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Das Tagebuch der Beerdigung der Wirtschaft der DDR beginnt in diesem Buch am 6. Oktober 1989. Einen Tag vor dem vierzigsten Jahrestag der DDR sitzt eine kleine Gruppe von Dissidenten und Wissenschaftlern in Babelsberg zusammen und diese fragen sich ängstlich wie und vor allem wann die DDR in sich zusammenfällt, nach dem ob fragen sie schon längere Zeit nicht mehr.

Auf mehreren Seiten beschreibt Dirk Laabs die Rolle von Alexander Schalck - Golodkowski. Der Leser erfährt woher die große graue Eminenz des DDR Außenhandels herkam. Das er 1953 beispielsweise mit Panzern der Sowjetarmee das Haus der Ministerien in Berlin gegen die eigene Bevölkerung "beschützt" hatte, wusste ich bislang nicht.

Sehr genau mit Tages - und Ortsangaben schreibt der Autor dann seine Chronick wie die Treuhand die DDR - Wirtschaft schluckte. Sehr detailreich gibt Laabs Auskunft wie beispielsweise Tengelmann in Schwerin einzog und mit der HO umging. Dies ist ein sehr eindrückliches Beispiel, dass übrigens auch heute noch, in mir als ehemaligen DDR - Bürger, ungute Gefühle hervorruft. Das die DDR - Betriebe in der absoluten großen Mehrheit abgewirtschaftet hatten, unter anderem deshalb weil nie genug inverstiert wurde, war vielen Menschen längst klar, aber wie die Treuhand gerade im menschlichen Bereich mit der DDR insgesamt und auch mit vielen Arbeitern der mittleren und auch oberen Etagen umging, dass wird der Treuhand bis heute sehr verübelt.

Bis zum heutigen Tag hinterläßt die Treuhand ungute Bauchgefühle. Dirk Laabs formuliert diese sehr genau, als westdeutscher investigativer Journalist zeigt er sich sehr kenntnisreich.

Bis zum heutigen Tag ist eine wirklich wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas Treuhand unmöglich, weil unter anderem das Bundesfinanzministerium wichtige Fakten nach wie vor unter Verschluss hält.

Dirk Laabs macht mit seinem Buch eindrucksvoll klar, dass die eigentliche Aufarbeitung des Themas Treuhand erst noch von den politisch Mächtigen ermöglicht werden muss!
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am 6. Dezember 2012
Dieses Buch, was ja unsere Vergangenheit im Hinblick auf die Wiedervereinigung repräsentiert, liefert genau das was es verspricht.
Fundierte Recherche, chronologische Abfassung des Inhalts, es lässt einem auch mit weniger Sachverstand in jenem komplexem Thema, Schauer über den Rücken jagen.
Die Tragweite war mir relativ jungem Mann nicht bewusst, was da so alles gelaufen ist im Zuge der Wiedervereinigung.
Aber jetzt wird mir eine Abneigung unserer ostdeutschen Mitbürger zum Kapitalismus klar.
Wirtschaftlich so über den gezogen zu werden, ausbluten lassen wo es nur geht, eindrucksvoll in diesem Buch geschildert. Massive Arbeitslosigkeit aufgrund der schnell "verdienten" Mark zu erzeugen und der öffentlichen Hand die Altlasten (egal welcher Art) aufzudrücken, Respekt.
Ein Land abzuwickeln, geht meiner Meinung nach nie "reibungslos", was da sich allerdings erlaubt wurde, unglaublich.
Die Treuhand wurde politisch "allein" gelassen, rechtliche Vorschriften nie komplett und teils nicht mal ansatzweise überhaupt erzeugt. An welche Linie sollte man sich dann überhaupt orientieren?
Was mich v.a. traurig stimmt, ist die Tatsache, dass fast komplett nur "Westdeutsche", teils äußerst dubiose Zeitgenossen, die ehemalige DDR so ausgenommen haben. Vorteilnahme, Insiderwissen, verdeckte und teils sogar offene, aber tolerierte Korruption, waren an der Tagesordnung als die DDR "abgewickelt" wurde. Am dreistesten war in meinen Augen die Energiebranche, die Deutsche Bank und die Allianz.
Fazit: Ich bin schockiert und irgendwie wütend gleichzeitig, denn...
History repeats = Geschichte wiederholt sich
dasselbe vollzieht sich jetzt wieder, Bankenrettung etc. und...
das Gedächtnis ist wieder "genullt", "das hatten wir noch nie", ich glaube das nicht, eines weicht nur diesmal ab...
es sind nicht 2 kleine Staaten, sondern dank Globalisierung, ALLE!!

Uneingeschränkte Kaufempfehlung
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am 13. Februar 2012
Wie kann es sein, so fragt der Autor und Filmemacher Dirk Laabs in diesem gut recherchierten Buch über die Geschichte der Treuhand, die die Vereinigung der beiden ehemaligen deutschen Staaten nach 1989 wirtschaftlich abwickelte, dass nach der Abwicklung von über 10000 Betrieben mit vier Millionen Beschäftigten am Ende drei Millionen Arbeitslose und nur 34 Milliarden Gewinn standen ?

War die DDR, war die Lebensleistung ihrer Einwohner wirklich nicht mehr wert? Oder wer hat von den ganzen Deals der Treuhand eigentlich profitiert? Wer hat sich in diesem beispiellosen "deutschen Goldrausch" eine goldene Nase geholt und fährt deshalb heute noch in der Gewinnzone, während viele Ostdeutsche sich nach wie vor, oft schon in der zweiten Generation, als die Verlierer dieses in der Geschichte einzigartigen Prozesses sehen?

Dirk Laabs hat mit vielen Insidern gesprochen und sie zum Reden gebracht. Genau verfolgt er die Geschichte der Treuhand von 1989 bis zu ihrer eigenen Abwicklung im Jahr 1994. Ein spannendes Geschichtsbuch über die deutsche Wiedervereinigung und ihre bis heute spürbaren Folgen ist da entstanden, das sich stellenweise liest wie ein spannender Roman. Doch so lange die Archive der Regierung nicht zugänglich gemacht werden über diese Zeit, bleibt auch Laabs Buch, wie er selbst sagt, unvollständig.

Gab es wirklich keine andere Alternative, oder rechtfertigt der ökonomische Erfolg des neuen Deutschland nachträglich auch diese Mittel? Um diese Frage anzustoßen, hat Laab sein Buch geschrieben. Die vollständige Geschichte der Treuhand hingegen steht noch aus.
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am 24. März 2012
Penibel recherchiert, fesselnd erzählt. Laabs hat Recherche-Arbeit abgeliefert wie man sie im Journalismus viel zu selten antrifft. Exzellent! Wäre 6-Stern-würdig.
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am 31. August 2012
Die Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt wird ausgesprochen kontrovers diskutiert und von den Beteiligten extrem unterschiedlich gesehen. Dementsprechend ist die Quellenlage durch die jeweilige Sicht der Dinge meist einseitig, oft stark tendenziös geprägt (Rechtfertigungen von Treuhändern, Zeitungsartikel, Veröffentlichungen des Bundes, polemisches "an den Pranger stellen" u.a.)
Der Autor sieht es zurecht als eines der größten Versäumnisse in Zusammenhang mit der Wiedervereinigung, dass, eine Aktenaufarbeitung trotz zweier Untersuchungsausschüsse nur mangelhaft erfolgt ist, weil es an dem politischem Willen fehlt und dadurch die meisten Akten gezielten zurück gehalten werden. Somit stehen der Öffentlichkeit weitgehend nur die o.g. Quellen zur Verfügung.

Dem Autor des vorliegenden Buches ist es trotzdem gelungen, aus dieser Quellenlage eine sehr gute Übersicht über die Arbeit der Treuhand generell als auch über viele Einzelvorgänge zu geben. Dabei versucht er, alle Standpunkte und Gegebenheiten zu berücksichtigen.
Er beschreibt, wie es zur Gründung der Treuhand gekommen ist und welche Intentionen hinter dem Konzept standen. Er verweist auf die großen Probleme aus wirtschaftlicher, organisatorischer und staatlich-administrativer Sicht zu Wendezeiten, die ein sehr schnelles Handeln unbedingt erforderten. Die katastrophale Situation der Wirtschaft der DDR wird genauso beschrieben wie die Zielsetzungen der Bundesregierung, allen voran die persönlichen Ziele Helmut Kohls. Ebenso werden die organisatorischen Schwierigkeiten dargelegt, eine so große Organisation in kurzer Zeit aus dem Boden zu stampfen und den unglaublichen administrativen Aufwand unter hohem Zeitdruck zu bewältigen. Aber auch die katastrophalen Folgen für die Arbeitnehmer in den neuen Bundesländer werden thematisiert.
Laabs geht weiterhin sehr genau auf die Befindlichkeiten sowohl der Treuhänder, die sich aus ihrer Sicht zu unrecht angeklagt fühlen, sowie auf den verheerenden Eindruck, den die Abwicklung der DDR-Wirtschaft durch "den Westen" bei den Bürgern der neuen Bundesländer hinterlassen hat.

Laabs beschreibt die Vorgänge chronologisch, wodurch der Leser die Ereignisse gut verfolgen und "nacherleben" kann. Dabei zeigt der Autor an Beispielen die unterschiedlichsten Missstände auf, von Unzulänglichkeiten bei der organisatorischen und juristischen Abwicklung der Unternehmen auf Seiten der Treuhand über Betrügereien unterschiedlichster Form und Größe sowohl durch Treuhänder als auch durch Investoren hin zu Schmiergeld- und Korruptionsskandalen sowohl innerhalb der Treuhand als auch in der Wirtschaft und der Politik die bis zu Parteispenden und Bestechungen reichen. Ein weiteres Thema sind die von der Bundesregierung gewollte fehlende Kontrolle als auch die Versäumnisse innerhalb der Treuhand, Missstände bei Verkäufen zu bereinigen, Vorgehensweisen zu verbessern, Kontrollen durchzuführen und Hinweisen auf unlautere Vorgänge nachzugehen.

Doch trotz Berücksichtigung aller Hindernisse und Probleme und der Tatsache, dass eine solch gewaltige Aufgabe immer zu Pannen, Verlusten und unschönen Dingen führt, die in Kauf genommen werden müssen, macht Laabs deutlich, dass vieles hätte verbessert und verhindert werden können, wenn nur der Wille dazu bestanden hätte. Abschließend betont er, welche desaströsen Folgen die Vorgehensweise der westdeutschen Politik, Wirtschaft und der Treuhand für das Demokratieverständnis der ostdeutschen Bevölkerung hat. Deshalb fordert Laabs eine konsequente Aufarbeitung der Vorgänge.

Ich würde mir wünschen, dass Dirk Laabs es nicht dabei bewenden lässt. Auch wenn die Nachfolgeorganisation der Treuhandanstalt, die BvS 2001 ihre operative Geschäftstätigkeit eingestellt hat, so existiert sie in andern Nachfolgeorganisationen weiter, unter anderem in der BVVG, die mit der Privatisierung der enteigneten land- und forstwirtschaftlichen Flächen beauftragt ist. Auch wenn die Vorgänge hier weniger gravierend als in der Industrie sind, so sind sie doch ein ganz bedeutender Abschnitt der Wiedervereinigung, bei dem es ebenfalls zu haarsträubenden Vorgängen gekommen ist und bis heute kommt, die für die ferne Zukunft der neuen Bundesländer und der Bundesrepublik als ganzes große Auswirkungen haben und haben werden.
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am 10. Februar 2013
Wenn man sich in einigen Jahrzehnten mal fragt: Deutsche Einheit? Wie ist das damals abgelaufen? Dann sollte man dieses Buch lesen.
Entgegen den Jubelfeiern und Hochglanzbildbänden, welche die deutsche Einheit glorifizieren, vermittelt dieses Buch dem Leser, wie die "Übernahme" des Staates DDR wirklich abgelaufen ist: Ich zitiere: Die eigentliche Funktion der Treuhand war die Enteignung der Ostdeutschen von ihrer Wirtschaft, vom Volkseigentum, und das zugunsten der Industrie im Westen, denn das ist das Ergebnis, dass sich die Industrie im Westen, alles was an Besitz im Osten zu verteilen war, unter den Nagel gerissen hat. Letzten Endes auch auf Kosten der Steuerzahler in Ost und West."
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am 15. Mai 2012
Das Buch beschreibt detailliert den Zeitraum ab 1989 und die skrubelosen Machenschaften der Goldgräber bei der Einverleibung der Wirtschaft der DDR in in die sogenannte freie Marktwirtschaft. In der Euphorie des Beitritts mit dem Zugriff zur Westmark hat die Ostdeutschen in wenigen Wochen über den Tisch gezogen und Arbeitsplätze millionenfach vernichtet.
Die politischen Verantwortlichen haben tatenlos zu gesehen und fast alles geduldet.

Mit akribischen Recherchen hat der Autor wahrheitsgemäß die Goldgräber aus ihren Schlupfwinkel geholt.
Wer das Buch in die Hand nimmt, legt s erst weg, wenn er am Ende ist.
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am 11. Mai 2012
Als die Mauer fiel, lebte ich in Bayern. Was im Zuge der Wiedervereinigung passierte habe ich damals nicht so nahe an mich heran gelassen. Erst jetzt setze ich mich mit den Problemen auseinander, da ich in Brandenburg wohne. Herr Laabs hat toll recherchiert und mir deutsche Geschichte nahe gebracht. Wertvolles Buch, manchmal wie ein Krimi.
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am 31. Mai 2012
Das Buch ist der Beweis,dass die Treuhand-Abwicklung nach eigenen Gesetzen vorgenommen werden konnte.Bereicherung durch korrupte Vorgehensweisen gehörte für einige direkt involvierte Personen zum Alltag.Kontrolle wurde eideutig zum Fremdwort,es wurde stets auf den Personalengpass und den Termindruck bei der Bearbeitung verwiesen.
Alles in allem sehr interessant,was da so alles nach der Wiedervereinigung abgegangen ist.
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am 3. Februar 2013
Dieser Untertitel wäre m. E. zutreffender: Die wahre, weil vollständige Geschichte der Treuhand würde mindestens den Umfang des Gesamtwerkes von Karl May erreichen, wahrscheinlich sogar weit übertreffen. Die wahre Geschichte auf 385 Seiten, das geht einfach nicht. Trotz dieser Einschränkung ist das Buch für jeden sehr empfehlenswert, der in irgendeiner Weise mit der Treuhand und ihrer Tätigkeit zu tun hatte. Und wer war/ist das nicht? Akribisch recherchiert und spannend geschrieben, kann man es nur schwer aus der Hand legen, dabei nicht das Produkt der Fantasie des Autors, sondern die Schilderung tatsächlicher Ereignisse. Nichts ist am Schluss spannender, leider oft auch bedrückender, als die Realität. Ohne weitere Einschränkung 5 Sterne!
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