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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvoll, beklemmend
Drakulic' Buch betrachtet vor allem Täterfiguren des Kriegs in Kroatien und Bosnien, die in den Prozessen von den Haag zu Gericht stehen oder gesucht werden: den kleinen Mitläufer, der aus Angst um das eigene Leben tötet, die hetzerische Politikerin, die Armeeführer. Die Geschehnisse in Haag werden mit den Ereignissen im Krieg verflochten, die die...
Am 27. Juni 2005 veröffentlicht

versus
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend
Ich persönlich finde das Buch wirklich enttäuschend, realitätsfern und nicht authentisch.
Ein solches Thema darf man nicht auf Spekulationen basierend schreiben und Gefühle kann man wohl erst nach ausgiebíger Recherche darstellen, was hier nicht passiert ist.
Meiner Meinung nach einfach ein "aktuelles" Thema aufgefasst und schlecht...
Veröffentlicht am 4. Januar 2009 von plema


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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvoll, beklemmend, 27. Juni 2005
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Drakulic' Buch betrachtet vor allem Täterfiguren des Kriegs in Kroatien und Bosnien, die in den Prozessen von den Haag zu Gericht stehen oder gesucht werden: den kleinen Mitläufer, der aus Angst um das eigene Leben tötet, die hetzerische Politikerin, die Armeeführer. Die Geschehnisse in Haag werden mit den Ereignissen im Krieg verflochten, die die Autorin meistens sehr überzeugend aus Gesprächen, Zeitungsmeldungen und Zeugenaussagen in eine Erzählung verwandelt.

Einer der Höhepunkte etwa ist die kurze, aber fürchterlich beklemmende Beschreibung des schicksalhaften Zusammentreffens von Ratko Mladic und dem niederländischen UNO-Truppenkommandanten, kurz vor dem Massaker von Srebrenica, basierend auf einem Video. Etwas weniger überzeugend ist das, wenn ihre Prosa in reine Spekulation abgleitet - wer was wann gedacht oder gefühlt hat, überhaupt wenn es sich um Angeklagte auf der Flucht oder um Tote handelt, kann sie kaum wissen. Ein etwas schaler Beigeschmack bleibt auch bei der Erzählung über den reuigen Srebrenica-Mittäter Drazen Erdemovic, dessen widersprüchliche Zeugenaussagen in diversen Prozessen unerwähnt bleiben. Dass er nach dem Kampf für so ziemlich alle Parteien des Bosnienkrieges noch immer als im Grunde netter Kerl geschildert wird, der halt zur falschen Zeit am falschen Ort war, löst auch etwas Kopfschütteln aus.

Das Buch ist daher wohl nicht als Reportage zu verstehen, sondern eher als Sammlung von "realitätsbasierten Erzählungen".

Die Autorin geht erfreulicherweise mit der bis heute nichtexistenten Vergangenheitsbewältigung der Kroaten (wonach es überhaupt keine kroatischen Kriegsverbrechen gab und selbst die übelsten Mörder Helden des Vaterlands sind) genauso hart ins Gericht wie mit der wehleidigen Opferpropaganda in Serbien.

Nach all dem Irrsin wirkt dann die schlussendliche Beschreibung des Lebens im Gefängnis in Haag umso bizarrer; Drakulic bleibt trotz oder wegen ihrer so intensiven Beschäftigung auf die Frage nach dem "warum" nur die Antwort "für nichts".

Wer sich für Tragödie am Balkan der 1990er-Jahre interessiert, wird an diesem Buch nicht vorbeikommen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschreckend, 30. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Slavenka Drakulic hat ein beeindruckendes Buch geschrieben über Menschen die zu Monstern wurden. Als Aufhänger nimmt sie die Prozesse in Den Haag und Kroatien, die sie teilweise beobachtet hat. Ihre Eindrücke und Schilderungen über diese Menschen sind sehr eindringlich beschrieben. An manchen Stellen hat man jedoch das Gefühl, dass sie zuviel reininterpretiert, teilweise sogar Sätze formuliert, die die Verbrecher im Kopf hatten. An diesen Stellen merkt man dann doch die Literatin, vor allem wen sie über Gespräche zwischen Mladic und seiner Tochter berichtet, über Gedanken der selbigen vor ihrem Selbstmord. Dies wirkt manchmal konstruiert da mir da, im Gegensatz zum Anfang des Buches, das persönliche Beobachten der Personen fehlt. Mladic ist ja bekanntlich flüchtig.

Schön, dass es doch noch Menschen in Ex-Jugoslawien gibt, die ihre jüngste Vergangenheit reflektieren. Dies sollte viel stärker stattfinden, damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen Gewaltexzessen kommt. Traurig ist, dass sie in Kroatien ob ihrer Aufrichtigkeit in diesem Buch sehr angefeindet wird. Den Menschen fällt es schwer mit den durch ihre Landsleute verübten Gräueln umzugehen. Man war immer nur "böse" weil es die anderen auch waren.

Solche Literatur sollte Pflicht für alle Schüler auf dem Balkan werden.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nachdenklich stimmend, wenn auch oft nicht authentisch, 12. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Slavenka Drakulic schildert berichtsartig einzelne Verhörsituationen vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag.
Dabei wird nach der sächliche Schilderung ziemlich flott versucht, ein Bild von dem Menschen hinter der Anklagebank zu zeichnen - und manches Mal merkt man, dass die Autorin sonst eher Romane schreibt.

Nichtsdestotrotz bekommt man bei einigen, bei aller Phantasie dennoch sehr realistischen Geschichten echte Gänsehaut. Das Buch stimmt nachdenklich und macht Appetit auf mehr Informationen zum Balkan-Konflikt.

Auch für mich als Kroaten war wichtig, von den Greueltaten des "eigenen Volkes" zu lesen.

Sehr gut geeignet für Balkanier, die nach geschichtlichem input dürsten - aber auch für den Nicht-Betroffenen ein sicher spannendes Erzählwerk, was der Krieg aus uns imstande zu machen ist.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 4. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Ich persönlich finde das Buch wirklich enttäuschend, realitätsfern und nicht authentisch.
Ein solches Thema darf man nicht auf Spekulationen basierend schreiben und Gefühle kann man wohl erst nach ausgiebíger Recherche darstellen, was hier nicht passiert ist.
Meiner Meinung nach einfach ein "aktuelles" Thema aufgefasst und schlecht präsentiert!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen belanglos und unprofessionell, 22. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
"Keiner war dabei" oder "Feminismus in Zeiten des Bürgerkriegs"

Als Geschichtestudent schärft man mit der Zeit seinen Blick für die politischen Vorgänge hinter den Kulissen und so habe ich mich von Anfang an geweigert die durch die Medien vermittelte Version des Jugoslawienkrieges zu glauben. Aus Mangel an Zeit und an jugoslawischen Bekannten (ich selbst bin Österreicher) hatte ich mich beim Milosevic Prozess noch nicht näher mit der Thematik auseinandergesetzt, nun habe ich aus aktuellem Anlass (Auslieferung von General Mladic) beschlossen mir ein Buch von einem (ex-)jugoslawischen Autor zu kaufen, von dem ich eine objektivere Sicht auf den Bürgerkrieg erhoffte als die von den westlichen Medien übermittelte.

Leider habe ich mit Slavenka Drakulic weit daneben gegriffen. Hinter dem jugoslawischen Namen der Autorin versteckt sich dieselbe Erklärung des Bürgerkriegs, die BBC, CNN & Co. seit Mitte der 90er propagieren: die Serben (Milosevic-Karadzic-Mladic) sind schuld, und im Prinzip ist ganz Jugoslawien ein Land von Mördern und Nationalisten, Gott sei Dank gibt es die NATO und das Tribunal in Haag um Gerechtigkeit unter die Wilden zu bringen
(den Grund für diese Botschaft des Buches gibt die Autorin sogar selbst an: in ihren "Danksagungen" findet sich eine Liste der westlichen Geldgeber)

Zum Inhalt:

Die Autorin beschreibt ihre passive Teilnahme an den Prozessen einiger (hauptsächlich "bosno-serbischer") Kriegsverbrecher in Den Haag und beurteilt diese nach dem immer wiederkehrenden Muster: die angeklagten Männer seien "klein", "schwach" oder vor dem Krieg "unbedeutend" gewesen: das ist also der Grund wieso sie "diese abscheulichen und menschenverachtenden Verbrechen" verübt haben. (Siegmund Freud hat schon Bäder genommen die tiefgründiger waren als die Psychogramme der Autorin).

Positive Eigenschaften wie Mut und Willensstärke findet sie hingegen in jeder auftretenden Frauengestalt, ob afrikanische Richterin, muslimisches Vergewaltigungsopfer oder Angeklagte Biljana Plavsic und das geht soweit dass sie richterliche Befangenheit gutheißt (!) und sagt (in einer Art feministischen Umnachtung - nachdem sie erfolgreich aufgezeigt hat wie in Den Haag mit zweierlei (Straf-) Maß gemessen wird - dass sie dies "verstehen und akzeptieren kann" (!!)

Das Buch hat weniger mit wissenschaftlicher Arbeit oder seriösem Journalismus zu tun als mit dem belanglosen Manifest einer frustrierten Feministin, da die Autorin die Beschreibungen der Prozesse hauptsächlich dazu nutzt ihrem persönlichen Hass Raum zu geben: Hass auf Männer, Hass auf Tito und den Sozialismus und ganz besonders: Hass auf die Serben. Auch mit Ihren Eltern scheint die Autorin ein ernstes Problem gehabt zu haben: in Mladic erkennt sie ihren Vater wieder, in Mira Markovic (Milosevics Ehefrau) Ihre Mutter und kaum wurde die "Ähnlichkeit" erkannt zögert die Autorin nicht alle anderen Eigenschaften ihrer Eltern zu übertragen was zu einer Mutmaßung über die Gründe für den Selbstmord von Mladics Tochter (als deren Seelenverwandte sie sich fühlt ohne sie jemals getroffen zu haben) oder in der Behauptung das Ehepaar Milosevic sei autistisch (!!) ausufert.(So wir ein von Milosevic vor dem Tribunal angesprochener Teilfaktor für den Konflikt, nämlich die Finanzierung und Förderung des Bürgerkriegs von außen wird von ihr durch Verweis auf ebendiesen Autismus "entkräftet"!!!)

Des Weiteren schreckt die Autorin nicht davor zurück die Angeklagten zu beleidigen und herabzusetzen (sodass man verleitet wird mit den Angeklagten zu sympathisieren) , das Wort "mutmaßlich" gehört anscheinend nicht zu ihrem Wortschatz und ihre Serbenfeindlichkeit ist auf jeder Seite zu spüren (das geht so weit, dass die Autorin andeutet für Serbien sei zwar das Den Haager Tribunal notwendig, Kroatien könne über seine Kriegsverbrecher aber mittlerweile selbst richten), und diese Liste ließe sich beliebig lang fortsetzen.

Fazit:
Nach der Lektüre dieser respektlosen 195 Seiten weiß man genau so wenig von der Wahrheit wie zuvor aber (-und das ist das einzige positive an diesem Buch, und der Grund wieso ich überhaupt einen Stern verleihe -) zumindest wird man davon überzeugt dass die im Buch gelieferte Version (und somit auch die der westlichen Berichterstattung) weit davon entfernt ist, und man wird der Propaganda in den Medien nicht mehr trauen und sich auf die Suche nach einem anderen objektiveren Buch machen, so wie ich es jetzt tun werde.

PS: Ich möchte darauf hinweisen dass ein Bürgerkrieg eine ernstere und kompliziertere Angelegenheit ist als der Kampf für die Gleichberechtigung der Geschlechter, deswegen ist davon Abstand zu nehmen eine Scheinabhandlung von Ersterem als Vorwand für die Ziele von Letzterem zu nehmen.

A.K.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mutig und beeindruckend, 12. April 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Slavenka Drakulic beschäftigt sich mit der Frage, die uns Europäer spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg quält: wie macht der Krieg aus ganz normalen Menschen brutale Mörder, Folterknechte und Vergewaltiger? Obwohl es ihr offensichtlich schwer fällt, beschäftigt sie sich intensiv mit den Tätern - vom kleinen Mitläufer bis hin zu den Männern (und Frauen) die die politische und militärische Verantwortung für die Massaker im ehemaligen Jugoslawien tragen.
Dabei ist das Kriegsverbrechentribunal in Den Haag nur der Ausgangspunkt der Beobachtungen der Autorin, es handelt sich hier keinesfalls um eine Gerichtsreportage. Drakulic zeichnet Porträts der Kriegsverbrecher, die tief unter die Haut gehen. Der Autorin ist der Spagat durchaus gelungen, sich einerseits in die Lage der Täter hineinzuversetzen, anderseits die nötige Distanz zu ihnen zu wahren und niemals vergessen zu lassen, was sie getan haben.
Das Buch hat dennoch seine Schwächen. Drakulic ist Literatin, und als solche betreibt sie keinen investigativen Journalismus. Vielleicht ist das der Grund, warum mancher psychologischer Erklärungsversuch einfach zu spekulativ ausfällt. Stilistisch hat mich auch manches irritiert, vor allem viele Wiederholungen (z.B.: "25. Mai, Titos Geburtstag, Tag der Jugend"). Man merkt auch, dass die Autorin beim Schreiben in erster Linie an ein westeuropäisches Publikum gedacht hat, das nicht mit historischen Details überstrapaziert werden sollte.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, das tiefe Einblicke in das Seelenleben der Menschen im ehemaligen Jugoslawien liefert, manche sehr spannende Frage aufwirft und verblüffende Gedanken formuliert - vor allem aber Geschichten erzählt, die einen so schnell nicht loslassen werden.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zu unklar, 7. November 2005
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
so interressant das buch auch scheint und die rezensionen dazu sind fehlt mir in dem buch doch wesentliches. eine nicht-außen-stehende berichtet also über die den haag prozesse und beleuchtet die (möglichen) hintergründe einiger angeklagten zu ihren untaten. aber eines ist stets das resumee: es ist halt so und es gibt keinen grund dafür. keine trauer, keine wut, keine persönlich geprägte aussagen. das klingt mir einfach zu oft nach resignation gegenüber etwas schwer begreiflichen.
werden die großen machthabe noch als opfer ihrer familenprägung oder ihres machtstrebens dargestellt, so werden die "kleinen" fische als ganz normale menschen beschrieben, die halt einen aussetzer hatten und sowieso nie verstehen werden was sie da getan haben. das ist - finde ich - nun doch zu einfach, oder einfach zu weiblich vergebend.
im moment wo ich dies schreibe herrschen in paris chaos wegen der randalierenden jungen leute. es entlädt sich keinesfalls ein hass auf jemanden, sondern die pure lust an der ohnmacht der obrigkeit scheint hier triebfeder zu sein. zerstören, brandschatzen und sogar morden unter dem schutz eines "gegen jemanden sein". selbiges erlebten wir hinter unserem zaun auch im ehemaligen jugoslawien. jeder konnte sich in diesem macht-teilhaben erproben und viele nutzten dies. und es wird leider an jedem ort der welt nicht anders sein. in diesem buch wäre die chance gegeben gewesen diesen wahnsinn in einer nachbetrachtung zu erörtern.... ging leider knapp daran vorbei.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blick in seelische Abgründe, 5. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Das Zeugnis des Drazen Erdemovic ist das aufwühlendste in dieser Reihe von Charakterstudien. Ein einfacher Soldat, der Befehle befolgt hat, bis er eine Blase am Daumen hatte - nachdem er einen halben Tag lang mechanisch Männer und Jungen bei Srebrenica erschossen hat. Weil man ihm gedroht hatte, das Gleiche mit ihm zu tun. Eine Antwort auf die vielen Warums, die die kroatische Schriftstellerin und Journalistin Slavenka Drakulic in die Gerichtssäle von Den Haag getrieben hat, wo man versucht, über die Verbrechen der jugoslawischen Zerfallskriege zu richten.
Mit scharfer Beobachtungsgabe und klarer, anschaulicher Sprache beschreibt Drakulic diese Angeklagten, und beweist dabei ein sicheres Gespür für menschliche Eigenschaften und Details, die sie in einer Mischung aus Journalismus und Literatur aufarbeitet. Auch wenn bisweilen ein persönliches Urteil einfließt, geht es Drakulic vor allem um die Konstellation von Charaktereigenschaften, die zu diesen undenkbaren Taten geführt haben. Die einzigartige Beziehung zwischen Milosevic und seiner Frau. Die ungläubigen Mienen der Soldaten, die wegen Massenvergewaltigungen verurteilt werden und damit offenbaren, dass sie ihre Taten bis zum Schluss nicht als Verbrechen begreifen.
"Sie könnten keiner Fliege was zuleide tun" - der Ausspruch einer Dorfbewohnerin über die wegen Greueltaten angeklagten Nachbarjungs ist der schlecht übersetzte Originaltitel und der rote Faden dieser Sammlung von Porträts. Sie spielen ausnahmslos im ehemaligen Jugoslawien, doch man versteht die Texte ohne geschichtliche Vorkenntnisse, weil die Autorin das Problem auf die menschliche Ebene zieht, und damit universell macht. Unbedingt empfehlenswert.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen durchaus lesenswert, 21. Januar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Jeder von uns hat seine Vorurteile und seine Meinung zum Krieg im ehemaligen Jugoslawien und mir kommt es vor, keiner wird mit diesem Buch zu 100% übereinstimmen können. Krieg ist eine schmutzige Sache und es wäre irreal zu behaupten es hätte nie ein Kroate einen serben getötet und Slavenka Drakulic zeigt, wie zB ein jeder Kroate gespalten ist...hätte er ihn töten sollen, kriegsverbrecher werden, oder seine Familie und sein Land beschützen? Allerdings verneint sie nie wer Agressor und wer der Angegriffene in diesem Krieg war. Sie zeigt auch die erschreckende "menschliche Seite" der "Monster" die in Haag im Gefängnis sitzen. Es ist zeitweise erschreckend, was für ein gutes Leben ein Slobodan Milosevic eigentlich führt. Während dieses Buch geschrieben wurde saß der kroatische General Tihomir Blaskic auch noch im Gefängnis und war zu 45 Jahren wegen Kriegsverbrechen verurteilt. Dann jedoch, wurde das Urteil wegen "Irrtums" zurückgezogen und er wurde nach 7-8 Haft Jahren freigelassen. In seiner Heimeit wurde er gefeiert. Es wundert mich nicht dass man nach diesem Fall diesem "unabhängigen Kriegstribunal" misstraut. Vorallem wenn man weiß was für ein schutziges Spiel Europa in diesem Krieg gespielt hat. Dieses Beispiel zeigt, dass nicht alles schwarz und weiß ist und man viel zu leichtfertig über Dinge urteilt von denen man viel zu wenig weiß. Für mich eine leicht erschreckende Erkenntnis....
Ein Buch, dass man gelesen haben sollte, aber meiner Meinung nach nicht ohne gewisses Vorwissen. Es soll nicht belehren sondern zum Denken anregen.
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2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keiner - unser aller zweiter Vorname ???, 21. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Erstmal möchte ich der Autorin Beifall zollen für ihren Mut zur Analyse nicht nur in Bezug auf den gegenständlichen Krieg sondern unserer ach so tollen Gesellschaft im Ganzen.
Dennoch halte ich ( wenngleich ich auch durchaus den Beweggrund der Autorin verstehe uns alle aufzurütteln nach dem Motto " WIR sind gefragt, wir können eine Wiederholung verhindern " ) die Art und Weise doch für ziemlich bedenklich , wenn nicht sogar gefährlich.
Wo bitte ziehe ich die Grenze ? Wo sehe ich einen Unterschied zwischen einem Kriegsverbrecher und einem " gewöhnlichen " Massenmörder a la Bundy, Manson, etc. ? Wo sehe ich einen Unterschied zu jedem, der aus welchem Grund auch immer plötzlich zum Vergewaltiger , Mörder etc. wird ?
Ist Krieg etwa eine Art Allroundentschuldigung, nach dem Motto " Ausnahmezustand ! Komm Du erst mal in diese Situation ... dann kannst Du mitreden " ?
Gottseidank hatte ich noch nie das " Vergnügen " und so Gott oder sonstwer will, werde ich es hoffentlich auch nie erleben. Aber ich denke, daß ich einen gesunden Menschenverstand besitze, und größtenteils die Fähigkeit mit anderen mitzufühlen, mich in sie hineinzudenken ( Ich versuche es wenigstens ).
Außerdem verfüge ich über das Wissen, daß in meinem Innersten extreme Aggressionen ( durchaus auch in Bezug auf die stetig anwachsende v.a. islamische Zuwanderung , mir sind solche Gedankengänge also durchaus nicht fremd, wenngleich ich dagegen ankämpfe ) , herrschen , und gerade im Moment wieder über die Erleichterung, daß ich GottseiDank eine Frau und kein Mann bin, und die Auswüchse sich daher - wie meist bei Frauen - eher gegen mich als gegen die Welt da draußen richten. Das soweit zu meiner Person. Um meine Meinung besser verständlich zu machen.
Wenn jemand zum psychopathischen Massenmörder avanciert und man durch die Medien zufällig erfährt, daß derjenige in der Kindheit von seinen Eltern dauertraktiert und fast zu Tode gequält wurde, komme ich durchaus in die Bedrängnis ihn trotz der Greueltaten nicht nur als Täter sehen zu können, und dasselbe möge beispielsweise für psychisch gestörte Menschen gelten, die " krankheitsbedingt " nicht zwischen Gut und Böse differenzieren zu vermögen ...
Aber wo steht ein Mensch , der nur aus purer Lust heraus , ein Snuffvideo bestellt , weil " Gott spielen " ja so - man möge mir den Ausdruck verzeihen - geil ist und Macht sowieso DIE Droge überhaupt ?! Wo steht einer, der ja so ein braver und lieber Familienvater und Ehemann war, so ein lieber Nachbar, so ein lieber was auch immer ( was ALLEINE schon zeigt, daß er es kann ! Das er die Regeln von Sitte, Anstand etc. beherrscht und Mitgefühl etc. nicht als leere Worte betrachtet, oder ist DA schon die wahre Lüge gegeben ? Und war er davor schon mehr Schein als sein ? ) und plötzlich ist Krieg und dieser Mensch wird plötzlich zum brutalen Schlächter, Vergewaltiger und Mörder, weil ihm ganz plötzlich die Fähigkeit zur Empathie fehlt! Warum auf einmal ? Weil seiner Familie ebenfalls Gewalt angetan wurde ? Und er - mal eben alle gleicher Rasse über den Kamm scherend - Rache üben mußte ? Aug um Auge - Zahn um Zahn ? Schlimm genug die Vorstellung ( Wir kommen wohl nie übers Mittelalter hinaus ), aber wenn es denn nicht so ist, und seine Familie frischfröhlich weiterlebt ... ist er dann bei ihr weiterhin der liebevolle Ehemann und Vater, und metzelt " aus Mangel an Empathie " andere nieder ? ( Wobei ich z.B. in der Aufforderung zu weinen, während ich Frauen vergewaltige - so gelesen in " Leila, ein bosnisches Mädchen " - ebenfalls bei Amazon erhältlich - beim besten Willen keinen Mangel an Empathie erkennen kann , als schlicht und ergreifend reinen Sadismus ! Wie sich überhaupt sämtliche Kriegsgreuel mit den in S&M - Szenen üblichen " Spielarten " decken ... Zufall oder doch nur die dunkle Seite, die in praktisch jedem von uns lauert, nur die wenigsten leben es aus. Wäre interessant zu wissen, wie bekennende Sadisten sich im Kriegsfall verhalten würden... und welche " Entschuldigungen " man für deren Greueltaten finden würde ...) Tut leid, aber das verstehe ich nicht. Demnach müßte jeder Mensch eine Art Doppelleben führen : Eines als im großen und ganzen " liebevoller " Mensch, und eines als " Bestie im Inneren " die hoffentlich nie in die " Bedrängnis " kommt , vorzugsweise im Krieg herauszukommen, wodurch dann plötzlich nur mehr in sich gespaltene Personen herumlaufen, die eigentlich nicht unter Menschen sondern sofort in die geschlossene Anstalt weggesperrt gehören, oder wenigstens mal zum Psychiater!
Die Ironie schlechthin : Kaum ein Mensch käme allerdings beispielsweise bei einem Maffioso , der ähnlich handelt, auf die Idee , ihn von Grund auf als netten Kerl zu beschreiben, der eben aufgrund der Umstände zum x-fachen kaltblütigen Mörder avanciert ist, Frauen und Kinder auf dem Gewissen hat, während seine eigenen sich in Ruhe auf seinem Schoß wiegen ... Hat DER etwa keine guten menschlichen Seiten ? Ist der nur durch und durch kalt, Killer, etc ? Warum kommt man HIER nicht auf die Idee ? Weshalb differenziert man das so ? Etwa, weil es bei einem Krieg nicht um einen oder mehrere Personen geht, sondern um ganze Bevölkerungsgruppen, die nach wie vor unter uns leben ? Müßten wir etwa Angst haben, wenn wir mal eben so auf Kurzurlaub nach Kroatien fahren und zum Bäcker oder Mechaniker gehen , das wir einem ehemaligen Massenmörder die Hand geben ? Ihm praktisch die Semmeln aus der " Hand fressen " ? Ist es leichter zu sagen, " Naja damals , da war Krieg ... da hätte ich unter Umständen auch so handeln können ... " ? Und, was , wenn dieser ehemalige - ja nur unter dem Aspekt des Krieges plötzlich so unmenschlich gewordene Mann - plötzlich auf die Idee kommt mich zu vergewaltigen ? Hat er dann mal eben kurz den Bezug zur Realität verloren, und ist unter dem Nachdruck des Krieges kurzzeitig mal ( wieder ) nicht zur Empathie fähig gewesen ? ( Allerdings - erneut u.a. auf " Leila - ein bosnisches Mädchen " - verweisend frage ich mich, wenn ein Mann, der praktisch schon ihr Vater sein könnte, und vielleicht sogar eine Tochter in ihrem Alter zu Hause hat, eine Jungfrau vergewaltigt, ob er nicht davor schon Phantasien dieser Art in seinem Kopf besessen hat - pädophile vielleicht , naheliegend anhand 12-, 13 jähriger Vergewaltigungsopfer in diesem Krieg - und was ihn bis dato bei seinen eigenen Töchtern oder überhaupt zurückgehalten hat ? Um es jetzt im Krieg auf einmal nicht mehr zu tun ... Antwort ? Oder wie mag man über den Freund des Bruders denken, der eine 13 jährige zu Tode quält ? Späte Rache, weil er nicht ran durfte ? Können wir so eine Antwort geben ? Darf diese Sexualisierung des Krieges überhaupt sein ? Laut Internet nein, denn da geht es ausschließlich um andere Motive ... nur wollen wir wirklich alles glauben, was schwarz auf weiß steht ? )
Mag sein, daß ich mit dieser Meinung alleine stehe, aber ich denke, es gibt KEINE Differenzierung ! Und JEDER - absolut JEDER - der wissentlich, willentlich und im geistig bzw. psychisch gesunden Zustand einen anderen umbringt, oder sonstirgendwie Gewalt antut, hat für mich das Recht ein Mensch zu sein, verloren. Der ist ein MONSTER !!! Und sollte auch als solches gehandhabt werden !
Die Gedanken sind weitestgehendst frei, aber wenn irgendeiner diese Gedanken lebendig werden läßt und sich als Mörder etc. präsentiert, dann bitte auf eigene Rechnung. Und die soll er gefälligst auch zahlen ! Wobei ich keineswegs der Meinung bin, das Politiker und Herrscher der Vergangenheit , Gegenwart und Zukunft auch nur im mindesten von ihrer Schuld freizusprechen sind, nach dem Motto " Es gehören immer zwei dazu ... ihr hättet ja den Befehl nicht ausführen, ja mich nicht einmal wählen brauchen ... " , weil diese Art der Argumentierung nicht nur billig wirkt, sondern auch in höchstem Maße leichtsinnig. Natürlich liegt die Verantwortung beim einzelnen selbst ! Aber wenn ich denen in der obersten Etage nur die Rolle des " Zündlers " gebe, spreche ich ihn dann nicht von jeglicher Verantwortung frei ? Stelle ich dann den Auftraggeber eines Mordes etwa an die Position des " Unschuldigen " und den Ausführenden als den " Alleinschuldigen " dar ???
Im übrigen denke ich nicht, daß sich eine vergewaltigte Frau , oder ein wie auch immer sontiges Opfer einer Gewalttat besser fühlt, wenn der Peiniger als ansonsten ja " lieber Kerl " geschildert wird. Oder hilft es wirklich weiter, wenn ein angetrunkener Vater seine Kinder prügelt, zu wissen, daß ja blos der Alkohol daran schuld ist ? Macht ihn das unschuldiger ? Zu einem besseren Vater ? Er müßte ja gar nicht erst zur Flasche greifen ! Da sind sich die Leute ja wohl einiger, oder ? Warum denkt man in solchen Belangen plötzlich so anders ?
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Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht
Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht von Slavenka Drakulic (Gebundene Ausgabe - 15. März 2004)
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