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59 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Erfahrungsbericht! Sand für das Getriebe gegenwärtiger Bildungspolitik
Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Dr. Winterhoff! Endlich mal jemand der sich traut, einfach einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Ohne jeden verkaufsträchtigen Schnickschnack, ohne den erklärten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Klasse! Es liest sich „so nebenbei“ und sollte deswegen Pflichtlektüre für alle...
Vor 6 Monaten von Beate Neugebauer-Kraft veröffentlicht

versus
32 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Winterhoff regrediert weiter in psychoanalytischen Phasenlehren
Vorweg, bin Fachkollege, habe allerdings i. G. zu Winterhoff wirklich Entwicklungspsychologie studiert...
Nach dem Tyrannen Erstlingswerk habe ich auch dieses Buch gelesen, um zu konstatieren, ob der Autor sich "weiterentwickelt" hat oder in einer früheren Phase fixiert ist. Kurz: Nein, ich sehe keine Entwicklung! Funktionaler Gewinn: Damit verdient man mehr,...
Vor 2 Monaten von Dr. Robert Mestel veröffentlicht


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59 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Erfahrungsbericht! Sand für das Getriebe gegenwärtiger Bildungspolitik, 13. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Dr. Winterhoff! Endlich mal jemand der sich traut, einfach einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Ohne jeden verkaufsträchtigen Schnickschnack, ohne den erklärten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Klasse! Es liest sich „so nebenbei“ und sollte deswegen Pflichtlektüre für alle Entscheidungsträger in Sachen Bildung und Erziehung sein.
Sehr geehrte Damen und Herren Politiker, Sie müssen sich gar nicht anstrengen. Nur einfach mal lesend einem erfahrenen Praktiker Gehör schenken und Ihr Handeln vor diesem Hintergrund überdenken. Sie werden schnell erkennen, dass wir den Auftrag unserer Bildungseinrichtungen dringend um den der Entwicklungsbegleitung erweitern müssen, wollen wir unseren Kindern weiterhin ein Leben in Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ermöglichen.
Aus meiner Perspektive als Schulleiterin kann ich Winterhoffs Beobachtungen und Praxiserfahrungen nur bestätigen: Viele unserer Kinder sind nicht mehr altersentsprechend entwickelt, zahlreiche Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Sie brauchen dringend Hilfe. Winterhoff spricht von gesellschaftlich bedingten Beziehungsstörungen und gibt zahlreiche Tipps zur Umstrukturierung des pädagogischen Alltags, um die gesunde psychische Entwicklung von Kindern zu unterstützen bzw. ein Nachreifen zu ermöglichen. Nach einigen Jahren der Erprobung seiner Vorschläge kann ich sagen, dass sich Winterhoffs praktische Anregungen als überaus hilfreich erwiesen haben und erweisen. Viele Kinder reifen in kurzer Zeit nach und sind für Lernen wieder zugänglich, können ihr Potenzial voll ausschöpfen. Abgesehen davon macht es wieder Spaß, mit diesen Kindern zu arbeiten.
Vor diesem Erfahrungshintergrund wünsche ich mir sehr, dass Winterhoff sich noch mehr in die diesbezügliche politische und gesellschaftliche Diskussion einmischt. Er hat aufgrund seiner langjährigen Praxiserfahrung zu den Kindern und Jugendlichen unserer Zeit tatsächlich etwas zu sagen und, wenn man es mal nicht verstanden hat: Man darf ihn auch fragen. Im Gegensatz zu vielen anderen, vollmundig palavernden Schwätzern meint Winterhoff das mit dem Helfen ernst.
Und wenn das Buch auch an einigen Stellen redundant und wenig strukturiert ist. Na und? In einem Erfahrungsbericht stört das gar nicht. Nicht diejenigen, die am schönsten reden oder schreiben bringen unsere Gesellschaft voran, sondern die, die erkennen, was zu tun ist.
Der Vorschlag von Frau von der Leyen, den Personalmangel in Kitas kurzerhand mit den durch die Schlecker-Pleite arbeitslos gewordenen Frauen auszugleichen (S.159), ist ein gut gewähltes Beispiel schlechter Gegenwartspolitik. Es erlaubt die Frage: Wie viel ist Bildung und Erziehung unserer Gesellschaft oder besser gesagt, unserer Politik, wert? Geben wir uns zukünftig damit zufrieden, Kindern beim Großwerden zuzuschauen oder werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass aus ihnen (mit-) fühlende, soziale Wesen werden, die imstande sind, menschliche Kultur weiter zu tragen und weiter zu entwickeln? Ich gehe ganz und gar konform mit Winterhoffs mahnenden Worten. Sollten wir uns nicht sehr schnell um die gesunde psychische Entwicklung unserer Kinder bemühen, werden diese dauerhaft auf dem Stand eines Kleinkindes bleiben: egozentrisch, kleinkindhaft – narzisstisch, lustorientiert, nicht sozialfähig. Wenn wir so weitermachen, könnte es sein, dass wir uns als menschliche Spezies zurückentwickeln und irgendwann auf dem Niveau eines Bandwurms wiederfinden: triebgesteuert, nur noch mit Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung beschäftigt. Nein, danke! Evolutionär hatten wir da schon ein anderes Niveau erreicht und ich möchte auch gerne auf diesem weiterleben. Ebenfalls wünsche ich das unseren Kindern, die unsere Zukunft sind.
