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Kundenrezensionen

28
4,6 von 5 Sternen
Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2013
... ist Gutner Duecks neuestes Sachbuch - und dazu noch unterhaltsam und spannend geschrieben!

Jeder der etwas Neues durchsetzen möchte, sine Ideen oder eine Erfindung in die Tat umsetzen will, sollte sich dieses schöne Buch gönnen. Es liest sich nämlich nicht nur gut, und ist klar gegliedert, es enhält eigene Erfahrungen und knallharte Fakten, die aus der Praxis und direkt von der Quelle stammen. Wer gerade mit Begeisterung etwas Neues entwickelt, und dieses Buch zu Rate zieht, kann sich möglicherweise mehrere Enttäuschungen und Irrwege ersparen und bekommt praktische Tipps, wie man es richtig macht. Es ist aber kein Ratgeber-Buch mit simplen Rezepten und ein paar Anekdötchen. Dueck schürft in der Tiefe und kann durch seine breite Bildung und weites Spektrum weit reichende Erkenntnisse vermitteln. Man kann auch als Theoretiker oder Experte seine helle Freude an diesem Buch haben. Hochwertige geistige Nahrung für Liebhaber intelligenter Lektüre aber verständlich zubereitet und appetitlich angerichtet. Ein Bespiel:

Im Prinzip stehen dem Neuen vier Typen von Menschen gegenüber: 1. Die Vorreiter die das Neueste begeistert und es sofort unbedingt haben wollen. Das sind sehr wenige. 2. Die Open Minds, Leute, die dem Neuen zwar offen gegenüberstehen, aber nicht Vorreiter sein möchten, das sind viele. 3. Die Close Minds sind Menschen, die dem Neuen eher misstrauisch gegenüber stehen, sich aber überzeugen lassen, wenn schon eine Menge Leute mitmachen. Auch das sind Viele. 4. Die Antagonisten schließlich sind dem Neuen gegenüber negativ eingestellt und bleiben strikt dagegen. Das sind wieder wenige, aber wenn ein Produkt sich durchsetzen soll, muss man schon die ersten drei Menschengruppen überzeugen und dann noch aufpassen, dass die vierte es nicht abschießt.

Dazu braucht es außer einer wirklich guten Idee viel Energie beim Entwickeln und Ausarbeiten und die richtige Taktik, damit man überhaupt an den Markt kommt. Die Energie kann man auch mit Herzblut und Durchhaltekraft bezeichnen. Bei der Lektüre des Buches kann man genau das Herzblut spüren, das Gunter Dueck selbst bei seinen Projekten vergießt und vergossen hat. Einige seiner Innovationen haben sich durchgesetzt. Hier gibt es eine Menge spannender Hintergründe zu erfahren. Ich mag diese Geschichten aus dem Leben am liebsten.

Gunter Dueck hat jahrzehntelang in der Wissenschaft und bei IBM gearbeitet und kennt die Strukturen von Konzernen genau. Darum weiß er, wo die ärgsten Feinde des Neuen zu verorten sind. Man soll zum Beispiel nicht glauben, dass das betriebliche Vorschlagswesen ein echter Förderer des Neuen ist. Gerade hier sterben die meisten Ideen einen vorzeitigen Tod im Verwaltungsdickicht. Auch ein eigens eingesetzter Innovations-Vizedirektor samt Stab und Mitteln stellt keine echte Hilfe bei der Ausarbeitung und Entwicklung wirklich neuer Projekte dar. Dueck gibt hier den subversiven Rat, in einem Konzern so lange wie möglich im Untergrund die neue Idee zu verfolgen. Wenn das Management sich erst einmal mit dem Innovativen befasst und es genau in den Fokus nimmt, wird die Kreativität systematisch erstickt, und zwar nicht, weil Manager schlechte Menschen sind, sondern weil das System vom Wesen her nicht zum Kreativen passt.

Auch die Innovationsförderung in der Wissenschaft ist so eine Sackgasse. Viele junge und talentierte Wissenschafler und Erfinder verfangen sich im Netz der Suche nach staatlichen Fördergeldern oder Einwerbung von Drittmitteln. Anstatt etwas wirklich Neues zu entwickeln, werden Geschäftspläne und Forschungsprojekte entwickelt, die ein Weiterleben aus dem Topf der Fördergelder ermöglichen. So wird die Kreativität in falsche Bahnen gelenkt und das auch noch mit hohem finanziellem Aufwand.

Dueck hat in Amerika die Chance bekommen mit erfolgreichen Risikokapital-Gebern aus der Praxis zu sprechen. Diese Erkenntnisse und Lebenserfahrungen klingen teilweise sehr überraschend und sind für alle Start-Ups von größtem Wert. Unbedingt lesen und am besten gleich hinter die Ohren schreiben!

Aber auch die Situierten und Satten unter den Firmen sei das Buch empfohlen. Unternehmen, die glauben, bestens aufgestellt zu sein, die das Neue höhnisch verspotten, sollten das Buch unbedingt lesen, damit sie nicht das Schicksal von Kodak oder Brockhaus erleiden.

Ich möchte das Buch jedem Querdenker empfehlen, jedem jungen Forscher, Entwickler und Erfinder, der etwas Neues hervorbringen und auch durchsetzen möchte. Es ist ein schönes Manager-Geschenk und natürlich auch als E-book erhältlich.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Diesmal beschäftigt er sich mit dem Thema Innovation, aber nicht im Sinne eines klassischen Innovationsmanagement, nein, sein Buch ist eine konsequente Management-Kritik und stellt vor allem die Psychologie und Hemmnisse in den Vordergrund. Es ist obendrein ein sehr persönliches Buch, weil es Duecks Erfahrungen auf seinem Weg bis zum CTO der IBM widerspiegelt. Ein paar mehr Referenzen und Literaturverweise hätten dem Buch aber nicht geschadet. Trotzdem: Eine spannende Lektüre von einem Autor, der (a) etwas zu sagen hat und (b) ein schelmischer Meister des Storytelling ist.

Ein zentraler Bestandteil des Buches ist Duecks Resistenzmodell in dem er aufzeigt wie sich eine Innovation über die Zeit in verschiedenen Personengruppen (Protagonisten, OpenMinds, CloseMinds und Antagonisten) durchsetzen muss um erfolgreich zu sein. Es gilt eine kritische Hürde (“Chasm”) zu überwinden bis eine Innovation zum Selbstläufer wird. Während BWLer ihre Modelle gerne in Matrix-Form aufbauen, um die Welt zu erklären, verwundert es nicht, dass Dueck als Mathematiker sein Resistenzmodell auf einer Gauß-Kurve aufbaut. ;-)

Dueck zeigt nüchtern die geringe Erfolgswahrscheinlichkeit von Innovationen: Demnach hat ein Startup, das von einem Erfinder aufgesetzt wird eine Erfolgswahrscheinlichlichkeit von 5%. wenn Management-Know-How und Expertise hinzukommen, steigert sich die Quote auf 11% oder zu Deutsch: 89% aller unter besten Bedingungen gestarteten Innovationen scheitern. Bei diesen Zahlen muten Erfolgsbetrachtungen aus dem Projektmanagement, wie der CHAOS-Report der Standish-Group, plötzlich als Best Practice an (was sich aber leicht erklären lässt, weil nicht jedes Projekt hochgradig innovativ ist).

Und konsequent erinnert er uns daran auf was es wirklich ankommt:

- Leidenschaft
- 100%-iges Engagement
- Unterstützung
- Meisterschaft
- Aktive und passive Prozesskompetenz
- Die Schaffung eiens geeigneten Kräftefeldes
- …

Duecks Management-Kritik gipfelt in seiner fiktiven, sarkastischen Betrachtung eines Vice-President Innovation in einem beliebigen Großunternehmen. Und dementsprechend gibt Dueck auch Tipps wie:

- Think and speak visionary, act evolutionary!
- Work underground as long as you can!
- Was du auch tust, tu es gut.

Als Gegenmodell zum klassischen Innovationsmanagement empfiehlt er eine Orientierung an der agilen Software-Entwicklung.

