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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glück ist doch sehr relativ, 9. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: "Das Glück kam immer zu mir": Rudolf Brazda - Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Alexander Zinn hat mit seiner Biographie über Rudolf Brazda eine längst überfällige Chronik über das Schicksal von sehr vielen Homosexuellen in der Nazi Diktatur verfasst. Sie gehören zwar der kleinsten Opfergruppe an, doch wurden sie genau grausam behandelt wie Juden, Sinti/Romas,und poltische Häftlinge. Rudolf Brazda lässt Sinn seine Lebensgeschichte erzählen mit vielen Details aus den "glücklichen 20er Jahren" und systematischen Verfolgung der Homos nach dem Röhm Putsch. Zunächst war der besagte Röhm nur ein Vorwand auf eine Verfolgung anders denkender Menschen. Hierzu gehörten die Freimaurer, Kommunisten Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas und eben der Homosexuellen. Es gab sogar in sehr kleinen Städten eine regelrechte Hatz auf diese Personen und es wurde denunziert von Nachbarn, Arbeitskollegen was das Zeug hielt. Oft waren dann die verantwortlichen Polizeiorgane völlig versessen auf harmlose Personen, die nur etwas anders lebten. Es erfolgten Verhafungen wegen Zärtlichekeiten unter Männern und die Leidtragenden mussten oft für Jahre hinter Gitter. Rudolf Brazda gehörte immer wieder dazu, weil er wohl als recht "auffällig" galt. Gerne trug er Frauenkleider und tanzte mit Männern, auch wenn er als Dachdecker einen sehr männlichen Beruf ausübte. Schliesslich landete er in Buchenwald wo die Hölle ein Paradies gewesen sein muss. Brazda überlebte und das klingt paradox, gerade wegen seiner Veranlagung. Immer wieder wurde er von Aufsehern, Kapos und sogar SS Leuten gerettet, die seiner sexuellen Anziehungskraft nicht widerstehen konnten. So wird recht beiläufig kolportiert, dass er die Zeit im KZ als gar nicht so schlimm empfunden habe, weil dort sich auf erotischer Ebene sehr viel abgespielt habe. Aber Rudolf Brazda war ein unerschütterlicher Optimist, der auch der schlimmsten Situation noch was positives abgewinnen konnte.
Er war der warscheinlich letzte Zeitzeuge der wegen seiner Veranlagung ein KZ überlebt hat, doch am 3.8.2011 ist er nach einigen verspäteten Ehrungen im Alter von 98 Jahren verstorben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Letüre über ein düsteres Kapitel, 21. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: "Das Glück kam immer zu mir": Rudolf Brazda - Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Ein spannendes, sehr gut lesbares und dennoch wissenschaftlich fundiertes Buch über die Homosexuellenverfolgung im "Dritten Reich": Kurz vor der nationalsozialistischen Machtergreifung hat der 20-jährige Rudolf Brazda sein Coming-out. Für kurze Zeit genießt er seine erste große Liebe, dann schlagen die Nationalsozialisten zu. Nach zwei Verhaftungen wird er 1942 in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Dort überlebt er durch viel Glück - und dank seines ungebrochenen Humors und Optimismus. Alexander Zinn erzählt die Geschichte eines erfüllten Lebens, das trotz aller Widrigkeiten von Liebe und Lebensfreude geprägt ist. Zugleich schildert er die unbarmherzige Verfolgung homosexueller Männer während des Nationalsozialismus - eine Geschichte, die bis heute viele blinde Flecken hat.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin:

"Rudolf Brazda: ein deutsches Schicksal, der Lebens- und Leidensweg eines Homosexuellen im 20. Jahrhundert. [...] Sein fast schon romanhaftes Leben, das dieses Buch dokumentiert, steht beispielhaft für die Verfolgungen, denen Homosexuelle in der Nazi-Zeit ausgesetzt waren, aber auch für den erfolgreichen Kampf um ein freies, selbstbestimmtes und glückliches Leben.
Möge Alexander Zinns Biographie von Rudolf Brazda viele Leser und Leserinnen finden."

Pressestimmen:

Der Spiegel, 04.07.2011:
"Jahrzehntelang wurde die Homosexuellen-Verfolgung der Nazis verdrängt. Jetzt erinnert der wohl letzte Überlebende, Rudolf Brazda, an die Schwulenhatz - und Sex im KZ."

QWIEN, 30.05.2011:
"Nicht nur eine seriös recherchierte Lebensbeschreibung, sondern auch ein erschütterndes und berührendes Dokument eines fast 100-jährigen Lebens, in dem sich die Geschichte schwuler Männer und ihrer Verfolgung spiegelt."