Ich bin froh, dass Winterhoff dieses Buch geschrieben hat. Wäre doch schön, wenn tatsächlich mal all diejenigen, die tagtäglich mit den fatalen Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen sowie mit denen unserer miserablen Bildungspolitik konfrontiert sind, den Mut fänden, das auch auszusprechen und zwar nicht nur im persönlichen Gespräch oder per privatem Mailkontakt. Unsere Kinder haben nur eine Lobby und das sind wir Erwachsenen. Wenn wir uns nicht trauen, zu sagen, was wir sehen und denken, wer soll es denn dann tun?
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56 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es funktioniert, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Unser Sohn ist 12 Jahre alt und besucht das Gymnasium. Er war schon als Baby ein Schreikind und im Kindergarten auch sofort auffällig; er war ein Störenfried, unruhig, sehr anstrengend und gleichzeitig in Teilbereichen auffällig begabt. Mit 6 Jahren und nochmal 1 und 2 Jahre später durchlief er sämtliche Testungen in einer psychiatrischen Kinderambulanz. Diagnose: ADHS und teilweise Hochbegabung. Therapie: Medikinet und Concerta. Davor hatten wir alle möglichen alternativen Therapiemethoden durch: Homöopathie, Ernährungsumstellung(ohne Zucker, Phosphate, Konservierungsstoffe usw); spezielle Diät aufgrund diverser IGG Blutwerten, Supernanny- Methoden usw. Schließlich blieben nur die Medikamente, um ihn schulkonform zu kriegen.(leserlich schreiben, adäquates Sozialverhalten, Aufmerksamkeit; Mitarbeit; sitzenbleiben usw.)Durch Zufall machte mich ein Mediziner aufmerksam auf Dr. Winterhoff. Wir bekamen prompt einen Termin in der Praxis bei ihm persönlich(alles über Krankenkasse- von wegen er wäre nur gewinnorientiert!!!)Ich kann seinen Argumenten und Schlussfolgerungen folgen und bejahe diese. Seine Lösungsvorschläge scheinen im ersten Moment etwas ungewöhnlich- aber schon nach unseren ersten "Hausaufgaben" und einem Absetzen der ADHS Medikamente und zugleich einer temporären(!) Gabe eines komplett andersartigen Medikamentes, sehen wir positive Veränderungen bei unserem Kind, die wir nie für möglich geglaubt hätten!!!!Dazu muss ich sagen, man muss sein Verhalten von außen betrachten können, sich selbst ohne Wertung reflektieren und sich einlassen können!!!Aber es lohnt sich! Auch wenn es keine wissenschaftliche Basis gibt! Dr. Winterhoff hat uns versprochen, dass unser Sohn nach einem Jahr Therapie keinerlei Medikamente mehr bräuchte!!Das alleine ist schon ein Grund es zu probieren und sich einzulassen!!Bis jetzt hat Dr. Winterhoff unser Familienleben mit (3) Kindern schon erheblich erleichert! Danke!
Das neue Buch habe ich bei ihm in der Praxis gekauft. Es baut auf seine anderen Bücher auf- was er aber in diesem Buch am Schluss kurz zusammenfasst. Es enthält klare Lösungsansätze, die einfach umzusetzen sind. ( zb. erst innerlich kurz bis 4 zählen, bevor man auf sein Kind reagiert- um zu erreichen, dass das Kind merkt, dass wir uns nicht willkürlich wie einen Gegenstand steuern lassen)u.v.m
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch mit wichtigen Erkenntnissen, 9. Januar 2014
Von 
Marc Hoettemann "Ostwestf4le" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Seit einigen Jahren läuft etwas schief mit unseren Kindern und Jugendlichen.

Fast jeder von uns kennt Beispiele von Kindern, die sich außerhalb der Norm bewegen, als verhaltensauffällig gelten oder die Anforderungen in der Schule nicht erfüllen können und wenig Durchhaltewillen zeigen.

Doch es liegt oftmals nicht am Unwillen der Kids und Teens, sondern an ihrem Unvermögen aufgrund der fehlenden psychischen Entwicklung in jungen Jahren. Tradierte Werte wie Pünktlichkeit und Pflichtbewusstsein fehlen oftmals genauso wie Empathie, Frustrationstoleranz und angemessene Umgangsformen.

Stattdessen haben diese Kinder keine ihrem Alter entsprechende Psyche, sondern sind auf der Stufe von Kleinkindern stehen geblieben, die nur sich selbst kennen und keine Folgen von Handlungen einschätzen können. Den Kindern ist am wenigsten ein Vorwurf zu machen, argumentiert Winterhoff in seinem neuesten Buch "SOS Kinderseele".

Vielmehr sind es die Elternhäuser, die aufgrund der Projektion und Symbiose solche Verhaltensweisen mit fehlender Konfliktfähigkeit, fehlender Empathie und fehlendem Unrechtsbewusstsein erst ermöglichen und eine Krise der emotionalen und sozialen Entwicklung herbeiführen.

Damit diese Zusammenhänge besser verständlich werden, skizziert Winterhoff in dem Buch aus dem C. Bertelsmann Verlag zu Beginn die emotionale und soziale Entwicklung der menschlichen Psyche. In verständlichen Worten und ohne Fachchinesisch werden die Zusammenhänge deutlich.

Die kindliche Psyche entwickelt sich am erwachsenen Gegenüber

Das ist einer der elementaren Erkenntnisse des Autors: die kindliche Psyche entwickelt sich am erwachsenen Gegenüber, und er ruft diesen Satz wiederholt ins Gedächtnis – denn es ist der Schlüssel zur Auflösung des eingangs geschilderten Dilemmas.

Insbesondere Eltern und Pädagogen, die das Kind in der Zeit des Aufwachsens begleiten, sind prägend für die Entwicklung der emotionalen und sozialen Kompetenz. Doch viele Erwachsene können den Kindern den nötigen Halt und das in sich Ruhen nicht bieten.

Weil sie selbst gestresst sind (oder sich stressen lassen). Weil sie nur für den Moment leben und nicht an die Zukunft denken (oder ihnen nicht die Möglichkeit gegeben wird). Weil sie das Gefühl haben, alles stürzt auf sie ein und sie sind nicht Herr der Lage (oder sie ihre Rolle als Vorbild selbst nicht ausfüllen).

Schuld daran ist nicht zuletzt das partnerschaftliche Konzept vom Kind. In diesem Konzept sehen die Eltern ihren Sprössling als gleichberechtigten Partner, der er qua Entwicklung gar nicht sein kann, und können damit den notwendigen Halt nicht geben.

Hat sich Winterhoff in seinen bisherigen Büchern auf die Entwicklung in den Familien und in der Gesellschaft allgemein fokussiert, so hat er in diesem Buch die Situation in Kindergärten und Schulen im Blick.

Mütter als Hilfslehrer sind der falsche Weg

Insbesondere Helikoptereltern und Mütter, die sich nachmittags als Hilfslehrer verdingen, sind dem Therapeuten ein Dorn im Auge. Denn nicht die Anforderungen in der Schule sind nachhaltig gestiegen: vielmehr nehmen Eltern im Zuge der Symbiose den Druck auf ihr Schulkind als Druck auf sich selbst wahr.

Das gipfelt dann in aggressivem Eltern-Verhalten gegenüber den Lehrkräften, die es in dieser Häufigkeit und Intensität bislang nicht gegeben hat. Davon unbenommen ist die Frage, ob Eltern den Kindern in schulischer Hinsicht behilflich sein sollen: selbstverständlich. Aber hier ist Hilfe zur Selbsthilfe das erste Gebot.

Und auch im Kindergarten setzen sich immer mehr offene Konzepte durch, in denen Erzieherinnen zu Aufpassern verkommen und das hochgelobte Lied der Selbstständigkeit der Kinder gesungen wird. Nicht selten kommt es vor, dass sich Pädagogen in Kindergärten und Schulen immer mehr zu Reparaturbetrieben degradiert sehen, die retten sollen, was in den Familien nicht mehr klappt.

Um eine Umkehr der Missstände zu erreichen, fordert der Autor auf, die pädagogischen Konzepte an Kindergärten und Grundschulen generell zu überarbeiten. Er ermutigt die Verantwortlichen, nicht jeden neuen Trend in der Pädagogik mitzunehmen und jedes neue Konzept auszuprobieren. Insbesondere der Grundschule fällt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu.

Nur so ist gewährleistet, dass unsere Kinder wieder die nötige emotionale und soziale Reife erreichen, um die weiterführenden Schulen und die anschließende Ausbildung oder das Studium erfolgreich zu absolvieren.

Ein wichtiges Buch mit wichtigen Erkenntnissen

Michael Winterhoff polarisiert auch mit "SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet – und was wir dagegen tun können".

Der Kinderpsychologe ist kein Kuschel-Pädagoge, sondern nennt die Defizite unserer Gesellschaft, die mit dem Wandel von der analogen zur digitalen Gesellschaft scheinbar einhergehen, beim Namen.

Wenn er bei dem einen oder anderen Aspekt für meinen Geschmack auch über das Ziel hinausschießt, ist der Kern seiner Botschaft genauso klar wie einleuchtend: es muss sich etwas ändern, damit sich die emotionale und soziale Psyche der Heranwachsenden wieder altersgemäß entwickeln kann.

Im Epilog hält der Psychotherapeut treffend fest

"Das zentrale Problem dabei sind aber nicht die Kinder, sondern wir Erwachsenen.

Wir verkraften die gesellschaftlichen Veränderungen seit Anfang/Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr. Dadurch gerät ein funktionierendes gesellschaftliches System aus dem Gefüge.

Immer mehr Eltern lassen sich im Rahmen einer Symbiose, in der sie unbewusst geraten sind, vom Kind steuern."

Es liegt also an uns, diesen unerträglichen Zustand zu ändern!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Eine gebildete emotionale und soziale Psyche macht Kinder und Jugendliche stark. Sie können das Selbstbewusstsein entwickeln,,, 19. Dezember 2013
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
ihre Fähigkeiten einzusetzen und weiterzuentwickeln, ohne dabei egoistisch und schädigend für andere Menschen vorzugehen." (Michael Winterhoff, S.158)

Der Psychotherapeut Michael Winterhoff befasst sich in seinem klugen Buch mit den Gefährdungen der emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern und zeigt, was man dagegen unternehmen kann. Faktisch belegbar ist, dass es immer mehr Kinder gibt, die gravierende Störungen im Lern-, Leistungs- und Sozialverhalten aufweisen. Zudem scheinen immer mehr Heranwachsende nicht mehr fähig zu sein, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Wie es aussieht, liegen die Ursachen in psychischen Fehlentwicklungen.

Um zu verhindern, dass es in unserer Gesellschaft immer mehr Egoisten, Narzissten und beziehungsunfähige sowie lustorientierte Egoisten gibt, ist es nach Winterhoffs Ansicht, der ich ohne Wenn und Aber zustimme, notwendig, rasch gegenzusteuern.

Offenbar steigen derzeit im Kindergartenalter bei den Kleinen massive motorische und sprachliche Schwierigkeiten an. Die Kinder haben Probleme im Bereich des Lernens und auch im Hinblick auf soziale Kompetenzen. Verzeichnet wird ein Konzentrationsmangel in der Schule wie auch ein Desinteresse an Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Zudem mangelt es an Fleiß und die Kinder begreifen Strukturen und Abläufe immer weniger. Zu allem Überfluss fallen diese Kinder auch noch durch eine ausgeprägte Rücksichtslosigkeit und Leistungsverweigerung unangenehm auf. Für all dies gibt es natürlich Gründe und diese liegen in Beziehungsstörungen mit den Bezugspersonen begründet.

Winterhoff veranschaulicht die Entwicklungsstufen eines Kindes anhand einer kurzen Auflistung und macht deutlich, dass immer dann, wenn in einem bestimmten Alter ein Stillstand eintritt, es eine höhere Stufe der Entwicklung nicht erreichen kann. Das hat zur Folge, dass das Denken und die Wahrnehmung auf einer früheren nicht altersgemäßen Stufe verbleiben.

Man muss sich bewusst machen, wie ein Kind die Welt wahrnimmt und verstehen lernen, dass Kinder die Welt vollkommen anders wahrnehmen als Erwachsene. Viele Erwachsene scheinen das mittlerweile vergessen zu haben, deshalb auch kommt es zu all diesen fatalen Entwicklungsverwerfungen.

Sehr wichtig ist es, in bestimmten Entwicklungsphasen, Abläufe und Strukturen zu erkennen, um sich an Regeln orientieren zu können. Jedem, der ein wenig nachdenkt, wird schnell bewusst, dass Regeln Kinder Stabilität und Sicherheit schenken. Kinder benötigen Regeln und Strukturen, um sich orientieren zu können.

Winterhoff thematisiert sogenannte Denkverbote, um sie auszuhebeln. Es ist völlig klar, dass Kinder Grenzen aufgezeigt bekommen müssen, wenn sie sich zivilisiert entwickeln sollen. Da Höflichkeit, Rücksichtnahme und Respekt nicht angeboren sind, müssen sie erlernt werden und zwar in der Kindheit bereits. Diese erlernten Fähigkeiten sind eine notwendige Bedingung, um ein emotional und sozial ausgereifter Erwachsener zu werden, (vgl.: S.59)

Der Psychotherapeut unterstreicht, dass das Verhalten, das Eltern, Großeltern, Lehrer und Erzieherinnen heute an den Tag legen, das Verhalten der Kinder und Jugendlichen, das diese in zehn, zwanzig und dreißig Jahren als Erwachsene zeigen, maßgeblich beeinflusst. Deshalb auch lautet die entscheidende Frage: "Leisten Erwachsene die Entwicklungsbegleitung über die Beziehung noch heute im ausreichenden Maße? Die Antwort lautet immer öfter: Nein." (S.60).

Wie Winterhoff deutlich macht, mangelt es vielen Kindern an Halt aufgrund von partnerschaftlichen Konzepten der Erwachsenen, die Kinder überhaupt nicht verstehen können. Dadurch kommt es zu einer Unterentwicklung sozialer und emotionaler Kompetenz, die dann bei jungen Erwachsenen zur Unfreiheit führt, also genau zum Gegenteil von dem, was bezweckt worden ist.

Der Autor hält es für bedenklich, wenn Eltern bei ihren Kindern in die Rolle des Hilfslehrers schlüpfen und wenn zwischen Mutter und schulpflichtigem Kind in dieser Beziehung eine Art Symbiose entsteht, so dass die Mutter den Druck, der auf einem Schüler ruht, auf sich bezieht und sie dann so handelt als sei sie das betroffene Kind. Symbiotische Mütter haben keine Distanz und sind für die Entwicklung des Kindes nicht förderlich.

Winterhoff zeigt den Unterschied zwischen Selbstständigkeit und Selbstbestimmung auf. Oft verhalten sich Kindergartenkinder wie Säuglinge, weil die Förderung des sozialen Miteinanders nicht stattgefunden hat, aufgrund einer falsch verstandenen Freiheitsidee der Eltern.

Der Autor ist kein Befürworter autoritärer Erziehungsmethoden, wohlgemerkt, allerdings befürwortet er ein Erziehungskonzept, wonach klare Ansagen gelten und Kinder nicht dem Chaos ausgesetzt werden. Dies finde ich begrüßenswert.

Damit ein Kind seinem Alter gemäß, lern- und leistungsfähig sein kann, sind mitunter Nachreifeprozesse notwendig. Diese können dann am besten stattfinden, wenn das Umfeld ein ruhiges ist und die Sinneseindrücke das Kind nicht überfordern.

Winterhoff zeigt Wege auf, die aus Kindern starke und selbstbewusste Erwachsene werden lassen, weil sie nicht beziehungsgestört sind. Das Buch leistet einen guten Beitrag zu einem Umdenken in Erziehungsfragen. Das kann man nur begrüßen.

Empfehlenswert.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein aussergewöhnliches gutes praktisches Fachbuch, 19. Oktober 2013
Sehr schön nachvollziehbar ist die Entwicklungspyramide. Dadurch wird nocheinmal deutlich dass 4-5jährige, Anleitung, Begleitung Spiegelung und die Erzieherin als feste Bezugsperson brauchen.Mit der Partizipation und Kinderkonferenzen ist ein kleines Kind überfordert,ich persönlich bin mir treu geblieben und sage Erziehung ist Fremdbestimmung,Kinder brauchen Regeln,Rituale und eine Bezugsperson die sie begleitet. Kinder sollen eine Chance haben, ihre emotionale und soziale Psyche altersgemäß zu entwickeln.Wunderbar in dem Buch beschrieben,welche Schäden die Kleinen davon tragen,wenn wir ihnen nicht das geben,was sie brauchen.Die Schäden die bei den Kindern und Jugendlichen entstanden sind müssen nicht sein. Auch da wird in dem Buch deutlich wie Kindererziehung umgestzt werden muß,damit keine Schäden entstehen.Erwachsene als Partner wozu?Dieses Buch Sollte jedem Mut machen, Kindern das zu geben,was für ihre Entwicklung gut ist. Mit viel Verständnis für die Kinder geschrieben,Danke,Danke Danke

Erika
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Kinder sich entwickeln und was wir von ihnen erwarten..., 31. Januar 2014
Von 
Nicole W. - lilstar.de "N.W." (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Michael Winterhoff hat mit "SOS Kinderseele" ein weiteres Buch auf den Markt gebracht, in dem er über seine Theorien, was in unserer heutigen Gesellschaft im Zusammenhang mit der Kindererziehung falsch läuft.

Es ist kein großes Geheimnis, dass unsere heutige Jugend und unsere Kinder zu einem großen Teil verhaltensauffällig sind. Natürlich gab es solche Fälle auch schon von den 80er Jahren und weit davor, allerdings nicht in der Masse wie es sie heute gibt. Die bestätigen nicht nur Pädagogen aus Schulen und Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen, auch Eltern und Verwandten und der Gesellschaft selbst ist dieser Wandel nicht entgangen.

Laut Winterhoff liegt der Grund aber hier nicht bei den Kindern, sondern bei den Erwachsenen und den geänderten Lebenseinstellungen und Ansichten über Kinder. Wo früher Kinder noch als Kinder gesehen und auch behandelt wurden, werden Kinder heute teils schon in den Kindergärten als gleichberechtigte Erwachsene behandelt, die nur begleitet und unterstützt werden müssten. Woher Kinder allerdings das generelle Grundwissen nehmen sollen um unterstützt zu werden, wir heute teils einfach außer Acht gelassen.
Winterhoff zeigt hier auf, weswegen Kinder immer noch als Kinder gesehen werden müssen, wieso eine komplett antiautoritäre Erziehung nicht funktionierten kann und belegt dies anhand der generellen Reifeentwicklung eines Kindes vom Baby- bis ins Jugendalter.

Natürlich polarisiert Winterhoff auch hier wieder, er selbst wird aber nicht müde zu erläutern, dass es ihm nicht um knallharte Erziehung geht. Und ich finde, dass die Fakten ihm recht geben.

Um seine Thesen zu untermauern hat Winterhoff in diesem Buch aus zahlreichen Gesprächen mit Pädagogen aus allen Bereichen zitiert, die aufzeigen, woran es ihrer Meinung nach wirklich krankt bei unseren Kindern.
Das eine oder andere mal wird hierbei sicherlich auch ein wenig übertrieben, aber ich denke schon, dass Winterhoff mit seinen Thesen im Großen und Ganzen recht hat und dass sich etwas ändern muss, das zeigt ja auch eindrücklich die Entwicklung.

In "SOS Kinderseele" versucht Winterhoff auch erstmals wirklich Tipps zu liefern, wie wir dieser negativen Entwicklung entgegen wirken können, also welche Verhaltensweisen wir ändern sollten, welche Gedanken im Bezug auf unsere Kinder wirklich dominieren sollten was auf keinen Fall gehen sollte.
So richtig konkret wird der Autor hier allerdings auch nicht, wobei dies bei diesem allgemeinen Thema auch eher schwierig zu bewerkstelligen ist. Dennoch denke ich, dass diese Gedanken den Leser schon in die richtige Richtung lenken können.

Insgesamt war ich nach dem letzten Buch Winterhoffs "Lasst Kinder wieder Kinder sein", von dem ich leicht enttäuscht war, von diesem hier wirklich wieder sehr angetan und würde es allen interessierten Eltern, Pädagogen und allen Interessierten auf jeden Fall weiter empfehlen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zu empfehlen!, 9. März 2014
Von 
RaGi (OSnabrück, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Kam durch Zufall auf dieses Buch und hab es mir nach einigen hin und her dann letztendlich gekauft. Als gelernter Pädagoge und mittlerweile seit 20 Jahren in diesem Bereich tätig kann ich es nur empfehlen, da es verständlich und nachvollziehbar geschrieben ist. Es zeigt den Alltag und die Folgen welche er mit sich bringt. Es ist für mich nochmal interessant die Hintergründe zu verstehen und warum die sozial-emotionale Entwicklung so wichtig ist für das Leben in unserer Gesellschaft. Ich kann es nur empfehlen und drüber hinaus reflektierte ich unbewusst mein Erziehungsstil
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31 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eltern im Katastrophen-Modus, 1. Oktober 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Wenn heutzutage Firmen zunehmend über nicht ausbildungsfähige Jugendliche klagen, dann ist oft von den fehlenden Soft-Skills" die Rede, also sozialen und emotionalen Fähigkeiten wie Umgangsformen oder Frustrationstoleranz. Der Autor beschäftigt sich im Buch mit der Frage, warum solche Eigenschaften bei jungen Menschen immer mehr verloren gehen und wer daran schuld ist. Bei der Suche nach den Verantwortlichen nimmt er sich die Hauptbeteiligten des heutigen Erziehungs- und Bildungssystems vor und zeigt, dass jeder seinen Anteil daran hat.

DIE ELTERN
Im Buch wird ein Zeitungsartikel erwähnt wonach sich 75 % der Mütter durch den Schulunterricht belastet fühlen. Es liegt hier wohlgemerkt kein Schreibfehler vor - gemeint sind hier wirklich die Mütter und nicht die Schüler. Doch wie erklärt sich jetzt diese Zahl? Winterhoff schreibt, dass sich Eltern heutzutage im permanenten Katastrophen-Modus" befinden. Sie sind durch den hohen Druck von außen selbst im Stress, laufen im Hamsterrad und bekommen zusätzlich Druck durch die Angst, ihr Kind werde es in der Schule nicht schaffen. Bei jeder schlechten Note wird fast schon panisch reagiert, Lehrer zur Rede gestellt. Viele Eltern glauben, dass ihr Kind glücklicher sei, wenn ihm Frust erspart bleibt und ahnen nicht, dass ihr Kind als Jugendlicher vielleicht dadurch um so unglücklicher wird, wenn sich Frustrationen von außen nicht mehr verhindern lassen.

DIE LEHRER UND ERZIEHER
Die Lehrer passen sich an die Erwartungshaltung der Eltern an, schon um ihre Ruhe zu haben. Das Niveau wird so gesenkt, dass es an manchen Schulen schlechte Noten kaum noch gibt. In Deutsch etwa werden geübte Diktate geschrieben. Und wo man zwei Wochen lang mit den Schülern den Diktattext quasi auswendig gelernt hat, wird die Wahrscheinlichkeit von Fehlern gering. Am Ende sind alle zufrieden: die Lehrer, die ja auch nach dem Notendurchschnitt in ihrer Klasse beurteilt werden, die Eltern und Kinder, die sich über gute Noten freuen. Doch die Rechnung geht nicht auf, zumindest nicht für die Schüler, meint Winterhoff. Denn diese werden in dem falschen Glauben gelassen, dass sie zukünftigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt bestens gewappnet sind.

DIE GESELLSCHAFT UND DIE POLITIK
Im Buch wird nochmal ein Vorschlag von Arbeitsministerin von der Leyen aus dem Jahr 2012 aufgegriffen. Diese hatte ja vorgeschlagen, dass die arbeitslosen Schlecker-Frauen nach ein paar Monaten Umschulung als Erzieher arbeiten könnten. Schließlich hätten sie ja jeden Tag mit Menschen zu tun gehabt und konnten dabei doch genug Menschenkenntnis sammeln. Für den Autor ist das eine absurde Idee, die aber bezeichnend für unsere Gesellschaft ist. Denn mit ihrem Vorschlag sagt die Ministerin ja nichts anderes als: "Kinder erziehen kann jeder, dafür braucht man keine umfassende Ausbildung oder Fähigkeiten. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Kinderkram". Der Vorschlag zeigt, wie wenig Wertschätzung pädagogische Arbeit und damit letztlich auch die Kinder selbst in unserer Gesellschaft genießen.

FAZIT
Ein wichtiges Buch in Bezug auf die Zukunft Deutschlands. Manchmal hatte ich persönlich aber das Gefühl, dass der Autor zu schwarz malt. Natürlich hat er als Kinderpsychologe die Extremfälle in seiner Praxis sitzen. So berichtet er etwa von einem Jugendlichen, der in der Regel erst 17:00 Uhr aufsteht, natürlich nicht zur Schule geht, die ganze Nacht Computerspiele macht, um dann am nächsten Tag wieder bis Nachmittag zu schlafen. Im Buch kann man manchmal den Eindruck gewinnen, dass solche Fälle schon fast die Regel sind. So schlimm ist es aber wohl doch noch nicht - man sollte die Dinge auch nicht schlimmer machen, als sie sind. Vielleicht ist diese Überzeichnung aber doch nicht so schlecht, um wachzurütteln und daran zu erinnern, dass noch viele Fehlentwicklungen korrigiert werden müssen, damit Deutschland eine gute Zukunft hat.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zusammenhänge plausibel und nachvollziehbar dargestellt, 14. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Schon oft habe ich mich auf dem Hintergrund der Tendenzen in der Bildungspolitik der jüngeren Zeit gefragt, warum aus mir (Jahrgang 1952) ein einigermaßen selbstständiger, verantwortungsbewusster und auch ansatzweise beruflich erfolgreicher Mensch geworden ist, habe ich in der Schule von der ersten Grundschulklasse an doch ausschließlich Frontalunterricht und sehr konsequente Lehrer und auch Eltern erlebt. Von "Lerntheken", "Lehrer als Lernberater", "Partnerschaftlicher Erziehung" etc. war in meiner Kindheit und Jugend nicht die Rede, dennoch habe ich offenbar von Lehrern und Eltern für mein Leben das mit auf den Weg bekommen, was meiner persönlichen Entwicklung hilfreich war. Ohne sich dessen bewusst zu sein (und ganz ohne Ratgeber!), haben Eltern und Erzieher damals die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen so gestärkt, dass die große Mehrheit den Herausforderungen des Lebens gewachsen war.
Dass dies kein Automatismus ist, den die Natur für den Menschen einfach so vorgesehen hat, das erleben wir heute. Und genau darum geht es Dr. Winterhoff: Er erläutert einerseits, warum auch wohlmeinende Erziehungskonzepte der Erwachsenen oft erfolglos bleiben; und, auf der Basis der Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, warum Kinder und Jugendliche andererseits heute vielfach (und eher zunehmend!) an den Anforderungen ihrer Umwelt und an den Erfordernissen des menschlichen Umgangs miteinander scheitern. Er zeigt nachvollziehbar auf, dass dies nicht absichtsvoll geschieht - und gerade hier ist es das Verdienst des Buches von Dr. Winterhoff, dass er dafür wirbt, dass Erzieher, Lehrer und Eltern dem nicht altersangemessenen Verhalten der Kinder und Jugendlichen mit dem Verständnis für die Ursache ihres Verhaltens begegnen.

Fazit: Ein äußerst hilfreiches Buch, das das problematische Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher von heute anhand vielfältiger Beobachtungen aus der Praxis eines Kinder- und Jugendpsychiaters ohne jede Schuldzuweisung analysiert, den Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Eltern bzw. Erziehern und seine Wirkung auf Kinder und Jugendliche im Kontext der Entwicklungspsychologie herstellt und Handlungsspielräume eröffnet für wirkungsvolles pädagogisches Gegensteuern.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert!, 11. November 2013
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Der Autor hat in seinem ersten Band „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ anschaulich und nachvollziehbar dargestellt, wie die auffälligen Verhaltensweisen einer zunehmenden Anzahl von Kindern erklärbar sind. Dieser Band enthielt jedoch noch keine Hinweise, ob in der Schule überhaupt und wenn ja, welche Möglichkeiten bestehen, diesen Kindern zu helfen. Darauf gibt der inzwischen 5. Band des Autors „SOS Kinderseele“ eine überzeugende Antwort und kann daher jeder Erzieherin und jeder Lehrkraft sehr empfohlen werden.
Zu Beginn schildert der Autor an einem drastischen realen Fall, wohin Fehlentwicklungen führen können, wenn Entwicklungstörungen nicht rechtzeitig erkannt und angegangen werden. Im Verlaufe dieses Beispiels klagt er an, dass in vielen ähnlich gelagerten Fällen nicht die Ursachen sondern die Symptome im Blick sind und daher kein nachhaltiger Erfolg erreicht werden kann.
Seine langjährigen Erfahrungen als Kinderpsychiater haben ihn zu der Erkenntnis gebracht, dass die betroffenen Kinder in einer frühen Entwicklungsphase stecken geblieben sind. Insofern betrachtet er die betroffenen Kinder auch nicht als erkrankt, sich verweigernd, unerzogen oder frech, sondern als Kinder, die sich nicht entwickelt haben, weil sie sich nicht entwickeln konnten.
Was der Autor unter dieser nicht altersgemäßen Entwicklung versteht, beschreibt er im 2. Kapitel „Die emotionale und soziale Entwicklung der menschlichen Psyche“. Anhand einer umgekehrten Pyramide werden die psychischen Entwicklungsstufen von der Geburt bis zum Alter von 16 Jahren in Kombination mit der wachsenden Wahrnehmung dargestellt. Diese Darstellung ist ein sehr hilfreicher Maßstab bei der Beobachtung und Einschätzung kindlicher Verhaltensweisen. Anhand dieses Maßstabes kann das gezeigte Verhalten dem Verhaltensmuster eines bestimmten biologischen Alters zugeordnet werden. So lässt diese Darstellung deutlich werden, dass viele Kinder emotional in einem frühkindlichen Reifezustand verharren und sich entsprechend diesem Reifezustand verhalten.
In den folgenden Kapiteln fasst der Autor Ausführungen aus den vorangegangen vier Bänden zusammen und erklärt in verständlicher Form, warum sich die Psyche vieler Kinder nicht mehr weiter entwickelt hat, sich nicht weiter entwickeln konnte bzw. sich nicht weiter entwickeln kann. Die Auswirkungen dieser Entwicklung werden immer wieder durch Interviews mit an Erziehung und Ausbildung Beteiligten aufgezeigt.
Für den Autor kann eine unterentwickelte kindliche Psyche durch geeignete Maßnahmen nachreifen. Aus seiner Sicht müssen und können alle an der Entwicklung des Kindes Beteiligten dabei mithelfen. Besonders gefordert sind Erziehrinnen in den KITA und Grundschullehrkräfte. Ihnen kommt besondere Bedeutung zu, da das Nachreifen in jungen Jahren besser und einfacher gelingt als zu späteren Zeitpunkten.
Dem Autor ist es ein besonderes Anliegen, möglichst viele Erzieherinnen und Lehrkräfte davon zu überzeugen, dass die Hauptproblematik in einer nicht altersgemäß entwickelten Psyche besteht und er besonders diese Expertengruppe als Hilfe beim Nachreifen der Psyche gewinnen möchte. Konsequent bewertet er pädagogische Ideen und Arbeitsweisen in KITA und Grundschule vor allem im Hinblick auf ihre Auswirkung auf die unterentwickelte kindliche Psyche. Es ist davon auszugehen, dass diese Passagen zumindest Widerstände hervorrufen werden, zumal jemand etwas kritisiert und gleichzeitig zugibt, auf diesen Gebieten kein Experte zu sein.
Auf diesen Gebieten muss der Autor auch kein Experte sein. Er analysiert die Anforderungen und legt als Maßstab die Entwicklungspyramide an: Ist ein Kind auf der Entwicklungsstufe X in der Lage, Anforderung Y erfüllen zu können? Oder viel bedenklicher: Wie wirkt sich Anforderung Y auf die Entwicklungsstufe X aus?
Das vorliegende Buch wird in den Reihen der Erzieherinnen und der Grundschullehrkräfte vermutlich heftige Diskussionen auslösen und hoffentlich dazu führen, das eigene Tun im Hinblick auf die Entwicklung der kindlichen Psyche kritisch zu hinterfragen. Das ist vor allem dann geboten, wenn man dem Autor folgt und akzeptiert, dass immer mehr Kinder in KITA und Grundschule eine nicht altersgemäß entwickelte Psyche haben.
In der Pädagogik sind im Laufe der Jahrzehnte Ideen entwickelt und ohne verlässliche Prüfung allgemein übernommen, angewandt und nachdem sie genügend Schaden angerichtet hatten, auch wieder verworfen worden. Im Hinblick auf die sich drastisch veränderten Bedingungen im Hinblick auf kindliche Entwicklung und daraus resultierendem Leistungsvermögen sind es die Vorschläge des Autors wert, in der Praxis überprüft zu werden. In Anbetracht der pädagogischen Freiheit einer jeden Lehrkraft ist der Rahmen dafür in jedem Fall gegeben. Insofern gehört zur Umsetzung nicht Mut, sondern nur die Bereitschaft, die eigene Praxis kritisch zu hinterfragen: „Dienen meine pädagogisch-didaktischen Vorstellungen und deren Umsetzungspraxis der Entwicklung der kindlichen Psyche und nachgeordnet der Lernentwicklung?“
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SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet -  - und was wir dagegen tun können
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