Kundenrezensionen


19 Rezensionen
5 Sterne:
 (13)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


48 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mankells bester und dichtester Afrika-Roman -eine Geschichte über die Zerstörungskraft des Kolonialismus
Henning Mankell hat nach eigenen Angaben in der Vorbemerkung zu diesem absolut bemerkenswerten Buch über 25 Jahren an diesem Werk geschrieben, und er hält die lange Zeit für eine der Erklärungen, warum dieser beeindruckende und bewegende Roman über die Zerstörungskraft des Kolonialismus so kurz werden konnte. Auf ca. 260 Seiten schildert...
Veröffentlicht am 10. Februar 2007 von Winfried Stanzick

versus
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seelen sind tiefgründig und verschieden
Die einladende Beschreibung des Buches deckt sich für mich nicht mit dem tatsächlichen Inhalt. Als Unterhaltungslektüre ist das Buch nicht zu verstehen. Abschnittsweise eher anstrengend zu lesen und schwer nach zu empfinden. Für mich befanden sich die Figuren in einer völlig fremden Welt. Ich zähle mich zur Fan-Gemeinschaft von Henning...
Veröffentlicht am 11. Februar 2011 von efra


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

48 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mankells bester und dichtester Afrika-Roman -eine Geschichte über die Zerstörungskraft des Kolonialismus, 10. Februar 2007
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Henning Mankell hat nach eigenen Angaben in der Vorbemerkung zu diesem absolut bemerkenswerten Buch über 25 Jahren an diesem Werk geschrieben, und er hält die lange Zeit für eine der Erklärungen, warum dieser beeindruckende und bewegende Roman über die Zerstörungskraft des Kolonialismus so kurz werden konnte. Auf ca. 260 Seiten schildert Mankell in diesem, in Schweden schon 1998 erschienenen Roman, die Geschichte einiger Menschen, Schwarze und Weiße, die durch ihr Lebensschicksal miteinander verbunden sind.

Der weiße Siedler Dom Estefano und seine Frau Elvira, ihr langjähriger Diener Felisberto, der zeitweise auch der Liebhaber von Elvira ist, Felisbertos Familie in dem Dorf, in das er während der Revolution zurückkehrt, aber auch die jeweiligen Vorgeschichten der beschriebenen Romanfiguren.

Mankell erzählt in einer sensiblen, poetischen Sprache, die erfüllt ist von dem unsäglichen Leid und der unbeschreiblichen Schönheit Afrikas, der Liebe zu diesem Land und seinen Menschen, aber auch von dem Wissen um die Zerstörung, die der Kolonialismus und der Rassismus an den Seelen von Weißen und Schwarzen verübt hat. Und es gelingt ihm tatsächlich, auf knappem Raum mit den Lebensgeschichten seiner Figuren so etwas zu formulieren wie eine Kolonialgeschichte Afrikas, die gleichzeitig so etwas ist wie eine Psychohistorie von Afrikas Seele. Eine Seele, die nicht auszurotten ist, die weiterlebt, und die in diesem Buch die Stimme von Samima hat, einer längst verstorbenen, alten, weisen Frau, die für das Leben der Schwarzen eine fast religiöse Bedeutung hat. An einer Stelle beschreibt Mankell Samimas Wahrnehmung und fasst damit zusammen, was ihn selbst bewegt:

"Durch Samina strömte ein rasender Strom von Schmerz. Sie dachte an all das Unrecht, das ihren Kontinent und ihr Land so unbegreiflichen Qualen ausgesetzt hatte. Die Muskeln spannten sich unter ihrer mageren Haut, wo die Adern wie Fahrwasser auftauchten, die sie in die Tiefe der Erinnerung führte, die sie mit allen anderen teilte, die Erinnerung an den geschundenen Kontinent, auf dem sie gelebt hatte. Aus der Erinnerung, die eigentlich eine Landschaft war, holte sie Bilder, auf denen verzweifelte Sklavenkarawanen vorbeizogen. Sie sah die ersten weißen Männer ankommen und wie sie begannen ihre Pest und ihren Tod und ihre Gier um sich her zu verbreiten. Sie sah ihren Kontinent, wie er war, ein verletzter Büffel, der sich ständig, unaufhörlich aufs neuen wieder erhob, sich hartnäckig weigerte zu sterben. Und Samima dachte, das Geheimnis sei einfach, daß Afrika immer des schwarzen Mannes Last und des weißen Mannes Rettung gewesen war. In all den Jahren, die sie gelebt hatte, hatte sie diese Horden von Weißen gesehen, die aus allen Richtungen gekommen waren, mit ihren Traktaten und Schnurrbärten, mit ihrer Gier und ihren Göttern und Kassenbüchern. Sie hatten getötet und gewütet, und obwohl jetzt andere Zeiten waren, hatten sie die Erde mit ihren Untieren vergiftet."

Die Gegenwart des Buches spielt in der Hafenstadt eines afrikanischen Landes, wenige Wochen bevor diese Stadt als letzte Bastion der Weißen von den revolutionären schwarzen Aufständischen eingenommen wird.

Die einfachen Menschen wie Felisberto vertrauen darauf, daß die Revolutionäre schon wissen, was für die Menschen gut ist und träumen von einem Leben im Paradies. In einem Gespräch mit der Eisverkäuferin Lekula sagt er: "Freiheit muß bedeuten, daß niemand mehr zu arbeiten braucht." Doch Lekula ist realistisch: "Für solche wie uns, ist es trotz allem das wichtigste zu wissen, wann wir jubeln und wann wir nicht jubeln sollen. Das ist eine alte Wahrheit, die sich nie ändern wird."

Henning Mankell neues, in Wahrheit schon 8 Jahre altes Buch, ist ein wunderbares Stück Poesie zu einem traurigen Thema. Afrika, wo Mankell seit Jahrzehnten die Hälfte des Jahres verbringt, lässt ihn einfach nicht los, und je älter er wird, desto zorniger wird. In "Kennedys Hirn", einem vor zwei Jahren erschienenen Roman wird das ganz deutlich. Es empfiehlt sich, beide Romane nacheinander zu lesen.

Dieses Buch jedenfalls ist Mankells bester und dichtester Afrikaroman.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichten aus Mosambik, 28. März 2007
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Tod ist in Mosambik, wo ca. 20 Jahre lang Bürgerkrieg herrschte, allgegenwärtig. Allerdings zeigt er meist ein anderes Gesicht als in Mankells gewalttätigen, kalten Nordkrimis. Seit Jahren verbringt der Schriftsteller viel Zeit in seiner Wahlheimat Maputo, der Hauptstadt Mosambiks. Etliche Bücher, die den afrikanischen Kontinent und seine Menschen zum Thema haben, hat er bereits geschrieben. Auch dieses ist nicht neu, erscheint aber zum ersten Mal in deutscher Sprache.

Virtuos vermischt er Tradition und Moderne, Vergangenheit und Gegenwart.

Er beschreibt die bittere Realität von Menschen, die meist nicht lesen und schreiben können, aber über einen reichen Schatz von mündlich überlieferten, magischen und schicksalsschweren Geschichten verfügen. So flüchten sie sich oft und gerne in Träume, wenn die Realität in einem der ärmsten Länder der Welt unerträglich wird. Der Roman ist denn auch eher eine Ansammlung von locker verknüpften Kurzgeschichten geworden, die uns auf den dunklen Kontinent mitnehmen. Mankell geht mit uns im Geiste auf eine Reise, die viele von uns in der Realität vermutlich nicht wagen würden. Er ist ein guter Reiseführer.

Mankell-Krimi-Fans seien aber gewarnt - in Afrika scheint Mankell ein ganz anderer zu sein. Diese Geschichten haben einen anderen Herzschlag und folgen anderen Wegen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter Afrika-Roman, 21. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Taschenbuch)
Henning Mankell wurde vor allem durch seine Krimis rund um Kommissar Wallander bekannt. In letzter Zeit handeln seine Bücher immer mehr von seinem Lieblingsland Afrika. Nun ist ,laut Verlag, das persönlichste Afrika Buch von Mankell erschienen: 'Die flüsternden Seelen'. Felisberto, ein alter Afrikaner, sitz an einem Feuer und erzählt von seiner weit verzweigten Familie. Über Zeca, dem Hinkenden, der einen Pfeil schmieden kann mit dem man den Teufel töten kann, aber auch über die alte Stammesmutter Samiar, deren Geist immer noch über allen weht. Aber er erzählt nicht nur von Afrikanern, sondern auch von weißen Menschen, bei denen er als Diener gearbeitet hat.Dass dieser Roman ein sehr persönlicher ist, zeigt sich schon daran, dass Mankell durchgehend aus der Ich-Perspektive schreibt. Zwischen den Zeilen kann man auch immer wieder die Liebe Mankells zu diesem Land lesen, indem man seinen detailgenauen Erzählungen folgt.

Mankell schreibt über den Tod, über die Toten, die mit ihren Seelen immer unter den noch Lebenden verweilen, aber auch über die Kolonalisierung in Afrika und die Weißen Menschen, die ins Land kamen.

Auch wenn dieser Mankell-Roman interessant geschrieben ist, zieht er sich an manchen Stellen etwas hin und kann nicht so sehr begeistern wie zum Beispiel 'Der Chronist der Winde'. Alles in allem eine gute Leistung, die Mankell mit diesem Roman abgeliefert. Er ist nicht nur für Mankell- und Afrika-Fans absolut lesenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mankells bester und dichtester Afrikaroman von Axel Milberg brillant gelesen- über die Zerstörungskraft des Kolonialismus, 30. Juni 2008
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen (Audio CD)
Henning Mankell hat nach eigenen Angaben in der Vorbemerkung zu diesem absolut bemerkenswerten Buch über 25 Jahren an diesem Werk geschrieben, und er hält die lange Zeit für eine der Erklärungen, warum dieser beeindruckende und bewegende Roman über die Zerstörungskraft des Kolonialismus so kurz werden konnte. Auf ca. 260 Seiten schildert Mankell in diesem, in Schweden schon 1998 erschienenen Roman, die Geschichte einiger Menschen, Schwarze und Weiße, die durch ihr Lebensschicksal miteinander verbunden sind.

Der weiße Siedler Dom Estefano und seine Frau Elvira, ihr langjähriger Diener Felisberto, der zeitweise auch der Liebhaber von Elvira ist, Felisbertos Familie in dem Dorf, in das er während der Revolution zurückkehrt, aber auch die jeweiligen Vorgeschichten der beschriebenen Romanfiguren.

Mankell erzählt in einer sensiblen, poetischen Sprache, die erfüllt ist von dem unsäglichen Leid und der unbeschreiblichen Schönheit Afrikas, der Liebe zu diesem Land und seinen Menschen, aber auch von dem Wissen um die Zerstörung, die der Kolonialismus und der Rassismus an den Seelen von Weißen und Schwarzen verübt hat. Und es gelingt ihm tatsächlich, auf knappem Raum mit den Lebensgeschichten seiner Figuren so etwas zu formulieren wie eine Kolonialgeschichte Afrikas, die gleichzeitig so etwas ist wie eine Psychohistorie von Afrikas Seele. Eine Seele, die nicht auszurotten ist, die weiterlebt, und die in diesem Buch die Stimme von Samima hat, einer längst verstorbenen, alten, weisen Frau, die für das Leben der Schwarzen eine fast religiöse Bedeutung hat. An einer Stelle beschreibt Mankell Samimas Wahrnehmung und fasst damit zusammen, was ihn selbst bewegt:

"Durch Samina strömte ein rasender Strom von Schmerz. Sie dachte an all das Unrecht, das ihren Kontinent und ihr Land so unbegreiflichen Qualen ausgesetzt hatte. Die Muskeln spannten sich unter ihrer mageren Haut, wo die Adern wie Fahrwasser auftauchten, die sie in die Tiefe der Erinnerung führte, die sie mit allen anderen teilte, die Erinnerung an den geschundenen Kontinent, auf dem sie gelebt hatte. Aus der Erinnerung, die eigentlich eine Landschaft war, holte sie Bilder, auf denen verzweifelte Sklavenkarawanen vorbeizogen. Sie sah die ersten weißen Männer ankommen und wie sie begannen ihre Pest und ihren Tod und ihre Gier um sich her zu verbreiten. Sie sah ihren Kontinent, wie er war, ein verletzter Büffel, der sich ständig, unaufhörlich aufs neuen wieder erhob, sich hartnäckig weigerte zu sterben. Und Samima dachte, das Geheimnis sei einfach, daß Afrika immer des schwarzen Mannes Last und des weißen Mannes Rettung gewesen war. In all den Jahren, die sie gelebt hatte, hatte sie diese Horden von Weißen gesehen, die aus allen Richtungen gekommen waren, mit ihren Traktaten und Schnurrbärten, mit ihrer Gier und ihren Göttern und Kassenbüchern. Sie hatten getötet und gewütet, und obwohl jetzt andere Zeiten waren, hatten sie die Erde mit ihren Untieren vergiftet."

Die Gegenwart des Buches spielt in der Hafenstadt eines afrikanischen Landes, wenige Wochen bevor diese Stadt als letzte Bastion der Weißen von den revolutionären schwarzen Aufständischen eingenommen wird.
Die einfachen Menschen wie Felisberto vertrauen darauf, daß die Revolutionäre schon wissen, was für die Menschen gut ist und träumen von einem Leben im Paradies. In einem Gespräch mit der Eisverkäuferin Lekula sagt er: "Freiheit muß bedeuten, daß niemand mehr zu arbeiten braucht." Doch Lekula ist realistisch: "Für solche wie uns, ist es trotz allem das wichtigste zu wissen, wann wir jubeln und wann wir nicht jubeln sollen. Das ist eine alte Wahrheit, die sich nie ändern wird."

Henning Mankell neues, in Wahrheit schon 8 Jahre altes Buch, ist ein wunderbares Stück Poesie zu einem traurigen Thema. Afrika, wo Mankell seit Jahrzehnten die Hälfte des Jahres verbringt, lässt ihn einfach nicht los, und je älter er wird, desto zorniger wird. In "Kennedys Hirn", einem vor zwei Jahren erschienenen Roman wird das ganz deutlich. Es empfiehlt sich, beide Romane nacheinander zu lesen.

Dieses Buch jedenfalls ist Mankells bester und dichtester Afrikaroman.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seelen sind tiefgründig und verschieden, 11. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Taschenbuch)
Die einladende Beschreibung des Buches deckt sich für mich nicht mit dem tatsächlichen Inhalt. Als Unterhaltungslektüre ist das Buch nicht zu verstehen. Abschnittsweise eher anstrengend zu lesen und schwer nach zu empfinden. Für mich befanden sich die Figuren in einer völlig fremden Welt. Ich zähle mich zur Fan-Gemeinschaft von Henning Mankell, aber dieses Buch hat mich nicht erreicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie beschrieben.Zustand sehr gut. Wie neu!, 6. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie neu.Gebraucht, aber kaum zu merken.
Nun zum 3.x gelesen.Immer wieder merkt man ,wie gut Mankell schreibt.
Es gibt nichts Langweiliges,langartmig,im Gegenteil.Ein Tempo in Themen ,Worten ,Personen,...,wofür man
schon ein Buch schreiben kann,pro Person, Thema,usw.;es fällt auf , daß die Beteiligten dann doch lieber wieder
in Afrika sind ,oder zu Hause,als im kalten Norden.
Es ist schon wärmer dort.Am Feuer,draußen,in der Nacht.
Das Alles in so ein kleines Buch zu kriegen, ist schon genial.6 Sterne.Und 7. ,weil das Buch keine 1000 Seiten hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen da fehlen einem die worte..., 14. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
einfühlsam, versponnen, wortgewaltig.
wer zu depressionen neigt, sollte dieses buch nicht lesen.
wer nicht zu depressionen neigt, wird sie danach haben.
wenn ich dieses buch zu ende gelesen habe, brauche ich dringend eines, das imstande ist, mich zu erheitern.
selbstverständlich hätte dieses buch 5 sterne verdient. dass ich nur vier vergebe liegt daran, dass ich es immer wieder zur seite gelegt habe, um mich zu erholen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es flüstern die Chronisten des afrikanischen Zaubers, 23. Februar 2007
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieser Mankell-Roman stellt in faszinierender und komprimierter Form den Kontinent Afrika hinsichtlich seiner Erlebenswelt dar.

Immer wieder neue Facetten dieses Erdteils werden zu einem dichten Teppich verwoben, auf dem es sich zu träumen und zu sinnieren lohnt.

So werden mal Kriege und Gewalt, dann wieder Hunger und Armut, dann wieder Ausbeutung und mangelhafte Bildung, und ein anderes Mal der Kinderreichtum und die Kolonialzeit als Hauptmotiv eingebracht.

So entsteht ein bunter, vielseitiger Erzählstoff, der neben der Hauptfigur Samima um so zauberhafte Namen kreist, wie zum Beispiel Legendo, Kiko, Sakina, Deolinda, Laurinda, Felisberto oder Madjohe.

Nahtlos webt Mankell Glaube, Zauber, Vergangenes, Träume und Gegenwart ineinander und läßt die Grenzen zerfliessen zwischen den einzelnen Erzählsträngen.

Auch wenn der Satz "In Afrika ist das Leben noch möglich"(S.27) allzu pathetisch klingt, werden immer wieder schöne, kraftvolle Sätze in das Buch eingeworfen, die die Seele Afrikas erfahrbar machen. "Wir leben, um das Leben anzulocken..." (S. 148); "Doch der Tod erlaubte kein Gepäck" (S: 75); "Plötzlich war er von Menschen umgeben, die ganz einfach keine Zeit zum Grübeln hatten. Trotz der fürchterlichen Armut war er von lachenden Menschen umgeben und kaum von jener Düsternis, die seinen Erfahrungen zufolge das einzig Natürliche gewesen wäre." (S. 184)

Neben diesen sinnreichen Textauszügen ist ein Höhepunkt des Buches auch das Gedicht von Zeca, das mit den Zeilen schließt: "Du trägst den Tag direkt aus der Sonne, direkt aus der Nacht, um die afrikanische Stadt noch einen Tag zu ernähren." (S. 142)

Mankell versteht es in die Magie Afrikas in ausgesprochen lyrischer Weise zu vermitteln; hingegen sind manche Textpassagen und Sätze oftmals zu knapp und verlieren durch die wenig romanhafte Erzählweise an poetischem Klang. Hier wäre mehr Ausspinnen des Erzählstranges gut gewesen.

Ansonsten aber ein wunderschöner Erzählstoff, der die Komplexität der Geschichte, Tradition und Gegegenwart Afrikas sowie des grenzenlosen Glaubens an Magie, Glauben, Zauber und Realität aufgreift und in diversen Nuancen auszumalen versteht.

Wer diesen Roman liest, wird lange Zeit den flüsternden Stimmen des afrikanischen Zaubers neu lauschen und überrascht sein, wie gefühlvoll ein Kriminalautor das Afrika-Seelen-Leben darzustellen vermag.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen afrikanische Blickwinkel, 4. März 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Taschenbuch)
Es wird sicher keinem Europäer je wirklich gelingen, die Welt aus den Augen einer schwarzen Afrikanerin oder eines schwarzen Afrikaners zu sehen. Doch Henning Mankell gelingt es zumindest, uns in die Nähe zu bringen.

Die verschiedenen, teils sehr skurillen Figuren und Ihre Geschichten lassen uns schmunzeln, aufhorchen, erschaudern und erschrecken. Vor allem aber lassen sie uns über unsere europäische ach so aufgeklärte Denkweise nachgrübeln.

Die brilliante fast lyrische Wortwahl und die eindringliche Art uns mit den oft dramatischen Schicksalen der durch den Kolonialismus aus Ihrer Welt gerissenen Menschen zu konfrontieren, entwicklt beim Leser die Kontraste zwischen dem uns oft vorschwebenden romantisch wilden Afrika und der grausamen, durch unsere Gier entstandenen Realität.

Es bleibt trotz der vielen düsteren Schiksale ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft des schwarzen Kontinents.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch um den afrikanischen Kontinent kennenzulernen, 10. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die flüsternden Seelen: Roman (Taschenbuch)
Ich habe hier in München anlässlich des Literaturfestivals Hennning Mankell als engagierten Verfechter des Anti-Kolonialismus
kennengelernt. Die hier vorgelesenen Passagen aus dem Buch haben mich zum Kauf veranlasst.
Poetisch, fast märchenhaft, wird dem Leser der afrikanische Kontinent nahegebracht, nicht ohne die Wut über die Dinge
zu verbergen, die der Kolonialismus kaputtgemacht hat. Unbedingt lesenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die flüsternden Seelen: Roman
Die flüsternden Seelen: Roman von Henning Mankell (Gebundene Ausgabe - 3. Februar 2007)
EUR 21,50
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen