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Kundenrezensionen

4
3,8 von 5 Sternen
Der kleine Darwin. Alles, was man über Evolution wissen sollte.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2010
ich habe dieses Buch zum Ende des Darwinjahres geschenkt bekommen, da ich Biologie studiert habe. Außerdem habe ich letztes Jahr viel über Darwin gelesen.
Deswegen war dieses Buch auch eher eine Enttäuschung für mich. 2 Sterne gibts immerhin noch, da es für den interessierten Laien ohne Vorkenntnisse geschrieben wurde und dementsprechend einfach zu lesen ist, weil die einleitenden Kapitel das Leben und die Weltreise Darwins ganz nett schildern und weil auch Wallace Erwähnung findet.
ich kann mich in den negativen Teilen der ersten Rezensentin anschließen: was Darwin in seiner Buch "On the Origin of species..." eigentlich geschrieben hat und was die Evolutionstheorie aussagt, wird nicht erläutert - es ist doch etwas mehr als nur die Stichworte Selektion und Anpassung (wenigstens der Zusatz "natürliche" wäre noch erwähnenswert gewesen)!

Auf S. 60 erläutert der Autor, dass "Laien... am allerliebsten erfahren möchten, wie der Mensch aus einem Affen... hervorgehen konnte". Leider wird dies nicht weiter relativiert und man bekommt den Eindruck, dass der Autor selbst daran glaubt vom Affen abzustammen. Dies ist eines der größten Missverständnisse, das sich hartnäckig bis heute hält. Tatsache ist, dass Affen und Menschen einen gemeinsamen Vorfahren haben (der aber aller wahrscheinlichkeit nicht als Affe bezeichnet werden kann) und nicht, dass wir von einem der (evtl. sogar heute noch existierenden?!) Affenart abstammen. Diese Tatsache hätte für mich gleich am Anfang mehr Bedeutung eingeräumt werden müssen und nicht erst auf S. 148 weiter erläutert werden sollen.
Auch der Landgang der Wirbeltiere wird auf S. 78f. kurz erläutert; mit der falschen Aussage, dass Lungen erst mit dem Landgang (und nur dafür) entstanden sind. Lungen sind ein typisches Merkmal aller (Knochen)Fische (!). Bei den Strahlenflossern bilden sie die Schwimmblase und bei den Fleischflossern existieren diese heute noch z.B. in den sog. Lungenfischen, die Kiemen und Lunge besitzen. Wie bei den meisten Merkmalen gab es im Laufe der Evolution eine "Nutzungsänderung" in einer anderen Umwelt. So z.B auch hatten (einige) Dinosaurier zuerst Federn und begannen erst viel später zu fliegen.
Auch die Aussagen auf der selben Seite, dass "wer sich durchsetzen wollte, konnte versuchen, größer und stärker zu werden" wirkt eher nach der Linné'schen Evolutionstheorie als der heutigen. Diese handelt z.B. von den Giraffen, die die höhergelegenen Blätter fressen wollten und deswegen einen längeren Hals bekamen - nur leider funktioniert dass so nicht: Evolution ist nicht zielgerichtet und schon gar nicht von dem ihr unterworfenem Organismus bestimmbar (sonst hätten Bodybuilder auch kleine Bodybuilder-Kinder und Sonnenstudio-Junkies schon gebräunte Babies).
Und Trilobiten haben ihren Namen auch nicht von ihrer horizontalen Dreiteilung in "einen Kopf, einen Schwanz und ein Mittelstück", sonder einer vertikalen...

Ich habe es bis zur Hälfte gelesen, um Evolution einfacher erklären zu können - danach haben mich die Fehler (die mir aufgefallen sind und ich bin auch kein Experte auf allen Gebieten) davon abgehalten. Einiges ist einfach schlecht recherchiert - auch wenn es Kleinigkeiten sind, die wahrscheinlich keinen Unterschied zum allgemeinen Verständniss ausmachen. Trotzdem kann ich das Buch nicht wirklich empfehlen.
Schade, aber Mayr (What Evolution is) und Schilthuizen (Frogs, flies and dandelions. The making of species) haben bessere Werke über Evolution geschrieben, die auch für den interessierten Laien einfach lesbar sind - wenn vielelicht auch nicht an einem Nachmittag wie "Der kleine Darwin".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 27. Februar 2009
Das Buch ist sehr leicht zu lesen. Es gibt einen interessanten und kurzweiligen Überblick über das Leben Darwins, den Weg zu seiner Entdeckung, wesentliche Schlüsselbegriffe der Evolutionstheorie, moderne Weiterentwicklungen wie Genetik, Evo-Devo, Evolutionäre Erkenntnistheorie und verschiedene begriffliche Abgrenzungen (z. B. Lamarckismus versus Darwinismus). Im letzten Kapitel sind dann noch der Mensch und dessen Kultur das Thema.

Besonders gut haben mir die Abschnitte "Die Gene und ihre Dynamik" und "Evo-Devo" gefallen, in denen neueste Forschung zur Sprache kommt, und in denen Fischer auf wenigen Seiten den Sachverhalt erklärt, der auch das Thema von Bauers Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus ist, nur dass Fischer damit keinen Abschied vom Darwinismus in Verbindung bringt. Im "Evo-Devo"-Abschnitt hätte ich mir gewünscht, dass die angebliche Kreativität des Genoms noch etwas ausführlicher erklärt worden wäre.

Ebenfalls gut haben mir die Abschnitte "Die physiologische Frühgeburt" und "Familienleben" des Mensch-Kapitels gefallen, in denen Erscheinungen wie feste Paarbeziehungen und Familie biologisch begründet werden. Fischers Resümee (163): "Die Familie ist eine biologisch begründete Tatsache, deren Zustandekommen im evolutionären Kontext verstanden werden kann."

Allerdings sind mir auch einige Dinge aufgefallen, die ich weniger optimal gelöst fand, bzw. die m. E. sogar nicht ganz korrekt sind.

Auch dieses Buch erklärt leider nicht, was denn nun eigentlich die Evolutionstheorie genau ist. Konkret: Ich vermisste einen Abschnitt mit dem Titel: "Die Darwinsche Evolutionstheorie".

Dies drückt sich dann auch in den Details aus, zum Beispiel beim für die Evolutionstheorie so wichtigen Fitness-Begriff. So erläutert Fischer zunächst (84), dass die Formel des "Überleben des Tüchtigsten" wohl eine Tautologie sei, weil mit dem Tüchtigsten der Überlebensfähigste gemeint sei, es hierbei also lediglich um ein "Überleben des Überlebensfähigsten" ginge. Er zieht sich deshalb auf das zurück, (85) "was ursprünglich mit diesem Begriff [Fitness] gemeint war und in der Evolution zählt", nämlich die Rate der Reproduktion beziehungsweise der Vermehrungserfolg.

Genau dies würde aber aus der natürlichen Selektion (fittere Individuen hinterlassen mehr Nachkommen als weniger fitte) weiterhin eine Tautologie machen. Und so schreibt denn auch das englische Wikipedia richtigerweise dazu: "The phrase 'survival of the fittest' is sometimes misunderstood to simply mean 'survival of those who are better equipped for surviving,' which is a tautology. What Darwin meant was 'better adapted for immediate, local environment', tracking changing environments by differential preservation of organisms better adapted to live in them. The theory is not tautological as it contains an independent criterion of fitness."

Fitness muss deshalb - wie Manfred Eigen in Stufen zum Leben anmerkte - unabhängig von Populationszahlen definiert werden. Fitness kann nicht mit Reproduktionserfolg gleichgesetzt werden.

Problematisch sind m. E. auch die Erklärungen zum Altruismus auf den Folgeseiten und zum Sozialverhalten von Insekten. Es ist richtig, dass man das Sozialverhalten von Ameisen durchaus mittels der Sippenselektion (Verwandtenselektion) erklären kann (88). Mitchell betont aber in Komplexitäten, dass diese Erklärung für Bienenstaaten kaum mehr schlüssig ist. Die von Fischer gegebenen Beispiele zum Altruismus mögen zwar gleichfalls mit der Sippenselektion erklärbar sein (87), jedoch handelt es sich dabei keineswegs um echten Altruismus. Solcher scheint nur in getrenntgeschlechtlichen Populationen vorteilhaft zu sein, wie die Arbeiten von Zahavi und Mersch nahe legen. Die Rolle der Sexualität wird in diesem Zusammenhang aber erst gar nicht diskutiert.

Erstaunlich auch Unrichtigkeiten wie die folgende (88): "Bekanntlich gibt es bei Bienen die Drohnen, die zwar arbeiten, sich aber nicht selbst fortpflanzen." In Wirklichkeit sind Drohnen männliche Bienen, die die meiste Zeit ihres Lebens recht untätig im Bienenstock herumsitzen und sich füttern lassen. Einmal in ihrem kurzen Leben versuchen sie eine Königin zu begatten. Danach sterben sie dann auch schon. Fischer meint an dieser Stelle wohl die Arbeiterinnen, und das sind Weibchen.

Nicht beantwortet wird die Frage "Warum gibt es überhaupt Sex?" (138), jedenfalls im Vergleich zu dem, was etwa in Wozu gibt es Sexualität?: The Queen of Problems in Evolutionary Biology dazu zusammengetragen wurde. Und auch zum Infantizid bei den Löwen gibt es plausiblere Erklärungen als ausgerechnet die Theorie der egoistischen Gene.

Sehr problematisch sind m. E. die Ausführungen zum Thema "Frauen und Männer", denn hier werden die geringeren beruflichen Chancen von Frauen vorwiegend psychologisch begründet (geringeres Selbstvertrauen etc.). Modernere evolutionstheoretische Begründungen wie die unterschiedliche Chromosomenausstattung (XY vs. XX) der Geschlechter und die damit verbundene stärkere Extremität des männlichen Geschlechts (z. B. haben sehr viel mehr Männer eine sehr hohe oder eine sehr niedrige Intelligenz als Frauen) kommen erst gar nicht zur Sprache.

Verblüffenderweise heißt es dann sogar (174): "Das mangelnde Selbstvertrauen von Mädchen fördert unsere Gesellschaft dadurch, wie empirisch vielfach belegt werden konnte, dass Jungen sowohl im Kindergarten als auch in der Schule mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als den Mädchen - was unter anderem dadurch zustande kommt, dass sich Knaben auch dann melden, wenn sie eigentlich nichts zu sagen haben."

Dabei hat sich längst allgemein - bis in die Ministerien hinein - herumgesprochen, dass mittlerweile ganz klar die Jungen im Schulsystem benachteiligt werden. Der unterschiedliche Schulerfolg von Jungen und Mädchen spricht eine klare Sprache.

Fazit: Ein gut lesbares, interessantes Buch, welches leider aber auch einige Schwächen aufweist, und zwar insbesondere dann, wenn es sich vom eigentlichen Thema entfernt.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Februar 2009
Gekauft habe ich den "Kleinen Darwin" eigentlich wegen eines anderen Buches aus der Pantheon-Reihe. Auf der Suche nach dem Gedächtnis: Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes von Eric Kandel. Bereits bekannte Informationen (wer kennt nicht Darwins Evolutionstheorie?) werden kompakt und mit Humor gewürzt wiederholt. Doch sollte der interessierte Leser sich nicht zurücklehnen und an kalten Kaffee denken wenn es um die Pantheon Bücher geht: Neueste wissenschaftliche Theorien und Denkansätze werden gut verständlich und von verschiedenen Seiten beleuchtet vorgestellt. Spannend für den Laien - und der Fachmann hat Spaß!
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am 19. Dezember 2010
Das Buch gibt einen Einblick in das Thema. Gut geschrieben.
Für Anfänger des Themas wie mich sehr empfehlenswert um einen Überblick zu erhalten.
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