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5.0 von 5 Sternen Umfassende Dokumentation des NS-Terrors
Umfassende Dokumentation des NS-Terrors

Je größer der zeitliche Abstand zur NS-Zeit wird, desto unbegreiflicher werden eigentlich die damaligen Verbrechen. Fassungslos steht man vor Tätern wie Himmler und begreift nicht, wie ein Mensch so zum Unmenschen entarten kann. Vielleicht liegt es an dieser Unbegreifbarkeit, dass es bisher kaum...
Veröffentlicht am 4. Juni 2013 von Jaroschek

versus
1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eher eine Doktorarbeit
Eine Fleißarbeit. Ganz bestimmt. Somit hat sie sicher einen wissenschaftlichen Wert.
Sonst kann ich mich der Meinung von "blueshound" nur anschließen, denn von einer Biographie
erwarte ich mehr. Der Autor mag ein herrvoragender Wissenschaftler sein, darüber steht mir
kein Urteil zu und ich werde mir keines anmaßen.
Nur Schreiben...
Vor 18 Monaten von Peter Carels veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassende Dokumentation des NS-Terrors, 4. Juni 2013
Von 
Jaroschek - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Umfassende Dokumentation des NS-Terrors

Je größer der zeitliche Abstand zur NS-Zeit wird, desto unbegreiflicher werden eigentlich die damaligen Verbrechen. Fassungslos steht man vor Tätern wie Himmler und begreift nicht, wie ein Mensch so zum Unmenschen entarten kann. Vielleicht liegt es an dieser Unbegreifbarkeit, dass es bisher kaum Biographien über einen der Hauptverbrecher des NS-Staates gab. Longerichs Buch schließt hier wohl eine Lücke. Aber es ist mit Seinen 770 Seiten Text und 190 Seiten Anmerkungen bzw. Quellennachweisen eigentlich zu umfangreich. Allerdings liegt dieser Umfang einfach darin begründet, dass Longerich eben nicht nur eine Biographie geschrieben hat, sondern eine umfassende Darstellung des gesamten SS-Terrorsystems. Dessen absolute Spitze war allerdings Himmler. Und da taucht eine weitere Frage auf: Wie konnte dieser Träumer von Germanenwahn und minderwertigen Untermenschen, in seinen Augen ‚Menschentieren‘, dieser dem Okkultismus zuneigende Phantast so einen Einfluss auf so viele Menschen gewinnen? Gewiss, viele seiner Untergebenen waren ehemals verkrachte Existenzen, vorbestrafte Verbrecher, von ihm absolut abhängig, aber es gab eben auch viele, denen man ein gesundes Urteil über blödsinnige Rassentheorien und vonTräumen eines germanischen Weltreiches hätte zutrauen müssen. In einem langen Einleitungskapitel versucht Longerich, eine psychologische Deutung der Persönlichkeit Himmlers, der gegenüber seinem autoritären Vater nie ‚erwachsen‘ wurde. Aber in seinem ausgezeichneten Schlusskapitel kommt auch Longerich zu der Einsicht, letztlich so eine Entwicklung kaum begreifen zu können. Erschütternd ist natürlich auch, dass Himmler selbst vor Generälen der Wehrmacht seine Untaten und Wahnideen bekannt gab und er selbst da keinen Widerspruch bekam. Kann Opportunismus wirklich so weit gehen, dass man zu unglaublichen Verbrechen schwieg? Versagen Menschen im Bereich der Zivilcourage wirklich, obwohl sie als Soldaten durchaus todesbereite Tapferkeit zeigen? Dieses Buch zu lesen, ist wichtig. Aber es macht auch ratlos gegenüber dem Rätsel Mensch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heinrich Himmler Biographie von Peter Longerich, 30. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Das Buch gibt einen kompletten Überblick dieser unglaubliche Zeit und Geschichte Deutschlands. Es ist teilweise etwas langatmig und es gibt gewisse Wiederholungen. Ingesamt ein "Muß" fuer die Nachkriegsgenerationen, um diese furchtbare Zeit Deutschlands wenigstens im Ansatz verstehen zu können. Es räumt auch auf mit irgendwelchen idealisierended Vorstellungen von dieser Zeit und zeigt drastisch die Primitivitaet und Brutalität zu der Menschen fähig sind und dies immer unter Vorgebung unlauterer Ziele und positiver Deckmäntel: wie Anständigkeit, Ehrenhaftigkeit, Loyalität, Kameradschaft und deren mehr.
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Biedermann als Massenmörder, 28. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Dreiundsechzig Jahre nach dem Selbstmord Heinrich Himmlers liegt nun die erste wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Biographie des "Reichsführers-SS" vor. In zehnjähriger Arbeit hat Peter Longerich, ein in London lehrender deutscher Historiker, unzählige Quellen aus deutschen, amerikanischen, britischen, russischen und israelischen Archiven ausgewertet, darunter auch sämtliche erhaltenen Aufzeichnungen Himmlers. Die Beherrschung der umfangreichen Sekundärliteratur versteht sich bei einem Autor, der bereits mit mehreren soliden Publikationen zum Nationalsozialismus hervorgetreten ist, von selbst. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlich gründlich recherchiertes, sehr materialreiches und flüssig geschriebenes Buch, das jedoch keine größeren Überraschungen enthält und wichtige Fragen offen lässt.

Indem er ausdrücklich versucht, Lebens- und Strukturgeschichte miteinander zu verbinden, zeigt Longerich, dass er sich der Einseitigkeit eines rein biographischen Ansatzes bewusst ist. Komplexe politische Vorgänge ließen sich nicht, so schreibt er, "auf die Psychologie der handelnden Personen" reduzieren (S. 764). Trotz dieser Vorgabe beginnt das Buch ganz konventionell. Auf etwa 150 Seiten werden zunächst in der Manier einer herkömmlichen Lebensbeschreibung die Kindheit und Jugend Himmlers referiert, sowie seine Parteikarriere bis zur "Machtergreifung".

Dabei erweist sich der spätere Reichsführer als vollkommen durchschnittliche Erscheinung. Ein guter Schüler aus behütetem Elternhause - der Vater streng zwar, aber durchaus liebevoll. Von traumatischen Erlebnissen oder schweren Konflikten ist weit und breit nichts zu sehen. "Es finden sich keinerlei Hinweise auf besondere Erziehungsprobleme, auf einen ausgeprägten Hang zur Grausamkeit oder auf eine auffallende Aggressivität ..." (S. 759).

Wenn Himmler persönliche Fehler hatte, so bestanden diese allenfalls in seinem hemmungslosen, in Schwatzhaftigkeit ausartenden Mitteilungsbedürfnis und seiner Neigung sich in das Privatleben anderer Menschen einzumischen. Seltsam übrigens, dass der unsportliche und buchhalterisch wirkende Mann davon geträumt hatte, Berufsoffizier zu werden und sich ein Leben lang als Soldat betrachtete.

Zur NSDAP zog es ihn nicht etwa Hitlers, sondern Ernst Röhms wegen. Eher zufällig wurde Himmler, nachdem er ursprünglich als Propagandist gearbeitet und Hitlers innerparteilichem Rivalen Gregor Strasser nahegestanden hatte, 1929 zum obersten SS-Führer ernannt. Zu diesem Zeitpunkt war die SS eine nur 700 Mann zählende Leibgarde, deren spätere Rolle im Dritten Reich niemand voraussehen konnte.

Die Analyse der sich damals herausbildenden weltanschaulichen Vorstellungen Himmlers zeigt, dass der Antisemitismus für ihn zweitrangig war. Viel mehr beschäftigten ihn die Gefahren, die aus seiner Sicht vom Christentum und von der Homosexualität ausgingen. Hätte Himmler an der Spitze des Dritten Reiches gestanden, wären wohl nicht die Juden, sondern die Kirchen und Homosexuelle die Hauptleidtragenden seiner Herrschaft gewesen.

Mit der "Machtergreifung" beginnt der zweite, etwa 600 Seiten umfassende Teil des Buches, in dem Longerich den biographischen Ansatz weitgehend aufgibt und dazu übergeht, eine allgemeine Geschichte der SS unter besonderer Berücksichtigung der dienstlichen Aktivitäten ihres Führers zu schreiben. Vom Privatleben Himmlers ist nun kaum noch die Rede, und das Verhältnis des "Reichsführers" zu Hitler oder zu seinen Untergebenen Heydrich, Wolff oder Schellenberg scheint Longerich noch weniger zu interessieren, obwohl die autobiographische Literatur in dieser Hinsicht recht ergiebig ist.

Himmlers Aufstieg zum zweitmächtigsten Mann des Dritten Reiches führt Longerich auf drei Faktoren zurück. Zum einen sei es dem SS-Führer gelungen, immer mehr Funktionen an sich zu reißen. War er 1933 neben seinem SS-Amt zunächst nur Chef der politischen Polizei Bayerns geworden, konnte er sich bald auch die politische Polizei der übrigen Länder und schließlich des Reiches unterordnen. 1936 ernannte Hitler ihn zum Chef der gesamten Polizei, 1939 zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums, im August 1943 zum Innenminister, nach dem 20. Juli 1944 zum Befehlshaber des Ersatzheeres und gegen Kriegsende auch noch zum Oberbefehlshaber zweier Heeresgruppen (erst Oberrhein, dann Weichsel).

Zweitens habe Himmler es verstanden, für den von ihm beherrschten Komplex mehrfach Gesamtkonzeptionen zu entwerfen, die "sowohl ideologisch wie auch machtpolitisch sinnvoll und aufeinander abgestimmt wirkten" (S. 769).

Drittens habe Himmler die besondere Fähigkeit besessen, Hitlers Absichten zu erkennen und in vorauseilendem Gehorsam Schritte zu ihrer Verwirklichung zu unternehmen, noch bevor konkrete Befehle ergangen waren.

Typisch dafür ist seine Rolle bei der Ermordung der sowjetischen Juden. Nachdem die Einsatzgruppen anfangs nur Männer getötet hatten, wurden ab September 1941 auch Frauen und Kinder in die Massaker einbezogen. Die Initiative dazu sei, so stellt Longerich fest, in allen Gebieten von Himmler persönlich ausgegangen. Im festen Vertrauen darauf, dem Willen Hitlers zu entsprechen, habe er "die Entscheidung zur Ermordung von Frauen und Kindern tatsächlich in eigener Verantwortung getroffen ..." (S. 558).

Longerich zufolge verhalfen diese Talente dem "Reichsführer" zu historischem Gewicht. Ohne ihn wäre die spezifische Verbindung von Polizeiapparat, Lagersystem, Siedlungspolitik, Zwangsarbeitsprogrammen und Partisanenbekämpfung ausgeblieben und die nationalsozialistische Politik hätte ihre furchtbare Wirkung "kaum in der gleichen Weise entfalten können" (S. 770). So sei Himmler kein austauschbares "Rädchen im Getriebe" gewesen, sondern eine der zentralen Figuren der jüngeren deutschen Geschichte.

Die Plausibilität, die Longerichs Darstellung dieser Schussfolgerung verleiht, schlägt paradoxerweise in die größte Schwachstelle des Buches um, wirft sie doch umso nachdrücklicher die Frage auf, wie ein biederer Durchnittsmensch millionenfach morden konnte, ohne Schuldgefühle zu empfinden. Wenn weder das familiäre Umfeld noch der Charakter eine Antwort hergeben, wird man sie wohl nur in Himmlers Reden finden können, in denen der "Reichsführer" ja wiederholt zu seinen Verbrechen Stellung nahm.

Zwar hat Longerich diese Quelle umfassend ausgewertet, doch dabei alles getan, um sich die Antwort zu verbauen. Von vornherein macht er deutlich, dass er Himmlers weltanschauliche Überzeugungen nur untersucht, um sie zu "dekonstruieren" (S. 843, Anmerkung 53), was praktisch darauf hinausläuft, den Texten Gewalt anzutun. So will er Himmlers allgegenwärtiges Pochen auf "Anständigkeit" nicht gelten lassen. Dieser Begriff müsse als eine "Chiffre für Doppelmoral" gelesen werden, denn er stehe für "Normen, die in sich widersprüchlich waren. Auf der einen Seite wird die Anständigkeit auch gegenüber Feinden zur Tugend erklärt, auf der anderen Seite als 'Wahnsinn' bezeichnet" (S. 320).

Die unvoreingenommene Lektüre zeigt, dass etwas ganz anderes gemeint ist. "Anständig" war für Himmler eine Haltung, die auch die größten Grausamkeiten zuließ, sofern diese nicht aus Sadismus, sondern aus Pflichtgefühl im Namen einer nationalsozialistischen Sondermoral begangen wurden. Diese Haltung mag verbrecherisch gewesen sein, widersprüchlich war sie nicht. Sie erlaubte es Himmler und zahlreichen Vollstreckern seiner Befehle mit "gutem Gewissen" zu morden.

Der Umstand, dass ein Historiker von Longerichs Format sich nicht dazu durchringen kann, das Selbstbild der nationalsozialistischen Täter zur Kenntnis zu nehmen, zeigt, wie weit wir noch von einem wirklichen Verständnis dieser Zeit entfernt sind.
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20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblicke in die Taten und das Handeln eines Wahnsinnigen, 2. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Heinrich Himmler, seines Zeichens Führer der gefürchteten Schutzstaffel und einer von Hitlers engsten Vertrauten zu Zeiten des zweiten Weltkrieges.
Peter Longerich stellt in seinem Buch jenen Menschen vor, der wie kein anderer von Judenhass und Streben nach Macht zerfressen war. Seine krankhafte Rassenideologie, gepaart mit dem Gedanken an ein "Judenfreies" Europa, machten ihn damals zu einem der einflussreichsten und gefürchtetsten Persönlichkeiten im dritten Reich.

Wahrscheinlich wird man diese Denkweise, bzw. den Wahn, welchen Himmler durchlebt hat nie nachvollziehen können, aber die Biographie gibt tiefe Einblicke in seine Taten und liefert vor allem wichtige Hintergrundinformationen, inweit sich diese auf die damalige Politik ausgewirkt haben. Von seinen Anfängen in der Partei, bis zum Selbstmord in englischer Gefangenschaft ist sein Lebensweg hinreichend dargestellt und lässt auch keine Fragen offen.

Meiner Ansicht nach, ist es Longerich perfekt gelungen, den Menschen Himmler für die Nachwelt darzustellen, aber trotzdem nicht die politischen Umstände außen vor zu lassen. Alles in allem ein wichtiges Dokument für die heutige Zeit, da die schrecklichen Verbrechen zwar langsam verblassen, die Erinnerung daran jedoch wohl ewig wehren wird.

Fazit: Lesenswerte Biographie, die sowohl für Historiker, als auch für den "normalen" Leser vollkommen geeignet ist. 5 Sterne für ein insich stimmiges und ehrliches Buch.
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5.0 von 5 Sternen Urlaubslektüre, 13. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Ein gewichtiges Werk, über 500 Seiten, aber spannend bis zum Schluss. Fesselnd geschrieben und voller Details. Den Autor kann man empfehlen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr ausführliche Beschreiben seines Wirkens, aber..., 19. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
leider kommt an manchen Stellen das persönliche zu kurz. In Bezug auf den Holocaust wird alles minutiös dargestellt und ist für mich eine großartige Darstellung der Entstehung der Judenvernichtung gewesen, vor allem aus dem Blick von Himmler. Bezüglich dieser Topoi kann ich dieses Buch nur empfehlen. Etwas zu kurz kommt jedoch die Darstellung der Beziehung zu seiner Frau, seiner Tochter und seiner Geliebten. Nur am Rande werden diese Beziehungen abgehandelt, tiefere Eindrücke kriegt man nicht, was jedoch vor allem in Bezug zu seiner Tochter wichtig wäre, die sich bis heute noch nicht von ihrem Vater distanziert hat.

Alles in allem kann man dieses Buch aber sehr empfehlen; Ich habe den Kauf auf jeden Fall nicht bereut.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ja das Buch gefällt mir, 22. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Es ist sehr gründlich, die Information ist umfangreich, man bekommt ein Gesamtbild aus dem Umfeld, und über den
Zeitgeist und die Geschichte die den H. mitbestimmen und über sein Charakter auch.
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17 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Informativ, leider langweilig runtergeschrieben, verdient nicht den Untertitel "Biografie", 12. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Man erwartet von einer Biografie etwas aufschlussreiches, etwas persönliches, Einblicke und etwas über die Person - das kommt in diesem Buch leider alles zu kurz. Kilometerlange Abhandlungen über die SS allgemein und die Verbrechen im Besonderen werden ausführlichst dargestellt. Alles aber hinlänglich bekannt und nichts neues, leider.
Das Buch ist nun wirklich kein großer Wurf. Umso unverständlicher finde ich den Hype und die Meinung, dass Buch wäre "sensationell" - entweder die Leute, die so etwas schreiben, haben es nicht gelesen, oder sie haben keine Ahnung!
Beispiel: die eigentlich spannende Beziehung und Konstellation Hitler-Himmler bleibt völlig im Dunkeln, sehr Schade! Da gibt es wirklich a) bessere Biografien im allgemeinen und im b) im Besonderen über die SS.
Völlig langweilig und ewig ausführlich, rein technokratisch runter geschrieben. Liest sich sprachlich einfach sehr schlecht und wenig schön, abgesehen davon, dass auch inhaltlich einiges einfach unerwähnt bleibt! So fehlt zum Beispiel gänzlich das Kapitel, wie Himmler den persönlichen Weg zu Hitler gefunden hat. Longerich verzichtet sogar in seiner Biografie auf die Erwähnung der NSDAP Mitgliedsnummer, Eintrittsdatum, SS Mitgliedsnummer, Eintrittsdatum, etc.
Auf den ersten Seiten des Buches gibt Longerich Auskunft über die Jugend und Liebeleien, Herzschmerz, Zerrissenheit, Familie, Zuhause. Das ist Okay, soweit. Über die Beziehung zu seiner Frau und ganz besonders zu seiner Tochter bleibt er aber völlig an der Oberfläche - wobei einen gerade das brennend interessieren könnte! Wenn das Buch die Überschrift SS gehabt hätte, hätte ich gewusst, was ich habe, so kann ich das Buch leider nicht empfehlen.
Wer schon einmal wirklich spannende Biografien über Stalin von Simon Montefiore, oder Irvings Goebbels oder Göring, oder Biografien von anderen Autoren britischer Herkunft gelesen hat, muss von diesem Werk zwangsläufig enttäuscht sein. Es ist sprachlich einfach wenig erfrischend, obwohl die Person Himmler so viele Widersprüche liefert, die man um längen besser darstellen hätte können. Erschreckend oberflächig wird die Person Himmler abgehandelt!
War den Kaufpreis nicht Wert!
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Mannes als Schlüssel zur Shoa?, 13. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Es sind Worte, die bis heute nichts von ihrer Ungeheuerlichkeit verloren haben und mit zu den zugleich schockierendsten und enthüllendsten Dokumenten des 'Dritten Reiches' gehören. Am 4. Oktober 1943 hielt Heinrich Himmler eine Rede vor einigen SS-Gruppenführern in Posen, eine Rede, die heimlich aufgezeichnet wurde. Im Verlaufe seines Vortrages äußerte er sich auch zum zu diesen Zeitpunkt auf Hochtouren laufenden Massenmord an den europäischen Juden: "Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen, wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben und dabei - abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwäche - anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht" (319). Was ist das für ein Mensch, der es als "anständig" empfindet, Frauen und Kinder zu ermorden und Mitgefühl mit den Opfern als "Schwäche" bezeichnet? Peter Longerich versucht in seiner monumentalen Biografie über Heinrich Himmler zu entschlüsseln, wie der Reichsführer-SS zu einem der mächtigsten Männer im nationalsozialistischen Machtapparat werden konnte, welche Rolle er bei der Shoa spielte und welchen Stellenwert Ideologie und Machtpolitik bei Himmler besaßen.

Das Buch ist keine platte Lebensgeschichte Heinrich Himmlers, welche dem Credo von den großen Männern, die Geschichte machen, gehorcht, sondern eine "sinnvolle Verbindung von Biografie und Strukturgeschichte" (12), wie es Longerich im Prolog ankündigt. In der Tat gelingt es dem Buch überzeugend aufzuzeigen, welche Rolle die Person Himmler im NS-Staat spielte und wie wiederum Himmler durch sein persönliches Handeln Einfluss auf die Strukturen des 'Dritten Reiches' nahm.

Bereits 1927 wird der ehemalige Student der Agrarwissenschaften Chef der SS, zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als eine kleine Gruppe rauffreudiger Männer, die bei Parteiveranstaltungen der NSDAP für Ruhe und Ordnung sorgen sollten. Im Verlaufe der kommenden Jahre baute Himmler diesen Türsteherverein zu einer selbsternannten Eliteeinheit aus, welcher im Vernichtungskrieg die Rolle der praktischen Umsetzung der ideologischen Vorgaben zukommen sollte. Germanenkult, Ahnenkult, Welteislehre: Welche Rolle spielten Himmlers ideologischen Überzeugungen für die SS? Longerich zeigt auf, dass Himmler, fanatischer Ideologe, der er war, durchaus auch ein entsprechendes Gespür für machtpolitische Aspekte besaß: "Himmler war vielmehr in erster Linie ein höchst flexibler und anpassungsfähiger Politiker, der es verstand, seine jeweilige Politik mit ideologischen Versatzstücken zu legitimieren. Oder anders ausgedrückt: Offensichtlich wollte sich der Politiker Himmler durch den Ideologen Himmler in seiner Handlungsfreiheit nicht zu stark beschneiden lassen" (274).

War die Shoa, das Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhundert, maßgeblich das Werk Heinrich Himmlers? Longerich zeigt auf, dass der Mord an den Juden in der Form, wie er stattfand, nicht auf einen einzelnen Befehl Hitlers oder Himmlers zurückging, sondern in der Struktur des 'Dritten Reiches' begründet liegt: "Tatsächlich herrschte in der Führungsriege des Regimes [...] ein Konsens vor, die 'Judenfrage' auf eine radikale, mörderische Weise zu 'lösen', aber die Umsetzung dieses Ziels vollzog sich in einem für das Regime charakteristischen Zusammenspiel aus Vorgaben von oben und Initiativen von unten" (559). Dass die von der SS geleiteten Konzentrations- und Vernichtungslager so eine tödliche Effizienz erreichen konnten lag also auch daran, dass viele verantwortliche SS-Männer von Himmler persönlich ausgewählt worden sind und ihm somit ihre beruflich und finanzielle Existenz verdankten. Unter anderem aus diesem sowohl materiellen als auch emotionalen Abhängigkeitsverhältnis entwickelte sich vor Ort eine Eigeninitiative, um das von oben grob formulierte Ziel der 'Endlösung' zu realisieren. Hier wird die von Longerich so bezeichnete Verbindung von Persönlichkeits- und Strukturgeschichte besonders deutlich.

Trotz dieser angemessenen Abwägung zwischen Person und Struktur wird doch deutlich, welchen hohen Stellenwert Longerich Himmler im NS-Staat beimisst, was zu der Schlussfolgerung führt, dass ohne die Person Himmler die Geschichte des 'Dritten Reiches' nicht solche extremen Ausmaße angenommen hätte: "Er hatte [...] ein schrankenloses System von Terror und Massenmord im gesamten europäischen Raum installiert; er herrschte mit dem Instrument der 'Vernichtung durch Arbeit' über eine Armee von Sklavenarbeitern; er hatte die Umsiedlung von mehreren Dutzend Millionen, nach rassischen Kriterien selektierten Menschen in Angriff genommen und er war dabei, neben der Wehrmacht eine zweite Armee aufzustellen, die in ihrer Zusammensetzung nationale Grenzen hinter sich ließ und strukturell das künftige großgermanische Reich vorwegnahm" (662f.).

Fazit: Eine sehr gut zu lesende Biografie eines Mannes, die erkenntnisreiche Einblicke in das System des NS-Staates liefert und einen wichtigen Beitrag liefert, um sich der wichtigsten Frage der deutschen Geschichte, der Frage nach dem Menschheitsverbrechen der Shoa, anzunähern.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eher eine Doktorarbeit, 13. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heinrich Himmler: Biographie (Broschiert)
Eine Fleißarbeit. Ganz bestimmt. Somit hat sie sicher einen wissenschaftlichen Wert.
Sonst kann ich mich der Meinung von "blueshound" nur anschließen, denn von einer Biographie
erwarte ich mehr. Der Autor mag ein herrvoragender Wissenschaftler sein, darüber steht mir
kein Urteil zu und ich werde mir keines anmaßen.
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Heinrich Himmler: Biographie
Heinrich Himmler: Biographie von Peter Longerich (Broschiert - 3. Mai 2010)
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