Frankfurter Rundschau, 06.04.2011:
"Das detailreiche Buch ist eine Überlebensgeschichte gegen das Vergessen."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütterndes Dokument, das ein gutes Gefühl für das Leben in einem totalitären System vermittelt, 28. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: "Das Glück kam immer zu mir": Rudolf Brazda - Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Durch die detaillierten Recherchen und die entsprechend genaue und lebendige Darstellung der schrittweise immer schärfer werdenden Verfolgung vermittelt das Buch einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit und vermittelt ein realistisches Gefühl dafür, was es bedeutet, in einem totalitären System zu leben und wie lieb und teuer uns die Demokratie sein sollte.
Hut ab vor dem Autor für diese Fleissarbeit.
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5.0 von 5 Sternen FASZINIEREND…., 7. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
…es gibt Menschen, die muss man bewundern… und oftmals fallen einem diese Menschen im wahren Leben nicht auf …
Aus diesem Grund ist es toll, dass Autoren uns diese Menschen in ihren Büchern nahe bringen, oder diese Menschen über ihr Leben schreiben….

Ein Buch, das einen nachdenken lässt ….
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5.0 von 5 Sternen Eindrückliches Buch, 8. April 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: "Das Glück kam immer zu mir": Rudolf Brazda - Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte von Rudolf Brazda ist eindrücklich. Als Schwuler lebt man auch heute mit vielen, nicht ausgesprochenen Andeutungen der Gesellschaft, die Schwule zwar inzwischen duldet, aber noch nicht unbedingt akzeptiert. So kommt jemand in den dreissiger Jahren in der Zeit eines der schlimmsten Verbrecherregimes, der sich das Recht nimmt, so zu leben, wie es ihm gegeben war. Der Preis war fürchterlich. Und Rudolf steht über diesen Umständen, nimmt das Schöne vom Leben mit der grössten Selbstverständlichkeit.
Schade, dass das Buch sich primär um die Zeit bis Ende des 2. Weltkrieg befasst und die Zeit danach nur summarisch abgehandelt wird. Der Protagonist hätte mehr dazu zu Erzählen gehabt.
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5.0 von 5 Sternen Sachlich-packende Schrift gegen das kollektive Vergessen, 19. Juni 2012
Von 
Ulrich Groh (Mittelhessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: "Das Glück kam immer zu mir": Rudolf Brazda - Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte der unseligen Nazi-Jahre, die der vor allem an Juden begangenen Gräueltaten ist verdient tausendfach medial aufgearbeitet worden, obwohl sich ein Vergessen dadurch nicht einstellen kann - zu unfassbar die Verrohung dieses Terrorregimes, zu unglaublich die damit einhergehende Menschenverachtung.
Im Schatten der zahlenmäßig bei weitem dominierenden Opfergruppe stehen die Homosexuellen, die einzig aufgrund ihrer Veranlagung in die Konzentrationslager transportiert und zu Tode gequält wurden. Sie bilden im Rahmen der Vergangenheitsbewältigung allenfalls eine unscheinbare Fußnote, erfahren keinerlei Würdigung, Erwähnung, Wiedergutmachung.

Das vorliegende Buch des verdienstvollen Alexander Zinn schreibt gegen ein kollektives Vergessen (Verdrängen?)an, schildert exemplarisch an der Person des Protagonisten Bradzka den faktenreich belegten Leidensweg eines dem eigenen Geschlecht zugewandten Mannes, der das eigentlich nicht Überlebbare überstand - aufgrund glücklicher Zufälle, infolge seiner sexuellen Anziehungskraft, gewiss aber nicht zuletzt auch wegen seines eher etwas schlichtes Naturells, seines Optimismus sowie seiner im Vergleich mit anderen Schwulen nicht allzu überbordender Sensibiltät.

Entstanden ist keineswegs nur eine Biographie, sondern ein literarisch wertvolles, vielfach belegtes Dokument der Zeitgeschichte, das eine schmerzliche Lücke schließt. Ohne Pathos, ohne Schönfärberei, sachlich und dennoch leicht lesbar gelingt dem Autor eine stark bewegendes Zeugnis der dunkelsten Epoche der Deutschen sowie einer weitgehend außerhalb des diesbezüglichen Fokus befindlichen Minderheit, die sich auch heute - trotz aller gesetzlich verschafften Libertinage - noch immer täglicher Diskriminierung ausgesetzt sieht.
Bleibt zu wünschen, dass diesem Buch jene breite Aufmerksamkeit zuteil werden möge, das es verdient. Ein Standardwerk ist es schon jetzt - und das nicht nur, weil es recht einsam auf dem weiten Feld der Literatur steht, die sich dieser spezifischen Vergangenheitsbewältigung widmet.
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