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am 22. März 2016
Man sollte doch meinen, dieses Buch würde höchstens noch zu Studienzwecken verwendet, um die Grausamkeit und Absurdität längst veralteter Erziehungspraktiken zu dokumentieren. Aber dass es allen ernstes Eltern gibt, die heutzutage diesen Irrsinn ihrem Kind noch zumuten, ist unfassbar. Da hört die Nostalgie echt auf. Vermutlich braucht es eben doch noch ein paar hundert Jahre, bis auch die letzten Eltern begriffen haben, dass mit Angst und Strafen keine gesunden Persönlichkeiten heranreifen können. Traurig.
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am 11. Juli 2004
Da gab es ein Buch in meiner Kindheit,das gehörte meinem Vater.Schon der hatte als kleiner Bub darin gelesen.Es hieß:"Der Struwwelpeter"Gruselig schöne Geschichten wurden darin erzählt.Ich konnte sie alle auswendig...Und jetzt halte ich dieses Buch als Reprint in der Hand und die Augen meiner 5-jährigen Tochter werden beim Vorlesen größer,während das Buch beim Lesen immer höher rutscht,damit sie mein Schmunzeln nicht sehen kann.Nach der Vorlesestunde erkundigt sie sich mehrmals:"Stimmt's Mami,das sind nur Märchen..?"Ich nehme sie fest in den Arm und bestätige nur zu gern.Aber ihre Däumchen hält sie dennoch vorsichtshalber ins Fäustchen geklappt und liegengebliebene Feuerzeuge bringt sie mir respektvoll mit dem Satz:"Mami,das mußt du weglegen,du weißt doch,es gibt ungezogene Kinder.."Na also,das ist es doch,was Herr Hoffmann erreichen wollte...Oder?
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am 9. Oktober 2014
In diesem Buch vermisse ich die Geschichte vom Suppenkasper.
Die Geschichten sind im Wortlaut mit dem Original identisch.
Die Bilder sind vereinfacht dargestellt. aber das Buch ist ordentlich gebunden.
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am 21. August 2001
Mein Sohn war früher ein passionierter Indieluftgucker, Tischrücker, Daumenlutscher, Feuerspieler, Nasenbohrer, Suppenkasper und Rassist. Zum Glück hatten wir wenigstens das Problem mit den Nägeln nicht, weil er sie immer abbiss oder -riss. Er musste mit je einem Bein und je einem Handgelenk an je einem Tischbein festgebunden werden, um sich in aller Ruhe meine Struwwelpetervorlesestunde anhören zu können (die Bilder habe ich ihm dann immer ganz nah und sehr plötzlich gezeigt, damit er auch ordentlich erschrickt). Er brüllte zwar ein bisschen, bevor er klugerweise nachgab, aber nach der Vorlesestunde war er wie umgewandelt, als hätte ihn eine Fee in einen braven Jungen verzaubert. Er sitzt jetzt immer ordentlich am Tisch, isst alles auf, was man ihm vorsetzt, hält seine Finger in gebührender Distanz von den Abgründen seines Gesichts, redet freundlich über schwarze Jungen und kämmt sich auch morgens brav die Haare aus dem Gesicht. Ich habe auch nie mehr in seinen Taschen Feuerzeuge und Streichhölzer gefunden. In der Schule passt er jetzt auch immer schön auf, dass kein anderes Kind in der Nase oder im Mund bohrt. Leider hat seine Lehrerin neuerdings etwas dagegen, dass er seine schöne scharfe Schere, auf die er so stolz ist, mit in die Schule bringt. Dabei kann er wirklich virtuos und schnell damit umgehen und wäre ihr eine große Hilfe, wenn sie ihn nur ließe. Unser Nachbarskind lutscht jetzt auch nicht mehr am rechten Daumen, nachdem er wieder angenäht werden musste. Richtig durchgreifen hat noch niemandem geschadet! Unsere Kinderärztin meint, diese Zeiten seien eigentlich vorbei, aber das glaube ich nicht. Es gibt ja auch immer noch Daumenlutscher. Heinrich Hoffmann war schließlich auch Arzt, und irgendeinen Grund muss es ja geben, dass diese hilfreichen und nützlichen Geschichten heute immer noch verkauft und den Kindern in die Hand gegeben werden.
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