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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch mit wichtigen Erkenntnissen
Seit einigen Jahren läuft etwas schief mit unseren Kindern und Jugendlichen.

Fast jeder von uns kennt Beispiele von Kindern, die sich außerhalb der Norm bewegen, als verhaltensauffällig gelten oder die Anforderungen in der Schule nicht erfüllen können und wenig Durchhaltewillen zeigen.

Doch es liegt oftmals nicht am Unwillen...
Vor 8 Monaten von Marc Hoettemann veröffentlicht

versus
15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seltsames Buch
Ich stehe etwas ratlos da nach der Lektüre dieses Buches. Zwar kann ich einerseits verstehen, wie ein Autor zu einem Thema, das doch sehr viele Menschen direkt anspricht und betrifft, etwas schreibt, das sich - auch aufgrund des sehr einfachen, redundanten Schreibstils - locker runterliest und darum als Bestseller verkauft. Andererseits ist mir unbegreiflich, wie ein...
Vor 6 Monaten von Katrina veröffentlicht


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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch mit wichtigen Erkenntnissen, 9. Januar 2014
Von 
Marc Hoettemann "Ostwestf4le" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Seit einigen Jahren läuft etwas schief mit unseren Kindern und Jugendlichen.

Fast jeder von uns kennt Beispiele von Kindern, die sich außerhalb der Norm bewegen, als verhaltensauffällig gelten oder die Anforderungen in der Schule nicht erfüllen können und wenig Durchhaltewillen zeigen.

Doch es liegt oftmals nicht am Unwillen der Kids und Teens, sondern an ihrem Unvermögen aufgrund der fehlenden psychischen Entwicklung in jungen Jahren. Tradierte Werte wie Pünktlichkeit und Pflichtbewusstsein fehlen oftmals genauso wie Empathie, Frustrationstoleranz und angemessene Umgangsformen.

Stattdessen haben diese Kinder keine ihrem Alter entsprechende Psyche, sondern sind auf der Stufe von Kleinkindern stehen geblieben, die nur sich selbst kennen und keine Folgen von Handlungen einschätzen können. Den Kindern ist am wenigsten ein Vorwurf zu machen, argumentiert Winterhoff in seinem neuesten Buch "SOS Kinderseele".

Vielmehr sind es die Elternhäuser, die aufgrund der Projektion und Symbiose solche Verhaltensweisen mit fehlender Konfliktfähigkeit, fehlender Empathie und fehlendem Unrechtsbewusstsein erst ermöglichen und eine Krise der emotionalen und sozialen Entwicklung herbeiführen.

Damit diese Zusammenhänge besser verständlich werden, skizziert Winterhoff in dem Buch aus dem C. Bertelsmann Verlag zu Beginn die emotionale und soziale Entwicklung der menschlichen Psyche. In verständlichen Worten und ohne Fachchinesisch werden die Zusammenhänge deutlich.

Die kindliche Psyche entwickelt sich am erwachsenen Gegenüber

Das ist einer der elementaren Erkenntnisse des Autors: die kindliche Psyche entwickelt sich am erwachsenen Gegenüber, und er ruft diesen Satz wiederholt ins Gedächtnis – denn es ist der Schlüssel zur Auflösung des eingangs geschilderten Dilemmas.

Insbesondere Eltern und Pädagogen, die das Kind in der Zeit des Aufwachsens begleiten, sind prägend für die Entwicklung der emotionalen und sozialen Kompetenz. Doch viele Erwachsene können den Kindern den nötigen Halt und das in sich Ruhen nicht bieten.

Weil sie selbst gestresst sind (oder sich stressen lassen). Weil sie nur für den Moment leben und nicht an die Zukunft denken (oder ihnen nicht die Möglichkeit gegeben wird). Weil sie das Gefühl haben, alles stürzt auf sie ein und sie sind nicht Herr der Lage (oder sie ihre Rolle als Vorbild selbst nicht ausfüllen).

Schuld daran ist nicht zuletzt das partnerschaftliche Konzept vom Kind. In diesem Konzept sehen die Eltern ihren Sprössling als gleichberechtigten Partner, der er qua Entwicklung gar nicht sein kann, und können damit den notwendigen Halt nicht geben.

Hat sich Winterhoff in seinen bisherigen Büchern auf die Entwicklung in den Familien und in der Gesellschaft allgemein fokussiert, so hat er in diesem Buch die Situation in Kindergärten und Schulen im Blick.

Mütter als Hilfslehrer sind der falsche Weg

Insbesondere Helikoptereltern und Mütter, die sich nachmittags als Hilfslehrer verdingen, sind dem Therapeuten ein Dorn im Auge. Denn nicht die Anforderungen in der Schule sind nachhaltig gestiegen: vielmehr nehmen Eltern im Zuge der Symbiose den Druck auf ihr Schulkind als Druck auf sich selbst wahr.

Das gipfelt dann in aggressivem Eltern-Verhalten gegenüber den Lehrkräften, die es in dieser Häufigkeit und Intensität bislang nicht gegeben hat. Davon unbenommen ist die Frage, ob Eltern den Kindern in schulischer Hinsicht behilflich sein sollen: selbstverständlich. Aber hier ist Hilfe zur Selbsthilfe das erste Gebot.

Und auch im Kindergarten setzen sich immer mehr offene Konzepte durch, in denen Erzieherinnen zu Aufpassern verkommen und das hochgelobte Lied der Selbstständigkeit der Kinder gesungen wird. Nicht selten kommt es vor, dass sich Pädagogen in Kindergärten und Schulen immer mehr zu Reparaturbetrieben degradiert sehen, die retten sollen, was in den Familien nicht mehr klappt.

Um eine Umkehr der Missstände zu erreichen, fordert der Autor auf, die pädagogischen Konzepte an Kindergärten und Grundschulen generell zu überarbeiten. Er ermutigt die Verantwortlichen, nicht jeden neuen Trend in der Pädagogik mitzunehmen und jedes neue Konzept auszuprobieren. Insbesondere der Grundschule fällt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu.

Nur so ist gewährleistet, dass unsere Kinder wieder die nötige emotionale und soziale Reife erreichen, um die weiterführenden Schulen und die anschließende Ausbildung oder das Studium erfolgreich zu absolvieren.

Ein wichtiges Buch mit wichtigen Erkenntnissen

Michael Winterhoff polarisiert auch mit "SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet – und was wir dagegen tun können".

Der Kinderpsychologe ist kein Kuschel-Pädagoge, sondern nennt die Defizite unserer Gesellschaft, die mit dem Wandel von der analogen zur digitalen Gesellschaft scheinbar einhergehen, beim Namen.

Wenn er bei dem einen oder anderen Aspekt für meinen Geschmack auch über das Ziel hinausschießt, ist der Kern seiner Botschaft genauso klar wie einleuchtend: es muss sich etwas ändern, damit sich die emotionale und soziale Psyche der Heranwachsenden wieder altersgemäß entwickeln kann.

Im Epilog hält der Psychotherapeut treffend fest

"Das zentrale Problem dabei sind aber nicht die Kinder, sondern wir Erwachsenen.

Wir verkraften die gesellschaftlichen Veränderungen seit Anfang/Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr. Dadurch gerät ein funktionierendes gesellschaftliches System aus dem Gefüge.

Immer mehr Eltern lassen sich im Rahmen einer Symbiose, in der sie unbewusst geraten sind, vom Kind steuern."

Es liegt also an uns, diesen unerträglichen Zustand zu ändern!
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68 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Erfahrungsbericht! Sand für das Getriebe gegenwärtiger Bildungspolitik, 13. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Dr. Winterhoff! Endlich mal jemand der sich traut, einfach einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Ohne jeden verkaufsträchtigen Schnickschnack, ohne den erklärten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Klasse! Es liest sich „so nebenbei“ und sollte deswegen Pflichtlektüre für alle Entscheidungsträger in Sachen Bildung und Erziehung sein.
Sehr geehrte Damen und Herren Politiker, Sie müssen sich gar nicht anstrengen. Nur einfach mal lesend einem erfahrenen Praktiker Gehör schenken und Ihr Handeln vor diesem Hintergrund überdenken. Sie werden schnell erkennen, dass wir den Auftrag unserer Bildungseinrichtungen dringend um den der Entwicklungsbegleitung erweitern müssen, wollen wir unseren Kindern weiterhin ein Leben in Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ermöglichen.
Aus meiner Perspektive als Schulleiterin kann ich Winterhoffs Beobachtungen und Praxiserfahrungen nur bestätigen: Viele unserer Kinder sind nicht mehr altersentsprechend entwickelt, zahlreiche Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Sie brauchen dringend Hilfe. Winterhoff spricht von gesellschaftlich bedingten Beziehungsstörungen und gibt zahlreiche Tipps zur Umstrukturierung des pädagogischen Alltags, um die gesunde psychische Entwicklung von Kindern zu unterstützen bzw. ein Nachreifen zu ermöglichen. Nach einigen Jahren der Erprobung seiner Vorschläge kann ich sagen, dass sich Winterhoffs praktische Anregungen als überaus hilfreich erwiesen haben und erweisen. Viele Kinder reifen in kurzer Zeit nach und sind für Lernen wieder zugänglich, können ihr Potenzial voll ausschöpfen. Abgesehen davon macht es wieder Spaß, mit diesen Kindern zu arbeiten.
Vor diesem Erfahrungshintergrund wünsche ich mir sehr, dass Winterhoff sich noch mehr in die diesbezügliche politische und gesellschaftliche Diskussion einmischt. Er hat aufgrund seiner langjährigen Praxiserfahrung zu den Kindern und Jugendlichen unserer Zeit tatsächlich etwas zu sagen und, wenn man es mal nicht verstanden hat: Man darf ihn auch fragen. Im Gegensatz zu vielen anderen, vollmundig palavernden Schwätzern meint Winterhoff das mit dem Helfen ernst.
Und wenn das Buch auch an einigen Stellen redundant und wenig strukturiert ist. Na und? In einem Erfahrungsbericht stört das gar nicht. Nicht diejenigen, die am schönsten reden oder schreiben bringen unsere Gesellschaft voran, sondern die, die erkennen, was zu tun ist.
Der Vorschlag von Frau von der Leyen, den Personalmangel in Kitas kurzerhand mit den durch die Schlecker-Pleite arbeitslos gewordenen Frauen auszugleichen (S.159), ist ein gut gewähltes Beispiel schlechter Gegenwartspolitik. Es erlaubt die Frage: Wie viel ist Bildung und Erziehung unserer Gesellschaft oder besser gesagt, unserer Politik, wert? Geben wir uns zukünftig damit zufrieden, Kindern beim Großwerden zuzuschauen oder werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass aus ihnen (mit-) fühlende, soziale Wesen werden, die imstande sind, menschliche Kultur weiter zu tragen und weiter zu entwickeln? Ich gehe ganz und gar konform mit Winterhoffs mahnenden Worten. Sollten wir uns nicht sehr schnell um die gesunde psychische Entwicklung unserer Kinder bemühen, werden diese dauerhaft auf dem Stand eines Kleinkindes bleiben: egozentrisch, kleinkindhaft – narzisstisch, lustorientiert, nicht sozialfähig. Wenn wir so weitermachen, könnte es sein, dass wir uns als menschliche Spezies zurückentwickeln und irgendwann auf dem Niveau eines Bandwurms wiederfinden: triebgesteuert, nur noch mit Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung beschäftigt. Nein, danke! Evolutionär hatten wir da schon ein anderes Niveau erreicht und ich möchte auch gerne auf diesem weiterleben. Ebenfalls wünsche ich das unseren Kindern, die unsere Zukunft sind.
Ich bin froh, dass Winterhoff dieses Buch geschrieben hat. Wäre doch schön, wenn tatsächlich mal all diejenigen, die tagtäglich mit den fatalen Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen sowie mit denen unserer miserablen Bildungspolitik konfrontiert sind, den Mut fänden, das auch auszusprechen und zwar nicht nur im persönlichen Gespräch oder per privatem Mailkontakt. Unsere Kinder haben nur eine Lobby und das sind wir Erwachsenen. Wenn wir uns nicht trauen, zu sagen, was wir sehen und denken, wer soll es denn dann tun?
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72 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es funktioniert, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Unser Sohn ist 12 Jahre alt und besucht das Gymnasium. Er war schon als Baby ein Schreikind und im Kindergarten auch sofort auffällig; er war ein Störenfried, unruhig, sehr anstrengend und gleichzeitig in Teilbereichen auffällig begabt. Mit 6 Jahren und nochmal 1 und 2 Jahre später durchlief er sämtliche Testungen in einer psychiatrischen Kinderambulanz. Diagnose: ADHS und teilweise Hochbegabung. Therapie: Medikinet und Concerta. Davor hatten wir alle möglichen alternativen Therapiemethoden durch: Homöopathie, Ernährungsumstellung(ohne Zucker, Phosphate, Konservierungsstoffe usw); spezielle Diät aufgrund diverser IGG Blutwerten, Supernanny- Methoden usw. Schließlich blieben nur die Medikamente, um ihn schulkonform zu kriegen.(leserlich schreiben, adäquates Sozialverhalten, Aufmerksamkeit; Mitarbeit; sitzenbleiben usw.)Durch Zufall machte mich ein Mediziner aufmerksam auf Dr. Winterhoff. Wir bekamen prompt einen Termin in der Praxis bei ihm persönlich(alles über Krankenkasse- von wegen er wäre nur gewinnorientiert!!!)Ich kann seinen Argumenten und Schlussfolgerungen folgen und bejahe diese. Seine Lösungsvorschläge scheinen im ersten Moment etwas ungewöhnlich- aber schon nach unseren ersten "Hausaufgaben" und einem Absetzen der ADHS Medikamente und zugleich einer temporären(!) Gabe eines komplett andersartigen Medikamentes, sehen wir positive Veränderungen bei unserem Kind, die wir nie für möglich geglaubt hätten!!!!Dazu muss ich sagen, man muss sein Verhalten von außen betrachten können, sich selbst ohne Wertung reflektieren und sich einlassen können!!!Aber es lohnt sich! Auch wenn es keine wissenschaftliche Basis gibt! Dr. Winterhoff hat uns versprochen, dass unser Sohn nach einem Jahr Therapie keinerlei Medikamente mehr bräuchte!!Das alleine ist schon ein Grund es zu probieren und sich einzulassen!!Bis jetzt hat Dr. Winterhoff unser Familienleben mit (3) Kindern schon erheblich erleichert! Danke!
Das neue Buch habe ich bei ihm in der Praxis gekauft. Es baut auf seine anderen Bücher auf- was er aber in diesem Buch am Schluss kurz zusammenfasst. Es enthält klare Lösungsansätze, die einfach umzusetzen sind. ( zb. erst innerlich kurz bis 4 zählen, bevor man auf sein Kind reagiert- um zu erreichen, dass das Kind merkt, dass wir uns nicht willkürlich wie einen Gegenstand steuern lassen)u.v.m
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen trotz Wiederholung ein sehr zu empfehlendes Buch, 12. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muss gestehen, dass ich auch dachte "noch ein Buch von Herrn WInterhoff?"- aber es zeigt sich erstens, dass es nötig ist noch ein Buch zu schreiben, weil viele Leser und Nichtleser die Situation wohl immer noch nicht erkannt haben und zweitens hier auch neue Aspekte genannt werden.
Natürlich wiederholt er die Grundlegende Idee seiner vorangegangenen Bücher (er bleibt bei seinen Thesen!), aber nur so kann einem Leser, der die letzten Bücher nicht gelesen hat, der Zusammenhang des Problems Symbiose und Co. klar werden. Wie einige Kritiken zeigen, wird es auch immer wieder Schüler geben, die trotz offenem Kindergartenkonzept und offenen Unterrichtsmethoden einen guten Schulabschluss machen und keinerlei Probleme aufweisen, aber um die geht es nicht. Diejenigen wurden auch in den 70ern und 80ern groß, es geht hier um diejenigen (viele Kinder), die dies nicht schaffen. Diesen müssen wir helfen und je mehr dieses Buch nicht nur kaufen uns lesen, sondern auch verinnerlichen, umso besser.
Auch die Kritik "wie soll man den Ruhe reinbringen" zeigt nur, dass viele Eltern/ Erzieher/ Lehrer nicht in der Lage sind die momentane SItuation zu begreifen- setzen sie sich doch mal eine Stunde ohne Smartphone, Tab, PC, Radio, TV auf ihre Couch- dann wissen Sie, was Herr Winterhoff meint.
Viel Spaß beim Lesen!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Kinder sich entwickeln und was wir von ihnen erwarten..., 31. Januar 2014
Von 
Nicole W. - lilstar.de "N.W." (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Michael Winterhoff hat mit "SOS Kinderseele" ein weiteres Buch auf den Markt gebracht, in dem er über seine Theorien, was in unserer heutigen Gesellschaft im Zusammenhang mit der Kindererziehung falsch läuft.

Es ist kein großes Geheimnis, dass unsere heutige Jugend und unsere Kinder zu einem großen Teil verhaltensauffällig sind. Natürlich gab es solche Fälle auch schon von den 80er Jahren und weit davor, allerdings nicht in der Masse wie es sie heute gibt. Die bestätigen nicht nur Pädagogen aus Schulen und Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen, auch Eltern und Verwandten und der Gesellschaft selbst ist dieser Wandel nicht entgangen.

Laut Winterhoff liegt der Grund aber hier nicht bei den Kindern, sondern bei den Erwachsenen und den geänderten Lebenseinstellungen und Ansichten über Kinder. Wo früher Kinder noch als Kinder gesehen und auch behandelt wurden, werden Kinder heute teils schon in den Kindergärten als gleichberechtigte Erwachsene behandelt, die nur begleitet und unterstützt werden müssten. Woher Kinder allerdings das generelle Grundwissen nehmen sollen um unterstützt zu werden, wir heute teils einfach außer Acht gelassen.
Winterhoff zeigt hier auf, weswegen Kinder immer noch als Kinder gesehen werden müssen, wieso eine komplett antiautoritäre Erziehung nicht funktionierten kann und belegt dies anhand der generellen Reifeentwicklung eines Kindes vom Baby- bis ins Jugendalter.

Natürlich polarisiert Winterhoff auch hier wieder, er selbst wird aber nicht müde zu erläutern, dass es ihm nicht um knallharte Erziehung geht. Und ich finde, dass die Fakten ihm recht geben.

Um seine Thesen zu untermauern hat Winterhoff in diesem Buch aus zahlreichen Gesprächen mit Pädagogen aus allen Bereichen zitiert, die aufzeigen, woran es ihrer Meinung nach wirklich krankt bei unseren Kindern.
Das eine oder andere mal wird hierbei sicherlich auch ein wenig übertrieben, aber ich denke schon, dass Winterhoff mit seinen Thesen im Großen und Ganzen recht hat und dass sich etwas ändern muss, das zeigt ja auch eindrücklich die Entwicklung.

In "SOS Kinderseele" versucht Winterhoff auch erstmals wirklich Tipps zu liefern, wie wir dieser negativen Entwicklung entgegen wirken können, also welche Verhaltensweisen wir ändern sollten, welche Gedanken im Bezug auf unsere Kinder wirklich dominieren sollten was auf keinen Fall gehen sollte.
So richtig konkret wird der Autor hier allerdings auch nicht, wobei dies bei diesem allgemeinen Thema auch eher schwierig zu bewerkstelligen ist. Dennoch denke ich, dass diese Gedanken den Leser schon in die richtige Richtung lenken können.

Insgesamt war ich nach dem letzten Buch Winterhoffs "Lasst Kinder wieder Kinder sein", von dem ich leicht enttäuscht war, von diesem hier wirklich wieder sehr angetan und würde es allen interessierten Eltern, Pädagogen und allen Interessierten auf jeden Fall weiter empfehlen!
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein aussergewöhnliches gutes praktisches Fachbuch, 19. Oktober 2013
Sehr schön nachvollziehbar ist die Entwicklungspyramide. Dadurch wird nocheinmal deutlich dass 4-5jährige, Anleitung, Begleitung Spiegelung und die Erzieherin als feste Bezugsperson brauchen.Mit der Partizipation und Kinderkonferenzen ist ein kleines Kind überfordert,ich persönlich bin mir treu geblieben und sage Erziehung ist Fremdbestimmung,Kinder brauchen Regeln,Rituale und eine Bezugsperson die sie begleitet. Kinder sollen eine Chance haben, ihre emotionale und soziale Psyche altersgemäß zu entwickeln.Wunderbar in dem Buch beschrieben,welche Schäden die Kleinen davon tragen,wenn wir ihnen nicht das geben,was sie brauchen.Die Schäden die bei den Kindern und Jugendlichen entstanden sind müssen nicht sein. Auch da wird in dem Buch deutlich wie Kindererziehung umgestzt werden muß,damit keine Schäden entstehen.Erwachsene als Partner wozu?Dieses Buch Sollte jedem Mut machen, Kindern das zu geben,was für ihre Entwicklung gut ist. Mit viel Verständnis für die Kinder geschrieben,Danke,Danke Danke

Erika
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eltern im Katastrophen-Modus, 1. Oktober 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Wenn heutzutage Firmen zunehmend über nicht ausbildungsfähige Jugendliche klagen, dann ist oft von den fehlenden Soft-Skills" die Rede, also sozialen und emotionalen Fähigkeiten wie Umgangsformen oder Frustrationstoleranz. Der Autor beschäftigt sich im Buch mit der Frage, warum solche Eigenschaften bei jungen Menschen immer mehr verloren gehen und wer daran schuld ist. Bei der Suche nach den Verantwortlichen nimmt er sich die Hauptbeteiligten des heutigen Erziehungs- und Bildungssystems vor und zeigt, dass jeder seinen Anteil daran hat.

DIE ELTERN
Im Buch wird ein Zeitungsartikel erwähnt wonach sich 75 % der Mütter durch den Schulunterricht belastet fühlen. Es liegt hier wohlgemerkt kein Schreibfehler vor - gemeint sind hier wirklich die Mütter und nicht die Schüler. Doch wie erklärt sich jetzt diese Zahl? Winterhoff schreibt, dass sich Eltern heutzutage im permanenten Katastrophen-Modus" befinden. Sie sind durch den hohen Druck von außen selbst im Stress, laufen im Hamsterrad und bekommen zusätzlich Druck durch die Angst, ihr Kind werde es in der Schule nicht schaffen. Bei jeder schlechten Note wird fast schon panisch reagiert, Lehrer zur Rede gestellt. Viele Eltern glauben, dass ihr Kind glücklicher sei, wenn ihm Frust erspart bleibt und ahnen nicht, dass ihr Kind als Jugendlicher vielleicht dadurch um so unglücklicher wird, wenn sich Frustrationen von außen nicht mehr verhindern lassen.

DIE LEHRER UND ERZIEHER
Die Lehrer passen sich an die Erwartungshaltung der Eltern an, schon um ihre Ruhe zu haben. Das Niveau wird so gesenkt, dass es an manchen Schulen schlechte Noten kaum noch gibt. In Deutsch etwa werden geübte Diktate geschrieben. Und wo man zwei Wochen lang mit den Schülern den Diktattext quasi auswendig gelernt hat, wird die Wahrscheinlichkeit von Fehlern gering. Am Ende sind alle zufrieden: die Lehrer, die ja auch nach dem Notendurchschnitt in ihrer Klasse beurteilt werden, die Eltern und Kinder, die sich über gute Noten freuen. Doch die Rechnung geht nicht auf, zumindest nicht für die Schüler, meint Winterhoff. Denn diese werden in dem falschen Glauben gelassen, dass sie zukünftigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt bestens gewappnet sind.

DIE GESELLSCHAFT UND DIE POLITIK
Im Buch wird nochmal ein Vorschlag von Arbeitsministerin von der Leyen aus dem Jahr 2012 aufgegriffen. Diese hatte ja vorgeschlagen, dass die arbeitslosen Schlecker-Frauen nach ein paar Monaten Umschulung als Erzieher arbeiten könnten. Schließlich hätten sie ja jeden Tag mit Menschen zu tun gehabt und konnten dabei doch genug Menschenkenntnis sammeln. Für den Autor ist das eine absurde Idee, die aber bezeichnend für unsere Gesellschaft ist. Denn mit ihrem Vorschlag sagt die Ministerin ja nichts anderes als: "Kinder erziehen kann jeder, dafür braucht man keine umfassende Ausbildung oder Fähigkeiten. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Kinderkram". Der Vorschlag zeigt, wie wenig Wertschätzung pädagogische Arbeit und damit letztlich auch die Kinder selbst in unserer Gesellschaft genießen.

FAZIT
Ein wichtiges Buch in Bezug auf die Zukunft Deutschlands. Manchmal hatte ich persönlich aber das Gefühl, dass der Autor zu schwarz malt. Natürlich hat er als Kinderpsychologe die Extremfälle in seiner Praxis sitzen. So berichtet er etwa von einem Jugendlichen, der in der Regel erst 17:00 Uhr aufsteht, natürlich nicht zur Schule geht, die ganze Nacht Computerspiele macht, um dann am nächsten Tag wieder bis Nachmittag zu schlafen. Im Buch kann man manchmal den Eindruck gewinnen, dass solche Fälle schon fast die Regel sind. So schlimm ist es aber wohl doch noch nicht - man sollte die Dinge auch nicht schlimmer machen, als sie sind. Vielleicht ist diese Überzeichnung aber doch nicht so schlecht, um wachzurütteln und daran zu erinnern, dass noch viele Fehlentwicklungen korrigiert werden müssen, damit Deutschland eine gute Zukunft hat.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seltsames Buch, 25. Februar 2014
Von 
Katrina - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Ich stehe etwas ratlos da nach der Lektüre dieses Buches. Zwar kann ich einerseits verstehen, wie ein Autor zu einem Thema, das doch sehr viele Menschen direkt anspricht und betrifft, etwas schreibt, das sich - auch aufgrund des sehr einfachen, redundanten Schreibstils - locker runterliest und darum als Bestseller verkauft. Andererseits ist mir unbegreiflich, wie ein Mensch mit Hochschulbildung und sicherlich langjähriger fachlicher Praxis ein dermaßen schlechtes Buch produzieren kann.

Der Inhalt dieses Buches ließe sich problemlos in einem zwei-, dreiseitigen Fachaufsatz unterbringen. Klar, das könnte man dann allerdings nicht so gut verkaufen. Deshalb muss es also ein Buch werden, mit einem reißerischen Titel und in einfachen, sich variiert immer wiederholenden Sätzen, bei denen man sehr schnell den Faden verliert. Mehrfach hatte ich kein Lesezeichen dabei und wusste dann oft nicht mehr, ob ich eine Stelle schon mal gelesen hatte oder ob dies nur die x. Wiederholung eines Themas war.
Die Zitate im dem Autorentext - sind das Briefe an den Autor? hat er das irgendwo gelesen? - sind alle im gleichen Stil wie das Buch geschrieben, das hat mich einigermaßen befremdet.

Winterhoff verweist auch wieder und wieder auf seine eigenen Bücher: "Wie ich in dem Buch "A" schon geschrieben habe", "diese These habe ich in meinem Buch "B" ja schon erklärt". Irgendwie ein bisschen wie so eine Dauerwerbesendung im Fernsehen.

Worum geht es? "Viel mehr Kinder" sind "seit Mitte der 90er Jahre" (Warum ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt? Das wird nirgends zu begründen oder zu ergründen versucht.) verhaltensauffälliger und nicht mehr wirklich in der Lage, dem Schulunterricht, bzw. Anweisungen von Eltern und Lehrern zu folgen. Sie manipulieren und lenken die Erwachsenen, sollten aber umgekehrt von diesen gelenkt und angeleitet werden. Das liegt laut W. daran, dass viele Kinder auf dem geistigen Niveau von Anderthalbjährigen stehen geblieben sind. Also ist ihr Fehlverhalten kein böser Wille. Sie können keine Einsicht haben, weil sie dazu emotional nicht in der Lage sind. Also müssen sie "nachreifen".
Diese Aussagen werden immer und immer wiederholt.

Mehr als einmal habe ich mich beim Lesen gefragt, ob mein Kind dazu gehört. Er kommt mir emotional völlig altersgemäß entwickelt vor, ich habe auch nicht den Eindruck, dass er den Anweisungen von Lehrern, Erziehern und Trainern nicht Folge leisten könnte. Auch haben wir zu Hause keine dauernden Streitereien.Aber natürlich widersetzt er sich, wenn ihm etwas nicht passt. Er ist acht und lässt sich nicht alles gefallen.So wie mir wird es vielen Eltern gehen, die dieses Buch lesen, das einem suggeriert, dass Kinder heute ein Problem haben. Ist es sinnvoll, ein Buch zu schreiben, das alle irgendwie anspricht und folglich alle irgendwie verunsichert?

Dieses Problem der Kinder können auch Eltern nicht wirklich lösen, jedenfalls gibt das Buch so gut wie keine Lösungsansätze für Eltern, außer, dass sie "Ruhe reinbringen" sollen, was man z.B. bei W. in der Praxis lernt.

Lösen können dieses Problem Erzieherinnen (weiblich) und Lehrer (auch Männer ...), und vor allem Politiker, die - so W. - etwas ändern müssen und sich alle den modernen Unterrichtsformen (s.u.) widersetzen sollten und schon im Kindergarten Kinder auf die Schule vorbereiten sollten.

Was sind "Moderne Unterrichtsformen"? W. ist gegen offene Lernkonzepte, gegen Gruppenunterricht und Projekte und es werden dazu skurrile Beispiele gebracht. All diese Dinge, die er hier kritisiert, wie "Lesen durch Schreiben", "Lerntheken", "Lernangebote" etc. gibt es sicherlich. Und es gibt sicherlich auch noch viele andere, nicht wirklich gut durchdachte Dinge in Deutschlands unübersichtlicher Bildungslandschaft. Aber: es gibt auch ganz anderes. Das fällt hier im Buch irgendwie ziemlich hinten runter. Es kommt einem beim Lesen so vor, als gäbe es republikweit nur völlig absurde moderne Unterrichtsformen, von denen man schon bei der Lektüre erkennt, dass das alles nicht funktionieren kann.
Wenn man selber Kinder im Grundschulalter hat oder kennt, hat man - so wie ich - aber vielleicht auch die Erfahrung gemacht, dass es Schulen gibt, an denen es diese "modernen" Unterricht gar nicht gibt.

Ich zweifle an, dass Unterrichtsformen wie die hier angeprangerten allein daran schuld sind, dass Kinder sich nicht sozialkompatibel verhalten.

Laut Winterhoff hat Unterricht wie folgt zu sein: Frontalunterricht, alle Pulte stehen in die gleiche Richtung und der Lehrer spricht
Ich glaube nicht, dass die Rückkehr zu dieser Unterrichtsform das Allheilmittel.

Ich habe mich gefragt, wie ich es geschafft haben, in der staatlichen Grundschule, in die ich Mitte der 1970er Jahre eingeschult wurde, so erfolgreich zu sein, trotz Gruppentischen, Projektunterricht und einer Klassengröße von 32 Kindern. (alles das, was Winterhoff als Ursache für das hier kritisierte Verhalten von Kindern anführt). Wie haben wir Rechtschreibung, Rechnen und Lesen gelernt? Denn wir haben es gelernt. Und wie haben unsere Lehrer es geschafft, dass wir nicht ständig den Unterricht störten? Dass wir alle irgendwann lesen, schreiben und rechnen konnten, singen und turnen, basteln, nähen, malen und werken.
Warum ist keiner von uns verhaltensauffällig gewesen? Warum haben wir alle Schulabschlüsse geschafft, Berufe erlernt, Studien abgeschlossen?

Ich bin mir fast sicher: es ist nicht die "moderne" Schule, die Kinder so macht, wie Winterhoff es kritisiert. Es ist ein Konglomerat von Gründen. Aber das Buch lässt einen mit Erkenntnissen allein: Kinder werden immer schwieriger. Meins vielleicht auch? Ich selber kann nur irgendwie "Ruhe" reinbringen. Alle anderen müssen Dinge ändern. Schultunterricht muss wieder sein wie bis zu Beginn der 1970er Jahre. Und dann wird das wieder. Das ist eine komische gedankliche Mischung. Die alle verunsichert und keinem hilft, weil sie keinem Betroffenen einen wirklichen Lösungsansatz gibt. Außer vielleicht dem, dass man mit dem Kind zu einem Therapeuten sollte, so lange sich "die Schule" noch nicht geändert hat. Ich halte das für unlauter.

Ich bin mir sicher, dass Michael Winterhoff ein guter Therapeut sein kann. Das mit den Büchern hingegen war keine gute Idee. Es sind Bücher, die lesende Eltern verunsichern, ihnen aber keinerlei Hilfe sein können, denn der Autor gibt wenig von sich, was Eltern hilft. Lehrer, Erzieher und Politiker müssen verändern. Super. Und als Eltern bleibt einem dann abzuwarten, bis die es tun?

Was bleibt? Den Eltern die Möglichkeit, ihre Unzufriedenheit mit ihren Kindern dem System zuzuschieben - und dies fördert sicherlich keine positive Beziehung, sondern vertieft den Graben zwischen Elternhaus und Schule.
Sätze wie "Bereits während der Ausbildung muss deshalb vermittelt werden, dass Pädagogen in Kindergärten und Schulen "Entwicklungshelfer" sein müssen. Nur so kann die Verantwortung für die emotionale Entwicklung der Kinder dort verbleiben, wo sie auch tatsächlich hingehört: in Kindergärten udn Schulen" machen mir Angst.

Ich möchte auf jeden Fall, dass die emotionale Entwicklung meines Kindes mindestens in ebensolchem Umfang zu Hause bei seinen Eltern stattfindet und dass dies auch als normal betrachtet wird. Sonst wäre es vielleicht besser, seine Kinder gleich nach einem Jahr komplett outzusourcen.

Michael Winterhoff hat sicherlich durch seine Arbeit viele Probleme erlebt und erkannt, die Kinder heute haben. Das, was er - mit Hilfe eines Journalisten - daraus in Buchform gebracht hat, sollte man sich besser ersparen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Denkanstoß für die Gesellschaft, aber kein Erziehungsratgeber, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Michael Winterhoff hat sich sehr viele Gedanken über die emotionale Entwicklung unserer Kinder gemacht und viele stimmt sicherlich davon. Die Eltern sind in der heutigen Zeit häufig überlastet und befinden sich im Hamsterrad. Das führt dazu, dass auf Rituale und Regelmäßigkeiten verzichtet wird. Die Kinder benötigen das aber, um Vertrauen in andere Menschen und sich selber zu entwickeln.
Es ist sicherlich auch richtig, dass in der Schule noch mehr auf dieses Problem eingegangen werden sollte. Aber aus meiner eigenen Erfahrung als zweifache Mutter kann ich nur sagen, dass bei uns die sehr freien Ansätze die Michael Winterhoff kritisiert auch nicht umgesetzt werden. Aus meiner Sicht malt er zu stark schwarz und weiß, um zu polarisieren. Trotzdem wird sicherlich mancher ins Grübbeln kommen, der dieses Buch liest und das ist auch wichtig.
Wirklich Ratschläge, wie Eltern sich mit emotional unreifen Kindern verhalten sollen, habe ich nur wenige im Buch gefunden. Das finde ich schade.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zusammenhänge plausibel und nachvollziehbar dargestellt, 14. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können (Gebundene Ausgabe)
Schon oft habe ich mich auf dem Hintergrund der Tendenzen in der Bildungspolitik der jüngeren Zeit gefragt, warum aus mir (Jahrgang 1952) ein einigermaßen selbstständiger, verantwortungsbewusster und auch ansatzweise beruflich erfolgreicher Mensch geworden ist, habe ich in der Schule von der ersten Grundschulklasse an doch ausschließlich Frontalunterricht und sehr konsequente Lehrer und auch Eltern erlebt. Von "Lerntheken", "Lehrer als Lernberater", "Partnerschaftlicher Erziehung" etc. war in meiner Kindheit und Jugend nicht die Rede, dennoch habe ich offenbar von Lehrern und Eltern für mein Leben das mit auf den Weg bekommen, was meiner persönlichen Entwicklung hilfreich war. Ohne sich dessen bewusst zu sein (und ganz ohne Ratgeber!), haben Eltern und Erzieher damals die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen so gestärkt, dass die große Mehrheit den Herausforderungen des Lebens gewachsen war.
Dass dies kein Automatismus ist, den die Natur für den Menschen einfach so vorgesehen hat, das erleben wir heute. Und genau darum geht es Dr. Winterhoff: Er erläutert einerseits, warum auch wohlmeinende Erziehungskonzepte der Erwachsenen oft erfolglos bleiben; und, auf der Basis der Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, warum Kinder und Jugendliche andererseits heute vielfach (und eher zunehmend!) an den Anforderungen ihrer Umwelt und an den Erfordernissen des menschlichen Umgangs miteinander scheitern. Er zeigt nachvollziehbar auf, dass dies nicht absichtsvoll geschieht - und gerade hier ist es das Verdienst des Buches von Dr. Winterhoff, dass er dafür wirbt, dass Erzieher, Lehrer und Eltern dem nicht altersangemessenen Verhalten der Kinder und Jugendlichen mit dem Verständnis für die Ursache ihres Verhaltens begegnen.

Fazit: Ein äußerst hilfreiches Buch, das das problematische Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher von heute anhand vielfältiger Beobachtungen aus der Praxis eines Kinder- und Jugendpsychiaters ohne jede Schuldzuweisung analysiert, den Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Eltern bzw. Erziehern und seine Wirkung auf Kinder und Jugendliche im Kontext der Entwicklungspsychologie herstellt und Handlungsspielräume eröffnet für wirkungsvolles pädagogisches Gegensteuern.
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SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet -  - und was wir dagegen tun können
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