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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Ende sind es die Geschichten, die bleiben..., 12. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Noch ne hagiographisch angehauchte Biographie des großen Johnny Cash? -- Mitnichten!

Reinhard Kleists Comic ist auch eine Biographie, klar doch -- aber eine, die mit virtuosem Einsatz von Comic-spezifischen Mitteln (dazu später) das Wesentliche hervorkehrt und dadurch wahrer ist als die Wahrheit (diesen klugen Satz las ich mal in einem ansonsten drittklassigen Roman). Oder, um's mit Franz Dobler zu sagen: Ich muss nicht wissen, "dass er am 5.12.71 in Roanoke, Virginia, [...] gastiert hatte". Ich weiß aber, dass Cashs Biographie durchaus ein wenig abgeschmirgelt werden musste, um ihre Verfilmung familien- und vor allem Oscar-tauglich zu machen.

Die Eckpunkte von Cashs widersprüchlicher Biographie sind eh bekannt und mehrfach detailliert ausgebreitet worden: Die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, der Senkrechtstart zusammen mit den Tennessee Two bei Sun Records, Drogenabhängigkeit und -exzesse, die Freundschaft mit Bob Dylan und das Engagement für Minderheiten, Morddrohungen des Ku-Klux-Klan, die zu Herzen gehende Liebesgeschichte mit June Carter, die famosen Knast-Konzerte, das spektakuläre Comeback als alter Mann unter der Ägide des HipHop-Produzenten Rick Rubin. Viel mehr muss man ja eigentlich auch nicht wissen.

Reinhard Kleist hat aus diesen und einigen weiteren Eckdaten eine Geschichte gemacht, in der Rührseligkeiten und dergleichen keine Chance haben. Keine verschämte Unterschlagung dessen, dass Cash ausgerechnet zu Zeiten schlimmster Amphetamin-Abhängigkeit musikalisch kaum zu schlagen war, keine Idealisierung des Menschen John R. Cash unter Ausklammerung unliebsamer Tatsachen (mal ignoriert man betreten das Engagement für die Indianer, mal die Auftritte vor GIs in Vietnam; mal die Freundschaft mit Dylan und Peter LaFarge, mal die mit Billy Graham... usw.).

Stattdessen zeichnet Kleist seinen Comic so, wie vielleicht Quentin Tarrantino einen Cash-Film gedreht hätte: Harte Schnitte, Zooms und Weitwinkel -- die Widersprüche der Biographie werden in harten Schwarz-Weiß-Bildern umgesetzt, dynamisch und atemlos. Bild gewordener Rock'n'Roll. Aber soll nicht Cash mal von sich selber gesagt haben, er müsse wie ein Hai immer in Bewegung bleiben? Auch die Dialoge sind nicht betulich, sondern lakonisch, mitunter von sarkastischem Humor -- auch dies eine Widerspiegelung von Cashs Persönlichkeit.

Dabei sind die einzelnen Zeichnungen realistisch gehalten, oft werden berühmte Fotos innerhalb der Story zitiert und genau da eingebaut, wo sie hinpassen. Die verschiedenen Protagonisten erkennt man auf den ersten Blick wieder (ein weiterer Beweis für Kleists Können), aber auch ihre Sprechblasen sind enorm treffsicher ausgewählt und charakteristisch: Luther Perkins' lakonischer Witz etwa, oder June Carters unsentimentale Zuneigung, und vieles mehr: Kleist packt das in wenige Worte.

Eingefleischte Cash-Anbeter könnten beanstanden, dass Kleist in seiner Story nicht jedes Detail dorthin plaziert, wo es historisch gesehen hingehört. Richtig -- aber dafür ist das Ganze ja auch irgendwie "wahrer als die Wahrheit".

