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Kundenrezensionen

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am 14. Oktober 2011
Story:
Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber es ist nicht das Monster, das Conor fürchtet. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Dieser Traum, in dessen Herzen tiefstes Dunkel herrscht und wo im Abgrund ein Albtraumwesen lauert, bis dann ein Schrei die Nacht zerreißt '

Das Monster aber, das scheinbar im Garten hinter Conors Haus lebt, verkörpert etwas völlig anderes. Es ist uralt, wild und weise ' es ist das Leben selbst. Und es ist gekommen, um Conor zu helfen. Doch auf welchen Weg Conor sich mit seinem gigantischen Freund begeben wird, ahnt er nicht. Er wird ihn hinab in die tiefsten Tiefen seiner Seele führen, er wird ihn in seinen Albtraum begleiten und dann wird er ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit. Denn nur wenn Conor sich dieser stellt, wird er das wahre Wesen des Lebens erkennen '

Meine Meinung:
Nachdem ich sehr viele begeisterte Stimmen über dieses Buch gehört habe, war ich sehr gespannt und hatte hohe Erwartungen. In gewisserweiße hatte ich auch Angst, dass "Sieben Minuten nach Mitternacht" mich enttäuschen könnte. Nach dem Lesen weiß ich das diese Angst vollkommen unbegründet war, denn auch mich konnte dieses Werk begeistern.

Allein die Vorgeschichte des Buches hat mich ein wenig traurig gestimmt. Siobhan Dowd hatte schon die Figuren, ein Exposé und einen Anfang. Doch leider ist sie 2007 an einem Krebsleiden gestorben. Patrick Ness hat dieses Buch für sie zu Ende geschrieben.

Die Charaktere in dem Buch haben mir sehr gefallen. Der 13-jährige Conor ist ein tapferer Junge und wünscht sich, dass er wie alle anderen Kinder in seinem Alter behandelt wird und will keine Sonderbehandlung. Auch das Monster, welches das Leben darstellen soll, ist außerordentlich gut gelungen. Es gibt nicht allzu viele Charaktere in dem Buch, die man kennenlernt, aber da es nur knapp 220 Seiten hat, finde ich das gut, weil man sonst nicht die Tiefe erreichen könnte, die man im Endeffekt hat. Ganz allgemein kann man sagen, die Charaktere sind allesamt glaubwürdig und gut gezeichnet. Ich hätte wirklich gern noch mehr über Conor und sein Leben erfahren, denn er ist mir während der relativ kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen und ich habe wirklich mit ihm mitgelitten.

Mit dem Schreibstil von Patrick Ness konnte ich mich sehr gut anfreunden. Zwar ist der Schreibstil einfach und jugendlich, aber im Gegensatz zu vielen Jugendbüchern, die ich gelesen habe, ist dieser Schreibstil eindringend. Es schafft die Atmosphäre, die hauptsächlich in dem Buch im Vordergrund steht, gut rüberzubringen.

Die Illustrationen will ich noch besonders erwähnt haben. Sie sind wirklich einzigartig und machen dieses Buch auch dazu. Ein riesen Kompliment an Jim Kay für diese düsteren und besonders passenden Bilder zur Geschichte. Ich konnte die Bilder lange anschauen und hatte das Gefühl immer noch nicht alles gesehen zu haben. Was mir persönlich auch gefällt, ist, dass der Leser in seiner Interpretation des Textes nicht eingeschränkt wird.

Diese Geschichte hat mich sehr berührt und ich war so sehr in sie gefangen, dass die Seiten nur noch flogen. Beim Lesen konnte ich für einige Augenblicke alles um mich herum vergessen und einfach nur dieser Geschichte folgen. Auch nach dem Lesen denke ich noch häufig daran zurück, denn irgendwie will sie mir nicht aus dem Kopf gehen und das will ich auch nicht unbedingt. Ich denke, dass die Geschichte zeitlos ist und auch nach 10 oder 20 Jahren begeistern kann und meiner Meinung nach kann sie von Jung und Alt gelesen werden und wird gleich begeistern.

"Sieben Minuten nach Mitternacht" ist eine zeitlose, berührende Geschichte mit einzigartigen Illustrationen, die Jung und Alt begeistern kann und die man sich nicht entgehen sollte. Von mir gibts eine klare Kaufempfehlung.
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am 14. Mai 2016
4.5 Sterne

Meine Meinung

Schon das Vorwort des Autors war sehr berührend. Mit diesem Buch hat er versucht, die Idee von Siobhan Dowd weiterzuspinnen, die viel zu früh aus dem Leben geschieden ist, ohne ihre Geschichte beenden zu können. Aber er wollte sie dabei nicht nachahmen, sondern ein eigenes Werk zu ihrem Gedenken schaffen und ich finde, das ist ihm gelungen!

Patrick Ness schreibt hier aus der Perspektive von dem Jungen Conor, der sich mit seinen 13 Jahren so stark geben muss und sich gleichzeitig so schwach fühlt, da er nicht weiß, wie er sich seiner Situation stellen soll.

