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56 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charmant, aber etwas zu dünn
Die wichtigsten Gedanken dieses Buches sind wohl
1. Stress ist der Hauptgrund für Gewichtszunahme
2. Dicker ist oft gesünder - hier ist aber wohl gemeint, dass nicht das dick-sein gesund ist, sondern die geringere Stressreaktion, die mit einem mehr-essen erkauft werden muss. Der Dicke ist also nicht gesünder weil er dick ist, sondern weil er nicht...
Vor 18 Monaten von Mayafurie veröffentlicht

versus
53 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Informative, einleuchtende Botschaften - aber unvollständig und (leider) zu romantisch
Ich finde es bemerkenswert, wenn Achim Peters mit deutlichen Worten formuliert, dass alle Diä­ten aus einem einfachen Grund zum Schei­tern ver­ur­teilt sind: "Sie ver­sto­ßen gegen ein ele­men­ta­res Na­tur­ge­setz un­se­res mensch­li­chen Or­ga­nis­mus: das Ge­setz der En­er­gie­ver­sor­gung des Ge­hirns." Peters erläutert, dass jeder Mensch immer so viel...
Vor 18 Monaten von Jürgen veröffentlicht


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56 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charmant, aber etwas zu dünn, 20. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Die wichtigsten Gedanken dieses Buches sind wohl
1. Stress ist der Hauptgrund für Gewichtszunahme
2. Dicker ist oft gesünder - hier ist aber wohl gemeint, dass nicht das dick-sein gesund ist, sondern die geringere Stressreaktion, die mit einem mehr-essen erkauft werden muss. Der Dicke ist also nicht gesünder weil er dick ist, sondern weil er nicht so stark auf Stress reagiert (und in der Folge mehr ist).

Beide Gedanken belegt Achim Peters mit zahlreichen Studien, auf die er verweist. Den ersten Gedanken kennt der Leser von Achim Peters Bestseller "Das egoistische Gehirn" bereits. Jedoch hat Achim Peters für die (aus Stress resultierende) Gewichtszunahme eine völlige Neubewertung vorgenommen. Hatte er noch im ersten Buch gemutmaßt, dass Stresssystem würde unter zu hoher Belastung quasi "ausleiern", mit einer Zunahme des Gewichtes und am Ende Diabetes II als Folge, so sieht er diesen Vorgang der geringeren Stressreaktion nun eindeutig positiv, als ein aktive Anpassung und in einer Umgebung mit ausreichend Nahrung als klaren Vorteil für Gesundheit und Lebensdauer. Diese (neue) Sicht führt er aus und belegt sie durch Studien, vermisst habe ich aber den Link zur alten -ja dann falschen- Sichtweise. Eine weitere Neuwertung hat Achim Peters zur Therapie: Seine neue Sicht ist, dass sich in einem Leben ohne erhöhten nicht handelbaren Stress ein geringeres Gewicht von selbst einstellt, wenigstens aber eine weitere Gewichtszunahme nicht nötig ist. Im Buch "Das egoistische Gehirn" war eine Reduzierung von Stress eine (allerdings die wichtigste) Maßnahme unter vielen. Leider geht er auch hier auf seinen älteren Ansatz in keiner Weise ein.

Überhaupt hatte ich das Buch in der Erwartung gekauft, detailliertes Fachwissen lesen zu dürfen. Vermisst habe ich aber besonders folgende Erklärungen:
- Das Gehirn ist hauptsächlich auf Glykose angewiesen. Welchen Sinn macht es, Nahrungsmittel entsprechend auszuwählen (fettarm, langsame Kohlenhydrate..)
- Gibt es nicht doch auch Essstörungen, die zu Übergewicht führen können (er verneint dies, geht aber nicht weiter darauf ein). Es gibt ja auch Essstörungen, die zu Untergewicht führen. Wäre die notwendige Therapie dann nicht doch deutlich differenzierter?

Zusätzlich zu diesen beiden Theorien ist vielleicht eine weitere Kernaussage des Buches die deutliche Gesellschaftskritik. Dieser Teil des Buches ist überzeugend, reicht aber natürlich nicht an die Tiefe eines "Dick, doof und arm" von Friedrich Schorb heran. Das ist aber beim eigentlichen Thema des Buches verständlich.

Im ganzen hat mich das Buch überzeugt.

Es ist aber leider nicht detailliert und differenziert genug! In der Folge bleibt in mir leider etwas Zweifel an Achim Peters Motivation für dieses Buch. Möchte er die Menschen wachrütteln, oder möchte er an den Erfolg an seinen ersten Bestseller anschließen? Die vier Sterne gebe ich mit leichten Magenschmerzen, drei wären aber doch zu wenig.

Kleiner Nachtrag: genau wie das erste Buch ist es wirklich schön zu lesen.
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53 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Informative, einleuchtende Botschaften - aber unvollständig und (leider) zu romantisch, 22. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Ich finde es bemerkenswert, wenn Achim Peters mit deutlichen Worten formuliert, dass alle Diä­ten aus einem einfachen Grund zum Schei­tern ver­ur­teilt sind: "Sie ver­sto­ßen gegen ein ele­men­ta­res Na­tur­ge­setz un­se­res mensch­li­chen Or­ga­nis­mus: das Ge­setz der En­er­gie­ver­sor­gung des Ge­hirns." Peters erläutert, dass jeder Mensch immer so viel isst, wie er braucht, um den En­er­gie­be­darf sei­nes Ge­hirns zu de­cken, un­ab­hän­gig davon, wie dick oder dünn er ist. Dicke Men­schen würden be­darfs­ge­recht essen, also gerade so viel, um ihr Ge­hirn aus­rei­chend zu ver­sor­gen. Der En­er­gie­be­darf des Ge­hirns sei in­di­vi­du­ell und hänge von vie­len Fak­to­ren ab, die der Autor auch ausführlich beschreibt.

Kommt es zu einem En­er­gie­man­gel, fährt das Gehirn ei­ni­ge Funk­tio­nen herun­ter, um damit En­er­gie zu spa­ren und ak­ti­viert gleich­zei­tig das Stress­sys­tem. Deshalb sei ein Mensch, der eine Diät macht, dau­er­ge­stresst (erhöhte Werte des Stress­hor­mons Cor­ti­sol).
Statt den Kör­per durch Diä­ten zur Ge­wichts­re­duk­ti­on zu zwin­gen, plädiert der Autor dafür, einen Weg aus der Stress­fal­le zu su­chen, um so na­tür­lich ab­zu­neh­men. Insbesondere mit Blick auf Kin­der und Ju­gend­li­che setzt sich der Autor für eine psy­cho­so­zia­le Ent­las­tung, um Frust und Stress ab­zu­bau­en. Dadurch könnte sich, quasi als Ne­ben­wir­kung, ergeben, dass die Be­trof­fe­nen ohne Diät schlan­ker wer­den.

Leider gibt es vor allem zwei Themen, die ich im Buch vermisse: Zum einen Antwort auf die Frage, wann man zu dick ist. Denn die zu Jahresbeginn veröffentlichten Ergebnisse einer Auswertung von 97 weltweiten Studien ergab laut Focus-Online folgendes: "Übergewichtige und Menschen mit einem leichten Hang zur Fettleibigkeit länger leben als Normalgewichtige; Fettleibige dagegen sterben früher... Demnach ist das Sterblichkeitsrisiko Übergewichtiger sechs Prozent niedriger als das Normalgewichtiger. Das Sterblichkeitsrisiko leicht Fettleibiger ist um fünf Prozent niedriger. Das Risiko Fettleibiger mit einem Body-Mass-Index von über 35 dagegen steigt um 29 Prozent."

Zudem bin ich der Ansicht, dass eine starke Gewichtszunahme nicht nur etwas mit dem Essverhalten und der Essensmenge zu tun hat, sondern auch sehr stark von der Qualität der Nahrungsmittel abhängt. Ich glaube nicht, dass unsere Gehirne in der Lage sind, den Energiegehalt von Lebens- und Genussmittel automatisch zu ermitteln und zu scannen. Und dies gilt nicht nur für "Dickmacher" wie Fast-Food, Pizza, Chips, Alkohol, Schokolade und Produkten mit viel (verstecktem) Zucker etc.
Die moderne Industrie bringt immer neue Produkte auf den Markt, die in unseren Gehirnen gewisse Abhängigkeiten erzeugen, nach dem Motto: Iss mehr von mir und Du wirst glücklicher und gesünder. Unterstützt und verstärkt wird diese Tendenz durch eine ausgeklügelte Werbemaschinerie, die es manchmal sogar schafft, "Dickmacher" zu gesunden Lebensmitteln um zu etikettieren. Zudem werden wir teilweise immer bequemer und greifen blind zu Fertiggerichten, ohne auf deren Inhaltsstoffe zu achten.
Man kann viel essen und sich dabei ungesund oder auch gesund ernähren. Deshalb finde ich es wichtig, schon mit Kindern und Jugendlichen frisch zu kochen und ihnen die Herkunft der Lebensmittel zu zeigen.

+++ Mein Fazit: Grundsätzlich liest sich das Buch gut und es ist auch informativ. Und die Botschaft, dass ein über­las­te­tes Stress­sys­tem dick macht kann ich nachvollziehen. Die enthaltenen Fragebögen zum Selbsttest finde ich hilfreich. Dass sich der Autor für eine Welt mit weniger Stress und für mehr Toleranz hinsichtlich des erhöhten Körpergewichts von Menschen einsetzt, kann ich nur befürworten. Und dass jeder von uns dazu in seinem Umfeld beitragen kann und muss, sind auch klare Appelle.
Doch letztlich empfinde ich die Sichtweise als zu romantisch, denn die Widerstände sind übermächtig. So lebt und profitiert vom ewigen Kreislauf aus zu viel essen und abnehmen eine gewaltige Industrie (Lebensmittelkonzerne, Werbung, Pharma, Apotheken, Ärzte etc.) sowie massenweise Diät und Anti-Diät-Ratgeber, die für ein permanent schlechtes Gewissen sorgen. Trotz zahlreicher Bekundungen sind es nach wie vor die jugendlichen, schlanken weiblichen und männlichen Modells sowie die Diät-Erfolgsstorys von Prominenten, die das Schönheits- bzw. Schlankheitsideal zementieren.
Wer sollte also die vom Autor avisierte, breite gesellschaftliche Gegenbewegung einleiten? Welche Gruppen hätten echtes Interesse daran, das vorgeschlagene Therapieprogramme anzubieten und zu bezahlen? Ich sehe (leider) niemanden und das Buch gibt darauf auch keine, für mich zufriedenstellende Antwort(en).
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Entlastend!, 22. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Die Diskussion um „dick oder dünn“ ist nicht neu und schwankt auch zu Zeiten gewaltig. Galten in bestimmten Zeiten „dünne“ Menschen als „unsolide“ und „gestandene Männer“ als vertrauenswürdig, war es lange Zeit ein geflügelter Spruch, dass es gut ist, im Ernstfall einer Krankheit etwas „zuzusetzen“ zu haben, so ist in den letzten Jahrzehnten das genaue Gegenteil rasant allgemeines Ideal geworden.

Fit, sportlich, schlank, das macht gesund, jugendlich und leistungsfähig. Dickere oder dicke Menschen werden, zumindest im Stillen, oft als „Versager, die es selbst schuld“ sind gesehen, sind in Bewerbungsgesprächen nachweislich benachteiligt (nicht diszipliniert genug) . Alles in allem: Medizin, Ratgeber, Fitness Trainer, Krankenkassen und „die Welt an sich“ geben das Ideal des Schlanken vor und übertrumpfen sich mit vielfachen Hilfen und Tipps zum Schlankwerden.

Und die Statistiken geben vermeintlich Recht. Zum einen werden die Menschen zumindest der westlichen Welt im Durchschnitt immer „schwerer“, zum Anderen lässt sich, vor allem bei echter Fettleibigkeit, der gesundheitliche Nachteil tatsächlich nachweisen.

Um solche „Fettleibigkeit“ aber geht es Achim Peters in seinem Buch zunächst nicht. Sein Schwerpunkt liegt auf diesem „Ideal des Schlanken“ und damit der Abqualifizierung des „leichten bis mäßigen Übergewichtes“. Ein „Übergewicht“, dass, und dies weist Peters überzeugend nach, ebenfalls in allen Statistiken eher lebensverlängernd sich auswirkt als lebensverkürzend. Das er als „Wohlfühlgewicht“ bezeichnet und damit eine Kategorie außerhalb aller BMI Berechnungen einführt.
Es ist eben doch etwas dran an dem Spruch, dass es gut ist, etwas „zuzusetzen“ zu haben. Und ebenso, im wahrsten Sinne des Wortes, ist es erleichternd, wenn Peters ebenso überzeugend im Rahmen der Hirnforschung nachweist, das es weniger „mangelnde Disziplin“ oder „Gefräßigkeit“ sind, die das Gewicht des Menschen zum höheren hin beeinflussen, sondern der „Stress“, der nicht nur konkret hier und da für einzelne im Raume steht, sondern eine Begleiterscheinung der modernen Zivilisation an sich darstellt.

Grundlegend also gilt für Peters: Übergewicht ist nicht an sich gleichzusetzen mit „negativ“ oder „krank sein“. Zudem ist Übergewicht kein persönlicher „Charaktermakel“, sondern auch Teil der Welt, in der wir leben, Folge des Stresses einer sich „beschleunigenden und auseinanderdriftenden Welt“ und, in der Regel, einfach erst mal nicht schlimm.

Es ist ein Irrglaube, dass „dünne“ Menschen und äußerst sportliche Menschen tatsächlich gesünder und leistungsfähiger als leicht bis mittel übergewichtigere Menschen sind.
Was der Gesundheit wirklich dient, das ist, laut Peters, die Reduktion von Stress. Eine Reduktion, die im Übrigen auch das „Normalgewicht“ (das individuell sehr verschieden sein kann) wieder „einpendeln“ würde. „Entlasten, Entlasten, Entlasten“ ist die Formel, die Peters dem Leser versucht, einzuprägen.

Für alle diese Erkenntnisse liegen dem Autor allerdings vor allem Auswertungen eines eigenen Forschungsprojektes vor, ein allgemeiner Nachweis der Richtigkeit seiner Thesen müsste in der Breite erst noch vollzogen werden. Einsichtig aber ist durchaus, was Peters argumentativ dem Leser mit an die Hand gibt.

Im Gesamten entzaubert Peters das Dogma von „dünn, sportlich , fit, leistungsfähig“ als gleichzusetzen mit „tatsächlich gesund“, bricht eine Lanze für ein Gewicht, das durchaus höher als der BMI liegen darf und verweist zudem auf Stress als Ursache vieler Krankheiten (und auch des zu hohen Übergewichtes). Nicht Diät also ist der „Ausgang aus vermeintlicher Krankheit“, sondern ein gutes Kennen seiner selbst und eine Reduktion des eigenen, ständigen Stresses und Stresserlebens. Ein interessanter Ansatz, der allerdings (noch) mit Behauptungen arbeitet und in der Breite sich noch erweisen muss.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare Worte, 14. Februar 2013
Von 
Nele "Birgit" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
An der kulturellen Wahrnehmung, dass das Essverhalten, sollte es nicht der Norm entsprechen, ein durch Disziplin steuerbares Fehlverhalten ist, letztlich, etwas, was nur umgelernt werden muss, hängen unendliche wirtschaftliche, psychologische und soziale Interessen. Die Psychologisierung des Essverhaltens ist auch schon als das Geschenk der Medizin an die Psychologie bezeichnet worden. Prof. Herpertz, einer der führenden Professoren für Psychosomatik und Essstörungen in Deutschland, gibt derzeit zu, dass die Fehlquote bei der Behandlung von Übergewicht durch Therapeuten bei ca. 85% der Fälle liegt. Das ist kein Grund für Psychologie und Psychotherapie in diesem Bereich besonders stolz auf sich zu sein.
An der These der körperlosen Disziplin hängt aber auch eine ungeheure Beschämung von Übergewicht, bzw. Essstörungen, eine Beschämung, die jedes Jahr tausende von Menschenleben kostet, denn solange diese These gilt, ist der Mehrzahl der Übergewichtigen nicht zu helfen. Siehe die Zahl oben. Und Übergewicht hat Folgen. Die physischen Folgen dürften hinter den Folgen, ausgelöst durch sozialen Stress zurückbleiben.
Wenn sich medizinisch nachweisen ließe – und das ist derzeit der Fall, nicht nur bei diesem Buch – dass die These vom freien Willen eben nicht so einfach gilt, wie vielfach behauptet, wenn es eben nicht gilt, dass einfach nur ein paar Tipps gegeben werden müssen: Leberwurst macht dick, Hamburger sind irgendwie zu kalorienreich und überhaupt, das ganze ist mit ein paar Kartoffeln und Nudeln weniger auch durchaus zu lösen – dann müssen viele therapeutische Strategien neu überdacht und formuliert werden. Und nicht nur therapeutische Strategien. Wenn man zu den Dünnen gehört, gehört man nach derzeitiger Meinung auch zu den Guten, Leistungsfähigen, Moralischen. So eine Identität geben viele Menschen nicht so gern auf und verteidigen daher den Begriff des „freien Willens“ eisern.
Kurzum, am Begriff des „freien Willens“ bzw. der „Disziplin“ hängt das Kernproblem.
Und Peters weist nun nach, dass das Gehirn unter Stress diesen freien Willen ausser Kraft setzen kann, dass es also „seinen“ Körper zwingen kann, ihm die gewünschte Glukose zu besorgen, wenn sie aus irgendeinem Grunde fehlt.
Natürlich sind die realen Abläufe komplizierter, viel komplizierter als in diesem Buch dargelegt, aber die Kernbotschaft ist eben die: unter Stress isst man mehr, also auf einer rein kalorisch betrachteten Ebene der Mensch braucht. Jedenfalls die meisten Menschen, denn einige essen unter Stress weniger und zwar aus hormonellen Gründen und überdies ist die körperliche Reaktion auf Stress individuell verschieden.
Das ist eine ungeheure Entlastung für alle, die von diesem Problem betroffen sind.
Der größte Teil des Buches besteht in der Darstellung, wie das Gehirn unter Stress reagiert und in einer entsprechenden Kulturkritik.
Ein Problem dieses Buches ist die Äußerung, dass man an Stress nicht schuld ist. Da fehlt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „Stress“. Denn Stress ist nicht nur der Stress von aussen (Boss, Säbelzahntiger, Ärger mit der Schwiegermutter), sondern Stress entsteht vor allem durch die individuelle Bedeutungsgebung. Peters hat seine These an Probanden getestet, die erst sozial gestresst wurden und dann ein Buffet bekamen – aber hier wird so getan, als ob eine soziale Stresssituaton für jeden die gleiche wäre. Es macht aber einen Unterschied, ob jemand sich in einer Prüfungssituation gestresst fühlt, weil er Angst hat, negativ beurteilt zu werden oder weil er glaubt, die anderen können in Wirklichkeit seine Gedanken lesen. Stress ist nicht immer eine Einheit, die von außen kommt, die überwiegende Anzahl der Stressoren kommt von innen. Nur, Studien müssen heute quantifizierbare Aussagen machen („So und soviele Menschen mit sozialer Stresssituation getestet“) um überhaupt angenommen zu werden in relevanten Fachzeitschriften. Die individuelle Bedeutungsgebung ist aber nicht quantifizierbar.
Dennoch, solange aber die überwiegende Mehrzahl der Psychologen der festen Überzeugung ist, es genügt der Hinweis auf die Kalorienanzahl der Leberwurst oder die Erlaubnis, im Restaurant zu erst mal ganz entspannt den Nachtisch zuerst zu bestellen, wird nach den entscheidenden Stressoren gar nicht erst gesucht. Solange schwebt die These von der Disziplinlosigkeit immer mit im Raum. Wenn man sicher wüsste, dass Willenskraft von der Glukoseverfügbarkeit des Gehirns abhängt, etwas, was auch Roy Baumeister nachgewiesen hat, dann könnte man damit nicht mehr argumentieren.
Kurzum, es ist bisher nicht erforscht, unter welchen bedeutungsgebenden Bedingungen das Gehirn bei welchem Menschen erzwingt, dass Glukose gegessen wird und der Wille ausser Kraft gesetzt wird. Der Satz, dass Stress dick macht, gilt also. Der Satz, dass es der Stress ohne die Kalorien sind, gilt nicht und Peters behauptet das auch, anders als Sabine Asgodom zum Beispiel, nirgends. Wirkliche nirgends. Peters weist nach, dass der Kalorienkonsum erzwungen wird. Asgodom behauptet in ihrem populärwissenschaftlichen Buch: „Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot“, dass Stress ein geheimnisvolles Agens ist, das ohne den Konsum von Kalorien irgendwie dick macht, was definitiv nicht gilt und mehr Schaden als Nutzen anrichtet.
Das hat überhaupt nichts mit „Schuld“ zu tun. Verantwortung kann man nur für Dinge übernehmen, die einem bewusst sind. Und wenn die Diskussion der letzten Jahre massenweise etwas bewiesen hat, dann das, dass das reine Wissen, dass Hamburger dick machen, der ganz überwiegenden Zahl der Menschen überhaupt nicht hilft. Eine Psychologie, die zu 85% Prozent der ihr übergebenen Fälle scheitert, sollte ihr Geschenk vielleicht besser zurück geben. Oder, was das Herausgrölen von Tipps angeht, besser den Mund halten.
Achim Peters Buch führt genau da hin. Und es ist leicht lesbar und gut verständlich geschrieben. Daher eine Kaufempfehlung für jeden, der tatsächlich an einer Weiterentwicklung interessiert ist, sei es für sich oder andere.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angemessene Komplexität - sehr erhellend!, 11. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist sehr erhellend für alle, die aus der simplen Kausalkette "schwacher Wille - zuviel essen - schlecht für die Gesundheit" aussteigen wollen. Zwangsweise sollten es alle Gesundheitspolitiker verordnet bekommen, aber die sind ja damit beschäftigt, Menschen mit Übergewicht abzuwerten und als willenlos zu diskreditieren.
Wie wenig das stimmt bzw. stimmen muss, zeigen die Ergebnisse des Forschungsanliegens "Selfish Brain" des Lübecker Neurowissenschaftlers Achim Peters. Sein engeres Team und er im Verbund mit international arbeitenden Kollegen konnten aufzeigen, dass die Dinge so einfach nicht liegen. Das wussten alle, die - trotz angemessenen Umgangs mit ihrem Essen - irgendwie nicht abnahmen, ohne sich als willenlose Schwächlinge zu begreifen. Jetzt ist das auch wissenschaftlich differenziert auf gute Beine gestellt.
Ursache für Übergewicht ist demnach ein Gehirn, das sich vor allem bei Streß seine Nahrung entweder aus vorhandenen Reserven holt (dünne Menschen) oder aus aktuellem Essen (starkgewichtige Menschen - nette Wortschöpfung!). Sprich: Ursache für Übergewicht ist offenbar Streß. Dafür sprechen viele Studien und Untersuchungen von Streßforschern, die z.B. Menschen aus streßvollen in streßarme Situationen gesetzt und das getestet haben. Wenn unser Gesundheitssystem also die "Dicken" bekämpft, verursacht es eher mehr Streß und setzt am völlig falschen Hebel an. Interessant, mit neuen Gesichtspunkten und raus aus der allzu simplen linearen Denkweise!
Das zweite Feld stellt heraus, dass gerade die vermeintlich "Normalgewichtigen" eher dem Herzinfarkt erliegen als die Starkgewichtigen. Deren Probleme sind Diabetes II und Arthrose, aber eben gerade nicht die Todesursachen Nr. 1-3 auf der Liste.

Ein Buch zum Umdenken. Das Konzept des "Selfisch Brain" ist sehr anschaulich dargestellt, ein Wissenschaftsjournalist hat sicher seinen Beitrag zur "Übersetzung" der wissenschaftlichen Theorie geleistet. Es ist sehr gut lesbar, eingängig und meidet doch allzu einfache Lösungen. Unbedingt lesen!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umdenken ist angesagt, 9. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch kann ich als Ergänzung zum Buch "Das egoistische Gehirn" vorbehaltlos empfehlen.
Es zeigt die Ursachen/Hintergründe von Übergewicht auf.
Für mich sind die Studien, die zur zur Erklärung herangezogen werden überzeugend und treffen zu 100% meine eigenen Wahrnehmungen.
Ein solcher Nachweis war längst überfällig.
Es sollte zur Pflichtlektüre für Eltern werden, die schon Kinder ab dem Kindergartenalter unter Druck setzen
sich einzuschränken und abzunehmen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich Aufklärung zum Thema Übergewicht, 14. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Dass Abnehm-Diäten im Grunde im Grunde zwecklos sind, war mir klar. Auch: dass mit Büchern, die vorgeben, (neue) Wege zum Abspecken zu kennen, viel Geld verdient wird und dass sie allesamt das geld nicht wert sind, dass sie kosten, das habe ich seit Längderem vermutet.
Hier kommt nun endlich ein Buch auf den Markt, dass mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen nicht - wie die übrigen- für Mythosbildung, sondern für den beginn von echter Aufklärung sorgt. Äußerst verdienstvoll, wie mir scheint.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter Ansatz, 20. Mai 2013
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Übergewicht entsteht durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Übergewicht ist gesundheitsschädlich und gefährlich. Übergewichtigen mangelt es an Disziplin und Durchhaltevermögen. Übergewichtige werden gesünder, wenn sie abnehmen.
Diese allgemein akzeptierten, vermeintlichen Fakten stellt Achim Peters in Frage. Denn neuere Forschungen ergeben ein ganz anderes Bild.
Von der bisherigen Forschung wurden psychosoziale Faktoren völlig außer Acht gelassen. Dabei, so Peters, ist dauerhafter Stress die Hauptursache für Übergewicht.
Es gibt zwei Arten, auf dauerhaften Stress zu reagieren. Zu welchem Typ man gehört, ist genetisch bedingt.
Typ A hat ein nur geringfügig angepasstes Stresssystem, das bedeutet, dass diese Menschen den Stress nicht kanalisieren oder dämpfen können. Sie bezahlen ihre Schlankheit oft mit dem Leben, denn sie sind zum Beispiel wesentlich anfälliger für Herzinfarkte.
Typ B dagegen kann sich gut an dauerhaften Stress anpassen und ihr Stresssystem dämpfen. Das wird allerdings durch ein höheres Gewicht erkauft.
Grund dafür ist die Reaktion des Gehirns auf Stress. Stress setzt das Hormon Cortisol frei. Typ A steht ständig unter Strom, hat also einen ständig hohen Cortisol-Spiegel. Bei Typ B setzt eine Anpassung ein, der Cortisol-Spiegel sinkt, auch unter Dauerstress. Dafür benötigt das Gehirn Energie, der Nahrungsbedarf steigt also.
Eine Diät ist daher kontraproduktiv, denn sie ändert erstens nichts an der Ursache und führt zweitens zu erhöhtem Stress. Bei Typ B führt eine Diät zu höherem Gewicht. (Zu beobachten am bekannten Jo-Jo-Effekt.)
Achim Peters beschreibt anschaulich, wie die heutige Arbeitswelt, die sich fundamental geändert hat, zu erhöhtem Stress und damit zu Übergewicht führt. Bei Typ B, wohlgemerkt. Bei Typ A wird die Lebenserwartung verkürzt.
Daneben setzt sich der Autor näher mit dem Diätenwahn, der Diskriminierung von Übergewichtigen in unserer Gesellschaft, und mit der Gewichtszunahme bei Kindern auseinander.
Für meinen Geschmack werden die gleichen Argumente ein wenig zu oft wiederholt und die Argumentation bleibt zu sehr an der Oberfläche. Für ein Lesepublikum, das weniger erfahren mit Sachtexten ist, mag das allerdings sinnvoll sein. Das Buch liest sich jedenfalls sehr angenehm.
Insgesamt finde ich den Ansatz hoch interessant und kann den Zusammenhang Stress – Übergewicht in meiner Lebensgeschichte bestätigen. Ich bin gespannt auf weitere Forschungen zum Thema.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 8. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist unbedingt lesenswert, da es alle bisherigen Annahmen vom Dicksein wissenschaftlich über den Haufen wirft. Wäre schön, wenn sich auch die Ärzte mal dazu aufraffen könnten, die Wissenschaft nicht länger zu ignorieren, denn dann könnte so vielen übergewichtigen Menschen wirklich geholfen werden!

Für jeden Menschen ein absolut lesenswertes Buch!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zusammenfassung, 24. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr interessantes Buch. Es zeigt sehr deutlich auf, dass der Diätwahnsinn in unser heutigen Gesellschaft
wirklich ein Wahnsinn ist. Viele Menschen versuchen dem Mythos ewig jung und schlank zu Folgen vergessen
dabei aber, dass es oft sehr schädlich für den Körper ist diesem Glauben nach zu eifern und an den von der
Natur gesetzten Vorgaben zu scheitern.
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