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5.0 von 5 Sternen Wie versenkt man Milliarden und vernichtet Existenzen? Ein Lehrstück für überbezahlte Manager
Wenn man geradezu klassische Beispiele für ein mit Geld überhäuftes, aber durchweg unfähiges Management in der deutschen Wirtschaft sucht, dann bieten die letzten vierzig Jahre der Firmengeschichte von Arcandor und seiner Vorgänger dafür viele Kandidaten. Hagen Seidel hat in seinem sehr gut geschriebenen Buch den langen Weg dieses...
Veröffentlicht am 21. September 2010 von Dr. R. Manthey

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aufgewärmte Zeitungsartikel
Der Autor dieses Buches ist im Hauptberuf Wirtschaftsjournalist bei der "Welt" und hat sich in dieser Funktion wohl jahrelang mit KarstadtQuelle/Arcandor beschäftigt. Die ganzen Artikel, die er so geschrieben hat, hat er in diesem Buch noch einmal "aufgewärmt". Ich sage bewusst "aufgewärmt", denn eine wirkliche Zusammenschau ist nicht entstanden. Das sieht...
Veröffentlicht am 31. Oktober 2010 von F. Mueller


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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie versenkt man Milliarden und vernichtet Existenzen? Ein Lehrstück für überbezahlte Manager, 21. September 2010
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Wenn man geradezu klassische Beispiele für ein mit Geld überhäuftes, aber durchweg unfähiges Management in der deutschen Wirtschaft sucht, dann bieten die letzten vierzig Jahre der Firmengeschichte von Arcandor und seiner Vorgänger dafür viele Kandidaten. Hagen Seidel hat in seinem sehr gut geschriebenen Buch den langen Weg dieses Unternehmens in die Pleite nachgezeichnet. Dabei sieht man sich mit der erschreckenden Tatsache konfrontiert, dass niemand in der Unternehmensführung über diese lange Zeit wirklich begriff, dass das Kerngeschäft nicht mehr funktionierte und an veränderte Bedingungen angepasst werden musste.

Die Struktur der Geschäfte in den Zentren deutscher Großstädte sieht heute völlig anders aus als noch vor vierzig Jahren. Fast überall findet man eine oder mehrere "Galerien" mit großen Spezialmärkten und vielen kleinen Geschäften, Cafes und Restaurants, die die Idee des Kaufhauses weiterentwickelt haben. Dagegen wirken Karstadt-Häuser eng und bieder. Ihr Angebot steht zu allem Überfluss dem ersten Eindruck meist nicht nach. Mit der aufkommenden Konkurrenz sah sich Karstadt erstmals in den siebziger Jahren konfrontiert. Auch der Aufbau großer Kaufparks auf der grünen Wiese zog bereits damals Kaufkraft aus den Warenhäusern im Zentrum ab. Darauf fand Karstadt nie eine wirkliche Antwort.

Der Autor hat sein Buch sehr übersichtlich aufgebaut. Zunächst befasst er sich kurz mit Geschichte von Karstadt. Hier fällt insbesondere der langjährige Chef Deuss auf, der bereits die beginnende Dauerkrise des Kerngeschäfts ignorierte und sie schon damals mit Immobiliengeschäften kaschierte. So kam er zwar niemals in die roten Zahlen, legte dafür aber den Grundstein für die spätere Pleite und gab den weiteren Irrweg vor, dem alle späteren Bosse treu blieben. Statt Antworten auf veränderte Bedingungen im Kerngeschäft zu finden, wurden bereits unter Deuss ohne eine wirkliche Gesamtstrategie fast pausenlos andere Unternehmen aufgekauft, darunter der schon damals marode Neckermann-Versand.

Als dann gegen Ende der neunziger Jahre einige Großaktionäre von Karstadt "Papa" Deuss und seiner unseligen Unternehmenspolitik die Stirn boten, kam es in einer Wochenend-Aktion zum Zusammenschluss von Karstadt und Quelle. Deuss war mit diesem Schritt die Hertie-Stiftung sowie die Deutsche und die Commerzbank los und hatte sie durch die eher harmlosen Schickedanz-Erben und ihren farblosen Quelle-Versand ersetzt. Den Schickedanz-Erben schien der Deal geradezu genial zu sein, denn die Karstadt-Immobilien waren in ihren Augen mehr wert als das ganze Unternehmen. Wie kurz das gedacht war, sollte sich später zeigen.

Danach beschreibt der Autor chronologisch die jährlichen Abläufe beginnend mit 2003. Nur gelegentlich unterbricht er seinen Bericht durch Ausführungen zu den handelnden Personen oder für eine Analyse von Geschäftsfeldern des neuen Konzerns. Wie so oft bei Unternehmensfusionen treten die erträumten "Synergie-Effekte" nicht ein. Das ganze Gegenteil findet statt: Die unterschiedlichen Kulturen und Strukturen lassen sich nicht vereinen und bekämpfen sich sogar.

Da das Kernproblem von Karstadt auch weiter beharrlich ignoriert wird und nun auch noch die Quelle-Umsätze wegbrechen, wird die Lage des Konzerns immer bedrohlicher. Und wie so oft in solchen Situationen bleibt das anderen nicht verborgen, womit in der Regel die Endphase des Untergangs eingeleitet wird, die auch durch kreative Bilanzakrobatik nicht mehr aufgehalten werden kann. Den Vogel dabei schießt zweifellos der vorletzte Chef Thomas Middelhoff ab. Er verkauft darüber hinaus den größten Teil der Karstadt-Immobilien und mietet sie dann zu merkwürdigen Bedingungen zurück. Zunächst stellt er diese Aktion als große Entschuldung und Zeitgewinn für Arcandor dar. Doch die umsatzabhängigen Mietbedingungen führen den Konzern letztlich in den Untergang.

Eine besonders merkwürdige Rolle in diesem ganzen Prozess spielten die ehemalige Privatbank Sal. Oppenheim und die Großaktionärin Schickedanz. Frau Schickedanz kaufte ohne Unterlass Aktien von Arcandor gegen Kredit bei Sal. Oppenheim, während die Bank diese Kredite mit den Aktien der Kreditnehmerin absicherte. Dieses aberwitzige Geschäft geriet mit fallenden Arcandor-Kursen heftig ins Trudeln. Zu allem Überfluss fiel dann den Chefs von Sal. Oppenheim nichts Besseres ein, als dem schon in Agonie liegendem Konzern auch noch einen riesigen Kredit zu geben. Nun gehört Sal. Oppenheim der Deutschen Bank, und Frau Schickedanz hat über drei Milliarden Euro verloren. Dummheit wird gelegentlich dann doch bestraft.

Insbesondere Middelhoff und Schickedanz sind längere Ausführungen am Ende des Buches gewidmet. Leider ist die ganze Arcandor-Geschichte ein einziges Trauerspiel hochbezahlter, aber unfähiger Akteure, die in diesem Buch detailliert beschrieben wird. Niemand dieser Herren, wohl auch nicht die Großaktionärin Schickedanz, hat sich jemals in eines der Karstadt-Häuser begeben und mit den Mitarbeitern über die Unternehmensabläufe gesprochen. Stattdessen haben sie alle das auf der Hand liegende Kernproblem des Konzerns ignoriert und durch konzeptionslosen Aktionismus zu überdecken versucht. Dass ungelöste Probleme nicht verschwinden, sondern in der Regel zur Unzeit zurückkehren, lässt sich am Beispiel von Arcandor besonders gut verfolgen.