Die Story selber ist geschickt konstruiert: Dreh- und Angelpunkt ist Johnny Cashs Konzert im Gefängnis von Folsom, und erzählt wird das Ganze von dem Häftling Glen Sherley, dem Verfasser des Songs "Greystone Chapel". Dementsprechend bildet das Folsom-Konzert auch den fulminanten Höhepunkt des Ganzen; unnötig zu erwähnen, dass Kleist hier einige Kabinettstückchen in Sachen Comic-Storyboard abliefert. Und durch einen weiteren bestechend einfachen Kniff leitet er direkt über zu Cashs Zusammenarbeit mit Rick Rubin. Jetzt blickt der alte Mann zurück, in Worten und vor allem Bildern. Das "Hurt"-Video als Steilvorlage gewissermaßen.

Fast noch faszinierender als die Story selber sind aber jene Sequenzen, in denen Kleist berühmte Cash-Abräumer in Comics umsetzt. Bevor die eigentliche Story beginnt, gibt der "Folsom Prison Blues" die Richtung vor: "I shot a man in Reno just to watch him die". Es geht zur Sache...

An den entsprechenden Stellen innerhalb des Comics folgen weitere Kronjuwelen dieser Art: "Big River", "Don't Take Your Guns to Town", "A Boy Named Sue", "The Ballad of Ira Hayes", "Cocaine Blues" -- und die apokalyptischen "Ghost Riders in the Sky" mit Anspielungen auf "The Man Comes Around" als Schlusspunkt. Songs als atemberaubende Bildsequenzen mit viel Rhythmus und Tempo, Cash-artig eben, dargeboten nach allen Regeln der Kunst.

In den Worten Glen Sherleys: "Am Ende sind es die Geschichten, die bleiben, nicht die Fakten. Und Geschichten müssen erzählt werden." Am besten so wie hier.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Comic-Biografie über Johnny Cash, 30. Oktober 2006
Von 
Krimi-Vielfraß "N.F." (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Der Künstler Reinhard Kleist schildert in seinem Comic das turbulente Leben des Country-Sängers Johnny Cash. Dabei schaltet Kleist einen Häftling des Folsom Prison als Erzähler ein. So entsteht eine geschickte Erzählperspektive mit einem roten Faden, der auf das Folsom-Prison-Konzert ausgerichtet ist.

Ich persönlich bin zwar kein Anhänger von schwarz-weiß bebilderten Comics, aber dieses Buch strotzt nur so vor vielen bewegenden und teilweise mitreizenden Zeichnungen. Dabei wird Johnny Cash sowohl optisch als auch im Wesen toll getroffen. Die mehrmaligen Einschübe der Bebilderung bekannter Songs ist eine geniale Idee.

Fazit: Für Cash-Fans ein unabdingbares Muß, aber auch für andere Leser, besonders für musikinteressierte, ein sehr lesens- uns sehenswertes Comic.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Johnny Cashs Seele - eindrucksvoll in Schwarz-Weiß gezeichnet, 7. Januar 2007
Von 
Benedikt von Randow "discobene" (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Eines gleich mal Vorneweg: Diese Comic-Biographie von Johnny Cash ist eindringlicher und gelungener als der gehypte Hollywood-Schinken "Walk The Line". Passend mit schwarz-weißen, expressiven Bildern zieht Reinhard Kleist seine Leser mittenrein in Cashs Innen- wie Außen-Leben. Zudem nutzt Kleist die Möglichkeiten des Comics gut aus, um zum Beispiel einige Cash-Songs in Form von Kurzgeschichten in die Gesamtstory einzuflechten. So nähern wir uns schritt- bzw. bildweise der Seele des großen Künstlers. "Anrührend wie ein Gospelsong, hart wie Rockabilly und romantisch wie eine Liebesballade." beschreibt Matthias Heine dieses gelungene Comicwerk.
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20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer Cashs Geschichten mochte, wird diese besondere Biographie ins Herz schließen., 2. Mai 2007
Von 
Apicula "Biene" (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (#1 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Wenn man meint man kennt Johnny Cash schon ganz lange und nicht nur ein bisschen... - Wenn man seine Lieder kennt, und die Ahnung irgendwann Gewissheit wird, dass der Mann weiß, wovon er singt - Ja, dann kennt man schon ein ganz großes Stück Johnny Cash und hat sich auf die Weise ganz (wie von) alleine eine Biographie von Cashs Leben und Wirken geschaffen. Sehr viele von den authentischen Cash-Fans haben, sich solcherart ein Bild gemacht und mit vielen Cash Fans hat man als Cash Fan darum noch folgendes gemein: Man kennt den Kino-Erfolg "Walk The Line" nicht! Und wird diese Film-Biographie vermutlich sogar niemals (freiwillig) sehen wollen, weil man sich davor fürchtet, damit ein Stück persönliches Andenken an den großen Star zu zerstören.

Warum ich das so eindrücklich und ausufernd erläutere liegt einfach daran, dass diese Comic-Biographie von Reinhard Kleist in der Hinsicht keine Gefahr darstellt!

Das Bild des "Man in Black", der sämtliche Höhen und Tiefen des Business mitgemacht hat, wird hier auf knapp über 200 Seiten in schwarz und weiß und unverschnörkelt bebildert und mit reichlich Sprechblasen versehen, erzählt.

Diese Biographie nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Cashs Leben. Von Kindheit an, wo seine Familie vom Staat ein Stück Land in der Region des Mississippi erhält, um dort vom Anbau von Baumwolle zu leben - bis ins hohe Alter, als Rick Rubin J.C. "aufgelesen" hatte und damit seinen Fans noch einmal ein großes Geschenk gemacht hat.

Dabei gewinnt das bisher Bekannte über Cashs Leben eine neue Dimension. Schon oft hat man gehört und angelegentlich in Filmen gesehen, wie's auf den Baumwollfeldern zuging. Wie hart die Menschen gearbeitet haben um zu überleben und wie mit einem Schlag dann doch alles weg war. Immer wieder wird man auch heute noch Gemunkel darüber hören, dass Cash selbst einmal im Gefängnis war und dass er genau darum so gut Bescheid weiß. Ein Gerücht, das sich auch heute noch tapfer hält.

Kleist erzählt uns in "I See A Darkness" im Prinzip sogar vom Leben zweier Männer! Vorrangig freilich von Johnny Cash - jedoch auch vom Leben eines "echten" Gefangenen: Glen Shirley. Genau jener hat Cash vor dem legendären Konzert im Gefängnis von Folsom eine Aufnahme seines Songs "Greystone Chapel" zugesteckt. An einem Punkt kreuzt sich das Schicksal der beiden. Der eine gefangen im Gefängnis, der andere in seinem Leben.

Irgendwann, beinahe am Ende seiner Reise angekommen, wird Cash die "Glen Shirley Story" seinem Produzenten Rick Rubin erzählen ... und dort schließt sich der Kreis.

Man erfährt nicht alles über Cash (oder June Carter), der "Man in Black" wird kaum glorifiziert: Im Gegenteil: Das Kapitel "Ganz Unten" mit Drogen- / Tabletten und Alkohol-Exzessen wird sehr eindrücklich geschildert!

Was meines Erachtens die besondere Faszination des Comics ausmacht, sind die dusteren Abstecher, die der Autor IN die Geschichten (Lieder) Cashs unternimmt. Musikvideos in Comic-Form, wenn man so will. Lieder / Lyrics die viele kennen, wo jeder auf seine Art vielleicht schon eine Interpretation gefunden hat (auch ohne MTV reichlich bebildert), werden hier quasi neu verfilmt. Man gewinnt einen klitzekleinen, aber sehr einprägsamen Eindruck in das Schaffenswerk eines Geschichtenerzählers. ("A Boy Named Sue", "Ghost Riders In The Sky", "The Ballad Of Ira Hayes" - um nur einige zu erwähnen, wurden von Reinhard Kleist sehr klug bis interpretationswürdig bebildert.) Ich komme bei weitem nicht mit allen seinen Lyric-Interpretationen zurecht. Interessant ist der Bilder-Ausflug aber alle Male.

Ich glaube nicht, dass man Johnny Cash mit dieser zugegeben seltsamen Art der Biographie zur Ikone macht. Beim Film "Walk The Line" bin ich mir da nicht so ganz sicher. Vielmehr hat "I See A Darkness" den Eindruck bestärkt, dass es ihm auch heute - vom Himmel herab - noch gefallen würde (oder vielleicht sogar gefällt), wenn die Menschen seinen Geschichten zuhören.

Ein Buch, na ja, eigentlich Comic, der einen fixen Platz in meinem Regal gefunden hat. Zum Wiederlesen und Wiederanschauen schön.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich will nicht mäkeln, aber ..., 6. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
... eine kleine Enttäuschung könnte der erleben, der die Bezeichnung Biographie überbewertet. Die Lebensgeschichte endet wie der Film Walk The Line Ende der 60er Jahre und macht dann nur noch einen kurzen Ausflug in die Zeit kurz vor Cashs Tod. Dafür schafft es der Autor, Cashs Leben als eine fesselnde "Story" zu erzählen. Die Songillustrationen sind "nette Versuche", bergen allerdings auch die Gefahr, Cash zu einseitig als Outlaw zu ikonisieren, was sich der Autor im biographischen Teil ansonsten erfreulicherweise versagt. Da habe ich das Gefühl, der Comic kommt der Wahrheit manchmal näher als andere Biographien.

Für Cash-Fans auf jeden Fall ein Muss, aber auch ein kurzweiliger Einstieg in Leben und Werk von Johnny Cash. (Wäre ich der erste Rezensent gewesen, hätte ich mich wohl zu einer 5-Sterne-Wertung entschlossen)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düstere Comic-Biographie, 4. Januar 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Ums kurz zu machen: Dieses Buch ist der absolute Hammer. Der Zeichenstil ist wunderschön und schafft eine Athmosphäre, die besser nicht sein könnte. Der Umstand, daß alle Zeichnungen in schwarz-weiß gehalten sind, tut sein übriges. Am Ende des Buches kann man sich eine Träne im Knopfloch nicht verkneifen. Für Fans von J. C. ein absolutes muß.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen !!! Cash soll im Olfe auftreten !!!, 21. November 2006
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen und ich kann nur sagen Danke! Der Comic überzeugt mit seinem Zeichen- und Sprachstil, bringt viel von der Person J. Cash und seines Lebens dem Leser näher. Bei diesem Buch hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass hier ein Fan gezeichnet und getextet hat, aber trotzdem eine Ikone nicht in den Götterhimmel hebt.

Also, ich bin begeistert und dem Zeichner / Texter Applaus Applaus Applaus.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen cool, 25. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Toller comic.Zwar kurz,zeigt aber alles wesentliche.Sehr liebevoll gezeichnet,voller Sympathie für den Titelhelde,aber ohne irgendetwas zu beschönigen.Schön sind auch die eingestreuten Lied-Bebilderungen.Man hat danach das Gefühl,Johnny Cash gekannt zu haben
Ganz grosses Kompliment an den Verfasser
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Man in Black als Comic, 1. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: CASH - I see a darkness (Taschenbuch)
Reinhard Kleist zeigt mit dieser großartigen Comic-Biographie die Essenz von Cashs Leben: Die Songs, die Drogen, Schicksalsschläge und natürlich die Liebe zu June Carter.
Alles ist wirklich schön gezeichnet, sodass man Johnny auf jedem der Bilder wiedererkennt und man mit ihm mitfühlen kann.
Der Höhepunkt der Geschichte liegt auf dem Konzert im Folsom Prison, und der Begegnung mit Glen Sherley, für den Cash die Ikone schlechthin ist.

Schön dieses Werk nun im Schrank stehen zu haben.
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CASH - I see a darkness
CASH - I see a darkness von Reinhard Kleist (Taschenbuch - September 2006)
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