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5.0 von 5 Sternen Sehr gelungen
Was mir an diesem Buch besonders gefällt, ist die Tatsache, dass es endlich mal über eine simple How-to-Anleitung für Marketeers hinauskommt und einen bisher nicht beachteten Aspekt des Marketings in den Vordergrund rückt: dass Marken nicht einfach nur "Produkte" sind, die verkauft werden, sondern immer medial vermittelt sind, ja dass sie quasi in...
Veröffentlicht am 15. Juli 2012 von Ulrich Mayer

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3.0 von 5 Sternen Warum so viele Marken vom Himmel fallen
Das folgende Buch hat ein Problem - seinen Titel. Um ehrlich zu sein: Der Titel ist eigentlich ganz gut. Medien machen Marken" hört sich interessant an, besonders für Mediaplaner und Werbevermarkter. Der Eindruck wird noch verstärkt, wenn man die Vita des Autors auf den Klappentext liest - Martin Andree ist in führender Position im internationalen...
Veröffentlicht am 7. November 2010 von Dirk Engel


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3.0 von 5 Sternen Warum so viele Marken vom Himmel fallen, 7. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Medien machen Marken: Eine Medientheorie des Marketing und des Konsums (Broschiert)
Das folgende Buch hat ein Problem - seinen Titel. Um ehrlich zu sein: Der Titel ist eigentlich ganz gut. Medien machen Marken" hört sich interessant an, besonders für Mediaplaner und Werbevermarkter. Der Eindruck wird noch verstärkt, wenn man die Vita des Autors auf den Klappentext liest - Martin Andree ist in führender Position im internationalen Marketing von Henkel tätig. Nun dämpft der Untertitel aber schon die Erwartungen: Eine Medientheorie des Marketings und des Konsums" - das hört sich schon nach schwerer Kost an.

Tatsächlich passt aber auch dieser Untertitel nicht wirklich zu dem Buch. Es stellt eben keine einheitliche Theorie dar, sondern der Autor (der in seinem Leben vor Henkel akademischer Medienwissenschaftler war) benutzt eine ganze Reihe unterschiedlicher Modelle und Theorieansätze, um sich dem Phänomen Marke zu nähern. Um Missverständnissen vorzubeugen: Den Begriff Medium verwendet Andree in einem anderen Sinne als es Media- und Marketing-Leute tun: Es geht nicht um Fernsehen, Radio oder Print. Wenn Soziologen, Philosophen, Semiotiker oder Kulturwissenschaftler von Medien sprechen, dann meinen damit sie meist Dinge oder Institutionen, die Sinn und Bedeutung transportieren oder stiften. Dazu gehöre auch Mythen, Literatur, Sprache, Rituale, Geld, religiöse Bräuche und vieles mehr. In diesem Sinne sind Marken selbst Medien - deshalb ist der Titel Medien machen Marken" irreführend, denn es geht eigentlich um die medialen Eigenschaften der Marken.

Das Spektrum dieser Eigenschaften ist durchaus vielfältig, dementsprechend behandelt das Buch in einzelnen Kapiteln verschiede spannende Themen. Es geht etwa um den Bedeutungsgehalt von Markennamen, den Schöpfungsmythos von Marken, Kulte, die geschichtliche Entwicklung des Massenkonsums und welche Auswirkungen Digitalisierung und Social Media auf die Marketing-Kultur" haben. Übrigens definiert der Autor Marken und Marketing sehr weitläufig: Es sind nicht nur rein kommerzielle Waren, sondern auch Kulturprodukte, Ideen, Prominente und Politiker, die als Marken bzw. Medien analysiert werden. Das ist natürlich theoretisch sehr anspruchsvoll und kann auf akademische Fachsprache nicht verzichten, weshalb es auch für gutwillige Leser ohne fachwissenschaftlichen Background nicht leicht nachvollziehbar ist.

Aber der eine oder andere interessante Gedanke findet sich in den Ausführungen von Martin Andree: Etwa seine Reflexionen über die Authentizität" - Waren sind immer irgendwie gemacht, was ist dann eine authentische, d.h. ursprüngliche Ware? Eine die vom Himmel fällt, ohne das ein Mensch an sie Hand angelegt hat? Das ist gar nicht so abwegig: Denn wie in religiösen Mythen versuchen viele Marken eine nicht gemachte" Entstehung vorzugaukeln. Da wird in der Unternehmensgeschichte stolz berichtet, dass etwa dass ein neuer Herstellungsprozess für Seife zufällig gefunden wurde oder der Firmengründer sein Geschäft auf eine plötzliche göttliche Eingebung oder ein vererbtes Geheimrezept aufgebaut hat.

Erhellend sind auch die Überlegungen zum Long Tail" - also dem Modell, dass Nischenprodukte im digitalen Zeitalter eine wachsende Marktbedeutung bekommen. Hier liefert Andree sogar empirische Daten um zu zeigen, dass tatsächlich die Dominanz von Blockbustern und Topsellern eher steigt, wenn die Schwarm-Intelligenz" der Social Media als Filter fungiert. Nicht immer sind die Ausführungen vollkommen schlüssig (bei Marken-Kult und Kult-Marken werden meiner Ansicht nach verschiedene Phänomene durcheinander gewürfelt), doch die Bandbreite an Themen und theoretischen Modellen regt zum Nachdenken an. Kein Buch für die Praxis, aber eins für Leute, die einmal unter die Oberfläche schauen wollen und keine Angst vor Fremdwörtern haben.
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5.0 von 5 Sternen Sehr gelungen, 15. Juli 2012
Von 
Ulrich Mayer "Rezensent" (Bonn, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Medien machen Marken: Eine Medientheorie des Marketing und des Konsums (Broschiert)
Was mir an diesem Buch besonders gefällt, ist die Tatsache, dass es endlich mal über eine simple How-to-Anleitung für Marketeers hinauskommt und einen bisher nicht beachteten Aspekt des Marketings in den Vordergrund rückt: dass Marken nicht einfach nur "Produkte" sind, die verkauft werden, sondern immer medial vermittelt sind, ja dass sie quasi in Medialität - bzw. in der Art ihrer Präsentation in den Medien - versinken. Oder anders ausgedrückt: "Es ist nicht möglich, bei Produkten eine Grenze zu ziehen, die bestimmt, wo der Schein aufhört und das Sein beginnt" (S. 19). Denn immer ranken sich um Marken Botschaften, Geschichten, teilweise Mythen, die bewusst konstruiert werden, so dass ein "nacktes" Produkt nicht zu finden ist. Den Gedankengang führt der Autor sowohl in die Tiefe als auch in die Breite aus und kommt zu vielen erhellenden Ansichten. Etliches davon könnte man durchaus auch für die gezielte Markenpositionierung von Produkten nutzen, wenn man wollte. Interessant neben den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen ist auch die kritische Auseinandersetzung mit der Long-Tail-Theorie von Anderson, die der Autor gut durchleuchtet. Meiner Ansicht nach ist das Buch ein Muss für alle Marketing-Fachleute, die mal über den Tellerrand von "Marketingmethoden" hinausgucken wollen!
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Medien machen Marken: Eine Medientheorie des Marketing und des Konsums
Medien machen Marken: Eine Medientheorie des Marketing und des Konsums von Martin Andree (Broschiert - 9. August 2010)
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