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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für jeden Erfinder und Innovator...
... ist Gutner Duecks neuestes Sachbuch - und dazu noch unterhaltsam und spannend geschrieben!

Jeder der etwas Neues durchsetzen möchte, sine Ideen oder eine Erfindung in die Tat umsetzen will, sollte sich dieses schöne Buch gönnen. Es liest sich nämlich nicht nur gut, und ist klar gegliedert, es enhält eigene Erfahrungen und knallharte...
Vor 4 Monaten von isy3 veröffentlicht

versus
2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anachronistischer Innovationswahn
Innovationsstreben vor dem Hintergrund der Ressourcenausbeutung unserer Erde so unkritisch zu präsentieren - bei gleichzeitiger deutlicher Kritik an den Bremsern dieses Wahnes - ist entweder blind oder borniert oder zynisch. Dieses Buch zeigt ungewollt, wie sehr wir von einer wirklichen Abkehr vom Konsumismus entfernt sind. Das Menschenbild, das in diesem Buch zum...
Vor 11 Tagen von brickinthewall veröffentlicht


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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für jeden Erfinder und Innovator..., 12. Januar 2013
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
... ist Gutner Duecks neuestes Sachbuch - und dazu noch unterhaltsam und spannend geschrieben!

Jeder der etwas Neues durchsetzen möchte, sine Ideen oder eine Erfindung in die Tat umsetzen will, sollte sich dieses schöne Buch gönnen. Es liest sich nämlich nicht nur gut, und ist klar gegliedert, es enhält eigene Erfahrungen und knallharte Fakten, die aus der Praxis und direkt von der Quelle stammen. Wer gerade mit Begeisterung etwas Neues entwickelt, und dieses Buch zu Rate zieht, kann sich möglicherweise mehrere Enttäuschungen und Irrwege ersparen und bekommt praktische Tipps, wie man es richtig macht. Es ist aber kein Ratgeber-Buch mit simplen Rezepten und ein paar Anekdötchen. Dueck schürft in der Tiefe und kann durch seine breite Bildung und weites Spektrum weit reichende Erkenntnisse vermitteln. Man kann auch als Theoretiker oder Experte seine helle Freude an diesem Buch haben. Hochwertige geistige Nahrung für Liebhaber intelligenter Lektüre aber verständlich zubereitet und appetitlich angerichtet. Ein Bespiel:

Im Prinzip stehen dem Neuen vier Typen von Menschen gegenüber: 1. Die Vorreiter die das Neueste begeistert und es sofort unbedingt haben wollen. Das sind sehr wenige. 2. Die Open Minds, Leute, die dem Neuen zwar offen gegenüberstehen, aber nicht Vorreiter sein möchten, das sind viele. 3. Die Close Minds sind Menschen, die dem Neuen eher misstrauisch gegenüber stehen, sich aber überzeugen lassen, wenn schon eine Menge Leute mitmachen. Auch das sind Viele. 4. Die Antagonisten schließlich sind dem Neuen gegenüber negativ eingestellt und bleiben strikt dagegen. Das sind wieder wenige, aber wenn ein Produkt sich durchsetzen soll, muss man schon die ersten drei Menschengruppen überzeugen und dann noch aufpassen, dass die vierte es nicht abschießt.

Dazu braucht es außer einer wirklich guten Idee viel Energie beim Entwickeln und Ausarbeiten und die richtige Taktik, damit man überhaupt an den Markt kommt. Die Energie kann man auch mit Herzblut und Durchhaltekraft bezeichnen. Bei der Lektüre des Buches kann man genau das Herzblut spüren, das Gunter Dueck selbst bei seinen Projekten vergießt und vergossen hat. Einige seiner Innovationen haben sich durchgesetzt. Hier gibt es eine Menge spannender Hintergründe zu erfahren. Ich mag diese Geschichten aus dem Leben am liebsten.

Gunter Dueck hat jahrzehntelang in der Wissenschaft und bei IBM gearbeitet und kennt die Strukturen von Konzernen genau. Darum weiß er, wo die ärgsten Feinde des Neuen zu verorten sind. Man soll zum Beispiel nicht glauben, dass das betriebliche Vorschlagswesen ein echter Förderer des Neuen ist. Gerade hier sterben die meisten Ideen einen vorzeitigen Tod im Verwaltungsdickicht. Auch ein eigens eingesetzter Innovations-Vizedirektor samt Stab und Mitteln stellt keine echte Hilfe bei der Ausarbeitung und Entwicklung wirklich neuer Projekte dar. Dueck gibt hier den subversiven Rat, in einem Konzern so lange wie möglich im Untergrund die neue Idee zu verfolgen. Wenn das Management sich erst einmal mit dem Innovativen befasst und es genau in den Fokus nimmt, wird die Kreativität systematisch erstickt, und zwar nicht, weil Manager schlechte Menschen sind, sondern weil das System vom Wesen her nicht zum Kreativen passt.

Auch die Innovationsförderung in der Wissenschaft ist so eine Sackgasse. Viele junge und talentierte Wissenschafler und Erfinder verfangen sich im Netz der Suche nach staatlichen Fördergeldern oder Einwerbung von Drittmitteln. Anstatt etwas wirklich Neues zu entwickeln, werden Geschäftspläne und Forschungsprojekte entwickelt, die ein Weiterleben aus dem Topf der Fördergelder ermöglichen. So wird die Kreativität in falsche Bahnen gelenkt und das auch noch mit hohem finanziellem Aufwand.

Dueck hat in Amerika die Chance bekommen mit erfolgreichen Risikokapital-Gebern aus der Praxis zu sprechen. Diese Erkenntnisse und Lebenserfahrungen klingen teilweise sehr überraschend und sind für alle Start-Ups von größtem Wert. Unbedingt lesen und am besten gleich hinter die Ohren schreiben!

Aber auch die Situierten und Satten unter den Firmen sei das Buch empfohlen. Unternehmen, die glauben, bestens aufgestellt zu sein, die das Neue höhnisch verspotten, sollten das Buch unbedingt lesen, damit sie nicht das Schicksal von Kodak oder Brockhaus erleiden.

Ich möchte das Buch jedem Querdenker empfehlen, jedem jungen Forscher, Entwickler und Erfinder, der etwas Neues hervorbringen und auch durchsetzen möchte. Es ist ein schönes Manager-Geschenk und natürlich auch als E-book erhältlich.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Innovationsprozesse in den verschiedenen Segmenten der Gesellschaft, 12. März 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
Der Mathematiker und ehemalige Cheftechnologe bei IBM Gunter Dueck hat schon mit vielen seiner Fachbücher auch Laien begeistern können. In seinem neuen Buch geht er der Frage nach, die sich jeder einfache Mensch auch schon oft gestellt hat, warum viele gute Ideen in der Wirtschaft, in der Politik, aber auch in anderen gesellschaftlichen Gruppen und Bereichen verhindert werden. Die platten linken Erklärungen von den „Interessen“ und den „Profitinteressen“ helfen da überhaupt nicht weiter, wenn sie das jemals getan haben sollten.

Dueck, aus dessem Buch man viel lernen kann über Innovationsprozesse in den verschiedenen Segmenten der Gesellschaft, identifiziert im Wesentlichen vier Gruppen, die er als die „Feinde des Neuen“ bezeichnet. Da sind zunächst, sehr wenig an Zahl, jene Menschen und Interessenträger, die als seine Vorreiter sich sehr schnell für das Neue faszinieren lassen und es auch sofort umsetzen bzw. anschaffen wollen. Dem steht eine sehr große Mehrheit von Menschen mit sogenannten „Open Minds“ gegenüber. Wie der Name schon sagt, sind sie dem Neuen gegenüber zwar aufgeschlossen, möchten aber nicht dessen Vorreiter oder Lobbyisten sein. Die dritte Gruppe der „Close Minds“ , auch sie ist sehr groß, steht dem Neuen zunächst skeptisch gegenüber, schließt sich ihm aber dann, wie auch immer opportunistisch, anschließen, wenn eine große Zahl von Menschen mitmachen. Eine vierte, nicht zu unterschätzende Gruppe, die es Innovationen besonders schwer macht, sind die sogenannten Antagonisten. Sie sind strikt dagegen eingestellt und bleiben es auch. Anmerkung des Rezensenten: dies ist im Augenblick hervorragend an der Debatte innerhalb der CDU/CSU über die steuerliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften zu beobachten.

Wenn sich also eine Idee oder ein Produkt durchsetzen soll, müssen insbesondere die beiden Gruppen der Open und Close Minds überzeugt werden und man muss höllisch aufpassen, dass die Antagonisten nicht doch noch mit ihren oft subtilen Mitteln juristisch oder auf anderem Weg dazwischenfunken.

Mit vielen Beispielen aus Unternehmen, wo diese Gesetzmäßigkeiten genauso zu beobachten sind, wie in anderen Bereichen, allerdings mit ganz anderen Folgen, erläutert Dueck den faszinierenden Prozess dessen „wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen.“
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niedergeschrieben, was ich so nicht formulieren konnte, 13. Mai 2013
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich habe selbst genügend Kontakt mit Konzernen, StartUps und dem Thema Innovationen.
Nie hätte ich es so niederschreiben können, was die Probleme in diesem Umfeld sind.
Innovation und Konzern verträgt sich nicht, Innovation und Mittelstand stößt auch auf wenig Gegenliebe, wenn es sich um wirklich umwälzende Erfindungen geht. Spätestens bei der Realisierung der tollen Idee scheitert es dann sowieso.
Und Gunter Dueck erklärt, wo die Fallen sind und welche Gedanken die vermeintlichen Erbfeinde der Innovation hegen.

Perfekt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Manager sind dafür da, dass alles reibungslos funktioniert, sie sehen Innovationen daher oft als Störung an..." S.13, 11. März 2013
Deming sagte einmal: “It is not necessary to change. Survival is not mandatory.” Wie schwierig es tatsächlich ist, darum gehts im Buch. Die Grundthese: Innovationen und deren Durchsetzung sind extrem schwierig, die Idee allein reicht nicht. Damit unterscheidet sich das Werk schon vom Großteil der Innovationsliteratur (a la ... mit dem richtigen Prozess und der richtigen Methode klappt es schon) Dueck setzt sich mit den oftmals naiven Vorstellungen über das Management von Innovationen auseinander.
Das Neue hat tatsächlich viele Feinde. Das Neue ist ja nicht per se gut bzw. besser (Gen-Food ist zwar neu aber ist es auch besser?). Zweifel sind angebracht. Ein Ringen des Neuen mit dem Bestehenden ist insofern natürlich, gewollt und auch logisch (Evolution, das Bessere setzt sich durch). Nur – und hier spürt man die Erfahrung des Autors– es ist ein ungleiches Spiel. Er beschreibt ausführlich die Feinde und die Blockaden bei der Durchsetzung des Neuen. Manager, Organisationen, Systeme und Prozesse bilden eine Art Immunsystem, welches am ‚Alten‘ hängt und das Neue wie Eindringlinge bekämpft.
„Worauf aber kommt es an bei Innovationen an? ‚Auf den, der sie mit Herzblutenergie vorantreibt.‘“ (S.11)
Das Management möchte der Beliebigkeit und dem Chaos bei der Entstehung von Innovationen durch Prozesse und Methodik begegnen. Das ist jedoch eine Illusion, wie Dueck hervorragend darstellt.„Alles, was getan werden kann, kann durch Management noch besser getan werden...Nichts darf nicht gemanagt werden“ (S.130/131). Jedoch: der Innovationsprozess führt fast nie zu Innovationen. Das bedeutet, Innovationen bräuchten andere Methoden und Instrumente als das klassische Vorgehen.
Das Buch ist kein Ratgeber – will es auch gar nicht sein. Und dennoch lernt man recht viel. Hervorragendes Innovationsbuch, es lässt sich sehr gut lesen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dueck vertritt Gedanken mit denen die Auseinandersetzung lohnt., 17. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
Seit mehreren Jahren verfolge ich den Autor bei Auftritten, in seinem Blog, dem Podcast und auch in seinen Büchern. Nicht allem stimme ich immer zu, aber vielem. Und in jedem Fall lohnt es sich seine Gedanken zu überdenken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Innovation bedeutet, eine große Idee gegen Widerstände zu entwickeln und mit Leidenschaft durch die Täler,,, 23. Januar 2013
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
der Tränen zu tragen, alle Hybris zu beschämen und alle Menschen 'da draußen' für das Neue einzunehmen." (Gunter Dueck, S.131)

Autor dieses hervorragenden Buches ist der Querdenker Prof. Dr. Gunter Dueck, der bis August 2011 Cheftechnologe bei IBM war und nun als freischaffender Autor, Netzaktivist, Business-Angel und Speaker tätig ist.

Wer im seinem Leben eine neue Idee wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt hat, weiß sofort, wovon Dueck schreibt, weiß auch wie viele Hürden zu nehmen sind und wie viel Herzblutenergie dafür notwendig ist. Es ist wahr, Innovationen sind nur dann durchsetzbar, wenn man auf folgende Faktoren zählen kann: "Energie, Herzblut, eine glückliche Hand, ein tolles Gründerteam, verständnisvolle Investoren, Geduld," (Zitat. S.10).

Ich habe in jungen Jahren einer damals neuen Geschäftsidee im Dienstleistungsbereich zum Durchbruch verholfen und vieles, was Dueck beschreibt, damals kennen gelernt. Daran hat sich, mich wundert es nicht, nichts geändert. Das hängt damit zusammen, weil "ClosMinds" und "Antagonisten" (zu den beiden Begriffen später mehr) nicht aussterben. Das Neue wird selten wirklich mit offenen Armen aufgenommen, sondern muss sich gegen viele Widerstände durchsetzen. Dabei muss man sich immer darüber klar sein, dass das Neue irgendwann das Alte ist und man deshalb niemals aufhören sollte, Neues zu entwickeln, um ihm dann wiederum zu helfen, seinen Weg zu gehen. Duecks Buch ist eine gute Denkhilfe für alle, die wirtschaftlich erfolgreich Neuem den Weg bahnen möchten.

Der Autor untergliedert sein Buch in drei Abschnitte:
Kraftakt für das Neue
Spezielle Innovationshindernisse
Innovation und Gestaltungskraft

Dueck unterstreicht zunächst im ersten Teil seines Buches, dass Ideen generell nur von wetterfesten Unternehmern erfolgreich umgesetzt werden können. Man muss also neben der Idee auch einen sehr guten Geschäftssinn besitzen, um die Idee in bare Münze umsetzen zu können. In diesem Zusammenhang listet der Autor Grundfehler auf, aufgrund derer Innovationsprojekte zum Scheitern verurteilt sind. Zu diesen Fehlern zählt die Angst zu scheitern als sich selbst erfüllende Prognose, eine ungenügende Marktanalyse, aber auch eine schlechte Vermarktung.

Eine Innovation hat nach Dueck erst dann den Durchbruch geschafft, wenn sie zum Normalpreis gekauft werden kann. Es stimmt, wenn etwas neu ist, wird stets nach Referenzen gefragt, die man logischerweise nicht haben kann, also muss man zunächst aufgeschlossene Vorreiter suchen. Das ist die Zeit des u.U. langen materiellen Atems.

Der so genannte "Tipping Point" ist der Punkt, wo die Innovation sich dann durchsetzt auf dem Markt und das "Ausbreitungswunder“ seinen Anfang nimmt. Wie Dueck schreibt, erwartet man heute von professionellen Innovationen, dass deren Wegbereiter auch nach dem Hebel für den Umschlagpunkt suchen. Ist derjenige, der eine neue Geschäftsidee hat, zeitgleich der Unternehmer, wird er natürlich alles dransetzen, um ihn so schnell als möglich zu finden. Anders jedoch zeigt sich die Lage, wenn der Erfinder Mitarbeiter eines Unternehmens ist. Darüber schreibt Dueck sehr lebensnah und macht deutlich, dass solche Erneuerer, -nicht selten Wissenschaftler-, umdenken müssen. Nicht immer gelangt man so schnell zum "Tipping Point" wie beim Smartphone oder bei den Tablets und nicht wenige Neuheiten verschwinden auch recht schnell wieder vom Markt. Damit dieses nicht geschieht, muss eine Idee optimiert werden und zwar immer wieder, um die Kundenakzeptanz zu erreichen und damit aus der Meckerecke (so nennt es Dueck) herauszukommen.

Der Autor hat neben der wirklich professionellen innovativen und merkantilen, immer auch die psychologische Seite einer Geschäftsidee im Auge. Erläutert den positiven und negativen Stress den Erneuerer und deren Feinde in der Sache haben. Er bezieht die Gedanken des Psychoanalytikers Fritz Riemann aus dessen Buch "Grundformen der Angst" in sein Werk mit ein, indem er aufzeigt, wie Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmustern auf Innovationen reagieren. Das beschreibt er im Buch ausführlich und fasst in Kurzform zusammen:

"Angst vor Wandel (Merkmal der zwanghaften Persönlichkeit)
Angst davor, dass alles notwendig so bleibt (Merkmal der hysterischen Persönlichkeit)
Angst vor der Selbstwerdung (Merkmal der depressiven Persönlichkeit)
Angst vor zu viel Nähe (Merkmal der schizoiden Persönlichkeit)"

Um etwas Neues auf den Weg zu bringen, ist es demnach nicht ungünstig, ein hysterisches Persönlichkeitsmuster aufzuweisen.

Über die vielen Grafiken im Buch im Rahmen der Rezension zu schreiben, führt zu weit. Mit großem Interesse habe ich sie studiert und mir Sachverhalte klar gemacht, so etwa im Hinblick auf Resistenzen gegen Wandel und Neues. Dueck zeigt die vier Parteien auf, die zumeist miteinander streiten, wenn eine Idee zur Innovation werden soll. Die Rede ist von Protagonisten, OpenMinds, CloseMinds und Antagonisten. Hier sollte man genau lesen, wie die einzelnen Parteien reagieren und das immer vor Augen haben, sobald man eine Geschäftsidee in die Tat umsetzt.

Man liest über unterschiedliche Hürden, die es zu überwinden gilt und auch über vom Innovator selbst erzeugte Resistenzen. Dieses Kapitel sollten besonders Innovatoren mehrfach studieren, die in größeren Betrieben arbeiten. Nicht uninteressant zu lesen sind auch die Resistenzen im Wissenschaftlercharakter und hier Verhaltensmuster bei Meetings seitens Alpha-, Beta-, Gamma-, Tiere und sogenannten Omegas, wenn es um gruppendynamische Prozesse geht. Omegas unter den Wissenschaftlern möchten radikal Neues, werden aber aus bestimmten Gründen von den anderen nicht wahrgenommen, vgl.:S. 88ff.).

Thematisiert wird das Verhältnis der Forscher zu Marketing und Betrieb und auch hier geht es um psychologische Momente. Lernbereitschaft vom Kunden ist angesagt, d.h. der Forscher sollte sich möglichst viel Kritik seitens der OpenMinds für seine Neuerungen anhören, (S.127).

Der Autor erklärt, weshalb Management zwar Ordnung schafft, aber die Innovation hemmt, verdeutlicht dies mittels eines gemanagten Innovationsprozess und zeigt, auf welche Weise ein Innovator trotzdem seine Idee durchführen kann.

Innovation ist letztlich durch bloßes Bücherlesen über das Thema nicht möglich, sondern erfordert einen extremen Willen zu Neuem. Es geht in erster Linie um Energie. Sie ist der Treibstoff für das Neue. Wie Dueck so schön formuliert: "Innovation ist mehr als ein Plan, ein System, ein Geschäftsmodell oder eine tote Kreatur Frankensteins. Sie muss leben, und dafür ist viel mehr nötig als einfach nur ein guter Ansatz," (vgl.: S.181).

Dueck thematisiert die Psychologie des Innovators und aller anderen Beteiligten und erläutert eine bestimmte These seiner "Omnisophie", wonach jeder Mensch einen Verstand, eine Intuition und einen Instinkt hat, (vgl.: S.184). Allerdings ist die Gewichtung verschieden, mit Auswirkung auf die Berufswahl. Duecks omnisophisches Dreieck hier zu erklären, führt zu weit. Wichtig zu wissen ist bei allem, dass der reine Verstandesmensch Regeln, Methoden, Pläne und Lehrbuchmeinungen benötigt, um zu wissen, was "man" macht, insofern kommt von solchen Menschen selten etwas Innovatives.

Da viele Erstinnovatoren nicht wissen, wie man eine Idee erfolgreich umsetzt, erklärt Dueck dieses im Rahmen des 3. Teils seines Buches, indem er eine Reihe von Fragen stellt, die sich ein Erstinnovator zunächst beantworten sollte.

Beleuchtet wird zudem das Erarbeiten von Chancen. Dabei muss klar werden, dass man die Aufmerksamkeitssperren der normalen Menschen, zumindest der "OpenMinds" durchbricht. Dueck weist auf die Punkte hin, die beachtet werden müssen. Ausgerüstet mit diesen Informationen und dem Wissen, dass man eine Chance nur energetisch ergreifen kann, kann man dann kraftvoll, kreativ, offen, neugierig und positiv gestimmt sein Ideenprojekt in die Tat umsetzen mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es ein energiegeladener Sisyphos am Ende doch packt.

Das Buch schafft Bewusstsein. Empfehlenswert.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum sich manche Innovationen durchsetzen und andere nicht, 21. Januar 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
Viele Erfindungen sind mehr mit den Namen derjenigen verbunden, die sie am Markt durchsetzen konnten - und weniger mit den Erfindern selbst. Als Edison mit seiner Glühlampe die Welt erhellte, hatten viele vor ihm schon (leider unpraktible) Prototypen erfunden. Die wirklich berühmten Menschen sind also die, die genug Kraft, Durchhaltevermögen haben, um einer Erfindung zum Durchbruch zu verhelfen, und die vor allem auch die Intuition dafür besitzen, wann der Markt reif für etwas ist. Wie diese Erkenntnisse für heutige Unternehmensentscheidungen genutzt werden, und wie man davon als normaler Kunde davon betroffen ist, davon handelt das Buch.

Generell durchläuft ein neues Produkt bei Markteinführung mehrere Stufen und muss mehrere Hürden überwinden. Zunächst muss es so interessant sein, dass es die ersten Protagonisten, also Vorreiter anlockt. In den 90iger Jahren war etwa das Handy vor allen gutbetuchten Technikbegeisterten vorbehalten, die Eindruck auf andere machen wollten. Nach den Protagonisten müssen dann die Open-Minder überzeugt werden. Sie stehen Neuem zwar durchaus offen gegenüber. Sie möchten aber doch auch den Vorteil, den praktischen Nutzen, die Kostenersparnis sehen und vor allem, dass andere es auch kaufen. Um beim Beispiel Handy zu bleiben: als immer mehr gemerkt hatten, dass es doch recht praktisch ist, etwa von unterwegs zu Hause anzurufen, begann sich das Handy wie eine Lawine auszubreiten.

Die größte Hürde für ein neues Produkt sind aber die Close-Minder - schon weil es die Masse ist. Das sind also Menschen, die zuerst die Nachteile des Neuen sehen, das ihre heile Welt stört. Sie wollen ausschließen, dass eine Innovation zu sehr in ihr Leben eingreift, suchen überall nach dem Haken an der Geschichte. Um beim Beispiel Handy zu bleiben: sie sehen nicht ein, dass sie ständig erreichbar sein sollen usw. Aber dass sie, wenn es wichtig ist, ihren Ehepartner, ihren Geschäftspartner sofort erreichen können, finden sie dann doch nicht so schlecht. Und sie legen sich schließlich, immer noch mit einigen Vorbehalten, auch so ein Mobilfunkgerät zu. Ist diese große Gruppe der Close-Minder gewonnen, hat eine Innovation den Durchbruch geschafft.

Die kritische Masse, die dann also erreicht ist, spült schließlich auch die letzte Hürde weg, nämlich die Antagonisten. Das sind die, die fundamental, aus Überzeugung gegen etwas sind. Um wieder auf das Handy zurück zu kommen, sind das die, die Handygesprache in der Öffentlichkeit für Lärmverschmutzung, Selbstentblößung und damit für Zeichen des kulturellen Niedergangs halten. Und obwohl ihre Argumente durchaus beachtenswert sind, werden sie irgendwann kaum noch gehört, die Antagonisten werden von der Masse einfach weggespült.

Fazit: Ein sehr interessantes, schönes Buch. Zwar verwendet der Autor, der ja Manager bei IBM war, manchmal recht viel wirtschaftliches Fachchinesisch, aber man kann ihm doch auch als Laie recht gut folgen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues ist wie Wollen, Wandel wie Müssen, 12. Mai 2013
Von 
Svenja Hofert (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
Sind Sie auch so jemand, der viele Ideen hat und Lust an der Veränderung? Prost, Mahlzeit, vergessen Sie Konzerne wie Audi und BMW. Großunternehmen stellen vornehmlich Zwanghafte ein, keine Abenteurer, Unternehmer, Querdenker, Erfinder, Forscher und Weltverbesserer", lehrt uns Guenter Dueck in seinem neuem Buch Das Neue und seine Feinde".

Mit zwanghaft bezieht sich der Mathematiker, Buchautor und Hobbypsychologe Dueck - er bezeichnet Facebook-Nutzer in Vorträgen auch schon mal als depressiv - auf Riemanns Grundformen der Angst", ein Buch, das wahrscheinlich jeder Zuhause hat, der sich für die Seltsamkeiten des menschlichen Zusammenlebens interessiert. Wer dieses Buch kennt, weiß: Der Gegenpol des Zwanghaften ist das Hysterische: Während der zwanghafte Mensch möchte, dass alles seine Ordnung hat, sucht der Hysteriker Abwechslung und das Neue. Thomann, der Riemann später ergänzte, deutete die beiden Pole etwas weniger krankhaft" um in Wechsel- und Dauerorientiert.

Der ausgeprägt wechselorientierte Mensch will auf keinen Fall stehenbleiben. Versetzen wir uns in die Zeiten, in denen wir fellbehaart in der Natur herumstromerten, steht dahinter der Gedanke: dort könnte er von einem wilden Tier gefangen und erlegt werden. Also bewegt sich der Wechselorientierte im Geiste - entwickelt und erfindet, treibt voran, verfolgt Ideen. Das geht natürlich in der Forschung und Entwicklung besser als, sagen wir im Rechnungswesen, weshalb sich Wechselorientierte, schaffen sie wider Erwarten doch durchs Vorstellungsgespräch und landen zufällig in einem Großunternehmen, oft dort ein Zuhause finden. Eine andere Heimat für Wechselorientierte ist meiner Erfahrung nach das Marketing. Dauerorientierte findet man eher im Personal, wo sie regeln und reglementieren können. Alles nur eine Tendenz, also bitte keine Proteste ;-)

Im System vieler Großunternehmen - und ich füge aus eigener Erfahrung hinzu: auch des Mittelstands und selbst kleiner Unternehmen - wirken Wechselorientierte, also Riemanns Hysteriker", mit ihrem Neuen jedoch wie ein schlimmer Virus, der alle zum Niesen, zum Husten und manchmal sogar zum Kotzen bringt.

Das Neue ist ein Störenfried. Es katapultiert aus der Komfortzone ins Unbekannte, verlangt umzudenken und zu verändern. Es will gehört werden! Es ist zäh und anstrengend und wird öfter von Spinnern repräsentiert, die nicht auf den Punkt kommen und vor allem: durch ganz wenig bis null Interesse an politischen Spielchen überhaupt nicht formbar sind. Je introvertierter und verkopfter, desto störenfriediger ist der Mensch mit dem Neuen im Gepäck. Und wehe wenn Idealismus dazu kommt. Sag ich jetzt, nicht Herr Dueck.

Nun könnte Dueck über die Feinde des Neuen schimpfen, all die Dauerorientierten und wenig Intuitiven, denen das eigene Hemd näher sitzt als die große Idee. Doch das tut er nicht. Als Schlüsselerlebnis beschreibt er einen Workhop in New York, der ihm die Augen öffnet. Hier erkannte er: Echte Entrepreneure, die uneingeschränkt an eine Idee glauben, verkaufen Haus und Hof, um sie zu realisieren. Dazu ist er nicht bereit. Und weiterhin: Wer Ideen vorantreiben möchte, muss nicht mit einen bisschen Gegenwind rechnen, sondern mit 100% Bulls***
Vor allem muss der Prophet des Neuen mit etwas rechnen, was er oft nicht auf dem Plan hat: Eine Armada von Gegnern, die mit unterschiedlichen Waffen das Neue bekämpfen:
◾OpenMinds, die eine Innovation gut fänden, wenn sie denn soweit wäre... hier sind friedliche Mittel der milden Kommunikation zu finden.
◾CloseMinds, die mit so etwas braucht kein Mensch" den Kopf schütteln. Von blanker Anlehnung bis nacktem Hohn ist hier mit allem zu rechnen.
◾Antagonisten, die das neue aktiv bekämpfen (gefährlich! Siehe Facebook...). Hier ist mit direkter, harter Auseinandersetzung und unmittelbarer Konfrontation zu rechnen.

Gewalt führt zu Gegengewalt, Druck erzeugt Gegendruck: So geht es nie um die Sache, wenn Ideen mit aller Wucht durchgeboxt werden. Es geht um alles andere. Und das ist der Grund, aus dem unsere Welt schon Millionenfach durch Ideen hätte gerettet werden können. Wenn da nicht all die da oben wären.

Welch Narr ich war", schreibt der sympathisch selbstreflektierte Dueck, der in seinen frühen Jahren wohl auch eher mit dem Kopf (voller Ideen) durch die Wand (voller Widerstand) wollte. Damals sah er nicht den Kontext menschlichen Zusammenspiels in Unternehmen. Anders als Kollege Precht mit seiner Bildungsattacke hat er aber keine Revolution im Sinn. Vielleicht ist das der Grund, aus dem Dueck bisher nicht in Spiegel-Bestsellerlisten und Talkshows auftauchte. Der Mann ist einfach nicht eindimensional genug.

Botschaften wie macht das Beste aus dem, was da ist" (jetzt hier stark vereinfacht) sind natürlich weniger dramatisch als Forderungen, ganze Bildungssysteme abzuschaffen. Es bedeutet: Man kann wirklich was machen und muss gar nicht viel diskutieren. Wie unkompliziert. Zu unkompliziert, da Änderung so möglich wird.

Dueck wäscht den verträumten Spinnern, den weltfremden Erfindern, die er manchmal am Telefon hat, den Kopf. Nur etwas Neues zu haben und zu wissen, dass es besser geht, reiche nicht. Nur wer es schaffe, an den Hindernissen vorbei zu kommen und mit den naturgegebenen Reglementierungen Hand in Hand zu arbeiten, die eben zu einem Großunternehmen gehören, kann Neues nicht nur erfinden, sondern auch in die Welt bringen. Sein Rat für Erfinder: Work underground as long as you can." Um Ideen zu realisieren, müsse man taktisch vorgehen, lernen, sich auch als Querdenker Freunde zu machen und Bündnisse zu schmieden. Einem Spinner hört keiner zu, einer grauen Eminenz aber sehr wohl.

So ist das Buch ein Plädoyer für gegenseitiges Verständnis und für Annäherung des Verschiedenen - ein somit trotz spitzer Thesen sehr versöhnliches Buch, das auch viel über das Wesen der Zusammenarbeit in Unternehmen und die Motivationen der Menschen aussagt. Und deutlich lesbar aus spiraldynamisch gelben Denken entspringt, ohne darauf zu verweisen. Gelb heißt: Integrativ, versöhnlich, zusammenführend.

Das Neue erobert unter Eustress die Welt, während das Alte unter Distress sein Revier verteidigt", ist mein Lieblingszitat aus dem Buch. Oder auch, in anderer Variante: Das Neue ist wie Wollen, Wechsel wie Müssen." Oh ja! Wenn ich jetzt von all den Menschen in Tageszeitungen und Magazinredaktionen höre und lese, die unter ständigem Distress arbeiten! Und denen die aus der digitalen Welt stammend, sehr viel mehr Eustress erleben, kann ich nur sagen: Wer Spaß an der Arbeit haben will, sollte Umgebungen meiden, in denen Wandel zwingend nötig ist, aber das Alte regiert und Menschen, die Neues wollen nicht nur 100% Bulls*** bescheren, sondern 1000.

Wie oft habe ich Menschen gesehen, die in Unternehmen arbeiteten, die sich verändern mussten. Immer war die Stimmung angestrengt, die Motivation künstlich. Allzulange wird Veränderung halbherzig und mit den - auch personellen Mitteln und Ressourcen - des Alten betrieben.

Würde ich mir als junger Mensch heute ein Unternehmen aussuchen, so wäre es eine innovative Firma im Eustress, die etwas vertreibt oder vorantreibt, was die Welt wirklich braucht. Nie mehr würde ich mich an Tätigkeiten orientieren oder Bereichen, an den großen Namen von früher und Rezepten von gestern.
(diese Rezension erschien erstmals in meinem Blog [...]
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Erfindung ist noch lange keine Innovation ..., 7. Mai 2013
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
... auf die Umsetzung kommt es an und da gibt es reichlich Sand im Getriebe. Die Wenigsten sind von Beginn dem Neuen gegenüber aufgeschlossen. Neben Widersachern, die neue Ideen aktiv bekämpfen, gibt es auch viele Gleichgültige, die kein Interesse an der Innovation haben. Je weitreichender eine Innovation ist, um so schwieriger ist die Umsetzung. Wer in einer großen Firma arbeitet, weiß, dass große Ideen, die mehrere Abteilungen oder Prozesse betreffen, es per se schwer haben, Unterstützer zu finden.

"Energie, Herzblut, Durchsetzung, eine glückliche Hand, ein tolles Gründerteam, verständnisvolle Investoren, Geduld - das sind die Faktoren, auf die es ankommt!"
Bereits im Vorwort fasst Gunter Dueck, lange Jahre Cheftechnologe bei IBM, die Erfolgfaktoren für eine erfolgreiche Innovation zusammen.

Im ersten Teil geht Dueck allgemein auf die mit Innovationen verbundenen Probleme ein - von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Mit vielen Beispielen aus der Praxis beschreibt er auf unterhaltsame und sehr informative Art, worauf es bei Innovationen ankommt, damit sie erfolgreich werden und welche Widersacher im Spiel sind. So wie die Maklerweisheit lautet: Lage, Lage, Lage - Häuser kann man umbauen, die Lage ist fix, so gibt es dieselbe Pointe auch für Innovationen. Hier ist es das Herzblut, mit der man seine Innovation vorantreibt. Innovationen kann man verbessern, ändern oder aufpeppen. Energie und den Erfolgswillen muss man mitbringen. Hierzu hat Dueck wie so oft eine nette Anekdote: Auf einem Workshop wurde er gefragt, ob er sein Haus verkaufen und den Erlös von 200.000 Euro in seine Innovation stecken würde. Nur dann gäbe es 1 Million Euro vom Investor. Dueck zögerte zwar und war sich nicht mehr sicher, hatte aber verstanden, was Herzblut und Engagement bedeuten. Fremdes Geld kann man leicht(fertig) investieren, aber ist man auch bereit, eigenes Risiko zu übernehmen?
Die "Hybris-Curve" - ein von Dueck geprägter Begriff und von ihm als "Überheblichkeitskurve" übersetzt - zeigt, wo ein großes Problem bei der Umsetzung von Innovationen liegt: Etablierte Unternehmen sind häufig Neuentwicklung nicht aufgeschlossen, weil sie um den Fortbestand ihres bestehenden Produktportfolios fürchten oder als Markführer einfach zu überheblich sind. Kodak ist so ein Beispiel. Bereits 1975 haben sie die erste Digitalkamera entwickelt, sie aber unter Verschluss gehalten, um den Verkauf ihrer Farbfilme nicht zu gefährden. Aber es half alles nichts und die Digitalkameras haben auch ohne Kodak den Markt erobert und den Erfinder in die Insolvenz getrieben. Dueck führt noch zahlreiche solcher Beispiele an: Filialbanken lachten über Internetbanken, No-Name-Artikel bei Discountern machten es den Supermärkten schwer und Brockhaus verlor in der Konkurrenz mit Wikipedia.

Der zweite Abschnitt konkretisiert nun die speziellen Hindernisse, die zuvor nur angerissen wurden: der Erfinder selbst, Wissenschaftler, Marketing und Vertriebsunterstützung, Management und Berater. Nach diesem ernüchternden "Bashing"-Kapitel wundert es mich um so mehr, dass es doch noch einige Innovationen von der Erfindung bis auf den Markt geschafft haben.

Im dritten Teil entwickelt der Autor Lösungsansätze, weist aber zu Anfang darauf hin, dass er kein Lehrbuch schreibt. Innovationen lassen sich häufig nicht in Schubladen stecken und da sind allgemeine Ratschläge schwierig bis unmöglich, so Dueck. Ich hätte mir trotzdem einen etwas strukturierteren Ansatz gewünscht, statt punktuell herausgegriffene Einzelthemen, die manchmal etwas willkürlich gewählt wirken und denen ein wenig der verbindende rote Faden fehlt.

Dennoch ein lesenswertes und kurzweiliges Buch für alle, die wissen wollen, an welchen Hürden Innovationen in der Realität scheitern, auch wenn der Autor keine Patentrezepte hat. Wirklich kein Ruhmesblatt für unsere Großkonzerne.

Übrigens: Mit dem Kauf des Hardcover-Buches wird man nicht noch einmal zur Kasse gebeten, wenn man auch die eBook-Variante nutzen möchte. Mit dem im Buch abgedruckten Code kann von der Verlagswebseite die epub-, PDF oder Kindle-Version kostenlos herunterladen. Das ist doch mal innovativ.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das Beste, was ich seit langem gelesen habe, 6. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen (Gebundene Ausgabe)
Wer sich fragt, warum gute und beste Ideen immer wieder scheitern, egal ob in Unternehmen oder anderen Organisationen, der findet in diesem Buch jede Menge wohldurchdachter Antworten. Wahrscheinlich nicht alle Antworten auf alle Frage, aber auf jeden Fall so viele, dass man anschließend eine ziemlich klare Vorstellung davon hat, warum es nicht läuft, wie es laufen sollte.

Ein sehr, sehr lesenswertes Buch!

Pflichtlektüre für alle, die etwas bewegen wollen.
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Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen
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