den Füßen zu haben, aber jederzeit ins Bodenlose stürzen zu können. Und dies führt zu einer Flucht in Überbetriebsamkeit, wie es der Autor nennt. Es wird versucht, persönliche oder wirtschaftliche Krisen durch Leistungssteigerung zuvor zu kommen. Symbol hierfür ist der Begriff "Burnout", der im Gegensatz zur Depression ein hohes Sozialprestige genießt. Er hat heute den Nimbus einer modernen Tapferkeitsmedaille. Wer ausgebrannt ist, hat ja lange genug gebrannt. Er war Feuer und Flamme für seine Aufgaben - ein moderner Märtyrer, der bereitwillig den Scheiterhaufen der Maximierungskultur bestiegen hat.

Die Lösung des Problems sieht Grünewald in der Gewinnung einer neuen Lebensautonomie. Wir brauchen ein neues Maß dessen, was machbar, lebbar, verträglich ist. Wir brauchen eine neue Idee, wofür wir leben wollen. Dabei kann uns nicht die rationale Vernunft helfen, sondern der Bezug auf uns selbst und unsere Träume.

Fazit: Das Buch liefert interessante Denkanstöße. Der Autor ist aber oft zu weitschweifig, verliert sich in Themen, die nur bedingt mit seinem eigenen Gebiet zu tun haben: E 10 - Kraftstoff, Stuttgart 21, Überalterung der Gesellschaft, die Allmacht von Google im Netz - kein Thema ist vor ihm "sicher". Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Eindruck zum Druck, 21. April 2013
Von 
Neuschäfer "Lesenslust" (Erkelenz, Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Auf beinahe 200 Seiten schreibt Stephan Grünewald ausgesprochen ansprechend und anregend zu den derzeitigen Aufregern der Gesellschaft in Deutschland: das Erleben von Grenzen, Depressionen und Erschöpfungen.
Er geht auf Spurensuche nach dem eigentlichen Druck, der dem erdrückenden Erleben zugrunde liegt.
Seine Analysen und Ansichten sind ebenso scharfsinnig wie mit einem schönen Schuss Humor versehen - eben typisch kölsch!

Die Zunahme an Zuständen von Zumutung² zeigt sich in der überbordenden Überarbeitung, die kaum noch Ruhe, Genießen und die Feier des Lebens kennt.

Es ist erstaunlich, wie klar er hierbei die ökonomischen Kategorien mit berücksichtigt. Wenn nun auch noch die Kinder dieser Ökonomisierung geopfert werden (Kinderkrippe usw.), wird diesen das alles quasi schon mit in die Wiege gelegt und sie lernen von Kind an, eine überdrehte Lebenshaltung und Lebensführung, bei der sogar die Freizeit und alles durchgeplant werden muss und nichts dem Zufall oder der Schönheit überlassen werden darf. Dann hat man eben auch keine Zeit mehr, Erfolge zu feiern. Stattdessen Dauertüchtigkeit und Dauerstress und das Diktat der Leistung. Man leistet es sich einfach nicht mehr abzuschalten. Wer aber nicht mehr träumen kann, dem wird das Leben schnell zum Albtraum ... Daher der schöne Untertitel "Warum Deutschland neu träumen muss"!

So ist dem Psychologen eine starke Studie zu den den Deutschen zugemuteten Zuständen gelungen, die sich hoffentlich gerade die junge Generation zu Herzen nehmen wird.

Überaus empfehlenswert - auch zu Überprüfung der eigenen Gefährdung bezüglich der Depression "Burn-out".
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ab auf die Insel, 16. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Welche Bücher sollte man auf die einsame Insel mitnehmen? Unbedingt „Die erschöpfte Gesellschaft“ von Stephan Grünewald. Man könnte dann am Strand liegen, durch das Buch blättern und von einem besseren Leben träumen. So lautet auch der Untertitel: „Warum Deutschland neu träumen muss“. Und damit hat man die Kernbotschaft des gerade erschienenen Bandes auch schon beisammen.

Es geht um zwei Punkte. Erstens: wir sind erschöpft – und zwar stärker als wir meinen. Ungefähr so erschöpft, wie John Lennon geklungen hat, als er „I’m so tired“ sang. Zweitens: um uns zu erholen und dann aufzubrechen zu neuen Ufern, müssen wir Freiräume finden und – träumen. Eine einsame Insel wäre hierzu nicht der schlechteste Platz, aber es gibt auch Inseln im Alltag. Spazieren gehen ist solch eine Insel. Ausschlafen. Nichts tun. Lange duschen. Und wichtig: das Handy ausstellen, offline gehen, nicht mehr verfügbar sein. Wer das schafft, hat gute Chancen, wieder zu träumen. „Träumen“ steht bei Grünewald zwar auch für die klassischen nächtlichen Träume. Aber „Träumen“ ist mehr. In „Die erschöpfte Geselllschaft“ wird es zum Losungswort in einer Welt, in der Kontrolle, Rationalität und Effizienz die Regie übernommen haben. Wer wissen will, wie er aus der Tretmühle seines Hamsterrades aussteigen kann: in diesem Buch steht es.

Man kann sich allerdings fragen, was an Grünewalds Diagnose (Erschöpfung!) und an seinem Therapievorschlag (Träumen!) so interessant ist, dass man sein Buch mit auf die Insel schleppen soll. Schließlich gibt es zeitkritische Analysen noch und nöcher und mit Selbsthilfebüchern kann man die Straße pflastern. Wie außerordentlich „Die erschöpfte Gesellschaft“ ist, geht einem beim Lesen aber bald auf. Der Autor blickt den Deutschen in die Seele; man liest sein Buch und denkt: „Der kennt mich!... Meine Eltern... kennt er auch! Und die Jugendlichen um die Ecke, bei denen ich mich immer frage, was die umtreibt... er kennt sie!“ „Die erschöpfte Gesellschaft“ ist wie ein Spiegel, aus dem einen nicht nur das eigene Gesicht anblickt, sondern das ganze Land. Grünewald liefert ein Psychogramm des Einzelnen und der Gesellschaft, ein Portrait, das in dieser Klarheit einzigartig ist.

Ein solcher Wurf kommt nicht von ungefähr. Grünewald ist Kultur-, Markt- und Medienforscher und dazu noch Therapeut und Tiefenpsychologe – eine seltene Mischung und ein Glücksfall für sein Thema. Die rührenden Dankesworte zum Schluss lassen ahnen, wieviel Forschung und Kärrnerarbeit in diesem leichtfüßigen Werk stecken. Ein ganzes Institut und Heerscharen von Psychologen haben Grünewald zugearbeitet; seine Befunde, so elegant und witzig er sie aufbereitet, sind empirisch abgesichert.

Schon das kann genügen, um dies Büchlein mit Vorfreude in den Insel-Koffer zu packen. Erstaunlich ist aber noch etwas anderes. Wenn man Grünewald liest, entwickelt man einen zweiten Blick. Man versteht plötzlich nicht nur sich selbst und den eigenen Stress-Pegel, sondern man begreift auch, woher er kommt und was er mit dem Land zu tun hat, in dem wir leben. Damit verbindet sich der heimliche, aber leidenschaftliche Appell an jeden Leser und jede Leserin: weil du Teil dieses Landes bist und weil du mit geprägt wirst von der allgemeinen Hektik, musst du dein Leben ändern. Komm zu dir selbst, indem du zur Ruhe kommst. Und wenn immer mehr Menschen zu sich finden, dann kann auch Deutschland sich besinnen. So wird die Beziehung zwischen dem Einzelnen und seinem Land eine farbenfrohe, hoffnungsvolle Angelegenheit.

Traumhafte Zeiten stehen an. Der erste Schritt: Grünewalds Buch lesen. Also ab zur Insel. Auf zum Strand. Rein in die Sonne. Und träumen...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Placebo gegen Burnout, 2. Dezember 2013
Von 
Thomas Brasch (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Unzweifelhaft bringen Stephan Grünewald und das gesamte Rheingold Institut seit Jahren die treffendsten Gesellschaftsanalysen in launischer, essayistischer Form heraus. Und bei allem Respekt vor der Leistung muss hier vorab bemerkt werden, dass auch dieses Buch wie alle Bücher letztlich das Produkt eines missionarischen Geistes ist. Denn warum sollte man ein Buch verfassen, wenn man keine Mission verspürt. Was ist nun aber Stephan Grünewalds Mission? Neben der legitimen und sympathischen Selbstvermarktung, will er helfen, ein ganzes Volk davor zu bewahren, im kollektiven Burnout unterzugehen. Angesichts der exponentiell wachsenden Burnout-Statistiken in den vergangenen Jahren ein, eine nachvollziehbare Anamnese, für die es nun einer Therapie bedarf. Stephan Grünewald schreibt mehr Spaziergänge, Müßiggang, Zeit zum Träumen und zweckfreies Werkeln auf den Rezeptblock.

Doch bis es zu Besserungsratschlägen kommt, gibt es einige amüsante und sehr treffende Beobachtungen in unserer erschöpften Gesellschaft zu lesen. Und dass diese zum Teil auch typisch deutsch sind, mag richtig sein, jedoch fehlt mir die interkulturelle Erfahrung, das zu beurteilen. So nennt Grünwald zum einen das Unbehagen der Deutschen darüber, sich über ihr Deutschsein zu äußern. Bloß nicht zu selbstgefällig, gar stolz sein Deutschsein beschreiben. Und dass das Werkeln typisch deutsch sei - hat ja eine Milliarden-Branche an Baumärkten hervorgebracht - und zu den kontemplativen Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen zähle. Nicht zuletzt amüsieren sich die Ausländer über die deutsche Angst, die in einem sehr pessimistischen Ausblick ihren Ausdruck findet und so gar nicht zu den ansonsten so tatkräftigen Deutschen passe.

Die ganze Analyse liest sich amüsant und von häufigem, lächelndem Kopfnicken begleitet. Doch um eine Feststellung kommt Stephan Grünewald nicht herum: das, was uns heute wie gestern am meisten unter Druck setzt, sind wir selbst. Es sind weder die Arbeitsbedingungen, Medien und oder sonst welche externe Faktoren. Diese Faktoren schaffen wir selbst. Dies zu erkennen, ist vielen politischen Lagern unsympathisch, da es Verantwortung auf den Einzelnen schiebt. Viel leichter sind Heilsversprechen durch politische Regulierung und Anprangern von gesellschaftlichen Gruppen, die anderer unter Druck setzen würden.

Eingangs beschreibt Stephan Grünwald sehr anschaulich das neue deutsche Heldentum: "... in vielen Unternehmen eine Erschöpfungskonkurrenz tobt. Im Kollegenkreis wetteifert man um den inoffiziellen Titel des Verausgabungsmeisters. Er oder sie ist der moderne Held der Arbeit, der sich in manischer Selbstverleugnung und Selbstüberwindung für das Unternehmen aufopfert. Ihm gebührt Lohn, Lob, Anerkennung und Sozialprestige. Und daher werden die heroischen Erzählungen von Marathonsitzungen, Nachtschichten, bezwungenen Mailhundertschaften und Multitasking wie Frontberichte ausgebreitet." Ja, diese Beschreibung klingt deutsch - besonders das als Frontbericht ständig zu posten oder seine Umgebung mitzuteilen. Ansonsten lassen sich wohl viele in den Industriekulturen ähnlich beschreiben. Nur machen die weniger Aufheben darum.

Fazit: das Buch nimmt wohl nur jemand zur Hand, der deutlich entspannter mit den aktuellen Phänomenen in der Gesellschaft umgeht und gerne mal statt Auto mit dem Zug fährt, um ein Buch zu lesen. Und für die, die ernsthaft befürchten unter baldigem Burnout zusammen zu brechen, ist es ein gutes Placebo. Denn es entspannt einige Stunden und lässt uns geistig beschwingt spazieren gehen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einladung zur persönlichen Energiewende, 22. Februar 2013
Stephan Grünewald weiß nicht nur viel, er kann sein Wissen auch wunderbar erzählen. So liest man mit Freuden, was eigentlich zum Weinen ist: über den alltäglichen Wahnsinn in den Büros und Business-Welten der Deutschen. Der Kölner Psychologe kann seine launigen Diagnosen dabei auf breite empirische Erfahrung stützen. Denn: Das Erschöpfungselend, das er beschreibt, hat er sich nicht selbst zusammengereimt, sondern es ergibt sich aus der Zusammenschau vieler tausend Interviews, die er in seinem Marktforschungsinstitut geführt hat. Dennoch: Das eigentlich Bemerkenswerte an diesem Buch ist weniger die Diagnose, sondern vor allem der Therapievorschlag, den Grünewald macht: Wir Deutsche sollen wieder mehr träumen. Und ganz ausdrücklich ist damit nicht der oft illusorische Tag- und Wunschtraum, sondern tatsächlich der nächtliche Traum im Schlaf gemeint. Das freilich ist eine kleine Zumutung für unsere rational fixierte Gesellschaft: Die irren Nachtgeschichten sollen uns aus der hektischen Betriebsamkeit reißen? Wie das? Um darauf zu antworten, nimmt uns Grünewald noch einmal mit auf den "Königsweg" des Traums, so wie Altvater Freud ihn uns erklärt hat. Dass weite Teile der offiziellen Psychologie davon nur noch wenig wissen wollen, oder den Traum lieber neurologisch sezieren als ihn zu verstehen, schert den morphologisch orientierten Autor nicht. Und das zu Recht! Hier wird ebenso mutig wie klug, ebenso selbstbewusst wie amüsant eine Lanze gebrochen für die Entdeckung der schöpferischen Kräfte, die im Traum schlummern. Wer das Buch liest, wird Lust bekommen, Stift und Zettel neben sein Bett zu legen, um die Botschaften des Unbewussten in den Tag hinüber zu retten. Und damit vielleicht den Anfang vom Ausstieg aus dem eigenen Hamsterrad zu wagen. "Die erschöpfte Gesellschaft" - eine Einladung zur ganz persönlichen Energiewende!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie wahr, wie wahr!, 20. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Locker, leicht zu lesen, was Stephan Grünewald da geschrieben hat und wirklich treffend beobachtet. Aus der Erfahrung des Psychologen und Marktforschers heraus und mit vielen praktischen Beispielen belegt, zeigt dieses Buch unsere Gesellschaft in einem bedrückend ehrlichen Licht. Mehr Bewusstsein tut Not und die Auseinandersetzung mit sich selbst, damit der Ausstieg aus dem Hamsterrad des alltäglichen Getriebenseins gelingt.

Hat mich echt beeindruckt!
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5.0 von 5 Sternen Über den Wert des Träumens, 8. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Welchen Wert haben Träume in unserer heutigen Gesellschaft und welchen Beitrag leisten Sie für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft? Diesen Fragen geht Stephan Grünewald vom rheingold institut in seinem Buch nach, welches im Campus Verlag erschienen ist. Seine Aussagen basieren auf tausenden von psychologischen Tiefeninterviews, die das Institut in den vergangenen Jahren durchgeführt und ausgewertet hat.

Die Frankfurter Rundschau beschreibt den Grundtenor des Buches als eine „beschwingte Partitur mit optimistischem Grundton“. Die kafkaeske Krisenpermanenz oder die Angst vor dem Schwarzen Loch hat sicherlich etwas düsteres – allerdings wird diese von den Menschen vollkommen ausgeblendet. Wie durch das Pfeifen im Walde, soll die Düsternis durch Überbetriebsamkeit vertrieben werden. Und so sind notorische Unruhe und Rastlosigkeit jene Merkmale einer Gesellschaft, die von einem sich immer weiter steigernden Effizienzwahn gekennzeichnet ist. Die Erhöhung des Burnouts als eine Art „Tapferkeitsmedaille“ (im Sinne eines „Erschöpfungsstolzes“) und die Hoffnung auf eine immerwährende Jugend sind nur zwei ihrer Eckpfeiler, die er benennt und kritisch hinterfragt. Er betrachtet die Gegenwart als eine durch wenig real spürbare Krisen gekennzeichnete Zeit der Unsicherheit, in der sich das Selbstwertgefühl vieler Menschen durch das Voting einer anonymen Massen definiert, und untermauert dies zum Beispiel durch die Erfolge von Castingshows und die über die „I like it“-Buttons kommunizierten Bestätigungsmechanismen der Web 2.0-Community.

Schon Sigmund Freud betrachtete den Traum „als eine sinnvolle seelische Produktion, die mit unserem Alltagsleben zusammenhängt“. Die Aufgabe des Traumes ist es also, jene Dinge metaphorisch zur Sprache zu bringen und zu verarbeiten, die unserem Bewusstsein am Tage entgehen. Der nächtliche Traum eröffnet uns demnach eine neue Sicht auf die Dinge, schlägt aber keine Lösungen vor. Er kann somit als Korrektiv zur Betriebsblindheit des Tages bzw. als „Verdauungshilfe“ bei der Auflösung schwieriger Probleme betrachtet werden. Dabei wird er allerdings oftmals von zu vielen ungelösten Problemen überfrachtet, was zur Folge hat, dass Schlafstörungen in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen haben. So leidet rund jeder zehnte Erwachsene an einer krankhaften Schlaftsörung und 20% der Schulkinder haben Schlafprobleme. Stephan Grünewald sieht eine Ursache des Problems darin, dass wir den Bezug zu unseren Träumen verloren haben: „Wir träumen [zwar] jede Nacht, ob wir das wollen oder nicht. [Der] Punkt ist, dass wir [unsere Träume] weitgehend abgespalten haben von unserer Alltagswirklichkeit. Wir springen aus der Traumlogik direkt in die effiziente Tageslogik. Die Traumlogik gerät also nicht mehr in einen dialektischen und befruchtenden Austausch mit unseren Tagwerken. Dadurch drehen wir dann in den immer gleichen Drehungen des Hamsterrades durch.“

Auf seiner Suche nach den diesem Phänomen zugrunde liegenden Entwicklungen geht er auf die Bedeutung des Deutschseins im Alltag sowie auf spezifische und sich verändernde Rollenmuster und -erwartungen unserer Gesellschaft ein. So thematisiert er zum Beispiel die Rolle der Mutter, der Jugend und der Senioren.

Der Autor ermutigt in seinem Buch zu einer „produktiven Verrücktheit“, um den automatisierten und durchstrukturierten Alltagsabläufen – also dem „Hamsterrad“ - für einige Momente zu entweichen. Tagträume sind - ebenso wie die nächtlichen Träume - eine Quelle der Kreativität und der Weiterentwicklung und sie ermöglichen uns einen Umgang mit der Realität, der unserem innersten Wesen eher entspricht, als das ängstliche Klammern an gesellschaftlich determinierten Effizienzmaximen. Lesenswert ist dieses Buch vor allem deshalb, weil es einem immer wieder das Gefühl des „Ertappt-Seins“ vermittelt, und es die eigenen Werte und Richtlinien einer grundsätzlichen Prüfung unterzieht. Subtile und unterschwellige Ängste, die mir zum Teil sehr vertraut sind, greift er unter Betrachtung ihrer gesellschaftlichen Ursächlichkeiten auf und verweist dabei auf einen Weg, dem Dilemma zu entfliehen. Wir sollen also mehr Mut zum Träumen haben?

„Die erschöpfte Gesellschaft“ unterscheidet sich deutlich von den vielen glücksversprechenden Ratgebern, die einem suggerieren, mittels der „richtigen“ Technik oder Methode ein erfülltes Leben führen zu können. Es geht ihm nicht um den Traum von einem vermeindlich „besseren“ Leben, der dazu dient, persönliche Ziele schneller zu erreichen. Er lässt zwar auch erahnen, wie sehr er an die Kraft der Suggestion glaubt, doch erliegt er nicht der Versuchung, Tagträume „effizient“ einsetzen zu wollen. Im Gegenteil: Er sieht die Quelle kreativer Inspiration (oder „Anbahnung“) gerade im Müßiggang. Träume ermöglichen es dem Menschen, dem „Hamsterrad“ für eine Weile zu entkommen. Sie geben dem Leben Tiefe und Bedeutung und sie sind der Motor für gesellschaftliche Veränderungen. Sie geben dem Leben Tiefe und Bedeutung und sie sind ein Motor für jenen gesellschaftlichen Fortschritt, der den Faktor „Mensch“ berücksichtigt – weit ab von jeglicher Effizienzmaximierung.

Dieses Buch bietet dem Leser die Möglichkeit, die eigenen Tag- und Nachtträume einmal in einem anderen Sinnzusammenhang zu betrachten und die eigenen Einstellungen dazu kritisch zu hinterfragen. Es ist trotz der anspruchsvollen Thematik und der darin enthaltenen Gesellschaftskritik leicht verdaulich und inspirierend, und es regt an zum Träumen!
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5.0 von 5 Sternen Geistesgegenwärtig im ganz buchstäblichen Sinne - Ein Buch zum Nach- und Vordenken, zum Besinnen und Innehalten, 18. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Dass Stephan Grünewald ein brillanter Beobachter und Autor ist, dem es auf wunderbare Weise gelingt psycho-soziologische Inhalte auf den Punkt zu bringen, wusste ich schon vorher. Hatte ich doch bereits sein Buch "Deutschland auf der Couch" gelesen und ihn schon des öfteren auf Kongressen als Redner erlebt. So habe ich z.B. im März 2012 auf dem Rheingold-Kongress "How to rule the world" teilgenommen und seinen Ausführungen zum Spannungsfeld zwischen "Allmacht und Ohnmacht" und den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen mit großem Interesse gelauscht. Ich kenne nur wenige Menschen, die in der Lage sind, anspruchsvolle, komplexe Inhalte und teilweise auch schwierige Phänomene in uneitel einfache Worte zu fassen, eloquent und verständlich für jede und jeden und dabei feinsinnig und treffend, ja sogar hier und da mit dem humorvollen Augenzwinkern der rheinländischen Lebensart. Gekonnter Umgang mit Sprache und immer wieder auch sprühender Sprachwitz machen auch dieses Buch zu einem Lesegenuss der besonderen Art.
Der allen Ausführungen zugrunde gelegte Ansatz der morphologischen Psychologie, für den Grünewald und das von ihm mitbegründete Rheingold Institut steht, halte ich für einen Erkenntnisquell, welcher gerade der heutigen Gesellschaft tiefe Einblicke in ihr Sein und Agieren bieten kann. Wortschöpfungen wie "überdrehte Erstarrung", Ohrenschnuller" - um nur einige zu nennen, halten einen Spiegel vor, ermutigen mit der notwendigen Prise Humor, die Beobachtungen und Erkenntnisse durchaus auch im Sinne einer Selbstreflexion an sich heran zu lassen.
Als Management-Trainerin und Beraterin für Marketing, Innovation und Kreativität sowie Führung und Organisationsentwicklung habe ich in diesem Buch zahlreiche Erklärungen gefunden für derzeit verstärkt zu beobachtenden Verhaltensweisen im Spannungsfeld von "permanentem Wandel und Beharrung". In meinen Veranstaltungen, Beratungen, Prozessbegleitungen und Vorlesungsmodulen habe ich auf den Ansatz der morphologischen Psychologie verwiesen und über Grünewalds Beobachtungen und Thesen mit meinen Studierenden aus Bachelor- und Masterstudiengängen, mit Führungskräften, mit Beratungskunden, mit betrieblichen Ausbildern und mit Personalverantwortlichen für Aus- und Weiterbildung angeregt diskutiert. Es waren und werden immer sehr spannende Gesprächsrunden.
So erlebe ich das neue Buch von Stephan Grünewald als Möglichkeit zur Besinnung, als ersten Schritt aus der getriebenen Erschöpfungsgesellschaft des "höher, weiter, schneller". Ich begreife dieses Buch als Plädoyer für mehr Lebensqualität durch das Zulassen von Muße und Träumen, es ist für mich eine (Wieder-)entdeckungsreise zum Wesentlichen. Und das Spannende daran: wer dieses Buch liest und danach handelt, trägt sowohl zum persönlich-individuellen, zum gesellschaftlichen und auch letztlich zum ökonomischen Wachstum bei - dies jedoch dann eher in qualitativer denn in quantitativer Hinsicht.
Vielen Dank für dieses wirklich lesenswerte und denkwürdige Buch! Vielen Dank für einen Ansatz und eine Betrachtungsweise, die die Blickrichtung neu einstimmen kann. Vielleicht ist das dann das, was wirklich mit dem Begriff "nachhaltig" gemeint ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend geschrieben und lesenswert, 21. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Gute Beschreibung des "Ist - Zustand" unserer Gesellschaft. Eine nüchterne Betrachtung auf Grundlage zahlreicher Interviews und Analysen. Lohnt sich für die, die keine Gebrauchsanweisung suchen, sondern einen anderen Zugang zu möglichen Veränderungen suchen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wirklich tolles Buch!, 22. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss (Gebundene Ausgabe)
Ich habe viel erfahren darüber, warum wir sind wie wir sind, und mich dabei oftmals selber wiedergefunden. Ein sehr informatives und auf unterhaltsame Art und Weise geschriebenes Buch für alle, die interessiert sind Zusammenhänge zu entdecken.
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Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss
Die erschöpfte Gesellschaft: Warum Deutschland neu träumen muss von Stephan Grünewald (Gebundene Ausgabe - 14. Februar 2013)
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