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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein historischer Tatsachenroman.
Wer eigentlich ist/war dieser Jesus? Wie hat unter den Menschen seiner Erdenzeit gewirkt? Wo stand er zwischen römischer Unterdrückung und messianischer Endzeiterwartung? Theißen, Professor für Neues Testament an der Universität Heidelberg, zeichnet in seiner erzählenden Jesusforschung genau diese Fragen nach und schuf damit einen...
Veröffentlicht am 20. Februar 2004 von Hans-joerg Naumer

versus
10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als wiss. Diskurs interessant, jedoch kein echter Roman!
"Der Schatten des Galiläers" war mein erster Jesusroman, aber nachvollziehen kann ich die ganzen überaus positiven Bewertungen überhaupt nicht, was jedoch nicht an der Thematik liegt, da mich Geschichte inkl. Religionsgeschichte sehr interessieren, sondern an der Umsetzung durch den Autor.

Um seine Freiheit wiederzuerlangen, soll der wohlhabende...
Veröffentlicht am 23. Oktober 2010 von tabby


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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein historischer Tatsachenroman., 20. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Wer eigentlich ist/war dieser Jesus? Wie hat unter den Menschen seiner Erdenzeit gewirkt? Wo stand er zwischen römischer Unterdrückung und messianischer Endzeiterwartung? Theißen, Professor für Neues Testament an der Universität Heidelberg, zeichnet in seiner erzählenden Jesusforschung genau diese Fragen nach und schuf damit einen historischen Tatsachenroman, der den Leser eintaucht in die damalige Zeit. Er stützt sich dabei nicht nur auf die Bibel, sondern auf die historischen Quellen dieser Zeit. Ein nüchterndes, ein packendes Bild, bei dem die Dimension des Gottessohnes (gewollt) zu kurz kommt. Der „Schatten" ersetzt die Lektüre des Neuen Testaments nicht. Im Gegenteil, er weckt das Interesse daran ganz neu.
Weitere Literaturtipps: Die Bibel; „Glaube hat Gründe" (Klaus Douglass).
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich fundiert, aber nicht gefühlskalt, 29. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Ich kann mich den vorhergehenden positiven Rezensionen nur voll und ganz anschließen. Jenseits der traditionellen Leben-Jesu-Forschung, die, wie bereits Albert Schweitzer kritisierte, nur den Jesus gefunden hat, den sie auch finden wollte, bietet dieser Band eine historisch-kritische Analyse. Parallelen zur Vergleichstexten im Alten Orient und in der hellenistischen Tradition werden - um den Lesefluss nicht zu stören - als Fußnoten gegeben und zeugen von der wissenschaftlichen Herangehensweise des Autors. Insbesondere die Werke des Flavius Josephus (v.a. Jüdische Altertümer) bieten eine wichtige Quelle für Theißen, werden aber auch selbst in ihrer Authentizität kritisch beleuchtet.

Besonders überzeugend sind die Schilderung der politischen und sozialen Situation Palästinas zur Zeit Jesu sowie der Brückenschlag zum Judentum als interreligiöser Dialog und als unverzichtbarer Verweis auf gemeinsame Traditionen. Trotz etwaiger Verschiedenheiten wird das Verbindende, nicht das Trennende gesucht, auch vor dem Hintergrund der Gräuel der NS-Zeit.

Interessant ist dieses Buch sicherlich für Interessierte als Hinführung, für Theologiestudenten als Einführung und für Pfarrer als Weiterführung ihrer Beschäftigung mit dem historischen Jesu. Was aber bringt mir als Christ das Buch? Trotz aller Ernsthaftigkeit und Wissenschaftlichkeit (die er in Form eines fiktiven Korrespondenzpartners stets selbst hinterfragt) verleugnet Theißens Buch nicht die Lebendigkeit und Lebensnähe des Evangeliums, der "Frohbotschaft", sondern füllt sie eher mit Inhalt. Theißen streift die lange Schleppe der mittelalterlichen (und teilweise auch neuzeitlichen) Verklärung und Stilisierung Jesu ab und versucht sich dem Umfeld Jesu und damit ihm als Mensch zu nähern. Der fiktive Erzähler Andreas entwickelt dabei einen ganz eigenen, tröstlichen und herzerwärmenden Zugang zu Jesu, geprägt von Hoffnung und Widerstand gegen die Unterdrücker.

Am Schluss bleibt es dem Leser nur noch, wie Pilatus, auf Jesu zu weisen: "Seht, was für ein Mensch!" Verbunden mit der Zuversicht, dass schlussendlich alle Menschen schließlich menschlich werden.

FAZIT: Eine einzigartige Synthese aus Wissenschaft und Fabulierkunst, die einen sehr lebendigen Zugang zu den Evangelium eröffnet und dazu hilft, aus ihnen wirklich eine frohe Botschaft zu machen, "von der man singet, saget und fröhlich ist" (Luther). Für Zweifelnde und Glaubende gleichermaßen interessant, weil keine Doktrin aufgezwängt, sondern die Entscheidung ganz dem Leser anheimgestellt wird!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich begründeter Roman von renomiertem Neutestamentler, 1. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Gerd Theißen (Professor für neutestamentliche Exegese an der Ruprecht-Karls-Universität) ist es gelungen mit diesem historischen Tatsachenroman eine wissenschaftliche Abhandlung über Jesus derart zu schreiben, dass sie auch für theologische und exegetische Laien gut verständlich ist. Dabei hält er sich an die Spielregeln der Wissenschaft, begründet seine Aussagen durch Erläuterungen in Fußnoten und verteidigt seine Methoden und Ansichten in Form von Briefen an Herrn "Kratzinger" am Ende eines jeden Kapitels.

Teilweise driftet der Roman zwar etwas in die Fiktion ab (vor allem was die Verwendung biblischer Namen betrifft), dennoch zeichnet er ein realistisches und nach momentanem Wissensstand korrektes Bild vom historischen Jesus. Zugleich vermittelt er aber auch die Arbeitsweise der Exegese und die Probleme derer sich diese ausgesetzt sieht.
Schwachstelle des Werkes ist meines Erachtens seine Bearbeitung der Barabbasszene, da hier die Darstellung aus den Evangelien scheinbar unreflektiert übernommen wurden, obwohl in der Fachwelt weitestgehend Konsens dahingehend besteht, dass diese Darstellung nicht den historischen Tatsachen entspricht - bedenkt man, dass diese Szene dann Grund für fast 2 Jahrtausende der Judenverfolgung wurde, finde ich dies schade!

Wer sich also als Laie mit der Forschung um Jesus von Nazareth und diesem selbst beschäftigen möchte, dem sie dieser Roman empfohlen.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich ziehe meinen Hut.., 19. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Das erste Mal wurde ich mit diesem Büchlein im Religionsunterricht während der Abiturvorbereitung konfrontiert. Zur Entspannung las uns unser Lehrer vor und bald darauf fühlte ich mcih wieder wie in der ersten Klasse. Was daran positiv sein soll? Nun, zugegeben, der Autor hat nicht den besten Schreibstil, dennoch hat seine Art zu schreiben sofort Zugang von mir erhalten, weil alles so schön einfach gestrickt und verständlich war. Also besorgte ich mri das Buch und habe sehr sehr viel daraus lernen können.. hätte ich das Buch doch schon für die Abivorbereitung gehabt..ich hätte noch besser sein können :)
Nun, jedenfalls ist es sowohl informativ, als auch belehrend und es hat mcih auch mal zum lachen gebracht.
Wer seinem Glauben kritisch Gegenübersteht, mehr über die Tradition seiner Religion und somit auch seines Volkes erfahren will, der sollte hier zugreifen. Der Autor weiß wovon er schreibt, behauptet nicht irgendwelchen Humbug, sondern zeichnet Jesus endlich mal als das, was er wirklich gewesen ist: Ein Mensch (und kein geringfügig radikaler (was Radikalität bedeutet wird im Buch in dieser Hinsicht schön zur Diskussion gebracht).
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtsforschung spannend erzählt, 20. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Jerusalem, in der Zeit des Pontius Pilatus: Demonstrationen gegen die Römer sorgen für Tumulte auf den Straßen Jerusalems. Der jüdische Kaufmann Andreas gerät in eine Demonstrationen und wird festgenommen. Dass er auf der Suche nach seinem Freund Barrabas war, verrät er nicht in den Verhören. Barrabas gehört zu den Zeloten, die den offenen Widerstand gegen die Römer praktizieren. Andreas wird freigelassen, aber nur unter der Bedingung, dass er für die Römer spioniert. Er soll Material über neue religiöse Bewegungen in Palästina sammeln. Schließlich setzt man ihn auf einen Wanderprediger an. Er wendet sich gegen den Tempelkult und sein Name ist Jesus. Die Römer wollen wissen, ob sich eine neue terroristische Vereinigung um ihn bildet. Andreas reist Jesus hinterher.

Er spricht Menschen, die ihn gesehen haben oder die von ihm gehört haben und rekonstruiert sein Leben und seine Motive. Und so entwickelt sich auch für den Leser ein Bild von der Person Jesus und vor allem von der Zeit in der er gelebt hat und den Menschen um ihn herum.

Viele uns aus der Bibel bekannte Begebenheiten erscheinen im neuen Licht der religiösen und sozialen Welt des Judentums. Es wird verständlich, warum Jesus soviele Sympathien sammelte aber auch, warum er so viele Feinde hatte. Der Autor Gerd Theißen ist Professor für neutestamentliche Theologie an der Uni Heidelberg. Der historische Jesus ist ein Schwerpunkt seiner Forschung. Die Hauptperson Andreas ist erfunden, doch alles um ihn herum entspricht dem Stand der Forschung, die hier spannend wie ein Krimi herkommt. Daher ist dieses Buch absolut lesenswert, bei dessen Höhepunkt sich Andreas plötzlich zwischen Jesus und Barrabas entscheiden muss...
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und fundiert, 8. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Zuvor hatte ich "Die Bibel nach Biff" gelesen und war begeistert. Wollte mich dann allerdings etwas fundierter informieren, ohne mich dabei zu langweilen. Die Bibel selbst ist dafür natürlich eine Möglichkeit, doch fehlt mir dazu der Hintergrund von einigen Jahrhunderten historischer Forschung. Die fand ich in diesem Buch, das auf elegante Weise zweigleisig fährt. Wer unterhalten werden (und dabei viel über Jesus erfahren) möchte, liest sich einfach durch den kurzweiligen Text und vertraut auf die Gewissenhaftigkeit und die Fähigkeit zur kritischen Selbsteinschätzung des Autors.
Wer weiter in den Diskurs einsteigen möchte, blättert in der in den Fußnoten zum Beleg angeführten Sekundärliteratur (z.B. der Bibel, wie ich es mir doch einige Male nicht verkneifen konnte), oder versucht die Auseinandersetzung nachzuvollziehen, die der Autor in fiktiven Briefen an einen erfundenen Widerpart zwischen den Kapiteln andeutet.
Ein sehr lesenswertes Buch und zwar gleichermaßen für Christen (wie ich vermute), wie für Nicht-Christen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jesusforschung - up to date im narrativen Stil, 5. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Das Werk von Theißen gibt einen sehr guten Überblick in die sözioökonomische Zusammenhänge, die zur Zeit des Jesus von Nazareth in Jerusalem und in Umland herrschten. Natürlich geht Theißen auch hier auf die Essener "Gemeinde in der Wüste ein" - wie viele andere Werke. Interessant ist auch, dass Theißen weniger biblisch, sondern mehr wissenschaftlich argumentiert, d.h. er nutzt viele historische Quellen. Die Rahemenhandlung ist fiktiv und handelt von einem Juden, der erpreßt wird, zuerst Informationen über die Zeloten, später Informationen über Jesus von Nazareth zu sammeln. Für mich persönlich sind die Informationen auf S.84, nämlich "das Babylon als Deckname für Rom" früher benutzt wurde und dass "man für die Existenz Herodes Antipas einen wissenschaftl. Nachweis führen kann" sehr interessant. "Denn auch hier kann man urchristliche Aussagen an außertestamentlichen Quellen prüfen; somit kann man in Analogie erschließen: Auch die Angaben über Jesus haben in den Evangelien einen historischen Hintergrund" (S.97). Ferner berichtet Theißen, dass die Römer "einen 'Verwirrten' gewöhnlich laufen ließen nach der Gerichtsverhandlung. Im Jahre 62 n.Chr. erregte ein Prophet namens Jesus, Sohn des Ananias, Aufsehen, da er ein Unheilsprophetie über den Jerusalemer Tempel aussprach." (S.239). Weiterhin interessant ist die Information, dass "Mt. 22,11-14 von Forschern als Zusatz zum Gleichnis betrachtet wird" (S.162). Das eröffnet neue Erkenntnisse in der neutestamentl. Motivationsforschung. Zudem gibt Theißen kleine Hinweise, wie "alle sieben Jahre sollen alle Schulden erlassen werden." (5.Mose 15,1ff). Interessant für die Neuzeit, nicht wahr? Es ist nicht allzulange her, dass man das ins Deutsche Gesetz der Privatinsolvenz mit aufgenommen hat, nicht wahr? Das zeigt nur den Gang der Dinge, nämlich dass das Gesetz Gottes für den Menschen von Vorteil ist und sie werden es erkennen müssen. Wir haben ja an den "Folgen der Finanzkrise" gesehen, wohin Habgier und das menschl. Bestreben nach Macht und materiellen Besitz führen. Schade ist nur, dass Theißen überhaupt nicht auf die Highlights - wie unseres Herrn Wundertaten - eingeht, aber trotzdem gibt's 5 Sterne von mir =)
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als wiss. Diskurs interessant, jedoch kein echter Roman!, 23. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
"Der Schatten des Galiläers" war mein erster Jesusroman, aber nachvollziehen kann ich die ganzen überaus positiven Bewertungen überhaupt nicht, was jedoch nicht an der Thematik liegt, da mich Geschichte inkl. Religionsgeschichte sehr interessieren, sondern an der Umsetzung durch den Autor.

Um seine Freiheit wiederzuerlangen, soll der wohlhabende Jude Andreas in einer fiktiven Rahmenhandlung für die Römer Informationen über radikale religiöse Strömungen Palästinas sammeln und kommt dabei mit Essenern, Zeloten und einem neuen Wanderprediger (Jesus) in Kontakt, für die Gerd Theißen auf antike Quellen wie Flavius Josephus, die Bibel und die Qumranrollen zurückgreift. Allerdings kommt nie eine richtige Handlung zustande, denn alles läuft immer nach Schema F ab: Andreas zieht durch das Land, trifft Menschen, die ihm natürlich immer gleich ihr Vertrauen schenken, und beginnt mit ihnen in Dialogform fast modern anmutende Diskurse über Religion. Beschreibungen von Land, Leuten, Landschaft und Lebensalltag fehlen fast ganz, ebenso innere Reflektionen, die mal nichts mit Religion zu tun haben, weshalb mir auch keiner der Protagonisten nahe geht, weder im Positiven (z.B. Andreas) noch im Negativen (etwa Pilatus). Im Prinzip handelt es sich bei dem Buch nur um eine Aneinanderreihung von Dialogen, die sich sekundär (aber teils recht interessant) mit philosophisch-religiösen Fragen beschäftigen und primär nichts anderes tun, als historische Quellen nachzuerzählen. Insofern fehlt mir eindeutig die schriftstellerische Leistung (Handlung, Detailbeschreibungen, Wortgewalt, Fiktion), die einen Roman ausmacht, und damit meine ich nicht, daß Jesus fiktiv hätte verklärt werden sollen oder daß mir Theißen zu sehr auf historische Quellen eingeht - im Übrigen ist Fiktion in historischen Romanen nichts Schlechtes (einige Rezensenten scheinen das offenbar so zu sehen, nur weil es sich um einen religiösen Roman handelt), wenn sie gekonnt Lücken auffüllt.

Den Lesefluß stören gleich zwei Dinge: die Fußnoten und ein Briefwechsel am Abschluß jedes Kapitels. Eigentlich bin ich gegenüber Fußnoten in historischen Romanen nicht abgeneigt bzw. würde ich sie mir bei vielen Werken sogar wünschen, aber den Fußnotentext dann doch bitte ganz ans Ende des Buches oder zumindest ans Kapitelende setzen. Wirklich störend und zudem auch noch unnutz war aber der fiktive Briefwechsel des akademischen Kollegen Kratzinger. Erstens bemerkt man bereits nach dem zweiten oder dritten Brief die Fiktionalität dieser Anhänge, zweitens reißen sie einen immer wieder aus Vergangenheit und Handlung in die wissenschaftlich-reflektierende Gegenwart zurück, und drittens weiß ich nicht, warum man sich für jeden Aspekt eines historischen Romans rechtfertigen muß, denn dafür ist es ja immer noch ein Roman und kein wissenschaftlicher Diskurs. Aber auch hier nicht falsch verstehen: ich bin bei historischen Romanen immer für eine Rechtfertigung oder Erörterung des Autors - um nicht zu sagen, eine solche gehört für mich zu einem sehr guten historischen Roman sogar zwingend dazu - aber dann am Buchende und ruhig wissenschaftlich-sachlich und nicht in einen nervigen fiktiven Briefwechsel verpackt.

Die Sprache ist relativ einfach, aber okay, bietet jedoch keine Komplexität oder linguistischen Schmankerl. Unpassend fand ich einige moderne Ausdrücke, die für mich im Palästina des 1. Jh.s nichts zu suchen haben (Tb-Ausgabe 2004: "Terrorist(en)" S. 24 etc., "faires Angebot" S. 25 etc., "Fairneß" S. 25), und als ganz schlecht habe ich die Erwähnung des nabatäischen Königs "Aretas IV." (S. 73) empfunden, denn das zu jener Zeit noch keine Herrschernamen durchnummeriert wurden, sollte auch Theißen wissen.

Hätte ich kein thematisches Interesse gehabt und wären die Diskurse wissenschaftlich betrachtet bisweilen nicht ganz uninteressant, hätte ich den Roman, der kein richtiger ist, wohl irgendwann mittendrin aus der Hand gelegt.
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5.0 von 5 Sternen Sehr interessantes Buch., 3. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
Gerd Theißen beschreibt in diesem Buch auf sehr interessante und unterhaltsame Weise das Leben zur Zeit Jesu, sowie die Probleme die sich durch die Besatzung der Römer für die Juden und die Urchristen ergaben.
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5.0 von 5 Sternen gut gelungen, 15. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe (Taschenbuch)
genau, wie die Beschreibung sagt. Man erfährt viel über Jesus' Leben und Wirken und dass in leicht lesbarer Form als Roman. Sehr gut gelungen.
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