Fazit.
Ein sehr gut geschriebenes und sehr erhellendes Buch über ein trostloses Stück deutscher Unternehmensgeschichte, das die hier kurz vorgestellten Ereignisse ausführlich und im Detail schildert.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aufgewärmte Zeitungsartikel, 31. Oktober 2010
Von 
F. Mueller "Quer" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Der Autor dieses Buches ist im Hauptberuf Wirtschaftsjournalist bei der "Welt" und hat sich in dieser Funktion wohl jahrelang mit KarstadtQuelle/Arcandor beschäftigt. Die ganzen Artikel, die er so geschrieben hat, hat er in diesem Buch noch einmal "aufgewärmt". Ich sage bewusst "aufgewärmt", denn eine wirkliche Zusammenschau ist nicht entstanden. Das sieht man schon daran, dass der Autor sein Buch nicht wirklich nach Kapiteln unterteilt, sondern einfach nach Jahren und diese teilweise nach Monaten. Die Geschehnisse werden, ob wichtig, halbwichtig oder unwichtig, aufgelistet, manchmal kommentiert und des öfteren auch durch journalistische Exkurse, genannt Schlaglichter, aufgelockert. Liest sich ganz nett und wiederholt die Geschehnisse um Arcandor, aber das warum und wie wird nicht deutlicher als es durch die vielen Presseartikel zu Arcandor ohnehin schon geschehen ist. Eine tiefergehende Analyse sieht doch etwas anders aus.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nett zu lesen - mehr aber auch nicht!, 8. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir aufgrund einer jahrzehntelangen Tätigkeit meines Vaters dieses Buch gekauft und gehofft, Hintergründe und tiefergehende Informationen über den Niedergang eines Riesen-Konzerns zu erfahren. Hierbei ging ich davon aus, dass der Autor tiefer in die Materie einsteigt, als dies Wirtschaftswoche oder Süddeutsche Zeitung tun und er auch neue Informationen liefert.
In dieser Hinsicht wurde ich jedoch enttäuscht. Herr Seidel stellt die Abwicklung von Arcandor chronologisch dar und lässt Erinnerungen an den Sommer 2009 wieder aufleben, just als Arcandor Insolvenz anmeldete. Er hat drei Karstadt Verkäuferinnen interviewt (und ihre sprachlich oft knappen Aussagen unmittelbar in das Buch übernommen) und beleuchtet einzelne Manager mehr oder minder intensiv. In dieser Hinsicht ist das Buch informativ. Ferner fehlen detaillierte Informationen zur Entstehungsgeschichte von Arcandor und deren Defizite werden nicht hinreichend erörtert.
Eine Zumutung stellen jedoch die vielen Tippfehler auf den ersten einhundert Seiten dar. Ferner wurden einzelne Textteile wortwörtlich in späteren Kapiteln übernommen, sodass man im hinteren Teil des Buches auf mehreren Seiten das lesen soll, was haargenau in dieser Form schon einmal weiter vorne abgedruckt wurde. Oftmals wird ein und dieselbe Information auch mehrfach im Buch eingestreut, sodass man zum fünften Mal darüber informiert wird, dass Madeleine Schickedanz öffentlichkeitsscheu ist.
Man sollte sich daher gut überlegen, ob man dieses Buch tatsächlich kaufen will.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut recherchiert und spannend wie ein Krimi, 5. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Das Thema Karstadt/Arcandor erhitzt die Gemüter in der Deutschland AG. Es ist ein schicksalhaftes Schmierentheater sonder gleichen. In diesem Buch ist die ganze Geschichte noch einmal kompetent und chronologisch von A bis Z aufbereitet wobei sich der Autor um Objektivität und Neutralität bemüht. Fakten werden erst zusammengetragen und dann gekonnt kommentiert.

Das Buch hat im Prinzip Fallstudiencharakter über Management-Versagen auf der ganzen Linie, es ist insofern für Manager wie Studenten und "Laien" gleichermaßen geeignet. Wirtschaft kann verdammt spannend sein...und hier sind alle Zutaten einer Wirtschafts-Soap enthalten.

Wer meint aus der Tagespresse schon recht gut informiert zu sein wird hier mit zahlreichen neuen Details verblüfft, die bisher nicht bekannt waren. Interessant z.B. die gegenseitigen Kommentierungen im Vorstandsbereich von Karstadt, oder die Story wie Middelhoff und Esch sich kennengelernt haben.

Punktabzug gibt es für fehlende Fotos, welche die Lektüre nochmals erhellt hätten. Teilweise werden Punkte wiederholt vorgetragen. Außerdem hätte man noch auf das schlimme Verhalten des Firmengründers Schickedanz im 3. Reich eingehen können. Davon abgesehen aber in jedem Fall lesenswert!
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5.0 von 5 Sternen !!!, 5. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Das Buch war absolut neuwertig und noch ungelesen,
es kam nach 3 Tagen als Briefsendung an, ich bin völlig
zufrieden
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Zusammenfassung der Ereignisse, 23. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Das Buch vermittelt einen sehr guten und umfassenden Überblick der Ereignisse rund um Arcandor. Wer hier allerdings hofft, bisher unbekannte Details zu erfahren, wird kaum wirklich Neues finden. Fast alle Details kennt man bereits, wenn man aufmerkam die Wirtschaftspresse zu diesem Thema verfolgt hat. Dennoch eine umfassende und gute Chronologie der Ereignisse und durchaus lesenswert, insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert, 7. Oktober 2010
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Über KARSTADT ist schon eine Menge während der drohenden Insolvenz geschrieben worden, es wurde diskutiert, gedroht, gebettelt und debattiert. Viele Menschen erfuhren plötzlich etwas über die Besitzer Madeleine Schickedanz, über Thomas Middelhoff und über die Arcandor Gruppe. Vorher war es einfach nur Karstadt, ein Warenkaufhaus mit guter Reputation, akzeptabler Auswahl und freundlichen Mitarbeitern. Nach und während dem Absturz erfuhren wir alle plötzlich mehr, doch es gibt noch mehr zu wissen. Das Buch ARCANDORS ABSTURZ von Hagen Seidel erzählt über den Absturz, eine der größten Pleiten in der Deutschen Geschichte.

Wussten Sie, dass man den Hausleitern BMWs zu Weihnachten als Gratifikation überreicht hat und den Mitarbeitern erzählte, es würde für eine Weihnachtszahlung oder eine Weihnachtsfeier nicht mehr reichen?

Waren Sie zu Glanzzeiten einmal in der Zentrale von Kartstadt in Essen und haben die lange, lange Reihe der schwarzen Oberklasse Mercedes vor dem Eingang gesehen?

Wussten Sie das man den Rentnern und damit langjährigen Mitarbeitern von Karstadt sukzessive die Weihnachtsfeiern, den Pralinenkasten und dann sogar die Weihnachtskarte strich...

All dies war lange vor der Pleite, aber es waren die Signale des Untergangs, der rücksichtslosen Bereicherung einer kleinen Kaste. Es wurde auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen, das sollte man nicht vergessen. Viele davon haben ihr Vertrauen in Karstadt verloren.

Das Buch ARCANDORS ABSTURZ von Hagen Seidel informiert sachlich und ausführlich, zuerst ein wenig über die Geschichte des Hauses, dann schöpft es aus dem Vollen, wenn es drei Karstadt Mitarbeiterinnen interviewt und klar wird warum zum Teil Karstadt die Insolvenz erlitten hat, Fehlspekulationen, das Verlassen des Kerngeschäfts und Investitionen in Projekte die mit Karstadt nichts mehr gemein hatten - hatte man zuviel Geld?

Wieder wurde es auf dem Rücken der Mitarbeiter, insbesondere der weiblichen Angestellten ausgetragen, eine Schande, Zugeständnisse wurden eingefordert und man hat sie bekommen, genützt hat es nichts...

Das Buch berichtet vom Jahr 2003 an ganz dezidiert wie es zu dem langsamen aber unaufhaltsamen Zusammenbruch kam, es mutet an wie ein Treppenwitz der Geschichte aber die Vielzahl an Fehlern kumulierte sich am Ende zu der von uns allen wahrgenommenen Katastrophe.

Das man heute in den Schaufenstern von Karstadt Hinweise lesen kann die besagen: "Danke Deutschland" mutet wie ein Marketingwitz an, Deutschland hat Karstadt nicht gerettet, Deutschland war nur Zuschauer bei der Katastrophe, wem Karstadt seinen derzeitigen Status zu verdanken hat ist doch allen klar, oder? Und es ist noch nicht zu Ende, wer glaubt ab sofort würde alles wieder wie vorher werden, der irrt sich gewaltig, Karstadt muss jetzt nämlich saniert werden und es wird weiterer Einschnitte geben und viel Geld und Arbeitsstellen kosten.

Das Buch ARCANDORS ABSTURZ von Hagen Seidel gibt dabei sogar Interna preis, denn was ich auf Seite 91 und 92 lesen durfte, wo Vorstände über Vorstände sprechen, spottet jeder Beschreibung. Was besagt noch der alte aber immer wieder weise Spruch: "der Fisch stinkt vom Kopf an".

Die Mitarbeiter haben alles getan, alles mitgemacht und sind willig allen Sanierungsvorschlägen gefolgt, doch der Konzern war bereits pleite, da hilft auch keine bessere Peitsche für ein totes Pferd.

Der Verkauf der Immobilien und des Tafelsilbers in 2006 war ein weiterer Fehler, was die Zukunft und das Gezänk in 2010 zum hin und her zwischen Highstreet und Berggruen aufzeigt.

Das Buch ARCANDORS ABSTURZ von Hagen Seidel ist sauber recherchiert, brilliert mit vielen Interviews und stützt sich dabei auf jede Menge Interna. Man sollte lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Ein sehr gutes Buch, absolut empfehlenswert, hätte man dies bereits Jahre früher in der Presse so thematisiert, vielleicht wäre den Mitarbeitern diese Schande erspart geblieben.

Ob die Welt daraus lernt vermag ich nicht zu sagen, in Europa gibt es noch andere Wackelkandidaten im Warenhausgeschäft, mögen sie aus der Geschichte lernen.

Ein Buch sowohl für Mitarbeiter als auch für alle die bei Karstadt eingekauft haben und hoffentlich noch weiterhin einkaufen werden.

Trotz allem, ich mag Karstadt, mir hat das Warenhaus viel geben und ich möchte auf Karstadt nicht verzichten, egal ob man da oben Fehlentscheidungen getroffen hat oder nicht, mir liegen die Mitarbeiter und Karstadt-Rentner sehr am Herzen und um ihre Zukunft geht es. Karstadt gehört zu Deutschland und ist integraler Bestandteil vieler Innenstädte.

Sehr empfehlenswert!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender Wirtschaftskrimi, der leider real war!, 21. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Arcandors Absturz liest sich in einem Zug! Total spannend, noch dazu, wenn man als Mitarbeiterin einiges an der Front - wenn auch in Österreich - mitbekommen hat. Was jedoch so in den Konzernzentralen in Essen und Nürnberg/Fürth abging, es ist der reinste Wahnsinn, dies so zu erfahren. Man hat ja einiges vermutet, einiges ist auch gerüchtemäßig durchgesickert (Big "T"), aber das es so schlimm hinter den Kulissen abging (zum Magenumdrehen!!!) - kein Wunder, dass dieser Konzern in Insolvenz gehen mußte. Gut, dass schon ein wenig Zeit verstrichen ist, aber trotzdem kennt man genug persönliche Schicksale, die "T" und Co. zu verantworten haben.
Ich hoffe, dass die Lehren daraus gezogen werden und nicht nochmals im deutschsprachigen Raum ein gut florierender Konzern aufgrund geldgieriger "Manager" runtergesandelt wird!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Good read!, 14. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle (Gebundene Ausgabe)
Ausgewogenes und kenntnisreiches Buch für alle, die die Geschichte hinter der Geschichte verstehen wollen. Der Autor wertet nicht, sondern liefert Insiderwissen und Hintergründe. Sehr gute Charakterisierung der handelnden Personen. Flüssig geschrieben, alles in allem sehr lesenswert.
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Arcandors Absturz: Wie man einen Milliardenkonzern ruiniert: Madeleine Schickedanz, Thomas Middelhoff, Sal. Oppenheim und KarstadtQuelle
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