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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intuitive Bewertung: Sehr gut
Der Psychologie-Professor Gerd Gigerenzer hat über das vermeintlich Ungenaue sehr genau nachgedacht. Auf verblüffende Weise füllt er den Begriff der Intuition (vulgo 'Bauchentscheidung') mit erstaunlich konkretem Inhalt und gibt ihm eine klare Kontur. Intuition galt im abendländischen Denken einmal als sicherste Form der Erkenntnis, wohingegen sie...
Veröffentlicht am 6. Juli 2007 von Rolf Dobelli

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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition
Da ich inzwischen aus eigener Erfahrung und aus umfassender Recherche einiges über Intuition gelernt habe, schlage ich bei einem neuen Werk zuerst das Kapitel auf, in dem erklärt wird was Intuition eigentlich ist. Dadurch erspare ich mir viel Zeit und Mittelmäßigkeit. Denn wenn die Detailtiefe schon bei den Kernfragen zum Thema fehlt, bleibt es in der...
Veröffentlicht am 4. August 2011 von TM


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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intuitive Bewertung: Sehr gut, 6. Juli 2007
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (Gebundene Ausgabe)
Der Psychologie-Professor Gerd Gigerenzer hat über das vermeintlich Ungenaue sehr genau nachgedacht. Auf verblüffende Weise füllt er den Begriff der Intuition (vulgo 'Bauchentscheidung') mit erstaunlich konkretem Inhalt und gibt ihm eine klare Kontur. Intuition galt im abendländischen Denken einmal als sicherste Form der Erkenntnis, wohingegen sie heute oft belächelt wird. Gigerenzer beschreibt nicht nur sehr genau die Merkmale und Funktionen der Intuition, sondern er zeigt auch, welche enorm wichtige Rolle sie im Alltag spielt, auch wenn uns diese Macht des Unbewussten nicht ausreichend bewusst ist. Weil gelegentlich Begriffe wie "Adaptive Theorien" oder "Heuristik" auftauchen, ist das Buch nicht immer ganz leicht zu lesen, trotzdem ist es größtenteils anschaulich geschrieben '- wenn auch nicht in gleichem Maß wie Malcolm Gladwells Bestseller zum selben Thema, "Blink!" Allen Lesern ' insbesondere Entscheidungsträgern ', die sich vertiefend mit dem Zustandekommen von Entscheidungen befassen wollen, empfehlen wir das Buch als höchst anregende Lektüre.
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150 von 163 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der "Bauch" im Kopf: hocheffizient ' doch nicht unfehlbar., 1. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (Gebundene Ausgabe)
Als Harry, ein Freund des Autors und Psychologen Gerd Gigerenzer, vor der schwierigen Wahl stand, sich für eine Partnerin entscheiden zu müssen ("Die oder Ich"), folgte er dem erprobten Rat Benjamin Franklins. Er listete Für und Wider auf, gewichtete und rechnete. Das Ergebnis unter dem Strich war eindeutig - und er wusste, dass es falsch war. Woher? Als ein Experte jene griechische Statue aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. sah, die dem J.-Paul-Getty Museum in Los Angeles für zehn Millionen Dollar zum Kauf angeboten wurde, hatte er spontan den Eindruck "frisch". Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen hatten die Echtheit des antiken Kunstwerks bestätigt. Doch der Experte behielt Recht: Es war eine Fälschung. Wie konnte er dies erahnen? Übersinnliche Wahrnehmung? Intuition? Die beiden Beispiele (das zweite ist aus dem Bestseller "Blink - Die Macht des Moments" von Malcolm Gladwell) beleuchten eine Fähigkeit des Menschen die man zwar gemeinhin Bauchentscheidung, Intuition oder Ahnung nennt, jedoch getrost als "tiefere Intelligenz" bezeichnen kann. Die Wissenschaft beginnt, die Funktionsweise dieser Form der Intelligenz zu erfassen - und zeigt, unter welchen Umständen wir auch mit Intuitionen erheblich danebenliegen können.

Mehr als Logik.
Grundlage der menschlichen Intelligenz ist das logische Denken - so meinen immer noch viele von uns. Doch das logische Denken sieht nicht, was "zwischen den Zeilen steht" und ist blind für den Inhalt. Die Sätze "Markus wurde zornig, und Maria ging" und "Maria ging, und Markus wurde zornig" enthalten jeweils zwei gleiche Aussagen, die durch 'und' verknüpft werden. Trotzdem sind die beiden Sätze vollkommen verschieden in ihrer Bedeutung. Wir erkennen intuitiv den Inhalt und den Unterschied. Gute Intuition, so Gerd Gigerenzer, muss nicht logisch sein. Sie kann über die Logik hinausgehen, indem sie Informationen hinzuzieht, die im Augenblick gar nicht vorliegen.

Die Kunst besteht, darin zu wissen was wir *nicht* zu wissen brauchen.
Bauchgefühl, Intuition oder Ahnung war früher etwas Geheimnisvolles und Unerklärliches. Weil wir alle schon mal in dunkler Vorahnung die Erfahrung eines flauen Magens gemacht haben, oder Schmetterlinge im Bauch fühlten, glauben wir, dass die Intuition so eine Art Gefühl ist. Ist es aber nicht. Intuition ist Intelligenz und findet im Kopf statt. Intuition besteht aus der unbewussten Benutzung von Faustregeln. Wir filtern nur wenige relevante Informationen heraus, vereinfachen auf diese Weise umfangreiche Betrachtungen und erhalten schnell und effizient ein Ergebnis. Die Kunst liegt darin, die richtige Faustregel für die jeweilige Situation (unbewusst) auszuwählen. Dafür hat das Gehirn des Menschen im Laufe der Evolution ein ganzes Arsenal von Fähigkeiten entwickelt, die uns helfen, aus einer komplexen Welt schnell einen Sinn herauszufinden - Fähigkeiten, die Tiere nicht haben.

Ziel des Buches ist es, solche Faustregeln zu erläutern und zu zeigen, wann Intuition zum Erfolg, und wann sie zum Scheitern führen kann. An Hand von Untersuchungsergebnissen und mit Beispielen aus Beruf und Alltag weiht uns Gerd Gigerenzer in die Geheimnisse der Intuition ein. Er zeigt, welche Faustregeln unser Gehirn verwendet. Wir benützen diese Fähigkeiten ständig; wir können gar nicht anders, als Schlüsse zu ziehen. Neu dürfte für viele sein, dass es möglich ist, Intuition zu trainieren.

Überzeugend.
Gerd Gigerenzer ist es wieder einmal glänzend gelungen, einen komplexen und für viele undurchschaubaren Sachverhalt anschaulich darzustellen. Die Lektüre gewinnt einen besonderen Wert dadurch, dass wir daraus lernen können, bewusst an unserer Intuition zu arbeiten; sie letztlich dort einzusetzen, wo sie die verlässlichste Methode darstellt um zu einer Entscheidung zu kommen. Die Aussage des Klappentextes, "dass es gute Gründe gibt, sich auf seine Bauchgefühle zu verlassen", ist allerdings nur die halbe Wahrheit und spiegelt den Sachverhalt nicht richtig wieder. Leider können wir uns eben *nicht* immer und blind auf unsere Intuition verlassen. Und, wer das Buch - wörtlich genommen - verschlingt, wird eine echte Bauchentscheidung erfahren.
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128 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur schade, dass er den Bauch nicht wegließ, 9. April 2007
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (Gebundene Ausgabe)
Am Denkmal des Homo oeconomicus wird in den letzten Jahren so heftig herumgehämmert, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis die Statue fällt. Was dann an seiner Stelle stehen wird, ist zwar noch völlig offen, aber irgendeine Figur, die an unser Unbewusstes erinnert, wird es bestimmt sein. Abbruch und Neugestaltung gingen wahrscheinlich etwas schneller voran, wenn die Beteiligten etwas mehr auf ihre Wortwahl achten würden. Denn mit dem missglückten Titel erneut zu suggerieren, das Unbewusste sei irgendwo im Bauch angesiedelt, zementiert nur alle Irrtümer. Zu welchen Entschlüssen unsere neuronalen Netzwerke gelangen, spüren wir zwar auch im Bauch, aber die Entscheide fallen nun mal im Kopf.

Wie solche Entscheidungen getroffen werden und was dabei alles berücksichtigt wird, erklärt Gerd Gigerenzer in diesem Buch auf selten anschauliche Weise. Das gelingt ihm vor allem mit guten Geschichten und prägnanten Formulierungen. Und weil der Autor nicht irgendeiner ist, sondern das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin leitet, wird seine Botschaft auch Menschen erreichen, die aus reflexartigem Abwehrverhalten normalerweise weghören. Wie auch Linda Pelzmann aus Wien in ihrer Rezension ausdrücklich betont, geht es in Gigerenzers Buch nicht darum, die Vernunft gegen die Intuition auszuspielen. Vielmehr ist es das Anliegen des Autors, die Stärken und Anwendungsbereiche der beiden neuronalen Datenverarbeitungssysteme aufzuzeigen. Dass allein gibt schon genügend Diskussionsstoff für die nächsten Jahre und wird scheinbar unantastbare Glaubensmodelle erschüttern.

Mein Fazit: Der Autor versteht es ausgezeichnet, seiner eigenen Theorie gerecht zu werden und Komplexes so zu vereinfachen, dass es verstanden wird und seinen wahren Kern trotzdem behält. Wir erfahren zwar nicht so viel über die Vorgänge in unserem Gehirn, wie der Autor immer wieder verspricht, aber dafür gibt es ja inzwischen viele andere empfehlenswerte Bücher. Die Reduktion auf einleuchtende Geschichten, kurze Theorieblöcke und einprägsame Formeln ist genau der Stoff, aus dem unsere Intuition schließlich unser Verhalten beeinflusst.
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiterer Sieg der Sozialpsychologie, 17. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (Gebundene Ausgabe)
Nach der Lektüre von Jens Försters Meisterwerk "Kleine Einführung ins Schubladendenken" habe ich eine Lesereihe "Sozialpsychologie" initiiert, die vor allem leicht geschriebene Bücher zu den Themen Entscheidungen und Personenbewertungen beinhaltet. Auch dieses Buch gibt einen wunderbaren Überblick zum Stand der Entscheidungsforschung, auch dieses Buch ist schön geschrieben, mit zahlreichen Beispielen ausgestattet und unbedingt lesenswert. Manchmal fehlt ihm die Frische, mancherorts kommt es ein wenig unbescheiden daher und natürlich kann es mit dem rasanten, kreativen Schreibstil von Förster nicht mithalten. Insgesamt jedoch ist es wunderbar, wie gerade die deutsche Psychologie den Spagat zwischen leserfreundlicher Vermittlung und Wissenschaftlichkeit meistert. Dagegen sollte man amerikanische Bestseller wie Gladwells "Blink" oder Cialdinis "Sozialer Einfluss" lieber meiden. Jene lesen sich dagegen wie verklemmte Kinderbücher aus den 50er Jahren.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom "Bauchgefühl" zu "Bauchentscheidungen", 25. Dezember 2009
Von 
Ewald Judt (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Immer schon wurden Entscheidungen - ob bei der Partnerwahl, beim Kaufverhalten, bei der Menschenbeurteilung oder bei der Geldanlage und im betrieblichen Entscheidungsprozeß - nicht nur aufgrund von rationaler Abwägung des Für und Wider, sondern aus dem Bauch heraus" - intuitiv - getroffen. Als Folge der Aufklärung setzte sich die Vernunft als weitgehend alleiniges Entscheidungskriterium in der realen Welt in breiter Front durch, lediglich dort, wo Kreativität gefragt war, war Intuition ein Thema. In neuester Zeit hat Intuition wieder an Bedeutung gewonnen, so z.B. beim Software Engineering, indem die Bedienung elektronischer Geräte und Anwendung von Programmen so gestaltet wird, dass man nicht mehr eine lange Betriebs- oder Bedienungsanleitung studieren muss, sondern sie von den Nutzern intuitiv richtig erfolgt. In Bauchentscheidungen - Die Intelligenz des Unbewußten und die Macht der Intuition" (Goldmann 155039 geht Gerd Gigerenzer der Inuition als Macht bei Entscheidungen - sei es privater oder geschäftlicher Natur - nach. Intuition kommt aus dem lateinischen intuitio", wird synonym als Bauchgefühl bezeichnet und gegensätzlich zu Ratio und Rationalität verwendet. Sie ist nach Gigerenzer eine bewusst gewordene Einsicht, die stark genug ist, danach und nicht nach der Vernunft zu entscheiden, ohne die der Entscheidung zugrunde liegenden Zusammenhänge explizit zu verstehen. Die Beschäftigung mit ihr und das Handeln nach ihr ist auch auf eine zunehmend komplexere Umwelt, immer stärker vernetzte Strukturen und steigende Unsicherheit zurückzuführen, da sie erfolgversprechender zu sein scheint als das Vertrauen auf rationale Entscheidungsgrundlagen. In Teil I geht Gigerenzer auf die Unbewußte Intelligenz", wie er die Intuition auch nennt, näher ein.. Teil II Bauchentscheidungen in Aktion" ist dessen Umsetzung gewidmet. Wenngleich die Arbeit auch für Personen, die nicht mit wissenschaftlicher Lektüre vertraut sind, vergnüglich zu lesen ist, beruht sie auf wissenschaftlichen Fundamenten, die auch durch ein umfassendes Literaturverzeichnis dokumentiert sind. Wer sich für Bauchgefühl" und Bauchentscheidungen" interessiert, findet in Gigerenzers Buch eine Wissensbasis und viele Anregungen. Nicht ohne Grund wurde es zum Wissenschaftsbuch des Jahres 2007" ausgezeichnet.
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103 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Geheimnis der richtigen Intuition., 26. März 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (Gebundene Ausgabe)
Die Wertschätzung der Intuition boomt derzeit. Man kann sich allgemeiner Zustimmung sicher sein, wenn man mehr Bauchentscheidungen fordert; Seminare für mehr Emotionalität sind Marktrenner. Gerd Gigerenzer kommt zur richtigen Zeit mit dem richtigen Buch auf den Markt. Er informiert fundierter, besser, spannender, als alle anderen Quellen.

Er definiert Intuition als ein Urteil, das drei Kriterien erfüllt: Erstens ist es ganz schnell im Bewusstsein da; zweitens wissen wir nicht, warum wir dieses Gefühl haben; drittens ist es dennoch stark genug, um unsere Handlungen zu leiten. Gigerenzer betont, dass eine Intuition viel Information ignoriert und sich nur auf die ein, zwei oder drei wesentlichen Gründe konzentriert; dadurch sind intuitive Urteile schnell zur Hand.

Allerdings, damit man intuitiven Urteilen auch trauen kann, muss man sie genauso lernen, schulen, entwickeln und trainieren wie die analytische Vorgangsweise. Für diesen Prozess gibt es interessante neue Forschungsergebnisse und gute alte Faustregeln, die Gigerenzer anregend und spannend berichtet; sie machen den Großteil des Buches aus. Die Kernfrage ist nicht, ob eine Person intuitiv vorgeht, sondern ob sie die richtige Entscheidung trifft oder die falsche. Wie sieht es denn aus mit der Richtigkeit der Entscheidungen aus dem Bauch? Ist Intuition ein guter Ratgeber?

Wer analytische gegen intuitive Entscheidungen ausspielt, begeht einen schweren Kunstfehler. Qualifizierte Führungskräfte, Wissenschafter, Ärzte, Feuerwehrleute und Rettungsmannschaften müssen in der Lage sein, Probleme systematisch und unter Einsatz des modernen analytischen Instrumentariums zu lösen und sie müssen außerdem schnell auf Situationen reagieren können und das erfordert Intuition. Erfolgreiche Profis können es sich nicht leisten, zwischen analytischer und intuitiver Problembewältigung einen Gegensatz aufzubauen; sie müssen den Werkzeugkasten in seinem ganzen Spektrum beherrschen und je nach Situation richtig einsetzen. Analytische Methoden, die in eine intuitive, erkennungsgesteuerte schnelle Reaktionsfähigkeit eingebettet sind, das ist der Königsweg.

Wer sich auf unbekanntes Terrain wagt, hat gar nicht die Wahl, nur jene Aspekte einzubeziehen, die er bewusst durchschaut. Wer nach neuen, noch unbekannten Lösungen sucht, kann sich nicht nur auf das stützen, was er bewusst durchdacht und geklärt hat. Und er hat auch nicht die Zeit, so lange weitere Informationen zusammenzutragen, bis er alle Möglichkeiten überblickt. Wenn die zu bewältigende Informationsmenge unüberschaubar ist und viele irrelevante Informationen enthält, dann reicht angestrengtes Nachdenken allein nicht aus. Unter solchen Umständen hat man gar keine andere Wahl, als der Intuition Raum zu geben. Damit intuitives Vorgehen zur richtigen Entscheidung führt, braucht es Regeln, Lernprozesse und Begleitmaßnahmen, die Professor Gigerenzer beschreibt.

Intuition hängt essentiell zusammen mit dem Erkennen der wesentlichen Gesetzmäßigkeiten. Personen, die intuitiv richtig handeln, gehen more principled - bezogen auf die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten - vor und verwenden aufgrund ihrer Erfahrung profunde und wirksame Kriterien anstatt irrelevante und falsche. Sie haben sich dazu erzogen, in die Tiefe zu gehen und relevante von irrelevanten Hinweisen zu unterscheiden. Intuitiv Erfolgreiche gehen schnurstracks auf den Kern der Sache los. Während sich Anfänger und Unkundige dem Problem in kleinen Schritten nähern müssen, haben erfahrene Experten schnellen Zugriff auf das Wesentliche und eine gut organisierte Vorgangsweise.

Im Gegensatz zu den kleinen Schritten des Anfängers macht der Experte in seinem Denkprozess riesige intuitive Sprünge. Das lässt sich dadurch erklären, dass er mit einem Erkennungs- und Abfrageprozess arbeitet, der eine große Anzahl von Kombinationsmustern absucht, die im Langzeitgedächtnis gespeichert sind. Demnach ist die Intuition kein von der Analyse getrennter Prozess, sondern beide Vorgangsweisen ergänzen einander und wirken komplementär.

Ein weiteres Geheimnis der "richtigen" Intuition ist, dass genug Aufmerksamkeit und Arbeitsspeicher offen bleiben dafür, was sich im Umfeld abspielt. Den Spielraum im Arbeitsspeicher braucht man für die situationsgerechte Anpassung einer Entscheidung. Das Bedürfnis, sich von Angst, Druck und Peinlichkeit zu befreien, löst ein Verhalten aus, das zwar kurzfristig Erleichterung verschafft, aber diese intuitive Reaktion unterscheidet sich maßgeblich von der qualifizierten Intuition des Experten.

Die Schwächen der Intuition kommen etwas zu kurz bei Gigerenzer. Das intuitive Vorgehen hat sich in Jahrmillionen der Evolution entwickelt; es hat sich bewährt und es hat auch in die Irre geführt. Die intuitive Angst vor einem Verlust wirkt sich ungefähr doppelt so stark aus wie die Aussicht auf einen Gewinn. Beim Spekulieren mit Aktien führt das zu einem systematischen Fehler, einem sogenannten bias: Bei steigenden Aktienkursen neigen Anleger dazu, zu früh den Gewinn mitzunehmen; bei fallenden Kursen hingegen erliegen sie dem gegenteiligen bias, indem sie mehr riskieren um erlittene Verlusten zu reparieren. Ein weiterer Intuitions-Defekt besteht darin, dass Menschen ihre Fähigkeit überschätzen, die Zukunft zu überblicken. 80 Prozent aller Firmengründer glauben daran, dass sie sich am Markt behaupten können. Tatsächlich sind aber schon nach fünf Jahren 75 Prozent wieder vom Markt verschwunden. Ohne diesen bias zum Optimismus gäbe es die wirtschaftliche Dynamik nicht in diesem Maße. Das führt aber auch dazu, dass Unternehmer das Risiko des Scheiterns unterschätzen; dass Konzerne viel zu viel Geld für die Übernahme anderer Firmen bieten; dass Privatleute in die Schuldenfalle geraten, weil sie ihre künftigen Einnahmen zu hoch veranschlagen. Der intuitive bias ist ein starker Motor, er bewirkt Optimismus und stete Geschäftigkeit.

Was viele in die Irre führt, ist die starke, ja zwingende Empfindung subjektiver Gewissheit, die in der Regel mit intuitiven und emotionalen Urteilen verbunden ist. Aber subjektiv empfundene Gewissheit, und mag sie noch so stark sein, hat absolut gar nichts zu tun mit objektiver Richtigkeit. Es braucht die qualifizierte Intuition, um eine richtige Entscheidung zu treffen und der Weg dorthin ist lang und steinig. Das Buch ist ein unverzichtbarer Wegbegleiter für Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, für Ärzte, Rettungsmannschaften und Feuerwehrleute in allen Situationen, in denen sie schnelle Entscheidungen treffen müssen.

Professor Gigerenzer macht die Frage, ob Intuition ein guter Ratgeber ist, so spannend, dass ich sein Buch in einer Nacht durchgelesen habe.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition, 4. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da ich inzwischen aus eigener Erfahrung und aus umfassender Recherche einiges über Intuition gelernt habe, schlage ich bei einem neuen Werk zuerst das Kapitel auf, in dem erklärt wird was Intuition eigentlich ist. Dadurch erspare ich mir viel Zeit und Mittelmäßigkeit. Denn wenn die Detailtiefe schon bei den Kernfragen zum Thema fehlt, bleibt es in der Regel auch dabei. So begann ich auch dieses Buch mit dem Kapitel: Wie Intuition funktioniert. Leider sind die Ausführungen sehr dürftig und der Autor liefert keine detaillierte Erkenntnis darüber wie Intuition funktioniert. In den anderen Kapiteln werden Beispiele aus unterschiedlichen Disziplinen herangezogen, die nicht unbedingt neu aber teilweise unterhaltsam und auch interessant sind, aber das Thema verfehlen. Wer aufschlussreiche Erkenntnisse darüber erwartet wie Intuition und Bauchgefühl funktionieren, oder wodurch sie sich unterscheiden, der wird durch das Lesen dieses Buchs keine Klarheit gewinnen. Um Redundanzen zu vermeiden, verweise ich auf die anderen ausführlichen 2-Sterne-Rezensionen.
Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich lesenswert, 1. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gerg Gigererner hat ein wirklich interessantes Buch geschrieben über die Intuition, wie sie funktioniert, welche Regeln sie anwendet und wie wichtig sie letztendlich für unser Handeln ist.

Wer sich ein Stück weit mit Neurobiologie befasst hat, wird mittlerweile wissen, dass zumeist unsere Intuition unterbewusst über das entscheidet, was wir tun, während unsere Ratio letztendlich Argumente finden darf, um diese Entscheidungen zu begründen. Damit ist die Vorstellung vom rational agierenden Menschen, die uns so lange geprägt hat, weit gehend ad absurdum geführt.

Das Buch wurde unterteilt in zwei grundsätzliche Teile: Es geht zum einen um unsere unbewusste Intelligenz, im zweiten großen Teil darum, wo und wie Intuition überall wirken.

Es ist interessant zu erkennen, nach welchen einfachen Regeln wir oft entscheiden und die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir sogar mit diesen einfachen Regeln auf zu besseren Ergebnissen als mit komplexen Algorithmen kommen. In den Beispielen, die der Autor aufzeigt, wird sich jeder wiedererkennen können und Manches ist tatsächlich eine Anregung, Entscheidungsprozesse nicht nur intuitiv sondern auch gewusst nach den entsprechenden Regeln zu führen.

Im zweitem Teil des Buches sei der Autor an vielen praktischen Beispielen, zu welchen Ergebnissen Intuition in alltäglichen Entscheidungsprozessen kommt und es ist verblüffend, zu entdecken, welche Ergebnisse wie er intuitiv verursachen.

Das Buch wurde als Wissenschaftsbuch des Jahres 2007 ausgezeichnet und ist wirklich zu empfehlen. Es leicht lesbar und macht teilweise doch komplexe Sachverhalte einfach verständlich. Vor allem - und das Erscheinen im allerwichtigsten - ermöglicht es seinen Leser, unsere Welt seine eigenen Entscheidungen und letztendlich sich selber und seinen Mitmenschen besser zu verstehen. Lesenswert!
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47 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Je weniger man weiß, desto mehr entscheidet man mit dem Bauch?, 14. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (Gebundene Ausgabe)
Professor Gerd Giegerenzer ist Direktor am Max-Plack-Institut für Bildungsforschung in Berlin und beschreibt in seinem Buch Bauchentscheidungen und wie sie funktionieren, sehr anschaulich.
Darüber hinaus wird beschrieben, warum diese Entscheidungen, insbesondere bei Unwissenheit, sehr präzise sein können. Auch logische Berechnungen von Maschinen können zu falschen Entscheidungen führen. Gute Intuitionen müssen nicht logisch sein und führen doch zum richtigen Ergebnis. Giegerenzer hat die intuitiven Bauchentscheidungen systematisiert und kommt zu unterschiedlichen Methoden und Werkzeugen, die diese Bauchentscheidungen untermauern.
Als Werkzeuge beschreibt er u.a die Rekognitionsheuristik, den weniger-ist mehr-Effekt oder die moralischen Intuitionen und sozialen Instinkte. Nicht zuletzt beschreibt Giegerenzer, wie ein Gerücht die Berliner Mauer eingerissen hat. Die komplizierte Materie der Intelligenz des Unbewußten, die Macht der Intuition wird vom Autor auch für einen psychologischen Laien sehr überzeugend, systematisch und anhand von Beispielen erklärt. Ich möchte das Buch daher sehr empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein anderer Blickwinkel hilft manchmal, die Sinne zu schärfen, 21. April 2010
Der Blickwinkel von Gigerenzer tut gut, weil er anders ist. Sicher muss man die eine oder andere These von ihm kritisch hinterfragen, auch wird im Buch nur die eigene Meinung als die wirklich "Wahre" dargestellt während andere Ansätze unerwähnt bleiben. Zum Beispiel: Sicher stimmt es, dass erfahrene Kriminalermittler einen "Riecher" für potentielle Verbrecher haben - trotzdem besteht Ermittlungsarbeit nicht nur aus Bauchgefühlen. Ebenso trifft dies auf Entscheidungen von Ärzten, Führungskräften etc. zu.
Das Buch ist in weiten Teilen flüssig zu lesen, es stören nur einige etwas langatmige Passagen. Persönlich fand ich die verschiedenen Praxisbeispiele am interessantesten, da so die verschiedenen Anwendungsbereiche sehr greifbar werden.
Fazit: Ein lesenswertes Buch mit kleinen Abstrichen beim Lesefluss und der Würdigung anderer Sichtweisen.
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Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition
Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition von Gerd Gigerenzer (Gebundene Ausgabe - 12. März 2007)
EUR 19,95
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