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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen China - das Pro und Contra
Als erstes der Hinweis, dass es sich bei dieser Veröffentlichung weniger um ein ausführliches Buch, sondern um ein kleines Büchlein handelt, welches man in rund einer Stunde durchgelesen hat.

Der größte Teil des Buches umfasst den Abdruck einer Podiumsdiskussion, welche 2011 zur Fragestellung "Wird China das 21. Jahrhundert...
Veröffentlicht am 2. März 2012 von Bloron

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber mit Längen und unfreiwillig komisch
Dieses Buch ist im Wesentlichen ein Transkript einer Diskussionsveranstaltung am 17. Juni 2011 in Toronto. Eingeladen hatte ein reicher Mäzen, dem es sehr um die mediale Verbreitung seiner Veranstaltung ging. Dieses Buch ist offenbar Teil davon.
Die Debatte selbst ist recht interessant und bringt auf sehr knappe Weise verschiedene Positionen zur Frage "Wird...
Vor 12 Monaten von Clemens Keuner veröffentlicht


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen China - das Pro und Contra, 2. März 2012
Von 
Bloron - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen? Eine Debatte (Broschiert)
Als erstes der Hinweis, dass es sich bei dieser Veröffentlichung weniger um ein ausführliches Buch, sondern um ein kleines Büchlein handelt, welches man in rund einer Stunde durchgelesen hat.

Der größte Teil des Buches umfasst den Abdruck einer Podiumsdiskussion, welche 2011 zur Fragestellung "Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen" stattfand. Dabei wurde die Pro Seite von Niall Ferguson und David Li, die Contra Seite von Henry Kissinger und Fareed Zakaria vertreten, also von allgemein anerkannten Persönlichkeiten. Am Ende des Buches sind dann noch zwei kurze Interviews mit David Li und Henry Kissinger abgedruckt.

Wenn es um die zukünftige Entwicklungen Chinas geht, sind die Meinungen meist sehr einseitig, d.h entweder (nur) optimistisch oder (nur) negativ. Diese Veröffentlichung hebt sich davon positiv ab, da die unterschiedlichen Einschätzungen gleichberechtigt nebeneinander vorgestellt werden. Demzufolge gibt es auch keinen eindeutigen "Sieger" der Debatte, da alle Diskussionsteilnehmer jeweils gute Argumente vorbringen konnten.

Wenn es denn eine Schlussfolgerung gibt, dann die, dass niemand die Zukunft kennt und die Wahrheit vermutlich irgendwo in der Mitte liegt. Dementsprechend fällt auch mein Fazit aus. Für Personen die sich für die zukünftige Entwicklung Chinas interessiert und keine dogmatisch festgelegte Meinung haben, ist dieses kleine Büchlein durchaus lesenswert. Zu viel an neuem Erkenntnisgewinn sollte man allerdings nicht erwarten.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sachlich und auf den Punkt. Spannender Dialog!, 28. März 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen? Eine Debatte (Broschiert)
Wir schreiben den 17. Juni 2011, anlässlich einer Veranstaltung kreutzen die Henry Kissinger, Fareed Zakaria, Niall Ferguson und David Daokui Li das Wort über die Frage: "Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen?" Auf der Seite der Ja-Sager finden wir Niall Ferguson und David Li - die Nein-These vertreten Henry Kissinger und Fareed Zakaria. Eine Debatte die auch in geschriebener Form als Buch seinen Reiz nicht verliehrt. So zitiert Ferguson aus dem Buch Der Aufstieg der Anderen: Das postamerikanische Zeitalter
von Zakarias die Worte: "Neben China erscheinen die Vereinigten Staaten als Zwerg. China ist erfolgshungrig." und Argumentiert so mit den Worten seiner "Gegner" in einer spannenden, stehts fairen aber harten Diskussion. So führt Ferguson weiter aus, dass "das 21. Jahrhundert auch deshalb von China beherrscht wird, weil sich ein übergewichtiges, hochverschuldetes und hypersexuelles Amerika und ein dysfunktionales Europa im Niedergang befinden."

Fareed Zakariahält in seinem Plädoyer dagegen. "Wenn wir in den vergangenen Jahrzehnten eines gelernt haben, dann, dass nichts ewig weiter wächst." Er vergleicht in der Folge China mit dem Japanischen Aufstieg und der aktuellen Wirtschaftslage vor Fukushima, wohlgemerkt. "Das Wachstum ist extrem ineffizient. In China investieren Ausländer pro Monat so viel wie in Indien im ganzen Jahr, und trotzdem wächst die chinesische Wirtschaft nur um zwei Prozentpunkte schneller als die indische." Daraus schliesst er, dass die Qualität des Wachstums nicht hoch ist. Denn "China hat ein Grundproblem noch nicht gelöst, und zwar die Frage, wie das Land mit seiner neuen Mittelschicht umgehen will und wie die Regierung auf die Erwartungen dieser Menschen reagiert. Als Taiwan an einen ähnlichen Punkt kam, ging es zur Demokratie über. Dasselbe passierte in Südkorea. Diese Übergänge verliefen nicht einfach, sondern blutig und chaotisch."

Dem schliesst sich Henry Kissinger an. "Ich würde sagen, dass China in diesem Jahrhundert mit gewaltigen innenpolitischen Problemen konfrontiert werden und vor allem mit seiner unmittelbaren Umgebung zu tun haben wird." Damit vertritt er die Ansicht das China kein Land im westlichen Sinn ist, sondern ein Vielvölkerstaat mit zentraler Führung. Ein Land das "damit umgehen muss, dass die Bevölkerung in den Küstenregionen auf dem Stand einer Industrienation steht und im Binnenland auf dem eines Entwicklungslands."

David Daokui Li gibt sich in der Debatte ganz Diplomatisch. "Reform bedeutet eine allmähliche Verbesserung unserer politischen und wirtschaftlichen Institutionen. Öffnung bedeutet, vom Westen das Beste zu lernen. Zu Beginn zweifelten die Menschen an der Botschaft der Reform und der Öffnung, wie Fareed ganz richtig erwähnt hat. Aber unser Führer Deng Xiaoping sagte: Keine Debatten. Macht es einfach. - Ich fürchte, Denk Xiaoping wäre kein Fan eines solchen Anlass heute. Vielleicht schon eher von Nike: Just do it." Dem chinesischen Volk geht es nicht um Rache oder dem Versuch Amerika zu kopieren. "Es handelt sich vielmehr um die Erneuerung einer friedlichen, selbstbewussten und offenen Zivilisation..."

Dieses kurzweilige Buch gibt einem einen hervorragenden Einblick über die Herausforderungen vor denen China steht. Eine Debatte, auch angesichts der Teilnehmer auf höchstem Niveau. Es stellt sich die Frage wer hat recht. Dies wird die Zeit zeigen, aber das Saal Voting Resultat verraten wir nicht. Nur soviel, vor der Debatte lagen die Stimmen wie folgt verteilt: 39% Ja, 40% Nein und 21% unentschlossen.
[...]
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4.0 von 5 Sternen Interessante Debatte, 14. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Eine kurzweilige und informative Debatte zu der Rolle Chinas in der Welt. Das Niveau hebt sich erfreulich von Talkshows, die man im deutschen Fernsehen serviert bekommt, deutlich und wohltuend ab. Dennoch ist die aufgezeigte Debatte aufgrund seines kurzen Formates nicht voll erschließend, jedoch ein lesenswerter und wertvoller Beitrag.
Für interessierte Beobachter der Internationalen Politik ist dieses kleine Büchlein in jedem Fall zu empfehlen. Die Teilnehmer sind von hohem Format und auch rhetorisch überzeugend.
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5.0 von 5 Sternen guter Blick auf ein komplexes Thema, 14. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
das Buch ist ein Write Up einer Diskussion - die unterschiedlichen Meinungen sind anfänglich sehr konträr, aber aus meiner Sicht verständlich und vielleicht haben viele in sich selbst diese unterschiedliche Sicht auf das Thema. Daher hilft das Buch, diese vielleicht diffusen Gedanken zu konkretisieren und durch die Argumente der verschiedenen Diskutanten neu zu bewerten.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber mit Längen und unfreiwillig komisch, 9. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen? Eine Debatte (Broschiert)
Dieses Buch ist im Wesentlichen ein Transkript einer Diskussionsveranstaltung am 17. Juni 2011 in Toronto. Eingeladen hatte ein reicher Mäzen, dem es sehr um die mediale Verbreitung seiner Veranstaltung ging. Dieses Buch ist offenbar Teil davon.
Die Debatte selbst ist recht interessant und bringt auf sehr knappe Weise verschiedene Positionen zur Frage "Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen?" auf den Punkt. Anschließend beantworten die Diskussionsteilnehmer ein paar Fragen prominenter Zuschauer.
Was einerseits stört und andererseits wieder ganz amüsant ist, ist das Theater, was die Diskutanten, aber auch die Organisatoren der Debatte machen. Niall Ferguson scheint ein bisschen den "Bad Boy" spielen zu wollen, gibt sich narzisstisch und ideologisch. Auch die anderen - am wenigsten noch Kissinger - präsentieren sich als sehr von sich selbst überzeugt. Es ist eigentlich eine amerikanische Version einer Polit-Talkshow. Noch penetranter ist die Schaumschlägerei um die Debatte herum, die ein bisschen an Boxsendungen erinnert, bei denen ein 50-Minuten-Europameisterschafts-Kampf im Halbschwergewicht in einem endlosen Vorabbericht zu DEM Boxereignis des Jahres gehypt wird. Vom Klappentext über das Vorwort bis zur Anmoderation des Diskussionsleiters wird auf die "brilliant geführte", "höchst aufschlussreiche", "faszinierende" Debatte hingefiebert, der stark formalisierte und etwas künstliche Aufbau erklärt und begründet - und natürlich dem Mäzen (und seiner Frau) gedankt, ohne die dieses einmalige Ereignis gar nicht denkbar gewesen wäre. Der Mäzen entleiht dann weite Teile seines Vorworts der Anmoderation des Diskussionsleiters. Das Ganze wirkt schon ausgesprochen amerikanisch.
Vielleicht ist so auch zu erklären, weshalb der deutsche Verlag eine ansatzweise schnörkelige Schriftart gewählt hat, die den Lesefluss erheblich stört, unter anderen durch eine mir bisher unbekannte st-Ligatur: Bei (fast) jedem "st" befindet sich ein kleiner Schnörkel über dem "s", der an Akzente für Zischlaute in slawischen Sprachen erinnert.
Insgesamt eine sachlich ganz interessante Diskussion, die durch eine absolut überzogene Marketing-Verpackung geradezu ins Lächerliche gezogen wird.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Chinas Aufstieg - Fluch oder Segen?, 6. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen? Eine Debatte (Broschiert)
China ist eine alte Hochkultur, die philosophische und dichterische Weltliteratur zu einer Zeit hervorbrachte, als man im Europa der Germanen noch keine Schrift kannte. Legendär sind die frühen Erfindungen Chinas - die ersten - wenn auch primitiven - Hochöfen, das Papier, das Drucken mit beweglichen Lettern, das Schießpulver, der Kompass. Im 15. Jahrhundert war China bereits dem Status einer hegemonialen Weltmacht sehr nahe - mit einer gigantischen Flotte, die bis nach Afrika vorstieß und Tribut einholte. Aus historisch schwer nachvollziehbaren Gründen vollzogen die Ming-Dynastie nach einer kurzen, expansiven und progressiven Phase dann gewissermaßen eine Wende nach innen. Dennoch - 18 der letzten 20 Jahrhunderte war China die größte Volkswirtschaft der Welt.

Das vorliegende Buch enthält die Aufzeichnung einer Debatte über die Frage, ob China das 21. Jh. beherrschen wird oder nicht. Nein sagen H. Kissinger und F. Zakaria. Die bejahende Position beziehen N. Ferguson und David Li (prominenter chinesischer Finanzexperte).

Ferguson wartet mit eindrucksvollen Zahlen auf. Ein Fünftel der Menschheit lebt heute in China. In den letzten 30 Jahren hat das Land sein Wirtschaftsvolumen verzehnfacht; der IWF geht davon aus, dass es in zehn Jahren erneut größte Volkswirtschaft der Welt sein wird. Mit seinen internationalen Währungsreserven von mehr als 3 Bio. Dollar sei China inzwischen der Investor schlechthin". Es meldet inzwischen pro Jahr fast so viele Patente an, wie Deutschland. In einem OECD-Mathematiktest schnitt die Region um Shanghai am besten ab. Die USA landeten dagegen nur auf Platz 25.

Längst sei China nicht mehr einfach die verlängerte Werkbank des Westens. Das Land baut Mega-Flughäfen, Achtspurige Autobahnen, hat modernere Hochgeschwindigkeitszüge als die USA und schickt Satelliten ins All.

Ferguson sieht China aber nicht zuletzt deshalb auf dem Vormarsch, weil sich der Westen in einer finanziellen, politischen und moralischen Krise befände. "Das 21. Jahrhundert wird auch deshalb von China beherrscht werden, weil sich ein übergewichtiges, hochverschuldetes und hypersexuelles Amerika und ein dysfunktionales Europa im Niedergang befinden."

Zakaria verweist all dem gegenüber darauf, dass China sich den Grenzen des Wachstums nähert. In Bezug auf Japan hätten einst die gleichen Ängste bestanden. Außerdem sei das chinesische Wachstum zentralistisch gepusht und ineffizient. Beleg dafür sei u.a. eine riesige Immobilienblase. Die Auslandsinvestitionen seien zehnmal höher als in Indien, das Wachstum übersteige das indische hingegen nur um zwei Prozent.

Laut UN-Prognose drohe China in den nächsten 25 Jahren infolge der Ein-Kind-Politik ein Bevölkerungskollaps (Rückgang um 400 Mio.). Chinas starres System stehe vor der Aufgabe, eine ständig wachsende, auf Mitsprache drängende Mittelschicht politisch zu integrieren. Die Stärke des Westens oder auch anderer Schwellenländer, wie etwa dem Nachbarn Indien, liege demgegenüber darin, dass sie stabile, flexible, innovative Demokratien seien.

Auch außenpolitisch sei China trotz wachsender Präsenz kein Sympathieträger. Es gibt keinen chinesischen Traum, wie es den amerikanischen gäbe. Die Afrikaner etwa würden die expansiven Investitionen auf ihrem Kontinent sehr ambivalent erleben. Diese sind zweifellos Entwicklungsmotor. Doch chinesische Investoren treten oft recht arrogant und rücksichtslos auf. Zudem stützen sie in vielen Fällen skrupellos Diktatoren.

David Li verweist auf die ungeheure Dynamik in seinem Land, das max. die Hälfte der unbedingt notwendigen Veränderungen hinter sich gebracht hätte. Doch hätte diese Gesellschaft für die anstehenden Herausforderungen noch allemal genug "Energie im Tank". Eine bedeutende kulturelle Motivationsquelle sei dabei die Erniedrigung, die China vor 170 Jahren in der Auseinandersetzung mit dem Westen erlitten hätte (Stichwort Opiumkriege). Li deutet die nachfolgenden Umbrüche einschließlich der katastrophalen Bemühungen Maos, das Land mit Gewalt in eine fortschrittliche Zukunft zu katapultieren (Großer Sprung, Kulturrevolution) als Überreaktion auf diese Demütigung. Allerdings ginge es nicht oder nicht mehr um Rache am Westen, sondern um die Erneuerung einer friedlichen, selbstbewussten und offenen Zivilisation wie der Tang-Dynastie" [in welcher China vor anderthalb Jahrtausenden eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte erlebte].

Ja, so Li, China sei unaufhaltsam auf dem Weg zu größerer Macht. Es sei jedoch nicht auf Konkurrenz oder gar Dominanz ausgerichtet, sondern in guter konfuzianischer Tradition auf ein harmonisches Kräftegleichgewicht. Es werde sich mehr und mehr zu einem mächtigen, aber in sich ruhenden Alternativmodell zur westlichen Gesellschaft mit ihrem hohen Maß an sozialer Ungleichheit und Ungerechtigkeit entwickeln.

Der Westen täte gut daran, der chinesischen Entwicklung mit Vertrauen zu begegnen. Paranoia und Feindseligkeit würden gerade die weniger konstruktiven Kräfte, die es in China auch gäbe, mobilisieren und im Sinne einer self fulling prophecy" das herauf beschwören, was man befürchte.

Kissinger verweist auf die gewaltigen innenpolitischen Probleme. China müsse pro Jahr 24 Mio. neue Arbeitsplätze schaffen und 6 Mio. Menschen vom Lande in die Städte integrieren. Er verweist auf die Kluft zwischen der Landbevölkerung, die auf dem Niveau eines Entwicklungslandes lebe und der Bevölkerung in den Küstenstädten auf dem Stand einer Industrienation. Kissinger erinnert außerdem daran, dass China von 14 Nachbarstaaten umgeben ist, die es z.T. recht misstrauisch beobachten. Ein zu hegemoniales Auftreten würde so schon auf Gegenreaktionen aus nächster Nähe führen.(Man könnte hinzufügen, dass die Han-Chinesen bereits im eigenen Land von misstrauisch bis feindlich eingestellten, große Territorien besiedelnden Ethnien umgeben sind - so etwa den muslimische Uiguren und Kasachen oder den Tibetern)

Der Westen so Kissinger dürfe auf den kontinuierlichen Machtzuwachs Chinas nicht neurotisch reagieren und müsse dessen Rechte anerkennen. China seinerseits müsse allerdings die Bereitschaft zeigen, sich in ein kooperatives, internationales Staatensystem einzufügen.

Am Ende des Büchleins finden sich noch Interviews mit Kissinger und Li, in denen beide ihre Position noch einmal vertiefen.

Insgesamt ergibt sich so ein spannend zu lesendes, kontroverses Meinungspanorama der vier herausragenden Politikexperten.
Verwunderlich ist jedoch einmal mehr die fast für alle China-Expertisen notorische Ausblendung der marxistischen Ambitionen des fernöstlichen Giganten. Chinas erklärte Zukunftsvision ist nach wie vor der Weltkommunismus. In Parteistatuten und Parteitagsprogrammen ist dies frei und offen für jedermann nachzulesen, und dass es sich hierbei nicht um leere Worte handelt, beweist Chinas Regierung immer aufs Neue. Immerhin verweist Zakaria auf die Zahl von 1 Mio. Beschäftigten für die staatliche Internetzensur. So sei das Wort Jasmin-Revolution (Tunesien) in keiner Suchmaschine zu finden, obwohl die Regierung gar kein vergleichbares revolutionäre Potenzial zu fürchten hätte.

Chinas Kurswechsel am Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts geht auf die Einsicht zurück, dass auf dem Weg zum Kommunismus die historische Phase der Schaffung einer hoch entwickelten technisch-industriellen Basis unter marktwirtschaftlichen Verhältnissen nicht übersprungen werden darf. Einige Modifikationen zu dieser an sich originären marxschen Lehre hält man jedoch durchaus aufrecht: Außerhalb der Wirtschaft gilt nach wie vor das Diktat der Partei. Man sieht sich somit - so heißt es im Statut der KPC - im Prozess der "sozialistischen Modernisierung". Worauf es dabei ankommt folgt im gleichen Satz: "an den Vier Grundprinzipien [die an die chinesische Wirklichkeit" angepassten Theorien von Marx, Lenin, Mao und Deng] festhalten und die bürgerliche Liberalisierung bekämpfen." Mag sein, dass kommende Generationen dieses Programm endgültig über Bord werfen. Und natürlich gibt es in der Partei selbst längst einen Pluralismus und Konkurrenzkampf verschiedener Denkrichtungen und Zielsetzungen. Wer wird sich durchsetzen?

Wie dem auch sei - richtig ist zweifellos, dass das Stadium, in dem der Westen die Macht Chinas wirksam eingrenzen könnte, längst überschritten ist. Zu leichtfertig ließ man eine unbegrenzten Technologietransfer zu, zu verlockend waren die Gewinnaussichten wirtschaftlicher Zusammenarbeit, zu groß ist die wechselseitige Abhängigkeit inzwischen. Die intelligente Vorsicht, die man einst gegenüber dem Ostblock walten ließ, kam China gegenüber nie zum Tragen; zunächst weil dieses sich als Verbündeter gegen Moskau anbot, dann weil man sich im historischen Sieg des westlichen Gesellschaftsmodells sonnte.

Und so lässt sich in der Debatte denn schließlich doch eine "lagerübergreifenden" richtige Schlussfolgerung konstatieren: Was der Westen angesichts der Herausforderung aus dem Osten einzig tun kann und muss, ist sich auf seine eigenen Vorzüge, Stärken und Potenziale zu besinnen und seine eigenen Hausaufgaben - gründlicher als dies bislang geschieht - zu machen.
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5.0 von 5 Sternen Gute Zusammenfassung, 11. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen? Eine Debatte (Broschiert)
Es ist eine gute Zusammenfassung der aktuellen Lage in China. Die Qualität des Drucks und des Buchs ist absolut zufriedenstellend.
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Wird China das 21. Jahrhundert beherrschen? Eine Debatte von David Daokui Li (Broschiert - 27. Februar 2012)
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