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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine gute Einführung mit reichhaltigen Hintergrundinformationen, 8. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Archäologie der biblischen Welt: Mit zahlreichen Zeichnungen von Ernst Brückelmann (Gebundene Ausgabe)
Dieter Viewegers Einführung gehört mit der inzwischen vierten Auflage fast schon zu den Standardwerken der biblischen Archäologie. Sie führt grundlegend in deren Forschungsgeschichte und Methodik ein, bevor sie die Archäologie des sog. Heiligen Landes exemplifiziert an einzelnen Fundorten abhandelt. Inhaltlich ist sie merklich am Lehrbuch von Colin Renfrew und Paul Bahn bzw. dessen deutscher Übersetzung orientiert. Im Gegensatz zu diesem beschränkt sie sich jedoch auf die für Palästina bedeutsamen Ansätze und Methoden und ersetzt die dortige ausführliche Behandlung von theoretischen Ansätzen durch einen Überblick über die Geschichte der materiellen Kultur des Heiligen Landes. Damit kann sie das Werk von C. Renfrew und P. Bahn keinesfalls ersetzen und eignet sich insbesondere für diejenigen - Laien und Studienanfänger -, deren Interesse sich auf die biblische Welt konzentriert.

Zunächst steht die biblische Archäologie als solche im Zentrum der Darstellung. Hier behandelt der Autor die Geschichte der biblischen Archäologie und ihr Verhältnis zur Theologie, gefolgt von einer kurzen Einführung in die Fragestellungen der Archäologie. Anschließend wird die Geographie "Palästinas" kurz erläutert. Dann wendet sich der Autor den archäologischen Zeugnissen zu und behandelt deren Erhaltungsbedingungen und Transformationsprozesse (Taphonomie) und anschließend die in Palästina anzutreffenden Gattungen archäologischer Stätten. Es folgt dann eine Behandlung methodischer Fragen, die Prospektionsmethoden, Ausgrabungen und Datierungsmethoden umfasst. Im Vergleich zum oben genannten Lehrbuch von C. Renfrew und P. Bahn ist diese jedoch oberflächlicher und kursorischer, umfasst jedoch das Wissen, das ein Grabungshelfer grundsätzlich benötigt.
Die Überleitung zu einem zweiten großen thematischen Block bildet ein Kapitel zur Paläoumwelt Palästinas. Hierbei geht Dieter Vieweger sowohl auf natürliche (Geologie, Klima, Flora und Fauna, Ressourcen) als auch auf kulturelle (Handwerk, Handel und besonders Religion) Einflussfaktoren für die kulturelle Entwicklung ein. Dem schießt sich eine exemplarische Behandlung charakteristischer Fundorte für die großen Epochen in der Geschichte der biblischen Welt an: Jungsteinzeit - Kupferzeit - Frühbronzezeit - Mittel- und Spätbronzezeit - Eisenzeit - Phönizier - Römer - Byzantiner - Omayyaden - Mittelalter und Neuzeit. Hierbei kommen sowohl einzelne Artefakte als auch vor allem architektonische Befunde und ihre geschichtliche Einbettung zur Geltung.
Es folgen dann - gleichsam als struktureller Bruch - drei Kapitel, die erst in jüngere Auflagen dieses Buches aufgenommen und deshalb hintan gehängt wurden. Sie beschäftigen sich einerseits vornehmlich mit Fragen der Restauration archäologischer Funde (mit kurzem Ausflug ins Denkmalrecht und die politische Verwertung archäologischer Forschungsergebnisse) und andererseits mit deren musealen und medialen Präsentation. Dabei vergisst der Autor auch nicht, die Möglichkeit zur Mitwirkung an Ausgrabungen als (zahlender oder zumindest unbezahlter) Voluntär ausführlich zu erwähnen. Dies ist insoweit irritierend, als man sich nicht des Eindrucks erwehren kann, der Auto versuche auf diese Weise, billige (oder zahlende) Kräfte für seine eigenen Ausgrabungsprojekte zu werben.
Abgerundet wird das Buch durch einen umfangreichen Anhang, der vor allem sehr umfangreiche und nützliche Chronologietabellen umfasst, die mir in dieser Ausführlichkeit aus keinen anderen Lehrbuch bekannt sind. Zum Anhang gehört auch eine kurze Übersicht zu Transkriptionsregeln und ein Verzeichnis des für archäologische Ausgrabungen in Palästina hilfreichen Wortschatzes (Arabisch/Ivrit) - was den eben erwähnten Eindruck nochmals verstärkt.

Das Buch ist durchweg schön illustriert und der Text gut gegliedert. Zentralbegriffe sind durch Fettdruck merklich hervorgehoben, besonders wichtige Informationen in Informationskästen untergebracht. Der Autor schreibt laienverständlich und einfach, wobei sein Werk leider bisweilen auch etwas oberflächlich und kursorisch wird. Dennoch ist das Buch absolut seriös und hebt sich somit merklich positiv vom gerade für diese geographischen Breiten reichhaltig angebotenen Softkitsch ab. Wer sich also für die Archäologie der biblischen Welt interessiert, wird hier viele nützliche Informationen finden.

Insgesamt kann man dieses Werk damit durchaus weiterempfehlen. Zwar reicht es inhaltlich nicht an das Einführungswerk von Renfrew/Bahn heran, noch behandelt es die Archäologie Palästinas in der Ausführlichkeit wie gesonderte Darstellungen. Das ist auch nicht sein Anliegen. Gerade die Verknüpfung einer Darstellung methodischer Fragen mit der Vorstellung der historischen Entwicklung macht dieses Buch zu einer wertvollen Lektüre. Besonders lesenswert sind sicher auch die neu angefügten Kapitel der neuen Auflage. Gleichwohl ist es negativ anzurechnen, dass der Autor ein Lehrbuch zur Werbung kostenloser Grabungshelfer "missbraucht" und auch sonst in seiner Darstellung bisweilen etwas kursorisch ist.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Palästina - Spuren des Lebens von der Steinzeit bis heute, 5. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Archäologie der biblischen Welt: Mit zahlreichen Zeichnungen von Ernst Brückelmann (Gebundene Ausgabe)
Der Vorgängerband aus dem Verlag UTB bzw. Vandenhoeck und Ruprecht ("Wenn Steine reden") erscheint hier im Gütersloher Verlagshaus aktualisiert und um drei Kapitel erweitert in völlig neuer Ausstattung z. B. einer DVD mit 1368 Bildern zu allen Teilen des Buches. So wird die erste christliche Kirche auf dem Berg Nebo (Jordanien) zum Gedenken an den Tod des Mose, ausgestattet mit einem Baptisterium zur Erwachsenentaufe (6. Jahrhundert), errichtet auf einem alten römischen Mausoleum, im Text des Buches mit graphischen Darstellungen illustriert und auf der DVD mit den dazu passenden Fotos ergänzt.

Stumme Zeugen der Geschichte sind vor Ort lebendig

Weiterhin gehören zur Ausstattung vorn zwei Karten zur Lokalisierung der jeweiligen Lage der Ausgrabungsstätten, sowie im Anhang die 50-seitige Tabelle zur Chronologie Israels und seiner Umwelt und zur historischen Einordnung der Fundorte, ein ausführliches Literaturverzeichnis zur Archäologie des Heiligen Landes, sowie diverse Verzeichnisse und Register. Im Text bietet das Buch eine kurz gefasste Kulturgeschichte Israels mit exemplarischer Darstellung einiger Fundorte und deren historischer Bedeutung, wichtige geographische Informationen, die Geschichte der biblischen Archäologie und die exemplarischen Darstellungen von Funden und Fundorten in den jeweiligen Kapiteln.

Ein Fachbuch mit hervorragender Ausstattung

Rückschlüsse auf biblische Gegebenheiten ergeben sich nur en passant.
Das Layout der Darstellung ist ausgesprochen attraktiv. Schwarz-weiß-Bilder und Grafiken ergänzen den Text wie auch hellbraun unterlegte Textblöcke zur Erläuterung einzelner Begriffe und Fakten. Da das Buch kein Reiseführer Israels und kein Kommentar zur biblischen Darstellung ist, muss man sich nach dem Zweck dieses Bandes fragen. Es ist nicht zuletzt ein Lehrbuch der biblischen Archäologie, das die vor Ort arbeitenden Gruppen in die Arbeitsweise der Archäologie einführt und dazu darstellt, wie aus den einzelnen Funden Rückschlüsse erzielt werden können.

Lehrbuch der Archäologie und Einführung zugleich lässt alte Texte in neuem Licht erscheinen, entlarvt Legenden und bestätigt Erzählungen

Wer jedoch nach Beobachtungen zur Illustration biblischer Geschichte sucht, findet auch diese. Man lernt präziser zu fragen. Lag das biblische Paradies im Jordantal unweit des Sees Genezareth, da dort eine steinzeitliche Siedlung mit ungeahnter Fruchtbarkeit und Landkultur gefunden wurde? Waren die zwölf Stämme Israels überhaupt in Ägypten, da das Heilige Land zu dieser Zeit ohnehin zum ägyptischen Einflussbereich zählte? Gab es die Hapiru wirklich (Hebräer), die sich zu einem Volk zusammengeschlossen haben und waren sie u. a. die Vorfahren Israels? Warum wurde in Israel vor dem babylonischen Exil Schweinefleisch gegessen? Wie kam es zur Ausbreitung der hellenistischen Kultur und des umfassenden griechisch-römischen Städtebaus und welche Volksgruppen waren neben den Israeliten in Palästina ansässig? War Israel nach der Eroberung durch die Römer und dem Erstarken des Christentums ein fast ausschließlich christlich besiedelter Landstrich, und wie gestaltete sich dann die Übernahme des Landes durch den Islam? Diese Fragen sind nur Beispiele persönlicher Rückschlüsse und zeigen, dass der Einfluss der Archäologie bedingt auch durch deren Methoden der modernen Wissenschaft nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die Bibel kann nur vor dem Hintergrund des alltäglichen Lebens gelesen werden, damals und heute.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grundlegende Einblicke, 10. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Archäologie der biblischen Welt: Mit zahlreichen Zeichnungen von Ernst Brückelmann (Gebundene Ausgabe)
Viewegers Buch ist eine Einführung in die allgemeinen Methoden der Archäologie unter Berücksichtigung der speziellen Verhältnisse Palästinas. Als solche ist das Buch informativ und abgesehen von der Beschreibung einiger spezifischer Hightech-Verfahren zur Datierung auch für Laien weitestgehend verständlich. Viele Informationen zu Einzelfunden, Abbildungen, Zeittabellen usw. empfinde ich als bereichernd, ebenso die beiliegende Foto-CD. Was das Buch nicht bietet und auch nicht bieten kann - was aber mancher Leser vielleicht erwartet - ist eine umfassende Darstellung aller für das Verständnis der Bibel relevanten Funde, aus der sich eindeutige Schlüsse über die Richtigkeit bzw. Unrichtigkeit bestimmter historischer Aussagen der Bibel ziehen ließen. Eben deshalb heißt es wohl auch Archäologie der biblischen WELT, nicht Archäologie der BIBEL. Empfehlenswert für Historiker, Theologen, Religiöse und Andere.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Suche nach der Wahrheit, 21. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Archäologie der biblischen Welt: Mit zahlreichen Zeichnungen von Ernst Brückelmann (Gebundene Ausgabe)
„Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht“. 1.Mose 5.1

Ein Nachschlagewerk, ein Geschichtsbuch, ein Buch für Theologen oder für Entdecker. Erst durch die Archäologie in der biblischen Umgebung des Heiligen Landes können Glaube und Wissen eine Symbiose eingehen, Ungläubige mit Wahrheiten erhellen oder Fromme in ihrem Glauben erschüttern.

Das fast 600 Seiten umfassende Buch „Archäologie der Biblischen Welt“ des Gütersloher Verlagshauses in der 4. und erweiterten Auflage von 2012 widmet sich der Religionswissenschaft, ohne religiös zu sein. Klar strukturiert öffnet der Autor Dieter Vieweger, Theologe und Pfarrer (1986-89) in Leipzig, und Professor für Biblische Archäologe dem Leser die Welt der Entdecker. Kapitel 1 befasst sich mit den Pilgerreisen, die als Beginn einer noch laienhaften und oft auch schädlichen Forschungstätigkeit gelten können, deren Nutzen mehr dem Glauben als der Wissenschaft dienen musste. Die nächsten drei Abschnitte benennen Zielen, Orten und Funde. Kapitel 5 und 6 erläutern die eigentlichen Arbeiten der Archäologie: wie überhaupt wird man fündig und „Wie gräbt man aus?“ Weitere Kapitel befassen sich mit den damaligen Lebensbedingungen und den religionsgeschichtlichen Orten. Der Umgang mit den antiken Gegenständen und deren für das Publikum aufzuarbeitende Präsentation bilden den Abschluss des mit zahlreichen Grafiken und Fotos ausgestatteten Buches.

Archäologie auf dem Gebiet der Religionswissenschaften verleitet schnell zur Parteiergreifung für die eine oder andere Seite. Als Beispiel genannt werden können die Funde in Qumran und die dort oft nur in Fragmenten entdeckten Texte, die sogleich zu abenteuerlichen Thesen der Bibelausleger auf kirchlicher wie auch auf „wissenschaftlicher“ Seite geführt hatten. Sorgfältig vermeidet der Autor im vorliegenden Buch eine wie auch immer geartete Missionierung und verweist sowohl auf Scharlatane als auch Fälscher und Grabräuber.

Leider wird dem für gläubige Christen als „Nabel der Welt“ so bedeutende Bau der Jerusalemer Grabeskirche nur wenig Platz geboten, was wohl auch an den eher seltenen archäologischen Tätigkeiten am Grab Jesu liegen mag. Die uneinigen unterschiedlichen Konfessionen am Heiligen Grab sind wenig aufgeschlossen für wissenschaftliche Untersuchungen in „ihrem“ Haus. Genannt werden sollte aber der Theologe und Kirchenhistoriker Karl Schmaltz, der sich mit seiner Veröffentlichung „Mater ecclesiarum. Die Grabeskirche in Jerusalem“ von 1918 für einen ausgezeichneten Einblick in die Erforschung dieser Kirche verdient gemacht hat.

Das Buch „Archäologie der Biblischen Welt“ ist ohne „Enthüllungen“, stets sachlich und mit einem fundierten Wissen, das dem Leser in ausgezeichneter Weise vermittelt wird. Index und Chronologie von Ereignisdaten finden sich im Anhang. Dem Buch liegt eine grandiose Foto-DVD mit fast 3000 Bildern bei; es ist uneingeschränkt empfehlenswert.
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Archäologie der biblischen Welt: Mit zahlreichen Zeichnungen von Ernst Brückelmann
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