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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vernünftig von Gott reden, 30. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist nicht im Himmel: Sprachstörungen in der Rede von Gott. Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 2) (Gebundene Ausgabe)
Dieser kleine Band mit einem Umfang von 48 Seiten enthält die schriftliche Fassung eines Vortrags, mit beigefügter Audio-CD, den der Autor vor Religionspädagogen in Göttingen gehalten hat. Die Thematik wurde für ihn angeregt durch von Roger Lenaers wie "In Gott leben ohne Gott" (2011) und "Gläubiger Abschied von der Religion" (2012).
Die Sache, um die es Hubertus Halbfas geht, ist am deutlichsten im Vorwort ausgesprochen: "Mit dem Übergang vom vormodernen zu einem modernen Gottesbild verbindet sich der Abschied von einem Glaubensmodell, das der Welt eine himmlische Parallelwelt verordnet. Solange dieser Dualismus besteht, verfehlt das kirchliche und theologische Reden das Weltbild des heutigen Menschen." (S. 6)
Einstieg und Anlass des Vortrags ist eine Bemerkung Dietrich Bonhoeffers zu dieser gedanklichen Herausforderung der Moderne in einem seiner Gefängnisbriefe. Auch ihm geht es wie dem Autor nicht darum, die Rede von Gott abzuschaffen, sondern eine Sprache zu finden, die es einem religiösen Menschen ermöglicht, sich in der modernen Welt zu artikulieren. Die Frage, die sich stellt und die auch erörtert wird, ist jedoch, ob das christliche Denken nicht so fest mit dem Dualismus verknüpft ist, dass es damit wenigstens noch symbolisch funktionieren können müsste.
Wer das moderne Weltbild akzeptiert, das seit Galilei existiert, kann das Denken der religiösen Parallelwelt nur als "Theismus" begreifen, wie es schon Theologinnen und Theologen wie Paul von Buren (1924 – 1998), Dorothee Sölle (1929 – 2003) und John A.T. Robinson (1919 – 1983) beschrieben haben. Halbfas jedoch beschreitet keinesfalls den Weg der "Entmyth(olog)isierung", sondern entdeckt mit Paul Tillich (1886 – 1965) Gott als neu gedeutete Wirklichkeit, die Gott als Grund und Ursprung des Lebens ansieht. "'Wer um die Tiefe weiß, weiß auch um Gott.' (Tillich)" (S. 31).
Im letzten Teil des Vortrags wendet Hubertus Halbfas den erkannten Wandel des Gottesbildes auf das Glaubensbekenntnis an. Er sieht den Weg zu Gott als den "Weg des Menschen zu sich selbst" (S. 35). Die Mythisierung der biblischen Glaubensgestalten ist nicht unbedingt ein Produkt der biblischen Worte und Gedanken, die ebenso gut immanent oder als Deutungssprache mit Symbolen interpretiert werden können. Die Mystiker haben schon seit dem Mittelalter entdeckt, dass eine realistische Wirklichkeitsauffassung (Monismus) nicht im Widerspruch zur Bibel steht. Ob allerdings Hubertus Halbfas am Ende seines Vortrags zu Recht Gedanken der modernen Physik aufgreift, mögen die Leserinnen und Leser selbst entscheiden. Zweifelsohne jedoch ist die Erinnerung an den Mystikexperten Willigis Jäger (OSB, geb. 1925), angebracht. Dass Gott der "Grund (ist), aus dem alles fließt" (S. 47) müsste auch interreligiöse Gedanken anregen, die hier nur angedeutet werden. Und ob jede oder jeder in der modernen Glaubenswelt von der Tiefe und dem Grund des Lebens sprechen möchte, steht allen frei. Die Kirche jedoch sollte dieses Denken aufgreifen und sich damit vom hierarchischen Gottesbild verabschieden. Näheres dazu wird auf der Homepage des Vereins zur Glaubensreform zu lesen sein.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Versöhnung mit dem Christentum, 21. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist nicht im Himmel: Sprachstörungen in der Rede von Gott. Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 2) (Gebundene Ausgabe)
Versöhnung mit dem Christentum.doc
Versöhnung mit dem Christentum

Der Autor setzt sich mit dem doppelstöckigen theistischen Weltbild auseinander. Es gibt für ihn keine übernatürliche Welt, von der das Diesseits abhängig wäre. Der Himmel ist für ihn leer. Die fremde Sprache in den Gebeten und Liedern erscheint ihm ohne ein gesundes Verhältnis zur Gegenwartskultur.

Er versucht den Werdegang dieser Entwicklung zu analysieren und zu verstehen:

In den Kulturen der alten Welt war die eigentlich bedeutende Welt in der Höhe angesiedelt, als Welt der Götter, wo es kein Leid, keinen Tod, keine Unvollkommenheit gab. Es gab unterschiedliche Ränge der Engel wie in einem Hofstaat, es gab besondere Fürsprecher für die Nöte der Menschen.
Wo die eigenen Lösungswege versagen, hilft nur noch Beten und Erflehen himmlischer Intervention.

Antiken Menschen galten visionäre Erfahrungen als eine Stimme aus der Transzendenz.
Erschien ein echter Ekstatiker wie Paulus, überwältigt von einem Erlebnis, traf er auf Menschen, die von einem Kontakthunger gegenüber der Transzendenz erfüllt waren. So wurde er ernst genommen und wirkte suggestiv.

Die Zehn- Gebote wurden von Menschen erarbeitet, die überzeugt waren, dass es Gottes Wille ist, das Lebensrecht jedes Menschen zu sichern. Was man als geboten und notwendig ansah, legte man Gott in den Mund.
Der Wille Gottes - da geht es aber auch oft um die eigenen Interessen der Kirche.

Engel sind den Hirten tatsächlich erschienen und haben die Geburt des Heilands verkündet.
Bei der Taufe Jesu hat sich der Himmel wirklich geöffnet.
Jesus konnte über den See gehen und nach seiner Auferstehung bei geschlossenen Türen Räume betreten.
Dieses wortwörtliche Verstehen ist für den Evangelisten nicht zu bestreiten. Aber dies sind keine historischen Vorgänge.

Solche visionären Erfahrungen gibt es:

C.G. Jung:
erlebte in einer Krankheit immerwährende Seligkeit, Visionen und Erlebnisse waren ihm vollkommen real. Wir sollten diese Tiefe in Erfahrungen, die als wirklich und bewusst gemacht worden sind, nicht einfach abtun. Wir müssen trennen zwischen subjektivem Erleben und historisch nachprüfbaren Fakten.

Diese himmlische Parallelwelt wurde immer stärker eingegrenzt

seit Galilei.
Blitzableiter verdrängen geweihte Kerzen, Kunstdünger und Agrardünger ersetzen die Bittprozessionen um das Gedeihen der Ernte wirksamer.
Im 17. Jahrhundert gab es noch Hexenwahn und Teufelsglauben.
Doch eine jenseitige Welt zur Erklärung diesseitiger Phänomene wird immer mehr überflüssig.
Französische Revolution und Erklärung der Menschenrechte führten zu einem Prozess demokratischer Autonomie, was von Gläubigen verurteilt wurde, Prinzipien die sich aber heute durchgesetzt haben.
Die Kirche hat auf die wissenschaftlichen Herausforderung mit ihren Gegenmitteln von Zensur, Schreibe-, Lese- und Redeverbot unglücklich reagiert.
Marx, Nietzsche, Feuerbach, Freud führten zu dem beschriebenen Untergang der Parallelwelt.
Gott gibt zur Erklärung des Unbekannten nichts mehr her. Erdbeben, Überschwemmungen, Seuchen, Krankheiten, Wettergeschehen,
das sind Fragen der wissenschaftlichen Welterklärung, in Sachbereichen der Wissenschaften ist Gott systemfremd und störend.

Gegen den Verfall religiöser Tradition und anstatt nur zu tradieren muss sich die Kirche von Generation zu Generation erneuern, umbauen, anpassen, reparieren.

Die Religion hat es mit der Auslegung des menschlichen Daseins zu tun, im Aufschließen eigener Erfahrung für neue tiefergehende Erfahrung.

Gott ist der Namen für unendliche Tiefe und unerschöpflicher Grund allen Seins.

Nur wenn das Leben keine Tiefe hat, seicht ist, Sein selbst nur Oberfläche ist,
dann wäre man Atheist.
Doch wer um die Tiefe weiß, der weiß auch um Gott.

Jesu Tod war der Tod eines Propheten, der für sein öffentliches Auftreten büsste, ähnlich Martin Luther King oder Romero.
Das Kreuz in unseren Kirchen mahnt, jene zu erkennen, die vor unseren Augen gekreuzigt werden.
Wenn wir Jesus nur anbeten, werden wir ihm nicht folgen. Das Göttliche, das ihn erfüllte, soll in jedem Menschen zum Durchbruch kommen.
Unsere lebenslange Selbsterfahrung soll verschränkt sein mit Gotteserfahrung.

Halbfas reißt ein ganz anderes Weltbild für die heutige Zeit an:

Er zitiert ausführlich Eckhart:
Was die Schultheologie Christus allein vorbehält, spricht Eckhart jedem Menschen zu.
Alles, was die Heilige Schrift über Christus sagt, das bewahrheitet sich völlig an jedem guten und göttlichen Menschen.
Alles, was Gott seinem Sohn in der menschlichen Natur gegeben hat, das hat er alles auch jedem Menschen gegeben.

Zum Weltbild der modernen Physik verweist er auch auf Max Born.
Max Born sagt:
Im Fußballspiel wird das Zuschauen begleitet von Applaus und Pfeifen, dieses Beteiligtsein am Geschehen hat seinen ausgeprägten Einfluss auf Schnelligkeit und Konzentration der Spieler.

Zur Kritik an der zweigeteilten Welt verweist er auf den Zen-Meister Seng-tsan.

Gott sei kein Gegenüber, keine Abgrenzung, sondern der leere Grund. aus dem alles fließt. Sein Name ist Tao, Brahman, göttlicher Geist, EINE

Die Mystik kannte zu keiner Zeit eine zweigeteilte Welt.
Einen außerweltlichen Gott, der quasi über der Welt und allem schwebt, hat es nie gegeben.

Bewertung:
Auf der Rückseite des Buches steht: "Ein befreiendes Buch!"
Hubertus Halbfas greift die Position des Christentums an, soweit sie nicht mehr haltbar ist. Seine Kritikpunkte drücken eine respektvolle wohlwollende Grundhaltung aus, weil er ganz klar trennen kann von bekannten und akzeptierten und allgemein bekannten Entwicklungen, wo "Fehler" der Kirche, aus dem heutigen Verständnis heraus, ganz einfach aus der Entwicklung heraus verstanden und erklärt werden können.
Er trennt prägnant das religiöses Weltbild von dem wissenschaftlichen Weltbild, er sieht die mythische Einbettung der Menschheit für die Zeit hilfreich und nachvollziehbar.
Letztlich ist die große Stärke dieser Entwicklung des Autors, dass er von dem Weltbild der zweigeteilten Welt wegkommt und die Einheit von allem sieht, wie sie durch Eckhart für das Christentum erarbeitet worden ist.

Damit nimmt er allerdings eine Position ein, die von der offiziellen Kirche nicht gedeckt ist. Als Professor für Religionspädagogik kann er sich diesen Notwendigkeiten für die Weiterentwicklung der Glaubensgrundlagen nicht verschließen sondern sie aktiv mit weitertreiben.

Dieses mutige wohlwollendes Buch fern jeglicher Effekthascherei bewerte ich mit 5 Punkten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gottesbild heute?, 4. Januar 2014
Von 
B. Babbe "Seefahrer" - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist nicht im Himmel: Sprachstörungen in der Rede von Gott. Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 2) (Gebundene Ausgabe)
Halbfas hat dies Buch als Referat vor Religionslehrern gehalten, also vor einigermaßen gut Vorgebildeten. Das allerdings ist die Voraussetzung, um ihm folgen zu können. Er erspart einem nicht komplizierte, mit theologischen Fachausdrücken gespickte Sätze.
Schade. Denn das eigentliche Thema ist so interessant, daß man ihm gern folgen würde. Obwohl ich ein hinreichend gebildeter theologischer Laie bin, hatte ich meine Last, Aber ich denke,daß dieser theologische Ansatz auch deshalb so kompliziert ausgedrückt wird, weil die meisten Laien mit Habfas' Denkansatz nichts anfangen können, lehrt sie doch der Ortspfarrer nichts davon.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer Fan von Halbfas, 28. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist nicht im Himmel: Sprachstörungen in der Rede von Gott. Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 2) (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich vor Jahren die von Halbfas erschlossene Bibel bekommen habe, war ich begeistert davon. Dieses Buch - Der Herr ist nicht im Himmel, - habe ich verschlungen. Es ist so geschrieben, wie ich es mir auch denke, aber nicht in diese Worte hätte fassen können. Danke für dieses Buch.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neu vom christlichen Glauben reden, 19. Mai 2014
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Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist nicht im Himmel: Sprachstörungen in der Rede von Gott. Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 2) (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist ein Wegweiser zum modernen Christentum. Es entsprach meinen Erwartungen.

Wer glaubwürdig von Gott reden möchte und die Bibel neu verstehen will, sollte sich mit dem Thema befassen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen prima, 16. April 2014
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Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist nicht im Himmel: Sprachstörungen in der Rede von Gott. Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 2) (Gebundene Ausgabe)
interessant zu hören und zu lesen, die Sprache ist wichtig, wir merken es oft nur nicht, ist wirklich zu empfehlen, kurz und bündig
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Der Herr ist nicht im Himmel: Sprachstörungen in der Rede von Gott. Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 2)
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