Und schließlich mündet Duecks Betrachtung in seinem Fazit von Innovation als Sisyphos-Arbeit:

„Innovation, die sich lohnen soll, muss als Herkulesaufgabe betrieben werden, mit voller Kraft. Innovation ist wie »Sisyphos schafft es doch.«“

Wie immer ist Dueck voller persönlicher Anekdoten und Bildern und die Lektüre lohnt sich nicht nur aufgrund seiner Qualitäten als Storyteller. Positiv übrigens auch, dass man mit Erwerb des gebundenen Buches auch das eBook erhält.

(Diese Rezension ist ursprünglich auf [...] erschienen.)
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Deming sagte einmal: “It is not necessary to change. Survival is not mandatory.” Wie schwierig es tatsächlich ist, darum gehts im Buch. Die Grundthese: Innovationen und deren Durchsetzung sind extrem schwierig, die Idee allein reicht nicht. Damit unterscheidet sich das Werk schon vom Großteil der Innovationsliteratur (a la ... mit dem richtigen Prozess und der richtigen Methode klappt es schon) Dueck setzt sich mit den oftmals naiven Vorstellungen über das Management von Innovationen auseinander.
Das Neue hat tatsächlich viele Feinde. Das Neue ist ja nicht per se gut bzw. besser (Gen-Food ist zwar neu aber ist es auch besser?). Zweifel sind angebracht. Ein Ringen des Neuen mit dem Bestehenden ist insofern natürlich, gewollt und auch logisch (Evolution, das Bessere setzt sich durch). Nur – und hier spürt man die Erfahrung des Autors– es ist ein ungleiches Spiel. Er beschreibt ausführlich die Feinde und die Blockaden bei der Durchsetzung des Neuen. Manager, Organisationen, Systeme und Prozesse bilden eine Art Immunsystem, welches am ‚Alten‘ hängt und das Neue wie Eindringlinge bekämpft.
„Worauf aber kommt es an bei Innovationen an? ‚Auf den, der sie mit Herzblutenergie vorantreibt.‘“ (S.11)
Das Management möchte der Beliebigkeit und dem Chaos bei der Entstehung von Innovationen durch Prozesse und Methodik begegnen. Das ist jedoch eine Illusion, wie Dueck hervorragend darstellt.„Alles, was getan werden kann, kann durch Management noch besser getan werden...Nichts darf nicht gemanagt werden“ (S.130/131). Jedoch: der Innovationsprozess führt fast nie zu Innovationen. Das bedeutet, Innovationen bräuchten andere Methoden und Instrumente als das klassische Vorgehen.
Das Buch ist kein Ratgeber – will es auch gar nicht sein. Und dennoch lernt man recht viel. Hervorragendes Innovationsbuch, es lässt sich sehr gut lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 23. August 2015
Der Autor und IBM-Chef-Forscher im Ruhestand Gunter Dueck macht engagierte Werbung für innovatives Denken und das sisyphosartige Durchhaltevermögen, das es brauche, um mit Neuem zum Erfolg zu kommen. Dueck fängt seine Geschichte über das Neue und seine Widerstände bei der Waschmaschine, Geschirrspülmaschine und dem Papiertaschentuch an, kommt aber bald auf seine kurzweilig beschriebene langjährige Berufserfahrung als Erfinder und Ideengeber im Großunternehmen IBM zu sprechen, die den Lesern in ähnlicher Position streckenweise ein Déjà-vu-Erlebnis verschaffen dürfte.

► PINCHOT
Dueck bezieht sich auf Giffort Pinchots Werk INTRAPRENEURING Why you don't have to leave the corporation to become an entrepreneur (English Edition), dessen Thesen sich durch sein Buch ziehen, von "work underground" bis zur "impatience clock" des Managements.

► ERFOLGSKURVE
Die Kurve des Innovationserfolgs ist Gartners hype-curve, die folgende Phasen kennt:
· Technology Trigger
· Peak of inflated expectation
· Trough Disillusionment
· Slope of Enlightenment und
· Plateau of Productivity .
Dueck ergänzt sie um die "Hybris"-Kurve, die die Reaktionen der Innovationsgegner aufnimmt von
· Ungläubigkeit (verrückt geworden?)
· Spott (ich lache; es ist nur Hype)
· Scheinbare Bestätigung (ich wußte es; es geht nicht)
· Herabsetzung (Sie bieten nur Mist an, wir dagegen Premium)
bis zum Niedergang und der Firmenpleite der voreingenommenen Spötter. Dabei kann man etwa an die Firma Kodak denken, während sich die Firma Fujifilm ins digitale Zeitalter retten konnte.

► INNOVATORENPFLICHTEN
Die Innovatoren oder Erfinder schaffen es in der Regel nicht, mit den verschiedenen Interessen im Unternehmen klarzukommen. Das liege oft daran, daß sie diese Interessenkonflikte gar nicht kennen oder ignorieren. Irgendwann gehen die frustrierten Erfinder zum Chef und klagen an, daß sie niemand unterstützen will. Für einen Topmanager ist das Klagen des Erfinders noch schlimmer, denn im Management gelte: Helden weinen nicht. Und wenn einer kommt und weint, weil er sich nicht durchsetzen kann, dann sei er kein Held und vielleicht auch kein geeigneter Innovator. Wer vor dem Management klagt, verleihe sich selbst das Stigma der Unfähigkeit.

Dueck stellt klar, daß eine Innovation nicht nur ein Gespür für das Bestehende erfordert. Innovatoren sollten auch über eine "aktive Prozeßkompetenz" verfügen - über die Fähigkeit, neue Regeln vorzuschlagen, die für das Unternehmen im Ganzen tragbar sein können. Dabei müsse beachtet werden, daß die Hüter der Regeln bei Innovationen meist zu den "CloseMinds" gehören, wenn nicht gar zu den Antagonisten der Innovation. Nach Dueck tun sich Innovatoren, die ein Gespür für das, was gehen kann, mitbringen und den CloseMinds dadurch Respekt abgewinnen, viel leichter. Und sie dürfen sich nicht als Tore aufführen, die Rat für Feindschaft halten.

► IMMUNSYSTEME
Unternehmen haben eine Art Immunsystem, das alle nicht vorgesehenen Situationen wie Störungen behandelt. Innovationen gehören dazu. Pinchot habe eindringlich geraten, daß wer etwas in einem System bewegen will, seinen Bewahrern nicht als Störenfried oder gar als Feind auffallen darf. Deshalb gelte: "Work underground as long as you can!" (Arbeite im Verborgenen, solange es geht!).

► PSYCHOLOGIE DER ANGST
Dueck sinniert über die psychologischen Ursachen der Angst vor dem Wandel und hat sich eingehend mit Fritz Riemanns Grundformen der Angst befaßt. Er referiert daraus u.a.
· die Angst vor dem Wandel der zwanghaften Persönlichkeit,
· die Angst, daß alles so bleibt, der hysterischen
· die Angst vor der Selbstwerdung der depressiven und
· die Angst vor zu viel Nähe der schizoiden Persönlichkeit.
Dueck differenziert aber offenbar zuwenig, wenn er verallgemeinert, daß die Mehrzahl der Firmenmitarbeiter Wandel als Bedrohung wahrnehmen. Weiß er nicht selber, was Wandel in einer Firma so alles bedeuten kann? Wandel im Sinne einer Umorganisation kann in einer Firma quasi innovationsfrei vonstatten gehen, also ohne daß Produktinnovationen im Dueckschen Sinne überhaupt im Spiel sind.

Großunternehmen, stellt der Autor bissig fest, sind das Sammelbecken von neuen Mitarbeitern, die gesicherte Normalarbeitsplätze suchen, also vorrangig Zwanghafte. Überhaupt sei Betriebswirtschaftslehre eine durch und durch zwanghafte Wissenschaft. Das hysterische Pendant zur Betriebswirtschaftslehre sei vielleicht "Entrepreneurship". Vorlesungen in diesem Fach müßten aber besser von hysterischen Entrepreneuren gehalten werden, und nicht von zwanghaften Wirtschaftswissenschaftlern, die den Menschen als rationalen homo oeconomicus ansehen.

► SCHWACHPUNKTE
in Duecks Darstellung gibt es einige. Besonders ulkig ist seine Vorstellung, daß bei Innovationen Jugendliche besonders urteilssicher seien.
■ Die Meinung Jugendlicher zu Tablet-Rechnern zitiert er geradezu ehrfurchtsvoll. Da die mit Texteschreiben gemeinhin wenig im Sinn haben, lobt er seine Firma IBM, daß sie die PC-Sparte an die Firma Lenovo verkauft hat. In Wirklichkeit beziehen doch diejenigen, die ernsthaft an Rechnern arbeiten, ihr "IBM-Thinkpad" nun halt aus China (s. z.B. Lenovo X1 Carbon Broadwell 20BS006BGE 35,6 cm (14 Zoll) Notebook (Intel Core i7 5500U, 2,4GHz, 8GB RAM, 256GB HDD, Win 7 Pro) schwarz). Dueck müßte ja nur mal in einen Laden gehen, um an der Vielzahl der an Tablet-Rechner ankoppelbaren Tastaturen zu erkennen, daß sich mittlerweile die Erkenntnis durchsetzt, daß man ohne Tastatur nicht normal arbeiten kann.
■ Duecks Position zu Wikipedia ist eine unkritische Glorifizierung. Er sollte einmal in Geplanter Verschleiß: Wie die Industrie uns zu immer mehr und immer schnellerem Konsum antreibt - und wie wir uns dagegen wehren können (S. 138ff) nachlesen, wie dort industriekritische Beiträge systematisch unterdrückt werden. In den genannten Fällen führt die Anonymität der Autoren und vor allem die der Korrektoren zu Intransparenz und zur Wertlosigkeit der Quelle.
Dueck zitiert auf S. 272 ausführlich zum Stichwort "innerer Schweinehund" aus Wikipedia. Am Ende fügt er treuherzig die Bemerkung an, daß er dort auch gefunden habe, daß es für diesen Begriff keine englische Übersetzung gebe. Eine Wikipedia-Aussage für bare Münze zu halten, läßt an die Scharen von Kindern denken, die sich bei Wikipedia ihre Schulreferate zusammenklicken. Die englische Übersetzung lautet übrigens "one's weaker self" ;-) .
■ Duecks distanzlose Bewunderung für die "Innovation" der zuckerhaltigen Koffeinlimonade "Red Bull" ist ein Tiefpunkt des Buches. Daß Jugendliche stark gezuckerte Industriesäfte mögen, auf die zugehörige Werbung abfahren, und künstlich erzeugter Bedarf zu wirtschaftlichem Erfolg führt, ist doch nicht überraschend. Werbung für künstliche Babynahrung und für Zigaretten hält Frauen vom Stillen ab und zum Rauchen an. Beides ist jeweils ein noch größerer wirtschaftlicher Coup als der aus Thailand importierte Energydrink, aber ist es ethisch vertretbar? Der Wirtschaftsprofessor Christian Kreiß zitiert in obigem Buch Joseph Beuys mit der Aussage, daß wir 90% aller Produkte nicht brauchen und sie uns sogar schädlich sind. Selbst wenn es nur 50% wären, für diese dunkle Seite der "Innovationen" ist Dueck nahezu blind.

FAZIT
Insgesamt ist Duecks Werk lesenswert. Er hält Großunternehmen und Universitäten in bezug auf ihr Innovationsmanagement den Spiegel vor. Insbesondere dort sollte sein Buch aufmerksam gelesen werden. Zu einem Gutteil ist es die Leidensgeschichte eines intellektuellen Innovators, der sich zuerst nicht verbiegen wollte und es am Ende doch mußte. Er wurde vertröstet, wurde mit Rat-Schlägen und Hausaufgaben (Zeitplänen, Markt- und Gewinnprognosen) hingehalten; seine Gemütslage rangierte von euphorisch über gekränkt bis zornig. Wie sehr ihn das zwanghafte IBM-Management mit Gewinnaussagen schon in der Anfangsphase eines neuen Projektes gepiesackt haben muß, läßt sich daran ermessen, daß es Dueck zu einem kritiklosen Bewunderer wirtschaftlichen Erfolgs gemacht hat, egal ob es sich um eine echte Innovation oder nur um Humbug handelt, wenn sie ihren Erfinder nur reich gemacht hat. Anders läßt sich sein peinliches Lob jener Zucker-Koffein-Limonade kaum erklären.

Sprachlich ist Duecks Schreibstil ein kleiner performativer Widerspruch zum Inhalt. Während er den Innovatoren dringend rät, sich auf die verschiedenen Akteure, mit denen sie es in den Firmen tun haben, einzustellen, stellt er sich auf seine deutschen Leser überhaupt nicht ein, sondern schreibt passagenweise genau in dem aufgeblasenen englisch-deutschen Jargon, wie man ihn sich bei einem "chief technology officer" von IBM so vorstellt. Für das Verständnis ist es vielleicht weniger ein Problem, daß er von "chasm" und "trough" redet oder stressen sagt, wenn er betonen meint. Aber angesichts seiner Kritik am sog. "Managementismus" und der Beraterindustrie, fragt man sich schon, warum er sich von deren nebulösem Jargon nicht wenigstens als Pensionär deutlicher abgrenzt.

Gunter Duecks Plädoyer für Innovationen und das Neue ist streckenweise sarkastisch - sicher bedingt durch seine Leidensgeschichte als Erfinder und Manager, der den einen als Querdenker und den anderen als Hofnarr galt -, aber zum Schluß doch auch optimistisch. Seine kraß unkritischen Vorstellungen u.a. über Wikipedia und Red Bull zeigen allerdings an, wie sehr auch intelligente Innovatoren irren können.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juli 2013
Ein ganzes Buch voll schauriger Möglichkeiten des Scheiterns von Innovationsbemühungen. Brrrr. Da fröstelt es den unbeteiligten Beobachter, während diejenigen, deren Beruf es ist, das Neue in die Welt zu bringen, schluchzend vor den Seite sitzen und sagen „…ach ja, wie Recht der Herr Dueck doch hat. Endlich mal einer, der weiß mit was ich mich den ganzen Tag abmühen muss.“ Und das ist die wirkliche Stärke des Buches: Mit einfachen klaren Geschichten den Alltag von Innovationsprojekten zu rekonstruieren und in die Köpfe aller Protagonisten eines Veränderungsprozesses hinein zu schauen. So wird plötzlich vieles verständlicher und der einsame Held der Innovation erkennt, dass er nicht mehr jede Ablehnung oder Hürde als persönlichen Angriff auffassen muss.

Aber auch diejenigen werden sich in den Geschichten wiederfinden, die in ihrem Unternehmen dazu feierlich auserkoren wurden „jetzt auch mal in Innovation zu machen.“ „Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen“ bietet die wunderbare Distanz zum Geschehen, die einem in der steten Wuselei des Alltags oft fehlt. Vermeintlich unvorhersehbare Entwicklungen, werden schnell nachvollziehbar und der Innovator kann begreifen, wie er in Zukunft weitsichtiger an die Aufgabe herangehen kann, soll sie denn zum Erfolg führen. Sie brauchen nicht unbedingt der Erste sein, Sie müssen nur der erste sein, der es richtig macht!

Voraussetzung hierfür ist allerdings die Einsicht, dass die Idee an sich nur ein Teil des Jobs ist. Ebenso wichtig ist es, diese auch in die Umsetzung zu bekommen und zwar so, dass sie am Markt Erfolg hat. Und das ist kein stringenter oder rational Prozess nach dem Motto ist die Idee gut ist der Erfolg logisch, wie man ihn gerne im Plan skizziert. Nix ist logisch – wir haben es immer mit Menschen zu tun und dass macht die Sache einerseits so unberechenbar und zeitgleich aber spannend. „Der Durchbruch ist das Entscheidende, nicht die Idee an sich. Die hat buchstäblich jeder.“, sagt Gunter Dueck.

Die Herausforderung nach dem Lesen lautet: Wenn ich sie nun alle kenne, die Hürden, die Menschen, die Metaebenen, die großen Problem der neuen Welt, wie kann ich es besser machen? Die Antwort: Auch hier bleiben Innovatoren Pioniere – es gibt kein allgemeingültiges Rezept, nur Hinweise auf das Spielfeld und die Mitspieler, seinen Spielplan muss man sich selber entwickeln.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Innovation versucht die zarte Ideen-Knospe durch den Winter zu bekommen. Man sollte also den wehrhaften Apparat heimlich überbrücken und dabei auch einmal andere Rollen annehmen können ... Gunter Duecks Buch will den vielen großen und kleinen Daniel Düsentriebs unserer Bundesrepublik helfen.

Nur Recht behalten, nur Ideen haben hilft nicht. Das Um- und Durchsetzen ist leider das Aufwändige und Un-Eingeübte. Daher berichtet Dueck, bekanntlich IBM Deutschlands Innovator Nr. 1, Gründungs-Engel (und sehr vieles mehr), erst einmal über Innovations-Ansätze, um rasch zu seinen eigenen Erfahrungen samt Ratschlägen zu kommen. Der Ton ist in einem mild-schwarzen Humor und lebt aus der Treffsicherheit à la Ja, so ist es; und dies hätte ich doch damals einfach anwenden sollen ...

Poppers  Hauptwerk im Titel zu verfremden hat Chuzpe, doch die Ideen von "Das Neue und seine Feinde" könnten für den Business-Sektor durchaus vergleichbar revolutionierend sein.
Durchdacht und gut lesbar, punktuell etwas unfokussiert, doch mit immer wieder schönen pointierten Sätzen. Sehr persönlich wirkendes, die Erfahrung weitergebendes Buch von einem meiner Lieblingsautoren. Die Empfehlung war bereits nach der Hälfte klar, und jetzt erst recht: Fünf Sterne.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. November 2013
Hier geht es um Innovationen in großen Unternehmen. Sehr gut die Analogie eines "Immunsystems des Unternehmens". Das bremst alle Störungen und ist damit gut fürs laufende Geschäft aber gleichzeitig schlecht für Innovationen. Deshalb seine Kernempfehlung: work underground as long as you can = halte die Klappe bis du Substanz vorweisen kannst. Dazu gibt es witzig geschriebene und nützliche Empfehlungen zum Umgang mit Forschern, Managern und Verkäufern. Wie immer gefällt mir seine klare direkte Art.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Januar 2015
Dies ist meine erste Rezension bei Amazon. Ein riesiges DANKE an Gunter Dueck für dieses Buch!! Mein Exemplar zieren mindestens 30 Post It's mit Passagen, bei denen ich dachte: "G E N A U, SO IST ES". Dueck, der erfahrene Praktiker und Querdenker beschreibt auf den Punkt Realitäten aus dem Unternehmensalltag, solcher Unternehmen, bei denen Innovationen inzwischen existentiell für's Überleben sein müssten, die aber genau in diesen Unternehmen vom internen Immunsystem zum Teil mit Macht verhindert werden. Die zahlreichen Beispiele sind hochaktuell und treffen punktgenau, zumindest in einem mir bestens vertrauten DAX-Unternehmen. Das Buch beklagt aber nicht nur die vielen Steine, die den Innovatoren in den Weg gelegt werden, sondern zeigt auch, wie man es trotzdem schaffen kann, das Neue durchzusetzen. Gut gefallen hat mir auch die eine oder andere pfiffige Umgehungsstrategie á la "Upps... da hab' ich mich wohl nicht ganz regelkonform verhalten... ;-)". Danke besonders dafür!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 50 REZENSENTam 16. November 2014
Ich habe in schon mehreren sterbenden Wirtschaftszweigen gearbeitet, war immer darauf aus, die Selbstständigkeit auf vielen Säulen zu bauen. "Arbeiten wir härter in einem kargeren Rahmen oder brechen wir zu neuen Ufern auf?" (S. 276) Es geht immer um diese Frage und die Komfort- bzw. Sicherheitszone, die um uns errichtet wurde. Von uns selbst oder anderen.

Die sterbenden Einzelhändler in allen Stadtkernen zu sehen, es schmerzt mich und immer wieder denke ich darüber nach. Warum kommt dort niemand auf die Ideen der Läden, die Amazon und andere Internetkonzerne bald eröffnen werden? Es liegt so nahe.

Tatsächlich zitiert Guenter Dueck (GD) diese Aussage von Verbandsleuten: "Das mit dem Internet ist so eine Mode, besonders Facebook, das hört bald wieder auf. Wir haben eine vorübergehende Durststrecke, das halten wir durch. (S 277). Die Hüter der Tradition wollen es weitergehen sehen, wie seit Jahrzehnten, während ihre Dämme schon längst unterspült sind.

Die Kopfnoten von gestern (Ordnung, Fleiß, Mitarbeit, Betragen) müssen nach GD heute neu definiert werden, z.B. durch:
-Kreativität, Originalität, Sinn für Humor
-Gemeinschaftssinn, der auch andere aktiviert
-Positive Haltung zur Vielfalt des Lebens
-Liebende Grundhaltung zu den Menschen....

Ein hervorragendes Buch, gespickt mit Beispielen aus dem Berufsleben von GD, inspirierend und sowohl für den Einzelnen (Selbstständigen, Angestellten) als auch Unternehmen interessant, um klarer zu sehen und jene Menschen zu identifizieren, die aus der Komfort- und Do-Nothing-Zone herauskommen - mit einem unbeugsamen Willen und dem Herkules-Können zur rechtzeitigen Veränderung.

Andy Warhol war der Meinung die eigentliche Kunst besteht darin, Dinge zu verkaufen. Auch darum geht es, wie wird ein Konzept durchgesetzt, welche Fallstricke und Hindernisse muss man bedenken, eine Idee ist zunächst mal wenig, ihre Durchsetzung im Umfeld der realen Welt alles.

Gut, dass Beispiel einer Bewertung durch einen erfolgreichen Manager: er meinte das Prinzip des Do-Nothing sei bei Menschen übermächtig: alles zu lassen wie es ist, klingt bequem, erfolgreich und gut. Es nestelt sich überall ein, dieses Wellness-Denken. Genau hier, am Allzumenschlichen, am Gewohnten scheitern die meisten neuen Ideen, wenn sie auch noch so erfolgreich projektiv berechnet sind.

Dieses Buch ist auch deswegen so wichtig, weil die Veränderungszyklen heute immer schneller werden und viele (auch Medienleute) das Internet noch nicht in seiner ganzen Tragweite begriffen haben. Auch wenn heute Trolle anscheinend das Internet dominieren, laufen im Hintergrund längst Teamworks und eine neue Generation von kreativen Menschen in neue Richtungen, die den Gedanken dieses Buches entsprechen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Januar 2014
Für mich ist dieses Buch ein Must für jeden Innovator. Das Innovieren ist eine Geschichte für sich selber - dazu gibt es schon seit Jahren diverse sehr gute Bücher. Das Verkaufen, das Handling und das Verstehen der Vorgänge und Probleme bei Ideen und Prototypen in einer Grossfirma ist jedoch eine ganz andere Geschichte. Jeder der dies selber (mehr)mals erlebt hat - und gescheitert ist - und sich dann gefragt hat - was ist denn da eigentlich genau passiert und was muss ich beim nächsten Mal besser machen, der wird dieses Buch mit viel Freude lesen. Besonders motivierend finde ich dabei zu sehen, dass man nicht alleine ist mit diesen Problemen und dass es Ansätze gibt um erfolgreich mit den Herausforderungen umzugehen! Auf sehr unterhaltsame Art und Weise geschrieben finde ich dieses Buch wirklich lesenswert. Für mich persönlich auf jeden Fall eine Motivation zu versuchen einige der Punkte in meine tägliche Praxis einzubringen.
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Schwarmdumm: So blöd sind wir nur gemeinsam von Gunter Dueck (Gebundene Ausgabe - 9. Februar 2015)
EUR 24,99

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Professionelle Intelligenz: Worauf es morgen ankommt von Gunter Dueck (Gebundene Ausgabe - 23. August 2011)
EUR 19,99