Kundenrezensionen


23 Rezensionen
5 Sterne:
 (14)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sind wir nicht alle ein bisschen Aldi?
Kurz nachdem „Ausgegeizt“ herauskam, wurde Uli Burchardt zum Oberbürgermeister von Konstanz gewählt. Kann er in der konkreten politischen Arbeit auch nur einen Teil dessen verfechten, wozu er in seinem Buch steht, dann war das wohl keine schlechte Wahl. Doch letztlich lautet ja seine Devise: Alle Macht geht vom Verbraucher aus. Aber ist es wirklich...
Vor 4 Monaten von Floetelei veröffentlicht

versus
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sympathisches Lob der Werthaltigkeit, aber weit unter dem Format des Firmengründers
Schon seit vielen Jahren verfolge ich mit großer Sympathie den Aufstieg der Handelsfirma Manufactum, der man wegen ihres einzigartigen Sortiments Glück und Erfolg wünschen muß. Daß auch einmal ein Buch herauskommt, das Werbung für Manufactum macht, ist daher m.E. ganz in Ordnung. Aber wenn schon ein Buch zum Manufactum-Prinzip, dann...
Vor 6 Monaten von Benedictu veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sind wir nicht alle ein bisschen Aldi?, 10. Januar 2013
Von 
Floetelei (Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Kurz nachdem „Ausgegeizt“ herauskam, wurde Uli Burchardt zum Oberbürgermeister von Konstanz gewählt. Kann er in der konkreten politischen Arbeit auch nur einen Teil dessen verfechten, wozu er in seinem Buch steht, dann war das wohl keine schlechte Wahl. Doch letztlich lautet ja seine Devise: Alle Macht geht vom Verbraucher aus. Aber ist es wirklich schon damit getan, alle Discounter zu meiden? Angesichts von Berichten über Preis- und Kostendruck, wie er laut aktueller Medienberichte zum Beispiel auch bei Edeka herrscht, ist das zu bezweifeln. Wo kann man ruhigen Gewissens wirklich noch seinen gesamten täglichen Bedarf decken? Darauf gibt das Buch auch keine konkreten Antworten, so räumt Burchardt ein, dass das gerade im Textilbereich schwierig ist.
Das Buch gibt aber eine Menge Denkanregungen, die zwar nicht alle nagelneu sind aber gut geschrieben und zusammengefasst sind. Interessant ist etwa seine Forderung, die ganze Marktforschung zum Teufel zu schicken, da deren Ergebnisse immer nur Mittelmaß bestätigen und erzeugen. Sehr eingängig sind auch die Vergleiche zur Waldwirtschaft, aus der ja schließlich der Begriff Nachhaltigkeit stammt und mit der sich Burchardt als gelernter Förster bestens auskennt.
Vielleicht ist er ein bisschen zu begeistert von seinem ehemaligen Arbeitgeber Manufactum, wie es einige Rezensenten auch monierten, aber schließlich kündigt das der Buchuntertitel ja schon an: „Wertvoll ist besser – Das Manufactum-Prinzip.“
Genauso wenig wie sich Hartz-4-Empfänger Manufactum-Produkte leisten können und werden, richtet sich das Buch natürlich an diese Klientel. Sondern an jene, die, zugespitzt, ausgedrückt, mit einem Auto für 150.000 Euro beim Discounter vorfahren und sich über Schnäppchen freuen. Denn sind wir in der Billigheimer-Hochburg Deutschland nicht alle ein bisschen Aldi?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nachhaltiger Konsum - Eine Anleitung, 7. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Mir ist dieses Buch auf der Leipziger Buchmesse ins Auge gesprungen. Also habe ich mich mit einem Exemplar auf einer vorhandenen Sitzfläche postiert und gleich mal 60 Seiten verschlungen. Vielleicht fallen die Argumente bei mir auf besonders fruchtbaren Boden, weil ich selber so erzogen worden bin, Lebensmittel und andere Konsumgüter bewusst zu kaufen (obwohl ich trotzdem ganz gerne bei Aldi kaufe, außer Non-Food-Artikel). Damit war klar, dass ich das Buch haben muss. Nun ist es ausgelesen.

Beginnen wir beim Äußeren: das Buch fühlt sich durch das verwendete Hardcover-Material verdammt gut an. Ein wahrer Handschmeichler. Und auch inhaltlich hat das Buch Substanz.
Es ist schön einfach und gut lesbar geschrieben. Die aufgeführten Analogien sind hilfreich, weil sie verständlich sind.
Die ersten Kapitel lesen sich ausgesprochen flott und abwechslungsreich. Darin werden exakt die Themen aufgeführt, die ich erwartet habe: Kritik an unserem Konsumverhalten, was absolut berechtigt ist. Eben diese Kritik und die daraus abgeleiteten Wege, die uns aus dem beschriebenen Dilemma führen sollen, sind logisch strukturiert und nachvollziehbar. Auch die Schönheit wertvoller Dinge, die einen jeden Tag aufs Neue erfreuen, finde ich gelungen. Zum Ende hin werden dann viele Wiederholungen sichtbar, was den Schwung und die Lesefreude deutlich abbremst. Außerdem nimmt die "Werbung" für Manufactum überhand. Klar ist das Unternehmen ein Musterbeispiel für die Inhalte im Buch, da es wertige und langlebige Produkte verkauft, die -preiswert- (= ihren Preis wert) und nachhaltig sind sind. Aber am Ende hatte ich das Gefühl, mehr ein Buch von Manufactum zu lesen als von Uli Burchardt - egal ob beide eng miteinander verbunden sind.

Unterm Strich ist das Buch eine sehr persönliche Angelegenheit. Man muss sich darauf einstellen, dass es einfach total subjektiv verfasst ist - und zwar von einem Standpunkt aus, der in der Mittelschicht angesiedelt ist und wo bildungsferne und arme Haushalte nur den Kopf schütteln, weil sie so einen Blick noch nie kennen gelernt haben. Aber genau diese Sicht- und Schreibweise macht das Buch sympathisch. Auch wenn der Autor manche Dinge außen vor lässt, weil er dadurch wohl schlicht den Rahmen sprengen würde (z.B. wie wirkt sich ein dem Buch entsprechendes Kaufverhalten auf die globalisierte Wirtschaft aus, die nunmal darauf programmiert ist, umweltschädlich und massenhaft qualitativ geringwertige Verbrauchsgüter möglichst billig zu produzieren).
Ich empfehle jedem das Buch zu lesen - denn es ist wahrlich lesenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht! Gefährliche Lektüre!, 19. Juni 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Die Gesellschaftskritik die Uli Burchardt hier seinen Lesern zumutet ist nicht nur sprachlich wohlgeschliffen, sie zielt auch inhaltlich auf die immer noch nicht alltägliche Einstellung des Menschen an sich ab.

Der Autor macht zunächst klar, dass es mit unserem Käuferverhalten, aber auch darüber hinaus mit unserer Einstellung zum Mittelmaß so nicht weitergehen kann. Er kommt erfreulich schnell davon ab uns Leser nur vor Billigprodukten des Supermarktes zu warnen, er weist mit erstaunlich klaren Worten auf die immer stärker werdende Einstellung zum Mittelmaß in unserem Alltag hin, egal ob in der Arbeitswelt oder anderswo.

Das eigene (Kauf) - verhalten hinterfragen zu lassen, birgt immer etwas brisantes in sich. Aber im vorliegenden Buch erlebt der Leser die angenehm geäußerte subjektive Darstellung des Themas von einem kompetenten Autor der seinen Finger in die Wunden unseres täglichen Tuns legt, ohne dabei mit dem pädagogischen Finger zu drohen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Preiswert ist etwas anderes als billig, 11. August 2012
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Förster, Autor, Referent und Berater nennt sich Uli Burchardt aus seiner schön gestalteten Website. Und wer sich wundert, warum der letzte Blogeintrag vom 27. Mai 2012 stammt, wird über die politischen Ambitionen des ehemaligen Mitarbeiters von Manufactum aufgeklärt. Wegen Bewerbung für das Amt des Oberbürgermeisters von Konstanz bleibt der Blog vorübergehend geschlossen. Ob er die Wahl schließlich gewonnen hat, müssen Neugierige selber ergoogeln. Er hat. Herzliche Gratulation!

In diesem Buch geht es zwar nicht um Wahlen, aber auch um Politik. Denn schließlich handelt es sich um eine ebenso spannende wie engagiert verfasste Streitschrift für mehr Nachhaltigkeit. Und ob wir diesem Ziel etwas rasanter als bisher näher kommen, liegt auch an den Politikern. Die kommen allerdings so schlecht weg, dass sich zumindest die Leserschaft im Raum Konstanz nun fragen wird, ob es Uli Burchardt besser gelingen wird, Wünschenswertes gegen Sachzwänge zu verteidigen.

Politikverdrossene Leser müssen nicht befürchten, Uli Burchardt wolle sie bekehren. Aber sie sollten damit rechnen, dass sie sich künftig neue Rechtfertigungsstrategien für ihre Billigeinkäufe zurechtlegen müssen. Denn ohne in psychologische Abgründe zu tauchen, entlarvt der Autor gängige und von der Mehrheit akzeptierte Verhaltensmuster als stille Beihilfe zum Untergang unseres Planeten. Auch wenn apokalyptische Töne selten sind, darf sich der Leser nicht der Illusion hingeben, mit Lippenbekenntnissen und Unterstützung der Grünen sei es getan. Und weil die Gefahr groß ist, sich durch Schuldzuweisungen aus der Verantwortung zu stehlen, spricht Uli Burchardt Klartext. Das lautet dann so: „Es gibt keinerlei Berechtigung, auf die gierigen, Boni verschlingenden Banker, Bosse und Börsenspekulanten mit dem Finger zu zeigen, während man selbst bei Aldi, H&M und Tchibo auf die Preise schielt.“

Dass es Uli Burchardt nicht um eine Generalverteilung geht, zeigt der folgende Satz: „Mir genügt es ja schon vollkommen, wenn es alle diejenigen verstehen, die nicht von Hartz IV abhängig sind. Aber ich habe kein Verständnis für die Leute, die mit dem Cayenne und dem A8 zum Aldi fahren. – 10 Cent weniger pro Milch sind immerhin 36.50 Euro pro Jahr.“ Ob klare Worte eingeschliffene Verhaltenmuster ändern können, ist allerdings eine Frage, die in diesem Buch zu wenig aufgeworfen und vor allem nicht beantwortet wird. Dabei gibt es inzwischen Ansätze aus der Wissenschaft für Wirksameres als Predigten, die viel zu wenig diskutiert werden. Und was wir in diesem Buch ebenfalls vergeblich suchen, sind Informationen über Manufactum nach 2008. Denn damals wurde das von Thomas Hoof 1988 gegründete Unternehmen für nachhaltige Produkte und die guten Dinge an die Otto-Gruppe verkauft. Mich hätte es interessiert, was aus dieser ungleichen Verbindung mit einem 10 Milliarden-Koloss hervorgegangen ist. Zumal sich die Wirtschaftspresse nicht für diese Frage offenbar nicht interessiert.

Trotz dieser ärgerlichen Lücken und einigen Fehlschlüssen oder fahrigen Recherchen zögerte ich keine Sekunde, das Buch mit fünf Sternen zu bewerten. Denn spannender, unterhaltsamer hat noch kein Insider über die Unterschiede zwischen preiswert und billig, Selbstverantwortung und Selbstrechtfertigung, Qualität und Mittelmass, Sachzwänge und Ausreden oder glückliche Lieferanten und gesättigte Investoren geschrieben. Zudem finden sich immer wieder Formulierungen, die Wesentliches so auf den Punkt bringen, dass die Wahlkampfbüros grüner und linker Parteien endlich griffigere Slogans hätten. Vorausgesetzt sie lesen das Buch auch dann zu Ende, wenn sie sich selber auf den Schlips getreten fühlen.

Mein Fazit: Obwohl Manufactum inzwischen der global agierenden Otto-Gruppe einverleibt wurde, kann man vom Anbietern der guten Dinge noch immer einiges lernen. Zum Beispiel, was der Unterschied zwischen preiswert und billig ist. Und vom ehemaligen Manufactum-Mann und heutigen Oberbürgermeister von Konstanz erfahren wir auch, wo unsere Eigenverantwortung beginnt und der Spass am Geldverdienen mit Geld aufhört. So unterhaltsam das Buch geschrieben wurde, so ernst ist letztlich seine Botschaft. Wenn die Konsumenten mit einem anderen Verhalten die Wirtschaft und Politik nicht zum Umdenken zwingen, wird Nachhaltigkeit ein Lippenbekenntnis bleiben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Definitiv wertvoll, 18. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Herrlich direkt und klar. Und herrlich undogmatisch.
Uli Burchardt gelingt mit "Ausgegeizt!" ein mitreißendes und ausgesprochen kluges Sachbuch zur Nachhaltigkeitsdebatte. Vielleicht ist es auch schlichtweg DAS Sachbuch zum Thema. Denn frühere Marketingchef und Geschäftsführer von "Manufactum" gerät eben nicht in die Stricke dogmatischer Grabenkämpfe und ideologischer Verstrickungen, ob eine Sache nun bio und öko ist, sondern geht einen Schritt tiefer. Er schreitet hinter die Kulissen der Discounter, offenbart prekäre Markt-Mechanismen und macht es dem Leser wahrlich nicht leicht: Denn er gibt ihm die Mündigkeit und die Verantwortung zurück, die Dinge zu ändern. Ausreden gibt es nicht. So ist die Welt.
Das ist im Blick auf den Dschungel der Weltrettungsbücher wohltuend anders - und ausgesprochen augenöffnend. Denn so ist der Weg frei für mitreißende Dekonstruktionen von Marketinglügen, für feinsinnige Exkursionen in das Wesen von Alltagsdingen wie Kaffee oder Kugelschreiber, für das Anpacken von heißen Eisen wie die unbändige Gier der Discounter.
Ich habe das Buch in einem Zug gelesen. Wie ein Krimi.
Und wenn schon der Begriff Manufactum gefallen ist: Das Buch ist feinsinnig gestaltet und der Einband freut sich über ganz feines Zwirn, nämlich Leinen.
Kurzum: Wertvoll ist besser!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Frage nach der Nachhaltigkeit in einer sich zunemend spaltenden Wegwerfgesellschaft, 18. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
in "Ausgegeizt!" werden sozial-wirtschaftliche Zusammenhaenge in einfachen, aber nachhaltigen Worten politisch wertfrei erklärt.
Uli Burchard beschreibt in zugaenglichen, wie sich die Konsumenten jeden Tag aufs neue selber wie die Schlange in den Schwanz beissen: Wie hängt der Besuch beim Discounter mit der Weltwirtschaftskrise zusammen? Dies und andere Fragen, werden in dem Buch auf geradezu einfache Art und Weise erklärt. Es scheint so einfach mit Kaufentscheidungen Wirtschaftspolitik zu betreiben.
Leider ist das wirkliche Leben in meinen Augen dann doch komplexer und kurzlebiger als dieses Buch, denn langfristige Nachhaltigkeit würde zunächst kurzfristigen Konsumverzicht bedeuten und die Menschen müsten dafür genügend Bildung haben um ihre Entscheidungskraft auch zu erkennen. Es bleibt bei diesem sehr guten Buch, das wohl nicht genügend Leser finden wird, um wahre Wunder zu vollbringen. Trotzdem vielen Dank, für mich schon jetzt eines der Bücher des Jahres!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgegeizt! - Eine Marke gesetzt!, 22. April 2012
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Ausgegeizt! hat mich schwer beeindruckt! Der Autor Uli Burchardt schreibt über brisante Themen, und das tut er in einem sehr lebendigen Stil. Die Themen sind gründlich recherchiert, und überdies greift Burchardt auf sein fundiertes Insiderwissen aus verschiedenen Branchen zurück. Buchardt klopft so manchem - zu Recht - auf die Finger!
Einiges aus den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Ökonomie und Ökologie bekam ich ja schon längst im Tagesgeschehen mit, doch dieses Buch bietet interessante Einblicke in Zusammenhänge und verwarf mein Halbwissen mit Erkenntnis!

