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Kundenrezensionen

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In seinem Buch versucht Richard Dawkins die evolutive Entwicklung als einen "digitalen" Fluss aus DNA in der Zeit zu interpretieren (17): "Der im Titel meines Buches genannte Fluß ist ein Fluß aus DNA, und er fließt nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit." Was für Kenner von Einsteins Relativitätstheorie eine nicht ganz unproblematische Aussage sein dürfte. Und an anderer Stelle (25): "Der Fluß der Gene ist ein digitaler Fluß."

Dawkins interpretiert Gene damit als Information. Entsprechend heißt es dann auch (31): "Gene sind Information in Reinkultur - und diese Information kann verschlüsselt, neu verschlüsselt und entschlüsselt werden, ohne daß ihr Inhalt zerstört oder verändert wird. Reine Information läßt sich kopieren, und das, da es sich um digitale Information handelt, mit unglaublicher Genauigkeit."

Hier vermisste ich eine Erläuterung, was denn Information bzw. reine Information in diesem Zusammenhang überhaupt ist und für wen die Gene Information darstellen. Beispielsweise heißt es auf Wikipedia zum Begriff der Information: "Information ... ist im engeren Sinne eine geordnete Abfolge von Symbolen, deren Bedeutung der Empfänger entschlüsselt." Wer - bitteschön - ist hier aber der interpretierende Empfänger?

Zwischendurch wühlt man sich einmal mehr durch das Mantra der Dawkinsschen Evolutionsauffassung (15): "Gute Gene sorgen für Erfolg, und nichts, was ein Lebewesen während seines Lebens tut, hat auf die Gene auch nur die geringsten Auswirkungen. Individuen, die mit den besten Genen geboren werden, erreichen mit der größten Wahrscheinlichkeit das Alter, in dem sie zu erfolgreichen Vorfahren werden können; deshalb werden gute Gene eher als schlechte in die Zukunft weitergegeben. Jede Generation ist ein Filter, ein Sieb: Gute Gene fallen hindurch und gelangen in die nächste Generation; schlechte Gene enden in Körpern, die früh oder ohne sich fortzupflanzen sterben." Man kann es bald nicht mehr hören.

Auch werden mal wieder die sozialen Insekten als Paradebeispiel für die sogenannte Verwandtenselektion angeführt, ohne die es für Dawkins offenbar keine evolutionär stabilen Formen von Altruismus geben kann (16): "Die Arbeiterinnen rackern sich ab unter dem Einfluß von Genen, deren genaue Kopien in den fruchtbaren Tieren zu Hause sind. Die Genkopien in den Arbeiterinnen sorgen dafür, daß ihren eigenen zur Fortpflanzung bestimmten Kopien der Durchgang durch das Generationssieb erleichtert wird. ... Zusammenfassend kann man sagen: Gene können sich ihren Weg durch das Sieb nicht nur dadurch bahnen, daß sie den eigenen Körper zum Vorfahren zu machen versuchen, sondern auch indem sie dem Körper eines Verwandten helfen, Nachkommen hervorzubringen."
Nur leider stimmt das ja so in ganz vielen Fällen nicht.

Der spektakulärste Teil des Buches ist sicherlich das letzte Kapitel "Die Replikationsbombe" (die Kapitel davor heißen "Der digitale Fluß", "Mutter Afrika und ihre Kinder", "Heimlicher Nutzen", und "Gottes Nutzenfunktion"). Darin vergleicht Richard Dawkins die Evolution des Lebens gewissermaßen mit einer Supernova-Explosion, bei der es zu einer Ausstrahlung von ungeheuer viel Energie in das Universum kommt. Für ihn ist die Evolution dagegen eine Informations- bzw. Replikationsbombe, die sich gleichfalls in das Universum auszubreiten versucht. Dabei sind jedoch eine ganze Reihe "Schwellen" zu überschreiten (170): "Ich werde systematisch die Schwellen behandeln, die wahrscheinlich jede Replikationsbombe auf einem Planeten überschreiten wird."

Und diese sind für ihn:
1. Replikator
2. Phänotyp
3. Replikatorengruppen
4. Vielzeller
5. Hochgeschwindigkeits-Informationsverarbeitung (inkl. Gehirn und Gedächtnis)
6. Bewußtsein
7. Sprache
8. Technologie
9. Radiowellen
10. Weltraumfahrt

Bisher dachte ich immer, die diversen Vertreter der Superstring-Theorie in der Physik könnten ein wenig die Bodenhaftung verloren haben. Doch nun muss ich gestehen, dass man sich woanders noch viel leicher mit der freien Spekulation tut, wenn es um solch grundsätzliche Themen geht.

Mit keinem Wort erwähnt Dawkins die Speicherung und Replikation erworbener Kompetenzen (in den Gehirnen und etwa per Imitation) oder die Speicherung von Kompetenzen außerhalb des eigenen Körpers (z. B. per Schrift). Da lobe ich mir dann doch den vergleichsweise sehr klaren und bodenständigen Ansatz Jablonka und Lambs in Evolution in Four Dimensions: Genetic, Epigentic, Behavioral and Symbolic Variation in the History of Life.

3 Sterne trotzdem, weil das Buch mal wieder glänzend geschrieben ist und hier und da einige interessante Informationen enthält, die man jedoch größtenteils schon kennen wird, wenn man die anderen Bücher von Dawkins gelesen hat.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 17. Juni 2010
Richard Dawkins behandelt in diesem Buch diverse Fragestellungen aus dem Bereich der Evolution.

Er verdeutlicht beispielsweise, dass alle Lebewesen miteinander verwandt sind und erklärt, wie die verschiedenen Arten und höheren taxonomischen Einheiten aus den gemeinsamen Ursprüngen entstanden sind und wie der Code der DNA funktioniert. Weiters geht er der Frage nach, wann und wo der letzte gemeinsame Vorfahre aller Menschen gelebt haben könnte und überlegt, wie vermeintlich perfekt gestaltete Lebewesen durch Evolution entstanden sein können und warum es in der Natur scheinbar so viel Grausamkeit gibt. Im Zuge dieser Betrachtungen befasst er sich unter anderem auch mit dem Tanz der Bienen oder dem zahlenmäßigen Verhältnis der Geschlechter bei verschiedenen Tierarten.
Besonders interessant fand ich das letzte Kapitel, wo Dawkins über Leben (von ihm "Replikationsbombe" genannt) auf anderen Planeten spekuliert und beschreibt, in welchen Schritten dieses auf der Erde entstanden ist.

Obwohl der "Fluss in Eden" nicht einmal 200 Seiten umfasst, wird darin also eine Reihe höchst interessanter Themen angesprochen und - wie man es von Richard Dawkins gewöhnt ist - auf unterhaltsame und dennoch fundierte Art erläutert.

Zwar werden Leute, die schon einige andere Werke des Autors gelesen haben, viele der angestellten Überlegungen bereits kennen, dennoch ist dieses Buch sehr gut geschrieben und absolut lesenswert. Vor allem Dawkins Argumentationen gegen den Kreationismus zu folgen ist immer wieder ein Genuss.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2001
Jeder stößt im Leben einmal auf die Frage, ob wir Menschen ein Produkt des Zufalls sind oder ob wir mit Vorsatz konstruiert wurden. Dieses Buch hält die Antwort bereit...
Nicht nur für Evolutionswissenschaftler ein Muss. Dieses Buch ist eine Zeitreise durch die Entwicklung des Lebens auf der Erde. Man stößt auf verblüffende Wunder der Natur. Es wird dabei kritisch und einfühlsam auf die Theorie von Charles Darwin eingegangen.
Alles ist einfach und interessant beschrieben, so dass man kein Fachmann sein muss, um dem "Fluss" folgen zu können.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juli 2000
Richard Dawkins versteht es auf sehr unterhaltsame Weise selbst skeptischen Menschen seine Erkenntnisse näher zu bringen.
Alles was er sagt, denkt und erklärt ist von tabuloser und teilweise fast brutaler Logik geprägt, sicher ein Verhalten das manch einem eingefleischen Humanisten die Tränen in die Augen treiben dürfte, aber vielleicht deshalb besonders lesenswert.
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am 30. Oktober 2012
In einem interessanten sprachlichen Bild ("Fluss der Gene") bringt einem Dawkins die Evolutionstheorie näher.

In diesem Buch geht es speziell um die Weitergabe der Gene vom "Anfang" (Entwicklung des Lebens) bis heute. Dabei sind die Körper nur Gefäße, die die Nachricht (den Text) der Gene durch ständiges "Abschreiben" weitergeben. Jedes Lebewesen ist daher nur ein kurzes Stück des Weges, den der Fluss der Gene durchfließt.
Um im Bild zu bleiben: Es bilden sich Nebenarme, manche vertrocknen, manche vereinigen sich, manche verästeln sich weiter.

Als Einstieg in die Materie bzw. als Ergänzung zu anderer Literatur des Autors sehr empfehlenswert. Ab und an wird die Metapher etwas überstrapaziert. Als alleinige Lektüre (ohne den Konsum weiterer Bücher zum Thema) wäre es mir aber zu kurz gehalten.

Wer Dawkins als Autor bereits kennt und schätzt, für den gibt es sowieso nur Eins: LESEN!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das kleine Büchlein (181 "Text"-Seiten) hat mir sehr gut gefallen. Es besteht aus 6 Kapiteln: "Der digitale Fluss" über die Gene, "Die Mutter Afrika und ihrer Kinder" über den Ursprung der Menschheit, "Heimlicher Nutzen" und "Gottes Nutzenfunktion" geht es hauptsächlich darüber, dass letztlich der "Zweck" der Anpassung das Überleben der DNA ist, in dem letzten spannenden Kapitel "Die Replikationsbombe" stellt Dawkins dem Bild der Erde auf der sich die Evolution abspielt dem Bild der Supernova gegenüber: Wie dort plötzlich in starkem Maße Licht ausgestrahlt wird, werden hier über allerdings einen langen Entwicklungszeitraum auch Informationen ins All gestrahlt (z.B. jetzt relativ spät in der Entwicklung durch Radiowellen), Dawkins stellt die Stufen einer solchen Replikationsbombe dar und ihre mögliche weitere Entwicklung. Ich finde ein tolles Buch, dass mir in gut verständlicher Sprache einen Einblick in diesen Bereich der Wissenschaft verschafft hat. Es ist weniger das e
Eingehen auf Spezialthemen (das kommt aber auch), als vielmehr das Darstellen von Grundargumentationsformen, die mich fasziniert hat. Insbesondere der Kreationsimus bekommt sein Fett weg.
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