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5.0 von 5 Sternen Über die Begehrlichkeit der Literatur und der Liebe im diktatorischen China, 30. Oktober 2013
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin: BRIGITTE Liebesromane (Gebundene Ausgabe)
Die beiden Studenten (Der Ich-Erzähler und sein Freund Luo) werden jenseits ihrer Heimat Chengdu in ein Dorf zur politischen Umerziehung geschickt. Getrennt von der gewohnten Umgebung und der Familie, lernen sie für die Volksrepublik China Sklavenarbeit teils unter Lebensgefahr, vor allem aber unter Zwang zu leisten: Im Eimer überschwappende Fäkalien schleppen, im Bergwerk arbeiten. Arbeitsverweigerung bedeutet noch längeres Absitzen im Dorf und Folter. Als beide die kleine chinesische Schneiderin Tse-Tse kennen lernen, verliebt sich Luo sogleich in sie, doch sie müssen ihre Liebe und vor allem die Liebe zu Büchern geheimhalten, die Luo ihr näher bringt. Es werden nur politisch, wissenschaftlich und landwirtschaftlich korrekte Bücher geduldet, alles andere gilt als reaktionär. Von ihrem nur scheinbar hilfsbereiten Freund erhalten beide Studenten Bücher der eigentlich verbotenen westlichen Literatur, vor allem fasziniert sind beide von den Werken Balzacs, die Liebe und Sexualität ganz offen und liebevoll beschreiben, doch Tse-Tse wird bald schwanger, darf weder heiraten, abtreiben, noch das Kind behalten...

Dieses Werk von Herrn Sijie ist ein kleines Meisterwerk, niemand hätte wohl so einen überzeugenden, eindringlichen Roman wie er schreiben können, der nicht wie er, selbst die Umerziehung am eigenen Leibe erfahren hätte. Die Schönheit der "verbotenen Literatur" und der Liebe sind so etwas wundervoll Natürliches, das es jedoch im diktatorisch von Mao Zedong beherrschten China gar nicht gibt, ja undenkbar ist. Nur ein falsches Wort, ein Gerücht über dich und du bist sofort ein Reaktionär oder ein Volksfeind, wirst gefoltert oder bekommst lebenslänglich, Todesstrafe. Das schöne Gefühl beim Lesen dieses Buches, das in einem noch mehr die Wissbegier für Literatur erweckt, unterdrückt nicht die spürbar vorhandene, gespannte politische Atmosphäre, die jung oder alt, gesund oder krank fordert in jeglicher Weise. Somit ist dieses Werk wie eine Symbiose: Der Staat kann nicht ohne gehorsame Arbeiter leben, diese können aber nicht leben, wenn sie ihre verlangte Freiheit nicht im Gegenzug bekommen und sei sie versteckt, heimlich zu erreichen, nur für einen Augenblick. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, das gibt es alles nicht in China und aufklärende, literarisch wertvolle Werke westlicher Literatur werden wie in Deutschland 1933 bei der Bücherverbrennung öffentlich vernichtet, die Besitzer solcher Werke werden verhört und noch Schlimmeres.

Schön ist auch, dass man als Leser neugierig auf Balzacs Werke wird, sofern man sie noch nicht kennt. Dieser Roman ist auf alle Fälle lesenswert und wie es schon auf dem Einband hinten so treffend heißt: "Dies ist die schönste Liebeserklärung des Jahres: an die Literatur, an das Leben, an die Ironie, an eine Frau. Es ist außerdem die frechste, charmantestes Lektion zum Thema Freiheit... Wenn Sie nur einen Roman dieses Jahr lesen wollen, lesen Sie diesen, er wiegt hundert andere auf." Von Le Figaro, Magazine.

~Bücher-Liebhaberin~
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5.0 von 5 Sternen Einer meiner Lieblingsromane der Brigitte-Edition, 18. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin: BRIGITTE Liebesromane (Gebundene Ausgabe)
Toll, dass die Brigitte diese schönen Geschichten noch einmal aufblühen lässt.
Sehr poetisch angehaucht, mit charmanter Liebeserzählung. Zwei Jungen werden während der Kulturrevolution in China in ein abgelegenes Bergdorf verschickt. Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen dem einen Protagonisten und der Schneiderin.
Der Besitz westlicher Literatur rettet ihnen ihr mentales Überleben. Man liest aus den Zeilen viel zu den Substantiven Leben, Liebe und Realität.
Die 192 Seiten sind im Nu'verschlungen und man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
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Balzac und die kleine chinesische Schneiderin: BRIGITTE Liebesromane
Balzac und die kleine chinesische Schneiderin: BRIGITTE Liebesromane von Dai Sijie (Gebundene Ausgabe - März 2010)
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