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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gut zu lesender kleiner Augenöffner
Was zu möglichen Mängeln oder Nicht-Mängeln in diesem Buch zu sagen ist, wurde in ausführlichen Rezensionen von Vorrednern bereits gesagt.
Ich möchte mich hierzu nicht äussern, ich bin kein Historiker und kein Islamgelehrter oder sonstiges.
Ich möchte aber unbedingt anmerken, dass ich bisher immer genervt mit den Augen gerollt...
Veröffentlicht am 5. Dezember 2012 von Julia

versus
59 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gute Idee - gescheiterte Ausführung
Die Idee schien gut: Eine Globalgeschichte zu schreiben, die eine andere als die übliche Perspektive einnimmt, die das historische Weltgeschehen nicht von Athen, Rom, Frankfurt oder Wien aus betrachtet, sondern von Bagdad, Damaskus, Kairo und Istanbul, eine Geschichte, die die Ereignisse der Vergangenheit von diesen Standorten aus anders gewichtet und bewertet. Die...
Veröffentlicht am 9. April 2010 von Sascha Leser


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gut zu lesender kleiner Augenöffner, 5. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
Was zu möglichen Mängeln oder Nicht-Mängeln in diesem Buch zu sagen ist, wurde in ausführlichen Rezensionen von Vorrednern bereits gesagt.
Ich möchte mich hierzu nicht äussern, ich bin kein Historiker und kein Islamgelehrter oder sonstiges.
Ich möchte aber unbedingt anmerken, dass ich bisher immer genervt mit den Augen gerollt habe, wenn es darum ging, etwas über Religion oder Geschichte lesen zu müssen.
Bisher!
Ich konnte Stunden am Stück lesen, das Buch ist kurzweilig und schön geschrieben, es ist informativ, mit Sichtweisen, die ich (als Mitteleuropäer natürlich) nie gelernt hatte - und es ist dennoch ohne belehrenden Unterton.
Mir hat beim Lesen tatsächlich gegraut.... Eroberungen, Sklaverei, Kreuzzüge, Kolonialisierung... oje, mir hat gegraut vor der immer gleichen menschlichen Gier - nicht im Christentum oder im Islam, sondern generell. Wir alle haben die gleichen Kriege hinter uns, natürlich gegeneinander und jeder verherrlicht und beweint immer nur seine Seite; so oder so ist Krieg aber immer grausam, für alle Seiten, und Religionen und Unterschiede hin oder her - wir sind uns im Endeffekt doch viel ähnlicher (und schon immer gewesen) als wir es wahrhaben wollen.
Mein Fazit:
Das Buch hält, was es verspricht.
Es ist kein Sachbuch, wem es um Zahlen und Quellen geht, der ist woanders sicherlich besser aufgehoben.
Wer aber die letzten 1500 Jahre voller Kriege und Scharmützel und Machtverschiebung mal von andersherum und auf eine kurzweilige Leseart sehen will, wer den Ursprung des Islam kennenlernen möchte und wissen will, was im Laufe der Zeit damit passiert ist, der ist hier genau richtig.
Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen!
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50 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Lesen der Einleitung verhindert so manche Missverständnisse ..., 14. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
... und etwaige Fehleinschätzungen dieses Buches.

Grundlegend, um mit ein paar Worten auf einen Vorgängerrezensenten zu antworten:

- Der Autor ist kein Historiker und betont dies eingangs auch. (S. 20)
- In der Einleitung weist der Autor zudem daraufhin, dass er "die Geschichte im Sinne von Erzählung [wiedergibt], denn dieses Buch ist kein Schulbuch und keine wissenschaftliche Abhandlung. Es ist eher das, was ich [der Autor] Ihnen in einem Café erzählen würde, wenn Sie mich fragen würden, was es denn mit dieser parallelen Weltgeschichte auf sich hat." (S. 19).
- Auch auf die Quellen geht der Autor auf Seite 20 ein und schreibt, dass er sich über die Problematik der "Glaubwürdigkeit muslimischer Quellen für Akademiker" sehr wohl bewusst ist, aber die Geschichte so erzählen will, wie sie aus muslimischer Sicht und Vorstellung gesehen wird. Jedoch bedeutet das alles nicht, dass ein Autor, der sich auf muslimische Quellen bezieht zum Erfinder wird oder faktisch Falsches verbreitet, nur weil er sich nicht auf die in Europa anerkannten Quellen beschränkt!

Wirklich "fahrlässig, wenn nicht gar manipulativ" (nur, um die Wortwahl eines Rezensenten zu gebrauchen) ist es m.E. - in anbetracht dieser Klarstellungen auf den ersten Seiten - Bücher zu rezensieren und potenziell Interessierte davor zu warnen oder gar abzuschrecken, wenn man offensichtlich nicht einmal das Vorwort gelesen hat.

Zum Buch selbst:
Meine Entscheidung, zu diesem Buch zu greifen und es lesen lag darin begründet, dass ich einen Blick "von der anderen Seite" haben wollte. "Wir" lernen und kennen Geschichte - logischerweise - von dem Standpunkt der Europäer. Auch "wir" erleben diese Geschichte aktiv, nicht nur aus Lehrbüchern voller Fakten. Fakten kann man sich in unzähligen Publikationen zur Gemüte führen, aber wo bleibt da das persönliche, menschliche? Gerade der Islam, dem "wir" täglich begegnen -nicht in der Theorie, sondern in der Praxis! -, der "uns" aber dennoch so fremd scheint, verdient ein Buch, das "uns" helfen könnte, "die andere Seite" zu verstehen.

Genau das habe ich hiermit auch gefunden, ein informatives Buch, das selbst nie den Anspruch erhebt, in wissenschaftliche und akademische Titel eingereiht zu werden, aber dennoch einen interessanten Über- und Einblick gewährleistet und zudem noch amüsant und unterhaltsam - eben erzählerisch - geschrieben ist.

Jedem, der sich - wie ich selbst auch - in einem Zwiespalt zwischen "ich würde mich so gerne über geschichtliche Themen informieren" und "ich verliere schnell das Interesse, wenn mir der Text zu langatmig ist obwohl das Thema an sich interessant ist" befindet, kann ich dieses Buch durchaus empfehlen.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Idee - Sehr gute Ausführung, 30. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
Zunächst hatte mich die Rezension "Gute Idee - gescheiterte Ausführung" abgeschreckt, das Buch zu kaufen. Wegen des Kommentars "Das Lesen der Einleitung verhindert so manche Missverständnisse ..." hatte ich es dann doch gekauft -- und bin sehr froh darüber.

Das Buch gibt nicht eine "islamische Sicht" wider -- eher eine säkulare Sicht auf islamischer Sozialisationsbasis plus einem Wissen um das Nichtwissen und die Vorurteile von Menschen, die nur die vorherrschende westliche Weltgeschichtsschreibung kennen. Diese Menschen versetzt das Buch auf unterhaltsame Weise von einem ahnungslosen in einen ahnungsvollen Zustand -- nicht in einen wissenden Zustand, da hat die Rezension "Gute Idee - gescheiterte Ausführung" recht. Um in einen (auch nur mehr) wissenden Zustand kommen zu können, müsste man das Cafe verlassen und zu arbeiten beginnen. Doch schon ein ahnungsvoller Zustand hilft gegen Anti-Islamismus und Kriegstreiberei. Deshalb finde ich das Buch in der heutigen Zeit sehr wichtig und hoffe, dass viele es lesen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Alle die, die zusammenhänge in Orient verstehen wollen., 13. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Muss für Alle die, die zusammenhänge in Orient verstehen wollen. Sehr gut, verständlich, informativ, prägnant und Unterhaltsam zugleich beschrieben.
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59 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gute Idee - gescheiterte Ausführung, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
Die Idee schien gut: Eine Globalgeschichte zu schreiben, die eine andere als die übliche Perspektive einnimmt, die das historische Weltgeschehen nicht von Athen, Rom, Frankfurt oder Wien aus betrachtet, sondern von Bagdad, Damaskus, Kairo und Istanbul, eine Geschichte, die die Ereignisse der Vergangenheit von diesen Standorten aus anders gewichtet und bewertet. Die Idee schien gut, die Ausführung ist gescheitert.
Wer einen neuen Blickwinkel auf die Geschichte erwartet, wird enttäuscht sein, ja schlimmer: Weite Teile des Buches (fast das gesamte erste Drittel) können nicht einmal als Historiographie bezeichnet werden, sie sind schlicht Hagiographie. Ohne jede Quellenkritik wird die Frühgeschichte des Islam, das Leben Mohammeds und der vier ersten "rechtgeleiteten" Kalifen in einer an Heiligenverehrung erinnernden Form erzählt. Hier begegnen uns Männer ohne Fehl und Tadel. Der dritte Kalif, Othman, ein "Gigant der Güte" (S.74), die vier "rechtgeleiteten" Kalifen waren "fromme Männer, die nicht gewagt hätten, die Anweisungen Gottes anzurühren. Gerade ihre Bescheidenheit war es, die ihre Größe ausmachte." (S.107)
Als Quellen dienen allein die bekannten islamischen Überlieferungen: Koran, Hadithe und die frühen islamischen Schriftsteller wie etwa Ibn Ishaq (704-768). Es wird der Eindruck erweckt, als sei all das zeitnah aufgeschrieben worden, was historisch nicht zu beweisen bzw. schlicht falsch ist. Ansary behauptet etwa, der Koran sei unter Othman in seine bis heute verbindliche Form gebracht worden. Die ältesten uns bekannten Ausgaben stammen jedoch erst aus dem 9. Jahrhundert, sind also etwa 200 Jahre nach dem Tod Mohammeds verfasst worden. Das Werk des erwähnten Ibn Ishaq, das erst 100 Jahre nach Mohammeds Tod entstand, ist zum größten Teil verloren gegangen und nur noch in Auszügen in den Werken späterer Schriftsteller enthalten, so etwa im Geschichtswerk von Ibn Yazid at-Tabaris aus der Zeit um 915.
Fahrlässig, wenn nicht gar manipulativ, ist Ansarys Einordnung oder Bewertung der Hadithen als historische Quelle. Er möchte uns glauben machen, diese seien unmittelbar nach dem Tod Mohammeds zusammengetragen und ihre jeweilige Herkunft und Überlieferungsgeschichte genauestens überprüft worden - Ansary spricht in diesem Zusammenhang sogar von der "hochentwickelten Disziplin der kritischen Geschichtsschreibung" und führt als Gewährsmann den Gelehrten al-Buchari an, von dem die berühmteste der Hadithen-Sammlungen stammt. Dieser habe zur Überprüfung eines Hadith persönlich Kontakt mit dem dritten Mann der Überlieferungskette nach Mohammed aufgenommen. Al-Buchari wurde erst im Jahr 810 geboren, konnte also frühestens 200 Jahre nach Mohammeds Tod mit dem Sammeln der Hadithe beginnen. Es ist schlicht unmöglich, dass er mit dem dritten Mann der Kette Kontakt aufgenommen hat, außer er konnte mit Toten reden. Was Ansary hier betreibt, hat mit kritischer Geschichtsschreibung nichts zu tun.
Leider ist auch der Rest des Buches am ehesten als Verherrlichungsgeschichte des Islam zu bezeichnen. Bei der Erzählung der arabischen Eroberungen bekommt man den Eindruck, die arabischen Heere wären mit Blumen und schönen Worten ausgezogen und nicht mit Schwertern und Lanzen. Die "ungläubigen" Herrscher, so Ansary, besteuerten ihre Untertanen, "bis ihre Schatzkammern überliefen; dann traten die Muslime auf den Plan, verjagten die Herrscher, befreiten die Untertanen von ihrer Gier und nahmen die Schätze mit. Die befreiten Völker freuten sich und die Muslime wurden reich: Alle profitierten, mit Ausnahme der vertriebenen Herrscher." (S.90)
Zeitgenössische Chroniken beider Seiten, der Eroberten wie der Eroberer, zeigen ein anderes Bild: Gewaltsame Eroberungen, Massaker, Versklavungen und die Verheerung einst blühender Landschaften, kurz, die übliche Vorgehensweise kriegführender Parteien jener Zeit. Kritik am Vorgehen islamischer Eroberer leuchtet bei Ansary nur auf, wo es gilt, die islamische Uneinigkeit zu bemängeln, durch die Niederlagen und Rückeroberungen wie etwa jene der Kreuzritter erst möglich wurden. Etwas peinlich mutet der beinahe kindliche Glauben des Verfassers an, die islamischen Eroberungen verkörperten in Mittel und Ziel stets das Gute, wo hingegen jegliche anderen Eroberungen als brutal beschrieben werden. Kreuzfahrer oder Mongolen eroberten blutig, metzelten Einwohner hin, vergewaltigten und versklavten Frauen und Kinder, ja selbst das Horrormärchen der kannibalistischen Kreuzfahrer ist Ansary nicht zu peinlich. Als Historiker sollte ihm bekannt sein, dass es sich um psychologische Kriegsführung gehandelt hat, als Fürst Bohemund seinen Männern befahl, erschlagene Türken über dem Feuer zu braten, als würden sie eine Mahlzeit vorbereiten, damit diese Schreckenstat als Gerücht im feindlichen Lager umgeht. (Nach dem Bericht des Wilhelm von Tyrus, in: Pernoud, Régine (Hg.), Die Kreuzzüge in Augenzeugenberichten, Düsseldorf 1977, S. 77)
Selbst historisch verbürgte blutige Eroberungen und nachfolgende Massaker der islamischen Heere werden ausgespart, von Sklaverei ist an keiner Stelle zu lesen. Im Gegenteil, Ansary behauptet, das südlich der Sahara gelegene Afrika spiele für die Geschichte der "Welt der Mitte" keine Rolle und begründet damit, ihm keine Beachtung schenken zu müssen. Die Millionen Menschen, die im Laufe von 1300 Jahren aus diesem Gebiet als Sklaven in die islamische Welt verbracht wurden, werden schlicht unterschlagen. Die islamischen Reiche werden als Hort der Toleranz beschrieben, insbesondere Cordoba und Istanbul - auf die diskriminierenden Bestimmungen, denen Christen und Juden unterworfen waren, geht der Autor ebenso wenig ein, wie darauf, dass der Einzelne im Staat gegenüber dem Sultan keinerlei Rechte besaß, dass wir es bei all den beschriebenen islamischen Reichen mit Despotien zu tun haben.
Einzig die historische Einordnung der Kreuzzüge ist dem Verfasser gelungen, zeigt er doch, dass die Kreuzzüge zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr oder Katastrophe für den Islam waren und ihre Bedeutung kaum über das verhältnismäßig kleine betroffene Gebiet hinausging, im Gegensatz zu den Mongolen, die mit ihren mächtigen Heeren die Existenz des Islam an sich bedrohten.
Nun handelt es sich bei dem Autor des Buches nicht um einen Schriftsteller, sondern um einen Historiker. Solcherart Märchenstunde und Hofberichterstattung sollte in der modernen Geschichtswissenschaft nichts zu suchen haben. Wie gesagt, die Idee war gut, aber die Ausführung ist leider mehr als mangelhaft.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wichtiger Beitrag zur Islamdiskussion, 11. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
Das Buch " Die unbekannte Mitte der Welt" von Tamim Ansary stellt die Geschicht der Arabisch-islamischen Welt kurz und auch für den Nichtfachmann lesbar und verständlich dar. Insbesondere werden Berührungspnkte zwischen Abendland und Orient aus Sicht des Orients dargestellt. Hierstellen sich auch für den in abendländischer Geschichte gut bewanderten sehr überraschende Aspekte dar, die die heutigen Konflikte in einem anderen Licht erscheinen lassen. Manche scheinbar unverständliche Dinge erscheinen nach Lektüre dieses Buchs durchaus nachvollziehbar.
n einer früheren Rezension wurde dem Buch angelastet, dass es sich hier nicht um ein wissenschaftliches Werk handelt. Das ist richtig. Es ist ein Sachbuch-nicht mehr und nicht weniger. Wichtig ist auch nicht ob jedes historiche Detail sauber an Quellen belegt ist, wobei Ansary durchaus umfangreich auf andere Quellen Bezug nimmt, die der weiter Interessierte durchaus nutzen kann. Wichtig ist, dass es mehrere Sichtweisen der Geschichte gibt und die hier dargestellte Sichtweise ist die eines großen Teils der Menschheit
Eigentlich sollte jeder, der sich für Politik und für den Islam interesssiert, dieses Buch lesen.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Einführung in eine (unbekannte) Welt, 13. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
Im Plauderton wird dem Leser die Weltgeschichte aus Sicht des Islams verständlich gemacht. Ein wirklich lohnens- und lesenswerter Kontrast zur westlichen Weltsicht. Es ergeben sich völlig unbekannte und neue Zusammenhänge, Ereignisse lassen sich umfangreicher und anders Interpretieren. Dabei ist das Buch in Bezug auf den Erzählzeitraum sehr umfangreich, startet in der Entstehungsphase des Islams und endet quasi bei 09/11.

Der Autor liefert keine Uminterpretierung der Weltgeschichte, sondern vielmehr einen im westlichen Kulturkreis weitgehend unbekannten Blickwinkel auf die Jahrhunderte. Es ist sehr interessant z.B. die Kreuzzüge oder auch die Weltkriege mal aus islamistischer Sichtweise zu lesen.

Das Buch ist weit entfernt jeglicher Radikalisierung oder Fanatisierung. Es beschreibt sachlich, aber sehr illustrativ wie der Islam zu dem wurde, was wir heute von dieser Gesellschaftsform wahrnehmen.

Mich beeindruckt zudem die Leichtigkeit, wie die Materie an den Leser gebracht wird. Sein Versprechen, die Geschichte so zu erzählen, als sitze man gemeinsam im Cafè und plaudere, hat der Autor auf jeder Seite gehalten. Geschichtsunterricht kann wirklich kurzweilig daher kommen.

Das dieses Buch natürlich nicht in jedes einzelne Geschichtsdetail in beliebiger Tiefe eintauchen kann, sollte eigentlich klar sein. Es bietet jedoch einen aus meiner Sicht kaum besser gestaltbaren Über- und Einblick in die Kulturgeschichte des Islams.
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12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Buch, das viele Lichter aufsetzt, 13. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat mich sehr begeistert. Der Autor Tamim Ansary schafft es, das in der Regel europäisch geprägte Weltbild des Lesers zu verrücken, indem er einem "die Brille des Islam" aufsetzt. Statt wie wir es gewohnt sind die Geschichtsschreibung aus Sicht der römisch-griechisch-zentrierten Welt zu betrachten, verschiebt er den Fokus wortwörtlich, nämlich nach Osten, und erzählt die Geschichte der letzten 1300 Jahre so, wie sie in der muslimischen Welt gelesen, gelehrt und verstanden wird. Mich persönlich hat das ebenso überrascht wie fasziniert und mir beim Lesen viele Lichter aufgesetzt. Dank Ansary versteht man zum Beispiel viel besser, wie das Selbstverständnis der islamischen Welt aussieht, warum es dort keine vergleichbare Aufklärung und Säkularisation gab, und wo viele unserer heutigen Konflikte, von Nahost bis Afghanistan und darüber hinaus ihre Wurzeln haben.

Eine großer Teil des Frusts und des Unverständnisses zwischen "dem Westen" und "dem Islam" heute kommt nämlich, wie Tamim Ansary glaubt, genau aus der weit verbreiteten Unkenntnis der jeweils anderen Geschichte. Auf der einen Seite die postkoloniale Überlegenheitshaltung des Westens, die sich auch heute noch in der (wenn auch oft unbewussten) Missachtung der islamischen Geschichte niederschlägt, und auf islamischer Seite als Reaktion darauf eine Konfrontationshaltung, die wiederum idealen Nährboden für antiwestliche Propaganda bildet. Ich teile die Meinung des Autors, dass wir nur dann an den aktuellen Problemen werden arbeiten können, wenn wir ihre Hintergründe verstehen und die Perspektive des anderen kennen (und anerkennen) - und dazu leistet sein Buch einen wertvollen Beitrag.

Aber dieses Buch schafft noch mehr als "nur" den Perspektivwechsel. Es profitiert zudem davon, dass der Autor versierter Schriftsteller ist und einfach richtig gut erzählen kann: Er macht aus über 1000 Jahren Geschichte eine unterhaltsame, emotionale und mitreißende Lektüre.

Wer Weltgeschichte aus einem anderen Blickwinkel als dem üblichen sehen will, wer authentisch und spannend von den alten Großreichen der Perser, Moguln, Abassiden, Umayyaden und Osmanen lesen will, wer mehr über die Wurzeln der Konflikte im Nahen Osten erfahren und wer verstehen will, wieso Diskussionen über "den Islam" heutzutage so oft ins Leere laufen und die ewige Konfrontationshalten "wir vs. die" zu nichts führt, dem kann ich "Die unbekannte Mitte der Welt" nur empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen Ein wichtiger Beitrag, 28. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
Ein gutes, wichtiges Buch: gerade in der aktuellen, aufgeladenen Debatte tut es Not, überhaupt erst mal zu versuchen, die Sicht der 'Anderen' nachzuvollziehen. Das Buch ist sehr lesbar, vermittelt eine Menge historisches Wissen und schafft es meistens den großen Bogen zu spannen. Die persönliche Note des Autors habe ich in diesem Fall als angenehm empfunden. Allerdings läuft das Buch manchmal da ins Leere, wo die Leistungen der islamischen Kultur doch kaum bezweifelt werden. Ja, islamische Kulturen haben grandiose Werke in Kunst und Wissenschaft hervorgebracht. Wie das in Einklang zu bringen ist mit dem aktuellen Bild des Islam im Westen vermag das Buch meines Erachtens nicht zu erklären. Vielleicht wäre das aber auch zuviel verlangt. Es ist ein erster Schritt zu einer anderen Perspektive auf das Weltgeschehen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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5.0 von 5 Sternen top, 17. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht (Gebundene Ausgabe)
alles top nix zu mekern
weil mein empfinden so ist!
mir hat alles gefallen!
allen die interesse an der geschichte haben!
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Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht
Die unbekannte Mitte der Welt: Globalgeschichte aus islamischer Sicht von Tamim Ansary (Gebundene Ausgabe - 8. Februar 2010)
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