Uli Burchhardt schreibt über ein Thema, das uns alle angeht. Wir leben in einer weitläufig vernetzen, unübersichtlichen Welt. Ausgegeizt! deckt auf und ermuntert zu hinterfragen, ob wir unseren Alltag so weiterleben sollten (und können) wie bisher. Mich hat dieses Buch sehr inspiriert und mich aus meinem gewohnten Trott geholt. Nach dieser spannenden Lektüre habe ich für mich und meinen Sohn beschlossen, unsere Lebensweise zu ändern. Ich beginne, Zusammenhänge intensiver zu hinterfragen, regional und qualitativ hochwertig einzukaufen und die Welt aus einem etwas anderen Blickwinkel zu sehen. Meine veränderte Einstellung macht mein Leben definitiv wertvoller und lebenswerter!

Ich kann dieses Buch all jenen empfehlen, die ihren Alltag mit Herz bestreiten, die einkaufen gehen, die ihr Vermögen in Aktien wachsen lassen, die ein Unternehmen führen, die Politik machen, die verbrauchen und wegwerfen, ... wir alle gestalten die Welt, in der wir leben - sie besser zu machen, sollte unser aller Bestreben sein. Dieses Buch hilft dabei.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sympathisches Lob der Werthaltigkeit, aber weit unter dem Format des Firmengründers, 1. November 2012
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Schon seit vielen Jahren verfolge ich mit großer Sympathie den Aufstieg der Handelsfirma Manufactum, der man wegen ihres einzigartigen Sortiments Glück und Erfolg wünschen muß. Daß auch einmal ein Buch herauskommt, das Werbung für Manufactum macht, ist daher m.E. ganz in Ordnung. Aber wenn schon ein Buch zum Manufactum-Prinzip, dann muß es auch authentisch und stimmig sein. Das ist leider nicht der Fall, wie ich im folgenden begründen will.

POSITIV
Der Autor hält ein sehr sympathisches Plädoyer für Hochwertigkeit und für Nachhaltigkeit und liefert durchaus eine ganze Reihe wichtiger Gedanken und Betrachtungen. Sehr aufschlußreich ist z.B. der überraschende Größenvergleich von Edeka und Nestlé oder das Verhältnis des Bruttoinlandsproduktes von heute zu früher. Seltsamerweise betrage das Verhältnis des BIP des Jahres 2011 zum BIP des Jahres 1984 vier, während die Durchschnittslöhne nur um den Faktor zwei gestiegen seien. Da fragt man sich in der Tat, wo nur das ganze Geld hin ist.

NEGATIV
• An wichtigen Stellen appelliert und romantisiert der Autor, statt zu argumentieren.
• Das Bild, das Burchardt von dem von Thomas Hoof gegründeten Unternehmen Manufactum zeichnet, das noch immer dessen Handschrift trägt, ist gelinde gesagt unvollständig; in Inhalt und Form verpaßt er deutlich das Niveau des Firmengründers.
• Seine Kernaussagen sind enttäuschend schwach und unpräzise begründet mit irreführendem Bezug auf die Fa. Apple. In einem Buch gegen die Vermüllung der Welt durch Billigprodukte, über Qualität und Werthaltigkeit ist eine billige Argumentation nicht nur kurios, sondern ärgerlich. Insbesondere hat Burchardt eine wichtige Problematik im Spannungsfeld von hohem Wert und hohem Preis überhaupt nicht erfaßt:
a) SEIN und SCHEIN: Der Autor ist sich nicht im klaren darüber, daß die im Manufactum-Prinzip verfolgte Korrelation zwischen Hochwertigkeit und Hochpreisigkeit außer Kraft gesetzt wird, wenn Mode und Lifestyle ins Spiel kommen.
b) FREUND und FEIND: Mit Mode und Lifestyle lassen sich bekanntlich fast beliebige Preisvorstellungen durchsetzen. Aus Sicht des Manufactum-Prinzips sind sie nicht nur irrational, sondern sie schädigen das Prinzip selbst. Der Autor übersieht also, daß das Manufactum-Prinzip gegen zwei Feinde steht: Den Billigwahn u n d den Lifestyle-Hype.

Dazu nun im einzelnen:

DER NAIVE GLAUBE AN DIE AUTORITÄT DER FAZ
Bei den großen Wirtschaftsthemen gerät Burchardt ins ungehemmte Romantisieren. „Ich beginne zu glauben, daß die Linke recht hat“, schrieb FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher, den „erzkonservativen“ Briten Charles Moore zitierend. Schirrmacher weiter: „Im bürgerlichen Lager werden die Zweifel immer größer, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang.“
Burchardts Frohlocken im Hinblick auf dieses Zitat in der FAZ ist leider unbegründet. Vielleicht hat Moore in der Nacht zuvor ja nur schlecht geträumt und Schirrmacher hat lauwarm gebadet. Aber im Ernst: Klar ist doch, daß sich die FAZ-Leute mit einem Linksintellektuellen wie Noam Chomsky noch nicht einmal in humanitären Fragen einigen könnten (weiter unten dazu noch einige Bemerkungen). Und selbst wenn der als Taktierer bekannte Schirrmacher sich vom Saulus zum Paulus gewandelt hätte, hätte seine Aussage dann eine größere Beweiskraft als vorher? Nein, hier braucht es einfach Argumente statt Schirrmachers Zitat von Moores Bekenntnis und des Bekenntnisses von Burchardt zur Autorität von Schirrmacher. Im übrigen ist ja nicht ausgemacht, daß nicht einfach die bekannte These zutrifft, daß der Beginn der Finanzkrise eine Politik des billigen Geldes war, daß also gerade die sozialistisch bzw. wohlfahrtsstaatlich motivierte Idee, möglichst vielen Amerikanern zu einem Eigenheim zu verhelfen, sie auslöste. Wenn das verderbliche Leben auf Pump von staatlichen Stellen initiiert wurde, erscheint der Ruf nach „mehr Staat“ wie ein Versuch, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.

WEICHGESPÜLTE VERSION VON MANUFACTUM
Anders als Thomas Hoof, der Gründer der Handelsfirma Manufactum, propagiert ihr ehemaliger Marketing-Chef ganz offensichtlich eine weichgespülte Version von Manufactum. Firmengründer Hoof ist eine Persönlichkeit mit Überzeugungen und Querdenkerqualitäten, denen er auf breiter Linie versucht Geltung zu verschaffen. So hatte er vor zehn Jahren damit begonnen in der Edition „Sonderwege“ Bücher herauszubringen, die zartbesaitete Zeitgenossen für den Giftschrank oder zur sofortigen Vernichtung vorgesehen hätten. Im Jahre 2003 z.B. Demokratie. Der Gott, der keiner ist des in den USA lehrenden Wirtschaftsprofessors und Senior Fellow des Ludwig von Mises Institute in Auburn Alabama, Hans-Hermann Hoppe. Was man da liest, ist für die politische Mainstream-Mitte eine überaus harte Nuß. Sein politisch vollkommen inkorrektes Vorwort für die deutsche Ausgabe beginnt auf S.7 mit seiner Genugtuung, daß sein Buch jetzt bei Manufactum bzw. Manuscriptum auch auf deutsch erscheint. „Das ist nicht so ganz selbstverständlich“, so Hoppe schonungslos weiter, „denn Deutschland ist kein freies Land. Es gibt in Deutschland nicht einmal Redefreiheit. …“ Und dann auf S. 9: „ … Kein Wunder, daß die Neokonservativen stets an der vordersten Front amerikanischer Kriegshetzer stehen: die Demokratie muß, wenn erforderlich mit Waffengewalt in unerzogene – unamerikanische – Regionen exportiert werden – der ‚Weltgeist’ verlangt es so.“

Keine Sorge, Hoof ist ein Demokrat auf dem Boden des deutschen Grundgesetzes, (Sie können weiterhin bei Manufactum einkaufen ;-) aber halt keiner von denen, die dafür sind, andere umzubringen, weil die nicht demokratisch sein wollen. So falsch liegt Hoppe mit seiner Kritik an Deutschland ja nicht, wenn man bedenkt, daß bei FAZ und WELT der große linke Antibellizist Noam Chomsky eine persona non grata ist und außer dem Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der nicht mehr angreifbar ist, keiner von Rang und Namen sich hier traute, etwas gegen den Afghanistankrieg vorzubringen. John MacArthur schreibt in Second Front: Censorship and Propaganda in the 1991 Gulf War in bezug auf den letzten Irakkrieg über die Geschmeidigkeit, mit der die Kommentatoren der großen Zeitungen den neuen regierungsamtlichen Kriegsgrund unterstützten, als der alte – die Lüge von den Massenvernichtungswaffen des Irak – nicht mehr aufrechtzuerhalten war. Anscheinend war es für die politsche Mitte der westlichen Gesellschaften das natürlichste von der Welt, jetzt halt zur Demokratisierung des Irak die Kriegstrommeln zu rühren. Fast überflüssig zu sagen, daß der Anti-Bellizismus von Hoppe, Hoof und Schmidt natürlich auch für linke Intellektuelle anschlußfähig ist, bzw. ihnen sowieso aus dem Herzen spricht.

HOOFSCHE RECHTSCHREIBUNG UND HUMOR
Weitere Bücher, die Hoof bei Manuscriptum anbot, waren:
• Lutz Mackensen: Deutsches Wörterbuch. Unreformiert, undeformiert.
• Arthur Schopenhauer: Aber die Sprache laßt unbesudelt. Wider die Verhunzung des Deutschen
Man sieht, um was es geht: Genau wie Helmut Schmidt, der in Außer Dienst: Eine Bilanz davor warnt, daß zuviel Staat die parlamentarische Demokratie gefährdet und deshalb eine Breitseite auf die Bürokratie im allgemeinen und auf die Kultusministerkonferenz im speziellen abfeuert, ist Hoof der Überzeugung, daß man Rechtschreibung nicht staatlich dekretieren darf. Er handelt auch danach. A l l e Hausmitteilungen, die Kataloge, die Webseite manufactum.de, alles erscheint in der bewährten alten Rechtschreibung. Das ist kein kleines Projekt, denn schließlich haben seine Mitarbeiter, die das erledigen, auch Kinder, für die sie Sorge tragen, die in der Schule ja die amtliche Schreibweise so gut es irgend geht erlernen müssen. Die Konsequenz, mit der Hoof das organisiert hat und daß es heute noch funktioniert, verdient den allerhöchsten Respekt.
Mit dem Spott vieler Zeitungen geht Hoof souverän um. Er pariert ihn genüßlich und humorvoll in seinen Hausmitteilungen, die auch ansonsten einen hohen Unterhaltungswert aufweisen und als Auswahl auch in Buchform vorliegen Nebenbei und obendrein: Eine Auswahl aus den Manufactum-Hausnachrichten 1988-2007. Sein hoher Anspruch an Sprachstil und Inhalt reflektiert aufs beste den Qualitätsgedanken von Manufactum und den der Thomas-Hoof-Gruppe.

PLÄDOYER FÜR HOCHWERTIGKEIT
Bei seiner Kernthese kann man dem Autor vorbehaltlos zustimmen. Er plädiert dafür, daß sich die Firmen dem zerstörerischen Preiskampf mit hochwertigeren, teueren Produkten entziehen. Dafür müßten aber die Kunden umdenken. Das ist richtig, aber gerade hier ist er zu undifferenziert, indem er die Firmenpolitik von APPLE als vorbildhaft darstellt. Dabei zeigt doch schon ein erster Blick in die Diskussionsforen im Internet, daß diese Marke polarisiert wie kaum eine andere. Und zwar aus nachvollziehbaren Gründen. Apple steht nämlich nicht nur für Qualität, sondern auch für Lifestyle und damit hätte er kaum ein mißverständlicheres Beispiel finden können. Auch ich nutze mit großem Vergnügen Apple-Geräte, aber das heißt ja nicht, daß ich nicht verstünde, warum Apple-Gegner (und –hasser, muß man ja schon sagen) immer von Abzocke reden. Bei den Ladekabeln, von denen jeder Verbraucher mit dutzenden verschiedenen zu Hause hantieren muß, wäre eine industrieweite Normung wünschenswert gewesen. Aber nein, beim neuen Lightning-Anschluß geht Apple nicht nur weiterhin eigene Wege, sondern verlangt (wie immer) einen überzogenen Preis für den Adapter zur Nutzung der Altgeräte. Daß das viele Appleianer – wie ich auch - akzeptieren, heißt nicht, daß sie es auch gut finden müssen. Der Autor übersieht, daß die für das Manufactum-Prinzip wichtige Korrelation zwischen Hochwertigkeit und Hochpreisigkeit durch Mode und Lifestyle gestört bzw. sogar außer Kraft gesetzt wird; u.a. deswegen scheiden sich an Apple die Geister.

I) DAS FALSCHE PRIMAT DER ÄSTHETIK
Der französisiche Sozialist Léon Blum hat einmal gesagt, daß der Faschismus eine Ästhetik sei und der Sozialismus eine Moral. Das ist eine Aussage über den Stellenwert dieser Güter in den Weltanschauungen; damit ist nicht gesagt, daß der Faschismus n u r eine Ästhetik wäre. Wer den Witz dieser Sentenz nicht erfaßt, der kommt auch nicht dahinter, warum in manchen Haßtiraden die Firma Apple als faschistisch beschimpft wird. Das ist zwar unerzogen, aber ist halt motiviert durch die richtige Beobachtung, daß bei Apple die Ästhetik das höchste Gut und die Ergonomie nur das zweithöchste ist. Wer jetzt einwendet, daß die Ergonomie der Apple-Produkte doch zweifellos hochklassig sei, hat zwar vollkommen recht, verpaßt aber die Pointe, denn umgekehrt ist auch die Ästhetik der Lenovo-Thinkpads hochklassig, aber beim Hersteller Lenovo stehen die Ergonomie und der Praxisnutzen an erster Stelle. Das läßt sich nachweisen:

II) LIFESTYLE ENTZIEHT SICH DER RATIONALITÄT
Bei iPod, iPad und iPhone war Apple vollkommen zu Recht Trendsetter in Sachen Ergonomie, bei den Notebooks ist das Bild aber getrübt. Und ausgerechnet das portabelste Gerät, das MacBook Air (s. z.B. Apple MacBook Air MD232D/A 33,8 cm (13,3 Zoll) Notebook (Intel Core i5, 1,8GHz, 4GB RAM, 256GB Flashspeicher, Intel HD 4000, Mac OS)) hat keinen entspiegelten Schirm, der das Arbeiten unter freiem Himmel erleichtert. Unter den MacBooks wird überhaupt nur ein einziges Modell, das 15“ MacBook, optional mit mattem Bildschirm angeboten. In den Apple-Flagship-Stores gibt es auch immer nur ein Gerät davon, das man sich mal anschauen kann. Ansonsten ist alles shiny und glossy. Die weitreichende Folge davon, daß Apple bei a l l e n Ergonomieparametern, also auch bei den schlechten, Lifestyle-Trendsetter ist, ist nun, daß fast alle Hersteller auf spiegelnde Lifestyle Displays umgeschwenkt sind (Lenovo Thinkpads, s. z.B. Lenovo ThinkPad X1 Carbon 3460 - 35.5 cm ( 14 Zoll ) - Core i5 3427U - Windows 7 Professional 64-bit - 8, gehören zu den wenigen Ausnahmen). Das ist nur ein Beispiel, wo die Lufthoheit im Lifestyle, negative Auswirkungen hat, indem sie schlechte Standards setzt. Überhaupt entziehen sich Lifestylefragen der rationalen Sphäre.

III) BEI MACBOOKS FOLGT DIE FUNKTION DER FORM
Apple-Bildschirme der Macbooks lassen sich nur gerade einmal bis 130° aufklappen (gemessen mit der Carpenter-App meines iPods ;-). Die chinesischen Lenovo Thinkpads (vormals IBM) gehören zu den wenigen auf dem Markt, die sich bis auf 180°, also komplett flach, aufklappen lassen. Bei Lenovo-Notebooks gilt „FORM FOLLOWS FUNCTION“, bei Apples Macbooks ist es umgekehrt. Hauptsache, es sieht perfekt aus, wenn es zugeklappt ist. Es ist kurios, daß es tatsächlich der zusammengeklappte Zustand ist, für den man neidlos zugestehen muß, daß Macbooks unüberbietbar schön und makellos sind. (Die winkellimitierten Mini-Scharniere sind dann kaum mehr zu sehen). Auch hierbei ist Apple ein destruktiver Trendsetter, denn nach dem ästhetischen Siegeszug der Macbooks hat z.B. SONY bei seiner hochwertigen und hochpreisigen VAIO-Serie, die man vor Jahren noch flach aufklappen konnte, den Klappwinkel des Bildschirms eingeschränkt. Nur LENOVO ist wieder standhaft geblieben. Die VAIO-Serie setzte einmal (von der Masse und Burchardt) unbeachtete Ergonomie-Maßstäbe, die Macbooks vielbeachtete ästhetische.

IV) HOCHWERTIGKEIT MUSS DEN PROFI-BEREICH DER OBERKLASSE ERFASSEN
Ein Problem bei Manufactum ist nicht, daß die Oberklasse nicht abgedeckt würde. Manche Geräte stammen sogar direkt aus dem Profi-Bereich und werden über Manufactum dem Konsumenten zugänglich. Problem ist dann eher, daß sie manchmal so teuer und so hochwertig sind, daß sie das Leben eines einzelnen Nutzers um ein Mehrfaches überdauern ;-), das aber nur nebenbei. Das Apple-Vorbild des Autors steht auch deshalb im starken Widerspruch zum Manufactum-Prinzip, weil einige Apple-Produkte (insbes. alle iPhones, einschl. des neuesten Apple iPhone 5 32 GB Simlock frei Neu Schwarz/Graphit) die Oberklasse der Profi-Anwendungen gerade n i c h t abdecken. Solange ein iPhone z.B. keinen MicroSD-Kartensteckplatz anbietet, mit dem sich die professionellen Microchip-basierten Verschlüsselungen der Firmen Secusmart aus Düsseldorf und Certgate aus Nürnberg nutzen lassen, wird Angela Merkel oder eine Bundesbehörde das vielleicht schönste aller Mobiltelefone (jetzt schon in der 6. Generation) weiterhin nicht nutzen dürfen, sondern muß mit einem (pikanterweise) preiswerteren, das aber dafür die Sicherheitsspezifikation erfüllt, vorliebnehmen. Wer jetzt behauptet, daß der normale Nutzer ja viel geringere Ansprüche hat, hat noch nie etwas vom Konsumentenbedarf sicherer Bankgeschäfte via Smartphone gehört; und er hat das Manufactum-Prinzip tatsächlich nicht verstanden. Es ist aber noch schlimmer: Auch in der 6. Generation der iPhones ist es im Unterschied zu heutigen Konkurrenzprodukten nicht möglich, Fotos einer separaten Digitalkamera auf das iPhone zum Versand per eMail zu übertragen (bestätigt von zwei Mitarbeitern eines Apple Flagship-Stores). Das für solche Transfers vorgesehene APPLE iPad Camera Connection Kit funktioniert nur mit dem iPad, aber nicht mit iPod oder iPhone.

Das waren zum Schluß lange Abschnitte rund um Produktqualitäten und -präferenzen am Beispiel von Apple und Lenovo, aber es war die schludrige Recherche Burchardts, die sie notwendig machten. Wie sollte sich ein neues Verbraucherdenken denn etablieren, wenn der Überflutung der Welt mit billigen Argumenten (obendrauf zu den billigen Produkten) nicht mit Genauigkeit Einhalt geboten wird?

FAZIT – DER KAISER IST NACKT
Jemand der im Kontext des Manufactum-Prinzips APPLE sagt, obwohl er LENOVO sagen müßte, das aber nicht tut, weil es nicht so gut klingt, redet der Masse nach. Wenn er jedoch APPLE sagt und auch APPLE meint, dann hat er – wie ich oben in extenso begründet habe – keine Ahnung von den Qualitätsparametern, um die es beim Manufactum-Prinzip geht. (Vollkommen d’accord damit, daß schöne Lifestyle-Dinge viel Freude bereiten können, siehe meinen obigen iPod-Einsatz zur Messung des mickrigen Klappwinkels der Macbooks ;-), aber wenn es dem Autor genau darum gegangen sein sollte, hätte er halt ein anderes Buch schreiben sollen.)

Zur Grundüberzeugung des Manufactum-Gründers Hoof gehört, daß das Verhalten und die Präferenzen der Masse nicht per se genereller Maßstab sein können. Nicht nur, daß der kleingläubige Autor dieses Bild nicht vermitteln kann, er weckt auch alle Zweifel, daß er den elitären Qualitätsprioriäten Hoofs folgen kann und dessen Qualitätsstandards in Form und Inhalt gewachsen ist. Den Ruf, daß der Kaiser nackt ist, wird man aus dem Mainstream niemals hören :-).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Plauderstunde für Mittelständler aufwärts..., 20. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Das Inhaltsverzeichnis klingt interessant!

Bei den weiteren Ausführungen fühlte ich mich (als Manufactum-Kunde) dann jedoch an die Plauderstunden Kostolanys erinnert: Unterhaltsam (zusammengefasst), aber im Grunde nicht wirklich hilfreich.

Insbesondere vermisse ich einen Ansatz, wie denn die breite Masse, und hier denke ich bspw. keineswegs nur an die anwachsende Schaar der Zeitarbeiter und "Aufstocker", überhaupt erst in die Lage versetzt werden könnte, eine wirkliche Wahl zu haben und nachhaltig zu wirtschaften und z.B. überhaupt bei Manufactum (über einen Bleistifte hinaus) einkaufen zu KÖNNEN.

Ist es doch nach meiner Beobachtung keineswegs so, dass mein um Nachhaltigkeit bemühtes Wirtschaften und Einkaufen sich (bisher) auf meiner Einkommenseite positiv ausgewirkt hätte, sondern eher andersherum die Frage, ob ich mir die Nachhaltigkeit (auch unter anderweitigen Verzicht) leisten will - und kann.

Eine Voraussetzung, die vom Autor - ob seiner Vita nachvollziehbar - sowie den meisten Manufactum-Kunden offensichtlich einfach als gegeben angesehen wird?

Und obwohl ich um ALDI und LIDL ob ihrer Handelsstrukturen einen großen Bogen mache, muss ich ihnen in einem Punkt tatsächlich beispringen: Sie bedienen die Bevölkerung.

Und die (sowie das gesamte Gesellschaftsgefüge) hat eben überhaupt nichts davon, wenn sich eine Minderheit - nachhaltig-korrekt - im "hochpreisigen Segment" eindecken kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Handbuch zum richtigen Konsum, 4. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip (Gebundene Ausgabe)
Billig, billig, noch billiger - und wir freuen uns noch, wenn wir ein gnadenloses Schnäppchen gemacht haben. Ohne auf die Folgen für unsere Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft oder Qualität zu achten blenden wir heute unseren Menschenverstand bei Einkauf oft aus und jagen den günstigsten Preise hinterher. Mit Ausgegeizt spricht Uli Burchardt hier ein Machtwort und versucht der Geiz-ist-geil-Gesellschaft mit dem Argument der Nachhaltigkeit entgegenzuwirken.

Der ehemalige Förster und Marketing-Mann, der für qualitative und nachhaltige Waren bekannte Firma, Manufactum bietet mit seinen Erfahrungen die ideale Grundlage auf den Missstand unserer Einkaufkultur und deren Folgen hinzuweisen.
Burchardt nennt Beispiele aus seinem Leben, seiner Arbeit und Beobachtungen und nutzt diese als Spiegel, die er dem Leser samt Lösungswegen aus der Misere vorhalten kann.

Und wenn wir das Stichwort "Lösungen" erreicht haben, kommen wir auch zu einem großen Kritikpunkt an den teilweise naiven Thesen des Autors.
Burchardt setzt Qualität ausschließlich mit einem hohen Preis oder sogar Lifestyle-Faktoren gleich, kann auch zu erwartende Globalisierungs-Argumente stoßfest verwerfen. Aber jeder Leser mit einer halbwegs ökonomischen Bildung wird sich Fragen stellen und Argumente finden, die das märchenhafte Kartenhaus der Hoffnung zusammenbrechen lassen.
Mögen die Botschaften Uli Burchardts noch so wichtig und zukunftsweisend sein, bleibt das Problem der realistischen Herangehensweise diese zu lösen, bestehen. Abgesehen davon, dass nie die ökonomischen Hintergründe erläutert werden, wie die Probleme entstanden sind und warum einige Menschen gar nicht anders handeln können, wird diesen Menschen auch wenig Gelegenheit gegeben in diesem Plan einen Platz mit geringem Einkommen zu finden. Vielleicht ist es nachhaltig sich zukünftig keine Schuhe für 100€ (!) sondern qualitativ hochwertige Modell für 500€ zu kaufen aber ist es jedem Leser möglich dies zu tun? Wenn wir ehrlich sind ist die Zielgruppe dieses Buches eindeutig aber kann diese Gruppe den Ratschlägen folgen können beziehungsweise erreicht Burchardt diese überhaupt mit diesem Medium?

Uli Burchardts Werk ist ein wichtiges und grundlegendes Stück in eine nachhaltige Zukunft. Er schafft es mit einer sympathischen Art in kleinen Kapiteln den Leser zu überzeugen. Leider sind viele seiner Thesen nicht alltagstauglich und trotz aller Qualitäts- und Nachhaltigkeitsargumente nur von Besserverdienern zu lösen, die leider nicht der Kern des Problems sind.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip
Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip von Uli Burchardt (Gebundene Ausgabe - 12. März 2012)
EUR 24,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel