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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Mordfall für das Leben
Alleine schon die Idee, seine Hauptfigur, den Commissario Michele Balistreri, an zwei Polen seiner Dienstzeit (zu Anfang und zum Ende hin) hin in einer solchen Unterschiedlichkeit anzulegen, gibt diesem Buch eine ganz besondere Intensität.

Vom Draufgänger, Frauenhelden, Egozentriker, dessen höchstes Tagesziel es ist, irgendeine attraktive Frau...
Veröffentlicht am 21. August 2012 von M. Lehmann-Pape

versus
3.0 von 5 Sternen Leichen pflastern seinen Weg
"Leichen pflastern seinen Weg", das hätte durchaus der Untertitel von Roberto Constantinis Thriller sein können, aber "Du bist das Böse" ist auch nicht schlecht, nur es hätte auch "Ihr seid das Böse" heißen können, bei soviel schlechten Menschen in diesem Thriller.
Die Geschwindigkeit des Thrillers ist...
Vor 7 Monaten von Detlef.H. veröffentlicht


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Mordfall für das Leben, 21. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Alleine schon die Idee, seine Hauptfigur, den Commissario Michele Balistreri, an zwei Polen seiner Dienstzeit (zu Anfang und zum Ende hin) hin in einer solchen Unterschiedlichkeit anzulegen, gibt diesem Buch eine ganz besondere Intensität.

Vom Draufgänger, Frauenhelden, Egozentriker, dessen höchstes Tagesziel es ist, irgendeine attraktive Frau für sich zu benutzen(und den Rest von Dienst und Leben wenig interessant zu finden), hin zu einem kränklichen, desillusionierten, angewiderten und vor allem privat „verbrauchten“ Mann, das ist die Lebenslinie, die Entwicklung, die Ballistreri vollzieht.

Warum genau das so ist, was den Mann innerlich fast zerbrochen hat? Nur in kleinen Rückblicken zeigt Constantini diesen Weg auf und macht aber jederzeit klar, dass diese Entwicklung letztlich im jungen Draufgänger bereits angelegt war. Denn ist das Desillusionierte nicht ebenso eine Form von Egozentrik wie das Oberflächliche der jungen Jahre? Im Buch selber setzt Constantini einen scharfen Schnitt von Jahrzehnten zwischen die beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten. Und doch wird der junge Mann noch einmal im alten Polizisten erkennbar werden. Und vielleicht wirklich zu sich selber finden können.

Ein Fall aus seiner Anfangszeit holt ihn ein. Damals, als im Amtssitz eines Kardinals eine wunderhübsche, fromme, reine Seele von jungem Mädchen verschwand und ermordet wird. Und sich dann herausstellte, dass so rein und fromm die Frau wohl gar nicht war, ein Schwangerschaftsabbruch zumindest lässt sich nachweisen. Und der junge Balistreri sieht sich unvermittelt den klassischen Einflüssen der römischen Gesellschaft gegenüber. Der Vatikan, die Macht des Kardinals, der Comte, der eine Villa auf dem Gelände des Amtssitzes mit seiner Familie bewohnt. Keinen Schritt weiter kommt Balistreri mit der Aufklärung. Und als er dann doch einen Verdächtigen verhaftet, liegt er, zumindest „offiziell“, daneben.

Doch 25 Jahre später geschieht wieder ein Mord. Mit gleicher Handschrift. Und nun spielen mehr Mitspieler mit, wobei auch die alten Gegenspieler vom Kardinal bis zum Comte und dessen Sohn wieder in das Blickfeld des Commissario treten. Ebenso, wie sein engster und längster Freund, Angelo Dioguardi, inzwischen professioneller Pokerspieler, ihm zunächst wieder zur Seite steht. Hin und her wogen die Ereignisse. Innerhalb derer Balistreri zum ersten Mal im Leben so etwas wie eine echte Liebe findet, fast getötet wird, wieder der Fall aufgeklärt scheint und dann, nach fast 580 Seiten, ganz am Ende, als alle Leichen gezählt zu sein scheinen, doch noch die wahre Auflösung zu finden, die weder er noch der Leser je so vermutet hätten.

Auch wenn es gewöhnungsbedürftig ist, sich in die Tiefen und Höhen der höheren Gesellschaft einerseits und der kleinen Syndikate der Stadt Rom anderseits zu bewegen, auch, wenn es seine Zeit dauert, gerade die vielen doch ähnlich klingenden Namen und Personen einzuordnen und auseinander zu halten, Constantini versteht es perfekt vor allem durch seine Liebe zu all seinen Figuren (die er, jeden und jede, individuell und vielschichtig anlegt) und durch die unentrinnbaren Verbindungen, die zwischen diesen bestehen, einen echten Lesesog entstehen zu lassen.

Der Fall selber ist grandios konstruiert und folgt schlafwandlerisch sicher jenem Grat zwischen Verwirrung, vermeintlichen Klärungen und echten Hinweisen, die den Leser ständig auf neue, interessante Wendungen hinführen, vermeintliche Sicherheiten wieder nehmen und ihn jederzeit ins Angesicht schwer durchschaubarer Personen stellen.

Zynisch ist dabei nicht nur Balistreri selbst, hehre Ideale und eine Unterteilung in Gut und Böse findet man im Buch nicht und gerade das macht es so real, reizvoll und überraschend, auf welche inneren und äußeren Wege Constantini den Leser mitnimmt.

Das Buch ist ebenso ein absolut spannender Thriller, wie Constantini Charakterstudien der modernen Welt vorlegt und einen profunden Einblick in das Leben Roms, was Ortsteile und Menschen angeht, gibt. Einfach hervorragend.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Italien mal anders, 12. Juni 2013
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Wer hat's geschrieben: Roberto Costantini, 61 Jähriger ehemaliger Unternehmensberater und Ingenieur, hat mit diesem Buch noch einmal einen beruflichen Wechsel gewagt und ist unter die Kriminalschriftsteller gegangen

Worum geht’s: Ein Mordfall, der zur Passion wird. Costantini zeigt in „Du bist das Böse“ die zwei Seiten seines Ermittlers Balistreris. 1982 herrscht in ganz Italien WM-Euphorie, denn die Squadra Azzura spielt fantastisch. Da kommt dem jungen Commissario das Verschwinden einer jungen Angestellten des Vatikans denkbar ungelegen daher. Widerwillig ermittelt er in der sommerlichen Hitze und findet schließlich den Mörder. Nach ungefähr 200 Seiten springt die Handlung dann ins WM-Jahr 2006 und man ist Zeuge, wie sich Balistreri in einen deprimierten alten Ermittler verwandelt hat, der sich durch sein Leben schleppt. Doch schließlich muss er wieder ran, denn es hat den Anschein, als seien wieder junge Frauen in Rom verschwunden.

Warum sollte man es lesen: Vatikan, lebensfroher Ermittler, junge Frauen, die verschwinden? Hat man so ja schon mal alles gelesen, doch nicht so wie Roberto Costantini seinen Roman aufbaut. Seine in zwei Teile zerfallende Erzählung zeigt einen komplexen Kommissar in einem nicht minder komplex aufgebauten Kriminalfall. Da er schon im ersten Band seiner geplanten Trilogie mächtig vorlegt, darf man gespannt sein, was da noch alles kommt.

Was nicht geht: Ein simpler Roman mit einem sympathischen Filou als Ermittler. Gerade der zweite Teil des Romans ist deutlich düsterer als der Auftakt und so muss man schon gewaltig aufpassen ob der zahlreichen Charaktere und Namen der verschwundenen Frauen, damit man den Überblick über das große Ganze behält.

Wem gefällt das: Alle, die Commissario Brunetti satt haben, keine Vatikanthriller mehr lesen wollen und die italienische Kriminalliteratur mal von einer anderen Seite kennen lernen wollen. „Du bist das Böse“ ist alles andere als leichte Lektüre, dafür besticht der Roman durch einen komplexen Plot, bei dem sich Costantini schon anstrengen muss, damit die beiden Nachfolgebücher auch so gut werden!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei selbst zum Ungeheuer wird., 10. März 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Kindle Edition)
Wieder einmal ein Thriller nach meinem Geschmack: 1982 wird in Rom ein junges Mädchen während des Finales der Fußballweltmeisterschaft ermordet. Der junge Polizist Michele Balistreri wird mit diesem Fall betraut, doch bald muss er feststellen, dass auch die Kirche in die Geschichte verwickelt ist. Die Ermittler stochern in einem Sumpf der Korruption...

Über zwanzig Jahre später passiert wieder ein Mord an einem jungen Mädchen. Balistreri, inzwischen älter, verbitterter aber auch ruhiger und reifer, wird mit seiner jungen Mannschaft auf den Fall angesetzt.

DU BIST DAS BÖSE ist Roberto Costantinis erster Roman und da habe ich schon wesentlich schlechtere Erstlingswerke gelesen. Mir hat der Erzählstil von Anfang an gefallen, die Kapitel spulen sich zügig ab, das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Andere Rezensenten, die hier von Langeweile sprechen kann ich nicht verstehen. Zwar fehlen bei DU BIST DAS BÖSE wilde Verfolgungsjagden, Schießereien und Faustkämpfe, dafür ist die Handlung aber intelligent und komplex aufgebaut, die Gegenwart unzertrennlich mit der Vergangenheit verwoben. Autor Costantini gelingt es sogar, zum Ende des Buches hin die Spannung und das Tempo zu steigern.

Mein Fazit: Belletristik lese ich zum Zeitvertreib. DU BIST DAS BÖSE war mal wieder ein guter, intelligenter Thriller, der weniger auf Action als auf die Ermittlungsarbeit der Polizisten setzt und aus den Wendungen und Ermittlungsergebnissen die Spannung gewinnt. Hat mir sehr gut gefallen und bekommt dafür 4 Sterne.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillanter Auftakt der Trilogie, 23. August 2012
Von 
Amazon Kundenrezensionen (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Ganz Rom fiebert 1982 dem WM-Endspiel entgegen. Auch der 32-jährige Commissario Balistreri hat schon feste Pläne für den Abend, doch dann wird eine junge Vatikan-Angestellte ermordet. Michele Balistreri ermittelt eher halbherzig und hat nur das Endspiel im Kopf und auch danach interessiert ihn der Fall nicht wirklich, obwohl auch sein Freund Angelo darin involviert ist. Der Mörder der jungen Elisa Sordi wird nie gefunden. Doch im Jahr 2005 holt den Polizeikommissar seine Vergangenheit ein, als auf seinem Schreibtisch der Fall R. landet.

Roberto Costantini erzählt seinen Thriller, der zwar der Auftakt einer Trilogie ist, aber durch die abgeschlossene Geschichte problemlos als Einzelband gelesen werden kann, in zwei Zeitebenen. Für den ersten Teil seines Thrillers wählt der Autor die Ich-Form, sodass man einen jungen Balistreri kennenlernt, der nur die nächste Fraueneroberung und nächtliche Pokerrunden im Kopf hat. Seinen Polizeidienst versieht der Revierleiter in einer eher ruhigen Gegend Roms und mit einer entsprechenden Nachlässigkeit. Völlig respektlos ist sein Verhalten gegenüber anderen Menschen, auch bei dem Comte oder Kardinal Allessandrini, die ebenfalls in dem Fall involviert sind, ändert Balistreri sein Verhalten nicht. Doch durch seine Überheblichkeit entgehen ihm wichtige Details, die ihm im Jahr 2005 zum Verhängnis zu werden drohen. Obwohl sein Commissario nun wirklich kein Sympathieträger zu sein scheint, gelingt es dem Autor problemlos, dass man diesen draufgängerischen Frauenheld schon bald durchaus sympathisch findet.

Dem Autor ist ein Thriller gelungen, der von Anfang an extrem spannend und zudem sehr vielschichtig angelegt ist. Schnell ist klar, dass man hier einen äußerst gut durchdachten und hervorragend recherchierten Thriller in Händen hält, der sich mit der Politik, den Intrigen und Machtkämpfen der Stadt am Tiber befasst, was gerade im zweiten Teil im Jahr 2005 sehr deutlich wird. Diesen Teil erzählt Roberto Costantini nun aus unterschiedlichen Perspektiven. Und so folgt man nicht nur weiterhin gebannt der komplexen Story, sondern lernt auch einen gebrochenen und vom Leben enttäuschten Commissario kennen, der sich mit Magengeschwüren und Depressionen herumschlagen muss. Aber seinen Sinn für Gerechtigkeit hat Balistreri nicht verloren und verbissen stürzt er sich nun in den Fall R., der schon bald Parallelen zum Mordfall Elisa aufweist.

Der Schreibstil des Autors ist von Anfang an sehr fesselnd, einnehmend und flüssig. Problemlos zeichnet er seinen Lesern ein Bild von Rom mit all seinen schönen, aber auch durchaus sehr dunklen Seiten, versieht das Ganze mit viel Lokalkolorit und zeigt auch politische Probleme wie auch Korruptionen in Regierungskreisen auf. Aber auch der Vatikan spielt eine große Rolle in seinem Thriller und auch hier erhält man einen guten Blick hinter die Kulissen.

Seine Charaktere, allen voran natürlich Michele Balistreri sind hervorragend herausgearbeitet und nehmen schnell Konturen an. Viele bleiben dennoch in ihrem Verhalten absolut rätselhaft und durch viele unvorhersehbare Wendungen in der Story hat man lange absolut keine Vorstellung davon, wie die Fälle von 1982 und 2005 zusammengehören, wer ein Motiv für den Mord an Elisa hatte wie auch an den weiteren Morden, die 2005 geschehen, noch erhält man eine Vorstellung davon, wer der Mörder ist. Es gibt im Verlauf viele Verdächtige, einige sind Bauernopfer, einige durchaus auch Täter, aber derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht, der große Unbekannte, bleibt einem bis zum Schluss verborgen. Und so hält sich die Hochspannung wirklich bis zur allerletzten Seite, wo dann endgültig alle losen Fäden schlüssig zusammenfinden.

Fazit: Ein absolut gelungener Auftakt der Trilogie, der mit einer vielschichtigen, intelligenten Story und hervorragend herausgearbeiteten Charakteren aufwarten kann.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gesellschaftskritik und ein Dutzend Tote, 7. Januar 2013
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
"Du bist das Böse" von Roberto Constantini ist nicht nur ein ausufernd konstruierter Krimi, sondern auch - und das macht die besondere Qualität dieses Buchs aus - ein politisches Zustandsbild der italienischen Gesellschaft der Jahre um 2005, also der Berlusconi-Ära. Im Roman wird eine vergnügungssüchtige, oberflächliche, rassistische Gesellschaft porträtiert, anfällig und somit potentiell leichte Beute für politische Rattenfänger jeglicher Couleur. Dass oberflächliche und unpolitische Menschen leicht zu manipulieren sind, kommt jenen zugute, die Macht ausüben wollen.

Wer mit dem gesellschaftspolitischen Subtext nichts anfangen kann, dem bleibt noch immer ein handfester Kriminalroman um die polizeiliche Ermittlungsarbeit in einer Serie von Frauenmorden, die sich über Jahrzehnte hinzieht. Im Vordergrund stehen dabei nicht die Leiden der Opfer (weswegen auch voyeuristisch ausgeschlachtete Mordszenen fehlen), sondern die Recherche durch Commissario Balistrieri und seinem Team. Balistrieri bleibt die einzige Figur im Buch, die in seinem Lebensweg vom sexsüchtigen Jungpolizisten zum ausgebrannten Ermittler ein wenig greifbarer wird. Sonst bleiben die Figuren schwach konturiert, eher wie Figuren in einem groß angelegten Schachspiel, an das dieser weiträumig verzweigte und konstruierte Krimi oft erinnert. Die Ahnung, dass das Böse an sich existiert und einen großen Plan hat, hält jedoch im Roman die Spannung aufrecht, die sich in einzelnen, teils auch recht brutalen Höhepunkten entlädt.
Mich jedenfalls hat "Du bist das Böse" nachdenklich und fast wie erschlagen zurückgelassen. Ein eindrucksvolles Romandebut, keine Frage.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grandioses und gleichzeitig erschütterndes Leseerlebnis, 29. November 2012
Von 
il mostro gentile "Bücherwurm" (pfalzdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Während ganz Rom 1982 das WM-Endspiel Italien gegen Deutschland verfolgt, wird eine junge Angestellte des Vatikan ermordet. Der draufgängerische Commissario Balistreri nimmt den Fall auf die leichte Schulter. Ein Mörder wird nie gefunden. Über zwanzig Jahre später gibt es erschreckend aktuelle Gründe, um den Fall wieder aufzunehmen. Doch dem Opfer nach so langer Zeit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, kostet Balistreri einen weit höheren Preis als angenommen.

Costatini versteht es meisterhaft, einen Spannungsbogen aufzubauen, der es mir fast unmöglich gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen, um den notwendigen Schlaf vor dem nächsten Arbeitstag zu bekommen. Neben dem kriminalistischen Teil ist auch die Entwicklung der Hauptfigur (Commissario Ballistreri) spannend und faszinierend. Der junge Ballistreri, der zwischen politischem Irrglauben, praller Lebenlust, Beziehungsunfähigkeit und Desinteresse an seinem Beruf pendelt, ist ein völlig anderer Mensch, als der Commissario im 21. Hj. Costantini beschreibt eindrucksvoll, wie sich ein einmaliges Versagen und das Erkennen der eigenen Arroganz auf die Entwicklung der Persönlichkeit eines Menschen auswirken können.

Der Schlussabsatz des Romans sagt so viel über das Leben, dass er, schon für sich allein stehend, die Qualität dieses Autors unterstreicht:

"Die Schwalbenmutter betrachtete ein letztes Mal das leblose Vogelkind. Dann hob sie sich in die Lüfte und flog davon. Sie war nicht glücklich, aber sie
zwitscherte."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend und real, 1. September 2013
Von 
Jan-W Hecker "j-whecker" (Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Zur Handlung verweise ich auf die bereits vorhandenen Informationen. Was mich an einigen Vorrezensionen stört, ist die verkürzte Sichtweise auf den rauen Stil der ersten 30 Seiten und den Umstand, dass in den 80ern, in denen die Story beginnt, Protagonisten rauchen. Nein, sowas.

"Du bist das Böse" ist ein zeitgenössischer Krimi, der wirklich gesellschaftspolitische Bezüge hat. Es geht um Korruption und Fremdenhass, Prostitution und Elendsquatiere für Rumänen und Albaner, die Kirche und den alltäglichen politischen Wahnsinn. Das Klima ist rau, und zwar sowohl bei den Polizisten, als auch bei den Prostituierten und ihren Zuhältern. Ja, und da rauchen Menschen auch, weil das eine Zeit war, wo die gesellschaftliche Zwangsregulierung bestimmter Verhaltensweisen, ob man diese nun schätzt oder nicht, noch nicht so fortgeschritten war. Und ja, da ist der Ton des am Anfang der Geschichte noch sehr jungen und hormongeplagten Kommissars nicht der eines Mädchenpensionats. Wer das nicht mag, ist hier falsch. Aber auch Andrea Camilleri ist manchmal deutlich und schlimmer ist's hier gewiss nicht.

Das ändert jedoch nichts daran, dass die Geschichte toll erzählt, komplex und wirklich spannend ist. Das Personal ist, wie bei komplexen Geschichten nötig, natürlich vielfältig, aber definitiv nicht unüberschaubar. Wer in die Geschichte eingetaucht ist, wird kaum Probleme mit den Namen haben. Und wer Italien kennt und mag und außerdem gute Krimis schätzt, sollte unbedingt zugreifen. Was hier erzählt wird, könnte 1 zu 1 so passiert sein. Ach ja, wen die paar Verbalinjurien am Anfang der Geschichte stören, mag sich überwinden und 75 Seiten durchhalten, danach ändert sich der Ton. Die Geschichte springt gute 20 Jahre weiter und Balistrieri ist in den 50ern und arg desillusioniert.
Fazit: 1a Krimikost. Ich warte auf den zweiten Teil!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Darstellung der korrupten Gesellschaft, 15. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Der Roman ist spannend geschrieben und zeigt äußerst deutlich die korrupten Zustände, die sicher nicht nur für Italien gelten. Man muss allerdings "dran" bleiben, sonst verliert man leicht den Überblick über die komplizierten Zusammenhänge. Sehr lesenswert!
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 1. Teil der Commissario-Michele-Balistreri-Reihe, 27. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Gebundene Ausgabe)
1982 ist ganz Italien außer Rand und Band, denn die italienische Fußballnationalmannschaft steht im Endspiel der Weltmeisterschaft. Wie das ganze Land, ist auch der 32-jährige Commissario Michele Balistreri wie im Rausch, wobei Balistreri zu diesem Zeitpunkt alles andere als ein "gutbürgerliches" Leben führt. Seine Zeit verbringt er gerne beim Pokern mit seinem besten Freund Angelo Dioguardi und mit ständig wechselnden Frauenbekanntschaften. Balistreri selbst hat eine sehr bewegte Vergangenheit, die ihn immer tiefer in faschistische Kreise zog, bis sein Bruder, der Ingenieur Alberto Balistreri, ihn endgültig dort raus holte und ihm einen Posten bei der Polizei in Rom verschaffte. Hier sollte Michele zur Ruhe kommen, aber wirklich ruhig ist es in seinem Leben nie geworden.

Am 11. Juli 1982 war es dann endlich soweit, das Finale zwischen Italien und Deutschland stand an. Michele, alles andere als diensteifrig an diesem Abend, wollte sich das Spiel mit Angelo und anderen Freunden anschauen, ordentlich feiern und einfach den Abend genießen. Doch noch während des Spieles wird Balistreri zu einem Fall gerufen. Die 18-jährige Elisa Sordi kam von der Arbeit nicht nach Hause. Während der Halbzeit macht sich Michele auf den Weg zu Elisas Arbeitsplatz (einer angemieteten Villa des Vatikans) in Begleitung von Angelo, denn die Vermisste ist eine Arbeitskollegin von ihm. Um die Sache abzukürzen und schnell wieder zur Party zurück zu können, verbleibt er mit ihrem Arbeitgeber und den Eltern der Vermissten dabei, dass diese sicher nur irgendwo feiern ist und man noch abwarten solle, ob sie wieder auftaucht. Anschließend gehen Balistreri und Angelo zurück zu Party - und fünf Tage später wird die brutal zugerichtete Leiche Elisas gefunden. Zusammen mit Commissario Capo Teodori macht sich Balistreri an die Arbeit, um den Mord zu klären, doch niemand scheint ein Motiv gehabt zu haben und es besteht der Verdacht, dass die Ermittlungen sabotiert werden, aber von wem? Es gibt zwar einige Verdächtige, u. a. ein Freund der Toten Valerio Bona, Conte Tommaso dei Banchi di Aglieno bzw. dessen entstellter Sohn Manfredi, doch wirklich nachweisen lässt sich der Mord keinem.

2005 arbeitet Balistreri noch immer bei der Polizei. Doch sein Leben ist einem radikalen Wandel unterzogen worden. Balistreri nimmt mittlerweile Schlafmittel und Antidepressiva, macht seinen Job mehr schlecht als recht und auch Frauengeschichten gibt es in seinem Leben nicht mehr. Aus Balistreri ist ein einsamer, alter Mann geworden. Seinem Chef Antonio Pasquali ist er schon lange ein Dorn im Auge, doch leider gibt es nicht genügend Gründe, ihn zu kündigen, sodass sich die beiden einer Pattsituation befinden. Als jedoch in der Nacht des 23. - 24. Juli 2005 die junge Samantha Rossi brutal überfallen, gefoltert und ermordet wird, weiß Balistreri, dass sein Mörder zurück ist. Was er vor Jahren versäumt hat (eine ernsthafte Ermittlung), will er jetzt wieder gut machen und begibt sich auf die Jagd ... doch Leichen säumen den Weg des Killers. Wird Balistreri es diesmal schaffen, den Täter zu stellen?

Was für ein beklemmender Thriller! Der Plot wurde sehr detailliert ausgearbeitet, wobei der Autor immer wieder Anspielungen auf Sabotage und Verrat eingeflochten hat, was ich persönlich erschreckend fand, denn man stelle sich vor, es wäre in Wirklichkeit genauso. Die Figuren, allen voran Protagonist Michele Balistreri wurde sehr facettenreich und tiefgründig in Szene gesetzt. Besonders gut hat mir hier gefallen, wie der Autor den Leser in den Kopf des Kommissars hat blicken lassen, wobei ich hier allerdings seinen Handlungen nicht immer folgenden konnte bzw. mit diesen nicht immer einverstanden war. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, wobei ich mir allerdings an einigen Stellen mehr knisternde Spannung gewünscht hätte. Als Fazit kann ich sagen, dass mir dieses Buch entspannte Lesestunden beschert hat und ich gerne mehr aus dem Leben von Balistreri erfahren würde, u. a. was geschah in den Jahren 1982 - 2005?, warum hat er sich dermaßen verändert? Vielleicht beantwortet Band 2 ja einige meiner auftretenden Fragen.
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5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerter Italo-Krimi, 29. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Du bist das Böse: Thriller (Taschenbuch)
Dieser Krimi hat mir außerordentlich gut gefallen. Eine interesaante, sehr spannende und vielschichtige Story mit einem ungewöhnlichen, nicht vorhersehbaren Plot. Der mittlere Teil des Buches hat zwar ein paar Längen, dafür sind das erste und das letzte Drittel erste Sahne. Die Geschichte hat auch eine gewisse Tiefe und knüpft damit an eine Tradition an, die es früher schon in vielen italienischen Krimi- und Westernfilmen gab. Der Commissario ist nur am Anfang der tolle Typ, der allen hübschen Mädchen nachstellt. Am Ende ist er ein einsamer, von Schuldgefühlen geplagter Mann, der nicht mehr weiter weiß. Ich bin sehr gespannt auf die angekündigten Folgebände und hoffe, dass der Autor das hohe Niveau dieses Romans aufrecht erhalten kann. Etwas dämlich ist der Titel. Ein so gutes Buch hätte einen besseren Titel verdient.
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Du bist das Böse: Thriller
Du bist das Böse: Thriller von Roberto Costantini (Gebundene Ausgabe - 20. August 2012)
EUR 19,99
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