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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergesslich
Ich habe dieses Buch von meiner besten Freundin geliehen bekommen und war hingerissen.

Mit Eskapismus, der Fantasy-Literatur immer wieder vorgeworfen wird, hat dieser Roman überhaupt nichts zu tun.

Im Gegenteil: Max, das "egalste Kind der Welt", bekommt zwar mit einem geheimnisvollen goldenen Ticket die Möglichkeit, sich per U-Bahn (!) in...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2006 von Amnesia

versus
36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 'Der mechanische Prinz' ' Lektüre der Klasse 7A '
Im Rahmen eines Projektes wählte ich diesen Roman als Klassenlektüre für die siebte Jahrgangsstufe eines Münchner Gymnasiums aus. 'Der mechanische Prinz' erschien mir durchaus altersgerecht und für die, zum großen Teil fantasiebegeisterten 13-Jährigen thematisch interessant. Nach dreiwöchiger Lektürearbeit und intensiver...
Veröffentlicht am 14. August 2007 von ALTER EGO


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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergesslich, 19. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz: Roman (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch von meiner besten Freundin geliehen bekommen und war hingerissen.

Mit Eskapismus, der Fantasy-Literatur immer wieder vorgeworfen wird, hat dieser Roman überhaupt nichts zu tun.

Im Gegenteil: Max, das "egalste Kind der Welt", bekommt zwar mit einem geheimnisvollen goldenen Ticket die Möglichkeit, sich per U-Bahn (!) in eine andere Welt zu versetzen, muss sich dort aber nicht nur einem geheimnisvollen Widersacher, dem mechanischen Prinzen stellen, sondern vor allem sich selbst.

Besonders reizvoll ist auch die kreative Erzählperspektive: Der Erzähler ist ein Kinderbuchautor, der wieder und wieder behauptet, er könne Kinder nicht ausstehen- auf seine bärbeißige Art und Weise aber das genaue Gegenteil beweist. Max, der kleine Protagonist, drängt ihm seine Geschichte förmlich auf, und der kleine oder große Leser begleitet ihn zusammen mit dem Erzähler auf eine Tour de force, die jeden, der gute Geschichten mag, atemlos und begeistert zurücklässt.

Gleichzeitig stimmt dieses Buch auch nachdenklich....eine unaufdringliche Mahnung, Kinder nicht einfach unter "ferner liefen" abzuhaken, denn goldne Tickets scheinen in der realen Welt eher selten zu sein. Schade eigentlich....
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich fahre jetzt mit etwas anderen Augen in Berlin U-Bahn..., 13. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz (Gebundene Ausgabe)
Ich bekam das Buch von einem Freund zum Geburtstag geschenkt. Da es sich immerhin schon um meinen 32. Geburtstag handelte, fragte ich mich durchaus anfangs, ob ich denn überhaupt noch zur richtigen Zielgruppe für einen Kinder-/Jugendroman gehöre. Letztlich habe ich das Buch aufgrund der sehr bildhaften Sprache Andreas Steinhöfels aber mit viel Vergnügen und Neugier innerhalb einer Woche gelesen. Andreas Steinhöfel beschreibt in seinem Roman Probleme, die aus meiner Sicht zeitlos sind. Dass sich der Autor selbst in den Roman einbezieht, macht die Geschichte umso lebendiger, wobei ich glaube, dass er im Epilog den Bogen etwas überspannt, indem er versucht, sich selbst noch den Touch einer "fantastischen" Vergangenheit zu geben. Auf jeden Fall kann ich den Roman nur weiterempfehlen. Und aus meiner Sicht ist die Altersgrenze dafür nach oben offen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Extrem fantasiereich!, 18. November 2009
Von 
Stefan Erlemann (Witten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz: 6 CDs (Audio CD)
Max kann seine streitenden Eltern nicht mehr hören. Ihnen ist eh egal was er macht, also verschwindet er leise. Er will die U-Bahn nehmen, als ihn ein einarmiger Bettler anspricht und ihm eine abgegriffene Fahrkarte gibt. Was soll Max mit dem uralten Stück wertlosen Papier?
Doch die Fahrt verläuft anders als je zuvor. Max nimmt zwischen zwei Stationen eine Haltestelle wahr, die es nicht gibt - nicht geben kann. Doch sein Versuch, auf der Rückfahrt eine Spur dieser Station zu finden, scheitert. Erst als er Tanita trifft und sie ihm erklärt, wie und vor allem wann er in die Bahn steigen muss, gelingt es ihm, die unbekannte Haltestelle wieder zu finden. Er findet sich in einer trockenen Landschaft wieder, in der ein salziger Bach die einzige Abwechslung zu sein scheint. Er folgt dem Bach, der zu einem Fluss, schließlich zu einem riesigen See wird. Ein Mann steht an seinen Ufern und spricht Max an. Er erklärt ihm, dass er sich am Mare Lacrimarum befindet, der aus den Tränen der Menschen besteht. Max flieht. Er erfährt von einer seltsamen Frau, die ihn als "Kartenkind" erkennt (also als Kind, dem eine Fahrkarte für die geheimnisvollen Stationen ausgehändigt wurde), dass diese Stationen die Refugien von Max sind, in denen er Aufgaben des "mechanischen Prinzen" lösen muss, um sein Herz, das in der Halle der Seelen in einem der unzähligen Regale liegt, zu retten. Gelingt ihm dies nicht, ist sein wirkliches Leben verloren. Denn Max ist ein trauriges Kind, dessen Eltern ihn nicht lieben. Er droht in dieser Traurigkeit zu versinken und die Refugien sind seine letzte Hoffnung.
Er sucht an diesen Orten nach dem mechanischen Prinzen, denn dieser wird ihm mitteilen, welches Schicksal ihn erwartet. Doch als er ihn endlich findet, ist Max verwirrt. Die Aufgaben scheinen aus ihm selbst heraus gestellt zu werden und sein Innerstes scheint der Prinz genau zu kennen. Er bekommt eine Aufgabe gestellt, die gefährlich und hoffnungsvoll zugleich ist. Er muss vor dem geheimnisvollen Eisenvogel in der Halle der Seelen sein und sein Herz finden und retten. Wenn der Vogel Max Herz vor ihm erreicht und es zum Turm der Gesänge bringt, ist Max für immer verloren, lebt sein Leben ohne Herz und damit ohne Hoffnung weiter und der Prinz wird desweiteren ein Pfand von ihm einbehalten. Der Bettler, der Max die Fahrkarte gab, verlor so einen Arm, andere verlieren Schlimmeres, wie Max feststellen muss. Doch die Halle der Seelen ist schwer zu finden und die Hindernisse, die sich Max unterwegs in den Weg stellen, sind übermächtig.

Die Hörbuch-Ausgabe des Buches von Andreas Steinhöfel wird vom Autor selbst vorgetragen. Dies halte ich für einen grundsätzlichen Fehler. Nicht nur, dass dem Autor die Unvoreingenommenheit eines professionellen Sprechers fehlt, ihm mangelt es auch an einer ausreichend nuancierten Stimme, um Charaktere und Geschehnisse lebendig werden zu lassen. Die Betonungen sind oft seltsam, Kunstpausen scheinen an den falschen Stellen zu liegen und die zum Teil monotone Art des Vortrags kommt der wechselvollen Geschichte nicht zu Gute. Der Autor jedoch umschifft diese Klippe, indem er sich selbst zu einem Teil der Geschehnisse macht und als Berichterstatter des Jungen fungiert, der ihm alles erzählt hat. Durch diesen Kniff macht er zumindest plausibel, warum er die Geschichte selber liest. Gleichzeitig verstärkt er den Charakter eines Tatsachenberichtes, als den er diese Story darstellt.
Zugleich ist diese Vorgehensweise aber auch ein Hindernis, denn weder die Geschichte ist wahrscheinlich und glaubhaft, noch ist die Sprache, die der Junge verwendet, die eines Heranwachsenden. Hier wird überdeutlich, dass der Autor als Erwachsener und in meinem Augen auch für Erwachsene schreibt. Denn die Komplexität der Ereignisse, die Wortwahl und der verschachtelte Aufbau erscheinen mir nicht der Zielgruppe "Jugendlicher" gemäß zu sein.
Die Geschichte selbst ist unglaublich fantasiereich und überhäuft den Zuhörer derart mit Einfällen und skurrilen Wendungen, dass der rote Faden des Öfteren zu verschwinden droht.
Auch hat man oft den Eindruck, dass hier Geschehnisse um ihrer Selbst willen hinzugefügt wurden und nicht, um den Fortgang der Geschichte zu fördern. Ich finde, die Geschichte krankt eher an einem Zuviel an Einfällen und Ideen, denn einem Zuwenig.
Bei aller Kritik liefert der Autor eine wundervolle, fantastische Geschichte ab, die nur so strotzt vor Einfällen und Kreativität. Einzig der fehlende Humor fällt negativ ins Gewicht.

Fazit: Fantasie pur, ein komplexes Geschehen, das in meinen Augen für die Zielgruppe ab 14 oder besser ab 16 Jahren Sinn macht, vorher nicht, und eine klug und einfühlsam eingearbeitete Moral stehen auf der "Haben-Seite" und machen dieses Hörbuch zu einem der besseren auf dem Markt. Negativ fallen der Ernst der Geschichte und die oft zu verworrene und ausufernde Handlung auf. Zudem halte ich es in diesem Fall für einen Fehler, als Autor sein eigenes Werk vorzutragen.
Die Aufmachung der CD-Hülle ist grandios. Die aufgeklappte Papphülle beherbergt nicht nur sechs CDs, sondern auch einen U-Bahn-Plan von Berlin, eine für die Geschichte nicht unwichtige Zugabe. Hier verdient sich das Layout Bestnoten.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Refugien vs. Probleme mit Eltern, 3. Dezember 2006
Von 
Ulrike Ergenzinger "ue84" (Waiblingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz: 6 CDs (Audio CD)
Dieses Hörbuch wird vom Verfasser der Geschichte persönlich gelesen.
Die Geschichte handelt hauptsächlich von Max, einem Jungen, der seinen Eltern ziemlich egal ist, sie merken nicht einmal, wenn ihm seine Kleidung zu klein ist.
Zufällig stößt er eines Tages auf eine Chance, die sein Leben für immer verändern könnte. Ein *goldenes Ticket* ermöglicht ihm überall hinzugelangen. Allerdings hat diese Chance auch einen Haken. Der *mechanische Prinz* der Hüter über alle Refugien der Erde prüft jeden, der so ein goldenes Ticket besitzt. Wenn er versagt, verlangt ihm der Prinz ein "Pfand" ab, das kann ein Körperteil sein, oder etwas ganz anderes.
Als Max auf den mechanischen Prinzen trifft, erfährt er, dass er sein Herz zurückgewinnen muss, bevor es ein Eisenvogel aus dem letzten Refugium holt, dass der Prinz als Prüfung für Max vorgesehen hat. Versagt Max, ist sein Herz für immer verloren.
Ob er er schafft, verrate ich euch nicht.
Selber anhören oder lesen! Viel Vergnügen! ;-)
Ach ja, Andreas Steinhöfel taucht auch als Person in den Refugien auf und insbesondere in der Geschichte.
Eine unterhaltsame Geschichte, die aber auch nachdenklich stimmt!
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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 'Der mechanische Prinz' ' Lektüre der Klasse 7A ', 14. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz: Roman (Taschenbuch)
Im Rahmen eines Projektes wählte ich diesen Roman als Klassenlektüre für die siebte Jahrgangsstufe eines Münchner Gymnasiums aus. 'Der mechanische Prinz' erschien mir durchaus altersgerecht und für die, zum großen Teil fantasiebegeisterten 13-Jährigen thematisch interessant. Nach dreiwöchiger Lektürearbeit und intensiver Beschäftigung mit Motiven und Begriffen, muss die von mir getroffene Einschätzung teilweise revidiert werden.
Die Schülerinnen und Schüler, die sowohl Literaturkritiken mithilfe einer Checkliste erarbeiteten als auch eigene Rezensionen verfassten, sollen nun selbst zu Wort kommen.
Eine Schülerin verfasste folgende Inhaltsangabe: 'In diesem Roman von Andreas Steinhöfel handelt es sich um einen Jungen namens Max, der seinen Eltern, die sich nicht für ihn interessieren, egal ist. Max ist sehr traurig und sprachlos. Doch eines Tages bekommt er von einem Bettler ein goldenes Ticket, mit dem er in Refugien, bestimmte Rückzugsorte gelangen kann. In ihnen muss er Aufgaben, die seinen Problemen angepasst sind, bewältigen und sich dadurch seiner Traurigkeit stellen, um schließlich im letzten Refugium sein verlorenes Herz zu retten'.
Im Folgenden einige Schülerkritiken zu Inhalt und Erzählweise der Lektüre.
Die Idee der Geschichte, die immer wieder auf bekannte Personen und Motive anspielt, hat der Klasse grundsätzlich gefallen. Für einige Schüler entpuppte sich die Handlung allerdings als 'langweilig', zu 'unrealistisch', 'kitschig' und allzu 'vorhersehbar'. Der mechanische Prinz sei ein Roman mit Fantasie- Elementen, hätte aber nicht wirklich viel mit einem Fantasy- Roman zu tun.
Die Refugien, die der Autor Nimmerland und Salve Caruso nennt- das Dritte ist zunächst namenlos und muss vom Leser erst entschlüsselt werden-, seien in ihrer Beschaffenheit sehr eindrucksvoll beschrieben. Die Schüler konnten sich die verschiedenen Landschaften gut vorstellen und sich in Max hineinversetzen, ja geradezu die beschriebenen Gefühle miterleben. Auch die Anpassung der Refugien an bestimmte Sorgen und Probleme, mit denen Max zu kämpfen hatte, wurde von der Klasse als positiv bewertet.
Die Erzählstruktur ist so angelegt, dass die Geschichte immer wieder durch eine zweite Handlungsebene, in der sich Autor und Held im realen Leben begegnen, unterbrochen wird. Diese Gebrochenheit des Erzählens wird von den meisten Schülern als Schwäche des Romans gesehen. Für sie entsteht hier ein störender Effekt, insbesondere durch die Art, wie der Autor zu Wort kommt. Er stellt sich als Kinderfeind dar und will doch auf der anderen Erzählebene beweisen, wie gut er sich in ein Kind hinein denken kann. Dies wird dem Autor von den Lesern nicht abgenommen. Die Klasse bezeichnet ihn als einen selbstverliebten 'allwissenden Übergott', der ständig etwas an ihnen auszusetzen hat.
Im Durchschnitt wurde der Roman von den Schülern mit drei Sternen gewürdigt.
Grundsätzlich kann 'der mechanische Prinz' als Klassenlektüre empfohlen werden, allerdings sollte man eine niedrigere Jahrgangsstufe wählen. Geeigneter erscheint mir das Buch für eine 'späte' fünfte bzw. 'frühe' sechste Klasse. Als Altersempfehlung wurde von meinen Schülern 10-11 Jahre angegeben.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Therapie in der Parallelwelt, 24. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz: Roman (Taschenbuch)
"Der mechanische Prinz" ist eine Jugend-Fantasy-Geschichte, die im modernen Berlin spielt. Na schön, würde ich diese Zeile auf einem Buchrücken lesen, würde ich wahrscheinlich denken "Oh Gott, was ist DAS denn?!" und flüchten, aber glücklicherweise entspricht meine Zusammenfassung nicht dem Wortlaut, mit dem für den Prinzen geworben wird, so daß ich ihn trotzdem gekauft habe.

Zum Inhalt: Es geht um einen Jungen, dessen häusliche Situation einiges zu wünschen übrig läßt. Die Eltern streiten sich ständig, er fühlt sich verloren in der großen Steinwüste Berlin, weiß nichts mit sich anzufangen, steht nie im Mittelpunkt und erfindet sich imaginäre Freunde, weil es ihm an realen mangelt. Eine Situation, die Schlüsselkinder in einer kinder-unfreundlichen Umgebung und mit voll-berufstätigen Eltern sicher sehr gut nachvollziehen können. Doch eines Tages bekommt er ein "goldenes Ticket" - nein, nicht für Willy Wonkas herrliche Schokoladenfabrik, und der Wisch ist auch nicht die Eintrittskarte nach Narnia, denn in diesem speziellen Fall liegt die fremde, erstaunliche Fantasy-Welt nicht in einem Schrank, sondern in der Berliner U-Bahn! Ähnlich wie Harry Potter, der von seinem phantastischen Zwischengleis 9 3/4 nach Hogwarts abdampft, kann unser jugendlicher Held mit seinem Ticket die U-Bahn auf einem Zwischenbahnsteig verlassen und in einer Parallelwelt herumwandern, die ich mir in Bildern von Salvador Dali, Edvard Munch und Hieronymus Bosch vorstelle. Hier kommen wir nämlich zu dem, was "Der mechanische Prinz" von "Alice im Wunderland", "Mary Poppins", "Charlie und die Schokoladenfabrik" und der Narnia-Serie unterscheidet: Die ekelhafte Disney-Fröhlichkeit fehlt.

Dabei ist "Der mechanische Prinz" zum Glück kein typisch deutsches Depri-Kinderbuch -> Wir kennen das: Der dreifach geschiedene und inzwischen im Knast sitzende Vater ist eierlikörabhängiger Alkoholiker und Schläger, Mutter prostituiert sich verkleidet als Schaf in pinker Reizwäsche, weil die kleine Schwester Asthma UND einen Wasserkopf hat, der große Bruder ist Erster Offizier eine weißrussischen Nazi-StarTrek-Sekte und zu allem Überfluß bekommt der labile Held in der Schule auch noch eine Zigarette angeboten!!!!! Und kann nicht widerstehen... Tragisch!

Das Buch schafft die Gratwanderung zwischen "Ich bin ein ganz armes Schwein, aber jetzt kann ich in eine Fantasy-Welt flüchten und alles wird gut" und "Ich bin ein ganz armes Schwein und die Kinder, die diese ätzende, angeblich realistische Trauerrede auf über 500 Seiten für die Schule lesen müssen, sollen gefälligst was draus lernen und aufgeklärte Erwachsene mit einem schweren Ich-hasse-deutsche-Literatur!!!-Komplex werden".

1. Für den Helden wird durch die Erlebnisse in der Parallelwelt tatsächlich einiges (aber nicht alles) besser; er ändert sein Leben, reift gewissermaßen, aber man merkt, daß es sich hier hauptsächlich um einen psychischen Vorgang handelt. An seiner Lebenssituation läßt sich auf die Schnelle nichts ändern. Es gibt keine wundersame Errettung, nur die Möglichkeit, sich auf die Welt, in der man sich zurechtfinden muß, einzustellen und zu einer positiveren Sicht zu kommen.

2. Andererseits werden hier nicht nur die familiären Probleme und deren Effekte dargestellt, wie in der durchschnittlichen deutschen Kinder-Depressionsorgie. Das Buch hat beinahe therapeutische Qualität, weil es anhand von Fantasy-Metaphern zeigt, wo die tragischen Fallen im Leben der Erwachsenen und Kinder liegen, und wie man damit fertig werden kann. Unser Held begegnet in der Parallelwelt Kindern, die sich von ihrem Schmerz überwältigen lassen, in Depressionen verfallen und dadurch gelähmt werden. Sie sitzen nur noch in einer unheimlichen, kahlen Wüste herum und bedauern sich selbst, statt zu akzeptieren, daß es Schwierigkeiten in ihrem Leben gibt, daß sie aber trotzdem die Initiative ergreifen und ihre Situation zum besseren wenden können. Die Eltern tauchen ebenfalls als Fantasy-Gestalten auf, die statt Augen Spiegel haben und aus deren Mündern eklige Schnecken kommen. Durch die Spiegelaugen können sie im Gegenüber nur ihre eigenen Fehler erkennen; die Schnecken sind die Gemeinheiten, die sie sich gegenseitig an den Kopf werfen. Jede Begegnung mit diesen teils schon etwas horrormäßig angehauchten Wesen der Parallelwelt hilft dem Helden - und, ganz wichtig, dem Leser -, seine Welt und seine Mitmenschen besser zu verstehen. Es wird klar, daß Eltern manchmal auch "gefangen" sind und nicht anders können, daß es wichtig ist, sich mit sich selbst und anderen auseinanderzusetzen und nicht einfach aufzugeben. Gerade wie man mit anderen umgeht, wird hier besprochen: Imaginäre Freunde sind eher schädlich, weil man sich auf diese Weise nur mit den Gespenstern, die im eigenen Kopf herumspuken, beschäftigt, statt sich ins Leben zu stürzen. Man läuft Gefahr, sein Herz zu verlieren, wenn man sich der Traurigkeit ergibt.

All das wird ohne mahnend erhobenen pädagogischen Zeigefinger vorgebracht. Die Geschichte verliert nie aus den Augen, daß es um das einzelne Schicksal eines traurigen, einsamen Jungen geht. Hier gibt es wieder Parallelen zu Harry Potter und "Die unendliche Geschichte": So wie im Potter-Universum die gräßlichen Dementoren stellvertretend für den Lebensgeist aussaugende Depressionen stehen, wird hier die Innere Leere depressiver Menschen durch eine Wüste symbolisiert. Wie Bastian Balthasar Bux geht auch unser Held auf eine Fantasy-Reise, die nicht immer ganz ungefährlich ist und neben einer kindlichen Kaiserin auch noch die Möglichkeit eines großen bösen Wolfs bereithält.

Ein gutes Buch, auch für den Schulgebrauch, weil es nicht nur vom alltäglichen Leid spricht, sondern zeigt, wie man auf phantastische Art damit fertigwerden kann!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich fand das Buch spitze!, 2. Januar 2005
Von 
Lang, Simon "simon-lang" (Augsburg, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz (Gebundene Ausgabe)
Eine tolle Idee, einfach über Leute zu schreiben, die "egal" sind und dadurch vergessen werden, und denen dann die Seele gestohlen wird, die man sich wieder zurückholen muss. Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich es als Klassenlektüre vorschlug.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Egal -Tore" und andere Geheimnisse des Ichs, 2. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz (Gebundene Ausgabe)
Andreas Steinhöfels "Der mechanische Prinz" ist ein sehr vielschichtiges Jugendbuch, das nicht nur durch seinen spannenden Aufbau und die witzige Erzählweise besticht. Vielmehr zieht "Der mechanische Prinz" sowohl den jugendlichen als auch erwachsenen Leser auf eine grundlegendere Art und Weise in seinen Bann, denn er offenbart uns die innersten Ängste und Wünsche eines 11jährigen Jungen, die in jedem von uns verborgen sind!
Ein wunderschönes und zugleich lehrreiches Buch!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen Sie dieses Buch....., 4. März 2005
Von 
J. Seibold "hysterika" (Neufahrn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz: Roman (Taschenbuch)
Max ist elf Jahre alt und lebt, wie wohl leider sehr viele Kinder dieser Welt, von seinen Eltern nahezu unbeachtet vor sich hin. Um diesem Egalsein und der Traurigkeit zumindest zeitweise zu entfliehen, fährt er U-Bahn und erkundet Berlin.
Nachdem er eines Tages von einem einarmigen Bettler ein goldenes Ticket erhält, öffnet sich ihm eine gänzlich neue Welt.
Hierin muß er mehrere Refugien durchschreiten um sich am Ende den Prüfungen des mechanischen Prinzen zu stellen...
Andreas Steinhöfel schrieb mit "Der mechanische Prinz" einen Fantasy-Roman, der sprachlich eher als Jugendliteratur eingestuft werden müsste.
Dies würde diesem Werk jedoch nur einerseits gerecht werden.
Und zwar, in dem es allen Kindern und Jugendlichen helfen kann, dem Egalsein und der Traurigkeit ihres Lebens zumindest für eine gewisse Zeit zu entfliehen.
Nichtsdestotrotz sollte dieses Buch von allen Erwachsenen gelesen werden, die sich noch gut an ihre eigene Kindheit erinnern und somit mit Leichtigkeit in dieser Geschichte versinken können.
Als letztes sollte dieses Buch von allen Eltern gelesen werden, die ihre Kinder nicht beachten und somit erhebliche Schuld an deren Traurigkeit und dem empfundenen "Egalsein" tragen.
Wenn noch nicht alle Hoffnung verloren ist, könnte diese Erzählung dem ein oder anderen die Augen öffnen.
Als Fazit sei noch soviel gesagt:
Ich bin sehr abgebrüht, was Bücher betrifft. Ich lese blutrünstigen Horror genauso wie fantastische Werke mit Schwertkämpfern, Drachen und Orks. Niemals jedoch hat es ein Buch geschafft, mich soweit zu bringen:
Am Ende, als Max endlich erheblich selbstbewusster durchs Leben ging, wurden meine Augen feucht und ich hatte sichtlich Mühe, meine Tränen zurückzuhalten.
JS/04.03.05
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der mechanische Prinz, 5. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Der mechanische Prinz (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbares Jugendbuch - auch für Erwachsene lesenswert.
In einer moderen, witzigen Sprache geschrieben trifft es den Nerv der Zeit.
Max erklärt in diesem Buch, dass seine Mutter bei seiner Geburt nicht dabei war. Er bekommt keine Aufmerksamkeit, keine Liebe, er ist seinen Eltern egal.
Auf wunderbare Weise stellt er sich seiner Traurigkeit um sein Herz und seine Seele nicht zu verlieren - beziehungsweise sie wieder zurück zu bekommen.
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Der mechanische Prinz
Der mechanische Prinz von Andreas Steinhöfel (Gebundene Ausgabe - Februar 2003)
Gebraucht & neu ab: EUR 2,68
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