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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die kleine Welt von Wischegrad als Spiegel der Weltgeschichte
Am Anfang hat Gott die ganze Erde topfeben geschaffen, heißt es in einer der zahlreichen Erzählungen des vorliegenden Buches, damit sich die Menschen ohne große Schwierigkeiten von einem Ort zum nächsten bewegen können. Dann aber zerkratzte der Satan in seiner Missgunst die ganze Erdoberfläche, so dass Berge, Schluchten und Täler...
Veröffentlicht am 31. Juli 2009 von euripides50

versus
10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Balkanroman schlechthin
"Der Den Balkan kann man heute ohne Ivo Andric nicht begreifen" - so lautet das auf dem Schutzumschlag dieser Ausgabe abgedruckte Zitat des weltberühmten serbischen Regisseurs Emir Kusturica.

In der Tat liefert der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete bosnische Kroate mit seinem Roman "Die Brücke über die Drina" ein breit angelegtes Panoptikum der...
Veröffentlicht am 6. Februar 2009 von Sommerzeit


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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die kleine Welt von Wischegrad als Spiegel der Weltgeschichte, 31. Juli 2009
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Am Anfang hat Gott die ganze Erde topfeben geschaffen, heißt es in einer der zahlreichen Erzählungen des vorliegenden Buches, damit sich die Menschen ohne große Schwierigkeiten von einem Ort zum nächsten bewegen können. Dann aber zerkratzte der Satan in seiner Missgunst die ganze Erdoberfläche, so dass Berge, Schluchten und Täler entstanden. Damit die Menschen sich auch weiterhin auf der Erde fortbewegen können, schenkte ihnen der Herr in seiner Gnade die Brücke, die neben dem Brunnen größte Gabe der Schöpfung an das Menschengeschlecht.
Von einer solchen Brücke, der Brücke über die Drina, handelt auch das vorliegende Buch. Entstanden ist die Brücke als Geschenk des weisen Wesirs Mechmet Pascha, der im 16. Jhdt. von den Türken aus seiner Heimat im Umkreis der Stadt Wischegrad verschleppt wurde. Unter unsäglichen Mühen und unter Einsatz schockierender Gewalt erbaut, wird sie mit der Zeit zum Symbol einer kosmopolischen balkanesischen Welt, in der die Angehörigen der moslemischen, christlichen und der jüdischen Bevölkerung friedlich nebeneinander auf der Kapija, der terrassenförmigen Mitte der Brücke, sitzen um ihren Kaffee zu trinken oder ihre Geschichten zu erzählen.
Diese Geschichten und Mythen der Menschen von der Drina machen einen Großteil des vorliegenden Buches aus. Es sind Sagen von eingemauerten Kindern, unglücklichen Liebespaaren, Helden und Halunken jeder Art, die alle mit der Brücke zu tun habe, sei es, dass sie die Brücke zerstören wollen, dass sich dort in der Nacht die Liebenden treffen oder die Bösewichter dort ihre schrecklichen Strafe erleiden.
Doch unmerklich gerät die Weltgeschichte in Bewegung und verändert die scheinbar so unverrückbare Welt von Wischegrad. Zuerst ziehen sich um 1700 die Türken aus Ungarn zurück, die regelmäßigen Einkünfte zum Unterhalt der Karawanserei entfallen, und die erste Ruine entsteht. Als nach 1800 die serbischen Aufstände gegen die Türkenherrschaft den Balkan erschüttern, erhält die Brücke ein Wache und bald verunzieren die Köpfe ermordeter Christen die Brücke über die Drina. 1878, nach dem Berliner Kongress, kommt Bosnien- Herzegowina und damit auch Wischegrad unter österreichisch-ungarische Verwaltung, und mit den gepflegten und agilen "Schwaben" ( ein Sammelbegriff für die Mitteleuropäer) zieht mit Macht die Moderne ein. Es entstehen Hotels, Eisenbahnen, Freudenhäuser, Spielkasinos, Straßenbeleuchtung und eine allgemeine Wehrpflicht. Die Schwaben und ihre rätselhaften Errungenschaften beschleunigen das Leben auf eine beunruhigende Weise, es wird leichter Geld verdient, aber auch verloren, die Jugend arbeitet nicht mehr auf den Feldern sondern geht auf das Gymnasium nach Sarajewo und kommt mit halbgaren Ideen von serbischer Freiheit nach hause.
Als nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajewo der Erste Weltkrieg ausbricht, ist es mit dem gedeihlichen Leben in Wischegrad entgültig vorüber. Die Stadt wird geräumt, die Brücke wird gesprengt, und die multikulturelle Eintracht an der Drina verschwindet im Orkus der Geschichte.
Es ist ein Roman zwischen Märchen und Tragödie, die Ivo Andric auf über 400 Seiten so erzählt, als säße er selbst auf einer wieder erbauten Kapija. Dutzende Geschichten aus vier Jahrhunderten werden zu einem west-östlichen Diwan verwoben, in dem es keine Schwarz-Weiß-Urteile gibt, sondern in denen jede Seite, die moslemische, die christliche und die jüdische ihr Recht erhält. Erst am Ende, als die Dinge nach der vielleicht etwas idealisierten guten alten Zeit, aus dem Ruder zu laufen beginnen, bezeiht das Buch Position - gegen den Nationalismus, der als eine Variante der menschlichen Eitelkeit erscheint, gegen die ideologisierte Jugend und die modernen Pseudointellektuellen, die jegliche Bodenhaftung zum Volk verloren haben. Der erste Weltkrieg, mit dem das Buch endet, verschlingt dann alles, ohne dass klar wird, in welche Richtung sich die Geschichte weiter entwickeln wird.
"Die Brücke an der Drina", in einer abgehobenen, poetisch ambitionierten Sprache erzählt wird, ist Literatur im besten Sinne. Der Roman unterhält und unterrichtet zugleich und wäre die ideale Lektüre für eine Reise nach Srebenitza, Banja Luka oder Sarajewo, wenn nicht dort die Entzweiung, die am Ende des Buches beschrieben wird, in extrem verstärkten Formen weiter leben würde. Denn mit der zerstörten Brücke von Mostar hat die Wirklichkeit die Literatur auf eine schreckliche Weise bestätigt und überboten.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben und Menschsein, 19. November 2003
In Andrics Buch „Die Bücke über die Drina" begleiten wir die Geschichte eines Bauwerkes, eben die jener Brücke bei Wischegrad. Sie beginnt schon im Jahre 1516 kurz vor ihrer im Jahre 1571 vollendeten Errichtung und endet im Jahre 1914 mit ihrer tragischen Teilzerstörung.
Die Brücke über die Drina verdankt ihre Existenz machtpolitischer Notwendigkeit. Sie erst hat das Eindringen des Osmanischen Reiches nach Mitteleuropa ermöglichen sollen. Auch die teilweise Zerstörung knapp vier Jahrhunderte später folgt derselben machtpolitischen Logik. Ziel war es, zum Schutz der zu Beginn des Ersten Weltkrieges bestehenden politische Struktur Mitteleuropas beizutragen. Beide Vorhaben sind gescheitert.
Nichts liegt nun näher, als zu vermuten, es handele sich bei der Brücke um ein rein politisches Bauwerk - das Gegenteil ist der Fall. Das Buch Andrics beschreibt vielmehr die Geschichte der Inbesitznahme dieser Brücke durch und für die örtlich ansässige Bevölkerung, die im Grunde nur eines will: Leben und Menschsein! Es war dabei einerlei, welcher Religion, welcher Volksgruppe man angehörte.
Der Leser begleitet so, über die verstreichenden Jahrhunderte hinweg, das Schicksal vieler verschiedener Menschen, in deren Leben eines gemeinsam ist: Die Brücke über die Drina. Wir lernen dabei eine unglückliche Braut, einen geheilten Spieler, eine tüchtige Hotelbesitzerin und einen leichtsinnigen Trinker kennen. Auch geistliche Würdenträger, seien es Popen, Mullahs oder Rabbiner begegnen uns über die Zeit hinweg mit ihrer Weisheit und ihren Schwächen. Stellvertretend stehen sie für all die anderen, welche Andrics Chronik mit Leben erfüllen.
Die Brücke, so unerschütterlich fest der Drina trotzend, stellt den ruhenden Pol, den Mittelpunkt und den Garanten des Zusammenlebens in einem dar. Nur der Leser weiß, daß sie gleichsam grausames Menetekel einer zukünftigen unseligen Zeit war - einer Zeit, in der mehr Brücken eingerissen, als neue geschlagen wurden.
Andric beschreibt in seinem Werk, was als Ursache und Wegbereiter für die noch immer andauernden großen Probleme der vergangenen neun Jahrzehnte angesehen werden kann: Das allgemeine Umsichgreifen politischer Ideen in den Köpfen derjenigen Menschen, welche nicht mehr mit Leib und Seele in ihrer Heimat verwurzelt sind.
Lest deshalb wie schön es war in dieser Region Europas, wenngleich als Spielball der Politik, so doch ein unpolitisches Leben geführt zu haben! Laßt die Geschichte der Menschen, welche in Wischegrad bis zur besagten Teilzerstörung der Brücke zusammengelebt haben, Vision für eine neue Zeit sein!
Das Buch ist ein Geschenk Andrics an die Menschheit. Er ist dafür zurecht 1961 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Am Menschlichen orientiert, 3. November 2007
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Andric Ivo, Die Brücke über die Drina, (1945), SZ Bibliothek, 2007

Andric stellt in seinem Buch die geschichtliche Entwicklung vom Mittelalter bis zum 1.Weltkrieg in Wischegrad an der Drina zwischen Bosnien und Serbien dar, und zwar macht er die Schilderung fest an der Brücke, wie sie unter dem Großwesir des Osmanischen Reiches, Mehmet Pascha Sokolis, in mühevoller und jahrelanger Arbeit gebaut wurde, wie sich die kleine Stadt daraufhin entwickelte, welche Bedeutung die Brücke im Bewusstsein der verschiedenen Generationen hatte und wie sie schließlich beim Ausbruch des 1.Weltkrieges gesprengt wurde. Man hat den Eindruck, dass Andric auf Chroniken und überlieferte Erzählungen zurückgreift, wenn er die Entwicklung zu verlebendigen versucht. Das fängt z.B. an mit der Schilderung der unmenschlichen Strapazen beim Brückenbau: Als einige Bauern versuchen, den Bau zu sabotieren, wird ihr Anführer gepfählt - diese Schilderung verlangt dem Leser schon einiges ab. Offensichtlich ist diese Pfählung also geschichtlich verbürgt und Andric vermag es, diesen Vorfall so konkret zum Leben zu erwecken, dass es einem wirklich nahegeht. Das Problem bei dieser Art des Vorgehens ist, dass viele Schicksale vorgeführt werden, die nur kurz geschildert werden können und die auch noch repräsentativ sein müssen, die Gefahr ist also, dass das Ganze eine Addition von relativ zusammenhanglosen Episoden wird und dass diese Episoden zum Zwecke der Repräsentation hergerichtet werden, also z.T. geglättet oder idealisiert werden müssen. Andric vermeidet diese Gefahr nur zum Teil: In der Tat muss man sich streckenweise durch die Fülle der Namen und Beschreibungen hindurcharbeiten, es fehlt eine verbindende Handlung, obwohl auch gesagt werden muss, dass die erzählerische Kraft enorm ist - Andric vermag sich visionär in die Schicksale einzelner Menschen und Situationen einzufühlen. Verbindend ist aber in erster Linie die Brücke mit ihrer faktischen und symbolischen Bedeutung - hier entfaltet sich die gesellschaftlich-wirtschaftliche Dynamik und hier ist der Treffpunkt der verschiedenen Generationen, die in ihrer jeweiligen Mentalität sichtbar werden. Interessanter wird die Lektüre, wenn Andric sich frühzeitig auf die Moderne konzentriert, die Zeit im letzten Viertel des 19.Jh. bis zum 1.Weltkrieg, also die Zeit im österreichisch-ungarischen Kaiserreich, hier tauchen dann auch zunehmend die gleichen Namen und Schicksale in den einzelnen Kapiteln wieder auf und gewinnen das Interesse des Lesers, z.B. das Schicksal des Ladenbesitzers Alihodscha, dessen Tod im letzten Kapitel (Sprengung der Brücke) im Mittelpunkt steht, oder das Schicksal der unternehmerischen, versierten jüdischen Hotelbesitzerin Lottika, die von der Dynamik der Verhältnisse schließlich überrollt wird und moralisch-psychisch zusammenbricht. Die Gefahr einer idealisierenden, repräsentativen Darstellung zeigt sich z.B. im 19.Kapitel, in dem die Zeit vor dem Ausbruch des 1.Weltkrieges geschildert wird. Inzwischen hat sich die Kaste der Intellektuellen (Studenten) herausgebildet, die in repräsentativer Weise über die gängigen Ideologien der Zeit um 1900 diskutieren: den Nationalismus mit rassistischen Anklängen und den Sozialismus. Zwei miteinander rivalisierende Freund-Feinde diskutieren miteinander, dabei sprechen sie absolut unrealistisch, es handelt sich um eine idealisierte, komprimierte Darstellung der jeweiligen Positionen, was das Ganze geistig anregend macht, aber dem Realismus abträglich ist.
In diesem Zusammenhang kann man sich Gedanken über Andrics eigene geistige Position machen. Er schreibt als auktorialer Autor und packt also seine ganze Lebenserfahrung als Intellektueller, Künstler und Politiker (Botschafter in Berlin bis 1941) und vor allem als Mensch in seinen Roman - was den Roman übrigens als relativ konventionell gemacht erscheinen lässt. Nichtsdestoweniger ist man durchaus bereit, dem Autor mit seinem tiefen Gefühl und weitem Horizont zu folgen. Dabei bleibt Andrics Haltung auch ambivalent, z.B. scheint er sich nicht zwischen der nationalistischen oder sozialistischen Position entscheiden zu können. Sein Lebenslauf selbst zeigt ihn einerseits als national denkenden Menschen, indem er sich in der Realität für Serbien und Jugoslawien einsetzte, andererseits als Sozialisten, indem er später der kommunistischen Partei Jugoslawiens beitrat. Interessanter ist, dass er sich im Roman eher grundsätzlich für eine dritte Position zu entscheiden scheint, die man etwa als konservativ und am Menschlichen orientiert bezeichnen könnte, wie sie durch den ganzen Roman hindurch sichtbar wird. Seine Sympathie gehört z.B. dem von allen gemiedenen und ignorierten Pessimisten Alihodscha, einem Vertreter der süßen Stille" der Türkenzeit, seine Skepsis richtet sich gegen die entfesselte Dynamik der Moderne, der Begierden und Ideologien:
"Alle diese stürmischen Wünsche und kühnen Worte unter nächtlichem Himmel, auf der Kapija, werden im Grunde nichts ändern; sie werden an den großen und dauernden Wirklichkeiten der Welt vorübergehen und sich dort verlieren, wo sich Wünsche und Winde beruhigen. Und wahrhaft große Menschen, wie auch große Bauwerke, sprossen immer dort hervor, wo ihnen der Ort nach Gottes Ratschluss bestimmt ist, unabhängig von leeren, vergänglichen Wünschen und menschlicher Eitelkeit." (328)
Prophetisch gehen dem sterbenden Alihodscha diese Gedanken durch den Kopf:
"Wer weiß, vielleicht werden diese Unmenschen, die mit ihrem Tun alles ordnen, putzen, ändern und zurechtmachen, um es sofort danach zu verschlingen und zu zerstören, sich über die ganze Erde verbreiten, vielleicht werden sie aus der ganzen weiten Welt ein wüstes Feld für ihr sinnloses Bauen und henkerisches Vernichten machen, eine Weide für ihren unersättlichen Hunger und ihre unfassbaren Gelüste? Alles kann sein, eines aber kann nicht sein: es kann nicht sein, dass die großen, mitfühlenden Menschen ganz und für immer verschwinden, die nach Gottes Gebot dauerhafte Bauwerke errichten, auf dass die Erde schöner sei und der Mensch auf ihr leichter und besser lebe. Würden sie verschwinden, dann hieße dies, dass Gottes Liebe auf Erden ausgelöscht und verschwunden sei. Das aber kann nicht sein." (422)
Es scheint, als ob Andric sich dieses Glaubens während des 2.Weltkrieges, als er sich von seinem Botschafterposten aus Berlin zurückzog, um seine Romane zu schreiben, vergewissern musste - und noch heute ist seine Botschaft mit Zustimmung zu lesen.
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40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Balkan - 1000 Meinungen und Wahrheiten, 11. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kurzum: Dieses Buch ist zurecht eines der Meisterwerke der Weltliteratur. Andric als "bosnischen Serben" zu bezeichnen, ist aber nur eine der vielen Meinungen und "Wahrheiten" die sich in den Rezensionen ebenso wiederspiegeln, wie im Buch selbst. Obwohl Kroate, war Andric ein Mensch der sich in erster Linie als eben dies sah: Als Mensch! Oftmals Ziel nationalkroatischer Kritiker, die ihm "Serbennähe" unterstellten, war er doch ein Mann der die südslawische Seele aller Balkanvölker verstand und dies in seinem Buch sehr gut zum Ausdruck brachte.
Vor allem Personen, die die tieferen Zusammenhänge des Balkans verstehen wollen, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Obwohl die Erzählungen zum Teil frei erfunden sind, so kommen sie der Wahrheit doch viel näher als es ein Geschichtsbuch je könnte. Von den ersten Türken am Balkan bis zum letzten Österreicher, von der Selbstfindung der Moslems bis zum nationalen Freiheitsdrang der Serben - wer die Antworten sucht, findet sie hier.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderschön erzählter Epos, 9. September 2010
Ich bin überrascht unten eine so negative Kritik gelesen zu haben - das Buch sei ein Propagandainstrument - , die zudem auch noch zumindest zeitlich falsch eingeordnet ist. (Wann das Buch verlegt wurde, weiß ich zwar nicht, aber fertig geschrieben hat er es um 1945. Da ihm der Literaturnobelpreis für sein Gesamtwerk 1961 zugesprochen wurde, muss es ja schon vor 1962 einer größeren Leserschaft zugänglich gewesen sein.)

Wie dem auch sei, ich habe nun viele verschiedene Leseerfahrungen zu dem Buch mitbekommen und kann sagen, es ist - wie mit vielen guten Büchern - ein solches, dass jedem Leser etwas unterschiedliches gibt. Mich hat berührt und begeistert, mit wieviel Wohlwollen sämtliche Figuren gezeichnet wurden. Selbst für am Anfang als widerlich empfundene Charaktere stellte sich, durch die Darstellung der inneren Handlung sämtlicher Figuren, für jede wenn nicht Sympathie, so doch zumindest Verständnis ein.

Dabei war für mich bemerkenswert, dass ich niemals das Gefühl hatte, bei dem umfangreichen Personal des Buches, die Orientierung zu verlieren. Durch die Konstante "die Brücke" wurde alles zusammengehalten und letztlich auch geordnet und mir war, als würde ich Teil einer großen Familiensage.

Die Konflikte habe ich mehr zwischen Orient und Okzident, als zwischen Bosniern und Serben empfunden. Weshalb ich der harschen Kritik unten nicht folgen kann. Das mag aber auch daran liegen, dass ich nicht entsprechend sensibilisiert bin.

Was mich aber auch in der Darstellung dieser Konflikte beeindruckte war eben, dass sie mir nicht parteiisch geschildert wurden. Eher fühlte ich mich als Beobachter, dem vom Erzähler so viel Informationen geboten wurden, dass mir keine Parteinahme möglich war.

Und der am tiefsten gehende Eindruck, den das Buch bei mir hinterlassen hat, war für mich die Schilderung des Endes der osmanischen Herrschaft auf dem Bosporus. Die Figuren waren mir letztlich ja alle ans Herz gewachsen, gerade auch der Hüter der Brücke, dem am Schluss das Herz gebrochen wird. So war ich auch ganz eingetaucht in die geschilderte muslimische "Leitkultur", da man ihren Beginn, ihre Blüte und ihren Niedergang ja anhand der Geschichte unmittelbar mitverfolgte.

Und die Ratlosigkeit, Orientierungslosigkeit und Entwurzelung, die es für die Charaktere mit sich brachte, plötzlich quasi über Nacht nicht mehr Teil des osmanischen Reiches zu sein, sondern Teil des "ungläubigen Abendlandes", abgeschnitten von der muslimischen Welt - wie das beschrieben wurde, das war für mich überwältigend. (Und bot auch interessante Parallelen zur Entwurzelung, die manch ein Bürger der ehemaligen DDR empfunden haben könnte.)

Gerade wegen dieser Effekte, das Verständnis was praktisch für jede handelnde Figur möglich gemacht wurde und für diese lebendige und nachvollziehbare Darstellung des Orients konnte ich das Buch gar nicht als propagandistisches Buch empfinden. Ich kann mir allerdings durchaus vorstellen, dass es für entsprechende Zwecke ausgenutzt werden konnte.

Also, dieses Buch bietet eine Menge - übrigens "Wesir und Konsuln", wie unten angesprochen wurde, ebenfalls. Mein Liebling bleibt zwar "Die Brücke über die Drina", aber mindestens das zweite lohnt sich zu lesen, nachdem man die Brücke durch und noch nicht genug hat.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "DAS" Buch über den Brückenschlag der Kulturen., 15. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Ivo Andric beschreibt mit der "Brücke über die Drinia" (orig. Na Drini Cuprija) die Möglichkeit, über eine "Brücke" mehrere Ethnien in einem Land zu verbinden. Das Originalwort "cuprija" ist türkischem Ursprungs und bedeutet dasselbe wie "most" (kroatisch!!) nämlich Brücke. Letzenendes scheint hier Ivo Andric den Konflikt schon gesehen zu haben, der sich im ehemaligen Jugoslawien ausbreitete. Dies vorwegzunehmen und gleichzeitig die Menschen, gleich welcher religösenZugehörigkeit, so treffend zu beschreiben, ist ein großer Verdienst dieses "serbischen Bosniers" oder besser Menschen. Leider scheint er heute in den ehemaligen Ländern Jugoslawiens vergessen zu sein, oder wohl eher unbeliebt. Hält er ihnen doch einen Spiegel ihrer Seele vor. Auch scheint er zu beschreiben, daß die Gemeinsamkeiten letztenendes größer sind als manche glauben wollen (sollen????). Und so kommt es zu dem unvermeidlichen Ende, an welchem alles, was jene Menschen noch verband, durch die Zerstörung der Brücke über die Drina ebenfalls zerstört wird. Was wollte uns Ivo Andric damit sagen???
Ich meine, daß dieses Buch eines der großen Werke des 20.Jahrhunderts und zugleich eine Liebeserklärung an die Menschen mit ihren vielfältigen Kulturen darstellt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absolutes Muss, 2. Oktober 2008
Ivo Andric hat nicht zu Unrecht den Literaturnobelpreis erhalten. Wer sich anhand eines Buches über die wechselvolle Geschichte des Balkan informieren möchte, der sollte zu Andric's "Die Brücke über die Drina" greifen. Im Mittelpunkt des literarischen Werkes steht eine Brücke, aus deren Sicht die Geschichte vom 16. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg betrachtet wird. Angesichts der Aktualität des neuen Balkankrieges in den 90-er Jahren (fast) eine Pflichtlektüre - die jedoch viel Lesevergnügen bereitet. Literarisch anspruchsvoll, wunderschöne Beschreibungen, viele kleine Begebenheiten, die zum Verständnis des Balkankonflikts beitragen. Kurzweilig trotz der Dicke des Buches. Absolut lesenswert.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es war möglich, 24. Juli 2004
Von 
Ivo Andric's "Brücke über die Drina" ist wie ein langer, langsam fliessender Fluss, der die Jahrhunderte durchmisst und zeigt, dass das Zusammenleben zwischen den Ethnien und Religionen möglich war und als Teil des Osmanischen Reiches leidlich funktionierte. Er verschweigt aber nicht, dass kleine Fremdheiten und leises Misstrauen schon immer mitspielten. Die Österreicher bringen noch die Administration, aber der Niedergang ist eingeläutet mit dem Verschwinden des alten und toleranten Reiches aus dem fernen Stambul.

Ganz nebenbei ist es ermutigend zu sehen, dass das Zusammenleben auf dem Balkan lange möglich war und es ist tröstlich angesichts der heutigen Kalamitäten.

Wie Andric das organisiert, in Worte fasst und uns vermittelt, das finde ich sehr gut. Der Roman gehört zum interessantesten und besten, was mir in die Finger geraten ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Drinabrücke: das Bindeglied nach Sarajewo, 9. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Brücke über die Drina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gibt es Wischegrad, dort wo Romanhandlung und Brücke angesiedelt sind, denn wirklich? Ein Blick in Verzeichnisse, Listen und Lexika bestätigt uns gleich mehrere Treffer: Berge und Burgen, Dörfer und Städte, darunter auch unsere in Bosnien-Herzegowina an der Drina gelegene, heute in der Schreibform "Višegrad" auftretende Kommune. Damit hat sich bereits auch unsere zweite Frage, nach der Authentizität des Flusses, erledigt. Und die Brücke? Die gibt es natürlich auch.

Die Geschichten, die sich um die Brücke ranken, sind allerdings der Kreativität, dem Einfühlungsvermögen sowie der literarischen Schaffenskraft des Ivo Andrić (1892-1975), jugoslawischer Schriftsteller und Nobelpreisträger (für Literatur), zu verdanken. Ähnlich wie der Amerikaner James Michener, doch in Stil und Ziel, in literarischem Gehalt sowie Bewegung und Beschreibung wiederum ganz anders, hangelt er sich von Generation zu Generation: von der Zeit des Baus der Brücke (16. Jahrhundert) bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs.

Ivo Andrić nimmt sich die Brücke zur Hauptperson. Das Buch (24 Kapitel) ist im Wesentlichen in - nicht als solche gekennzeichnete - zwei Teile gegliedert. Zunächst den Teil um Entstehung, Planung und Bau der Brücke. Dann machen die Erzählungen einen Sprung ins Jahr 1804. Hier, im zweiten Teil, erleben wir mit Fluss und Brücke die politischen Veränderungen des 19. Jahrhunderts, das hassliebende Nebeneinander der Religionen, die beginnenden Nationalismen der einzelnen Bevölkerungen in den Vielvölkerregionen diesen Teils des Balkans.

Ivo Andrić, der in Wischegrad seine Kindheit verbrachte, war in der Zeit, zu der er seinen Roman "Die Brücke über die Drina" schließen lässt, ein junger Mann. Das Buch findet sein Ende mit dem Ersten Weltkrieg und der Zerstörung der Brücke über die Drina. "So viele Jahre hatte er", der Hodscha, "mit ansehen müssen, wie sie die Hände nicht von der Brücke lassen: sie haben sie gepflegt, gereinigt, die Fundamente ausgebessert, die Wasserleitung herübergelegt, elektrisches Licht auf ihr angebracht, und dann haben sie", die Österreicher, "sie eines Tages in die Luft gesprengt, als sei sie ein Fels in den Bergen und kein Vermächtnis, keine Stiftung und keine Schönheit."

Die Geschichten beginnen mit Mechmed Pascha Sokoli, dem von Janitscharen entführten Jungen, inzwischen als Großwesir bei den Türken Ansehen, Macht und Reichtum erlangt. In Erinnerungen an seine Kinderzeit, kommen immer wieder Bilder der alten Heimat und dem Fluss ins Blickfeld seiner Träume. Mechmed Pascha Sokoli war es, der den Bau der Brücke anordnete. Wir lernen kennen: den Baumeister Tosun Effendi, den Chef der Steinmetze Antonio aus Ulzinj, den Vorarbeiter Abidaga. Soziale Verwerfungen (was damals hieß: Fronarbeit) und wirtschaftliche Veränderungen (was damals hieß: Preissteigerungen im Nebel von seinerzeit noch nicht nachvollziehbarer volkswirtschaftlichen Regeln und Gesetze) brachten Unruhe in Stadt und Region. Radisaw, einer der zur Arbeit gepressten, stachelte die Fronarbeiterschaft auf zu Sabotageakten rund um den Brückenbau. Dem Abidaga blieb dies nicht lange verborgen. Die Strafe war den damaligen Zeiten entsprechend grausam.

Als später herauskam, wie Abidaga die Arbeiter ausbeutete, wie korrupt er war und große Teile der Zahlungen des Stifters Pascha Sokoli - die für Entlohnung und Verpflegung gedacht waren - in seine eigene Tasche strich, folgte die Verbannung nach Anatolien. Seinen Harem durfte Abidaga mitnehmen. Gleichheit und Gerechtigkeit im osmanischen Rechtswesen jener Tage.

Es folgt der schon erwähnte Zeitsprung ins 19. Jahrhundert. Wir lernen kennen: den alten Jelisije, den Waisenjungen Mile aus Lijeska, den reichen Mustajbeg Hamsitsch mit seinen Kindern, von denen sich Fata, eine der Töchter, noch kurz vor der Hochzeitsnacht von der Brücke in die Drina stürzte. Und weitere aus dem bunten Nationalitätenreigen von Bosniern, Serben, Kroaten, Türken und Österreichern, aus dem Religionsreigen von katholischen und orthodoxen Christen, von Moslems und von Juden. Ausschreitungen und böse Gewalt aus allen Richtungen, versöhnliches und friedliebendes aus ebenso allen Richtungen. Von Andrić wird keine Gruppe der jugoslawischen Vielfalt verunglimpft, diskriminiert oder über - oder unter - eine der jeweils anderen gestellt.

Für das, was im jugoslawischen Teil des Balkans in den 1990er Jahren hochkochte und dann explodierte, hätte Ivo Andrić sicherlich kein Verständnis aufbringen können. Um so schlimmer, dass man in den neuen, immer noch fragilen südslawischen Staaten heute versucht, das literarische Erbe des Nobelpreisträgers für die jeweils eigene Seite, gegen die jeweils anderen Seiten, zu nutzen bzw. zu Felde zu führen: in neuen länderübergreifenden Auseinandersetzungen kleingeistiger Kulturpolitiker. "Für Nationalismus jeglicher Couleur hatte Andric nie etwas übrig", so Doris Akrap im August 2011 in der taz.

"Alle erfrischen sich mit noch einem Raki und einem Kaffee und vergessen dabei die Wirklichkeit, um sie leichter zu ertragen. Alle sprechen sie leichter und freier, und allen kommt irgendwie zum Bewusstsein, dass es im Leben noch andere, menschlichere und frohere Dinge gibt als diese Finsterheit", das deutsche Wort heißt 'Finsternis', lieber Übersetzer, "Furcht und menschenmordende Schießerei." Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Was vom Tage übrig blieb ist eine beabsichtigte Verfilmung, der sich Emir Kusturica ("Papa ist auf Dienstreise"), der Cannes-Gewinner von 1985, annehmen will. Ob die Idee gut ist?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend in Form und Inhalt, 21. Januar 2013
Von 
Beatrice Berger (Oberfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Brücke über die Drina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Daß in den Rezensionen und Kommentaren zu diesem Buch ernsthaft und vehement um die Frage gefochten wird, ob Ivo Andric, der sich als bekennender Jugoslawe verstand, nun Kroate oder ein von den Kroaten zu Unrecht vereinnahmter Nichtkroate war, wäre zum Lachen, wenn man nicht lieber über so etwas weinen würde.

Allerdings, so ganz neutral im Sinne des allgemein-humanen ist diese umfängliche Schilderung des Lebens und Wesens rund um die Brücke bei Visegrad nicht. Nicht nur, dass die Österreicher nicht besonders gut wegkommen (weder bei der Übernahme der Verwaltung in Bosnien noch beim Umgang mit ihren Untertanen serbischer Volkszugehörigkeit im Anschluss an die Schüsse in Sarajewo), ich meine insgesamt, dass Andric, an keiner Stelle plump, dogmatisch oder gar doktrinär, seinen Leser ein eine bestimmte Richtung steuern möchte (eine ausgewogene, von der Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz mehrerer Welten und Weltanschauungen nebeneinander geprägte), aber er macht das mit einer meisterlichen Subtilität, die ihresgleichen so schnell nicht findet.

Die Erzählung ist an keiner Stelle langatmig oder langweilig, sie ist aber auch nicht geistreich-spritzig oder gar humoristisch, sondern zieht so großartig und unbeeindruckt ihrer Wege wie die grünen Fluten der Drina, die die Pfeiler der Hauptperson umspülen.

Ivo Andric erzählt die Geschichte der Brücke von ihrem Bau im 16. Jahrhundert (die Schilderung der Hinrichtung eines Brückenbausaboteurs im ersten Viertel der Geschichte ist etwas heftig), das Schicksal von Brücke und Region Visegrad während der Konstituierung des Königreichs Serbien und der österreichischen Herrschaft über Bosnien, des Rückzugs des osmanischen Reiches (die zu einem sich-abgeschnitten-Fühlen der bosnischen Moslems führte) bis zur Zerstörung der Brücke im Jahre 1914. Das Buch hat keinen menschlichen Protagonisten (Alihodza, der diese Rolle noch am ehesten ausfüllen könnte und dessen Tod das Ende des Buches markiert, tritt auch erst ungefähr in der Hälfte auf), sondern nur einen sächlichen: die Menschen und ihre kleinen, in Einzelepisoden geschilderten und in ihre Zeit geworfenen Geschichten sind unbedeutend und werden auch so geschildert: als beiläufig und vergänglich angesichts der steinernen Monumentalität der beinahe Unverwundbaren...

Eine Anmerkung am Rande: der von vielen Reiseführern wiedergegebenen Behauptung, moslemische Frauen auf dem Balkan hätten traditionell keinen Schleier getragen, widerspricht Andric ziemlich genau in der Mitte des Buches ganz deutlich. Und warum hätte er (da er die Frage zur Antwort bzw. die Bedeutung der Frage nicht einmal kannte) in diesem Punkt etwas Unzutreffendes erzählen sollen?
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Die Brücke über die Drina: Roman
Die Brücke über die Drina: Roman von Ivo Andric (Gebundene Ausgabe - 7. März 2011)
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