Kundenrezensionen


34 Rezensionen
5 Sterne:
 (28)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


74 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein notwendiger Aufschrei!
Feinde und Freunde hat sich der Schweizer im Laufe seiner Lebensjahrzehnte überall gemacht. Ein Freund glasklarer Worte ist er. Wenn er meint, wir wären am Hungertod von jährlich mehreren Millionen Menschen Schuld, dann sagt er dies auch ohne wenn und aber.

Mit Hilfe von Statistiken, vielen weiteren Zahlen und mir bislang unbekannten...
Vor 23 Monaten von Christian Döring veröffentlicht

versus
18 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lebensfeindliche Propaganda
Zustimmung verdient Ziegler nur bei seiner Charakterisierung der Profiteure und Spekulanten. Das ist aber nichts Neues.
Und leider sieht er eben in anthropozentrischem Art-Egoismus nur die wirtschaftliche Seite der Kluft zwischen "Arm und Reich" und die Folgen für Angehörige seiner eigenen Species. Selbstverständlich ist es eine extrem und...
Vor 17 Monaten von Dr. Dietrich Schwägerl veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

74 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein notwendiger Aufschrei!, 8. September 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
Feinde und Freunde hat sich der Schweizer im Laufe seiner Lebensjahrzehnte überall gemacht. Ein Freund glasklarer Worte ist er. Wenn er meint, wir wären am Hungertod von jährlich mehreren Millionen Menschen Schuld, dann sagt er dies auch ohne wenn und aber.

Mit Hilfe von Statistiken, vielen weiteren Zahlen und mir bislang unbekannten Hintergrundinformationen kann er dies beweisen. Der einstige UNO-Diplomat sagt heute in seinem Buch: "Der jährliche Hungertod von mehreren zehn Millionen Männern, Frauen und Kindern ist der Skandal unseres Jahrhunderts." Ohne Zweifel ist dies ein Skandal. Ein weiterer ist allerdings auch, dass das Wissen um diese Tatsache gar nicht so neu ist, aber wir in den reichen Ländern noch immer nicht den Aufstand der Anständigen organisieren, um diesen Skandal des Jahrhunderts zu beseitigen. Wer überlegt sich schon die Dimension von zehn Millionen? In seinem Buch schildert der Autor den Tod von Kindern anhand von Zahlen, aber auch mit ergreifenden Worten, mit denen er seine Beobachtungen in einer afrikanischen Krankenstation beschreibt. Eine Krankenschwester wählt unter den vor den Toren der Einrichtung stehenden Müttern mit ihren halbverhungerten Kindern, diejenigen zur Behandlung aus, bei denen eine Behandlung noch Sinn macht. Die anderen bleiben sich selbst überlassen und bleiben chancenlos zurück.

Sehr genau geht Jean Ziegler darauf ein, dass unser Problem nicht die schnell wachsende Weltbevölkerung ist: "In ihrem augenblicklichen Zustand könnte die Weltlandwirtschaft problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren, was gegenwärtig fast der doppelten Weltbevölkerung entspräche." Harsche Kritik übt der Autor an der Politik der Weltbank. Er überführt mächtige Investoren unmenschlichen Handelns. Er geht auf die Politik einzelner Staaten ein und er appelliert dringend an das Verantwortungsbewusstsein von uns Einwohnern der reichen Länder.

Dabei ist sein Fokus nicht nur auf Afrika gerichtet: "Heute ist die Hälfte der Kinder, die in Indien geboren werden, schwerst oder permanent unterernährt." schreibt Jean Ziegler. Und dabei ist Indien schon lange kein Entwicklungsland mehr. Aus Indien kommen bestens ausgebildete Computerspezialisten und das Land hat sich einen Namen in der Raumfahrt gemacht. Immer mehr verlagert sich der Kampf um das tägliche Brot vom nicht Vorhandensein der Grundnahrungsmittel zum globalen Kampf reich gegen arm. Auch hier nimmt Jean Ziegler kein Blatt vor den Mund, nennt Ross und Reiter.

Letztlich habe ich das Buch durchgelesen und sitze nun ratlos da. Was fange ich nun mit diesem Wissen an? Ziegler schreibt zum Schluss: die Weltgemeinschaft müsste 15 Jahre lang jährlich 80 Milliarden Dollar investieren und Themen wie Hunger und Wasserverschmutzung wären verschwunden. Mein schlechtes Gewissen ist perfekt.

Dieses Buch ist ein notwendiger Aufschrei, an einen Aufstand der Anständigen glaube ich allerdings nicht!

Sehr zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Raubgesindel, Spekulations-Banditen, Bank-Halunken, 23. November 2012
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
Ziegler macht zunächst auf verhältnismäßig unscheinbare Probleme aufmerksam. Oft könne mit relativ geringem Aufwand Ursachen für Hungerkatastrophen beseitigt werden. Einfache Bewässerungssysteme beenden das Ausgeliefertsein an Witterungsextreme. Wanderheuschrecken, die immer wieder Ernten vernichten, könne man kostengünstig mit Insektiziden entgegengewirken. Ebenso würden solide Lagersysteme verhindern, dass Getreidereserven verderben oder durch Tiere angegriffen werden. Die nötige Infrastruktur kann bei Dürren die Versorgung sichern. Etc. Ein ausreichender politischer Wille könne hier viel bewirken.

Des Weiteren greift Ziegler das Thema Korruption auf. Er führt als Beispiel Indien an, wo regionale Verantwortungsträger immer wieder in Notzeiten Auslieferungen blockieren, um so die Preise nach oben zu treiben.

In einem interessanten geistesgeschichtlichen Exkurs geht Ziegler auf die Suche nach der Wurzel der modernen Gleichgültigkeit des Westens gegenüber der Not der armen Teile der eigenen sowie der Weltbevölkerung insgesamt. Er sieht die Wurzeln in der unkritischen Übertragung naturalistischer Denkansätze auf gesellschaftliche Fragen. So sei in Malthus Theorie vom Bevölkerungswachstum Unterernährung nicht mehr etwas, gegen das sich Menschen, die die Mittel dazu haben, engagieren müssen, sondern im Gegenteil ein notwendiges Übel, wenn Überbevölkerung nicht zu einer Hungerkatastrophe für die ganze Menschheit führen soll. Ganz ähnliche Denkansätze gab es u.a. seitens Adam Smith, D. Ricardo, E. Haeckel, H. Spencer, Ch. Darwin. Diese Art zu denken- so Ziegler - hätte schließlich zu den Exzessen des Sozialdarwinismus, Raubtierkapitalismus, skrupelloser kolonialer Ausbeutung geführt. Erst nach der Katastrophe des 2. WK hätte nach und nach ein Umdenken eingesetzt. Doch bis heute gibt es weitverbreitete Vorstellungen, dass bspw. die Zahlung von Hungerlöhnen in armen Ländern unter ökonomischen Gesichtspunkten alternativlos wäre.

Besonders harsche Kritik erfahren schließlich die Nahrungsmittelkonzerne. Diese hätten oft die gesamte Produktions- und Logistikkette unter Kontrolle - von der Saatgutproduktion über die Herstellung von Pestiziden, Fungiziden, Düngemitteln usw. bis hin zur Auslieferung - und könnten so Marktmengen nach belieben beeinflussen. Hier würden Oligopole ihre Marktmacht zur Preistreiberei und Schaffung fast schon irreversibler Abhängigkeiten benutzen. "Lediglich zehn Unternehmen - darunter Aventis, Monsanto, Pioneer, Syngenta - beherrschen ein Drittel des Saatgutmarktes, dessen Umsatz mit 23 Mrd. Dollar im Jahr beziffert wird, und 80 Prozent des Pestizidmarktes, den man auf 28 Mrd. Dollar schätzt. Zehn weitere Konzerne, darunter Cargill, kontrollieren 57 Prozent des Absatzes der dreißig größten Einzelhandelsketten der Welt und kommen auf 37 Prozent der Einnahmen, die die hundert größten Lebensmittel- und Getränkekonzerne erwirtschaften."

Ebenso problematisch seien Hedgefonds, die sich auf Agrarprodukte spezialisiert haben. Auch sie arbeiten nach dem Prinzip "Gewinnerzielung durch Erhöhung des Nachfragedrucks" - sei es durch die Initiierung von Spekulationsspiralen oder künstliche Verknappung. "Landgrabbing" sei eine Problematik, die oft damit im Zusammenhang steht. Angesichts des Bevölkerungswachstums sieht man einen kontinuierlichen Anstieg der Preise für Grund und Boden voraus. Dieser wird somit zum begehrten Objekt für Investitionen. Doch dies treibt die Preise zusätzlich nach oben.

Als wäre all dies nicht schon schlimm genug, nutzt der Westen einen Großteil der Landwirtschaft neuerdings zur Herstellung von Bio-Kraftstoffen. Hier gerät auch Obama ins Visier des Autors, da dieser in den USA mit seiner Politik den großflächigen Maisanbau vorbehaltlos unterstützt.

FAO und WFP bescheinigt Ziegler guten Willen, aber - da durch das Agieren von IWF, Weltbank und WTO oft konterkariert - wenig Effektivität. Das WFP müsse sich außerdem zum Grundsatz machen, Nahrungsmittel, etwa Getreide, am Markt zu kaufen und ggf. zu verkaufen, statt einfach Produktionsüberschüsse zu verteilen und so einheimische Märkte zu gefährden.

IWF, WTO und in geringerem Maße die Weltbank bezeichnet Ziegler als die "drei apokalyptischen Reiter". Mit ihrem überzogenen Druck zur Konsolidierung der Staatshaushalte würden sie den Abbau notwendiger Verwaltungskapazitäten erzwingen, sowie eine Privatisierung in Bereichen wie Bildung, Gesundheitsfürsorge, Wasserversorgung, was dann zu einem Ausschluss der armen Bevölkerungsschichten führen würde. Die Durchsetzung der Freihandelsdoktrin - Abbau von Subventionen, Privatisierung staatlicher Produktionsbetriebe, Abbau von Zöllen - führe dazu, dass die zarten Pflänzchen einheimischer Industrialisierung unter dem internationalen Konkurrenzdruck zerstört würden. Besonders fatal ist, dass die reichen Länder gerade in dem Marktsegment, in dem ärmere Länder die Chance der Konkurrenzfähigkeit hätten - in der Landwirtschaft - massiv die einheimische Produktion subventionieren.

Ziegler, der sich selbst als Kommunist bezeichnet und jüngst für seine allzu unkritischen, freundschaftlichen Kontakte zu Leuten wie Gaddafi oder Mugabe in der Kritik stand, ist ein kantiger Zeitgenosse, der kein Blatt vor den Mund nimmt und keinen Zweifel daran aufkommen lässt, dass er sie nicht mag: die "Spekulations-Banditen", "Tigerhaie" und "Bank-Halunken" -"Raubgesindel", das zur Aufrechterhaltung der "kanibalischen Weltordnung" beiträgt. "Wir benötigen ein Nürnberger Tribunal für diejenigen, die Verantwortlich dafür sind, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt", so Ziegler.

Der ehem. UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung war befreundet mit Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und Che Guevara, lehrte als Professor in Genf und Paris Soziologie. Oft überspannt er den Bogen und ist zu einseitig.

Die "Grüne Revolution" bspw. hat besonders in Asien sicher dazu beigetragen, dass Hunger reduziert werden konnte. Die Reiserträge pro Hektar konnten in Ländern wie Indien, Indonesien, Philippinen, Vietnam nach Einführung neu entwickelter Sorten im Schnitt verdoppelt werden. Es käme wie so oft darauf an, die guten Effekte zu nutzen und die negativen - Abhängigkeit von Konzernen durch steriles Saatgut, hoher Pestizid und Insektizideinsatz, Zerstörung der Existenz von Kleinbauern usw. - abzustellen.

Auch der auf Konsolidierung gerichtete Kurs des IWF ist nicht nur schlecht, um nicht zu sagen alternativlos. Er darf nur nicht so rigide verfolgt werden, dass die sozial Schwachen über Gebühr darunter zu leiden haben. Etc. Etc.

Das viele wichtige Ansätze in Zieglers Büchern kontinuierlich unterbelichtet bleiben, ist ein weiterer Punkt. Doch dies muss man ihm nicht vorwerfen. Sachs, Sen, Stiglitz, Diamond, Collier, Yunus, Duflo und Banerjee oder auch Polman, Kämpchen, Seitz - sie alle gehen das Thema Entwicklungshilfe in ihren jüngsten Publikationen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Schwerpunktsetzungen an. Sie alle haben wichtiges zu sagen. In erster Linie liegt die Verantwortung für Entwicklung bei den armen Ländern selber. Und es ist auch nicht zu übersehen, wie Intelligenz und Engagement unzähliger Menschen - allen widrigen Umständen zum Trotz - hier gerade in den letzten Jahren signifikante Fortschritte bewirkt haben.

Dennoch hat Ziegler vom Grundsatz her recht und sein Furor und seine Leidenschaft sind der Sache durchaus angemessen. Das allzu oft skrupellose Geschäftsgebaren westlicher Unternehmen und Regierungen ist ein Skandal. Nicht weniger die Gleichgültigkeit und der Mangel an intelligenter, gezielter, konzertierter und nachhaltiger Unterstützung. Mit Schaudern verfolgt man, wie viel Zeit, Engagement und Energie die Gutmenschen in unseren Breiten in Proteste gegen Stuttgart 21 oder Berlin Schönefeld investieren, während sie für die eigentlichen Probleme dieser Welt weitgehend blind zu sein scheinen. Die Wut der Weltverbesserer und Moralisten entlädt sich an den Doktorarbeiten unliebsamer Politiker. Die Piratenpartei kanalisiert einen erstaunlich verbreiteten, neuen Willen, politisch aktiv zu werden .... doch wofür?

Schon 1970 formulierten die reichen Industrieländer im Rahmen der UNO das Ziel, 0,7 Prozent Ihres BIP für Entwicklungshilfe einzusetzen. 2010 brachte es Deutschland gerade mal auf 0,4 Prozent. Wer protestiert dagegen? Welche Summen konnten im Kontext der Finanzkrise aufgebracht werden. Die Organisation Greenpeace hat völlig recht, wenn sie den Regierungen der reichen Länder ins Stammbuch schreibt: Wäre die Welt eine Bank, Ihr hättet sie schon gerettet.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegen die Gier, 30. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
Hervorragend, zornig, rebellisch wie alle Bücher von Ziegler. Hunger wird von Menschen gemacht, also können auch Menschen ihn bekämpfen. Leider sind wir ja alle viel zu satt. Oder mit dem berühmten Zitat von Gandhi: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse aber nicht für jedermanns Gier."
Hunger hat viele Ursachen. Was wir neben Spenden wohl tun können wäre, den Spielern in den Glastürmen kein Spielgeld mehr zur Verfügung zu stellen. Raus aus Sparbüchern und Lebensversicherungen.
Und nicht wegschauen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschütternd und hoffnungslos, 13. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Herr Ziegler zeigt verständlich auf, wie es auf dieser Welt zugeht. Konzerne sind wie Heuschrecken, sie verleiben sich alles ein, sie nehmen sich was anderen gehört und sind skrupellos und gierig. Übrig bleiben Hunger, Not und Elend für Millionen von Menschen. Für mich ist das Buch erschütternd und gibt mir wenig Hoffnung für eine positive Zukunft. Trotzdem zeigt mir das Buch, dass es Zeit ist aufzuwachen und achtsamer zu konsumieren. Wir können auch im Alltag unseren Beitrag für eine bessere Welt leisten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ziegler empört sich - und wir sollten es auch, 30. März 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
Jean Ziegler der nimmermüde Kämpfer gegen den Hunger empört sich einmal mehr über die Ungerechtigkeit - und das völlig zu Recht.

Das Buch ist sehr lesenswert - und soll die Menschen aufwecken. Ziegler beschreibt das Elend der sog. dritten Welt und räumt mit einigen Vorurteilen auf. Gerade Sachen wie "die Welt kann die Anzahl der Menschen nicht mehr ernähren" und solche Dinge, werden eindrucksvoll widerlegt.

Zu den Kritikern von Jean Ziegler:
Es ist mir unverständlich, wie Leute bei den offensichtlichen Missständen die in dieser Welt herrschen, nichts besseres zu tun haben - als Jean Ziegler wegen irgendwelchen Zahlen oder Zusammenhängen zu kritisieren.
Anstatt sich selbst für etwas einzusetzen, wird er lieber als Kommunist oder Spinner diffamiert. Jeder halbwegs normale Mensch, der nicht nur klatschen und singen in der Schule hatte, müsste doch langsam mal kapieren, dass weder der Kommunismus noch dieser Kapitalismus (in dem Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden) der richtige Weg für den Fortschritt unseres Daseins ist. Der blinde glaube an "die Märkte" und "Deregulierung" ist ein völliger Irrglaube - sagt auch Joseph Stiglitz (und der ist sicherlich kein Kommunist)

Es ist leicht, andere zu kritisieren - jedoch wenn man nicht selbst diese Erfahrungen gemacht hat, die Ziegler machte - sollte man entweder die Luft anhalten oder versuchen diese Erfahrungen selbst zu machen (die Länder bereisen, mit den Menschen sprechen etc.) um dann weiter zu reden.

Das Buch ist absolut empfehlenswert und bewirkt im Sinne von Stéphane Hessel, dass man sich empört - damit ist schon viel gewonnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empört Euch, 7. Oktober 2012
Von 
sweethomegheim (Irgendwo in Oberfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
um mit Stéphane Hessel zu sprechen.

Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch so zornig gemacht. Wenn ich lese, dass alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren verhungert, wenn ich lese, dass viele Menschen nach den Vorträgen Jean Zieglers meinen:"Würden die Afrikaner nicht so hemmungslos Kinder in die Welt setzen, hätten sie auch weniger Hunger", so macht mich das sprachlos.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle "Mächtigen" dieser Welt werden, denn vielleicht bliebe dem einen oder anderen doch manchmal ein Bissen im Hals stecken.

Ich weiss, dass Jean Ziegler von vielen angefeindet wird und vor allen Dingen wird ihm vorgeworfen, Zahlen zu schönen oder was auch immer. Ich glaube aber kaum, dass man den Tod von Millionen Menschen "beschönigen" kann. Und auch wir sind täglich aufgefordert nicht wegzuschauen!

Lao-Tse sagte mal: Genug zu haben ist Glück, mehr als genug zu haben ist unheilvoll. Das gilt von allen Dingen, aber besonders vom Geld.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Klare Kaufempfehlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Destruction massive: Géopolitique de la faim, 10. Dezember 2012
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
Jean Zieglers letztes Buch "Der Hass auf den Westen" fand ich nicht besonders gut, weil sich dort Ziegler zu zu vielen Themen äusserte und es an einem roten Faden mangelte. Das ist nun mit seinem neuen Buch "Wir lassen sie verhungern" ganz anders, da Ziegler sich auf das Thema „Hunger“ fokussiert und so die Ungerechtigkeiten in der Welt aufzeigt. Jean Ziegler war UNO-Beauftragter für das Recht auf Nahrung und kann somit einiges aus eigener Anschauung berichten. Infolge seines universitären und politischen Hintergrundes ist er auch in der Lage, die Probleme zu analysieren und verständlich darzustellen. Vielleicht fehlt etwas die Schärfe und dogmatische Strenge von früheren Büchern, aber das schadet dem Buch nicht. Beim Thema "Hunger" denke ich vor allem an abgemagerte Kinder in der Dritten Welt. Ziegler zeigt aber auf, dass das Thema sehr viel vielschichtiger ist: Multinationale Nahrungsmittelkonzerne, Spekulation mit Lebensmitteln, Biosprit, Auswirkungen von IWF-Sparprogrammen. Das ist wirklich spannend zu lesen und schafft bei den Lesern erst das Bewusstsein, wo es überhaupt Probleme gibt. Auch wenn ich die Probleme nun erkenne, bin ich pessimistisch, dass sich etwas ändern wird. Jean Zieglers alte sozialistische Vision hat sich überlebt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch, aber..., 8. November 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
meiner Meinung nach didaktisch eher Durchschnitt. Oftmals kommt mir vor als wolle der Autor einen wichtigen Gedankengang aufbauen, zerstört diesen aber dann mit zu vielen Zahlen und Abkürzungen die kurzerhand eingeworfen werden. Quasi, dieses Buch ist an einigen Stellen doch sehr umständliche geschrieben.

Was mir auch nicht wirklich gefallen hat: ca. 290 Seiten über Armut, Hunger etc. und NUR 7 Seiten über die Hoffnung und Lösung vieler dieser Probleme!! Das ist mir persönlich zu wenig. Ich schätze Herrn Prof. Dr. Ziegler sehr, aber wer auf das System schimpfen kann der sollte doch auch zumindest 50 Seiten Lösungsvorschläge hervorbringen.

+ Sehr wichtige Thematik
+ Sehr viele Daten und Zahlen (machmal zu viele)

- didaktisch manchmal sehr umständlich
- zu wenige Lösungsvorschläge -rein auf dieses Buch bezogen-

Trotzdem meine definitive Kaufempfehlung!!!

lG
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit vollem Bauch diskutiert sichs gut, 9. Oktober 2013
Von 
Manfred Sandau (Hespe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
Ziegler hat ja bereits eine Reihe provozierender Titel verfasst, über die Weltbanken, über die wahren Herrscher dieser Welt und nun über den Hunger in der Welt.
In seiner Analyse wirft er auch die Frage nach den Ursachen auf, die ich an einem einzigen Beispiel aus dem Buch verdeutlichen möchte. Im Sahel erntet ein Bauer unter günstigsten Bedingungen 600-700kg/ha Bohnen. In den westlichen landwirtschaftlichen Industrien, die mit Dünger, Bewässerung und Maschinen arbeiten, schnellt der Ertrag auf 10.000 kg. Nun müsste man rein betriebswirtschaftlich, vielleicht den Mensch-, Energie und Maschineneinsatz gegenrechnen, dann hätte man aber immer noch ein Mehrfaches der Ernte in einem Industrieland.
Wir produzieren von manchen Produkten, z.B. Milch und Mais, manchmal so viel, dass Überschüsse vernichtet werden und in anderen Teilen der Welt, wo der Boden immer noch mit einer kleinen Hacke aufgelockert wird, die es bereits vor 30.000 Jahren gab, kann der Bauer zwar den ganzen Tag schuften und tut das auch, aber ob er seine zahlreiche Familie mit seiner Hände Ertrag ernähren kann, das steht in den Sternen.
Schöne Sonntagsreden und ein bisschen Sammeln für „Brot für die Welt“ reichen nicht aus um das Problem des Hungers zu lösen. Auch Konferenzen von Geberländern hat es genug in Genf, in New York, Paris und in Rom gegeben. Es wurden Beschlüsse gefasst 50 Milliarden und dann später, 20 Milliarden für die hungernden Länder zu geben. Am Schluss waren es dann etwa 10 % der versprochenen Summe, die gegeben wurde. Zur Rettung der Banken, die die Krise der Banken durch Fehlspekulationen verursacht haben, da haben die EU Länder dann 900 Milliarden, für die Rettung aufgebracht. Das hört sich nach einer schönen Heuchelei an.
Es sind jetzt vor Lampedusa wieder einmal 100 Flüchtlinge ertrunken und unsere Politiker zieren sich, und diskutieren darüber ob 10 Länder jeweils 500 Flüchtlinge aufnehmen können.
Beim Blick in den Spiegel müsste jedem, der sich an dieser Diskussion beteiligt, die Schamröte ins Gesicht steigen.
Ich wünsche dem ehemaligen Flüchtlingskommissar Jean Ziegler, ein langes Leben, damit er noch viele solcher aufrüttelnden Bücher schreiben kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Woher kommt unser Wohlstand?, 3. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch wird sehr gut beschrieben, wie wir alle willentlich und unwillentlich am Elend des größten Teils der Erdbevölkerung beteiligt sind.

Es ist ein Paradoxon, dass wir unsere Agrarprodukte mit Steuergeldern subventionieren, um sie in ärmeren Regionen der Welt zu verkaufen zu können. Durch unsere subventionierte Billigprodukte zerstören wir die dortigen Märkte, weil die Bauern mit ihren Produkten preislich nicht mithalten können, und sich die Landwirtschaft deshalb für sie nicht mehr lohnt. Wir rauben diesen Menschen die Lebensgrundlage und machen sie zu Bettlern. Und wenn wir sie dann steuerfinanziert in den Hunger getrieben haben, unterstützen wir sie großzügig mit Entwicklungshilfe und fühlen uns edel dafür.

Wir Steuerbürger bezahlen also einmal um Hunger zu erzeugen, dann nocheinmal, um ihn wieder zu stillen. Macht das Sinn?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt
Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt von Jean Ziegler (Gebundene Ausgabe - 10. September 2012)
EUR 19,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen