Kundenrezensionen


60 Rezensionen
5 Sterne:
 (26)
4 Sterne:
 (16)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (6)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fulminantes Werk der Geschichte
Spanien im Jahre 1568: Es ist die Zeit, in der die Spannungen zwischen der muslimischen Welt und dem Katholizismus einen Höhepunkt erreichen. Ildefonso Falcones greift in 'Die Pfeiler des Glaubens' diese Epoche auf und zeigt die gegenseitig zugefügten Grausamkeiten, die im Namen von Religionen geschehen. Schlichten Zahlen von Opfern bei Massakern setzt er dabei...
Veröffentlicht am 26. September 2010 von Hansi_Wolf

versus
38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In der Detail-Falle
Mit den "Pfeilern des Glaubens" schlägt Ildefonso Falcones (Die Kathedrale des Meeres) ein vergessenes Kapitel der spanischen Geschichte auf: Die Verfolgung der moslemischen Minderheit im 16. Jahrhundert, eine Minderheit, die eigentlich gar nicht mehr existiert, weil sie längst zwangsgetauft wurde. Aber die "Morisken", misstrauisch beobachtet von den...
Veröffentlicht am 27. August 2011 von Muschelkalk


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In der Detail-Falle, 27. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit den "Pfeilern des Glaubens" schlägt Ildefonso Falcones (Die Kathedrale des Meeres) ein vergessenes Kapitel der spanischen Geschichte auf: Die Verfolgung der moslemischen Minderheit im 16. Jahrhundert, eine Minderheit, die eigentlich gar nicht mehr existiert, weil sie längst zwangsgetauft wurde. Aber die "Morisken", misstrauisch beobachtet von den "Alt-Christen", pflegen ihre Bräuche im Geheimen und glauben fest an den Tag, an dem einer der Ihren wieder über "Al-Andalus" herrschen wird. Hernando, der Held des Romans, gerät dabei zwischen die Fronten, denn als Sohn eines katholischen Priesters und einer moslemischen Mutter muss er immer wieder beiden Seiten seine Loyalität beweisen. Erst sehr spät kommt ihm die Erkenntnis, dass nicht Krieg, sondern Toleranz der einzige Weg zwischen beiden Religionen ist.

Aus dieser Grundkonstellation ließe sich eine hochspannende Geschichte voller aktueller Bezüge basteln. Leider kämpfen "Die Pfeiler des Glaubens" über neunhundert Seiten hinweg mit zahlreichen Problemen:

Wir haben es mit einer äußerst brutalen Periode der spanischen Geschichte zu tun, und offensichtlich waren weder Morisken noch christliche Spanier sonderlich zimperlich, was Gewaltanwendung anging. Bis zur Mitte des Romans wird fortwährend gemordet, geschändet und gefoltert, im Detail und auf die ekelhafteste Art und Weise. Die Beiläufigkeit und Häufigkeit, mit der das geschieht, stumpft den Leser aber irgendwann ab und nimmt ihm das Auge für die Tragik und Dramatik dessen, was die Menschen damals tatsächlich erdulden mussten. Irgendwann isses einem dann wurscht, ob schon wieder hundert unschuldige Frauen und Kinder niedergemetzelt werden oder ob diesmal nur ein geldgieriger Händler aufgespießt wird - man blättert genervt um, fragt sich, ob in diesem Landstrich überhaupt noch irgendjemand am Leben sein kann, und hofft, dass die Handlung irgendwie weitergeht.

Ildefonso Falcones hat sein 16. Jahrhundert auf beeindruckende Art und Weise recherchiert. Herausgekommen ist dabei aber kein rundes Bild einer Epoche, in die man eintaucht, sondern eine stellenweise lähmende Ansammlung von Details, Details, Details. Wenn Hernando sich einer Kirche, einem Kreuzgang oder einem Haus nähert, geht das nicht ohne ausführliche architektonische Beschreibung, und wenn er dort gar einer historischen Persönlichkeit begegnet, erhält der Leser vor dem Treffen noch einen umfangreichen biographischen Abriss über Herkunft und Weltbild. Dennoch prägen sich weder Orte noch Charaktere wirklich ein.
Hernando ist ständig in Bewegung, reitet von Cordoba nach Granada, von Juviles nach Ugijar, von Villariba nach Villabajo, und der Leser ist kaum in der Lage, ihm dabei zu folgen (die kleine Karte in der Umschlagklappe ist auch keine echte Hilfe). Dabei wirkt er über weite Strecken wie eine alterslose Figur, die weder am Anfang als Vierzehnjähriger noch am Ende als Sechzigjähriger überzeugt. Abgesehen davon hat er die Neigung, sich so dämlich wie nur irgend möglich zu verhalten, um sich anschließend über die Folgen zu wundern - verführt die Ehefrau seines Gastgebers und findet es erstaunlich, dass der Ehemann darüber nicht begeistert ist, sorgt dafür, dass eine schmierige Gestalt zum Krüppel wird und denkt erst hinterher daran, dass dieser ihm fortan nach dem Leben trachten könnte.

Auch einige andere Protagonisten wirken hölzern, austauschbar und klischeebeladen. Besonders hart trifft das die unvermeidlichen Bösewichter, von denen einer Hernandos hormongesteuerter und auf weibliche Brüste fixierter Stiefvater Ibrahim ist, was dann stellenweise schon lächerliche Züge annimmt. Ansonsten gilt die einfache Regel: Wer böse ist, bleibt böse, und das meist aus recht billigen Gründen.
Zusätzlich sorgt Falcones immer wieder für Wendungen, die arg nach Zufall oder Konstruktion aussehen: Hernandos Mutter arrangiert für ihren Sohn eine Nacht mit seiner großen Liebe. Erst hinterher erklärt sie ihm - und damit auch dem Leser -, dass die beiden nun gemäß der Tradition ihres Glaubens drei Monate warten müssen, bis sie heiraten dürfen. Wer will da wirklich überrascht sein, wenn während dieser drei Monate etwas geschieht, das die Hochzeit unmöglich macht?

Fazit: "Die Pfeiler des Glaubens" handelt vom Fluch der Ignoranz und Intoleranz. Die Geschichte vom Untergang der Morisken enthält durchaus bewegende und nachdenklich machende Momente. Die allzu detailversessene Erzählweise, die auswechselbaren Figuren und die Tendenz, Pointen nochmal mit einem Ausrufezeichen zu erklären ziehen die Lektüre allerdings endlos in die Länge. Die zweite Hälfte hat mich dabei mehr gefesselt als die gewaltdominierte erste.
Eigentlich gehöre ich nicht zu den Leuten, die pauschal erklären: "Das Buch hat zu viele Seiten", aber in diesem Fall lautet mein Fazit tatsächlich: Zu lang. Zu aufgebläht. Zu viele Details, die von einer eigentlich ergreifenden Geschichte ablenken.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fulminantes Werk der Geschichte, 26. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Gebundene Ausgabe)
Spanien im Jahre 1568: Es ist die Zeit, in der die Spannungen zwischen der muslimischen Welt und dem Katholizismus einen Höhepunkt erreichen. Ildefonso Falcones greift in 'Die Pfeiler des Glaubens' diese Epoche auf und zeigt die gegenseitig zugefügten Grausamkeiten, die im Namen von Religionen geschehen. Schlichten Zahlen von Opfern bei Massakern setzt er dabei Romanfiguren entgegen, die sich in ihrer Grausamkeit oder aber ihrer Menschlichkeit erst nach und nach herausschälen. Die Grundcharaktere indes sind schon früh erkennbar.
Hernando, ein Moriske, gezeugt beim Missbrauch einer Maurin durch einen katholischen Priester, wird das Stigma des 'Christen' unter den Muslimen nie wieder los. Seine blauen Augen sind das Zeichen, anders zu sein, nicht zu Allah zu gehören. Doch auch bei den Christen ist er weniger wert, bleibt er immer der Maure. In diesem Spannungsfeld dient er den verschiedenen Parteien, mal aus Opportunismus, dann wieder aus Überlebenswillen, mal aus Überzeugung. Zunehmend indes versucht er, sein Leben in Menschlichkeit und Toleranz zu finden. Und in Liebe. Hernando pendelt wie zwischen den Welten auch zwischen der Liebe zu den Frauen. Irgendwann muss er sich jedoch entscheiden und tut dies auch. Diese Liebesgeschichte ist wunderbar eingebettet in die historisch abstrahierte Handlung, die sich vom Moriskenaufstand in den Alpujarras in Andalusien bis zu deren Vertreibung aus Spanien zieht. Nur einzelnen gelingt es, in der Heimat zu bleiben. Und es sind auch die vereinzelt toleranten Charaktere des Romans, die ein Miteinander aufzeigen. Auch hier muss der Romanheld Hernando letztlich bekennen, wie er leben will in einer Gesellschaft der Intoleranz, die nur durch das Handeln Einzelner menschlicher wird. Ildefonso Falcones gelingt es aufzuzeigen, dass Miteinander zwar möglich ist, jedoch dann nicht, wenn die Stimmen der Vernunft zu wenig sind und von der fanatischen Masse übertönt werden. Insofern ließe sich der Roman aus der Historie durchaus in die Gegenwart übertragen.
Dabei macht es der Autor dem Leser zunächst nicht immer einfach, ist der Handlungsstrang doch sehr breit gefasst. Doch zunehmend wird das Werk kompakter und stimmungsvoller, entwickelt Dramatik, die Handlungen nehmen Fahrt auf, bis sie fulminant und zum Teil überraschend enden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Plädoyer für Toleranz und Humanität, 20. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein toller historischer Roman, in dem man viel über die Geschichte Andalusiens erfährt, aber noch mehr über Fremdenfeindlichkeit, religiösen Fanatismus und Intoleranz. Ein hierzulande wenig bekanntes Kapitel aus der Geschichte der Vertreibungen in Europa. Spannung bis zur letzten Seite! Eine besser lesbare Landkarte hätte ich mir im Buch gewünscht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Lektüre!, 27. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zunächst einmal möchte ich mich herzlich beim Randomhouse-Verlag bedanken, der mir freundlicherweise ein Leseexemplar zu dem Roman "Die Pfeiler des Glaubens" von Ildefonso Falcones zur Verfügung stellte.

Zum Inhalt des Romans:

Wir schreiben das Jahr 1568, Ort: die Bergregion der Alpujarras, Spanien. Die spanischen Muslime, verächtlich Morisken genannt, Nachfahren der einstigen Mauren, werden von den Christen gnadenlos unterdrückt und übervorteilt und planen einen Aufstand gegen die Behandlung.
Hernando, der aus der brutalen Vergewaltigung eines Christenpriesters mit der muslimischen Aischa hervorging, deswegen und aufgrund seiner äußerlichen Andersartigkeit - er hat vom Vater die strahlend blauen Augen geerbt - von seinem Stiefvater behandelt wird wie der letzte Dreck.
Sein einziger Halt - außer seiner Arbeit als Mauleseltreiber, die er liebevoll ausführt - ist der alte Gelehrte Hamid, der ihn den muslimischen Glauben und dessen Regeln lehrt. Gezwungenermaßen muß er allerdings auch die Regeln des christlichen Glaubens lernen und fühlt sich keiner Glaubensrichtung zugehörig und von allen verachtet und ausgegrenzt. Sogar im Haus seiner Mutter darf er nicht mit den Stiefgeschwistern leben/schlafen oder gar essen, wenn der Stiefvater Ibrahim anwesend ist.

Im Verlauf des auf beiden Seiten schonungslos und brutal geführten Aufstandes der Morisken gegen die herrschenden Christen gelingt es Hernando durch sein vorsichtiges Verhalten und verantwortungsvollen Umgang mit den Maultieren, die die Kriegsbeute tragen müssen, sich den Respekt der Führer des Aufstandes zu verschaffen - sehr zum Ärger seines gierigen Stiefvaters, der ihm alles neidet, was Hernando zustande bringt, einschließlich der zarten Liebesbande mit Fatima, deren Ehemann gleich zu Beginn der Rebellion sein Leben verlor. Hernando, der sehr pragmatisch veranlagt ist, gelingt es durch seine Friedfertigkeit und indem er einfach immer beherzt tut, was gerade notwendig ist, um selbst zu überleben und auch andere - Christ oder Muslime - am Leben zu halten, sich bei Vertretern beider Glaubensrichtungen Respekt und Achtung zu verschaffen.
Er muss oft buchstäblich christlicher als jeder Christ und muslimer als jeder Muslime sein, um sich und seine über alles geliebte Fatima, die die Christen aus verständlichen Gründen abgrundtief hasst, durch alle Gefahren zu bringen und lernt oft dabei, dass einige Vertreter beider Glaubensrichtungen ein ziemlich egoistisches, heuchlerisches Gebahren zeigen und der Charakter eines Menschen keineswegs davon abhängt, welche Religion er ausübt!

Das allerdings sollte man selbst lesen und erfahren, denn Ildefonso Falcones hat mit diesem Roman nicht nur einen faszinierenden und äußerst spannenden historischen Roman geschrieben, sondern man lernt und erfährt auch viel über beide Religionen, Traditionen und Wertvorstellungen, die bei näherer Betrachtung so unterschiedlich denn doch gar nicht sind, als dass gegenseitige Toleranz nicht möglich wäre.

Meine Meinung:

Ein Roman, den man lesen sollte, gerade weil er vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Integrationsdebatte mehr als nur ein historischer Roman sein kann.
Daher möchte ich dem Verlag und dem Autor für ein paar spannende und interessante Lesestunden und gewaltig Stoff zum Nachdenken danken. Dieser Roman ist sehr lesens- und diskutierenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Voluminöses Hörbuchspektakel zu einem schwergewichtigen, historischen Roman, 10. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens (Audio CD)
Falcones langes Epos über den gewaltbesetzten Abschnitt der spanischen Geschichte zwischen Christen und Morisken, den zwangstauften Muslimen, zeichnet ein breites Bild von Intoleranz zwischen Religionen in der Zeit des 16. Jahrhunderts. Protagonist Hernando, ein unehelicher Sohn aus einer Vergewaltigung eines christlichen Priesters und einer Moriskin, wächst im Spannungsfeld zwischen Christentum und Islam auf. In christlicher Tradition gespeist und groß geworden in der Erziehung des Islam, gerät Hernando ins Spannungsfeld der Religionen und des Zeitgeschehens. Im hierarchischen politischen System, mit König, Marquis und der Armen, geht es um den Erhalt und den Raub, der Werte des Lebens. Massaker, Feste, Gebete, Raub und Rituale wechseln sich ständig ab. Manchmal ein wenig zu viel detaillierte Gewalt, aber so war er wohl auch. Andalusien, die Alhambra, Granada werden Schauplätze des Epos um Krieg und Glauben. Besonders interessiert haben uns die vielen Details der maurischen Geschichte und die Einflüsse des Islams im 16. Jahrhundert. Leider werden die Orte und Landschaften nicht so detailliert beschrieben wie die Handlungen und Interaktionen der Protagonisten.
Was der Autor auf 900 Seiten aufs Papier gebracht findet in einer gewaltigen 26 CD's umfassenden Hörbuchversion.
Die Lesung von Wolfgang Müller ist klasse. Seine kräftige Stimme, die wir als Synchronstimme von Patrick Swayze, Mickes Rourke und Alec Baldwin kennen, ist der ideale Leser für diese lange Geschichte. Er hält permanent die Spannung und repräsentiert die vielen männlichen Protagonisten grandios. Man benötigt schon ein grosses Zeitfenster um die Edition zu durchhören, aber irgendwie läßt diese Geschichte uns nicht los.
Besonders gefallen mir die vielen Zusatzinformationen zum Umfeld des Buches auf den Rückseiten der CD Hüllen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas Enttäusend, 21. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Die Kathedrale des Meeres", der Vorgängerroman von "Die Pfeiler des Glaubens" war mein aller erster historischer Roman, den ich verschlungen habe und ich mit dem Protagonisten gelacht und geweint habe. Aus diesem Grund, weil ich von der Schreibweise von Ildefonso Falcones so begeistert war, musste ich unbedingt "Die Pfeiler des Glaubens" haben. Aber es zog sich wie Kaugummi. Für mich war zu viel über die Differenzen von Muslime und Spanier geschrieben, die ziemlich von der Geschichte ablenkte.
In diesem Fall hat Falcones das Gleichgewicht zwischen Historie und Roman nicht geschafft. Falcones ist, meiner Ansicht nach, zu sehr in seine Recherchen aufgegangen und hat zu wenig die eigentliche Geschichte spannend herübergebracht.
Für mich zu langatmig, zu flau, zu Historien-Detailversessen. 903 Seiten, die für die eigentliche Geschichte zu viel sind.
Schade, dass der zweite Roman nicht an den ersten anschließen konnte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervolles und wichtiges Buch!, 7. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich bin durch Zufall auf diesen Roman gestoßen, weil ich nach der Lektüre von "Die Maurin" (Lea Korte) so begeistert von der spanischen Geschichte rund um die Reconquista war, dass ich noch mehr zu diesem Thema gesucht habe. Eine Freundin hat mir dann dieses wundervolle Buch empfohlen - und ich habe von der ersten bis zur letzten Zeile mit Hernando mitgelitten. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der es so viele Unstimmigkeiten zwischen Christen und Muslimen gibt, sind solche Bücher wichtig - weil sie uns zeigen, dass diese Probleme nicht neu sind, wo die Gefahren und - vielleicht - auch die Lösungen im Heute liegen. Und zudem schenken sie auch noch spannendes, aufregendes, mitreißendes Lesevergnügen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Episches Werk, 23. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nach der Niederlage und weitgehenden Vertreibung der Mauren im Spanien des 17. Jahrhundert wurden die zurückbleibenden maurischen Muslims (Morisken genannt) umgehend einem Assimilationsversuch unterworfen. Zwangsgetauft und unter massive Kontrolle gestellt, versuchten sie ihr Leben in der alten Heimat nun unter ganz andren Voraussetzungen weiter zu führen. Ein Versuch, der letztendlich scheiterte und immer wieder in Aufstände und geplante Umstürze durch die Morisken führte.

Vor allem der Islam hielt die Morisken als Gemeinschaf zusammen. Heimlich weiter praktiziert und gelebt, in Hinterhöfen an die Kinder weitergegeben, stehen sich, trotz der Niederlage der Maren, weiterhin die Glaubensgruppen er Christen und Muslime in Spanien unversöhnt gegenüber.

An einem überschaubaren, dörflichen Ort in Spanien, in Juviles, führt Falcones umgehend auf den ersten Seiten bereits ein in die gedrückten und schwierigen Lebensumstände der (nur) vordergründig christlich assimilierten Mauren Spaniens, der Morisken.
Dann aber weitet Falcones den Schauplatz der Ereignisse deutlich aus und versteht es, auch in die Tiefe der damaligen Ereignisse umfassend vorzudringen und ein detailreiches und in der Tiefe verankertes Bild dieser historischen Epoche Spaniens darzustellen .

Anhand der Lebensgeschichte des, zu Beginn fast noch in Kinderjahren steckenden, Eseltreibers Hernando vollzieht Ildefonso Falcones die wechselhafte und sich durch fast ganz Spanien ziehende Geschichte dieser letzten Mauren auf spanischem Boden nach bis zu ihrer massenhaften Evakuierung Jahrzehnte später nach.

Hernando, Folge der Vergewaltigung seiner Mutter durch einen christlichen Priester, durchaus bereits christlich geprägt, im Geheimen aber ebenso durch den verehrten Dorfältesten muslimisch erzogen, seine Mutter und sein ihn hassender Stiefvater, bilden das Grundgerüst der Familiensaga, anhand derer die Geschichte der Morisken, beginnend in den Jahren um 1570, entfaltet wird.

Feldzüge und Aufstände, eigene Könige und bitter Niederlagen, Deportation, Trennung, Sklaverei. Intrigen und Verbündete durchziehen die Irrwege der Morisken und der Protagonisten des Buches von Juviles über Granada bis hin nach Cordoba und über das Meer hinweg in arabisches Hoheitsgebiet. Hierbei gelangt Hernando durch harte Zeiten und durch den glücklichen Zufall, einem spanischem Edelmann das Leben gerettet zu haben, in geachtete Postionen sowohl seines Volkes als auch des spanischen Adels. Positionen, an denen er immer wieder versucht, für sich ein ruhiges Leben aufzubauen und ebenso einen Weg des Ausgleichs zwischen den Religionen zu finden. Er selbst heiratet später eine Christin und lebt innerlich eine echte Toleranz, wird aber gerade durch diese Handlung von beiden Seiten, Christen und Muslimen heftig angegriffen.

Die geschichtlichen und lebendig geschilderten Abläufe bindet Falcones spannend und mit differenziert gezeichneten Figuren hinein in die dramatische Lebens- und Familiengeschichte Hernandos mit seiner Treue zur Mutter, zu seiner späteren Ehefrau, seinen Kindern, seinen muslimischen Wurzeln, seinen Freunden, aber auch seinen lebenslangen Kampf gegen den ihn hassenden Stiefvater und weitere, erbitterte Feinde und Neider, die im Lauf der langsam sich entfaltenden Geschichte hinzutreten.
Das eigentliche Thema aber bleibt wie ein roter Faden der stete, teils verzweifelte Versuch des Hernando, beide Welten zu einem Miteinander zusammen zu führen und sei es auch durch gefälschte Reliquien oder Evangelientexte.

Ildefonso Falcones liefert mit "Die Pfeiler des Glaubens" einen historisch detailgetreuen und packenden Roman ab, der zudem das bis in die Gegenwart wichtige Thema der Toleranz und des Ausgleiches zwischen den großen Weltreligionen thematisiert und, in der Person seiner Hauptfigur Hernando, aufzeigt, wie eine solche akzeptierende Haltung gelebt werden könnte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, 27. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Broschiert)
Eigentlich eine historische Erzählung, aber durch den Konflikt zwischen verschiedenen Religionen oder besser den Umgang der Mitglieder verschiedener Glaubensrichtungen mit Angehörigen anderer Glaubensrichtungen doch seltsam aktuell. Falcones gelingt es, den Religionen-Konfliktdurch seinen Helden als Bindeglied aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und gleichzeitig eine unterhaltsame Handlung darum herum aufzubauen. Das Ganze in eine Sprache gekleidet, die wunderbare Bilder in der Vorstellung des Lesers zu zeichnen vermag. Ein großartiges Lesevergnügen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1.0 von 5 Sternen Spannende Epoche, flache Charaktere und trivialster Stil, 11. August 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler des Glaubens: Roman (Broschiert)
Als großer Fan von Historienromanen und im Andalusienurlaub, der in den Alpujarras begann, habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. Man kann jedoch kaum glauben, dass es sich hierbei um denselben Autor des ersten Buches handelt. Ich kenne das spanische Original nicht, aber das Buch scheint mir sehr schlecht übersetzt. Viele Satzstellungen und Phrasen, die im Spanischen normal klingen, wurden übernommen und so klingen nicht nur die Dialoge holprig und irgendwie unecht, sondern die gesamte Erzählung wirkt einfach lieblos aneinandergereiht und so, als wolle man einfach die verschiedenen historischen Tatsachen herunterleiern.

Ich habe noch nie einen historischen Roman mit so durchschaubaren und flachen Charakteren, fahlen Gedankengängen und schwarz-weiß Malerei gelesen.

Zudem kommt noch die brutale Aneinanderreihung quasi jeder Vergewaltigung, Massenabschlachtung und Versklavung, die es zu der Zeit zwischen Granada und den Alpujarras gegeben hat. Die brutale Zeit und das Morden und Wüten auf beiden Seiten verliert so für den Leser eher den Schrecken, als dass sie den Schrecken und die Brutalität unter denen Morisken wie Christen gelitten haben verdeutlicht da man spätestens bei der siebten grausigen Szene nur noch genervt umblättert.

Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, wenn es zwei Hauptfiguren gegeben hätte, wie es andere Autoren häufiger machen um so die Lage und Gedanken zweier Parteien tiefer auszuleuchten. Hier wird man jedoch das Gefühl nicht los, eine anti-christliche Haltung regelrecht aufgedrängt zu bekommen.

Zweifelsohne ist diese Epoche der spanischen Geschichte sehr spannend und wichtig, deshalb habe ich mich immer weiter gequält. Ich habe schon lange den Überblick über die Herrscher verloren - wer gegen wen kämpft, verschwindet, wieder auftaucht etc...

Obwohl ich nur dieses Buch mit in den Urlaub genommen habe werde ich es nun trotzdem nicht weiter lesen, da die wirklich zutiefst triviale Sprache, die sich wie Kaugummi hinziehende Story und die Gut-Böse Zeichnung mir nur noch auf den Keks gehen.

Schade, aber ein absoluter Fehlkauf!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Pfeiler des Glaubens: Roman
Die Pfeiler des Glaubens: Roman von Ildefonso Falcones (Gebundene Ausgabe - 23. September 2010)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,10
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen