Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sport & Outdoor calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen5
4,2 von 5 Sternen
5 Sterne
4
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
1
Format: Broschiert|Ändern
Preis:10,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Ganz so weit wie des Dudes bester Freund spannt die 45. Ausgabe von GEO-Epoche den Bogen zwar nicht, doch immerhin deckt sie unter dem Titel "Das Heilige Land. Das Zeitalter der Bibel: 1200 v. Chr. bis 200 n. Chr." ein Drittel des von Walter ("The Big Lebowski") benannten Zeitrahmens ab - und dies durchaus informativ und mitreißend geschrieben. Der Grundgedanke ist dabei äußerst bestechend: Zum einen wird die Bibel als eine historische Quelle betrachtet, deren Material die Verfasser einer kritischen Prüfung unterziehen, zum anderen kann man aus einigen Beiträgen ersehen, wie Religion und daraus resultierende Wertesysteme die Rolle eines kulturellen Kleisters erfüllen, der eine Gesellschaft zusammenhält, und in welchem Maße Religion keinesfalls als Ergebnis göttlicher Offenbarung gelten kann, sondern durch die Lebensumstände geformt wird, in denen sich eine Gruppe von Menschen befindet. Um diesen Gedanken zu illustrieren, will ich kurz auf ein Beispiel eingehen, das gar nicht in den Artikeln auftaucht - nämlich auf eine der abstoßendsten Geschichten des an abstoßenden Geschichten nicht eben armen Alten Testaments, eine Geschichte, die mich schon früh dazu brachte, die Bibel sehr kritisch zu sehen. Gemeint ist die Erzählung, in der Gott dem Abraham befahl, seinen Sohn zu opfern, um Abrahams Gehorsam zu prüfen - wie dies selbst ein allwissender Gott anscheinend tun muß. Zwar kommt es nicht wirklich zu der Bluttat, aber Abraham hätte aus Gehorsam gegenüber Gott seinen Sohn geschlachtet. Die Botschaft hinter der Geschichte ist klar: Du mußt Gott um jeden Preis gehorchen. Wer aber weiß, was Gott von den Menschen verlangt? Die religiöse Kaste freilich. Die Geschichte von Abraham und Isaak zeigt mithin recht deutlich, daß Religion - neben anderen Funktionen, die sie ausfüllt - immer auch ein Herrschaftsinstrument ist, das den herrschenden Klassen den Gehorsam der breiten Masse sichern soll.

In der vorliegenden Ausgabe von GEO-Epoche läßt sich Ähnliches aus Cay Rademachers Artikel über Moses und den Auszug der Juden aus Ägypten sowie aus Wolf Schneiders Beitrag über die babylonische Gefangenschaft herauslesen. Gerade der letztgenannte Artikel zeigt sehr anschaulich, wie in der Diaspora recht eigentlich die Kompilation und Kanonisierung der heiligen Texte des Judentums ihren Ausgang nahm, weil sich die Identität der Juden in der babylonischen Gesellschaft, in der es den Deportierten nicht eben schlecht erging, zu verlieren drohte. Um eine völlige Assimilation zu verhindern, mußten dann eben die Bedeutung des umfassenden Gesetzes verstärkt und der Monotheismus erfunden werden.

Sehr erhellend sind auch die Beiträge über zwei berühmte Monarchen, die uns aus der Bibel bekannt sind. Johannes Strempel vergleicht den biblischen Salomo mit dem Salomo, wie er sich historisch verbürgen läßt, und kommt zu aufschlußreichen Ergebnissen, was die identitätsfördernde Funktion großer Monarchen betrifft. An dieser Stelle nur so viel: Die Geschichte um zwei Frauen, deren jede für sich beansprucht, Mutter eines bestimmten Kindes zu sein, und die weise Entscheidung des Königs findet sich auch in den Überlieferungen anderer Kulturen und scheint eine beliebte pre-urban legend ad maiorem regis gloriam gewesen zu sein. Im Unterschied zu Salomo berichtet die Bibel über einen anderen Monarchen, den Herodes, nur Schlechtes. Mathias Messenhöller beleuchtet diesen König, den er als "verkannten Tyrann" bezeichnet, genauer und kommt dabei zu einem differenzierteren Ergebnis, als uns die Weihnachtsgeschichte vermuten läßt. Herodes war zwar ein Tyrann von Roms Gnaden, der seinen Untertanen hohe Steuerlasten zumutete, aber er war auch bemüht um eine Öffnung der jüdischen Kultur gegenüber hellenistischen Einflüssen, mithin ein Vertreter der Zivilisation.

Auch die allgemeingültigen Bilder von Jesus und Paulus erfahren in zwei ausführlichen Artikeln eine eingehende Differenzierung, in deren Verlauf zudem die Wurzeln des Christentums im Judentum herausgearbeitet werden.

Trotz des etwas reißerischen Titels "Was die Bibel verschweigt: Archäologen überprüfen das Alte Testament" handelt es sich bei der DVD-Dokumentation doch um eine ernstzunehmende Dokumentation, die sich weitgehend an den Erkenntnissen, die Israel Finkelstein und Neil A. Silberman in ihrem Buch "Keine Posaunen vor Jericho" darstellen, orientiert. Behandelt werden hier in vier Teilen die Rolle der Patriarchen, der Exodus, die Könige David und Salomo und die Entstehung des Alten Testaments als eines Einigungsmythos.

Alles in allem trägt sei diese Ausgabe von GEO-Epoche jedem ans Herz gelegt, der sich näher mit den sozialen, politischen und teilweise auch wirtschaftlichen Entstehungsbedingungen einer bedeutenden Weltreligion beschäftigen möchte. Wer allerdings meint, die Bibel sei Wort für Wort göttliche Offenbarung, wird mit dieser Zeitschrift und der DVD wenig anfangen können.
11 Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. April 2012
Diesmal werden die sehr interessante und wechselhafte Geschichte des antiken Judentums sowie die Ursprünge des Christentums vom Geo Epoche- Team beschrieben.
Dabei folgt man zum einen der biblischen Chronologie und behält so die klassische Einteilung der Geschichte des alten Israel auf biblischer Quellengrundlage bei, zum anderen werden die biblischen Erzählungen aber auch kritisch auf ihre historische Glaubwürdigkeit mittels außerbiblischer Zeugnisse oder archäologischer Befunde hin überprüft; so erfährt man als Leser quasi nebenher noch einiges über das politische, wirtschaftliche und kulturelle soziale Umfeld in welchem die "Heilige Schrift" entstand. Das dabei so manche Geschichte sich anders abgespielt hat als im Alten Testament beschrieben, versteht sich, denke ich, von selbst. Auch wird verdeutlicht wie sehr die Redaktion der biblischen Erzählungen jedesmal vom tagesaktuellen politischen Geschehen und den Bedürfnissen der Redakteure abhängig war.
Aber auch der kulturelle und religiöse Konservatismus, das Beharren des jüdischen Volkes an seinen eigenen Traditionen und damit verbunden die Abwehr überformender fremder Einflüsse, sich äußernd im dauernder Unabhängigkeitskampf des Volkes Israel gegen die fremden Besatzungsmächte bis hin zur Katastrophe der Diaspora, werden als historische Grundlage der bis heute andauernden Einzigartigkeit des jüdischen Volkes hinreichend gewürdigt.
Abschließend geht es noch um den Aufstieg des frühen Christentums von einer kleinen, obskuren jüdischen Sekte hin zur eigenständigen Religion innerhalb der römischen Welt, und ihre Grundlagen für den Aufstieg zur Weltreligion.
Alles in allem also wieder einmal eine sehr informative, unterhaltsame und reich illustrierte Geo Epoche- Ausgabe, die sich auch für "Laien" mit niedrigem Vorwissenstand als Einstieg optimal eignet.
Allen näher Interessierten sei an dieser Stelle auch das Buch "Keine Posaunen vor Jericho" von Silberman und Finkelstein erwähnt.
Viel Spaß beim Schmökern!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. April 2013
wie ein bilderbuch aber mit den richtigen fakten, gut zu lesen und anzuschauen. macht spass darin zu blättern, immer wieder.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Januar 2014
Das Buch beschreibt detailliert den Beginn des Judentums über nahezu 7000 Jahre; sehr gut geschrieben und vor allem
recherchiert. Es ist kein trockener und langweiliger Report sondern bildlich geschildert.
Für einen aufgeschlossenen und dieser Epoche noch nicht kundigen äusserst empfehlenswert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. September 2012
Der Untertitel der Reihe heißt eigentlich „Das Magazin für Geschichte“. In diesem Heft sollte der Untertitel jedoch heißen: „Das Magazin für Religion“.

Anstatt sich mit dem Thema geschichtlich auseinanderzusetzen, schmücken die Autoren Bibelgeschichten aus und erzählen diese angereichter um beispielsweise Wetterinformationen. Es muss schon ein verdammt heißer Tag gewesen sein, beim Auszug aus Ägypten.

Diese absurden Ausschmückungen strecken die unkritisch wiedergegebenen Bibelinhalte und ersetzen geschichtlich Fakten, die kaum enthalten sind. Keine Ahnung, was dieses Heft soll. Vielleicht könnte ein heiliger Geist oder heiliger Kobold oder Wichtel, das alles Flux mal wieder in Ordnung bringen. Das ist nämlich durchaus möglich, weil es ja einen heiligen Geist in der Bibel gibt.

Ich schätze diese GEO-Reihe sonst sehr. Aber diese Ausgabe ist – vor dem Hintergrund des geschichtlichen Anspruchs - einfach nur peinlich für den Verlag.
11 Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden