Kundenrezensionen


329 Rezensionen
5 Sterne:
 (159)
4 Sterne:
 (41)
3 Sterne:
 (29)
2 Sterne:
 (24)
1 Sterne:
 (76)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


909 von 997 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoffentlich der Anstoß zu einer längst überfälligen Diskussion
Achtung: Dieses Buch ist kein weiterer Erziehungsratgeber, aber es zeigt die Hintergründe auf, warum der Bedarf an Sachbüchern dieser Art in den letzten Jahren so stark gestiegen ist und weshalb ein Showformat wie "Die Super-Nanny" ein Quotenrenner bei RTL werden konnte.
M. Winterhoff stellt auch kein neues erziehungswissenschaftliches Konzept vor. Vielmehr...
Veröffentlicht am 1. Februar 2008 von The-One-who-is-concerned

versus
428 von 478 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alleine gelassen in Weltuntergangsstimmung
Das Buch '"Warum unsere Kinder Tyrannen werden2" vn onMi ahael nwinterterhoff ist ein gutes Buch, ein wichtiges Buch, dazu brilliant geschrieben und daher sehr packend beim Lesen. Jeder, der mit Kindern zu tun hat, sollte sich von diesem Buch wachrütteln lassen. Meine erste Reaktion war: Danke für dieses Buch! 5 Sterne
Aber dennoch nur 3 Sterne: Auch noch...
Veröffentlicht am 5. April 2008 von A. Wiesner-Kather


‹ Zurück | 1 233 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

909 von 997 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoffentlich der Anstoß zu einer längst überfälligen Diskussion, 1. Februar 2008
Achtung: Dieses Buch ist kein weiterer Erziehungsratgeber, aber es zeigt die Hintergründe auf, warum der Bedarf an Sachbüchern dieser Art in den letzten Jahren so stark gestiegen ist und weshalb ein Showformat wie "Die Super-Nanny" ein Quotenrenner bei RTL werden konnte.
M. Winterhoff stellt auch kein neues erziehungswissenschaftliches Konzept vor. Vielmehr handelt es sich um eine schonungslose Analyse der Auslöser für die gestörten Beziehungen zwischen Eltern (und sonstigen pädagogisch Tätigen) und Kindern, die mehr die gesamtgesellschaftlichen Hintergründe für das immer stärker auftretende Phänomen der kleinen Tyrannen" beleuchtet als die einzelne Familie mit ihren individuellen Problemen und sich dabei hauptsächlicher soziologischer Kriterien bedient, ohne die psychologischen außer Acht zu lassen.

Das Lesen dieses Buches tut weh - weil es in gewisser Weise unser pädagogisches Weltbild, das sich seit den 70'er Jahren entwickelt und in den Elternhäusern und Institutionen immer stärker verbreitet und verfestigt hat, in den Grundfesten erschüttert. So wird die uns inzwischen in Fleisch und Blut übergegangene Maxime, Kinder seien in allen erzieherischen Belangen, partnerschaftlich", sprich als kleine Erwachsene" zu behandeln, als Ursache für die immer stärker auftretenden Beziehungsstörungen zwischen Kindern und Erwachsenen entlarvt. Das Ergebnis des wohlmeinenden Konzepts von einem nahezu gleichartigen Umgang auf Augenhöhe zwischen heranwachsenden und erwachsenen Menschen sind nicht etwa glücklichere" Kinder, sondern psychisch Unreife, die durch eine viel zu frühe, partnerschaftlich orientierte" Teilnahme am Erwachsenenleben den Schutz, den eine sorgfältige Abgrenzung zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt früher ganz natürlich bot, verloren haben. Die Überfrachtung der Kinder mit Erwachsenenthemen, die deren im Wachstum befindliche Psyche noch gar nicht verkraften kann, führt dazu, dass sich narzisstische Verhaltensweisen entwickeln und verstärken, so dass die Kinder ihr Gegenüber in der Folge nicht mehr als Mensch mit eigenen Bedürfnissen wahrnehmen können, sondern vielmehr als einen Gegenstand, den es den eigenen Wünschen gemäß zu steuern gilt.

In klaren Worten, untermalt von vielen Beispielen aus seinem Praxisalltag als Kinderpsychiater, haut uns M. Winterhoff die schmerzliche Wahrheit um die Ohren, ohne jedoch dabei die sonst oft üblichen Schuldzuweisungen (an Eltern, Lehrer oder die Politik..) vorzunehmen. Vielmehr sieht er die Ursache für die beziehungsunfähigen Kinder und Jugendlichen in der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Erkenntnisse dieses Buches sollte Aufnahme in die Ausbildung aller pädagogisch Tätigen finden, ob Lehrer, Erzieher, Kindertherapeuten oder Eltern und Anstoß zu einer gesellschaftlichen Diskussion sein für jene, die im engeren oder weiteren Umfeld mit Kindern zu tun haben - letztendlich also für uns alle...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


528 von 585 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut analysiert, dennoch mit Vorsicht zu behandeln, 3. April 2008
Mich hat das Buch von Michael Winterhoff nachhaltig beeindruck, das Lesen fällt leicht und der Autor spricht einem auf (fast)jeder Seite aus dem Herzen! Die Analyse, dass die zu früh praktizierte Partnerschaftlichkeit in der Kindererziehung zum Verlust der für Kinder so wichtigen Hierachie, Orientierung und Autorität führt, hat mich zu einem Überdenken meiner bisherigen Sichtweise Kindern gegenüber geführt. Dass unsere Kinder letztendlich Symptomträger unserer kranken Wohlstandsgesellschaft sind, wird einem schmerzhaft vor Augen geführt, ebenso der Appell, dass die Verantwortung und die Macht, die Kinder aus ihrer Misere zu befreien, alleine bei den Erwachsenen liegt. Das Buch ist ein gutes und wichtiges Buch genau zur richtigen Zeit!
Es besteht allerdings die Gefahr, seinen Inhalt falsch und einseitig auszulegen. Natürich ist es nicht im Sinne es Autors, in Zukunft wieder im autoritären Frontalunterrichtsstil zu unterrichten und seine Kindern im Befehlston zu unterweisen. Aber welche handfesten Handlungsvorschläge gibt Michael Winterhoff ganz konkret zum Umgang mit unseren Kindern? Gewiss, sein Buch will kein neuer Erziehungsratgeber sein, sondern will wachrütteln und bewusst machen. Dieses Anliegen wird brilliant erfüllt. Doch wie bewältige ich die von Winterhoff am Ende seines Buches geforderte Entwicklung neuer Strategien? Bei der Suche nach dem konkreten "Wie?" lande ich als Lehrerin und dreifache Mutter doch wieder bei Klassikern wie "Kinder fordern und heraus" von Dreikurs (meine persönliche "Erziehungs-Bibel") oder "Das kompetente Kind" oder "Die kompetente Familie" von Jesper Juul. Diese Autoren schreiben sich die Partnerschaft und die Anerkennung der Persönlichkeit der Kinder von Geburt an auf die Fahne und das zu Recht. Denn letztendlich ist es doch die sinnvolle Auslegung von Partnerschaft im Sinne von Gleichwürdigkeit, Achtung vor dem Kind, Respekt, Verantwortung und Aufrechterhaltung der Ordnung, die den Kindern von Beginn an Orientierung gibt. In diesen von Winterhoff so angeprangerten Büchern der "Modernen Pädgogik" geht es nicht um eine Partnerschaft, die den Kindern volle Befehlsgewalt und Entscheidungsfreiheit gibt. Ganz und gar nicht. Auch dort wird ohne wenn und aber gefordert, dass es die Erwachsenen sind, die sich abgrenzen müssen und Festigkeit in der eigenen Entscheidungen zeigen müssen, die handeln sollen ohne zu reden, zu erklären oder zu diskutieren, die ihre Macht anerkennen müssen und ihre Führungsrolle nicht scheuen dürfen. Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung und das gilt sowohl für die Erwachsenen wie für die Kinder.
Wir müssen nur wieder lernen, diese guten Erziehungsratgeber richtig zu verstehen und anzuwenden. Dann werden wir trotz oder gerade wegen partnerschaftlicher Erziehung die Probleme, die Winterhoff beschreibt, mit unseren Kindern nicht haben!
Für mich greift daher die Auslegung von partnerschaftlicher Erziehung, wie Winterhoff sie darlegt, zu kurz. Seine Betonung der so wichtigen Hierarchie kann ebenso falsch verstanden werden, wie Bücher der "Modernen Pädagogik" und zieht die Gefahr nach sich, in alte autokratische Muster zu verfallen. Und das produziert ebenso Tyrannen, wie die nur auf Verständnis ausgerichtete und als Entscheidungsfreiheit der Kinder missverstandene und zu früh praktizierte Partnerschaftlichkeit.
Der Autor betont zwar, dass er so nicht verstanden werden möchte. Durch das Fehlen echter Handlungsalternativen läuft Micheal Winterhoff aber Gefahr, dennoch missverstanden zu werden. Diese Erkenntnis verleiht dem Buch mit etwas Abstand betrachtet einen etwas faden Beigeschmack.
Als pädagogisch differenziert denkender Leser sollte man nach der Lektüre dieses guten Buchen achtsam seine Erziehungsstrategien überdenken, aber sich nicht voreilig von der Richtigkeit der "modernen", auf Partnerschaftlichkeit ausgelegten Pädagogik-Literatur verabschieden. Es ist eben alles eine Frage des Maßes!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


428 von 478 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alleine gelassen in Weltuntergangsstimmung, 5. April 2008
Von 
A. Wiesner-Kather (Großraum Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Das Buch '"Warum unsere Kinder Tyrannen werden2" vn onMi ahael nwinterterhoff ist ein gutes Buch, ein wichtiges Buch, dazu brilliant geschrieben und daher sehr packend beim Lesen. Jeder, der mit Kindern zu tun hat, sollte sich von diesem Buch wachrütteln lassen. Meine erste Reaktion war: Danke für dieses Buch! 5 Sterne
Aber dennoch nur 3 Sterne: Auch noch längere Zeit nach der Lektüre des Buches verfällt man in eine Weltuntergangsstimmung, in der man sich vom Autor alleine gelassen fühlt. Michael Winterhoff gibt zu wenig ganz konkrete Handlungsalternativen, um der von ihm sehr gut analysierten Misere der tyrannischen Kinder zu entkommen. Denn: dieses Buch möchte kein neuer Erziehungsratgeber sein. Doch damit macht es sich der Autor recht leicht.
Zudem gibt es zu wenig Anhaltspunkte, ob man sich selber eventuell doch noch auf dem rechten Wege der Kindererziehung befindet. Zu undifferenziert sind die aufgezeigten Fallbeispiele, um sich darin wiederzuerkennen oder eben nicht wiederzuerkennen.
Man sollte sich von diesem Buch wachrütteln lassen, aber sich nicht zu sehr von der negativen Stimmung anstecken lassen. Sonst läuft man Gefahr, selber tyrannisch zu werden, jedes Aufflackern des kindlichen Willens misstrauisch zu beäugen und unterbinden zu wollen.
Die Lektüre kann einem rasch die Freude an Kindern nehmen, vor allen Dingen die Freude über ihr Heranwachsen, ihre zunehmende Selbständigkeit und Eigenständigkeit, auch schon im Kindergartenalter. Denn vorsicht: überall wittert man die Gefahr der zu frühen und zu ausgeprägten Partnerschaftlichkeit.
Das Hauptanliegen des Autors, sich die Hintergründe für den 'gegenwärtigen Abwärtstrend' bewusst zu machen, erfüllt sich sehr gut. Grundlage für diesen Abwärtstrend ist unter anderem die moderne, auf Partnerschaftlichkeit ausgerichtete Pädagogik, die in den letzten Jahrzehnten die Hierarchieverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern auf den Kopf gestellt hat. Zu wenig erwähnt wird vom Autor allerdings, dass doch das Wesentliche in der Kindererziehung darin liegt, eine gute Beziehung zu den Kindern herzustellen. Gerade die 'Moderne Pädagogik', die auf Respekt und Achtung vor dem Kind gründet, ohne sich dabei von den Kindern beherrschen zu lassen, gibt einem dazu doch das nötige Rüstzeug und sollte daher nicht voreilig über Bord geworfen werden. Dieser Gefahr sollte man sich bei der Lektüre des Buches bewusst sein.
Ich schreibe dies als pädagogisch differenziert denkender und handelnder Mensch, der von sich zu hoffen wagt, noch nicht dem verrücken Normalitätsverständnis verfallen zu sein, welches Michael Winterhoff so treffend in seinem Buch analysiert
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


271 von 304 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kinder müssen Kind sein dürfen, 10. Juni 2008
Mit diesem höchst interessanten Werk hebt sich der Autor Michael Winterhoff deutlich von den "üblichen" Erziehungsratgebern ab und spricht eine Problematik an, die mit jedem Jahr immer deutlicher wird. Es wächst eine Generation heran, bei der sich erschreckend Viele (nicht alle!) scheinbar nur schwer oder sogar gar nicht in das Gesellschaftssystem einfügen können. Von psychischer Unterentwicklung und Arbeitsunfähigkeit aufgrund mangelnder Sozialkompetenzen ist in Winterhoffs Buch zu lesen. Harte Aussagen, die leider keineswegs an der Realität vorbei gehen. Wer sich in seinem Umfeld einmal umschaut wird möglicherweise sogar auf passende Fälle stoßen oder beispielsweise in der Firma mit Auszubildenden, die sich absolut unpassende Dinge mit einer Selbstverständlichkeit herausnehmen, die schon erschreckend ist.

Kinder müssen Kinder sein dürfen - das ist die Kernaussage, denn nur so können sie nicht nur körperlich wachsen und gedeihen, sondern eben auch geistig sich entwickeln, um später einmal ein junger, kompetenter Erwachsener zu sein, der durchaus seinen eigenen Kopf haben darf, es jedoch gelernt hat, sich in das System Familie/Berufswelt/eigene Beziehung hineinzufinden. Dazu darf dem Kind nicht die Kindheit genommen werden und das wird sie, wenn Eltern zu partnerschaftlich, zu sehr "auf einer Ebene" mit den Kindern umgehen. Kinder dürfen ausgelassen und sorgenfrei spielen und den Alltag bestreiten - der Preis dafür ist jedoch, dass sie sich von den Erwachsenen etwas sagen lassen müssen, dass die Eltern den Takt angeben, den Rahmen bestimmen und eben nicht die Kinder. Dieses Privileg soll der Nachwuchs erst mit fortschreitendem Alter erhalten, eben erst dann, wenn der den neuen Ansprüchen und Anforderungen auch geistig gewachsen ist.

Ein gesunder Mittelweg ist wohl das beste Mittel, auch wenn "sich natürlich, instinktiv" verhalten, heutzutage denkbar schwer geworden ist. Wir verlassen uns mehr und mehr auf Elektronik, Internet und Fachwissen von Außen, statt auf unseren Bauch bzw. unser Herz zu hören. Von dem Wahn besessen, Kinder sollen sich möglichst frei entfalten können, vergisst man, die natürlichen, eigentlich selbstverständlichen Grenzen zu setzen. Dies wird vor allem in der Öffentlichkeit schwer, wenn man (wie auch von Winterhoff angesprochen) sein Kind mit (notwendiger) Konsequenz maßregelt, und die Blicke der Passanten die Eltern als "viel zu hart" abstrafen. Erziehung ist harte, anstrengende Arbeit. Solange man nicht selber Kinder hat, kann man sich das nicht so recht vorstellen. Daher kann man nur selber als Vater bzw. Mutter nachvollziehen, dass jeder einmal "erziehungsmüde" ist. Es kostet an manchen Tagen unglaublich viel Energie und jedem kommt mal der Gedanke "Ach was solls, lass' das Kind doch einfach machen". Bleibt so etwas die Ausnahme, ist es überhaupt kein Problem, ist dies jedoch die grundsätzliche Einstellung, wird man für die Erziehungsfaulheit teuer bezahlen, wenn auch erst Jahre später, wenn man ernüchternd feststellen muss, dass sein Kind (mittlerweile im Alter eines jungen Erwachsenen) nicht einmal zu den banalsten gesellschaftlich sozialen Dingen in der Lage ist, sondern nur dem Vergnügen und immer uneingeschränkt seinem eigenen Willen nachgehen will - und vor allem gewohnt ist, diesen auch zu erhalten.

Ich bin von Winterhoffs Werk sehr begeistert, da er mich in meinem Vater-Dasein bestärkt. Ich bin ganz klar für Zuckerbrot+Peitsche: mahnen und reglementieren ABER auch loben! Die Eltern bestimmen bei kleinen Kindern den Rahmen des Tagesablaufs, unterbinden ungebührliches Verhalten, loben und bestärken das Kind bei Erfolg und stehen immer mit Rat und Tat zur Seite. Mit fortschreitendem Alter kommen neue Rechte, aber auch neue Pflichten. Aber keinesfalls darf es zu autoritär werden, zu diktatorisch, denn sonst kommt das nächste Buch raus mit dem Titel: "Warum Eltern Diktatoren werden: Oder: Die Abschaffung des freien Willens."
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düstere Prognose, 4. Januar 2010
Von 
KleinerEngel777 (Randberlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Es ist schon eine ziemlich traurige Geschichte, die Herr Winterhoff da schildert. In Fallbeispielen berichtet er von Müttern, die zu Anhängseln Ihrer Kinder werden und die in ihrer Beziehung zum Kind die verlorene Partnerschaft wiederzufinden glauben. Er berichtet von Jugendlichen, die nur noch nach dem Lustprinzip funktionieren und von Kleinkindern, die sich an den nicht vorhandenen Grenzen entlangtasten.

Es war ziemlich spät, als ich immer tiefer in mein Kopfkissen rutschte, so als würde ich einen schaurigen Gruselfilm ansehen. Und gruselig ist das Bild, welches der Autor aufzeichnet. Doch plausibel klingt die Erklärung schon. Verantwortlich gemacht werden unter anderem die fehlende Kindheit, abhängige Eltern, die technisierte Gesellschaft und Lehrer, die sich für das Lernen lernen nicht mehr verantwortlich fühlen. Nicht mehr verantwortlich fühlen dürfen.

Alleine schon für das Wachrütteln und Hinterfragen erhält das Buch von mir vier Sterne. Doch wo bleibt die Lösung? Die mögen sich der geneigte Leser und die verkorkste Gesellschaft, die sich diese Suppe schließlich selbst eingebrockt hat, bitteschön selbst ausdenken. Sonst würde das Buch womöglich noch als Ratgeber missverstanden.

Einschneidend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


54 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht die Kinder sind das Problem sondern die Erwachsenen !, 8. April 2010
Wahnsinn...
Ich bin von diesem Buch begeistert,es hat mich wach gerüttelt.Es greift klar und deutlich die Probleme unserer Kinder bzw. unsere Umwelt,aber vorallem die Probleme der Erwachsenen im Umgang mit den Kindern auf.
Ich selbst habe auch zwei Kinder im Alter von 4 und 8 Jahren,auch wir haben bisher unsere Jungs eher auf der partnerschaftlichen Ebene erzogen.
Doch seit einigen Wochen macht sich deutlich bemerkbar dass sich irgendetwas ändern muß,wir haben uns gefragt was machen wir falsch?
Dieses Buch ist keine Anleitung wie man richtig erzieht,dieses Buch hat uns jedoch geholfen darüber nachzudenken ob wir den richtigen Erziehungsweg eingeschlagen haben.
Anhand dieses Buches das uns wirklich wach gerüttelt hat,hat sich hier bei uns vieles verändert.Es gibt klare Regeln,die Jungs werden aus allem rausgehalten was sie gar nicht "interessieren" muß.Wir achten vermehrt drauf und weißen uns auch gegenseitig drauf hin,wenn irgendwelche erzieherischen Reaktionen den Kindern gegenüber zu partnerschaftlich sind.
Es ändert sich tatsächlich was im Verhalten beider Jungs.Wir haben uns bewußt gemacht "es sind Kinder,nicht unsere Kumpel"Plötzlich werden Regeln akzeptiert,ein "Nein" wird hingenommen ohne stundenlang darüber diskutieren zu müssen,den Tagesablauf legen wir weitestgehend fest,es wird nicht mehr gesprungen wenn sie "pfeifen",sie lernen derzeit einfach Regeln zu akzeptieren und beginnen zu verstehen dass nicht sie uns führen sondern wir die "Großen" sind und sagen was getan wird.

Für manche Eltern mag das grausam klingen aber ganz ehrlich...unsere Kinder lachen nicht mehr wenn man etwas verbietet,es kommt kein "nein das mach ich nicht"oder is mir doch egal was du sagst.
Einfach klare Regeln,kosequentes Handeln und Kinder als Kinder sehen hilft damit ein Zusammenleben wieder Spaß macht.

Ein Dank an Michael Winterhoff für dieses gelungene Buch...ich wünschte es würde für sämtliche Personen die an der Entwicklung,Erziehung und Begleitung unserer Kinder beteiligt sind ,als Pflichtlektüre eingeführt werden!

Dieses Buch wird jeden Erwachsenen wach rütteln,es gibt keine Erziehungstipps,von wegen mach das mal alles so oder so und die Kinder funktionieren! Nein liebe Erwachsenen...bitte lest dieses Buch,denkt drüber nach,werdet wach und helft unseren Kindern "kindgerecht"erwachsen werden zu können.

Wer den Inhalt so versteht ,wie ich Ihn begriffen habe,der wird keine Angst mehr davor haben was aus seinen oder generell den Kindern werden soll,sondern der wird bestärkt und voller Zuversicht wieder auf Kinder eingehen und "richtig" handeln können!

Kinder sind UNSERE Zukunft...und wir Erwachsenen sind dafür verantwortlich wie unsere Zukunft werden soll oder kann!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herausfordernd und beklemmend, 14. August 2008
Von 
Ulrich Hartmann (Mulfingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Manchmal sind die wirkungsvollsten Bücher gerade nicht die perfektesten und gehaltvollsten. So ist es mit diesem Buch, das schon eine Weile in der Bestsellerliste steht:
Winterhoff ist kein Fachmann auf dem Gebiet, über das er schreibt. Er ist Arzt und Psychologe, kein Pädagoge, und denkt in den Kategorien seines Faches. Die Freudsche Entwicklungslehre, mit der er arbeitet, setzt er einfach als gegeben voraus. Er scheint sich für dieses Buch nicht in eine Menge von Literatur vertieft zu haben. Er erzählt einfach, was er in seiner Praxis wahrnimmt und wie er es deutet. Er tut das nicht besonders systematisch und wiederholt sich auch gelegentlich. Ein großer Teil des Buches besteht aus Fallbeispielen, die ausführlich erzählt, aber oft kaum oder gar nicht analysiert werden. Ja, und eine Lösung hat Winterhoff auch nicht parat.
Aber trotz oder gerade wegen seiner Beschränkungen wirkt das Buch überzeugend. Winterhoffs These ist: kindliche Verhaltensstörungen nehmen zu, weil wir Kinder nicht mehr ihrer Entwicklungsstufe gemäß behandeln, also wie Kindern, sondern wie selbständige Partner, also wie Erwachsene, oder sogar wie einen Teil von uns selbst statt als Gegenüber. Wer mit Kindern und Eltern zu tun hat, kommt um den Eindruck nicht herum, daß da etwas dran ist - obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es in jedem Fall ein gestörtes Verhalten ist, wenn ein Kind sein Buch nicht auf die erste Anweisung hin aus dem Ranzen holt, und ob Winterhoffs Darstellung des Verhaltens von Erzieherinnen und Lehrerinnen wirklich repräsentativ ist, das wäre auch noch zu fragen. Verdienstvoll ist, daß Winterhoff sich nicht in Schuldzuweisungen ergeht und auch kein Patentrezept anbietet, sondern aus seiner Sicht auf ein Problem und seine Zusammenhänge hinweist. Wie man damit umgeht und was sich ändern muß, darüber müssen sich andere Gedanken machen, die mehr davon verstehen als er.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abschaffung der Erwachsenen, 29. Mai 2009
Von 
S. Koch (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der Autor Winterhoff schreibt in seinem Buch "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" im Titel weiter "Oder: Die Abschaffung der Kindheit".
Nach der Lektüre des Buches sah ich als Mutter zweier Kinder so ziemlich alle negativen Erfahrungen bestätigt, die ich in den letzten zehn Jahren mit Krippen/Kitapersonal, Grundschullehrerinnen, Elternbeiräten am Gymnasium, dem Erwachsenenumfeld mit Kindern etc. gemacht habe.
Dabei geht mit der Abschaffung der Kindheit die Abschaffung des Erwachsenen Hand in Hand, die Verhältnisse verkehren sich, Kinder agieren als pseudoselbstständige Pseudoerwachsene und Erwachsene gebärden sich in vielen Feldern unserer Gesellschaft wie sechsjährige.
Kinder suchen lautstark und mit immer drastischeren Mitteln nach wirklichen Erwachsenen, die Verantwortung übernehmen, Halt und Struktur vermitteln, echte Fürsorge betreiben und fallen allzu oft ins Leere.
Winterhoff beschreibt in seinem Buch sehr anschaulich, was passiert, wenn Kinder auf verschiedenen Entwicklungsstufen quasi unterentwickelt fixiert bleiben und keine tatsächliche Reife (Kindergartenreife, Schulreife, Ausbildungsreife) mehr erlangen, letztendlich nicht zum Erwachsenen mit all seinen Attributen heranreifen.
Die Singlegesellschaft lebt uns dabei schon länger vor, was die Konsequenzen sind: Ein Mensch, der nur die eigene Lusterfüllung im psychologischen Sinn kennt, kann noch maximal die Verantwortung für ein Haustier übernehmen, nicht mehr für eine Partnerschaft und schon längst nicht mehr für Kinder. Tut er dies doch, treffen immer öfter Kinder auf Kinder.
Die Politik redet dann von "Erziehungsdrückebergertum" und "Wohlstandsvernachlässigung", die Medien schicken die Supernanny ins Rennen und die Printmedien reagieren mit Erziehungsratgebern. Rat wird jedenfalls allerorten gesucht.
Ich kann nur an "Erwachsene" appellieren, endlich wieder die Rollen zu tauschen, denn dieser Rollentausch beschädigt die Entwicklung von Individuen über Generationen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett, aber ich hätte mir mehr drunter vorgestellt, 20. Juli 2009
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich habe das Buch gelesen und muss sagen, es ist ansich ganz gut geschrieben. Etliche Beispiele aus dem Alltag die so manch einem bestimmt sehr vertraut sind. Allerdings war es das dann auch irgendwie schon wieder.
Hier geht es wirklich ausschließlich um das "Warum". Es ist hilfreich für jene die bei dem Thema absolut im Dunkeln stehen, für Leute wie mich die sich auch schon gedanken über das "perfekte" Gleichgewicht zwischen Kindsein (mit Regeln und Grenzen) und Selbständigkeit gemacht haben steht aber nicht wirklich was neues drin.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genauso ist es....., 15. Februar 2010
Ich habe das Buch gerade fertig gelesen und mir sind auf Anhieb 5-6 Kinder und Jugendliche aus meinem Umfeld eingefallen, die ich jetzt besser einordnen kann.
Zum Beispiel eine 16jährige, die jetzt gerade mitten im Schuljahr beschlossen hat, es sei nicht cool, immer nur zur Schule (Weiterbildungsschule) zu gehen. Eine Lehrstelle hat sie nicht, viel zu schlechte Noten. Die Mutter meint, sie könne sie doch nicht zwingen, das arme Kind. Also hängt sie zu Hause vor dem PC und TV rum, bis sich wohl mal wie durch ein Wunder eine Karriere als Fotomodell ergeben wird......Selbstverständlich gibt es genug Taschengeld, dass alle Wünsche bzgl. Kleidung, Partys usw. erfüllt werden können, nimmt die Mutter eben noch einen Kellnerjob an am Abend.....
Diese Mutter rief mich schon vor 10 Jahren an (unsere Töchter besuchten die gleiche Grundschulklasse), um zu fragen, wie denn die Hausaufgaben gemeint seien, ihre Tochter sei draussen am Spielen und sie (die Mutter!!!) müsse ihr doch jetzt die Aufgaben machen, die Tochter wolle einfach nicht, sie könne sie doch nicht zwingen.... Später folgten Flöten- und Reitunterricht, die jeweils bei der kleinsten Schwierigkeit abgebrochen wurden, immer waren die Lehrer Schuld. Besuche in der Schule mit Beschwerden über die bösen Lehrer waren die Regel. Das Mädchen hat nie gelernt, mal etwas durchzuhalten, was ihr nicht passte, sie konnte ständig ihrem Lustempfinden folgen.

Ein anderes Beispiel: Telefonat mit einer Freundin mit 8-jährigem Sohn. Er quakt ständig dazwischen. Die Mutter sagt nicht etwa, dass sie jetzt telefonieren und er warten müsse, sie schickt ihn auch nicht aus dem Zimmer, nein, sie sagt mir, ich sollte warten, und diskutiert mit ihrem Sohn - absolute Nebensächlichkeiten. Nebenbei erzählt sie später, dass der böse Lehrer gemeint hätte, die Sozialkompetenz ihres Sohnens sei sehr schlecht......

Es wäre einem 8-jährigen ausser im Notfall zuzumuten, zu warten, bis ein Telefonat beendet ist. Es wäre einer 16jährigen zuzumuten, die Schule zu beenden, zumindest, bis eine Lehrstelle gefunden wird.

Mir ist durch das Superbuch klar geworden, warum diese beiden Mütter so handeln (müssen?). Winterhoff hat Recht, und ich hoffe, viele Eltern lesen das Buch.

Was sollen die Meckereien mancher Rezensenten, es gäbe keine Lösungen im Buch? Natürlich ist es kein Erziehungsratgeber, muss es auch nicht sein, wenn man so klar die Problematik aufgezeigt bekommt, sollten die Eltern wohl in der Lage sein, ihr eigenes Handeln zu hinterfragen und ihre Schlüsse zu ziehen. Aber Selbsterkenntnis ist eben immer sehr schwer, obwohl es ja der erste Weg zur Besserung wäre........
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 233 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xaded47ec)

Dieses Produkt

Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit
Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit von Michael Winterhoff (Audio CD - 19. Januar 2009)
EUR 19,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen