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am 9. März 2009
Sarah Neef hat eine wachrüttelnde Biographie geschrieben, die authentisch wirkt, weil sie unverkünstelt ist, weil sie aus ihrem Leben erzählt, ohne auszuschmücken. Auch hörende Menschen wie ich können etwas aus ihrem Buch mitnehmen: Hoffnung. Und den Mut, nicht aufzugeben, einen gesunden Starrsinn zu entwickeln, sich nicht von Misserfolgen oder negativen Kritiken beirren zu lassen. Ihre Erlebnisse in der Schulzeit, wo sie vor allem das Mobbing durch ihre Mitschüler anhand zahlreicher Beispiele beschreibt, können auch aus dem Leben hörender Menschen stammen. Gerade dann ist es wohltuend zu lesen, dass sie sich nicht einschüchtern ließ, sondern dagegen ankämpfte. Trotz der Diskriminierung, die sie immer wieder erlebt, strahlt sie einen ungeheuren Lebenswillen aus, der sich wie ein roter Faden durch ihre Biographie zieht: nachahmenswert.
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am 10. Dezember 2013
Es gab viele Gründe, mir dieses Buch zu kaufen. Erstens meine Sucht nach Biographien, zweitens das Interesse am Leben Gehörloser, drittens die Möglichkeit, es günstig bei Amazon zu erwerben (und die Möglichkeit, es bei Nichtgefallen bei Momox zu verscherbeln), viertens die vielen positiven Rezensionen - und fünftens die einzige negative Rezension, die ich köstlich fand (und finde). Ja, ich erinnere mich an die Mitschülerinnen (und Kommilitoninnen), die immer über ihre angeblichen Minderleistungen gejammert und dann doch wieder Einsen kassiert haben - und auch ich habe dieses Getue gehaßt. Aber gerade das hat mich neugierig auf das Buch gemacht, denn Verriß- und Lästerpotential finde ich durchaus reizvoll.

Aber dann traf das Buch bei mir ein, und ich war von der ersten Seite an fasziniert. Die Leistungen, die die Autorin erbracht hat, sind schlichtweg enorm. Sie macht alles mögliche, was für eine Gehörlose höchst untypisch ist - sie spricht, und zwar nicht mit den Händen, sondern mit dem Mund, und auch noch mehrere Fremdsprachen, sie musiziert und tanzt. Einiges, was Sarah Neef über das Lippenlesen schreibt, war mir aus der Autobiographie von Bonnie Poitras Tucker bekannt - z. B., daß es KEINE Erleichterung für Gehörlose ist, wenn Leute sehr langsam reden, sondern daß es am besten geht, wenn ganz normal gesprochen wird. Nicht bekannt war mir dagegen, daß es sichtbar ist, wenn Leute ohne Stimme "reden" - Sarah Neef sieht das jedenfalls, Bonnie Tucker nicht. Lippenlesen ist harte Arbeit, und vieles muß aus dem Zusammenhang erschlossen werden - so fragt eine Kosmetikerin Sarah Neef: "Vertragen Sie Flugzeuge?" Sarah kapiert, daß sie das Wort falsch gelesen haben muß, und kommt nach kurzer Überlegung darauf, daß "Fruchtsäure" gemeint ist! An dieser Stelle habe ich mich gefragt: Schafft Sarah Neef das, weil sie so clever ist - oder ist sie geistig so rege, weil sie gezwungen war, ihr Gehirn extrem zu trainieren?

Mir sind die gleichen Dinge aufgefallen wie der nichtbegeisterten Rezensentin - nämlich, daß Sarah sich selbst großartig findet und daß sie sehr egozentrisch wirkt. Zu meiner eigenen Überraschung hat mich das aber nicht gestört (nun ja: kaum). Ja, die junge Frau ist schon ziemlich zufrieden mit sich - nahezu jede Seite handelt von ihren tollen Leistungen und davon, daß sie andere in den Schatten stellt (z. B. ist sie bei der Einschulung ihren Mitschülern schon weit voraus). Aber ach, so wild fand ich das nicht. Warum soll sie sich nicht toll finden, sie ist ja wirklich eine Überfliegerin, und daß Unterforderung ähnlich schrecklich ist wie Überforderung, hat wohl jeder schon erlebt. Ich erinnere mich heute noch mit Grauen daran, wie wir in der 5. Klasse (Orientierungsstufe) das Alphabet wiederholt haben, weil es einige noch nicht konnten (kein Witz! Fairerweise muß ich aber sagen, daß ich gegen eine Wiederholung des kleinen Einmaleins in Mathe nichts gehabt hätte!). Die Autorin ist halt eine Überfliegerin, und ich kann mir gut vorstellen, daß ihre hörenden Mitschüler mit den Zähnen geknirscht haben, wenn sie von einer Gehörlosen übertrumpft wurden.

Beliebt war sie nämlich nicht, sondern eine Außenseiterin. Und ja, ihre Schilderungen des intoleranten Umfelds SIND egozentrisch. Sie versucht kaum, sich in die Lage anderer hineinzuversetzen, und fragt sich nie, was man gegen sie haben könnte. Aber mit Abrechnungen dieser Art ist es immer so, daß sie vor Selbstgerechtigkeit triefen, einfach deshalb, weil sie meistens lange nach dem Geschehen aufgezeichnet werden und weil die andere Seite sich nicht verteidigen kann - wer mal eine Abizeitung in der Hand hatte, weiß, wovon ich rede. Egozentrik ist nicht typisch für Sarah Neef, die meisten Leute kommen so rüber, wenn sie händeringend und / oder tränenreich schildern, wie fies alle zu ihnen waren. Und es macht eben eine Autobiographie aus, daß man über SICH schreibt. Vielleicht WIRKT die Autorin auch nur in diesem Buch egozentrisch, vielleicht ist sie in Wirklichkeit ganz anders. Schließlich ist sie ja Psychologin - da müßte sie eigentlich Verständnis für andere haben, sonst hätte sie ihren Beruf verfehlt.

Als charakteristisch habe ich eher empfunden, daß Grübeln nicht Sarah Neefs Hobby ist. Natürlich hat auch ihr Tag nur 24 Stunden, und wer soviele Interessen hat, kommt wahrscheinlich gar nicht zu endlosem Brüten...

Die einzige "Gefahr" bei "solchen" Büchern besteht darin, daß die Meßlatte sehr hoch gelegt werden kann - daß Überflieger wie Sarah Neef zum Maßstab für andere werden, nach dem Motto: "Wenn der XY das geschafft hat, kannst du es auch" usw. Aber das ist nicht die Schuld von Autobiographen, denn jeder hat das Recht, sein Leben zu schildern. Ob man sich Leute wie Sarah Neef zum Vorbild nehmen sollte, ist eine ganz andere Frage.

Ein spannendes Buch, das sicher nicht den Weg zu Momox antreten wird!
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am 19. September 2012
Eins vorneweg: Ich bin tief beeindruckt von Frau Neefs Lebensgeschichte und -leistung. Wenn man sich selbst einmal beobachtet, wie oft man sich am Tag über Kleinigkeiten ärgert oder genervt ist, weil man jetzt auch noch dies oder das erledigen muss und das mit Sarah Neefs Alltag vergleicht, wird man sehr schnell sehr kleinlaut. Alle Achtung!

Aber diese Rezension bezieht sich auf das Buch, nicht auf ihr Leben, und da man leider nicht keinen Stern vergeben kann, wird es eben einer. Die Begründung ist auch ganz einfach: Erstens finde ich das Buch schlecht geschrieben und zweitens kommt Frau Neef durchweg unsympathisch rüber.

Zum Beispiel schildert sie, wie schwierig der Schulalltag für sie war, welche Probleme sie hatte, wie viel Unverständnis Ihr entgegen gebracht wurde usw. Wie sie dennoch versucht, sich mühevoll auf schwierige Klausuren vorzubereiten, obwohl sie physisch wie psychisch angeschlagen ist. Und das Kapitel endet mit dem Satz, dass sie die Klausur zurück erhält – mit einer 1. BÄM!

Erinnern Sie sich an die Mädchen in der Schule, die immer nach der Klausur erschüttert die Hände über dem gut frisierten Kopf zusammenschlugen und mit weit aufgerissenen Kulleraugen versicherten, diesmal wirklich, also richtig wirklich, alles verhauen zu haben – um eine Woche später verschmitzt lächelnd und pseudo-beschämt errötet „Ups“ zu hauchen, während sie die14 Punkte verkünden? Jap, das waren alles Sarah Neefs. Das Buch strotzt nur so vor einer pseudo-versteckten Sich-eigentlich-schon-ziemlich-geil-Finderei, dass ich es teilweise schwer erträglich fand. Ich schließe mich meinen Vorrezensenten an, Frau Neef wirkt authentisch – aber bezogen auf meine Schilderungen wird es dadurch leider nur schlimmer.

Alle Darstellungen des familiären oder schulischen Umfelds sind extrem egozentrisch – vielleicht bringt das ihre Behinderung mit sich, das kann ich nicht beurteilen. Aber bei allem Verständnis, was sie zurecht für sich beansprucht, so habe ich kein Wort des Verständnisses oder der Nachsicht für ihr Umfeld gelesen. Wenn sie sich erschüttert über das ignorante Verhalten ihrer Cousine zurückzieht, kann ich sie durchaus verstehen. Da ich selbst mit einer geistig behinderten Cousine aufgewachsen bin und weiß, wie schnell man als gesundes „normales“ Kind daneben in der Familie untergehen kann, habe ich mich aber gefragt: Warum reagiert die Cousine so ablehnend? Wieso möchte sie Sarah keine Sonderrolle zugestehen? Hier hätte ich mir einfach mehr Tiefe oder Differenzierung gewünscht.

Noch mal: Sie hat Außerordentliches geleistet und tut es noch, und dafür gebührt ihr jeder Respekt. Allerdings finde ich es grundlegend falsch – und in gewisser Weise auch diskriminierend –, jemandem automatisch positiv oder wohlwollend zu begegnen, nur weil er eine Behinderung hat. (Schönes Beispiel hierzu bietet übrigens die Serie „Off Centre“, erste Staffel Folge 16, in der alle schockiert sind, dass die Freundin einer Protagonistin zugleich gehörlos UND ein Miststück sein kann.) Daher kann ich meine Vorredner in keinster Weise nachvollziehen – beeindruckendes Leben, definitiv, aber das Buch hat mich durchgehend genervt.
66 Kommentare25 von 31 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. September 2010
In ihrer Autobiografie beschreibt Sarah Neef ihre Kindheit, Schulzeit, Studium und erste Berufserfahrungen - kurz ihr Leben - als lautsprachlich kommunizierende gehörlose Frau. Sie ist damit eine "Minderheit innerhalb der Minderheit der gehörlosen Menschen". Wer keine Ahnung davon hat, was es heißt taub zu sein, erfährt hier umfassend, wie sich ein gehörloser Mensch im Alltag behaupten muss. Hörbehinderungen sind weitgehend unsichtbar für die guthörenden Mitmenschen, und das insbesondere, wenn jemand wie Sarah Neef sich dann auch noch lautsprachlich (in verschiedenen Sprachen) weitgehend "normal" unterhalten kann. Dass hier sehr viel Arbeit dahinter steckt, der Gebrauch aller Sinne und viel Übung und Aufmerksamkeit, macht die Autorin hier in vielen Geschichten deutlich. Da ich selbst schwerhörig bin, haben mich manche ihrer Erinnerungen an meine eigene Erfahrungen denken lassen. Die "schweren Stunden inmitten einer sich fröhlich unterhaltenden Gesellschaft" haben mich sehr berührt.
Ich finde es insgesamt beeindruckend, was und wie Sarah Neef ihr Leben beschrieben hat. Sie hat hier ihre eigene, sehr schöne Sprache gefunden und lässt uns teilhaben an Träumen und Realitäten ihres Lebens, lässt die Musik und Choreografien vor dem Auge des Lesers mit allen Sinnen entstehen.
Und ich finde es gut, dass sie versucht, zu vermitteln. Zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten, zwischen Gebärdensprechern und lautsprachlich Kommunizierenden, zwischen der Welt der Hörenden und der Nicht-Hörenden.
Ich teile nicht alle ihre Ansichten bezüglich der lautsprachlichen Erziehung von gehörlosen Kindern. Aber ich stimme ihr zu, dass diese Grabenkämpfe zwischen verschiedenen Denkrichtungen in der Förderung von Behinderten aufhören müssen. Hauptsache ist doch, dass ein Kind die Möglichkeit erhält, so früh wie möglich eine Sprache zu lernen (und das kann in meinen Augen auch die Gebärdensprache sein). Je früher das Sprachenlernen einsetzt, umso früher werden die entsprechenden Gehirnstrukturen angelegt, und das Kind kann so die Gesetzmäßigkeiten erkennen, nach denen Sprache funktioniert.
Die Autobiografie zeigt ihre individuelle Entwicklung auf und macht damit auch klar, dass es so sinnlos ist, Menschen in irgendwelche Schubladen stecken zu wollen (so wie die vermeintlichen Empfehlungen fürs Berufsleben). Statt jungen Menschen, die sich gerade mitten in der Entwicklung befinden, mit begrenzenden Äußerungen den Wind aus den Segeln zu nehmen ("das schaffst du nie"), sollte es doch immer um Förderung gehen. Wie können wir helfen, dass es eben doch klappt!? Also, ich empfehle das Buch.

Im Rhythmus der Stille: Wie ich mir die Welt der Hörenden eroberte
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am 11. März 2009
"Im Rhythmus der Stille" ist mehr als eine klassische Erfolgsstory von einer, die es geschafft hat. Natürlich ist es schon beeindruckend zu lesen, wie sich Sarah Neef gegen alle (unterschwelligen und offensichtlichen) Widerstände und Vorbehalte durchgeboxt hat. Aber das allein ist es nicht, was das Buch so lesenswert macht.
Was mir besonders gefällt ist, dass es ihr gelingt, in wechselnden Perspektiven authentische Erfahrungen und thematisches Hintergrundwissen zu vermitteln. Diese gelungene Mischung ist es auch, was "Im Rhythmus der Stille" vom Gros anderer "schicksalhafter" Biografien unterscheidet und tiefergehende Einblicke ermöglicht. Hier erfährt man etwas über Gehörlosigkeit - aber auch über sich selbst.
So gibt es immer wieder Stellen im Buch, an denen man sich in gewisser Weise ertappt fühlt. An denen einem beim Lesen selber klar wird, dass es die eigene Unwissenheit ist, die einer wirklichen Integration im Weg steht. Da lernt man zu begreifen, dass Integration mehr ist und mehr sein muss als ein hehres aber abstraktes gesellschaftliches Ziel.

"Ich gebe das Buch nun aus der Hand in der Hoffnung, dass es als Brückenschlag dienen kann, dass es zwei einander noch fremde Welten zusammenführt, dass es Hörende und Nichthörende einander näherbringt" schreibt Sarah Neef in ihrer Einleitung. Ehrlich gesagt erschien mir das beim ersten Lesen recht hochgegriffen und in der Formulierung nach meinem Geschmack etwas zu pathetisch. Liest man aber das Buch zu Ende, stellt man fest, dass ihr tatsächlich genau dieser Brückenschlag gelingt.
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am 2. März 2009
In diesem inflationären Wust an Autobiografien so vieler Möchtegern-Prominenter, die nichts zu sagen (und oft genug noch nicht einmal selbst geschrieben) haben, endlich mal eine erfrischende Autobiografie, die diese Bezeichnung auch tatsächlich verdient!

Sarah Neef hat gerade mal ein Alter erreicht, in dem so viele von uns noch nichts wirklich Nennenswertes zu erzählen hätten. Doch sie hat bereits Dinge erlebt, die zwei ganze Leben füllen würden. Sie lässt den Leser hautnah an ihren Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben, ohne gleich den Exhibitionisten zu geben - Erlebnisse und Erfahrungen, die oft zutiefst schockierend sind und zeigen wie gedankenlos, missgünstig und verletzend Menschen sein können. Doch trotz ihres herzergreifenden Schicksals führt uns Sarah Neef mit ihrer unbändigen Kraft und durch nichts zu erschütternden Beharrlichkeit vor Augen, was Lebensfreude, Mut und der Glaube an die Verwirklichung der eigenen Träumen bedeutet und beschämt damit all jene, die nur allzu leicht vor sehr viel geringeren Problemen und Schicksalsschlägen kapitulieren.

Sarah Neef schildert in ihrem Buch schonungslos einige der Abgründe menschlichen Umgangs. Doch neben ihrem Plädoyer für mehr Toleranz, Aufgeschlossenheit und Neugierde gegenüber Menschen, die anders sind, trägt sie mit ihrer Lebensgeschichte auch eine wundervolle Botschaft in die Welt. Eine Botschaft, die besagt: Vieles kann überwunden werden, alles ist möglich - es braucht nur etwas guten Willen und Entgegenkommen.

Sarah Neefs Schreibstil wirkt ungemein authentisch und erfrischend. Man merkt sofort, dass sie selbst die Verfasserin ihrer Worte ist und dass kein gelernter Autor ihr die Worte nur in den Mund gelegt hat. Da mag man ihr dann die ein oder andere Passage, die vielleicht ein ganz klein wenig holprig rüberkommt, nur allzu gern verzeihen - das macht die Autorin und das Buch nur noch sympathischer.

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich mich einmal nach dem zweiten Teil einer Autobiografie verzehren würde. Doch Sarah Neefs Leben fesselt. Da möchte man wissen: Wie geht das weiter? Wie entwickelt sich ihr Leben hinsichtlich Beruf und Familie? Kommt ihre Botschaft an? ...
Leider werden wir wohl eine ganze Weile warten müssen, bis Sarah Neef auf ihrem Lebensweg vorangeschritten ist und Neues von sich zu erzählen weiß.

Fazit: Ein zu Herzen gehendes Buch, erschütternd und doch zugleich Mut machend. Die eigenen Sorgen erscheinen einem plötzlich viel kleiner.
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am 8. März 2009
Ich gehöre zu der großen Mehrheit von Menschen, die in ihrem Leben bisher kaum mit einer behinderten Person in Berührung gekommen sind. So war es für mich eine neue Erfahrung, die Autobiographie von Frau Neef in die Hand zu bekommen, die durch die Verkettung einer Reihe tragischer Umstände bei ihrer Geburt ihr Gehör verloren hat. Man wird mitgenommen in eine Welt der Stille, deren ganze Tragweite für die betroffenen Personen ich mir in meiner Unbedarftheit nicht hätte ausmalen können. Man erhält beispielhaft am Leben der Autorin die vielen Herausforderungen und Probleme geschildert, mit denen gehörlose Menschen tagtäglich konfrontiert sind. Und das nicht nur aufgrund der Behinderung als solcher, sondern insbesondere auch durch die Unwissenheit der hörenden Mehrheitsbevölkerung. Frau Neef leistet mit diesem Buch einen erheblichen Beitrag dazu, die Sensibilität für die besondere Lebenssituation gehörloser Menschen (aber auch anderer Behinderter) zu schulen. Sie weckt auf sehr sympathische Weise beim Leser den Wunsch, dass die an vielen Stellen immer noch sehr defizitäre Integration endlich Verbesserung findet. Durch die Beschreibung vieler Alltagssituationen zeigt sie aber auch, dass dies nicht nur eine Aufgabe für die Politik und den Gesetzgeber ist, sondern vor allem mit dem Denken und Handeln eines jeden Einzelnen zu tun hat.

In diesem Buch kann man die abwechslungsreiche und interessante Lebensgeschichte einer jungen Frau nacherleben, die trotz einer körperlichen Behinderung mit viel Mut, Disziplin und einer großen Portion Beharrlichkeit ihre Lebensziele erreicht. Damit ist sie ein Vorbild für uns alle. Sie erinnert uns daran, dass Lamentum über die eigenen, meist doch eher kleinen - oder wie in ihrem Falle - auch größeren Probleme nicht zu weit und zu laut in die Welt hinaus zu tragen. Vielmehr dient das Leben von Frau Neef als wunderbares Beispiel, das eigene Geschick selbst in die Hand zu nehmen und daraus das Beste zu machen. Nicht Jammern sondern Handeln ist eine weitere zentrale Botschaft dieses Buches. Und damit trifft sie den Nerv der Zeit!
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am 13. März 2014
Eine äußerst lesenswerte Biographie. Von Sarah Neef kann jeder Mensch unglaublich viel lernen und ins eigene Leben übertragen. Erstaunlich und mehr als wahr für jede Person ist ihre Erkenntnis : Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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am 20. Februar 2011
Sarah Neef kommt gehörlos zur Welt. Schon als Kind kämpfte sie dafür, möglichst normal leben zu können - und hat trotz ihrer Behinderung in ihrem Leben mehr erreicht als so mancher Mensch ohne Behinderung. Mit jeder Menge Disziplin, Ehrgeiz und dem Glauben an sich selbst hat sie es geschafft, sich - wie es auch im Untertitel heißt - die Welt der Hörenden zu erobern. Von klein auf hat sie Wert darauf gelegt, so normal wie möglich zu leben und auch so behandelt zu werden. Vielleicht ist dies eines der Geheimnisse, dass sie etwas geschafft hat, was nur wenigen gelingt.

Ein wichtiger Schritt dorthin und auch dazu, dass sie heute fünf Sprachen fließend spricht, war die Arbeit mit einer Schweizer Audiopädagogin, die Gehörlosen nicht die Gebärdensprache, sondern das natürliche Sprechen vermittelt. Damit war die Grundlage gelegt für ein fast normales Leben.

Sarah Neef hat ein Buch darüber geschrieben, wie sie die Welt sieht und bislang erlebt hat. Und wie es ist, sprechen zu können, ohne sich selbst jemals gehört zu haben. Auch hörende Menschen können etwas aus diesem Buch mitnehmen: Hoffnung. Und den Mut, nicht aufzugeben, einen gesunden Starrsinn zu entwickeln, sich nicht von Misserfolgen oder negativen Kritiken beirren zu lassen. Sondern weiter an die Möglichkeiten zu glauben, das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Fazit:

Diese lesenswerte Autobiographie ist auch ein Plädoyer für mehr Toleranz, Neugierde und Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen, die anders sind. Als lebendes Beispiel und mit ihrem Buch vermittelt die Autorin eine wichtige Botschaft: Vieles kann überwunden werden, alles ist möglich - es braucht nur etwas guten Willen und Entgegenkommen.
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am 1. Dezember 2013
Danke für das Buch, ich wollte es schon lange lesen, wusste aber nicht den Namen die Autorin. ich habe seit einigen Jahren eine Sendung in Fernseher gesehen.
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