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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide Biographie mit ein paar Schwächen
Man kann diese Napoleon-Biographie durchaus einem historisch interessierten Leser empfehlen. Die französische Weltgestalt Napoleon, um den sich zahlreiche Legenden ranken, wird von Willms auf gut lesbare Weise dargestellt. Dabei konzentriert er sich zu Recht auf die politischen/militärischen Belange und erwähnt das Liebesleben nur dort, wo es für...
Am 17. Juni 2005 veröffentlicht

versus
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fleißarbeit mit kleinen Defiziten
Arbeitsscheu ist der Autor keineswegs gewesen. Die Biographie ist mehr als umfangreich und wertvoll sind die vielen Originalzitate - lobenswerter Weise auch mit den dazugehörigen Endnoten und somit Quellenangaben. Bei einer Biographie erwartet man auch die Lebensgeschichte - samt den Aspekten wie Affären etc., die nicht unbedingt in eine Politikgeschichte...
Veröffentlicht am 18. November 2011 von Siggi


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fleißarbeit mit kleinen Defiziten, 18. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Broschiert)
Arbeitsscheu ist der Autor keineswegs gewesen. Die Biographie ist mehr als umfangreich und wertvoll sind die vielen Originalzitate - lobenswerter Weise auch mit den dazugehörigen Endnoten und somit Quellenangaben. Bei einer Biographie erwartet man auch die Lebensgeschichte - samt den Aspekten wie Affären etc., die nicht unbedingt in eine Politikgeschichte gehören, aber sehr wohl das Bild der Hauptperson abrunden. Positiv hervorzuheben sind auch die vielen Landkarten im Anhang (Anstoß nehmen könnte man vielleicht an der Bezeichnung "Deutsches Reich" für das Alte Reich/Heilige Römische Reich (deutscher Nation), wobei hier die Schwerpunktsetzung auf die Schlachten augenfällig wird.

Was störend auffällt, ist, dass die vorangegangene Forschungsliteratur kaum erwähnt wird, auf die sich Willms stützt, so dass teilweise der Eindruck erweckt wird, als ob er alles neu entdeckt und erforscht hätte. Vor allem, da passagenweise sehr wohl eine Bezugnahme auf frühere Werke, die Willms ja gelesen haben muss, auffällt, auch was die Bewertung Napoleons als Person und Politiker betrifft. Beim Umfang des Werkes und selbst der Fußnoten wäre es gut gewesen, hier auch 2 - 3 Seiten Literaturverzeichnis der verwendeten Werke abzudrucken.

Obwohl ein kritischer Blick sehr begrüßenswert ist und ich keineswegs ein "Fan" von Napoleon bin, wirkt es beim Lesen irgendwie befremdlich, wie sehr sich Willms darum bemüht, Napoleon von seinem Podest zu holen und seine Schwachstellen aufzuzeigen, ihn Machthunger und was sonst noch alles zuzuschreiben.
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide Biographie mit ein paar Schwächen, 17. Juni 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Man kann diese Napoleon-Biographie durchaus einem historisch interessierten Leser empfehlen. Die französische Weltgestalt Napoleon, um den sich zahlreiche Legenden ranken, wird von Willms auf gut lesbare Weise dargestellt. Dabei konzentriert er sich zu Recht auf die politischen/militärischen Belange und erwähnt das Liebesleben nur dort, wo es für diesen Bereich von Bedeutung ist. Die größtenteils schwülstigen Liebesbriefe an Josephine, die andernorts gerne breitgetreten werden, finden hier nur exemplarische Berücksichtigung.
Bei der Darstellung der politischen Karriere Napoleons fällt allerdings leider eine Einseitigkeit der Beurteilung negativ ins Gewicht. Napoleon wird zwar nicht in eine Reihe mit Stalin oder Hitler gestellt (auch wenn Willms dies einmal anzudeuten scheint), weil diesen das Genie Napoleons fehlte, doch er ist für Willms vor allem Despot, ein Diktator, der sich die Welt zum Untertan machen will. Daß seine Herrschaft zugleich die Sicherung einiger Errungenschaften der Revolution bedeutete, wird von Willms kaum thematisiert und in aller Regel als allein der Machtsicherung geschuldet dargestellt. Die sich aufdrängende Frage, wieso Napoleon noch heute von vielen verehrt wird, beantwortet Willms daher fast ausschließlich mit Hinweis auf napoleonische Propaganda.
Aufgrund des begrenzten Umfangs der dennoch umfangreichen Biographie mußte sich Willms auf die Person Bonaparte konzentrieren. Dabei fallen leider viele Begebenheiten seiner Zeit notgedrungen unter den Tisch. Dennoch hätte es der Biographie gut getan, wenn sie bspw. den ein oder anderen Weggefährten oder Kontrahenten etwas ausführlicher dargestellt hätte. Auch wäre ein Vergleich seiner Herrschaftsformen mit anderen Ländern sinnvoll gewesen, um aufzuzeigen, wo er neues geschaffen hat und wo er in den Konventionen seiner Zeit hängen geblieben ist. Diese Frage ist unausweichlich, will man die historische Größe einer Person herausarbeiten. Wie dies zu bewerkstelligen ist, hat erst vor einem Jahr Johannes Kunisch mit seiner beeindruckenden Biographie von Friedrich dem Großen unter Beweis gestellt. Auch wenn Willms an diese Meisterleistung nicht heranreicht, besteht kein Zweifel daran, daß seine Biographie trotz der skizzierten Mängel eine der besseren ihrer Gattung ist.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab, 25. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
In der Person Bonapartes fokussiert sich die zentraleuropäische Geschichte. Der Aufstieg des korsischen Generals zum Kaiser der Franzosen, sein Scheitern, seine Verbannung ans Ende der Welt haben im Lauf zweihundertjähriger Mythenbildung nie aufgehört, die Europäer zu beschäftigen. Seine Kriege kosteten Hunderttausende das Leben und verwüsteten Europa, doch seine Verwaltungsreform, sein Gesetzeswerk, sein Bildungssystem prägten Frankreich tief und wirken bis in unsere Zeit. Johannes Willms legt eine detailreiche und präzise recherchierte Biografie vor: Er konzentriert sich auf das Streben Napoleons zur Macht, des Siegs als Bedingung der Macht, schließlich des kontinuierlichen Kriegs als Voraussetzung des Machterhalts als wesentliche Motivation für Bonapartes Handeln. Auf diesem Hintergrund wirkt Napoleons Verpflichtung als korsischer Clanchef, der die ständig nervende Familie mit Königskronen, neu geschaffenen Staaten und Apanagen zufrieden stellen muß, auf komische Weise anachronistisch. Die Auswirkungen des Empire auf Gesetzgebung und Verwaltung Frankreichs sowie auf die deutsche Geschichte in ihrer einzigartigen Synthese von Zerstörung und Neugestaltung kommt demgegenüber in Willms' Werk leider zu kurz. Richtig störend fand ich die oft unangemessen saloppe Sprache des Buches, die eher einem Zeitungsartikel angemessen wäre. Ein besseres Lektorat wäre dem Buch gut bekommen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nicht vorbehaltlos zu empfehlen, 1. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt

Johannes Willms versucht erzählerisch mittels zahlreicher Aufnahmen von Zeitgenossen, der internen Briefe und Selbsterzeugnisse Bonapartes die Charakterzüge des genialen Strategen des Empire einer breiten Leserschaft nahe zu bringen. Indes verfolgt er die Spuren der psychologischen Momente eines Despoten, eines zum Kaiser aufgestiegenen und gescheiterten Menschen, dessen Schwächen zum Trotz Europas Gesicht nachhaltig veränderte und nationales Profil bekam. Die Leser bleiben jedoch in Verfilzungen des Clans Bonaparte und in den Intrigen des postrevolutionären Frankreichs verfangen. Neben den detaillierten Beschreibungen der wichtigen Feldzüge sind diese die Hauptmotive der Biographie. So bleibt das Buch den Lesern eine Synthese schuldig. Willms' Anmerkungen, die zwar erklärend als moralische Noten ohne weitere Begründung auftauchen, kompensieren keineswegs die der Biographie fehlende Dialektik im Sinne der modernen Geschichtsschreibung. Hier werden machtstrukturelle und konstitutionelle Ausdifferenzierungen der europäischen (allgemein) und innenfranzösischen Politik (im besonderen) jener Epoche vermisst, der Napoleon gegenübertritt und die er reformiert. Allein auf den Opportunismus eines des Krieges willen agierenden Menschen zu appellieren, dem nach Bonaparte, so Willms, zum Sturz vorbestimmt war, reicht nur für ein eingeschränktes Resultat.

Zur Form

Dass ein historisches Buch recherchiert sein soll, ist eine Selbstverständlichkeit und bedarf keines besonderen Lobs. Liegt solch eine Arbeit vor, ist von ihr mit Recht zu erwarten, dass die Bezugsquellen in eine einheitliche Form gebracht worden sind, die den Lesern die Orientierung erleichtern soll. Es ist also höchst unverständlich, weshalb die Zitate im Buch mal im Fluss der Absätze, mal in eigenen Blöcken, mal klein gedruckt oder kursiv gesetzt vorkommen. Dies zu korrigieren, wäre die Aufgabe der Redaktion gewesen.

Konträr zu Willms ernster Absicht eine moderne Biographie vorzulegen, steht die gewählte Sprache. Man hätte den Umfang des Buchs leicht reduzieren können, wenn man die lax formulierten Füllsätze weggelassen hätte. Darüber hinaus benutzt der Autor eine antiquierte Schreibweise, die den Sprachgebrauch des 18. Jahrhunderts durchsickern lässt.

Das Resultat

Kurzum ist die Biographie von Johannes Willms, gebunden oder broschiert (in Frühling 2007), nicht vorbehaltlos zu empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufstieg und Fall des kleinen Korsen, 24. August 2011
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Broschiert)
Neben Alexander den Großen und Cäsar gilt Napoleon Bonaparte als einer der größten Feldherren der europäischen Geschichte und hat dabei mit Cäsar unter anderem gemein dass sein Aufstieg zu imperialen Würden als Schulbeispiel für den Willen zur Macht eingegangen ist. Doch wer war dieser Mann, der vom wenig begüterten Leutnant und korsischen Patrioten zum Kaiser der Franzosen und Schrecken der europäischen Großmächte werden sollte.

In seiner Napoleon-Biografie versucht Johannes Willms nicht nur die historischen Taten Napoleons nachzuzeichnen, sondern einen Blick auf die Persönlichkeit des kleinen Korsen zu ermöglichen. Dazu nutzt er die Korrespondenzen Napoleons und seiner Zeitgenossen ebenso, wie dessen literarischen Gehversuche. Gelungen ist ihm der Blick auf Napoleons Persönlichkeit vor allem in dessen jungen Jahren, als der Zweitgeborene nach dem Verlust des Vaters die Rolle des Familienoberhauptes übernahm und schon als junger Offizier den Großteil seines Lohns in die Heimat an seine Familie zurückschickte. Als Korse des Französischen nur mit Akzent mächtig fand sich der junge Napoleon in Willms Darstellung in der Militärschule als klassischer Außenseiter wieder, was er jedoch mit einem glühenden korsischen Patriotismus und entsprechenden erträumten Ambitionen als künftiger korsischer Befreier zu kompensieren versuchte.

Unwillkürlich fragt man sich bei den Schilderungen Willms wie aus diesem fast mittellosen Jungoffizier, dem keineswegs automatisch eine große Karriere möglich schien, zu "dem" Napoleon werden konnte, vor allem weil diesem jungen Mann Korsika zunächst mehr als Frankreich zu bedeuten schien. Eine konkrete Antwort darauf kann Willms nicht bieten, doch er verweist auf die Umstände, wie Napoleons Erkenntnis dass er alles was er bis dahin schon erreicht hat Frankreich zu verdanken hat und dass die korsische Nomenklatura Paolis den Bonapartes keineswegs jenen Platz einräumen würde, den sich Napoleon für sie gewünscht hätte. Zudem kam Napoleon ein eklatanter Offiziersmangel zu Hilfe, nachdem viele adelige Offiziere nach der Revolution ins Ausland geflüchtet waren. Dank dieses Umstandes blieb Napoleon mehr als nur einmal die Entlassung aus der Armee erspart und so war es ihm auch möglich überraschend schnell die Rangleiter nach oben zu steigen, nachdem er seine korsischen Ambitionen beiseite gelegt hatte. Nun konnte Napoleon beweisen welches Talent er wirklich besaß und so machte er sich für das Direktorium schon bald unverzichtbar.

Eine der Stärken von Johannes Willms Napoeleon-Biografie liegt in meinen Augen darin, dass sich der Historiker darauf verstanden hat gerade dem jungen Napoleon dem sonst eher weniger Raum gewidmet worden wäre Leben einzuhauchen und durch ihn bereits manche der Eigenschaften verständlich zu machen, die er in späteren Jahren vorweisen sollte. Willms verfällt jedoch gerade bei der Darstellung von Napoleons Jahren als General und politischem Aufstieg auf eine Außenperspektive des großen Strategen. Was jedoch auch einen Anreiz bieten kann, Napoleons Motive weiter zu ergründen. Interessant ist auch das Willms sehr geschickt Napoleons Zeitgenossen und einiger seiner Gegenspieler porträtiert, was einerseits mehr Leben in die Biografie bringt, zugleich aber manchmal auch von Napoleon ablenkt. Zugutehalten lässt sich Willms Biografie auch dass man wirklich eine gewisse Faszination für den Aufstieg Napoleons verspürt, denn so oft hätte er auf seinem Weg scheitern und nur als eine Fußnote in die Geschichte eingehen können. Dieser Aspekt ist für mich auch der wichtigste und das was mich an Willms Porträt des kleinen Korsen am meisten fasziniert hat. Als Abstriche empfinde ich jedoch dass sich die Erzählung manchmal regelrecht zu überschlagen scheint, es fehlt dann doch in manchen Passagen die Klarheit, was unter anderem aber am sehr lebhaften Erzählstil liegen mag.

Fazit:
Eine betont menschliche Biografie einer faszinierenden historischen Persönlichkeit.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts Neues, aber sehr unterhaltsam!, 14. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Darüber, dass es den Historikern schwer fallen würde, ihn ganz aus der Geschichte verschwinden zu lassen, war sich Napoleon bereits am Ende seines Lebens im Klaren. Das er darin Recht behalten hat, beweist heute auch der Berg von geschätzten 80.000 Publikation die seine Person zum Thema haben. Einem an

der Person des korsischen Eroberers Interessierten steht also ausreichend Material zur Verfügung, seinen Wissensdurst zu stillen. Angesichts dieser ganze Bibliotheken füllenden Menge von Büchern und der Tatsache, dass die Zusammenhänge um Napoleon und die wesentlich von ihm geprägte Epoche der

europäischen Geschichte jedem historisch Interessierten sowieso mehr oder weniger geläufig sind, stellt sich wohl bei jeder Neuerscheinung zu diesem Thema wieder die Frage: Braucht die Welt dieses Buch nun auch noch? Wo selbst Untersuchungen zu einzelnen speziellen Aspekten seiner Zeit kaum noch wirklich

Neues anzubieten haben, erschließt sich der Sinn einer x-ten Erzählung seines Lebens nur schwer.

Lässt man sich jedoch auf das voluminöse Produkt aus dem C.H.Beck-Verlag ein, vergisst man diese Fragen bereits nach ein paar Seiten. Bereitwillig folgt man dem Autor Johannes Willms auf seiner rasanten Fahrt durch Napoleons Leben. In kurzen pointierten Schritten folgt er seinem" Napoleon von Korsika über die Kriegsschauplätze in Italien und Ägypten, auf denen der junge General der Revolution das Fundament für seine Karriere im Heimatland legt. Begleitet ihn durch die Wirren seiner Machtergreifung und auf den nicht enden wollenden

Kriegszügen durch Europa, auf denen sein Held" das Gesicht des Kontinents nach seinem Gusto zu ändern suchte. Er folgt dem vermeintlich vom Schicksal Getriebenen in sein erstes Exil und bei seiner kurzen Rückkehr auf die politische Weltbühne, um ihm dann dabei zu beobachten wie er auf St. Helena an

der eigenen Legende strickt, wohl ahnend, dass sich Generationen von Autoren an seiner Person abarbeiten werden. Willms gelingt es dabei, aus einer Unmenge von Quellen einen anschaulichen und fesselnden Erzählstrom herauszudestillieren.

Leider stellt er dabei der von Napoleon initiierten Verklärung seiner Person lediglich ausgesuchte Briefquellen und Erinnerungen entgegen, ohne sich jedoch je die Frage nach deren Zuverlässigkeit zu stellen. Diesen Mangel an Quellenkritik versucht er auszugleichen indem er die Person und deren Handeln

selbst ständig kritisiert. Kaum eine Leistung lässt Wilms seinem" Napoleon durchgehen. Politisches Geschick und militärisches Talent werden ihm so oft abgesprochen, dass man sich bereits zur Hälfte des Buches fragt wie der kleine Korse" seine Zeit so nachhaltig prägen konnte. Ein zweiter Wermutstropfen ist

die Eindimensionalität des Buches. So wunderbar süffig man dieses Buch am Stück weglesen kann, stellt sich doch einige Male das Gefühl ein, dass man über bestimmte (heute durch die Forschung hinreichend erschlossene) Themenbereiche

am Rande gern noch mehr erfahren hätte. Willms beschränkt sich jedoch zugunsten des Leseflusses weitestgehend auf die militärischen und politischen Großtaten seines Helden.

Wer sich ernsthaft mit Geschichte und besonders der des französischen Imperators auseinandersetzen will, muss weiter auf die vielen anderen (modernen) Werke vor allem französischer Historiker zurückgreifen (oder sich doch besser gleich zu

den heute weitestgehend erschlossenen Quellen begeben). Der historisch Interessierte jedoch, der sich ohne Magisterabschluss und Kenntnissen in Quellenkritik und Theoriediskussion einfach nur über die Person Napoleons informieren will ohne sich dabei zu langweilen, sollte ohne Zögern zu diesem Buch greifen.

Denn nach der Lektüre dieses Wälzers kann man abschließend zufrieden feststellen: Willms erzählt uns hier nichts Neues, dass aber auf sehr unterhaltsame Weise.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen akademisch - journalistisch hochtrabende Biografie, 26. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Broschiert)
Eine akademisch-journalistische aufbereitete Biografie,die zwar wissenschaftlich akribisch recherchiert wurde,aber alles in allem nichts Neues im Leben Napoleons aufweist.
Willms Darstellung der napoleonischen Ära wurde so schon vor 80 Jahren interpretiert (Eugen Tarle 1933), aber von diesem russischen Autor und auch später von vielen anderen Autoren in wesentlich besserer und verständlicherer Form.
Der akademisch-journalistische, regelrecht selbstverliebte Schreibstil von Willms verhindert flüssiges Lesen für den akademisch wenig vorgebildeten Leser. Ungebräuchliche Fremdworte und schwer verständliche Begriffe werden von Willms eingestreut, als wären die Leser allesamt erfolgreiche Absolventen einer Universität. Nicht nur über ein gutes Fremdwörterbuch, sondern auch über sehr gute französische Sprachkenntnisse bei der Lektüre von Willms zu verfügen, sind für den Leser unbedingt notwendig. Einzig und allein Willms ziemlich negativ gefärbte Charakteristika Napoleons I. führt unmissverständlich vor Augen, dass nur ein Mensch mit solchen Eigenschaften einen derartig unglaublichen, ja geradezu märchenhaften Aufstieg vollziehen konnte.
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34 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von Schlacht zu Schlacht, 24. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Willms hat sicherlich eine schön geschriebene Biographie vorgelegt, die umfassend und gut lesbar ist. Allerdings wirkt sie verstaubt - von Strukturgeschichte keine Spur. Das napoleonische System wird nur angrissen, nicht aber beleuchtet. Das Buch hätte also auch aus dem 19. Jahrhundert stammen können. Der Verlag hat den Mund etwas zu voll genommen und dem Leser ein Monumentalwerk versprochen. Monumental im Umfang ist es gewiss, nicht aber was geschichtstheoretische Fragen betrifft.
Wer nur eine gut geschrieben Lebensabhandlung lesen will (Schlacht an Schlacht, ohne einmal die Hintergründe zu beleuchten), kann getrost zu Willms greifen - aber viele Aspekte des kleinen Korsen, der einen fulminanten Aufstieg und eine tiefen Sturz erlebte, bleiben blass. Pflicht erfüllt, die Kür ist jedoch misslungen.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Geschwätzige Tendenzliteratur, 23. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Broschiert)
Das Buch, angeblich eine Biographie über Napoleon Bonaparte, ist ein einziges Ärgernis. Der Stil ist qualvoll um Originalität bemüht, die Darstellung der einzelnen Charaktere bleibt derart schablonenhaft, dass es mitunter wehtut. Napoleon=machtbessessen. Josephine=verschwenderisch und eine moderne Messalina. Talleyrand=ohne Prinzipien. Und so geht es weiter und weiter und von Schlacht zu Schlacht. Dazu kommt ein mitunter derart detailverliebtes Vorgehen, man erlebt beispielsweise die gut einjährige Belagerung von Mantua scheinbar in Echtzeit. Kritische Distanz, Bezugnahme auf aktuelle Forschungen sind Fehlanzeige. Die zahlreichen Seiten sind dafür mit selbstverliebtem Ergüssen und Hausfrauenpsychologie gefüllt. Kurzum ein Buch, das dem Thema nicht einmal in Ansätzen gerecht wird.
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43 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tendenziöse Darstellung, 21. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Das dickleibige Werk, sicherlich eine ungeheure Fleißarbeit, zeichnet den Kaiser sehr einseitig als machtbesessenen Gewaltmenschen. Trotz der Fülle der zusammengetragenen Details bleibt es seltsam oberflächlich, wobei das völlige Fehlen einer Bibliographie höchst negativ auffällt. Was es jedoch abqualifiziert, ist, daß der Autor Napoleon in eine Reihe mit Hitler und Stalin stellt. Das mag zur heutigen Zeit vielleicht durchaus opportun und populär sein, da es auch hier um Diktatoren geht, verbietet sich aber aufgrund der verbrecherischen Charaktere dieser beiden Psychopathen, zu denen man höchstens in logischer Verbindung Lenin setzen könnte.
Empfehlenswerter sind da die Biographien von Cronin, Lefebvre und Tulard, die ein sehr viel ausgewogeneres Bild des Kaisers bieten und seine ungeheure Leistung bei der Bewältigung des Chaos der Revolution, als Gesetzgeber, Verwalter und Ordner würdigen, dessen Genie nicht nur bei seinen Feldzügen sichtbar wird, sondern auch in den Zivilbereichen Unglaubliches geschaffen hat. "Das Frankreich von heute weiß, daß es von Napoleons Hand gestaltet wurde" (André Maurois).
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Napoleon: Eine Biographie
Napoleon: Eine Biographie von Johannes Willms (Broschiert - 16. April 2007)
EUR 19,99
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