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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verfall einer Großstadt
Am 20. September diesen Jahres wurde im Kreuzberger Kulturwirtshaus Max und Moritz das Erscheinen einer nennenswerten Gesamtausgabe gefeiert: Die Trilogie rund um "Berlinoir" von Tobias M. Meißner und Reinhard Kleist, ursprünglich zwischen 2003 und 2008 bei Edition 52 erschienen und inzwischen vergriffen, wurde mit neuer Kolorierung und überarbeitetem...
Vor 18 Monaten von Krink veröffentlicht

versus
0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen leider kein Roman
irrtum von meiner Seite.
war als Geschenk gedacht und kam leider gar nicht an.
das Geburtstagskind steht auf Krimis aber eben nicht in dieser Form.
geht also zurück.
Vor 14 Monaten von Sabine walther veröffentlicht


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verfall einer Großstadt, 28. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Berlinoir (Gebundene Ausgabe)
Am 20. September diesen Jahres wurde im Kreuzberger Kulturwirtshaus Max und Moritz das Erscheinen einer nennenswerten Gesamtausgabe gefeiert: Die Trilogie rund um "Berlinoir" von Tobias M. Meißner und Reinhard Kleist, ursprünglich zwischen 2003 und 2008 bei Edition 52 erschienen und inzwischen vergriffen, wurde mit neuer Kolorierung und überarbeitetem Lettering vom Carlsen Verlag auf den Comic-Markt gebracht. Der Zeichner Reinhard Kleist gehört mittlerweile zu den bekanntesten Graphic Novel Autoren Deutschlands; seine politisch-biografischen Werke („Cash“, „Castro“, „Der Boxer“) haben in der Comic Welt stets große Aufmerksamkeit erfahren. Umso interessanter gestaltet sich ein Blick auf die Wiedererscheinung des fantastischen Polit-Thrillers "Berlinoir". In einem dystopischen Berlin der Zukunft regieren Vampire die Bevölkerung der abgedunkelten Großstadt. Sonne und Pflanzen wurden von der Obrigkeit verbannt und die Spree lahmgelegt – wenn nicht zum eigenen Schutz, so zur Zerstörung der menschlichen Hoffnung. Blutbänke sichern das Überleben der in Armut lebenden Großstädter und die Fortdauer der Untoten. Rebellen formieren sich zum Widerstand und versuchen der dämonischen Schreckensherrschaft ein Ende zu bereiten. Aber nicht alle Menschen sehen in den Attentaten eine Verbesserung ihrer Lage.

Band 1: Scherbenmund

Im ersten Teil wird der Leser in die düstere Welt Berlinoirs eingeführt. Diverse Epochen der realen Großstadtgeschichte lassen sich wiedererkennen. Im fiktiven Berlin amalgamieren sich Elemente aus Kaiserzeit, Weimarer Republik, NS-Regime, DDR-Ära und Gegenwart zu einer dystopischen Herrschaftskulisse. Mittels Propaganda und Unterdrückung versucht das dekadente Vampir-Regime der menschlichen Bevölkerung in Blutfabriken ihren kostbarsten Besitz abzuringen. Nicht wenige Bürger unterliegen den propagandistischen Versprechen und tauschen ihr Leben freiwillig gegen die ewige Jugend ein. Durch diesen Teufelskreis ist frisches Blut dauerhaft Mangelware, die Schreckensherrschaft der Untoten hingegen gesichert. Eine kleine Gruppe Revolutionäre versucht mit Attentaten die Herrschaft des Obersten Vampirs „Szerbenmunds“ zu beenden. Aber Späher sind überall und die Gegner stark. Alle Hoffnung lastet auf Niall, einem Rebellen, der die Herrschaft zum Umsturz bringen soll. Als er ein waghalsiges Bündnis eingeht, schwebt nicht nur die Revolution in größter Gefahr...

Band 2: Mord!

Das Attentat auf Szerbenmund ist geglückt – aber zu welchem Preis? Das neue Regierungsoberhaupt Mardocles versucht die Bevölkerung in den Griff zu bekommen, was nur mithilfe militärischer Unterstützung funktioniert. Zudem verunsichert eine grauenhafte Mordserie die Stadt. Scheinbar zusammenhangslos werden Opfer auf bestialische Weise geschlachtet. Ob eine längst vergessene Legende dahinter steckt? Während Militär und Bevölkerung die stillgelegten Kanalisationsnetze des alten Berlins untersuchen, richten sich die Augen der Revolutionäre auf Mardocles – um das nächste Attentat zu planen.

Band 3: Narbenstadt

Nach dem desaströsen Ausgang des Attentats und der missglückten Jagd auf den Serienmörder, hat sich eine militärische Opposition der Vampire gebildet und Berlin in zwei Hälften geteilt. Die Menschen jenseits des dekadent-liberalen Mardocles-Gebietes werden von der Hardliner-Generälin Radra Cadressis wie Vieh unter Kontrolle gehalten. Und wieder liegt es an Niall, die Schreckensherrschaft niederzureißen. Doch ein revolutionärer Geist allein kann nichts ausrichten, solange er mit menschlicher Kraft gegen dämonische Kräfte kämpfen soll – und so bleibt für ihn nur eine einzige Lösung: Unsterblichkeit...



Auf der einen Seite gelingt es den Autoren auf überwältigende Weise unter Einsatz von aufwändig gestalteten Bildern die bedrohlichsten Merkmale unserer Vergangenheit in einem einzigen Schauplatz zusammenzufügen. Die Extreme des dargestellten Zeitalters werden gekonnt in den Zeichnungen und Bildern verarbeitet, sodass sich kein Leser diesem intensiven Schreckensszenario entziehen kann. Beeindruckender Zeichenstil, originelle Panelaufteilungen und brillante Farbintensität lassen die atemberaubende Kulisse einer Stadt entstehen, die gleichzeitig aus Verfall und pulsierendem Leben besteht.

Leider kann der Text mit dieser grandiosen Bildgewalt nicht immer mithalten. Die stakkatohafte Handlung ließe sich noch verzeihen, doch die platten Witze (der Berlinoir-Bär, das verhunzte Kennedy-Zitat des Mörders) und das etwas langatmige Schwadronieren über die politische Situation bremen zuweilen die grenzenlose Begeisterung. Besonders schade sind die Schwächen, weil sie in dem ansonsten vielschichtigen Handlungsablauf überflüssig wirken. Nicht nur besticht die Handlung durch eine Vielfalt unterschiedlicher Charaktere, auch das Aufwerfen philosophischer Fragen und das Ausbleiben typischer Helden überzeugt. Die Handlung "Berlinoirs" ist tatsächlich, bei aller zeitweiligen Plattitüde, intelligent, ironisch und vor allem – voller Bildung; eine Melange nahezu überladen mit politischer Historie und kultureller Rezeptionsgeschichte. Die Novel glänzt also zu jeder Zeit durch beeindruckend erfrischende Ideen und beispiellose Bilder, die bedauerlicherweise weniger in einem Lesegenuss als in einem Betrachtungsgenuss münden. Letzterer ist allerdings so hoch, dass ich jedem Freund außergewöhnlicher Graphic Novels zu einem Konsum dieses Opus rate. Auch Liebhabern blutiger Fantasy jenseits des Teenie-Mainstreams dürfte die Trilogie ein willkommener Augenschmaus sein. Hier sucht man vergeblich nach glitzernden Mädchenschwärmen oder schmusefreudigen Werwölfen – die Dämonen Berlinoirs haben noch richtig Biss.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wirbelndes, poetisches Lese- bzw. Guckvergnügen, 21. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Berlinoir (Gebundene Ausgabe)
Eben habe ich Berlinoir zu Ende gelesen. Ich habe die letzten zwanzig Seiten nur ganz flach atmen können, weil mir ein Schluchzen in der Kehle saß. Denn die Geschichte ist so schön. So traurig. So vielschichtig. Ich hatte das Gefühl, ein Magier blättert lächelnd vor mir durch einen Block, und auf den Seiten springt und hüpft es.

Besonders gefallen hat mir das SETTING: Berlinoir ist ein flirrender Mix aus expressionistischer Düsternis und Prunksucht, geschöpft aus dem Aquarellkasten von Reinhard Kleist, meines Erachtens einer der talentiertesten Zeichner des Landes. Ich finde, er hat sich zum dritten Teil von BERLINOIR hin sogar gesteigert.
Dann liebte ich die HAUPTFIGUR, Niall - ein Anti-Held, ohne ins Klischee des Anti-Helden abzurutschen (überhaupt rutscht hier nie etwas in Klischees ab - und ich lese viel). Niall macht, was er macht, und zweifelt und gibt auf und flieht und ist ein Jedermann, aber niemand ist wie er. Niemand wagt es mehr im totalitären Stadtstaat Berlinoir. Außerdem (natürlich!) trägt er eine Brille, lange vor Harry Potter.
Dann die LIEBESGESCHICHTE. Ganz kurz und hitzig wie ein Streichholz, das man wegwirft. Alles ist hoffnungslos, alles durchwirkt von Berlinoirs Atmosphäre: Nichts bleibt bestehen, nichts entwickelt sich, es geht alles nur kaputt. (ACHTUNG SPOILER: Auch die potentielle zweite Liebhaberin aus den Reihen der Rebellen - stirbt einfach. Meine Lieblingsszene mit ihr: wie sie durch das Fernglas ihre Familie beobachtet und weint.)

Die VERMISCHUNG von Symbolen, Andeutungen, zufälligen Ähnlichkeiten und historischen Anspielungen ist grandios. Doch alle Anläufe, eine platte Parabel für irgendwas zu werden, werden von der Fülle der Welt Berlinoir überrollt und als etwas faszinierend Verzerrtes neu erfunden.
Vielleicht meine absolute Lieblingsszene ist die zwischen dem Helden und seinem Erzfeind vor dem (für Vampire) tödlichen Sonnenaufgang. Das Gespräch über Licht, und ob die Sonne nun gut oder schlecht ist. Hier zeigt sich wieder die melancholische Erzählkunst von Kleist/Meissner, die es unmöglich macht, als Leser zur Ruhe zu kommen, sich festzulegen und die Rolle von Held und Schurke klar zuzuordnen. Und deshalb flattert man die ganze Zeit. Schwirrt mit den Figuren durch die dunkle Stadt, auf der Suche nach Erlösung, zumindest nach Gewissheit, irgendeiner. Ich weiß auch jetzt noch nicht, wie ich zu den Vampiren und den Menschen von Berlinoir stehe - alles in kompliziert. Wie im echten Leben. Und doch ganz anders.

Und das Ende ist ... so schön. Und so trauriiiiig. Wer sich auf eine emotionale, poetische und durchaus philosophische Achterbahnfahrt einlassen will, dem empfehle ich diesen Comic/Graphic Novel von Herzen.
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0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen leider kein Roman, 4. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Berlinoir (Gebundene Ausgabe)
irrtum von meiner Seite.
war als Geschenk gedacht und kam leider gar nicht an.
das Geburtstagskind steht auf Krimis aber eben nicht in dieser Form.
geht also zurück.
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Berlinoir
Berlinoir von Tobias O. Meißner (Gebundene Ausgabe - 3. September 2013)
EUR 24,90
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