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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein faszinierender Roman in Form und Inhalt
Entscheidend für diesen gelungenen Roman von Lea Singer ist nicht, dass sie ihre Geschichte aus drei Perspektiven erzählt, dieses stilistische Mittel des Perspektivwechsels ist weit verbreitet. Entscheidend für die Faszination dieses Buches allerdings ist, dass Singer eben letztlich ihre Geschichte nicht sachlich im Vordergrund erzählt, sondern jeweils...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2012 von M. Lehmann-Pape

versus
10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kein Inhalt, keine Aussage - schlechter gehts kaum noch!
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit der Türe ins Haus falle: Der Schreibstil ist eine einzige Zumutung.
Teilweise hat man als Leser das Gefühl an Verdummung zu leiden, ob der ständigen Namenswiederholungen. 11 x den Namen "Verdi" auf einer Seite zu nennen, ist schon ein starkes Stück, davon aber 3 x allein in einem Satz, grenzt an eine...
Veröffentlicht am 13. November 2012 von k. und k. privilegierter Büche...


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein faszinierender Roman in Form und Inhalt, 19. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Entscheidend für diesen gelungenen Roman von Lea Singer ist nicht, dass sie ihre Geschichte aus drei Perspektiven erzählt, dieses stilistische Mittel des Perspektivwechsels ist weit verbreitet. Entscheidend für die Faszination dieses Buches allerdings ist, dass Singer eben letztlich ihre Geschichte nicht sachlich im Vordergrund erzählt, sondern jeweils aus der „Innensicht“ der drei Protagonisten. Wie ein Selbstgespräche unter Offenlegung vielfacher Reflektionen und Emotionen melden sich Guiseppe Verdi, seine Frau Guiseppina und „die Dritte im (bald) Bunde), Teresa Stolz jeweils zu Wort. In ihrer je eigenen Sprache, mit den je eigenen Wichtigkeiten und inneren Erregungen. Eine Abfolge von Lebensbetrachtungen, chronologisch von 1868 an im Buch geordnet, die dem Leser einen tiefen Einblick in die Entwicklung der Beziehungen der drei Personen in sich und zueinander geben, die aber auch einen ebenso tiefen Einblick in das Wesen, die Persönlichkeit aller Drei in sich tragen.

Guiseppina voller Sorge, dass sie zu alt, ihr Stern zu sehr gesunken, ihre Lebensweise zu einfach und gesamt auf ihren Mann konzentriert ist. Alle Kinder der beiden aus anderen Ehen sind gestorben, könnte diese Sopranistin in die Bresche springen? Will Verdi sie verlassen für eine jüngere, strahlende Künstlerin? Auch wenn diese mit dem „Haus- und Hofdirigenten“ Verdis, dem ständig Verdi umschmeichelnden Mariani, verlobt ist.

Guiaseppe aber hat (zunächst) ganz andere Gedanken. Oder schleicht sich doch schon ein Interesse ein. Guiseppe ist satt. Findet Komponieren nicht ihm entsprechend („Wenn ich nur den Kopf und den Körper eines Möbelpackers hätte, würde ich morgen Möbelpacker werden“). Ist ein derber Mensch und mag das an sich. SO ist er eben. Direkt, klar, undiplomatisch. Voll Ärger über das Publikum, alles Banausen. Schnell erregbar, wenn er nicht bekommt, was er will und wie er es will. Misstrauen ist seine beherrschende Charakterhaltung. Das lässt er selbst an Mariani aus, als dieser ihm vermeintlich bei einem geplanten Requiem für Rossetti dazwischen zu funken scheint.

Teresa ist mit sich beschäftigt. Hat Heimweh. Hängt doch an ihrer Karriere. Beginnt Seite für Seite mehr an Mitleid mit ihrem Verlobten zu spüren und merkt erst später, dass damit auch ihr Respekt vor dem Mann verloren geht. In gleichem Maße, wie sie sich für Verdi aufschließt, einfach so, im Lauf der Dinge.

Irgendwann wird Teresa sich trennen, ihre Verlobung auflösen. Irgendwann wird Guiseppina „klein“ beigeben (oder doch selber eine intensive Beziehung zu Teresa entfalten?). und Verdi selbst wird tun, was er immer tut. Das, was er will. Apodiktisch. Ganz und gar. Wer mit ihm Umgang will, wer mit ihm arbeiten will, wer mit ihm verheiratet bleiben will, der sollte sich danach richten, sonst kann das ganz schnell ganz vorbei sein. Wie mit seinem Vater. Wie mit seinem Schwiegervater. Wie mit vielen anderen.

Sprachlich liegt das Buch wie ein breiter, ständig Wellen schlagender Fluss vor den Augen des Leser der in der Vielfalt der Eindrücke und Mitteilungen aus dem Inneren der drei Hauptpersonen heraus. Der zudem die Charaktere intensiv kennenlernt, die Entwicklungen allüberall wie rote Fäden vor sich bereits sieht und, ganz nebenbei, noch einen profunden Einblicke in die italienische Persönlichkeit, das Verhältnis vieler Künstler untereinander und den allgemeinen Umgang erhält. Eine Sprache und eine Entwicklung im Buch, die ständig fesselt, ohne Längen sich entfaltet und eine wunderbare Lektüre ergibt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiger Roman – auch für Verdi-Kenner, 10. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer aufgrund des emotionalen Covers meint, eine einfache Liebesgeschichte eingekauft zu haben, wird entttäuscht. Wer eine Verdi-Biographie erwartet, ebenfalls. Es steht Roman drauf und es ist ein Roman. Und was für einer.
Verdi-Kenner, vor allem Kenner seiner Briefe, werden feststellen, wie genau die Schriftstellerin die Korrespondenz des Ehepaars Verdi studiert hat (ein mühsames Unterfangen, weil die Korrespondenz bis heute nicht als geschlossenes Buch vorliegt, sondern verstreut ist).
In diesen Briefen nennt Frau Verdi ihren Mann niemals Giuseppe, ob sie über ihn oder an ihn schriebt, sondern immer nur Verdi. Und er selbst unterschrieb seine Briefe an sie wie an Freunde ebenfalls immer nur so. Bizarr, aber wahr.
Lea Singer entwickelt Kapitel immer um Kernsätze aus diesen Briefen und hält sich auch im Ton genau an den authentischen. So ist Verdis Sprechstil in diesem Buch wie sein dokumentierter Briefstil voll von Wiederholungen und ungeschliffen, manchmal grob. Der seiner Frau hingegen ist immer elegant, süffisant und amüsant.
Was selbst für Kenner neu ist: die Hintergründe, die Intrigen, die menschlichen Schwächen, die Eifersüchteleien und Neidereien. Ebenso wie die Informationen zu dem damaligen Dasein als Opernsängerin. Verdis Frau und seine Geliebte waren Opernsängerinnen. Die hatten es damals schwer, sich zwischen Ruhm und Rufmord, Gefeiertwerden und Ausgebeutetwerden hindurch zu bewegen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besonders empfehlenswert für Musiker!, 14. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die letzten elf Jahre im Leben Guiseppe Verdis sind kein Zuckerschlecken. Er muss sich mit Neidern herumschlagen, neuen Herausforderungen stellen und seine eifersüchtige Frau ertragen. Dass er die junge Sängerin Teresa Stolz favorisiert, trägt nicht zur guten Stimmung bei.

Doch in den vergehenden Jahren lernt Verdis Frau, mit der anderen Frau umzugehen, denn Verdi braucht sie beide irgendwie. Und Verdi plagen ganz andere Probleme: Seine Aida wird nicht so aufgeführt, wie er es gerne hätte. Oder die Aufführungen verzögern sich durch Aufstände in Städten. Und seine Musik wird boykottiert, von ehemaligen Freunden, die ihm kein Glück gönnen.

Als ein guter Freund stirbt, kompiniert Verdi sein "Requiem". Doch auch dieses macht ihm wenig Freude, denn zu allem Übel wird dieses nun mit Wagners Musik verglichen...

Nachdem mich "Vier Farben der Treue" von Lea Singer sehr beeindruckt hat, obwohl ich nichtmal die Figuren genau kannte, wollte ich natürlich auch "Verdis letzte Versuchung" lesen. Da Verdi sein Leben zu Beginn des Buches schon fast gelebt hat, muss man erst ein bisschen in die Lektüre reinkommen. Man lernt die vorkommenden Figuren nicht neu kennen, sondern erfährt Stück für Stück über die Freunde und Bekannte und Vorkommnisse.

Von Anfang an wird aus drei Perspektiven erzählt: Guiseppina, Guiseppe und Teresa berichten von ihren Erlebnissen, teilweise doppelt es sich, überwiegend aber nicht. Man muss also ganz genau aufpassen und sich erinnern, was vorher erzählt wurde.
Es war in gewisser Weise wieder beeindruckend, wie verschieden Lea Singer schreiben kann. In gewisser Weise merkt man, dass alles aus einer Feder stammt, aber die drei Protagonisten haben schon ihre Eigenarten. Ich weiß nicht, ob das das Markenzeichen von Singer ist, die Perspektiven zu wechseln, aber es war sehr gut zu lesen.
Lea Singer schreibt teilweise kantig, abstrakt, und doch weich und klar, was mich das Buch richtig genießen ließ. Man kann es gut zwischendurch unterbrechen, also habe ich mir Zeit mit dem Lesen gelassen.

Guiseppe Verdi. Quelle
Die Gestaltung dieses Buches hat mir auf den ersten Blick schon gefallen. Das eigentliche gebundene Buch zeigt feine Notenlinien, scheinbar eine originale Handschrift einer Partitur auf gelbem Grund. Umfasst wird das Buch aber noch von einer Schutzhülle, die allerdings recht durchsichtig ist, sodass das Cover, das ihr links oben sehen könnt, leicht die Noten durchschimmern lässt. Es sieht also schon sehr edel aus.

Obwohl man auch als Musiklaie sicher viel verstehen kann, da Verdis Beziehungsgeflecht nicht nur mit Musik zu tun hat, ist es als Musikkenner ein tolles Buch geworden. Verdi sinniert viel über seine Musik und natürlich über andere Komponisten, vor allem Wagner. Beim Lesen muss man Aida hören, und auch Wagner darf mal erklingen. Sonst versteht man einfach die Worte nicht richtig.

Ich weiß nicht, wie es wirklich gewesen ist und was Lea Singer alles hinzugedichtet oder erfunden hat. Mir hat das Buch gefallen und es war weder dick aufgetragen noch seltsam verdreht. Es war glaubwürdig und unterhaltsam. Volle Punktzahl.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Leben-eine Oper, 1. Oktober 2013
Bei Künstlern kommt es immer wieder vor. Nicht nur die Oper ist eine Oper,sondern auch ihr Leben. So auch das Leben von Verdi,seiner Frau und der Sängerin Teresa Stolz.

Lea Singer beschreibt die Konstellation in der Aida: ein Mann zwischen zwei Frau,und genau das geschieht auch im Leben von Verdi. Man scheint freundlich miteinander zu sein,und wünscht sich doch den Tod. Dazu ein unendliches Geflecht von Intrigen und Gerüchten.

Ein anstrengendes Leben.

Für den Verdi-Interessierten,und ich bin einer, zugleich höchst interessant. Offensichtlich hat Lea Singer ja eine Vielzahl von Erkenntnissen aus dem Leben der Verdis und von Teresa Stolz verwertet, die einen sehr genauen Blick auf diese drei Leben erlauben. "Nach 1872 sang sie fast nur noch in Werken von Verdi" lesen wir bei Wiki. Die Nahaufnahme ist interessant und zeigt in jedem Fall die belasteten Seiten aller Protagonisten. Teresa Stolz war ein Bestandteil des Lebens der Verdis, bis zu seinem Tod,1901.

Der Detailreichtum ist für die Neugierde am Leben von Verdi sehr hilfreich,ein wenig leidet darunter die Qualität des Romans. Es ist ja keine Dokumentation,aber doch sehr dokumentarisch. Die Phantasie bleibt bei so vielen Details ein wenig auf der Strecke. non e vero ma ben trovato, ja das wäre das Fundament eines guten Romans,aber die "Fakten" stehen da irgendwie im Weg.Oper ist nicht nur das menschliche Drama,sondern die Verwandlung durch die Kunst.Gleiches gilt für den Roman."Es ist immer eine schwierige Gratwanderung, einen Perspektivenroman zu schreiben, der nur aus den Gedanken der erzählenden Figuren besteht, die richtige Mischung zwischen dem Innenleben und der äußeren Handlung zu finden und natürlich liegt in so einem Fall die Gewichtung eher auf Seiten des Innenlebens, doch in »Verdis letzte Versuchung« führt es dazu, dass sich immer wieder Passagen aufgrund der Wiederholungen zäh lesen lassen." meinte B.Borloni von der Belltristik-Couch.Diejenigen, die vor allem einen Roman erwarten, werden vom Buch mehr enttäuscht sein.

Ich habe mich bei der Lektüre dieses Buches sehr bereichert gefühlt,aber von dem Roman weniger angesprochen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Dreiecksbeziehung und dennoch keine Ménage-à-trois, 26. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Giuseppe und Giuseppina Verdi leben ein glückliches und zufriedenes Leben. Guiseppe, der ein sehr eigener und mit unter aufbrausender Charakter ist, hat in Giuseppina förmlich seine Seelenpartnerin gefunden, die es schafft, seinem Leben Halt und Ausgeglichenheit zu geben. Als sie 1859 heirateten, waren sie bereits vorher elf Jahre ein Paar gewesen, eine Situation, die seinerzeit für Aufsehen sorgte.

Beide genießen ihr Leben in stiller Zweisamkeit. Er arbeitet nach wie vor an Opern, sie hat sich komplett aus dem Opern-Geschäft zurück gezogen und lebt ein zufriedenes Leben als Ehefrau und Hausfrau. Dann jedoch lernt Giuseppe Teresa Stolz kennen. Sie, die die Titelrolle in "Aida" sang, wurde bald Verdis Muse und vielleicht auch mehr. Jedenfalls führte die Freundschaft, die Giuseppe und Teresa miteinander verband, zu extremer Eifersucht bei Giuseppina. Diese Situation zu lösen, ist gar nicht so einfach, zumal drei ausgesprochen Starke Persönlichkeiten involviert sind.

Eine Dreiecksbeziehung und dennoch keine Ménage-à-trois! Der Plot wurde jeweils aus der Sicht von Giuseppe, Giuseppina und Teresa erarbeitet. Jeder der drei kommt abwechselnd in eigenen Kapiteln zu Wort und erzählt so ihre gemeinsame Geschichte, wie sie begann und wohin sie führte. Der Roman wurde sehr detailliert und ruhig angelegt, er konzentriert sich voll und ganz auf das Leben der drei Protagonisten und deren Beziehung zueinander. Die Figuren wurden sehr detailliert angelegt, gerade auf Grund der jeweiligen Sicht der Protagonisten, die ja selbst ihre Geschichte erzählen, gelingt es der Autorin, dass der Leser sich direkt in diese hinein versetzen kann. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, wer also auf eine heftige Story rund um eine Ménage-à-trois spekuliert, für den ist das Buch eher ungeeignet, wer sich jedoch für Giuseppe Verdi und sein Leben interessiert, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Dreiecksgeschichte, kein Eifersuchtsdrama, 2. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Im Jahr 2000 hat die Münchener Kunsthistorikerin Eva Gesine Baur ihr Buch „Zu Gast bei Verdi“ veröffentlicht. Schon da zeigte sich, dass sie „ihren“ Verdi gut studiert hat, das Buch zählt aus meiner Sicht zu den besten Belletristik-Veröffentlichungen über den Maestro. In Verdis Jubiläumsjahr präsentiert die Autorin jetzt, unter dem Pseudonym Lea Singer, einen Roman, der die Beziehungen zwischen dem Komponisten, seiner zweiten Frau Giuseppina und der Opernsängerin Teresa Stolz beleuchten soll.
Über Verdi wissen wir zunächst nur: Auch er litt schon unter Paparazzi, und in seinen zahlreichen Briefen gab er so gut wie nie etwas über sein ganz intimes Privatleben preis. Wenn die Autorin einige Jahre (1868-1879), in denen sich die Wege der drei Protagonisten entscheidend kreuzten, aufarbeitet, kann sie sich folglich nur auf wenige überlieferte Zitate stützen. Hinter dem größten Teil der Selbstgespräche von Peppina, Teresa und Giuseppe stehen mehr Frage- als Ausrufezeichen.
Volker Hage urteilte im „Spiegel“: „Eva Gesine Baur hat die Freiheit des Fabulierens behutsam zu nutzen gewusst.“ Die Autorin selbst formulierte 2000, Teresa Stolz bleibe, „nachdem das Liebesverhältnis einem freundschaftlichen gewichen ist, bis zu Verdis Tod fast ein Familienmitglied“. So weit muss man noch nicht einmal gehen. In ihrer Biografie über Giuseppina Strepponi schrieb die Berliner Kulturhistorikerin Irene Tobben 2003 über Verdi: „Wir wissen nur wenig über seine Beziehungen zu ihr, wir wissen nicht einmal, ob da was war oder nicht’. Mir scheint, Biografen neigen dazu, die Liebesgeschichten ihrer ,Helden’ in eine Rangordnung zu bringen, bei der dann auffallend oft Männer erst im Alter die Frau treffen, die ,wirklich’ zu ihnen passt; die letzten Liebesgeschichten sind oft die ,erfülltesten’. Als Verdi Teresa Stolz begegnete, war er seit über 20 Jahren mit Giuseppina zusammen. Auch die hatte einmal eine schöne Stimme, die ihn faszinierte, auch sie war gewiss nicht ohne Anziehungskraft (gewesen). Warum die eine Liebe zugunsten der anderen degradieren?“
An einer Stelle lässt Eva Gesine Baur Giuseppina über ihr Verhältnis zu Verdi fragen: „Oder haben wir beide unser Leben zu einem Ausstattungsproblem werden lassen, um mit Brokatvorhängen und Spiegeln und Gemälden zu verdecken, dass uns die Leidenschaft verloren gegangen ist – so allmählich, wie im November die Bäume ihr Laub verlieren?“ Das könnte eine Deutung sein: Der alternde Musiker, der sich mehr um sein Lebenswerk als um seine fürsorgliche Frau kümmerte, der aber Teresa Stolz nicht als seine „Nebenfrau“ betrachtete, sondern als Künstlerin, die seinen Vorstellungen am nächsten kam. Auf der Opernbühne, aber nicht auf der Bühne des Lebens. Am Ende bliebe dann eine Dreiecksgeschichte, aber sicher kein Eifersuchtsdrama.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verdis letzte Liebe, 17. Oktober 2013
Von 
Belles Leseinsel (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Seit mehr als zwölf Jahren verheiratet lebten Giuseppe Verdi und seine Frau Giuseppina ein glückliches, zufriedenes Leben, bis Verdi die Primadonna Teresa Stolz kennenlernte. Bei den Proben zu seiner Oper „Macht des Schicksals“ traf Verdi auf die deutlich jüngere Sopranistin. Mit der Zeit wird die Stolz immer wichtiger für Verdi und seine Frau musste dies erdulden. Die Situation schien sich zuzuspitzen als Verdi die Sopranistin für seine neue Oper „Aida“ engagieren möchte.

Es ist ein ruhiger, leiser und tiefsinniger Roman, in dem Lea Singer die letzten Jahre von Verdi erzählt. Nach einer kurzen Einführung startet der Roman im Jahr 1868 und endet 1879.

Lea Singer erzählt ihren Roman sehr einfühlsam und auf eine etwas eigenwillige, eher ungewohnte Art. Der Roman ist wie ein Tagebuch angelegt, in dem Giuseppina, Verdi und Teresa immer abwechselnd ihre Gedanken niederschreiben. Die Geschichte wird in Etappen erzählt und umfasst dabei wichtige, einschneidende Ereignisse zwischen den Jahren 1868 - 1879.

Obwohl der Roman eher ruhig angelegt ist, spürt man aber bei Verdi immer wieder seinen aufbrausenden Charakter. Unverblümt und direkt äußerste er sich, gerade auch in seinen reichlichen Briefen, ungeachtet dessen, wie die Empfänger seiner Worte diese auffassten. Bei seiner Ehefrau dagegen, von Verdi liebevoll Peppina genannt, fühlt man deren bohrende Eifersucht auf die Kontrahentin, auch wenn sie Teresa gegenüber zumeist immer äußerst freundlich und zuvorkommend auftrat. Aber innerlich brodelte es in Giuseppina, eifersüchtig beobachtete sie jede Regung von Verdi. Teresa dagegen fühlte sich verloren in der Opernwelt, in Böhmen aufgewachsen und nirgends richtig zu Hause, hatte die Sopranistin Angst um ihre Zukunft und wurde teilweise von ahnungsvollen Alpträumen geplagt.

Es kam zwischen den drei Protagonisten niemals zu einer Konfrontation, die wahren Gefühle wurden voreinander zurückgehalten, nur in ihren Gedanken konnten sie diese schweifen lassen, sich ihnen hingeben und oft habe ich mir gewünscht, dass ein reinigendes Gewitter die Fronten klar geschliffen hätte. Aber dies gehörte bei keinen der Drei zu ihren Charaktereigenschaften, war möglicherweise auch den gesellschaftlichen Ansichten der damaligen Zeit geschuldet.

Natürlich kann bei einem Roman über Verdi dessen Musik nicht zu kurz kommen und man merkt bei jeder Zeile, dass Lea Singer nicht nur das private Leben von Verdi bestens recherchiert hat, sondern sich sehr gut in dessen Kompositionen und Opern auskennt. Das intrigante, machthungrige, und voller Missgunst beseelte Leben der Opernwelt führt Lea Singer einem ebenso bildlich vor Augen wie das Privatleben von Verdi, welches sich oft auf einem Landgut in Italien abspielte. Und auch das anspruchsvolle Mailänder Opernpublikum, welches nicht davor zurückschreckte, eine Oper, einen Sänger oder Sängerin in der Scala gnadenlos auszubuhen, kommt in dem Roman nicht zu kurz.

Fazit: Ein emotionaler wie tiefsinniger Einblick in die letzten Jahre von Giuseppe Verdi und seiner letzten Versuchung.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kluger Roman über die Musik und die Liebe, 24. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman führt in die aufregende Gefühlswelt von Verdi. Dabei erfährt man eine Menge über die Geheimnisse großartiger Kunst, der Liebe und des Alterns. Erstmalig habe ich auch begriffen, warum uns Verdis berühmteste Werke Aida und Requiem so sehr faszinieren. Ab jetzt kann ich seine Musik ganz anders hören und verstehen.
Das Buch liest sich leicht und ich kann mich nur der Meinung der fabelhaften Kritikerin Elke Heidenreich anschließen (abgedruckt auf dem Buchrücken): „Wissen wir wirklich alles über Giuseppe Verdi? Unaufhaltsam zieht uns Lea Singer hinein in die Dreiecksbeziehung zwischen dem genialen Komponisten, seiner klugen Ehefrau und einer lebensfrohen jungen Sängerin. Ein großes Seelendrama, wie es auch heute jedem leidenschaftlichen Künstler widerfahren kann“.
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5.0 von 5 Sternen für Musikliebhaber und Romanliebhaber gleichermassen geeignet, 27. Dezember 2013
Von 
Sabine DB "Sabine DB" (Mainz Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lea Singer hat Kunstgeschichte, Literatur - und Musikwissenschaften studiert. Dies merkt man dem Roman an.

Das vorliegende Buch ist ein Roman, kein Sachbuch, keine Verdi - Biographie und doch taucht der Leser in Verdis Leben ein auf jeder Seite des Buches.

Die Autorin lässt die handelnden Personen, Verdi, seine Frau Giuseppina und die Sopranistin Teresa Stolz ihre Geschichte selber erzählen.
Giuseppina die alterende ehemalige Primadonna, den Komponisten Verdi und die junge Teresa, die Verlobte des Dirigenten Mariani.

Verdi lernt Teresa näher kennen als sie in der italienischen Erstaufführung von Aida singt. Er will immer häufiger, dass sie die Titelrolle in der Aida singt.
Nur eine berufliche Verbindung?? Seine Frau Giuseppina zweifelt daran.
Verdis Beziehung zu Teresa wird immer enger, die Frauen freunden sich an.
Man macht Urlaub zu dritt, nur eine platonische Freundschaft?

Nein die Freundschaft der 3 geht weit darüber hinaus und die handelnden Personen lassen den Leser teilhaben an ihrer wahrlich nicht einfachen Beziehung.
Man taucht ein in die Seelen der Akteure, in die Welt der Musik von Verdi, in seine Besessenheit.
Verdis Leben wird zum Gegenstand des Klatsches in der Szene, was ihm gar nicht gefällt.

Lea Singer hat diesen Roman mit autobiographischen Zügen mit ganz viel Sachverstand geschrieben.
Das Buch ist sehr gut recherchiert und ein Muss für Verdi - Liebhaber.
Aber auch für alle anderen Leser, die Interesse haben einen Roman zu lesen wie ihn das Leben geschrieben hat, sehr gut geeignet.

Das Buch ist liebevoll geschrieben, immer die handelnden Personen achtend.
Auch die leisen Zwischentöne der Dreiecksbeziehung werden hervorragend rübergebracht.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ebenfalls zum Verschenken gedacht, habe aber kurz quer gelesen., 24. März 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdis letzte Versuchung: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ungewöhnlicher Aufbau, einerseits die Unterteilung nach Jahren und andererseits darunter nochmals die jeweiligen Extrakapitel nach den drei Hauptpersonen (Verdis Frau, Verdi und die Sängerin Teresa Stolz) des Werkes untergliedert. Man muss sich erst einlesen, ist sicher nicht jedermann Geschmack. Gibt guten Aufschluss über das Verhältnis der Hauptpersonen zueinander.
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Verdis letzte Versuchung: Roman
Verdis letzte Versuchung: Roman von Lea Singer (Gebundene Ausgabe - 24. September 2012)
EUR 19,99
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