Ich wusste schon vorher, dass mich hier ein besonderes Buch erwartet durch die tolle Rezension von Insi Eule, die mich total neugierig gemacht hat.
Dadurch konnte ich mich von Anfang an sehr gut auf die Geschichte einlassen, die mich sonst zu Beginn vielleicht nicht gleich überzeugt hätte. Einerseits recht einfach erzählt, zeigt sie andererseits aber viel Tiefgang, versteckt in vielen kleinen Andeutungen oder auch sehr direkt. Es wird einem viel bewusst, was man oberflächlich bei anderen oder auch an sich selbst oft nicht wahrnimmt, obwohl man es direkt vor Augen hat.

Das Verhalten von Conor hat mich berührt, denn der Junge ist sehr einsam und hat sich in die fixe Idee versteift, alles alleine schaffen zu können. Das treibt ihn allerdings ins abseits und aus dieser Spirale kommt er alleine nicht mehr heraus. Dabei wirkt er selbständig und er regelt auch alles sehr gut, hat aber natürlich auch Angst. Und diese Angst besucht in jede Nacht in seinem schlimmsten Albtraum, bis ihn schließlich ein Monster heimsucht. Doch Conor hat keine Angst davor, denn in seinem Leben gibt es ganz andere Dinge, die viel bedrohlicher sind und ihn um den Schlaf bringen.

Warum das Monster zu ihm kommt ist ihm anfangs nicht klar; er sträubt sich und möchte der Wahrheit nicht näher kommen. Die Geschichten, die das Monster ihm erzählt, führen ihn aber schrittweise näher heran, bis ihm schließlich kein anderer Ausweg mehr bleibt.

Besonders betroffen hat mich gemacht, dass ihm wirklich niemand voll und ganz zur Seite zu stehen scheint, bis auf seine "alte" Schulfreundin Lily, mit der er lange Jahre eine innige Freundschaft hatte. Alles entgleitet ihm und so klammert er sich an eine Hoffnung, die er einfach nicht loslassen will.

Gleichzeitig sucht er verzweifelt jemanden oder etwas, dem er die Schuld geben kann; eine Wut wächst in ihm, die kein Ventil findet und er dadurch alles über sich ergehen lässt. Unfähig, irgendetwas dagegen zu tun.

Diese ganzen Gefühle werden hier beeindruckend und eher behutsam, manchmal aber auch sehr offen vor Augen geführt und ich war an manchen Stellen zu Tränen gerührt, weil man direkt in der Situation drinsteckt. Vor allem, als Conor endlich die Wahrheit zulässt und sie annimmt, denn nicht die Gedanken sind das, was wichtig ist, sondern das, was wir tun!

Fazit

Eine berührende Geschichte um einen Jungen, der sich hilflos einer Situation ausgeliefert fühlt, der er nicht gewachsen ist. Uns allen geht der Tod eines lieben Menschen sehr nahe und nicht jeder ist bereit, loszulassen. Die Gedanken, die uns dabei begleiten, sind nicht immer leicht zu verarbeiten, aber wir Menschen denken einfach nicht in einem schwarz-weiß Schema und wir dürfen auch negative Gedanken zulassen, solange wir immer hinter dem stehen, was wir tun.

© Aleshanee
Weltenwanderer
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am 7. Januar 2012
Inhalt:
Conor ist 13 und wird jede Nacht von einem Albtraum geplagt. Einen schrecklichen Albtaum, der ihn jede Nacht vor Schreck erwachen lässt. Und dann kommt das Monster. Es kommt immer um kurz nach Mitternacht. Was will es von Conor?

Meine Meinung:
Eine wunderschöne und doch auch sehr traurige Geschichte, in der die Grenzen zwischen Traum und Realität verschwimmen.
Die Grundstimmung ist sehr düster und beklemmend. Der Leser spürt sofort, dass etwas nicht stimmt, etwas nicht ist wie es sein soll und das Conor etwas mit sich trägt, das diese düstere Stimmung hervorruft.
Untermauert wird das Ganze durch viele düstere Zeichnungen, die meiner Meinung nach wirklich schön gemacht sind und die Grundstimmung einfach wahnsinnig gut unterstreichen. Sie schaffen Atmosphäre und ich verbrachte wirklich lange, um sie eingehend zu betrachten.
Die Geschichte lebt von Andeutungen. Nichts wird wirklich ausgesprochen, aber gerade durch das viele Unausgesprochene bleibt die Geschichte spannend, kann sich langsam vor den Augen des Lesers entwickeln.
Die Handlung wird zwischendurch immer mal wieder von Geschichten unterbrochen, die genau wie das Buch an sich, alles andere als gewöhnlich sind. Nichts ist wie es scheint, einfach geradeaus denken wird beim Verstehen dieser Geschichten nicht weiterhelfen. Sie zwingen Conor zu differenzieren, wirklich darüber nachzudenken was passiert ist und zeigen ihm, dass es oftmals kein einfaches Richtig oder Falsch gibt.
Einziges Manko: Egal was Conor tut, es hat nie Konsequenzen und das finde ich für ein Jugendbuch unpassend. Ganz besonders eine sehr gewalttätige Szene hätte Konsequenzen haben müssen und im wahren Leben hätte es die auch gehabt.

Fazit:
Ein vielschichtiges, atmosphärisches, schönes, grausames und trauriges Buch, welches ich nicht unbedingt sehr jungen Jugendlichen in die Hand geben würde, da sie teilweise eben auch sehr brutal ist. Eine Hilfe, um mit dem Thema Tod besser umgehen zu können, bzw. einen Weg zu finden besser mit Verlusten klarzukommen.
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Die Idee zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ stammt von der britischen Autorin Siobhan Dowd, die 2007 jedoch ihm Alter von nur 46 Jahren einem Krebsleiden erlag und das Werk selbst nicht mehr vollenden konnte. So wurde Patrick Ness nach Dowds Tod vom Verlag der Verstorbenen gefragt, ob er Siobhans Projekt fortführen wolle, woraufhin dieser nach einigem Zögern – begründet durch Zweifel an einer würdigen Umsetzung der Idee – schließlich einwilligte und die Geschichte so niederschrieb, wie er sie dem Sinne ihrer Schöpferin zu entsprechen glaubte. Wie man an dieser tragischen Entstehungsgeschichte vielleicht schon erahnen kann, ist „Sieben Minuten nach Mitternacht“ auch inhaltlich alles andere als leichte Kost. Erzählt wird in dem Roman nämlich die Geschichte des 13-jährigen Conor O’Malley, der mit der schweren Krebserkrankung seiner Mutter umgehen muss. Man würde dem Buch aber großes Unrecht tun, wenn man es deshalb pauschal als eines dieser vielen „Krebsbücher“ abstempeln würde, denn die Erzählung hat trotz des mit nur rund 200 Seiten eher geringen Umfangs so viel mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Patrick Ness verliert zu Beginn auch nicht viel Zeit, sondern wirft seine Leser direkt hinein in eine dieser Nächte, in denen Conor wieder mal aus seinem schrecklichen Albtraum hochschreckt. Es ist sieben Minuten nach Mitternacht und wie der Junge kurz darauf feststellen wird, hat ihn ein ungewöhnlicher nächtlicher Besucher aus seinem Traum geholt: Die Eibe auf einem Hügel vor dem Haus der O’Malleys scheint auf wundersame Weise zum Leben erweckt worden zu sein, denn aus dem Baum ist ein riesiges Monster geworden, das plötzlich bei Conor vor dem Fenster steht. Die Reaktion des 13-Jährigen auf dieses Ereignis ist beispielhaft für seinen gesamten Charakter: Statt in Furcht zu erstarren tritt er dem Monster ohne Angst und mit fast schon unverschämter Dreistigkeit gegenüber – schließlich hat Conor in seinem Alltag mit weitaus schlimmeren Sachen zu kämpfen. Als die Kreatur ihm dann von ihren überraschenden Plänen berichtet, reagiert der Junge eher mit Desinteresse und lässt sich nur widerwillig auf das Unterfangen des Monsters ein – über die Natur dieser ungewöhnlichen Verbindung sei an dieser Stelle aber nicht mehr verraten.

Es sind vor allem zwei Dinge, die dafür sorgen, dass man schon nach den ersten Absätzen von „Sieben Minuten nach Mitternacht“ völlig eingenommen wird: Zum einen fesselt die düstere, manchmal sogar leicht unheimliche Atmosphäre von der ersten Seite an, zum anderen baut man aber auch sofort eine intensive Bindung zur Hauptfigur der Geschichte auf. Patrick Ness gelingt es hier mit einfachsten Mitteln und mit wenigen Sätzen das Bild eines 13-Jährigen zu zeichnen, dessen unerschöpflich scheinende Tapferkeit nicht nur beeindruckend ist, sondern dem man auch am liebsten in seinem täglichen Kampf unterstützend zur Seite stehen möchte. Es ist schon schmerzhaft, wenn man verfolgt, wie Conor den langsam voran schreitenden körperlichen Niedergang seiner Mutter miterleben muss und fast schon krampfhaft an der Hoffnung auf eine Besserung ihres Gesundheitszustands festhält. Ebenso bedrückend ist es aber auch, wenn man sieht wie Conor aufgrund seiner besonderen Situation in der Schule zum völligen Außenseiter geworden ist, der mit seinen Gefühlen und Gedanken völlig auf sich allein gestellt ist und dazu auch noch die täglichen Prügel der Schulschläger über sich ergehen lassen muss und denen er sich immer wieder mit bemerkenswerter Würde stellt. Besonders tragisch wird das Buch aber dadurch, dass man als Leser eigentlich genau weiß wie die Geschichte für Conor ausgehen wird und er der einzige zu sein scheint, der dies – verständlicherweise – nicht wahrhaben will. Und so sehr man daher z.B. auch Conors auf den ersten Blick kalt und gefühllos wirkende Großmutter hassen möchte – so ist sie bei genauerem Hinsehen vielleicht die einzige, die dem Jungen aufrichtig gegenübertritt.

Durch die fantastischen Szenen mit Conor und dem seltsamen Baummonster bekommt die auf die eine Art so erschreckend realistische Erzählung aber zugleich auch einen fast märchenhaften Charakter. Die kleinen Geschichten in der Geschichte sind mindestens ebenso lesenswert wie die Haupthandlung und regen mehr als nur einmal zum Nachdenken an. Zum anderen helfen diese Ausflüge aber auch immer ein wenig, der traurigen Realität zu entfliehen, auch wenn das Drama um Connors Mutter auf jeder Seite präsent ist. Verstärkt wird die ohnehin schon sehr intensive und emotionale Wirkung des Romans sogar noch auf eine ganz andere Art und Weise: Das gesamte Buch ist nämlich mit zahlreichen wunderschönen Illustrationen des Zeichners Jim Kay versehen, die mit ihren sehr dominanten Schwarzanteilen nicht nur perfekt den düsteren Charakter der Erzählung einfangen sondern schlicht und einfach auch eine Augenweide sind. Die grandiose Optik und der bewegende Inhalt ergeben zusammen ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Gesamtwerk, das auf so vielen Ebenen berührt und beim Lesen die gesamte Bandbreite an Emotionen abruft – und genau das sind ja meist die Bücher, die sehr lange nachwirken und die man noch Jahre später in Erinnerung behalten wird.
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am 12. März 2012
Mein Name ist Conor...ich bin 13 Jahre alt und ich bin allein...bald zumindest...Mein Dad wohnt in Amerika,er hat wieder geheiratet...es ist schön in Amerika...glaube ich...Vielleicht kann ich ihn besuchen wenn meine Mum...ja meine Mum...sie ist krank. Ich habe Angst. Aber das kann ich ihr nicht sagen. Ich muss stark sein, für uns beide...Dann taucht das Monster auf...immer wieder...es will mir etwas sagen...vor ihm habe ich keine Angst...es macht mich wütend...immer wieder will es, dass ich mich erinnere, dass ich mich meinem schlimmsten Alptraum stelle...die Wahrheit soll ich aussprechen...aber was ist die Wahrheit?

Dieses Meisterwerk kann von mir nur die volle Punktzahl bekommen...Und einen Ehrenplatz bei meinen Lieblingsbüchern. Schon als ich den Klappentext gelesen habe, bekam ich eine Gänsehaut und ich war mir zu diesem Zeitpunkt bereits sicher, dass dieses Buch etwas ganz besonderes ist. Ich behielt recht.
Besonders ist auch die Entstehungsgeschichte. Patrick Ness und Siobhan Dowd sind nicht etwa ein Autorenpaar, nein. Patrick Ness schrieb dieses Buch für Siobhan zu Ende. Siobhan's Buch... Die Autorin ist schwer erkrankt und konnte ihr angefangenes Werk leider nicht mehr beenden.
So eine Aufgabe erfordert eine menge Mut. Ness trat also ein schweres Erbe an und schafft es, der grandiosen Idee Siobhan's alle Ehre zu machen.Ich glaube, man hätte dieses Buch nicht besser vollenden können.Dafür hat er meinen vollen Respekt.
Sein Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und die Seiten flogen unter meinen Fingern nur so dahin. Er schafft es, die melancholische und bedrückende Stimmung mit seinen Worten perfekt einzufangen und den Lesern direkt ins Herz zu pflanzen. Wer dieses Buch liest, sollte sich auf jeden Fall eine Packung Taschentücher griffbereit halten, denn diese Geschichte, geht wirklich an die Nieren.Und an's Herz.
Eine Geschichte, die erzählt werden muss. Selten habe ich während des Lesens so gelitten und war gleichzeitig so gebannt. Ich schwamm in einem Meer aus Gefühlen und wäre an der einen oder anderen Stelle fast ertrunken.Noch hervorzuheben, sind die wunderschönen Illustrationen, die die Geschichte noch zusätzlich untermauern. Mir fällt es wirklich schwer, die passenden Worte für so ein gefühlvolles und authentisches Buch zu finden. Ich versuche euch anhand eines Bespiels deutlich zu machen, wie es mir während des Lesens ergangen ist...
Stellt euch vor...ihr seid traurig...nicht einfach nur traurig...tief betrübt...euer Herz ist schwer und ihr spürt wie es träge vor sich hin schlägt...Eine Sekunde. Die nächste Seite... Euer Herz macht einen Satz, ihr habt Angst...wollt nicht, dass es schon vorbei ist...Herzklopfen...wenn man nur genau hinsieht, müsste man es schlagen sehen...Wut. Warum passiert denn nichts?!...Was will das Monster?!...Der Griff um das Buch wird fester...Die Seiten fliegen dahin...Das Ende naht...Eure Sicht verschwimmt...Die Hände fangen an zu zittern...Tränentropfen auf den Seiten...ihr seid traurig...aber ihr lächelt...
So in etwa erging es mir.Es hat mich nachdenklich gestimmt... Ich hoffe ihr könnt mir einigermaßen folgen.
Conor, der Hauptprotagonist des Buches ist mir sofort ans Herz gewachsen. Er muss für sein junges Alter schon zu viel aushalten und ist dabei so tapfer. Ich habe immer mit ihm mitgefiebert und mitgelitten. Absolut gelungen! Seine Verzweiflung, seine Wut aber auch seine Hoffnung, sind so greifbar und echt, dass man meinen könnte, sie würden nur so aus dem Buch strahlen.
Ihr merkt, ich bin restlos begeistert. Ich will dieses Buch nicht in ein Genre quetschen und euch anhand dessen, eine Leseempfehlung aussprechen. Ich kann euch nicht sagen, dass ihr dieses Buch mögen werdet...Ich kann euch sagen, dass ihr es lieben werdet...versprochen!

"Du schreibst die Geschichte deines Lebens nicht mit Worten[...]. Du schreibst sie mit Taten. Es ist nicht wichtig, was du denkst. Wichtig ist nur, was du tust."
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am 14. Januar 2012
Normalerweise lese ich solche Bücher nicht und habe es wegen der super guten Rezensionen und Bewertungen gekauft.
Und ich muss sagen das ist echt eine ergreifende Geschichte.
Die ganze Zeit über herrschte eine sehr bedrückende Stimmung, da man ja von Anfang an gleich mit der Krankheit von Conors Mutter konfrontiert wurde. Man stieg direkt in den Alltag ein.
Das Buch war sehr einfach geschrieben, sehr verständlich, sodass auch jüngere Kinder es verstehen können - dafür war es ja auch gedacht.
Wundervoll waren auch die Zeichnungen. Damit konnte man sich alles viel besser vorstellen.
Ich finde die Geschichte sehr traurig und man sieht, dass es schwer ist mit solch einer Krankheit umzugehen. Vor allem, da so eine Krankheit ja nicht in 3 Wochen vorbei ist, sondern andauernd und es die Menschen im Umfeld sehr mitnimmt. Somit kann man sehr gut nachvollziehen, dass Conor sich die Wahrheit nicht eingestehen will. Ich denke das würde niemand. Und doch ist es vielleicht oft so. Es schmerzt und man möchte dass es vorbei ist, obwohl man es doch nicht möchte.
Ich konnte mich wirklich sehr gut in Conor hineinversetzen, auch in die Szenen in der Schule. Das Thema blieb nicht privat, so ist es auch manchmal im echten Leben und man hat es satt, dass alle einen bemitleiden und Rücksicht nehmen, obwohl man vielleicht einfach mal bestraft werden möchte.

Ich möchte niemals in so einer Situation stecken, das hat mir und vielleicht vielen anderen Lesern das Buch gezeigt.

5/5 Punkte.
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am 22. Januar 2013
Beschreibung

Sieben Minuten nach Mitternacht kommt das Monster zum vorschein. Der dreizehnjähriger Conor fürchtet sich jedoch nicht direkt vor dem Monster sondern vor seinem dunklen Albtraum, der ihn jede Nacht quält.

Seine Mutter ist schwer krank und steckt mitten in einer Chemotherapie. Doch Conners Mut ist unerschütterlich, er glaubt fest daran, dass die Therapie anschlägt und seine Mutter wieder ganz gesund wird. Doch der Gesundheitszustand seiner Mutter verschlechtert sich immer weiter. Conner wird immer öfter von Albträumen heimgesucht und das unheimliche Monster stattet ihm jede Nacht pünklich sieben Minuten nach Mitternacht seinen Besuch ab.

Meine Meinung

Die Romanidee zum Kinder- und Jugendbuch “Sieben Minuten nach Mitternacht” stammt aus der Feder Siobhan Dowd’s. Die Autorin erlag im Alter von 47 Jahren ihrem langjährigen Kampf gegen den Brustkrebs und konnte ihr Werk nicht beenden. Patrick Ness nahm sich vor dieses Werk so zu vollenden, so wie es Siobhan Dowd gefallen hätte. Mit Hilfe der eindrucksvollen Illustrationen von Jim Kay ist ihm das fabelhaft gelungen. Nicht umsonst verdiente sich “Sieben Minuten nach Mitternacht” den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012!

Der dreizehnjährige Connor steht im Mittelpunkt der Geschichte. In seinen jungen Jahren hat er schon einiges mitgemacht, sein Vater hat ihn und seine Mutter vor langer Zeit verlassen und als wäre das noch nicht genug, führt seine Mutter einen schier ausweglosen Kampf gegen den Krebs. Conner ist ein ruhiger Junge der von seinen Mitschülern fast nicht wahrgenommen wird. Lediglich eine Gruppe von Jungs haben nichts besseres zu tun als Conner zu ägern und das Leben unnötig schwer zu machen.

Außerdem ist da noch seine Großmutter die ihn nicht wirklich gut gesinnt ist. Als es Connors Mutter Gesundheitszustand verschlechtert soll er zu ihr ziehen. Doch Conner möchte weder zu seiner Großmutter noch zu seinem Vater mit dessen neuer Familie in die USA.

Als eines Nachts, sieben Minuten nach Mitternacht, ein Monster aufftaucht fürchtet sich Conner keineswegs. Er spricht mit dem Monster und erfährt, dass er selbst das Monster gerufen haben soll. Conner kann sich darauf keinen Reim machen, genießt jedoch die Zeit mit dem Monster da es ihn mit seinen Geschichten tröstet und Mut macht.

Sehr spannend fand ich das lange im Ungewissen bleibt ob das Monster gut oder böse ist. Man hat trotz den düsteren Zeichnungen keine Angst davor und doch stimmen mich die Szenen melancholisch.

Patrick Ness konnte mich mit seinem Kinder- und Jugendbuch vollkommen in den Bann ziehen, die einrucksvollen Illustrationen von Jim Kay vollenden das Werk. Ich vergebe 5 von 5 Grinsekatzen!

Über den Autor

Patrick Ness wuchs in den Vereinigten Staaten und auf Hawaii auf. Seit Ende der 90er-Jahre lebt er in London und ist dort als Literaturkritiker für die Tageszeitung The Guardian tätig. Für seine Kinder- und Jugendbücher wurde er mehrfach ausgezeichnet, er gewann unter anderem den renommierten Costa Children’s Book Award und war auf der Auswahlliste für die Carnegie Medal.

Für »Sieben Minuten nach Mitternacht« erhielt er als erster Autor gleichzeitig die Carnegie Medal und den Kate Greenaway Award sowie neben unzähligen anderen Auszeichnungen den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012.

In »Sieben Minuten nach Mitternacht« schreibt Patrick Ness eine Idee seiner mit der Carnegie Medal ausgezeichneten Schriftstellerkollegin Siobhan Dowd weiter. Ihr früher, tragischer Krebstod verhinderte die Umsetzung ihrer Idee in eine eigene Geschichte. (Quelle: Randomhouse)

Fazit

Ein emotionales und mitreisendes Jugendbuch das in keinem Buchregal fehlen sollte!
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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 11.01.2013
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am 30. Dezember 2012
Als ich das Buch sah, war ich gerade unterwegs um neue Bücher für unsere Schulbücherei zu kaufen. Dieses Buch lag im Buchhandel direkt aus und wurde auch von diversen Internetseiten als mögliche Schullektüre hochgelobt. Auch das Cover und die im ganzen Buch wunderschönen Zeichnungen sprachen mich sofort an und ich tätigte den Kauf und war vollkommen überrascht, in welche Richtung sich dieses entwickelte. Zunächst denkt man ja an eine Gruselgeschichte und dies bleibt auch auf den ersten Seiten des Buches so. Erst nach und nach erfährt man etwas über die Krankheit der Mutter, nach und nach dringt man in den Albtraum Conors ein. Und nach und nach wird man nachdenklicher, versucht die gewaltige Symbolik in diesem Buch zu entschlüsseln, vom Monster zu lernen, sich selbst in Conor wiederzuentdecken. Man wird am Ende so davon berührt, dass man unweigerlich darüber grübelt, wie es einem selbst gehen wird, wenn die eigene Mutter stirbt, man überlegt sich, ob man nicht auch ein Monster rufen möchte, das einem in diesem Moment stützt, und schließlich vergießt man zusammen mit dem Helden auch jede Menge Tränen.
Um das "Kino im Kopf" zu untermalen, eignen sich die Zeichnungen wunderbar. Man möchte sogar mit den Augen länger auf ihnen verweilen, ja wenn..., wenn man nicht auch die Handlung weiterverfolgen möchte, weiter hoffen möchte, dass alles ein gutes Ende nimmt. Echt ein Buch, das ich nie mehr hergeben werde.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. September 2011
'Sieben Minuten nach Mitternacht'

Inhalt:
Conor macht eine Begegnung. Allein hinter diesem Satz mag sich noch nicht viel verbergen, das außergewöhnlich klingt. Doch es ist nicht irgendeine Begegnung, die er macht. Nein. Conor trifft auf ein Monster. Ein Monster, das ihn ' wie der Titel des Buches bereits verrät ' um sieben Minuten nach Mitternacht aufsucht und ihn nicht aus seinen Klauen entweichen zu lassen scheint.

Es wäre dieser Stelle zu viel verraten zu offenbaren, warum das Monster ausgerechnet den 11-jährigen Conor heimsucht. Doch etwas Bedeutendes gibt es schon zu sagen: Bei diesem Monster handelt es sich um nichts anderes als um das Leben. Und es hält etwas Wichtiges für den Jungen bereit, der sich mit der Krankheit seiner Mutter konfrontiert sieht: die Wahrheit. Doch um zu dieser zu gelangen, muss Conor zunächst eine Reise antreten - eine Reise, die trotz des vielversprechenden Zieles, einen beschwerlichen Weg mit sich bringt.

Ob und wenn ja wie es Conor gelingt, das Monster ' das Leben ' zu bezwingen, oder ob es am Ende ihn bezwingt, werde ich hier natürlich nicht verraten. Doch so viel sei vorweg genommen: Conors Reise wird nicht nur spannend, sondern auch überaus bewegend.

Stil:
Dem Autor Patrick Ness gelingt es mit 'Sieben Minuten nach Mitternacht' aus Siobhan Dowds Buchidee etwas Großartiges zu schaffen, wobei er es vollbringt, Conors Gedanken und Gefühle auf einfühlsame Weise wiederzugeben, ohne den Plot in einem Fluss aus Tränen zu ersticken.

Die Darstellungen dessen, was in Conor vorgeht, wirken überaus authentisch. Es macht fast den Anschein, als hätte er Conors Perspektive nicht dargestellt, indem er versucht hat, sich in einen 11-jährigen Jungen hineinzudenken, sondern als wäre er beim Schreiben selbst in die Rolle des Kindes - das Conor ist ja zweifelsohne noch ist ' geschlüpft, so realistisch und aus dem Leben gegriffen wirkt seine Beschreibung des inneren Konfliktes des Jungen.

Der Autor lässt Conors Handlungen den Zustand in dessen Inneren beschreiben. Dies fügt sich wunderbar mit den Einblicken in seine Gefühle und Gedanken zusammen und wirft einen subtilen Eindruck von Conor auf, den man zusätzlich gewinnt.

Bei all dieser Kunstfertigkeit, die beim Lesen jedoch gerade nicht künstlich, sondern authentisch und lebensnah wirkt, verliert er sich dabei nicht in komplizierten Fremdwörtern oder der Einsetzung stilistischer Mittel, die über die eigentliche Handlung hinwegtäuschen, was das Lesen in meinen Augen umso schöner macht. Der Lesefluss zeichnet sich dabei als geradezu fließend und leicht aus.

Ness macht Conors Erleben greifbar und gibt dem Jungen eine persönliche Note die ihn kennzeichnet, und als eben dies erscheinen lässt: ein Kind. Ein Kind, das einer äußert schwierigen Situation ausgesetzt ist und diese bewältigen muss, bevor sie ihn überwältigt.

Cover & Ausstattung:
Da sich meine Rezension auf die Ausgabe von 'Sieben Minuten nach Mitternacht' aus dem cbj-Verlag bezieht, werde ich hier im Folgenden auf das Cover und die Ausstattung eben jener Ausgabe eingehen.

Im Übrigen handelt es sich hier um Buch mit festem Einband und Schutzumschlag, das 216 Seiten umfasst.

Sowohl der Bucheinband, als auch der Schutzumschlag sind farblich gestaltet. Dabei gibt es jedoch Unterschiede. So ist der Einband in den Farben blau, schwarz und weiß gehalten und stellt Äste im Mondlicht dar, während der Schutzumschlag ein weitaus detailreicheres Covermotiv aufweist. Dieses spricht mich sehr an. Es fängt meiner Meinung nach wirklich viele Gefühle und Emotionen ein.

Zwar wirkt die Illustration des Covers auf den ersten Blick recht simpel, doch die Doppeldeutigkeit, die beim genauen Betrachten offenbar wird, gibt dem Ganzen einen besonderen Touch.

Mir gefällt darüber hinaus auch das Zusammenspiel der Farben. Obwohl da dieses düstere, dunkle Monster zu dominieren scheint, heben Rosa und Blau die beklemmende Stimmung, die dessen Anblick auslösen kann. Diese freundlicheren Farben haben etwas Hoffnungsvolles. Als würden sie den Tag porträtieren, der die Ängste der Nacht langsam wie der Anbruch des Morgens vertreibt. Hier schein ein Zusammenspiel von Gutem sowie weniger Gutem gelungen zu sein und dies passt meinem Erachten nach zum Leben selbst.

Ich mag auch das Papier, auf dem das Cover gedruckt ist. Dass kein Hochglanzpapier benutzt wurde, finde ich hier ganz ansprechend, da man das Gefühl hat, dass das Buch so etwas mehr anhaftet, wenn man es hält.

In dieser Ausgabe finden sich zahlreiche Illustrationen von Jim Kay auf den einzelnen Buchseiten, die die Handlung des Buches auf wunderbare Weise untermalen und zur Atmosphäre des Buches beitragen.

Persönliche Wertung:
Eine gute Geschichte endet nicht mit dem Lesen, oder wie Patrick Ness selbst es ausdrücken würde, so endet sie auch nicht mit jenen, die sie schreiben.

Mit 'Sieben Minuten nach Mitternacht' ist hier der Auftakt zu etwas gegeben, das weit mehr Potential besitzt, als ein 'gewöhnliches Buch'. Conors Geschichte ist nicht nur jene von Conor, sondern besitzt darüber hinaus die Fähigkeit, auf subtile Weise die Lebensgeschichte des Lesers selbst zu beeinflussen.

Conor begegnet dem Leben selbst und wird unweigerlich von ihm begleitet. Seine Geschichte ist Teil des Lebens. Indem man an ihr teilnimmt, nimmt man selbst Kontakt zu gewissen Berührungspunkten auf, die ein jedes Leben in sich birgt.

Ob für die junge oder erwachsene Leserschaft: Dieses Buch gehört eindeutig auf die Liste der unbedingt zu lesenden Bücher. Für alle jene, die dem Leben ein Stück näher kommen möchten, ist es meiner Ansicht nach unabdingbar, es zumindest einmal zu lesen.

'Sieben Minuten nach Mitternacht' ' ein wunderbares Buch, das durch sich selbst wirken sollte, da jegliche Rezension ihm wohl kaum gerecht werden dürfte.
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am 10. Juli 2011
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Selten jagt mir ein Roman Schauer über den Rücken. Das geschieht eigentlich nur, wenn er alle Kriterien erfüllt, die ihn über das Mittelmaß hinausheben. Dialoge müssen stimmig und glaubwürdig sein. Die Figuren müssen lebensecht sein. Es darf nicht der Eindruck eines formelhaft entworfenen Werks entstehen. Darüber hinaus muss er aber auch noch Originalität erkennen lassen - sowohl sprachlich, als auch inhaltlich.

Sieben Minuten nach Mitternacht bietet all das und darüber hinaus auch noch hervorragende Illustrationen von Jim Kay. Die Illustrationen sind ein düsteres Spiel von Licht und Schatten, atmosphärisch so intensiv, dass man lange an ihnen hängenbleibt, geradezu in ihnen versinkt. Der Illustrator hat sich intensiv mit dem Text auseinandergesetzt und sich davon inspirieren lassen. Dadurch bilden Text und Bilder eine Einheit. Die Zusammenarbeit von Kay und Ness erweist sich als absoluter Glücksfall.

Wie die Bilder, ist auch die Geschichte recht düster geraten. Was Patrick Ness über Trauer und die Schwierigkeiten des Jungen Conor erzählt, die Krebserkrankung seiner Mutter und ihren möglichen Tod zu akzeptieren, geht wirklich unter die Haut. Es ist keine weich gespülte Geschichte über einen auf Anhieb sympathischen Kerl, dessen liebevolles Umfeld ihn durch eine schwierige Zeit begleitet, sondern eine überaus glaubwürdige Charakterstudie über einen Menschen, der gleich an mehreren Fronten gleichzeitig zu kämpfen hat.

Conor ist ein Scheidungskind. Sein Vater lebt mittlerweile in den U.S.A.. Mit seiner pedantischen und unterkühlten Großmutter kommt Conor überhaupt nicht klar. In der Schule wird er gemobbt, mit seiner einzigen Freundin hat er sich zerstritten. Und dann sind da noch die Albträume. Pünktlich um sieben Minuten nach Mitternacht erwacht die Eibe im Garten zum Leben, verwandelt sich in ein Monster und erzählt ihm Geschichten. Insgesamt drei an der Zahl. Sie sind nicht das, was sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn wünscht. Denn Conor will nicht wahrhaben, wie hart die Realität sein kann. Er wehrt sich gegen die Einsicht, dass es das ausschließlich Gute nicht gibt. Vor allem aber mag er sich nicht eingestehen, wovor er sich am meisten fürchtet. Aber genau das fordert das Eibenmonster von ihm. Connor soll seine eigene Geschichte erzählen.

Am Ende geht es nicht darum, dass Conor lernen muss, loszulassen. Patrick Ness Botschaft ist sehr viel komplexer und wirkungsvoller. Sie ist hart und dennoch versöhnlich. Auf jeden Fall ist sie wahrhaftig. Denn es gibt keinen falschen Ton in diesem Roman. Trotz des schwierigen Themas gestaltet Ness seine Figuren virtuos, lässt sie manchmal schweigen und erzielt dadurch eine größere Wirkung, als wenn er das Ganze mit Pathos überzuckert hätte. Ihm ist ein Meisterwerk gelungen, ein Roman der Menschen jeden Alters nicht kalt lassen dürfte. Makellos und unbedingt empfehlenswert.
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