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5.0 von 5 Sternen Puccini und Franchetti, 15. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Zwei ungleiche Rivalen: Puccini und Franchetti (Gebundene Ausgabe)
Mit Alberto Franchetti und Giacomo Puccini hat Helmut Krausser zwei Komponisten der ausgehenden Romantik in den Mittelpunkt seiner biographischen Betrachtung gestellt, die unterschiedlicher von Herkunft, Werdegang, musikalischer Zielrichtung und öffentlicher Wirkung nicht sein konnten. Anhand der beiden Lebensgeschichten und der rivalisierenden Beziehung zueinander vollzieht Krausser nicht nur Portraits der beiden herausragenden Komponisten, sondern öffnet auch einen fundierten Blick in die Zeit- und Musikgeschichte anhand der detaillierten Beschreibung der Werke Franchettis und Puccinis.

Alberto Franchetti, erstgeborener Sohn des damals reichsten Mannes Italiens, der gegen den Willen seines Vaters beschloss, die Laufbahn eines Musikers und Komponisten einzuschlagen und Giacomo Puccini, aus eher armen Verhältnissen stammend, in seiner Anfangszeit noch ärmer als zuvor im Elternhaus, aber auf eine Reihe von Musikern und Komponisten in seiner Familie bereits zurückblickend.
Beide beginnen in etwa um das Jahr 1880 herum mit ersten musikalischen Versuchen, geprägt von den großen Komponisten ihrer Zeit, Verdi, dem Vollender der Romantik und Wagner, dem Entwickler der Romantik hin zum dramatischen Gesamtkunstwerk. Ein Beginn, der eine geraume Weise mit unterschiedlichen Zielrichtungen parallel nebeneinander her läuft, bis Franchettis Karriere auch (aber nicht nur) durch politische Gründe ein Ende findet.

Franchetti, der Wagner zutiefst verehrte, setzt sich dabei das Ziel, die Musik von Verdi und Wagner in Form der Programmmusik zusammen zu bringen. Puccini demgegenüber setzt seinen Schwerpunkt auf die Schönheit der Melodie, die Leichtigkeit der Musik, der er eine gewisse Sprunghaftigkeit der Szenen zubilligte, soweit diese der Musik zur Entfaltung verhalf. Musikalische Methoden und Ansätze, die Krausser verständlich herausarbeitet und erläutert.

Beide verfolgen aufmerksam die musikalischen Entwicklungen des je anderen, erleben aber in ihrem Verhältnis eher Rivalität denn Befruchtung. Nach beiderseitigen Anfangserfolgen entfaltet sich Puccinis Musik und Erfolg mehr und mehr linear, vor allem La Boheme stellte einen Meilenstein seiner Karriere dar, dem sich weitere Erfolge anschlossen, unverständig von Franchetti beobachtet, der dieser Musik und des Umganges mit Melodien nicht viel abgewinnen kann.

Auch im privaten Leben kehrt, nach Jahren der Skandale, Liebschaften und Wirrnis in Puccinis Leben eine lineare Ruhe durch seine Heirat mit Elvira Bonturi, einer seiner "Hauptgeliebten", soweit ihm Stetigkeit möglich war. Eine Stetigkeit, die Franchetti zhu jenen Zeiten nicht fand (und nicht wollte). Auch diese privaten Seiten der Lebenswege, die durchaus Einfluss auf das musikalische Schaffen nehmen, versteht Helmut Krausser, anschaulich und flüssig dar zu stellen.

Wunderbar, wie Krasser einen der entscheidenden Wendepunkte in der Entwicklung der Musiker schildert. Zunächst das größte Fiasko der italienischen Operngeschichte, die erste (nieder gebuhte) Aufführung der Madame Butterfly und den Triumph Franchettis, der endlich an eine höhere Gerechtigkeit in der Musik nun glaubt, aber schon wenige Wochen später die Jubelstürme über die überarbeitete Version der Oper ertragen muss.
Als nach Aufkommen des europäischen Faschismus hinzutrat, dass Franchetti massiv unter seiner jüdischen Herkunft zu leiden hatte, war es ihm durchaus, als hätte sich die Welt gegen ihn verschworen. Mehr und mehr zog er sich in das Privatleben zurück und konzentrierte sich, unter anderem, auf den Vorsitz der Wagnergesellschaft in Bologna, während Puccini weltweit von Erfolg zu Erfolg eilte.

Helmut Krausser begleitet den Lebensweg dieser musikalischen Rivalen mit ihren unterschiedlichen musikalischem und persönlichem Lebensstil in äußerst kundiger Weise.
Sowohl die Werke der Komponisten vollzieht er dabei akribisch nach, wie auch die Verbindungen untereinander und mit den anderen Größen der Zeit.
Durch seine stets sachliche und präzise beschreibende Sprache gelingt ihm ein verständlicher Zugang, der es dem Leser ermöglicht, intensiv hinter die Kulissen der Zeit und der Entstehungsgeschichte musikalischer Werke von Weltruf zu blicken.
Ergänzt durch Bilder und Briefe Franchettis und Puccinis legt er nachvollziehbar die innere Entwicklung der beiden Persönlichkeiten dar und versteht es, diese vergangene Zeit lebendig in den Raum zu stellen.

Ein spannendes und intensives Buch, das einen weniger bekannten Teil der Musikgeschichte ausführlich beleuchtet. Gerade im Blick auf Franchetti, der weitgehend öffentlich in Vergessenheit geraten ist, werden hier noch einmal wichtige Werke der Oper gewürdigt, wie auch Puccini von ganz anderer Seite her wieder neu in den Blick tritt
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5.0 von 5 Sternen Nur für Interesierte, 4. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr informativ und gut lesbar geschrieben. Die Darstellung ist aber etwas für sehr interessierte Musik- und Opernfreunde von Interesse. Puccini mag noch einigermassen bekannt sein, aber Franchetti mit Sicherheit nicht.
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Zwei ungleiche Rivalen: Puccini und Franchetti
Zwei ungleiche Rivalen: Puccini und Franchetti von Helmut Krausser (Gebundene Ausgabe - 9. November 2010)
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